Soziale Apokalypse ebenfalls nicht mehr abwendbar
Eva Herman
Ein Aufschrei erklang in den Medien, als die jüngste Allensbach-Studie vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit kundtat, wie es mit unseren Kindern, den Lehrern, der Bildung und der Zukunft in Deutschland bestellt ist. Von Überraschung bis Empörung war alles dabei: Die Kinder des Landes seien unkonzentriert und lernten immer schlechter, sie seien vor allem materialistisch eingestellt, die Eltern erwarteten zu viel von überforderten Lehrern, die ihrerseits genervt abwinkten und feststellten: Nie hatten Eltern so wenig Zeit für ihre Kinder wie heute. Und zu keiner Zeit stand es schlimmer um das familiäre Leben als heutzutage. Politiker taten besorgt, die Medien schäumten.
Das ist also der Jetztzustand. Und morgen? Wie sieht die Zukunft aus? Schlecht, kann man leider nur noch sagen. Noch schlechter. Düster bis dunkeldüster! Denn die familiären Bindungen sind nahezu überall zerbrochen, und die Schraube windet sich unaufhaltsam weiter nach unten. Allensbach-Chefin Renate Köcher brachte das Debakel mit dem Satz auf den Punkt: Eltern kümmerten sich heutzutage zu wenig um die Kinder daheim, weil sie beide meist berufstätig seien. Dies ist der wichtigste Gedanke, die Kernbotschaft an die ganze Gesellschaft. Gleich noch einmal der bedeutungsvollste Satz des Jahres, damit er nicht gleich wieder vergessen wird: Eltern kümmern sich heutzutage zu wenig um die Kinder daheim, weil sie beide meist berufstätig sind!
Das ist der Grund für all die Probleme, die inzwischen deutlich aus dem trüben Sumpf der Bindungslosigkeit gewachsen sind. Für alle Probleme? Jawohl, so ist es. Und jeder könnte es mittlerweile eigentlich auch wissen. Die fehlende Zeit der Eltern für ihre Kinder zerstört die Generationen. Mangelnde Zeit und mangelnde Aufmerksamkeit sind verantwortlich für nahezu alle sozialen Probleme, alle gesellschaftlichen, mitmenschlichen, familiären, beruflichen und sogar für eine Vielzahl gesundheitlicher Missstände.
Das, was in der aktuellen Allensbachstudie zu Recht als dramatische Entwicklung dargestellt wird, ist seit Langem absehbar gewesen, auch wenn jetzt vor allem die Medien ganz überrascht tun wollen. Fehlende Verantwortung sei deswegen nicht nur den Eltern, die keine Zeit mehr für ihre Kinder haben, vorzuwerfen. Sondern in aller erster Linie betrachte man sich die dreisten »Unter-den Teppich-Kehr-Attitüden« von Politik und Medien, die seit Jahrzehnten die Erwerbstätigkeit der Frau glorifizieren und unter einem falschen Heiligenschein den Bürgern schmackhaft zu machen suchen durch zum größten Teil unzulässige Politpropaganda und vorsätzliche Denkmanipulation, die die Grenzen zur kollektiven Gehirnwäsche längst überschritten haben.
Seit Eltern, namentlich die Mütter, aus beruflichen Gründen nicht mehr genügend Zeit für Familie und Kinder haben, sondern Letztere immer öfter sich selbst überlassen sind, geht es bergab mit der Gesellschaft. Nicht nur, dass seit der flächendeckenden Einführung der weiblichen Erwerbstätigkeit Ende der 1960er-Jahre ein massiver Geburteneinbruch bis zum heutigen Tage erfolgte, der eine schwerstwiegende Demografie-Krise mit sich führt, die Kinder erleiden außerdem täglich extreme Entbehrungen: Liebes- und Zeitmangel, fehlende Elternvorbilder, Richtlinien der Erziehung wie Ordnung und Disziplin. Den Feministinnen ist das übrigens piepegal. Sie sind am Wohl von Kindern und Gesellschaft vollkommen uninteressiert, gilt doch ihr einziges Ziel der sogenannten Unabhängigkeit der Frau. Unabhängigkeit? Von was eigentlich? Ja, ja, vom Mann, jetzt auch vom Kind, vom Heim. Vom Glück! Nie lag die Frau mehr in Ketten als heute: Zwar kann sie jeden Beruf ergreifen, doch hat sie keine Zeit mehr für irgendetwas, außer, zwischen ihren verschiedenen Lebensbaustellen wie Kindern, Kochen, Karriere und Kalorienzählen hin- und herzuhetzen, um allen Ansprüchen der modernen, emanzipierten Frau auch zu genügen.
Alle bleiben dabei auf der Strecke: die Frauen, die Männer, die Kinder, die Alten, der Beruf, Schulen, Gesellschaft. Häufig werden die Bedürfnisse schon der Kleinsten nicht mehr erfüllt, im Alter von wenigen Monaten werden sie – staatlich gefördert und politisch gewollt – in die Fremdbetreuung abgeschoben. Liebe, Nähe, Geborgenheit? Fehlanzeige. Stattdessen: Stress, fremde Leute, mangelnde Empathie. Heranwachsende werden in Ganztagsschulen gesteckt, wo sie den Familien weiter entrissen und entfremdet werden. Ihre grundlegenden Bedürfnisse nach Freizeit und natürlichem, familiärem Tagesablauf werden derweil gestillt und ersetzt durch Materielles: Geld, Medienspiele, Handys, Computer etc. Kinder sind heute zu materialistisch geworden, klagen die Lehrer nach der jüngsten Allensbach-Studie. Ach, ja? Wer macht sie eigentlich dazu?
Die Familie wurde durch die Erwerbstätigkeit der Frau aufgelöst. Das gesamte Drama in all seinen Facetten und mit sämtlichen Folgen ist derzeit noch nicht komplett absehbar. Doch genügt bereits der Blick auf heutiges Geschehen, um zu ahnen, was uns bald noch alles bevorstehen mag. Denn lange wird es nicht mehr dauern, bis die Missstände für alle Menschen fatal zum Ausdruck kommen müssen. Die Allensbach-Studie spricht Bände, und zwischen allen Zeilen kann jeder, der es will, die Botschaft erkennen: Die Familie löst sich auf, und damit kommen immense Probleme auf uns zu. Auch wenn uns durch falsch interpretierte Politpropaganda-Studien der bundesdeutschen Medienöffentlichkeit von Zeit zu Zeit immer wieder weisgemacht werden soll, dass berufstätige Mütter erfolgreichere Kinder hätten, so sieht die Wirklichkeit ganz anders aus: Drogen, Alkohol, Fettleibigkeit, Kriminalität, Depression, Desinteresse, aber auch die Unfähigkeit vieler junger Leute, auch nur die geringsten Anforderungen zu erfüllen, wenn es um die berufliche Ausbildung geht, sind die bittere Realität der heutigen Zeit. Allerorten die gleiche Botschaft: Ein Großteil der jungen Menschen ist ausbildungsunfähig, ob in Handwerk oder anderen Dienstleistungssektoren, bei der Polizei oder Bundeswehr, ob in weiterführenden Schulen. Ihre Ansprüche können die jungen Leute meist genau definieren, ihre Fähigkeiten stehen jedoch in keinerlei Verhältnis dazu. Durch elterliche, vor allem mütterliche Vernachlässigung laufen nachfolgende Generationen langsam, aber sicher, aus dem Lebensruder.
Wer in seiner Kindheit keine familiäre Bindung erlernt, wird sie später auch nicht entwickeln können. Deutschland wird zur Single- und Alten-Gesellschaft, doch trifft kaum ein Mensch die Entscheidung, allein zu leben, freiwillig. Es kommt einfach immer seltener zu Bindungen, weil zunehmend weniger Menschen dazu geeignet sind. Rücksichtnahme und Verantwortung, die der Mensch als Kind nicht erleben durfte, lernt er später auch nicht mehr für sich und andere. Dafür wissen wir: die wachsende Zielgruppe unseres Landes sind alte Leute. Schon 2030 wird Deutschland zur Hälfte aus Rentnern bestehen.
Die Alten werden immer mehr. Sie werden immer ärmer, immer trauriger und immer einsamer. Außerdem steigen Alterskrankheiten wie Alzheimer, Demenz und Depressionen weiter dramatisch an. 2030 also besteht unser Land zur Hälfte aus alten, oft kranken und verwirrten Menschen. Wer sich das nur bildhaft vorstellen will, mag bereits bei dem Gedanken daran verzweifeln. Goldene Zukunft? Wohl eher nicht. Ein Desaster wartet auf uns.
Trübe Aussichten also. Von den allermeisten Medien werden diese gesellschaftsrelevanten Zustände jedoch noch nicht einmal ansatzweise ins tägliche Berichterstattungsprogramm aufgenommen. Warum? Ganz einfach: Weil diese Thesen politisch unkorrekt sind, ein Tabu darstellen. Denn die Erwerbstätigkeit der Frau ist inzwischen zur Heiligen Kuh mutiert, niemand soll und darf sie noch anzweifeln, genau wie einst zu Honeckers Zeiten. Dass berufstätige Mütter unter dem Mehrfachdruck zusammenbrechen, belegen sämtliche Burn-out, Depressions- und Alkoholsuchtstudien. Doch auf die hört niemand, bzw. es werden die falschen Schlüsse für die Entstehung dieser gesellschaftszerstörenden Übel gezogen, die inzwischen längst die Stabilität der Menschengemeinschaft gefährden.
Im Herbst 2010 haben sich 19 Klinikärzte in einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit gewandt: Sie warnen vor einem weltweiten »Seeleninfarkt«: »Seelische Erkrankungen und psychosoziale Probleme nehmen in allen Industrienationen ständig zu. Mittlerweile leiden rund 30 Prozent der Bevölkerung innerhalb nur eines Jahres an einer diagnostizierbaren psychischen Störung. Am häufigsten sind Depressionen, Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen und Suchterkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Erkrankung der Welt werden. Dadurch wird der Herzinfarkt beinahe vom ›Infarkt der Seele‹ abgelöst.«
Der neuen Allensbach-Studie zufolge verzweifeln vor allem die Lehrer an einer möglichen Wertevermittlung, die eigentlich im Elternhaus der Kinder stattfinden müsste. Drei von vier Lehrern halten die Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder für überfordert, zu wenig Zeit würden sie sich für ihren Nachwuchs nehmen. An den Hauptschulen sei es »außerordentlich schwer«, aber auch die anderen Lehrer halten ihren Einfluss überwiegend für gering, viel wichtiger für die Schüler seien in dieser Reihenfolge: die Medien, ihr Freundeskreis, die Eltern, die Klassenkameraden, die Schule als Ganzes. Nur acht Prozent der Lehrer glauben, »sehr großen Einfluss« auf ihre Schüler ausüben zu können.
Der kritischen Haltung der Lehrer gegenüber Eltern und Schülern stehen übrigens, wie könnte es anders sein, immer größere Erwartungen der Eltern an die Schulen gegenüber. 86 Prozent von ihnen fordern die erfolgreiche Vermittlung von Rechtschreibung und Grammatik, 79 Prozent glauben, dass eine gute Allgemeinbildung der Kinder Aufgabe der Schule sei, auch Werte wie Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft fordern 66 Prozent der Eltern von den Lehrern, Leistungsbereitschaft sollen die Kinder ebenso in der Schule von den Lehrern, und nicht etwa daheim, vermittelt bekommen, finden 65 Prozent der Eltern.
Verkehrte Welt? Ja, auf jeden Fall! Denn mit dem wachsenden Unvermögen der Eltern, ihre eigenen Kinder zu kennen, sie im Griff zu haben und ihnen das Leben beibringen zu können, wachsen die Ansprüche an andere Institutionen, wie Schule und Staat. Damit ist eigentlich schon der letzte Schritt in ein sozialistisches System getan. Was das bedeutet, weiß jeder: Früher oder später bricht der ganze Laden sowieso zusammen.
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Dienstag, 26. April 2011
Dienstag, 8. Juni 2010
Die Schweiz und der Gender-Wahnsinn
Europa im Irrsinn: Die Begriffe »Mutter« und »Vater« werden amtlich abgeschafft
Eva Herman
Die Europäische Union ist sich seit Jahren nahezu einig: Nichts ist verstaubter (und nichts ist in Wahrheit gefährlicher) als die traditionelle Familie. Und nichts soll so schnell wie möglich beseitigt werden, wie das klassische Familienbild! Jetzt geht’s ans Eingemachte: Die Begriffe »Mutter« und »Vater«, Grundelemente der Familie, werden politisch nun vom Europarat radikal abgeschafft. Die geschlechtergerechte Sprache des Gender Mainstreaming macht es möglich.
Bezeichnenderweise ist es ausgerechnet jenes europäische Land, welches nicht einmal in der EU ist, das dem Wahnsinn Gender jedoch in vorauseilendem Gehorsam schon seit einiger Zeit ergeben dient und das nun laut voranprescht: die Schweiz. Dort wird die amtlich verbindliche Sprache amtlich neu definiert. Und laut diesem neuen, amtlichen Leitfaden fällt die Verwendung der Begriffe »Mutter« und »Vater« amtlicherseits unter die Kategorie der Diskriminierung. Da das Endziel des Gender Mainstreaming die Auflösung der Geschlechter anstrebt, heißen die Personen, die bis dato als Mutter und Vater bekannt waren, künftig ganz neutral: Elter. So einfach ist das! Nicht mehr Mutter oder Vater, nicht mehr Mama oder Papa, sondern immer ganz einfach Elter. Ist das nicht prima? So einfach kann die Welt in Wirklichkeit sein.
Die politisch Verantwortlichen, wie die stellvertretende Leiterin der Zentrale Sprachdienste, Sektion Deutsch, der Bundeskanzlei Schweiz, Isabel Kamber, sagte der schweizerischen Zeitung Blick auf Anfrage, dieser Leitfaden sei für amtliche Publikationen verbindlich. Das sagt sie in ernstem Tonfall, weil sie es tatsächlich auch ernst meint. Die politisch Verantwortlichen in Bern folgen damit der Beschlussvorlage 12267 im Ausschuss für Chancengleichheit von Frauen und Männern des Europarates, der es auch ernst meint mit der sogenannten Gendergleichheit, und der in den Nationen gegen unerlaubte Begriffe wie Mutter und Vater amtlich vorgehen soll. Der also damit die amtliche Auflösung der Geschlechter schneller vorantreiben soll.
Vor wenigen Tagen erst war bekannt geworden, dass der Europarat künftig ebenso die Medienvertreter europaweit »umschulen«, also auf Linie bringen wolle, wonach diese künftig die Frau nicht mehr als Mutter darstellen dürften, weil dies ebenso diskriminierend sei. Auch europaweite Richtlinien für die Werbung in den Medien legten bereits fest: Frauen dürfen nicht mehr am Herd oder an der Waschmaschine gezeigt werden. Denn dies ist ebenso diskriminierend. Rein amtlich gesehen.
Dabei gibt es – dank Gender – ja schon längst keine Hausfrauen mehr. Denn der Begriff »Hausfrau« wurde auch amtlich abgeschafft und durch »Haushaltsführende« ersetzt. Nachdem der deutsche Hausfrauenbund (DHB) jahrzehntelang für die Belange der Hausfrau kämpfte, hat er sich jetzt umbenannt: Der Dachverband mit Sitz in Bonn heißt künftig »DHB – Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden«.
Die Europäer stellten in diesem Zusammenhang schon vorletztes Jahr fest, dass »klischeebehaftete Reklame« verbannt werden müsse, um Diskriminierung zu unterbinden. Die schwedische EU-Abgeordnete der Vereinigten Linken, Eva-Britt Svensson, schrieb damals in ihrem Bericht für den Frauenausschuss: »Geschlechtsspezifische Klischees in der Werbung stecken Frauen, Männer, Mädchen und Jungen in eine Zwangsjacke, beschränken Individuen auf vorgegebene künstliche Geschlechterrollen, die oftmals herabwürdigend, beschämend und erniedrigend für beide Geschlechter sind.«
Ebenso ist man in Straßburg der Ansicht, dass Männer schließlich auch und zunehmend häufiger in die Rolle der Hausfrau geraten würden. Doch keine Angst, auch die Männer dürfen keine Hausmänner mehr sein, auch ihnen gebührt nun die Bezeichnung: Haushaltsführender! Wenn das kein Fortschritt ist! Da macht es ihm dann doch gleich viel mehr Spaß, wenn Vati, pardon, Elter, die Schürze umbindet und für das gestresste andere Elter und den Nachwuchs das Essen zubereitet, nachdem er vorher alles ordentlich gesaugt und gebügelt hat. Dank Gender Mainstreaming.
Eva Herman
Die Europäische Union ist sich seit Jahren nahezu einig: Nichts ist verstaubter (und nichts ist in Wahrheit gefährlicher) als die traditionelle Familie. Und nichts soll so schnell wie möglich beseitigt werden, wie das klassische Familienbild! Jetzt geht’s ans Eingemachte: Die Begriffe »Mutter« und »Vater«, Grundelemente der Familie, werden politisch nun vom Europarat radikal abgeschafft. Die geschlechtergerechte Sprache des Gender Mainstreaming macht es möglich.
Bezeichnenderweise ist es ausgerechnet jenes europäische Land, welches nicht einmal in der EU ist, das dem Wahnsinn Gender jedoch in vorauseilendem Gehorsam schon seit einiger Zeit ergeben dient und das nun laut voranprescht: die Schweiz. Dort wird die amtlich verbindliche Sprache amtlich neu definiert. Und laut diesem neuen, amtlichen Leitfaden fällt die Verwendung der Begriffe »Mutter« und »Vater« amtlicherseits unter die Kategorie der Diskriminierung. Da das Endziel des Gender Mainstreaming die Auflösung der Geschlechter anstrebt, heißen die Personen, die bis dato als Mutter und Vater bekannt waren, künftig ganz neutral: Elter. So einfach ist das! Nicht mehr Mutter oder Vater, nicht mehr Mama oder Papa, sondern immer ganz einfach Elter. Ist das nicht prima? So einfach kann die Welt in Wirklichkeit sein.
Die politisch Verantwortlichen, wie die stellvertretende Leiterin der Zentrale Sprachdienste, Sektion Deutsch, der Bundeskanzlei Schweiz, Isabel Kamber, sagte der schweizerischen Zeitung Blick auf Anfrage, dieser Leitfaden sei für amtliche Publikationen verbindlich. Das sagt sie in ernstem Tonfall, weil sie es tatsächlich auch ernst meint. Die politisch Verantwortlichen in Bern folgen damit der Beschlussvorlage 12267 im Ausschuss für Chancengleichheit von Frauen und Männern des Europarates, der es auch ernst meint mit der sogenannten Gendergleichheit, und der in den Nationen gegen unerlaubte Begriffe wie Mutter und Vater amtlich vorgehen soll. Der also damit die amtliche Auflösung der Geschlechter schneller vorantreiben soll.
Vor wenigen Tagen erst war bekannt geworden, dass der Europarat künftig ebenso die Medienvertreter europaweit »umschulen«, also auf Linie bringen wolle, wonach diese künftig die Frau nicht mehr als Mutter darstellen dürften, weil dies ebenso diskriminierend sei. Auch europaweite Richtlinien für die Werbung in den Medien legten bereits fest: Frauen dürfen nicht mehr am Herd oder an der Waschmaschine gezeigt werden. Denn dies ist ebenso diskriminierend. Rein amtlich gesehen.
Dabei gibt es – dank Gender – ja schon längst keine Hausfrauen mehr. Denn der Begriff »Hausfrau« wurde auch amtlich abgeschafft und durch »Haushaltsführende« ersetzt. Nachdem der deutsche Hausfrauenbund (DHB) jahrzehntelang für die Belange der Hausfrau kämpfte, hat er sich jetzt umbenannt: Der Dachverband mit Sitz in Bonn heißt künftig »DHB – Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden«.
Die Europäer stellten in diesem Zusammenhang schon vorletztes Jahr fest, dass »klischeebehaftete Reklame« verbannt werden müsse, um Diskriminierung zu unterbinden. Die schwedische EU-Abgeordnete der Vereinigten Linken, Eva-Britt Svensson, schrieb damals in ihrem Bericht für den Frauenausschuss: »Geschlechtsspezifische Klischees in der Werbung stecken Frauen, Männer, Mädchen und Jungen in eine Zwangsjacke, beschränken Individuen auf vorgegebene künstliche Geschlechterrollen, die oftmals herabwürdigend, beschämend und erniedrigend für beide Geschlechter sind.«
Ebenso ist man in Straßburg der Ansicht, dass Männer schließlich auch und zunehmend häufiger in die Rolle der Hausfrau geraten würden. Doch keine Angst, auch die Männer dürfen keine Hausmänner mehr sein, auch ihnen gebührt nun die Bezeichnung: Haushaltsführender! Wenn das kein Fortschritt ist! Da macht es ihm dann doch gleich viel mehr Spaß, wenn Vati, pardon, Elter, die Schürze umbindet und für das gestresste andere Elter und den Nachwuchs das Essen zubereitet, nachdem er vorher alles ordentlich gesaugt und gebügelt hat. Dank Gender Mainstreaming.
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Freitag, 21. Mai 2010
Globalisierung - Weltfaschismus ohne Grenzen
Gender-Revolution: Feminismus, Gewerkschaften und die Kirche als nützliche Idioten der Globalisierung
Wang Xin Long
Scheinbar ohne öffentliches Interesse vollzieht sich derzeit die größte wirtschaftliche, soziale, kulturelle und sexuelle Revolution der Menschheitsgeschichte. Dass es sich hierbei um eine Revolution handelt, liegt auf der Hand: wieder einmal schafft ein kleiner revolutionärer (aber diesmal elitärer!) Kreis über die Köpfe der Bevölkerung hinweg eine neue Regierungsform, die mit dem Vorgängerkonstrukt so gut wie nichts gemeinsam hat, mit Ausnahme des Namens: Demokratie. Denn innerhalb einer Demokratie lässt sich so einiges anstellen. Das, was heute als Demokratie gedacht wird, ähnelt im Prinzip einem Gummiband, das scheinbar endlos zu strecken ist. Alles geht! Und doch: Rien ne vas plus! Nähern wir uns heute gemeinsam der Antwort auf die Fragen: Warum gibt es keine demokratische Aufarbeitung des Gender-Konzeptes, warum gibt es keine Abstimmungen im Parlament, warum gibt es keine Opposition gegen diesen Wahnsinn?
Revolution? Wo? Mag der eine oder andere sich fragen, und mal kurz den Vorhang beiseite schieben. Draußen ist doch alles in Ordnung, es sind keine Aufständischen unterwegs, es gibt keine Straßenkämpfe, keine brennenden Barrikaden und es fließt kein Blut! Das ist zwar alles richtig, aber die heute – in dieser Sekunde – stattfindende Revolution bedient sich keiner klassischen Umsturztechnologien. Sie bedient sich keiner schreienden und gewalttätigen Revoluzzer. Das war gestern! Die Revoluzzer von gestern sind nämlich gereift, sie werden alt, und sie haben eine völlig neue Qualität an sich entdeckt: Geduld. Diese neue Revolution bedient sich der Gehirne der Bevölkerung, denn es ist die Bevölkerung, die sowohl Ziel als auch Träger dieser Revolution ist. Der Umsturz findet nicht in den Straßen statt, sondern in den Köpfen. Diesmal gibt es keine Kräfte, die sich im Gegenstrom messen, sodass am Ende eine Kraft als die siegreiche hervorgeht. Die Kräfte in dieser Revolution sind nicht konträr, sondern sie sind konform, gebündelt und ausgerichtet auf ein Ziel: Einebnung und Gleichschaltung.
Die Revolution, von der hier die Rede ist, hat auch einen Namen: Globalisierung. Nun mag der geneigte Leser sich unter dem Begriff der Globalisierung lediglich einen freien, ungehinderten internationalen Verkehr von Gütern und Dienstleistungen vorstellen, der im Ergebnis auf der einen Seite für den massiven Verlust von Arbeitsplätzen und den Ausverkauf der Naturressourcen verantwortlich ist, aber zeitgleich auf der anderen Seite auch für die Schaffung eines bisher nicht gekannten Reichtums einer kleinen, gleichgeschalteten neo-humanistischen Elite. Dieses ist zwar eine treffende Beschreibung des vordergründigen Ist-Zustandes; der Prozess selbst ist aber wesentlich komplexer und folgenschwerer, und eine komplette Aufarbeitung ist im Rahmen dieses Artikels nicht möglich.
Aber wir können zumindest versuchen, uns dem Problem soweit zu nähern, sodass wir dessen Kern erkennen können. Es handelt sich nämlich beim Begriff der Globalisierung (Substantivierung des Verbs globalisieren) um eine Aktivität, einen Prozess, der seit Jahren vonstatten geht und der sich völlig neuer Techniken und Mechanismen bedient mit dem Ziel der Umgestaltung des öffentlichen Lebens, ja der ganzen Gesellschaft. Der Prozess entfaltet seine Wirkung in der Beziehung des Menschen zu sich selbst, in seiner Beziehung zu anderen Menschen, aber auch in dessen Beziehung zu den altbekannten Institutionen Familie, Arbeitgeber, Staat etc. Insofern kann man ruhigen Gewissens sagen, dass dieser Prozess, diese Revolution, alle Teile des menschlichen Daseins erreicht hat. Und zwar alle Teile des menschlichen Daseins, die über das Denken des Menschen erreichbar sind. Es gibt sozusagen keinen Bereich der menschlichen Natur, der von dieser Mutter aller Revolutionen ausgespart wird.
Jedem derartigen Prozess liegt eine übergeordnete Idee – besser gesagt: eine Ideologie – zugrunde, die den Prozess ins Leben ruft, diesen vorantreibt und dessen Ausgang bestimmt. Auch im Falle der Globalisierung gibt es eine solche Ideologie, und diese Ideologie hat einen Namen: Neoliberalismus. Dieser Begriff bewegt sich schon etwas abseits der öffentlichen Wahrnehmung auf dem Territorium von Politik und Wirtschaftswissenschaft. Dabei ist Neoliberalismus als Konzept schnell erklärt: ihm liegen die Überlegungen des klassischen Liberalismus, mit seinen freien Marktkräften aus Angebot und Nachfrage, zugrunde. Der Unterschied zum klassischen Liberalismus liegt aber darin, dass der Neoliberalismus jegliche restriktive staatliche Intervention ablehnt, zeitgleich aber vom Staat verlangt, alle wirtschaftlichen Aktivitäten zu fördern, Hindernisse aller Art auszuräumen und die Folgen dieser Aktivitäten zu tragen. Noch kürzer erklärt: Privatisierung der Gewinne – Verstaatlichung der Verluste.
Ganz besonders wichtig ist, dass der Mensch in dieser Ideologie sowohl von der Wirtschaft aber auch von der Politik nur noch als Kostenfaktor angesehen wird, der in seiner Gesamtheit derart zu konditionieren ist, dass er innerhalb des Systems möglichst viel Nutzen erwirtschaftet, unter möglichst gering zu haltender Kosten. Es mag angesichts steigender Arbeitslosenzahlen, steigender Armut und sinkender Lebensqualität befremdlich klingen, aber aus einer neoliberal ausgerichteten (volks-)wirtschaftlichen Buchführung heraus ist es absolut vertretbar: Es geht hier um eine vollkommen emotionslose, rein statistisch geführte Lenkung der Massen. Der globale Markt als solcher prosperiert und dem statistischen Mittel dienen die eben genannten Randerscheinungen lediglich als Gewichtungsfaktor.
Wie sieht das aber in der Praxis aus? Wie kann man nachvollziehen, dass unter der Doktrin des Neoliberalismus globalisiert wird? Eine der Techniken der Globalisierung ist dem Leser schon bekannt, und zwar unter dem Begriff Gender Mainstream. Das Konzept des Gender Mainstream mit all seinen Zielen, Vorgehensweisen und Folgen für die Gesellschaft wird mittlerweile in zunehmendem Maße diskutiert und die Machenschaften der Protagonisten und der willfährigen Politiker enthüllt. Es gibt aber über der Aktionsebene des Gender-Konzeptes wie gesagt das Konzept der Globalisierung, und es ergibt durchaus einen Sinn, einmal die Verstrickungen zwischen den beiden Konzepten näher zu untersuchen, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass beide letztendlich auf operative Komponenten des Neoliberalismus zu reduzieren sind.
Wie bereits zu einem früherem Zeitpunkt beschrieben, bedient sich die Bundesregierung bei der Umsetzung des Gender-Konzeptes einiger einschlägiger Institutionen, unter anderem dem Kompetenzzentrum e.V. mit Sitz in Bielefeld. Dieser Kompetenzverein kann ruhigen Gewissens als sogenannte Nicht-Regierungs-Organisation (englisch: Non-Governmental Organisation, NGO) bezeichnet werden. Es ist nicht Ziel dieses Artikels, weiter auf das Kompetenzzentrum einzugehen, denn es steht lediglich als eines vieler Beispiele. Denn wer beim Kompetenzzentrum angelangt ist, ist auch schon beim ersten Anzeichen einer neuen NGO-Regierungsform angekommen, die mit dem Neoliberalismus konform läuft: einer Nicht-Regierungs-Regierung. Da könnte sich der eine oder andere schon vor Lachen auf die Schenkel klopfen, wenn es denn nicht so traurig wäre – und überaus real! Denn in der Praxis sieht das so aus, dass diese Nicht-Regierungs-Organisationen mit einem Auftrag versehen und mit Steuergeldern unterfüttert werden. Diese Organisationen setzen dann die im Programm festgelegten Ziele um, und zwar unter Umgehung aller ansonsten gebotenen parlamentarischen und demokratischen Mechanismen. Die Regierung gibt alle lästigen demokratischen Pflichtübungen, wie Eingaben, Debatten, Meinungsbildung und Abstimmungen nach außen ab; Regierungs-Outsourcing sozusagen – ganz im Sinne des neoliberalen Neusprechs. Der Faktor Mensch wird sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene im Zuge dieses neuen Demokratieverständnisses aus dem System einfach wegrationalisiert, weil er dem System im Wege steht.
Dieses generiert die Frage: Worin liegen die wirtschaftlichen Interessen? Warum ist es einer globalisierten, neoliberalen Welt so wichtig, dass es keine Männer und Frauen (und Kinder!) im klassischen Sinne mehr gibt, sondern nur noch den eigenen Neigungen folgende Individuen? Antwort: Weil Männer und Frauen im klassischen Sinne die atomaren Kerne darstellen, um die sich das wirtschaftliche und soziale Leben des familiären Nukleus dreht. Und die Familie (im Original: das Haus) ist, wie Aristoteles bereits treffend festgestellt hat, die kleinste Zelle des Staates (der Demokratie). Es ist aber nun einmal leider so, dass der Neoliberalismus für sich den Anspruch des Alleinherrschenden reklamiert und den Staat – und dessen Institutionen – als Erfüllungsgehilfen für seine absolutistische Doktrin verpflichtet.
Der Neoliberalismus duldet keine Nischen mehr, in die sich die Menschen gedanklich, wirtschaftlich, sozial, kulturell und letztlich auch sexuell zurückziehen können. Alles wird beleuchtet, alles soll und wird ans Licht gezerrt werden. Talkshows, sogenannte Votings, Gerichtssendungen, Sondersendungen, Befragungen, Forschungsarbeiten: Es gibt nichts, an dem der neue Staat nicht interessiert ist. Er zerrt alles ans Licht und nimmt somit aus allen Strömungen die Kraft. Im Zeitpunkt der öffentlichen Diskussion einer Sache liegt auch deren Ende, denn alles wird katalytisch aufbereitet, konsumiert und im Sinne der Sache verwertet.
Der Neoliberalismus duldet keine Abweichungen, denn Abweichungen bedeuten Reibungsverluste bei der Erreichung des Zieles der totalen Wirtschaft. Wenn die Familie die kleinste Zelle des Staates ist, dann hat die Familie auch – auf kleinstem aber durchaus berechtigtem Niveau – staatstragende Aufgaben: Ausarbeitung der Finanzen, Festlegung der Arbeitsabläufe, Vorgabe von Strategien im alltäglichen familiären Leben. Noch einmal: Wir betrachten hier das statistische Mittel, und wer glaubt, dass Familie Müller um die Ecke nicht wichtig genug ist, um auf der neoliberalen Abschussliste zu stehen, der sollte schon mal die Tür gut abschließen und möglichst ein paar Schränke vorschieben: Familie Müller, Familie Maier und Otto Normal bilden das statistische Mittel, das gegen sie verwendet wird. Der Neoliberalismus duldet keine Finanzpläne, Arbeitsabläufe und Strategien mehr außer den eigenen; in einer totalen Wirtschaft kann es keinen Strategie-Pluralismus geben, weil er der angestrebten Gleichschaltung entgegen läuft. Die Statistik wird aus der Gesellschaft erhoben, um die Gesellschaft zu lenken.
Und hier sind wir angelangt, bei der Kernaussage der Überlegungen: Die heute stattfindende Revolution hat die Gleichschaltung aller Ebenen des menschlichen Lebens zum Ziel, und sie bedient sich der Köpfe des Menschen, damit die Menschen dieser Gleichschaltung auch zustimmen. Es ist eine friedliche Revolution. Es fließt kein Blut. Aber sie ist brutal und ungerecht, weil sie den Menschen seiner ureigensten Eigenschaften beraubt: Es ist eine wichtige Eigenschaft dieser Gleichschaltung, dass die Gleichschalter sich diese neu geschaffene Welt in jeder Hinsicht leisten können. Die Elite schwimmt wie ein Korken auf dem Gewässer, welches sie unter sich geschaffen hat. Die nach oben verteilte statistische Mitte schwebt über dem statistischen Rohmaterial, während dieses Rohmaterial sich in einem täglich verschärfendem Wettbewerb gegeneinander behaupten muss.
Nun müssten solche Begriffe wie »soziale Ungerechtigkeit«, »wirtschaftliche Brutalität« und »neoliberaler Wettbewerb« eigentlich bestimmte – vornehmliche linke – Gruppen auf den Plan rufen. Und auch die Kirche, der man eine gewisse moralische Wächterinstanz abverlangen sollte, auch wenn sie bitteschön und hoffentlich keine linke Instanz ist. Aber nein, diese Institutionen werden nicht auf den Plan gerufen: sie berufen sich selbst! Befragen Sie jegliche Institution, die ihnen in den Sinn kommt: Parteien aller Couleur, die Presse, führende Persönlichkeiten, die Gewerkschaften und sogar die Kirche: Das Deckmäntelchen der Gleichberechtigung legt sich über alles und jedes Argument im Diskurs des Neoliberalen.
Und der Begriff der Gleichberechtigung ist, im Ergebnis seiner Suche nach einer treibenden Kraft, im Hafen der Genderisierung und Globalisierung angekommen. Das Fatale an dieser Entwicklung ist, dass nun all jene, die für die Gleichberechtigung eintreten, sich entspannt zurücklehnen können. Die Gleichberechtigung ist in einem Neo-Feminismus angelangt, der mit dem Feminismus, der in den 30er-Jahren des alten Jahrtausends in den USA entstanden ist, kaum vergleichbar, und der diesen – sehr zum Wohlgefallen aller Befürworter – weit übertrifft. Und dieses Muster ist vom Feminismus auf alle anderen – vermeintlich linken Ideen – übertragbar: Individualismus, Freidenken, Gerechtigkeit, die Internationale: linke Gruppen, die eigentlich als Gegenstrom der Globalisierung verstanden werden sollten, werden von dieser vereinnahmt. Die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände bedienen sich derselben Rhetorik, derselben Argumente und derselben Agitationen. Im Zuge der Globalisierung werden die Fronten eingeebnet. Aus den Antagonisten werden Protagonisten, die sich qualitativ kaum noch unterscheiden. Der Unterschied liegt heute nicht mehr zwischen den Positionen, sondern zwischen denen, die die Vorgaben machen, und jenen nützlichen Idioten, die die Vorgaben umsetzen. Es ist gleichzeitig die Eigenschaft und auch der Erfolg des Neoliberalismus, dass er alle Kräfte, ob links oder rechts, säkular, profan aber auch kirchlich, für sich vereinnahmen kann.
Die Globalisierung und die Gender-Revolution als tragende Säulen des Neoliberalismus sind daher bereits vollzogen. Es ist lediglich die Frage, wann der rollende Stein der Gleichschaltung zum Stehen kommen wird. Es gibt noch ein paar Nischen, in denen sich ganz profane Interessen verbergen und sich dessen, was von wirklich allen Institutionen und Parteien vorangetrieben wird, widersetzen.
Der Staat ist kein Staat der Bürger mehr. Er stützt sich ausschließlich auf Mechanismen, die die Bürger auf eine kalkulierbare Größe reduzieren, damit der Bürger kostengünstig regierbar wird. Dass die Bürger diese Mechanismen nicht einmal mehr nachvollziehen können, ist derselben Logik irrelevant. Darüber hinaus versteckt sich der Staat hinter Organisationen, die er in die Gesellschaft gepflanzt hat, damit diese Wurzeln schlagen, die Doktrin weiter tragen und somit die Nicht-Regierung jeglicher Verantwortung entziehen.
Es gibt noch so viel in dieser Hinsicht zu tun und zu schreiben. Das Potenzial für einen realen, sozial notwendigen und nützlichen Widerstand gegen einen in seiner Natur kaum greifbaren Angriff auf die Gesellschaft ist vorhanden. Es liegt aber auch in der Eigenschaft des Gegenstandes, dass der Widerstand dagegen bereits fast ausgeschaltet wurde. Die totale Wirtschaft unter der neoliberalen Ideologie schreitet voran. Und alle scheinen es zu wollen. Denn es ist eines der besonderen Merkmale des Neoliberalismus, dass er die Kräfte der Opposition zu bündeln und einzuebnen vermag, indem er sich deren Ziele zueigen macht und diese für sich instrumentalisiert.
Wang Xin Long
Scheinbar ohne öffentliches Interesse vollzieht sich derzeit die größte wirtschaftliche, soziale, kulturelle und sexuelle Revolution der Menschheitsgeschichte. Dass es sich hierbei um eine Revolution handelt, liegt auf der Hand: wieder einmal schafft ein kleiner revolutionärer (aber diesmal elitärer!) Kreis über die Köpfe der Bevölkerung hinweg eine neue Regierungsform, die mit dem Vorgängerkonstrukt so gut wie nichts gemeinsam hat, mit Ausnahme des Namens: Demokratie. Denn innerhalb einer Demokratie lässt sich so einiges anstellen. Das, was heute als Demokratie gedacht wird, ähnelt im Prinzip einem Gummiband, das scheinbar endlos zu strecken ist. Alles geht! Und doch: Rien ne vas plus! Nähern wir uns heute gemeinsam der Antwort auf die Fragen: Warum gibt es keine demokratische Aufarbeitung des Gender-Konzeptes, warum gibt es keine Abstimmungen im Parlament, warum gibt es keine Opposition gegen diesen Wahnsinn?
Revolution? Wo? Mag der eine oder andere sich fragen, und mal kurz den Vorhang beiseite schieben. Draußen ist doch alles in Ordnung, es sind keine Aufständischen unterwegs, es gibt keine Straßenkämpfe, keine brennenden Barrikaden und es fließt kein Blut! Das ist zwar alles richtig, aber die heute – in dieser Sekunde – stattfindende Revolution bedient sich keiner klassischen Umsturztechnologien. Sie bedient sich keiner schreienden und gewalttätigen Revoluzzer. Das war gestern! Die Revoluzzer von gestern sind nämlich gereift, sie werden alt, und sie haben eine völlig neue Qualität an sich entdeckt: Geduld. Diese neue Revolution bedient sich der Gehirne der Bevölkerung, denn es ist die Bevölkerung, die sowohl Ziel als auch Träger dieser Revolution ist. Der Umsturz findet nicht in den Straßen statt, sondern in den Köpfen. Diesmal gibt es keine Kräfte, die sich im Gegenstrom messen, sodass am Ende eine Kraft als die siegreiche hervorgeht. Die Kräfte in dieser Revolution sind nicht konträr, sondern sie sind konform, gebündelt und ausgerichtet auf ein Ziel: Einebnung und Gleichschaltung.
Die Revolution, von der hier die Rede ist, hat auch einen Namen: Globalisierung. Nun mag der geneigte Leser sich unter dem Begriff der Globalisierung lediglich einen freien, ungehinderten internationalen Verkehr von Gütern und Dienstleistungen vorstellen, der im Ergebnis auf der einen Seite für den massiven Verlust von Arbeitsplätzen und den Ausverkauf der Naturressourcen verantwortlich ist, aber zeitgleich auf der anderen Seite auch für die Schaffung eines bisher nicht gekannten Reichtums einer kleinen, gleichgeschalteten neo-humanistischen Elite. Dieses ist zwar eine treffende Beschreibung des vordergründigen Ist-Zustandes; der Prozess selbst ist aber wesentlich komplexer und folgenschwerer, und eine komplette Aufarbeitung ist im Rahmen dieses Artikels nicht möglich.
Aber wir können zumindest versuchen, uns dem Problem soweit zu nähern, sodass wir dessen Kern erkennen können. Es handelt sich nämlich beim Begriff der Globalisierung (Substantivierung des Verbs globalisieren) um eine Aktivität, einen Prozess, der seit Jahren vonstatten geht und der sich völlig neuer Techniken und Mechanismen bedient mit dem Ziel der Umgestaltung des öffentlichen Lebens, ja der ganzen Gesellschaft. Der Prozess entfaltet seine Wirkung in der Beziehung des Menschen zu sich selbst, in seiner Beziehung zu anderen Menschen, aber auch in dessen Beziehung zu den altbekannten Institutionen Familie, Arbeitgeber, Staat etc. Insofern kann man ruhigen Gewissens sagen, dass dieser Prozess, diese Revolution, alle Teile des menschlichen Daseins erreicht hat. Und zwar alle Teile des menschlichen Daseins, die über das Denken des Menschen erreichbar sind. Es gibt sozusagen keinen Bereich der menschlichen Natur, der von dieser Mutter aller Revolutionen ausgespart wird.
Jedem derartigen Prozess liegt eine übergeordnete Idee – besser gesagt: eine Ideologie – zugrunde, die den Prozess ins Leben ruft, diesen vorantreibt und dessen Ausgang bestimmt. Auch im Falle der Globalisierung gibt es eine solche Ideologie, und diese Ideologie hat einen Namen: Neoliberalismus. Dieser Begriff bewegt sich schon etwas abseits der öffentlichen Wahrnehmung auf dem Territorium von Politik und Wirtschaftswissenschaft. Dabei ist Neoliberalismus als Konzept schnell erklärt: ihm liegen die Überlegungen des klassischen Liberalismus, mit seinen freien Marktkräften aus Angebot und Nachfrage, zugrunde. Der Unterschied zum klassischen Liberalismus liegt aber darin, dass der Neoliberalismus jegliche restriktive staatliche Intervention ablehnt, zeitgleich aber vom Staat verlangt, alle wirtschaftlichen Aktivitäten zu fördern, Hindernisse aller Art auszuräumen und die Folgen dieser Aktivitäten zu tragen. Noch kürzer erklärt: Privatisierung der Gewinne – Verstaatlichung der Verluste.
Ganz besonders wichtig ist, dass der Mensch in dieser Ideologie sowohl von der Wirtschaft aber auch von der Politik nur noch als Kostenfaktor angesehen wird, der in seiner Gesamtheit derart zu konditionieren ist, dass er innerhalb des Systems möglichst viel Nutzen erwirtschaftet, unter möglichst gering zu haltender Kosten. Es mag angesichts steigender Arbeitslosenzahlen, steigender Armut und sinkender Lebensqualität befremdlich klingen, aber aus einer neoliberal ausgerichteten (volks-)wirtschaftlichen Buchführung heraus ist es absolut vertretbar: Es geht hier um eine vollkommen emotionslose, rein statistisch geführte Lenkung der Massen. Der globale Markt als solcher prosperiert und dem statistischen Mittel dienen die eben genannten Randerscheinungen lediglich als Gewichtungsfaktor.
Wie sieht das aber in der Praxis aus? Wie kann man nachvollziehen, dass unter der Doktrin des Neoliberalismus globalisiert wird? Eine der Techniken der Globalisierung ist dem Leser schon bekannt, und zwar unter dem Begriff Gender Mainstream. Das Konzept des Gender Mainstream mit all seinen Zielen, Vorgehensweisen und Folgen für die Gesellschaft wird mittlerweile in zunehmendem Maße diskutiert und die Machenschaften der Protagonisten und der willfährigen Politiker enthüllt. Es gibt aber über der Aktionsebene des Gender-Konzeptes wie gesagt das Konzept der Globalisierung, und es ergibt durchaus einen Sinn, einmal die Verstrickungen zwischen den beiden Konzepten näher zu untersuchen, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass beide letztendlich auf operative Komponenten des Neoliberalismus zu reduzieren sind.
Wie bereits zu einem früherem Zeitpunkt beschrieben, bedient sich die Bundesregierung bei der Umsetzung des Gender-Konzeptes einiger einschlägiger Institutionen, unter anderem dem Kompetenzzentrum e.V. mit Sitz in Bielefeld. Dieser Kompetenzverein kann ruhigen Gewissens als sogenannte Nicht-Regierungs-Organisation (englisch: Non-Governmental Organisation, NGO) bezeichnet werden. Es ist nicht Ziel dieses Artikels, weiter auf das Kompetenzzentrum einzugehen, denn es steht lediglich als eines vieler Beispiele. Denn wer beim Kompetenzzentrum angelangt ist, ist auch schon beim ersten Anzeichen einer neuen NGO-Regierungsform angekommen, die mit dem Neoliberalismus konform läuft: einer Nicht-Regierungs-Regierung. Da könnte sich der eine oder andere schon vor Lachen auf die Schenkel klopfen, wenn es denn nicht so traurig wäre – und überaus real! Denn in der Praxis sieht das so aus, dass diese Nicht-Regierungs-Organisationen mit einem Auftrag versehen und mit Steuergeldern unterfüttert werden. Diese Organisationen setzen dann die im Programm festgelegten Ziele um, und zwar unter Umgehung aller ansonsten gebotenen parlamentarischen und demokratischen Mechanismen. Die Regierung gibt alle lästigen demokratischen Pflichtübungen, wie Eingaben, Debatten, Meinungsbildung und Abstimmungen nach außen ab; Regierungs-Outsourcing sozusagen – ganz im Sinne des neoliberalen Neusprechs. Der Faktor Mensch wird sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene im Zuge dieses neuen Demokratieverständnisses aus dem System einfach wegrationalisiert, weil er dem System im Wege steht.
Dieses generiert die Frage: Worin liegen die wirtschaftlichen Interessen? Warum ist es einer globalisierten, neoliberalen Welt so wichtig, dass es keine Männer und Frauen (und Kinder!) im klassischen Sinne mehr gibt, sondern nur noch den eigenen Neigungen folgende Individuen? Antwort: Weil Männer und Frauen im klassischen Sinne die atomaren Kerne darstellen, um die sich das wirtschaftliche und soziale Leben des familiären Nukleus dreht. Und die Familie (im Original: das Haus) ist, wie Aristoteles bereits treffend festgestellt hat, die kleinste Zelle des Staates (der Demokratie). Es ist aber nun einmal leider so, dass der Neoliberalismus für sich den Anspruch des Alleinherrschenden reklamiert und den Staat – und dessen Institutionen – als Erfüllungsgehilfen für seine absolutistische Doktrin verpflichtet.
Der Neoliberalismus duldet keine Nischen mehr, in die sich die Menschen gedanklich, wirtschaftlich, sozial, kulturell und letztlich auch sexuell zurückziehen können. Alles wird beleuchtet, alles soll und wird ans Licht gezerrt werden. Talkshows, sogenannte Votings, Gerichtssendungen, Sondersendungen, Befragungen, Forschungsarbeiten: Es gibt nichts, an dem der neue Staat nicht interessiert ist. Er zerrt alles ans Licht und nimmt somit aus allen Strömungen die Kraft. Im Zeitpunkt der öffentlichen Diskussion einer Sache liegt auch deren Ende, denn alles wird katalytisch aufbereitet, konsumiert und im Sinne der Sache verwertet.
Der Neoliberalismus duldet keine Abweichungen, denn Abweichungen bedeuten Reibungsverluste bei der Erreichung des Zieles der totalen Wirtschaft. Wenn die Familie die kleinste Zelle des Staates ist, dann hat die Familie auch – auf kleinstem aber durchaus berechtigtem Niveau – staatstragende Aufgaben: Ausarbeitung der Finanzen, Festlegung der Arbeitsabläufe, Vorgabe von Strategien im alltäglichen familiären Leben. Noch einmal: Wir betrachten hier das statistische Mittel, und wer glaubt, dass Familie Müller um die Ecke nicht wichtig genug ist, um auf der neoliberalen Abschussliste zu stehen, der sollte schon mal die Tür gut abschließen und möglichst ein paar Schränke vorschieben: Familie Müller, Familie Maier und Otto Normal bilden das statistische Mittel, das gegen sie verwendet wird. Der Neoliberalismus duldet keine Finanzpläne, Arbeitsabläufe und Strategien mehr außer den eigenen; in einer totalen Wirtschaft kann es keinen Strategie-Pluralismus geben, weil er der angestrebten Gleichschaltung entgegen läuft. Die Statistik wird aus der Gesellschaft erhoben, um die Gesellschaft zu lenken.
Und hier sind wir angelangt, bei der Kernaussage der Überlegungen: Die heute stattfindende Revolution hat die Gleichschaltung aller Ebenen des menschlichen Lebens zum Ziel, und sie bedient sich der Köpfe des Menschen, damit die Menschen dieser Gleichschaltung auch zustimmen. Es ist eine friedliche Revolution. Es fließt kein Blut. Aber sie ist brutal und ungerecht, weil sie den Menschen seiner ureigensten Eigenschaften beraubt: Es ist eine wichtige Eigenschaft dieser Gleichschaltung, dass die Gleichschalter sich diese neu geschaffene Welt in jeder Hinsicht leisten können. Die Elite schwimmt wie ein Korken auf dem Gewässer, welches sie unter sich geschaffen hat. Die nach oben verteilte statistische Mitte schwebt über dem statistischen Rohmaterial, während dieses Rohmaterial sich in einem täglich verschärfendem Wettbewerb gegeneinander behaupten muss.
Nun müssten solche Begriffe wie »soziale Ungerechtigkeit«, »wirtschaftliche Brutalität« und »neoliberaler Wettbewerb« eigentlich bestimmte – vornehmliche linke – Gruppen auf den Plan rufen. Und auch die Kirche, der man eine gewisse moralische Wächterinstanz abverlangen sollte, auch wenn sie bitteschön und hoffentlich keine linke Instanz ist. Aber nein, diese Institutionen werden nicht auf den Plan gerufen: sie berufen sich selbst! Befragen Sie jegliche Institution, die ihnen in den Sinn kommt: Parteien aller Couleur, die Presse, führende Persönlichkeiten, die Gewerkschaften und sogar die Kirche: Das Deckmäntelchen der Gleichberechtigung legt sich über alles und jedes Argument im Diskurs des Neoliberalen.
Und der Begriff der Gleichberechtigung ist, im Ergebnis seiner Suche nach einer treibenden Kraft, im Hafen der Genderisierung und Globalisierung angekommen. Das Fatale an dieser Entwicklung ist, dass nun all jene, die für die Gleichberechtigung eintreten, sich entspannt zurücklehnen können. Die Gleichberechtigung ist in einem Neo-Feminismus angelangt, der mit dem Feminismus, der in den 30er-Jahren des alten Jahrtausends in den USA entstanden ist, kaum vergleichbar, und der diesen – sehr zum Wohlgefallen aller Befürworter – weit übertrifft. Und dieses Muster ist vom Feminismus auf alle anderen – vermeintlich linken Ideen – übertragbar: Individualismus, Freidenken, Gerechtigkeit, die Internationale: linke Gruppen, die eigentlich als Gegenstrom der Globalisierung verstanden werden sollten, werden von dieser vereinnahmt. Die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände bedienen sich derselben Rhetorik, derselben Argumente und derselben Agitationen. Im Zuge der Globalisierung werden die Fronten eingeebnet. Aus den Antagonisten werden Protagonisten, die sich qualitativ kaum noch unterscheiden. Der Unterschied liegt heute nicht mehr zwischen den Positionen, sondern zwischen denen, die die Vorgaben machen, und jenen nützlichen Idioten, die die Vorgaben umsetzen. Es ist gleichzeitig die Eigenschaft und auch der Erfolg des Neoliberalismus, dass er alle Kräfte, ob links oder rechts, säkular, profan aber auch kirchlich, für sich vereinnahmen kann.
Die Globalisierung und die Gender-Revolution als tragende Säulen des Neoliberalismus sind daher bereits vollzogen. Es ist lediglich die Frage, wann der rollende Stein der Gleichschaltung zum Stehen kommen wird. Es gibt noch ein paar Nischen, in denen sich ganz profane Interessen verbergen und sich dessen, was von wirklich allen Institutionen und Parteien vorangetrieben wird, widersetzen.
Der Staat ist kein Staat der Bürger mehr. Er stützt sich ausschließlich auf Mechanismen, die die Bürger auf eine kalkulierbare Größe reduzieren, damit der Bürger kostengünstig regierbar wird. Dass die Bürger diese Mechanismen nicht einmal mehr nachvollziehen können, ist derselben Logik irrelevant. Darüber hinaus versteckt sich der Staat hinter Organisationen, die er in die Gesellschaft gepflanzt hat, damit diese Wurzeln schlagen, die Doktrin weiter tragen und somit die Nicht-Regierung jeglicher Verantwortung entziehen.
Es gibt noch so viel in dieser Hinsicht zu tun und zu schreiben. Das Potenzial für einen realen, sozial notwendigen und nützlichen Widerstand gegen einen in seiner Natur kaum greifbaren Angriff auf die Gesellschaft ist vorhanden. Es liegt aber auch in der Eigenschaft des Gegenstandes, dass der Widerstand dagegen bereits fast ausgeschaltet wurde. Die totale Wirtschaft unter der neoliberalen Ideologie schreitet voran. Und alle scheinen es zu wollen. Denn es ist eines der besonderen Merkmale des Neoliberalismus, dass er die Kräfte der Opposition zu bündeln und einzuebnen vermag, indem er sich deren Ziele zueigen macht und diese für sich instrumentalisiert.
Freitag, 5. März 2010
Kommunistische Familienpolitik
Systematische Familienentrechtung: Politische Manipulation und Propaganda! (Teil 1)
Eva Herman
Die Politik unternimmt einiges, um den Bürgern ihre nicht selten unliebsamen Programme ungefragt aufzubrummen. Damit dies ohne nennenswerte Gegenreaktionen vonstatten gehen kann, benutzt man nur allzu gerne die altbewährten Hebel von Manipulation und Propaganda. Auch heute noch, im deutschen, demokratischen Bundesstaate. Wie funktionieren diese Mechanismen?
Einige Beispiele: Das Spiel geht heute genauso wie zu allen Zeiten, man bedient sich unter anderem der wichtigen Triebmotoren wie etwa der Veröffentlichung und Verbreitung von Scheintatsachen, die ständig solange wiederholt werden, bis sie sitzen: Seit Rita Süßmuth in den 1980er-Jahren CDU-Familienministerin war, kursiert in der bundesdeutschen, politischen Gesprächskultur der Begriff: »Frauen wollen arbeiten«. Zum Teil stimmt das auch, doch bleibt dabei gänzlich unbeachtet, dass alle seriösen Umfragen bis heute eindeutig belegen, dass über 80 Prozent der Mütter in den ersten Jahren lieber bei ihren Kindern zu Hause blieben, wenn sie es sich finanziell leisten könnten, nämlich nach einer dreijährigen Erziehungszeit ohne gleichzeitige Erwerbsarbeit (IPSOS-Umfrage 2007).
Das gelingt den Frauen jedoch immer seltener, denn die Gesetze werden seit Jahren ohne Ausnahme dahingehend geändert, dass alleine die erwerbstätige Frau finanziell unterstützt wird, die Mutter zuhause jedoch gänzlich leer ausgeht, dabei nicht selten als faul und bequem diskriminiert wird. Das neue Unterhaltsrecht ist dafür das beste Beispiel. Nachdem die bundesdeutschen Bürger also jahrelang durch Politik und Medien vernehmen mussten, dass »jede Frau arbeiten will«, glauben es inzwischen auch fast alle Leute im Land, auch jene Frauen, die eigentlich lieber daheim bleiben würden. Denn schließlich: Wenn es alle sagen, wenn es ständig im Fernsehen und in der Zeitung verlautbart wird, und wenn es die Familienministerinnen aller Parteien, ob von SPD oder CDU, dies heute, gestern und vorgestern gebetsmühlenartig soufflieren, dann muss ja was dran sein.
Wer sich einmal den Spaß macht und dieses Thema in eine illustre Gesprächsrunde im privaten Kreis wirft, wird sein blaues Wunder erleben. Denn manche, meist Frauen, verteidigen dieses Programm »Jede Frau will arbeiten« inzwischen mit Zähnen und Klauen, sie sprechen in dem Zusammenhang dabei nicht selten ernsthaft von Begriffen wie Freiheit und Emanzipation.
Eine weitere Manipulationsmethode ist das vorsätzliche Verdrehen feststehender Begriffe. Während man zum Beispiel jahrzehntelang den Begriff »frühkindliche Bindung« benutzte – er wurde u.a. von dem Pionier der Bindungsforscher, John Bowlby, in den 1950er-Jahren geprägt, um die wichtige Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Bindung auszudrücken – , ist diese Wortkombination von den Politikern kurzerhand zur »frühkindlichen Bildung« umfunktioniert worden. Damit sind ernsthaft Kindertagesstätten gemeint, die sogenannten »Bildungsstätten«, wo Kleinkinder heutzutage jedoch nicht selten aufgrund mangelnden und schlecht ausgebildeten Erziehungspersonals eher aufbewahrt als gefördert, und schon gar nicht gebildet werden. Denn Kleinkinder brauchen Bindung und keine Bildung, außer, es handelt sich um Herzensbildung. Die Demonstrationen zehntausender, hoffnungslos überforderter Erzieherinnen im vergangenen Sommer sprechen ihre eigene Sprache über diese »frühkindlichen Bildungsstätten«!
Ein weiteres Manipulationswerkzeug ist die Umdeutung der Sprache, bzw. die Vernichtung feststehender und völlig natürlicher Begriffe wie »Mutter«. Dank Gender Mainstreaming, nach dem das Wort »Mutter« sexistisch ist, heißt es seit Kurzem in der politischen Sprache »Primäre Bezugsperson«.
Auch die Schaffung von Scheintatsachen gehört zum politischen Propaganda- Katalog: Nachdem man jahrelang den Müttern einredete, sie sollten arbeiten gehen, weil schließlich »jede Frau arbeiten will«, wird ihnen nun suggeriert, dass Fachleute ihre Kinder weitaus besser erziehen könnten als sie selbst, nach dem Motto: »Frühkindliche Bildung gibt es nur in Kitas, qualifiziertes Fachpersonal sorgt für einen hohen Bildungsstandard. Das können die Mütter heutzutage nicht mehr leisten.« Und schließlich sollte doch jedes Kind ein Recht auf »frühkindliche Bildung« haben, oder? Ob die Mutter, pardon, die primäre Bezugsperson es nun verstehen mag oder nicht.
Dass die familienpolitischen Ziele inzwischen noch viel weiter gediehen sind, um dem Staat die Erziehung der Kinder möglichst lückenlos zu überlassen und die Eltern fortwährend weiter aus Erziehung und Familienthemen ausbooten, ist auch schon beschlossene Sache: Denn nicht erst einmal schlitterten die bundesdeutschen Familien an einem festen Vorhaben der ehemals schwarz-roten Koalition vorbei, die das Recht eines jeden Kindes auf »frühkindliche Bildung« im Grundgesetz festschreiben wollte, was unter den wohlklingenden Titel »Kinderrechte in die Verfassung« gepackt wurde. Und dafür sind schließlich doch viele, oder? Aber Achtung: Ungeachtet dessen, dass Kinderrechte zu Menschenrechten zählen und diese natürlich längst festgeschrieben sind, bedeutet dies in Wahrheit nichts anderes als die Tatsache: Wenn es eines Tages zu den geforderten Kinderrechten in der Verfassung kommt – allzu lange wird es nicht mehr dauern – bedeutet dies unter anderem eine vom Gesetz vorgeschriebene Kitapflicht, vergleichbar der Schulpflicht! Verheerende Aussichten, die jedoch immer wieder unter Begriffen wie Freiheit und Gerechtigkeit, vor allem aber »Bildung« gepriesen werden.
Auch das Erzeugen von Angst gehört zum politischen Manipulationshandwerk. Im Zusammenhang mit der Behauptung, Kinder würden ohne »frühkindliche Bildung«, also ohne professionelle Erziehung in ihrer Entwicklung zurückbleiben, wird dies verdeutlicht an folgendem, einfachen Beispiel, welches stellvertretend für zahlreiche weitere steht: Der Arbeitskreis »Neue Erziehung« verteilt kostenlos einen Elternbrief zur Geburt eines Kindes. Dort wird jungen Familien nahe gebracht, dass es das Beste sei, sein Kind maximal ein Jahr lang selber zu betreuen und es dann in eine Krippe oder Kindergarten zu geben. Wörtlich heißt es: »Aber zwei oder drei Jahre zu Hause bleiben, ohne Kollegen, Abwechslung durch den Beruf, selbst verdientes Geld?« Wer traute sich hier noch, den Wunsch zu äußern, zu Hause bleiben zu wollen, um das Kind selber zu erziehen?
Dass auch die Verunglimpfung Andersdenkender zum Plan gehört, versteht sich von selbst: Wer heutzutage über Begriffe wie »natürliche Familie« oder »Mutter« spricht, läuft nicht selten Gefahr, in die rechte Ecke geschoben zu werden. Unterstützung erhalten die politischen Parteien, von denen keine einzige sich mehr für die genannten Begriffe starkmacht, aus dem linksfeministischen Lager, deren Vertreter nicht selten an den Machthebeln in den öffentlichen Medien zu finden sind. Störende Gruppierungen, Organisationen und auch Einzelpersonen werden auf diese Weise blitzschnell diskreditiert und aus der Öffentlichkeit entfernt.
Mit den genannten Methoden wurde der Gesellschaft in den letzten Jahren der Glaube aufgezwungen, dass:
– Frauen arbeiten wollen;
– Frauen beides wollen: Beruf und Familie, sie sehnen sich geradezu nach Vereinbarkeit;
– Frauenerwerbstätigkeit und Krippenausbau die Geburtenrate erhöhe;
– Frauenerwerbstätigkeit vor Kinderarmut schütze;
– Kinder frühe Bildung bräuchten;
– Familienförderung nicht bei den Kindern ankomme;
– Elternhäuser keine adäquate Bildung für ihre Kinder bieten könnten;
– Mütter, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, Schmarotzer dieser Nation seien;
– Frauenerwerbstätigkeit den Fachkräftemangel beseitigen könne.
Alle genannten Punkte jedoch sind nachweislich falsch! Inzwischen musste das Bundesfamilienministerium einräumen, dass der Ausbau der Krippenplätze auf 750.000 bis 2013 nicht mehr als Faktor für die Erhöhung der Geburtenrate gesehen werden könne. Man sei unsicher, wie der demografischen Krise wirklich effektiv begegnet werden könne, musste der Soziologe Prof. Dr. Hans Bertram vor wenigen Monaten vor der Presse einräumen, der das Bundesfamilienministerium seit Jahren berät. Nach seiner Ansicht könne man frühestens im Jahr 2015 verbindlich sagen, ob der Krippenausbau sich positiv auf die Geburtenrate auswirke.
Wie viele Unwahrheiten ungeprüft durch Parteien und einzelne Politiker in die Öffentlichkeit dröhnen, zeigt das beeindruckende Beispiel der ehemaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, die in der ARD-Fernsehsendung Ich stelle mich! 2007 Publikumsfragen vor laufenden Kameras beantwortet hatte. Ihre Aussagen wurden später von Experten durch einen Faktencheck auf den Wahrheitsgehalt geprüft. Dazu gehörten die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Lieselotte Ahnert, der Richter am hessischen Familiengericht Darmstadt, Dr. Jürgen Borchert, und der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes, Siegfried Stresing. Das beeindruckende Ergebnis: Von zehn Antworten waren zehn falsch! Der Link www.daserste.de/ichstellemich/faktencheck_leyen.asp ist mittlerweile allerdings nicht mehr zu öffnen!
Eva Herman
Die Politik unternimmt einiges, um den Bürgern ihre nicht selten unliebsamen Programme ungefragt aufzubrummen. Damit dies ohne nennenswerte Gegenreaktionen vonstatten gehen kann, benutzt man nur allzu gerne die altbewährten Hebel von Manipulation und Propaganda. Auch heute noch, im deutschen, demokratischen Bundesstaate. Wie funktionieren diese Mechanismen?
Einige Beispiele: Das Spiel geht heute genauso wie zu allen Zeiten, man bedient sich unter anderem der wichtigen Triebmotoren wie etwa der Veröffentlichung und Verbreitung von Scheintatsachen, die ständig solange wiederholt werden, bis sie sitzen: Seit Rita Süßmuth in den 1980er-Jahren CDU-Familienministerin war, kursiert in der bundesdeutschen, politischen Gesprächskultur der Begriff: »Frauen wollen arbeiten«. Zum Teil stimmt das auch, doch bleibt dabei gänzlich unbeachtet, dass alle seriösen Umfragen bis heute eindeutig belegen, dass über 80 Prozent der Mütter in den ersten Jahren lieber bei ihren Kindern zu Hause blieben, wenn sie es sich finanziell leisten könnten, nämlich nach einer dreijährigen Erziehungszeit ohne gleichzeitige Erwerbsarbeit (IPSOS-Umfrage 2007).
Das gelingt den Frauen jedoch immer seltener, denn die Gesetze werden seit Jahren ohne Ausnahme dahingehend geändert, dass alleine die erwerbstätige Frau finanziell unterstützt wird, die Mutter zuhause jedoch gänzlich leer ausgeht, dabei nicht selten als faul und bequem diskriminiert wird. Das neue Unterhaltsrecht ist dafür das beste Beispiel. Nachdem die bundesdeutschen Bürger also jahrelang durch Politik und Medien vernehmen mussten, dass »jede Frau arbeiten will«, glauben es inzwischen auch fast alle Leute im Land, auch jene Frauen, die eigentlich lieber daheim bleiben würden. Denn schließlich: Wenn es alle sagen, wenn es ständig im Fernsehen und in der Zeitung verlautbart wird, und wenn es die Familienministerinnen aller Parteien, ob von SPD oder CDU, dies heute, gestern und vorgestern gebetsmühlenartig soufflieren, dann muss ja was dran sein.
Wer sich einmal den Spaß macht und dieses Thema in eine illustre Gesprächsrunde im privaten Kreis wirft, wird sein blaues Wunder erleben. Denn manche, meist Frauen, verteidigen dieses Programm »Jede Frau will arbeiten« inzwischen mit Zähnen und Klauen, sie sprechen in dem Zusammenhang dabei nicht selten ernsthaft von Begriffen wie Freiheit und Emanzipation.
Eine weitere Manipulationsmethode ist das vorsätzliche Verdrehen feststehender Begriffe. Während man zum Beispiel jahrzehntelang den Begriff »frühkindliche Bindung« benutzte – er wurde u.a. von dem Pionier der Bindungsforscher, John Bowlby, in den 1950er-Jahren geprägt, um die wichtige Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Bindung auszudrücken – , ist diese Wortkombination von den Politikern kurzerhand zur »frühkindlichen Bildung« umfunktioniert worden. Damit sind ernsthaft Kindertagesstätten gemeint, die sogenannten »Bildungsstätten«, wo Kleinkinder heutzutage jedoch nicht selten aufgrund mangelnden und schlecht ausgebildeten Erziehungspersonals eher aufbewahrt als gefördert, und schon gar nicht gebildet werden. Denn Kleinkinder brauchen Bindung und keine Bildung, außer, es handelt sich um Herzensbildung. Die Demonstrationen zehntausender, hoffnungslos überforderter Erzieherinnen im vergangenen Sommer sprechen ihre eigene Sprache über diese »frühkindlichen Bildungsstätten«!
Ein weiteres Manipulationswerkzeug ist die Umdeutung der Sprache, bzw. die Vernichtung feststehender und völlig natürlicher Begriffe wie »Mutter«. Dank Gender Mainstreaming, nach dem das Wort »Mutter« sexistisch ist, heißt es seit Kurzem in der politischen Sprache »Primäre Bezugsperson«.
Auch die Schaffung von Scheintatsachen gehört zum politischen Propaganda- Katalog: Nachdem man jahrelang den Müttern einredete, sie sollten arbeiten gehen, weil schließlich »jede Frau arbeiten will«, wird ihnen nun suggeriert, dass Fachleute ihre Kinder weitaus besser erziehen könnten als sie selbst, nach dem Motto: »Frühkindliche Bildung gibt es nur in Kitas, qualifiziertes Fachpersonal sorgt für einen hohen Bildungsstandard. Das können die Mütter heutzutage nicht mehr leisten.« Und schließlich sollte doch jedes Kind ein Recht auf »frühkindliche Bildung« haben, oder? Ob die Mutter, pardon, die primäre Bezugsperson es nun verstehen mag oder nicht.
Dass die familienpolitischen Ziele inzwischen noch viel weiter gediehen sind, um dem Staat die Erziehung der Kinder möglichst lückenlos zu überlassen und die Eltern fortwährend weiter aus Erziehung und Familienthemen ausbooten, ist auch schon beschlossene Sache: Denn nicht erst einmal schlitterten die bundesdeutschen Familien an einem festen Vorhaben der ehemals schwarz-roten Koalition vorbei, die das Recht eines jeden Kindes auf »frühkindliche Bildung« im Grundgesetz festschreiben wollte, was unter den wohlklingenden Titel »Kinderrechte in die Verfassung« gepackt wurde. Und dafür sind schließlich doch viele, oder? Aber Achtung: Ungeachtet dessen, dass Kinderrechte zu Menschenrechten zählen und diese natürlich längst festgeschrieben sind, bedeutet dies in Wahrheit nichts anderes als die Tatsache: Wenn es eines Tages zu den geforderten Kinderrechten in der Verfassung kommt – allzu lange wird es nicht mehr dauern – bedeutet dies unter anderem eine vom Gesetz vorgeschriebene Kitapflicht, vergleichbar der Schulpflicht! Verheerende Aussichten, die jedoch immer wieder unter Begriffen wie Freiheit und Gerechtigkeit, vor allem aber »Bildung« gepriesen werden.
Auch das Erzeugen von Angst gehört zum politischen Manipulationshandwerk. Im Zusammenhang mit der Behauptung, Kinder würden ohne »frühkindliche Bildung«, also ohne professionelle Erziehung in ihrer Entwicklung zurückbleiben, wird dies verdeutlicht an folgendem, einfachen Beispiel, welches stellvertretend für zahlreiche weitere steht: Der Arbeitskreis »Neue Erziehung« verteilt kostenlos einen Elternbrief zur Geburt eines Kindes. Dort wird jungen Familien nahe gebracht, dass es das Beste sei, sein Kind maximal ein Jahr lang selber zu betreuen und es dann in eine Krippe oder Kindergarten zu geben. Wörtlich heißt es: »Aber zwei oder drei Jahre zu Hause bleiben, ohne Kollegen, Abwechslung durch den Beruf, selbst verdientes Geld?« Wer traute sich hier noch, den Wunsch zu äußern, zu Hause bleiben zu wollen, um das Kind selber zu erziehen?
Dass auch die Verunglimpfung Andersdenkender zum Plan gehört, versteht sich von selbst: Wer heutzutage über Begriffe wie »natürliche Familie« oder »Mutter« spricht, läuft nicht selten Gefahr, in die rechte Ecke geschoben zu werden. Unterstützung erhalten die politischen Parteien, von denen keine einzige sich mehr für die genannten Begriffe starkmacht, aus dem linksfeministischen Lager, deren Vertreter nicht selten an den Machthebeln in den öffentlichen Medien zu finden sind. Störende Gruppierungen, Organisationen und auch Einzelpersonen werden auf diese Weise blitzschnell diskreditiert und aus der Öffentlichkeit entfernt.
Mit den genannten Methoden wurde der Gesellschaft in den letzten Jahren der Glaube aufgezwungen, dass:
– Frauen arbeiten wollen;
– Frauen beides wollen: Beruf und Familie, sie sehnen sich geradezu nach Vereinbarkeit;
– Frauenerwerbstätigkeit und Krippenausbau die Geburtenrate erhöhe;
– Frauenerwerbstätigkeit vor Kinderarmut schütze;
– Kinder frühe Bildung bräuchten;
– Familienförderung nicht bei den Kindern ankomme;
– Elternhäuser keine adäquate Bildung für ihre Kinder bieten könnten;
– Mütter, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, Schmarotzer dieser Nation seien;
– Frauenerwerbstätigkeit den Fachkräftemangel beseitigen könne.
Alle genannten Punkte jedoch sind nachweislich falsch! Inzwischen musste das Bundesfamilienministerium einräumen, dass der Ausbau der Krippenplätze auf 750.000 bis 2013 nicht mehr als Faktor für die Erhöhung der Geburtenrate gesehen werden könne. Man sei unsicher, wie der demografischen Krise wirklich effektiv begegnet werden könne, musste der Soziologe Prof. Dr. Hans Bertram vor wenigen Monaten vor der Presse einräumen, der das Bundesfamilienministerium seit Jahren berät. Nach seiner Ansicht könne man frühestens im Jahr 2015 verbindlich sagen, ob der Krippenausbau sich positiv auf die Geburtenrate auswirke.
Wie viele Unwahrheiten ungeprüft durch Parteien und einzelne Politiker in die Öffentlichkeit dröhnen, zeigt das beeindruckende Beispiel der ehemaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, die in der ARD-Fernsehsendung Ich stelle mich! 2007 Publikumsfragen vor laufenden Kameras beantwortet hatte. Ihre Aussagen wurden später von Experten durch einen Faktencheck auf den Wahrheitsgehalt geprüft. Dazu gehörten die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Lieselotte Ahnert, der Richter am hessischen Familiengericht Darmstadt, Dr. Jürgen Borchert, und der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes, Siegfried Stresing. Das beeindruckende Ergebnis: Von zehn Antworten waren zehn falsch! Der Link www.daserste.de/ichstellemich/faktencheck_leyen.asp ist mittlerweile allerdings nicht mehr zu öffnen!
Samstag, 16. Januar 2010
Gender Mainstreaming - die Gleichschaltung der Geschlechter
Gender Mainstreaming – größtes Umerziehungsprogramm der Menschheit
Eva Herman
»Irre! Sächsische Linke wollen ›echte Männer‹ abschaffen!« So übertitelte die »Bild-Zeitung« in dieser Woche einen Artikel, der scheinbar harmlos das widerspiegelte, was sich derzeit als die größte, alles umwälzende Umerziehungsmaßnahme des Menschen immer noch fast unbemerkt, jedoch zielgenau, auf der ganzen Welt verankert. Ginge es nach Linke- Fraktionschef André Hahn, erfuhr der erstaunte Leser in Bild, gebe es demnächst ein »Sächsisches Kompetenzzentrum für Gender Mainstreaming«.
Gender was? Sage niemand, er kenne Gender Mainstreaming nicht. Nicht einmal die Windows-Rechtschreibhilfe muckt auf, wenn der Name richtig, also mit Großbuchstaben am Anfang, in den PC getippt wird, denn Windows hat von Gender schon länger Kenntnis! Doch Gender ist kein Pappenstiel. Und nicht einmal fünf Prozent der Bundesbürger wissen in Wirklichkeit über den komplizierten Begriff Bescheid, vor allem jedoch über seine weitreichenden Folgen. Die Antwort, warum kaum jemand im Lande und auch außerhalb Deutschlands je etwas über dieses Welt verändernde Programm gehört hat, gibt der luxemburgische und EU-Allround-Politiker Jean-Claude Juncker, er ließ bereits vor über zehn Jahren (1999) einer der vielen Katzen aus dem Sack. Wörtlich sagte Juncker:
»Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.«
(http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Claude_Juncker, und Der Spiegel 52/1999)
Ist vielleicht den sächsischen Bild-Reportern entgangen, dass Gender Mainstreaming längst bittere Wirklichkeit in deutschen, europäischen, in zahlreichen weltweiten Amtsstuben und dass jede Aufregung darüber schon beinahe zwecklos geworden ist? Dass die Folgen der auf sämtlichen Ebenen der Bundesministerien fest verpflichtenden Programme überall bereits nachhaltig zu spüren sind und Stück für Stück, zielorientiert, umgesetzt werden? Und dass in die Gleichstellungs- und Gender-Programme derzeit Milliarden an Steuergeldern fließen? Was steckt denn nun eigentlich hinter Gender Mainstreaming?
Um diese tatsächlich »irre« Idee in die gesellschaftlichen Strukturen auf nahezu der ganzen Welt zu etablieren, wurde jene Maßnahme im Jahre 1995 auf der UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking als Folge eines weitreichenden Weltfeminismus beschlossen und durch den Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft trat, rechtlich verankert. Grundlage und Forderung der Vereinten Nationen und der Europäischen Union: Die Gleichstellung der Geschlechter von Mann und Frau. Hintergrund: Durch Gender-Maßnahmen in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen, die per Gesetz seit Jahren festgeschrieben worden sind, soll die zunehmende Einsicht eines jeden Bürgers auf der ganzen Welt nachhaltig manifestiert werden, dass es das klassische Geschlecht von Mann und Frau in Wirklichkeit gar nicht gibt und es auch noch nie gegeben hat. Deswegen müssen die scheinbar gar nicht existierenden Geschlechter jetzt abgeschafft werden! Alles ist gleich! Alles ist eins. Unique ist schick! Erstaunlich nur, dass dies noch niemandem in den vergangenen Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte aufgefallen war.
Jeder Mensch ist also – nach der Gender-Definition der Europäischen Union und der Vereinten Nationen – bei seiner Geburt geschlechtsneutral, es gibt, wie bisher angenommen, DAS Mädchen oder DEN Jungen in Wirklichkeit gar nicht. Typische Männlichkeit und typische Weiblichkeit werden nach Gender Mainstreaming nur durch die Erziehung und das soziale Umfeld »künstlich« entwickelt, hauptsächlich von den Eltern, den Großeltern, Kindergarten, Schule usw., dem sozialen Umfeld eben. Typische Männlichkeit und typische Weiblichkeit sind dementsprechend nun sexistisch! Hier einige Beispiele, wie Gender Mainstreaming derzeit umgesetzt wird:
– Die EU berät ein Gesetz, nachdem in der Fernsehwerbung keine Frauen mehr am Herd und an der Waschmaschine gezeigt werden dürfen, der Grund: Dies ist für die Frauen diskriminierend und entwertend, Sexismus pur! Wer allerdings diese Rolle stattdessen künftig einnehmen könnte, ist auch schon beschlossen: der Mann. Denn er soll durch EU- Gesetzesänderungen und mediale Unterstützung vermehrt durch Hausarbeit und Familienmanagement aus dem Beruf ins Haus verbannt werden, während die Frau (die es ja eigentlich nicht gibt) der Erwerbstätigkeit in jedem Fall den Vorrang vor der Familie geben soll.
– Der deutsche Hausfrauenbund nannte sich vor Kurzem um, denn der Begriff Hausfrau ist in diesem Zusammenhang nach über 90 Jahren nicht mehr modern. Er heißt künftig »DHB – Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden«. Grund hierfür sind die angeblich veränderten Familienstrukturen sowie die stärkere Einbindung von Vätern in Kindererziehung und Hausarbeit, heißt es. »Die drei Schlagworte Kinder, Kirche, Küche, welche mit unserem Verband seit Jahren in Verbindung gebracht wurden, sind für uns schon lange nicht mehr zeitgemäß«, betonte DHB-Präsidentin Angelika Grözinger.
– Die 2006 erschienene Neuübersetzung der Bibel in gerechter Sprache ist das erste deutschsprachige Projekt, das die in der Zweiten Frauenbewegung erhobene Forderung nach geschlechtergerechter Sprache konsequent umsetzt. In die Neuübersetzung gingen Forschungsergebnisse feministischer-theologischer Bibelwissenschaft und historischer Geschlechterforschung ein, heißt es beim Zentrum für gender studies und feministische Zukunftsforschung auf der Homepage der Phillips-Universität, Marburg.
– Beim Überfahren der Grenze Deutschland–Österreich, am Grenzübergang Kiefersfelden, lockt ein feministischer Gruß in großen Lettern in das Alpenland: »Grüß Göttin!«
Gender Mainstreaming ist inzwischen in allen Einrichtungen der öffentlichen Hand, in allen Bundes- und Landesministerien, in den Kommunen, Kirchen, Schulen, Universitäten, Behörden, öffentlich-rechtlichen Sendern, Unternehmen usw. verpflichtend zur rechtlichen Grundlage geworden. Wer also noch von sich behaupten will, zum alten Schlage zu gehören und ein echter Mann zu sein, der muss sich heute den politisch korrekten Vorwurf gefallen lassen, er sei sexistisch! Damit Mann künftig nicht mehr behaupten kann, nur Mann zu sein, wurde Gender Mainstreaming entwickelt. Auch das typische Weibliche gibt es nicht mehr, Frau kann und soll (!) ebenso Fußball spielen, Flugzeugingenieur oder Bundeskanzler werden. Beispiele dafür gibt es inzwischen genügend.
Was über tausende Jahre geschlechtsspezifisch aufgeteilt war in typisch männliches und weibliches, ist passé. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Bedeutung und die Wahrnehmung von Mann und Frau durch das feministische Gender-Programm nachhaltig verändert. Auf nahezu dem gesamten Globus wurden seit den vergangenen 15 bis 20 Jahren die Grundforderungen des Gender Mainstreaming, es wird auch als Gleichstellung der Geschlechter bezeichnet, in die Regierungsprogramme fest verbindlich eingeschrieben. Gleichstellung heißt in diesem Zusammenhang jedoch in erster Linie Gleichmacherei!
Die rechtlichen und politischen Voraussetzungen und Vorgaben des Amsterdamer Vertrages lauten nach der aktuellen Webseite des Bundesfamilienministeriums unter anderem folgendermaßen:
»Auf EU-Ebene wurde der Gender-Mainstreaming-Ansatz zum ersten Mal im Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft trat, rechtlich verbindlich festgeschrieben. Art. 2 und Art. 3 Absatz 2 dieses EG-Vertrags verpflichten die Mitgliedstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming.«
Art. 2 des Amsterdamer Vertrages: »Aufgabe der Gemeinschaft ist es, durch die Errichtung eines Gemeinsamen Marktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion sowie durch die Durchführung der in den Artikeln 3 und 4 genannten gemeinsamen Politiken und Maßnahmen in der ganzen Gemeinschaft (...) die Gleichstellung von Männern und Frauen (...) zu fördern.«
Art. 3 des Amsterdamer Vertrages: »Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.«
Grundgesetz
Auch aus dem deutschen Verfassungsrecht ergibt sich eine Verpflichtung des Staates für eine aktive und wirkungsvolle Gleichstellungspolitik. Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz (GG) bestimmt nach der Änderung von 1994 nicht nur: »Männer und Frauen sind gleichberechtigt« (Art. 3 Abs. 2 S. 1 GG), sondern nimmt den Staat nunmehr ausdrücklich in die Pflicht,»die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern« zu fördern und »auf die Beseitigung bestehender Nachteile« hinzuwirken (Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG).
Bundesgesetze
Daneben findet sich die Verpflichtung zur Umsetzung und Beachtung von Gleichstellung im Sinne des Gender Mainstreaming auch in Bundesgesetzen wie dem Sozialgesetzbuch VIII
– § 9 Nr. 3 SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe: Bei der Aufgabenerfüllung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe müssen die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen berücksichtigt, Benachteiligungen abgebaut und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen gefördert werden – und dem Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz für die Bundesverwaltung
– § 2 BGleiG: Alle Beschäftigten in der Bundesverwaltung, insbesondere Führungskräfte, müssen die Gleichstellung von Frauen und Männern fördern; diese Aufgabe ist durchgängiges Leitprinzip in allen Aufgabenbereichen.
Auch mit der Änderung des SGB III durch das sog. Job-AQTIV-Gesetz ist durch § 1 Abs. 1 S. 3 klargestellt, dass in der Arbeitsförderung die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Prinzip zu verfolgen ist. Hinzuwirken ist auf die Überwindung des geschlechtsspezifischen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes, um die Chancen beider Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern (§ 8 Abs. 1).
Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien
Die Novellierung der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien durch Kabinettbeschluss vom 26. Juli 2000 ist ein weiterer Schritt zur Verankerung von Gender Mainstreaming. Der neue § 2 GGO stellt alle Ressorts der Bundesregierung vor die Aufgabe, den Gender-Mainstreaming-Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesregierung zu berücksichtigen.
Diese europarechtlichen und nationalen Regelungen bedeuten, dass Gleichstellungspolitik und Gender Mainstreaming rechtlich – und nicht nur politisch! – geboten sind. Das heißt, sie verlieren auch bei einem Wechsel an der Spitze von Verwaltung und Politik nicht ihre Gültigkeit.
Politische Vorgaben
Mit dem Kabinettbeschluss der Bundesregierung vom 23. Juni 1999 wurde eine wichtige politische Voraussetzung für die Einführung von Gender Mainstreaming geschaffen. In dem Beschluss erkennt das Bundeskabinett die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip der Bundesregierung an und bestimmt, diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming zu fördern.
Auch in verschiedenen Bundesländern wurden Kabinettbeschlüsse zur konsequenten Umsetzung von Gender Mainstreaming in Landespolitik und -verwaltung getroffen, so z.B. in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg.«
Soweit das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wer sich jetzt noch wundert, aus welchen Gründen die Erwerbstätigkeit der Frau zum Hohelied der Moderne geworden ist, wer immer noch nicht verstanden hat, warum DDR-Kinderkrippen, die in den 1980er-Jahren von den Wessies kopfschüttelnd und mitleidig belächelt wurden, seit Anfang 2000 wie ein plötzlich entfachter Flächenbrand im ganzen Lande wüten und nun plötzlich die Sehnsuchtserfüllung der Karrierefrau 750-tausendfach darzustellen scheinen, der schaue sich den Beginn dieser Horrorentwicklung etwas genauer an.
Die ehemalige Feministin Simone de Beauvoir wird dieser ganze Prozess nämlich posthum freuen. So legte sie einst als eine der wichtigsten Vorzeige-Feministinnen Europas das Fundament für diese »irre« (Bild) Idee und formulierte 1951 in ihrem feministischen Werk Das andere Geschlecht die Sache gendermäßig doch schon auf den Punkt: »Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht!« Die deutsche Feministin Alice Schwarzer klemmte sich in den 1970er-Jahren begeistert in den öffentlichen Windschatten der Beauvoir-Ikone, kupferte etliches aus dem »anderen Geschlecht« in ihr eigenes Manifest Der kleine Unterschied und seine großen Folgen hinüber und trat mit dieser Idee von der Gleichheit von Mann und Frau ebenso in die deutschsprachige Öffentlichkeit, um auch hier schon mal klarzumachen, wo der Hammer hängt – oder eben auch nicht!
Männer und Frauen sind gleich, und wenn sie es immer noch nicht sind, müssen sie weiterhin so lange gleich gemacht werden, bis es auch der letzte Depp verstanden hat. Dies war das Fundament, auf dem auch die sich in den 68ern formierende Frauenbewegung, der heutige Feminismus, mit all seinen Facetten, baute. Denn die neu verkündete Gleichheit wischte alle Thesen von der Tafel, die Psychologen und Analytiker in der Tradition Sigmund Freuds über die Natur des Weiblichen aufgestellt hatten – über diese hatte sich Alice Schwarzer dann auch noch nachträglich in ihrem o.g. Buch beklagt: »Anstatt die Instrumente, die ihnen zur Verfügung stehen, zu nutzen, um aufzuzeigen, wie Menschen zu Männern und Frauen deformiert werden, machten sie sich zu Handlangern des Patriarchats. Sie wurden der Männergesellschaft liebster Einpeitscher beim Drill zur Weiblichkeit.«
Die grausige Ideologie der Gleichheit von Mann und Frau nahm in den 1960er-, 1970er-Jahren ihren ersten, erschütternden Höhepunkt. Zwar gab es noch nicht das rechtlich verankerte Gender Mainstreaming, weltweite Einigkeit der Feministinnen bestand jedoch allemal. Nun fehlte nur noch ein wissenschaftlicher Beweis, der die Austauschbarkeit männlicher und weiblicher Verhaltensmuster belegte. In diesem aufgeheizten Klima wurde ein bestürzendes, ein tragisches Experiment mit einem Menschen bekannt, das auf Betreiben eines gewissenlosen Arztes stattfand, der jedoch gleichzeitig der erste Anhänger und Forscher über Geschlechteridentitäten und Geschlechterrollen war. Der US-Professor für medizinische Psychologie, John Money, vom John-Hopkins-Hospital in Baltimore, war ein Pionier der gender studies, er war einer der ersten Ärzte, die wissenschaftlich zu beweisen versuchten, dass Geschlecht nur erlernt sei. Da kam ihm eine geeignete Gelegenheit zuhilfe:
Ein kanadisches Zwillingspaar, zwei Jungen namens Bruce und Brian Reimers, wurden 1966 geboren, zwei Jungen. Als die Babys gut sieben Monate alte waren, geschah während einer Beschneidungsoperation das Unglück: Der Penis von Bruce wurde von einem Laser so stark verletzt, dass er irreparabel war. Man kann sich die Verzweiflung der Eltern vorstellen.
Sie schrieben damals dem anerkannten Psychologen und Sexualforscher John Money, der sofort Kontakt aufnahm. Money war ein glühender Anhänger eben jener Theorie, nach welcher allein die Erziehung in den frühen Lebensjahren für die Ausprägung einer sexuellen und geschlechtsspezifischen Identität eine Rolle spielt, dem heutigen Gender Mainstreaming. Deshalb riet er den Eltern zu einer Geschlechtsumwandlung. Und so wurde aus dem kleinen Bruce kurzerhand Brenda. Das Kind wurde kastriert, mit weiblichen Hormonen behandelt, in Kleider gesteckt und als Mädchen erzogen. Es sollte niemand erfahren, dass es eigentlich gar kein Mädchen war.
Die deutsche Feministin Alice Schwarzer übrigens feierte diese Geschlechtsumwandlung als Beweis ihrer These, dass die Gebärfähigkeit die einzige spezifisch weibliche Eigenschaft sei. »Alles andere«, triumphierte sie, »ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten seelischen Identität.«
Bruce/Brenda kam in die Pubertät, wurde mit immer stärkeren Hormongaben gefüttert und hatte deshalb bereits einen Busen. Doch als die Ärzte ihm auch noch eine Kunstscheide einsetzen wollten, wehrte er sich. Mit zunehmendem Alter und erwachendem Bewusstsein hatte er gespürt, dass etwas nicht stimmte. Er riss sich seine Röcke vom Leibe, urinierte im Stehen und prügelte sich mit Jungen. Zunehmend lehnte er seinen Körper ab, ohne zu wissen, warum. Ständig war er in psychiatrischer Behandlung.
Die Familie war verunsichert, doch sie wollte alles richtig machen und vertraute dem Professor. So wurden die Eltern auf verheerende Weise fehlgeleitet und sagten dem verstörten Jungen nicht die Wahrheit. Aber weder zahlreiche Hormonbehandlungen noch Kleider machten aus Bruce ein Mädchen. Brenda wurde von Money übrigens in dieser Zeit als »normales, glückliches Mädchen« beschrieben. Brenda selbst sowie die Familie und Freunde jedoch beschrieben sie als ein zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen.
Die Schwierigkeiten wurden immer heftiger. Schließlich wusste man sich nicht anders zu helfen und eröffnete dem verzweifelten Jungen, was geschehen war. Zu diesem Zeitpunkt war er 14 Jahre alt. Der Schock saß tief! Als erstes zündete Bruce seinen Kleiderschrank an. Fortan lebte er als Junge und nannte sich David.
Der Horror war damit nicht zu Ende. In qualvollen Operationen ließ David die Brüste entfernen und bestand auf einem Kunstpenis, um wieder »ein ganzer Mann zu sein«. Doch das Experiment hatte ihn tief traumatisiert. Zusammen mit dem Autor John Colapinto dokumentierte er seinen tragischen Fall in dem aufsehenerregenden Buch Der Junge, der als Mädchen aufwuchs.
Die Theorie, Geschlechterrollen seien lediglich erlernt, eine Behauptung, die weltweit von der Frauenbewegung begeistert aufgenommen worden war, hatte sich durch dieses Beispiel zwar als haltlos erwiesen, doch wen interessierte das schon? Wer ahnte, welcher Plan hinter dieser tragischen Geschichte steckte?
Mit 23 Jahren heiratete David übrigens eine Frau, mit 38 Jahren erschoss er sich. Die erlittenen seelischen und körperlichen Qualen hatten ihn zerstört. Er sei jahrelang psychisch terrorisiert worden wie bei einer Gehirnwäsche, lautete eine seiner Aussagen. Auch für seinen Zwillingsbruder Brian endete der eitle Ehrgeiz der Mediziner und Psychologen in einer Katastrophe: Schon zwei Jahre vor seinem Bruder wählte er den Freitod, weil er Davids Leben nicht mehr ertrug. Dr. John Money und weitere Anhänger seiner Theorien wie Alice Schwarzer lehnten auch angesichts des Selbstmordes von Bruce Reimer eine Korrektur ihrer Überlegungen weiterhin ab. Schwarzer nimmt – im Gegenteil – noch einmal Stellung in ihrem 2008 erschienen Buch Die Antwort, in dem sie beharrlich erklärt, dass die ersten 17 Lebensmonate des Menschen (woher immer sie auch diese Zahl haben mag) als wesentlich für die soziale Geschlechtsrollenausprägung verantwortlich seien und dass Bruce einen großen Teil dieser Zeit, nämlich bis zum siebten Monat seines Lebens, als Junge sozialisiert worden sei. Ansonsten: Schweigen zu dem Freitod.
Der Psychiater John Money hat übrigens einer unbekannten Anzahl weiterer Kinder mit fehlgebildeten Genitalien ein Geschlecht »zugewiesen«. Er errichtete als Leiter der Psychologie am John-Hopkins-Krankenhaus eine darauf spezialisierte Klinik, die von seinem Nachfolger 1979 allerdings geschlossen wurde. Viele seiner ehemaligen Patienten gründeten Selbsthilfegruppen.
John Money wurde 2002 von der Deutschen Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung, für die er arbeitete, mit der Magnus-Hirschfeld-Medaille ausgezeichnet!
Das traurige Beispiel von Bruce Reimer sowie etliche andere menschliche Dramen ändern nichts an dem derzeitigen Siegeszug von Gender Mainstreaming. Wer heute weiterhin noch von einer typisch weiblichen oder typisch männlichen Verhaltensweise spricht, befindet sich bereits auf wackeligem Terrain. Denn solche Äußerungen sind »sexistisch« und sorgen für unzulässige »sexistische Stereotypen«.
Zu Gender gehören jedoch noch weitere Auswüchse, die einem normal denkenden Menschen unvorstellbar erscheinen. Denn nach dieser Ideologie existiert nicht nur kein spezifisches Geschlecht, sondern jeder ist heutzutage in der Wahl seines Geschlechtes frei, und da gibt es eine große Auswahl: männlich, weiblich, bisexuell, transsexuell, homosexuell und mehr. An der Universität Wien wurde ein Wettbewerb ausgelobt, wer die ungewöhnlichsten Geschlechtervorschläge machen könne. Derzeit sollen acht unterschiedliche Entwürfe vorliegen. Und wer sich heute männlich fühlt, morgen bisexuell und übermorgen homosexuell, liegt absolut im Trend. Wer damit allerdings nicht klarkommt, sollte mit etwaigen missbilligenden Äußerungen vorsichtig sein, denn er unterliegt damit dem Straftatbestand der »Homophobie«. Homophobie bezeichnet eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit oder die »irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen …« Hohe Geldstrafen, Gefängnis und Umerziehungslager stehen auf der Vergeltungsliste von Homophobie.
Und damit Gender Mainstreaming früh genug erlernt werden kann und die Kinder später nicht müheselig umerzogen werden müssen, bekommen die Kleinen, die ohnehin früh in die Krippe gegeben werden sollten, damit ihre Mutter so schnell wie möglich in die Erwerbstätigkeit zurückkehren kann, auch hier schon Aufklärungsunterricht. Das besorgt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Die Abteilung für Sexualaufklärung untersteht dem Familienministerium, alles übrige dem Gesundheitsministerium. Die BZgA verteilte bis 2007 ihre Schriften kostenlos an Eltern, Lehrer, Erzieher, an Schulen und Schüler. Jeder konnte sie über die Internetseite bestellen und dort auch einsehen, bis die BzgA diese Broschüren wegen entrüsteter Proteste und mutiger Veröffentlichungen der Autorin und Soziologin Gabriele Kuby vom Markt nehmen musste.
Hier einige Beispiele aus ihrer Kritik: Der Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3. Lebensjahr fordert Mütter und Väter dazu auf, »das Notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden, indem das Kind beim Saubermachen gekitzelt, gestreichelt, liebkost, an den verschiedensten Stellen geküsst wird«. »Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch Benennung und zärtliche Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter) und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln.« Kindliche Erkundungen der Genitalien Erwachsener können »manchmal Erregungsgefühle bei den Erwachsenen auslösen«. »Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes, wenn es die Möglichkeit, sich selbst Lust und Befriedigung zu verschaffen, ausgiebig nutzt.« Wenn Mädchen (ein bis drei Jahre!) »dabei eher Gegenstände zur Hilfe nehmen«, dann soll man das nicht »als Vorwand benutzen, um die Masturbation zu verhindern«. Der Ratgeber fände es »erfreulich, wenn auch Väter, Großmütter, Onkel oder Kinderfrauen einen Blick in diese Informationsschrift werfen würden und sich anregen ließen – fühlen Sie sich bitte alle angesprochen!«
Weiter geht’s im Kindergarten. Mit dem Lieder- und Notenheft Nase, Bauch und Po singen Kinder Lieder wie diese: »Wenn ich meinen Körper anschau’ und berühr’, entdeck’ ich immer mal, was alles an mir eigen ist … wir haben eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr’, ja ja, dann kribbelt sie ganz fein. ›Nein‹ kannst du sagen, ›Ja‹ kannst du sagen, ›Halt‹ kannst du sagen, oder ›Noch mal genauso‹, ›Das mag ich nicht‹, ›Das gefällt mir gut‹, ›Oho, mach weiter so.‹«
In der Broschüre Mädchen-Sache(n) wird Mädchen beigebracht, dass gleichgeschlechtliche Liebe völlig normal ist: »So wie die meisten Menschen beim Thema Sex neugierig sind, fragen sich viele auch, was lesbische Frauen im Bett (oder sonstwo …) machen. Bei Mädchen, die mit Mädchen zusammen sind, ist es nicht anders als bei anderen Paaren auch: Sie machen alles, worauf sie Lust haben. Das kann Küssen oder Streicheln sein, mit dem Mund, der Zunge oder den Fingern.
Wie beim Sex zwischen Mann und Frau hängt es von der Fantasie, den Erfahrungen und dem gegenseitigen Vertrauen ab, wie weit beide gehen möchten. ›Wenigstens haben Lesben keine Probleme mit Aids‹, mögen manche denken. Klar, sie müssen, wenn sie nur mit Frauen zusammen sind, nicht an Schwangerschaftsverhütung denken.«
Ab zehn Jahren setzen in den Schulen die Werbe- und Schulungsmaßnahmen zur Homosexualität (genauer: lesbisch, schwul, bi und trans) ein, noch nicht überall so krass wie in Berlin, Hamburg und München, aber mit einheitlicher Tendenz. Eine 198-seitige Handreichung für weiterführende Schulen des Senats von Berlin zum Thema »Lesbische und schwule Lebensweisen« bietet eine ausgefeilte Anleitung zur Homosexualisierung der Schüler, auszuführen in »Biologie, Deutsch, Englisch, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Latein, Psychologie«.
Dies sind nur Kostproben. Alle Schriften der BZgA für alle Altersgruppen propagierten und propagieren die Sexualisierung der Kinder und Jugendlichen ab einem (!) Jahr. Sie unterminieren die elterliche Autorität. Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung.
Wer nun aber glaubt, dass die Gender-Liste nun beendet wird, sollte noch einen wichtigen Punkt mitnehmen: Gender fördert alleine nur Frauen. An keiner einzigen Stelle aller weltweiten Programme ist die Förderung von Männern vorgesehen. In den Programmen von Gender Mainstreaming ist man der der einhelligen Ansicht, dass Männer lange genug die Nase vorn hatten, und dass aus diesem Grunde die Gleichstellung der Geschlechter »durchaus auch einmal ungerecht gegen Männer ausfallen könnte«!
Es ist also kein Wunder, wenn sich sowohl eine ehemalige Bundesfamilienministerin, die Mutter von sieben Kindern ist, ebenso wie auch eine EKD-Vorsitzende und Bischöfin, Mutter vierer Kinder, aus für den Bürger unverständlichen Gründen FÜR die Erwerbstätigkeit der Frau ausspricht, und FÜR die ganztägige Fremdbetreuung möglichst aller Kinder. Denn dies ist Gender in Reinform: Wer das natürliche Geschlecht abschaffen will, muss als erstes die Familie zerschlagen und den Mann in seine Grenzen weisen!
Wer für Gender ist, muss auch gegen Kinder sein, gegen den Mann, gegen die Ehe, gegen die Familie! Gender Mainstreaming ist Hauptbestandteil der »Familienpolitik« eines Staates, der von der demographischen Krise in seiner Existenz massiv bedroht ist. Doch wen stört es schon? Diese Familienpolitik ist keine Politik für Familien, sondern zerstört sie vorsätzlich. Der Mann, der »echte« Mann, spielt dabei schon längst keine Rolle mehr, außer zunehmend jene des Gender- Hausmuttchens.
Das sollten auch die entrüsteten Bild-Redakteure aus Sachsen wissen, wenn sie wieder einmal auf den Begriff Gender Mainstreaming stoßen und darüber jaulen, dass die echten Männer abgeschafft werden sollen. Politisch sind sie es längst!
Eva Herman
»Irre! Sächsische Linke wollen ›echte Männer‹ abschaffen!« So übertitelte die »Bild-Zeitung« in dieser Woche einen Artikel, der scheinbar harmlos das widerspiegelte, was sich derzeit als die größte, alles umwälzende Umerziehungsmaßnahme des Menschen immer noch fast unbemerkt, jedoch zielgenau, auf der ganzen Welt verankert. Ginge es nach Linke- Fraktionschef André Hahn, erfuhr der erstaunte Leser in Bild, gebe es demnächst ein »Sächsisches Kompetenzzentrum für Gender Mainstreaming«.
Gender was? Sage niemand, er kenne Gender Mainstreaming nicht. Nicht einmal die Windows-Rechtschreibhilfe muckt auf, wenn der Name richtig, also mit Großbuchstaben am Anfang, in den PC getippt wird, denn Windows hat von Gender schon länger Kenntnis! Doch Gender ist kein Pappenstiel. Und nicht einmal fünf Prozent der Bundesbürger wissen in Wirklichkeit über den komplizierten Begriff Bescheid, vor allem jedoch über seine weitreichenden Folgen. Die Antwort, warum kaum jemand im Lande und auch außerhalb Deutschlands je etwas über dieses Welt verändernde Programm gehört hat, gibt der luxemburgische und EU-Allround-Politiker Jean-Claude Juncker, er ließ bereits vor über zehn Jahren (1999) einer der vielen Katzen aus dem Sack. Wörtlich sagte Juncker:
»Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.«
(http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Claude_Juncker, und Der Spiegel 52/1999)
Ist vielleicht den sächsischen Bild-Reportern entgangen, dass Gender Mainstreaming längst bittere Wirklichkeit in deutschen, europäischen, in zahlreichen weltweiten Amtsstuben und dass jede Aufregung darüber schon beinahe zwecklos geworden ist? Dass die Folgen der auf sämtlichen Ebenen der Bundesministerien fest verpflichtenden Programme überall bereits nachhaltig zu spüren sind und Stück für Stück, zielorientiert, umgesetzt werden? Und dass in die Gleichstellungs- und Gender-Programme derzeit Milliarden an Steuergeldern fließen? Was steckt denn nun eigentlich hinter Gender Mainstreaming?
Um diese tatsächlich »irre« Idee in die gesellschaftlichen Strukturen auf nahezu der ganzen Welt zu etablieren, wurde jene Maßnahme im Jahre 1995 auf der UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking als Folge eines weitreichenden Weltfeminismus beschlossen und durch den Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft trat, rechtlich verankert. Grundlage und Forderung der Vereinten Nationen und der Europäischen Union: Die Gleichstellung der Geschlechter von Mann und Frau. Hintergrund: Durch Gender-Maßnahmen in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen, die per Gesetz seit Jahren festgeschrieben worden sind, soll die zunehmende Einsicht eines jeden Bürgers auf der ganzen Welt nachhaltig manifestiert werden, dass es das klassische Geschlecht von Mann und Frau in Wirklichkeit gar nicht gibt und es auch noch nie gegeben hat. Deswegen müssen die scheinbar gar nicht existierenden Geschlechter jetzt abgeschafft werden! Alles ist gleich! Alles ist eins. Unique ist schick! Erstaunlich nur, dass dies noch niemandem in den vergangenen Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte aufgefallen war.
Jeder Mensch ist also – nach der Gender-Definition der Europäischen Union und der Vereinten Nationen – bei seiner Geburt geschlechtsneutral, es gibt, wie bisher angenommen, DAS Mädchen oder DEN Jungen in Wirklichkeit gar nicht. Typische Männlichkeit und typische Weiblichkeit werden nach Gender Mainstreaming nur durch die Erziehung und das soziale Umfeld »künstlich« entwickelt, hauptsächlich von den Eltern, den Großeltern, Kindergarten, Schule usw., dem sozialen Umfeld eben. Typische Männlichkeit und typische Weiblichkeit sind dementsprechend nun sexistisch! Hier einige Beispiele, wie Gender Mainstreaming derzeit umgesetzt wird:
– Die EU berät ein Gesetz, nachdem in der Fernsehwerbung keine Frauen mehr am Herd und an der Waschmaschine gezeigt werden dürfen, der Grund: Dies ist für die Frauen diskriminierend und entwertend, Sexismus pur! Wer allerdings diese Rolle stattdessen künftig einnehmen könnte, ist auch schon beschlossen: der Mann. Denn er soll durch EU- Gesetzesänderungen und mediale Unterstützung vermehrt durch Hausarbeit und Familienmanagement aus dem Beruf ins Haus verbannt werden, während die Frau (die es ja eigentlich nicht gibt) der Erwerbstätigkeit in jedem Fall den Vorrang vor der Familie geben soll.
– Der deutsche Hausfrauenbund nannte sich vor Kurzem um, denn der Begriff Hausfrau ist in diesem Zusammenhang nach über 90 Jahren nicht mehr modern. Er heißt künftig »DHB – Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden«. Grund hierfür sind die angeblich veränderten Familienstrukturen sowie die stärkere Einbindung von Vätern in Kindererziehung und Hausarbeit, heißt es. »Die drei Schlagworte Kinder, Kirche, Küche, welche mit unserem Verband seit Jahren in Verbindung gebracht wurden, sind für uns schon lange nicht mehr zeitgemäß«, betonte DHB-Präsidentin Angelika Grözinger.
– Die 2006 erschienene Neuübersetzung der Bibel in gerechter Sprache ist das erste deutschsprachige Projekt, das die in der Zweiten Frauenbewegung erhobene Forderung nach geschlechtergerechter Sprache konsequent umsetzt. In die Neuübersetzung gingen Forschungsergebnisse feministischer-theologischer Bibelwissenschaft und historischer Geschlechterforschung ein, heißt es beim Zentrum für gender studies und feministische Zukunftsforschung auf der Homepage der Phillips-Universität, Marburg.
– Beim Überfahren der Grenze Deutschland–Österreich, am Grenzübergang Kiefersfelden, lockt ein feministischer Gruß in großen Lettern in das Alpenland: »Grüß Göttin!«
Gender Mainstreaming ist inzwischen in allen Einrichtungen der öffentlichen Hand, in allen Bundes- und Landesministerien, in den Kommunen, Kirchen, Schulen, Universitäten, Behörden, öffentlich-rechtlichen Sendern, Unternehmen usw. verpflichtend zur rechtlichen Grundlage geworden. Wer also noch von sich behaupten will, zum alten Schlage zu gehören und ein echter Mann zu sein, der muss sich heute den politisch korrekten Vorwurf gefallen lassen, er sei sexistisch! Damit Mann künftig nicht mehr behaupten kann, nur Mann zu sein, wurde Gender Mainstreaming entwickelt. Auch das typische Weibliche gibt es nicht mehr, Frau kann und soll (!) ebenso Fußball spielen, Flugzeugingenieur oder Bundeskanzler werden. Beispiele dafür gibt es inzwischen genügend.
Was über tausende Jahre geschlechtsspezifisch aufgeteilt war in typisch männliches und weibliches, ist passé. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Bedeutung und die Wahrnehmung von Mann und Frau durch das feministische Gender-Programm nachhaltig verändert. Auf nahezu dem gesamten Globus wurden seit den vergangenen 15 bis 20 Jahren die Grundforderungen des Gender Mainstreaming, es wird auch als Gleichstellung der Geschlechter bezeichnet, in die Regierungsprogramme fest verbindlich eingeschrieben. Gleichstellung heißt in diesem Zusammenhang jedoch in erster Linie Gleichmacherei!
Die rechtlichen und politischen Voraussetzungen und Vorgaben des Amsterdamer Vertrages lauten nach der aktuellen Webseite des Bundesfamilienministeriums unter anderem folgendermaßen:
»Auf EU-Ebene wurde der Gender-Mainstreaming-Ansatz zum ersten Mal im Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft trat, rechtlich verbindlich festgeschrieben. Art. 2 und Art. 3 Absatz 2 dieses EG-Vertrags verpflichten die Mitgliedstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming.«
Art. 2 des Amsterdamer Vertrages: »Aufgabe der Gemeinschaft ist es, durch die Errichtung eines Gemeinsamen Marktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion sowie durch die Durchführung der in den Artikeln 3 und 4 genannten gemeinsamen Politiken und Maßnahmen in der ganzen Gemeinschaft (...) die Gleichstellung von Männern und Frauen (...) zu fördern.«
Art. 3 des Amsterdamer Vertrages: »Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.«
Grundgesetz
Auch aus dem deutschen Verfassungsrecht ergibt sich eine Verpflichtung des Staates für eine aktive und wirkungsvolle Gleichstellungspolitik. Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz (GG) bestimmt nach der Änderung von 1994 nicht nur: »Männer und Frauen sind gleichberechtigt« (Art. 3 Abs. 2 S. 1 GG), sondern nimmt den Staat nunmehr ausdrücklich in die Pflicht,»die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern« zu fördern und »auf die Beseitigung bestehender Nachteile« hinzuwirken (Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG).
Bundesgesetze
Daneben findet sich die Verpflichtung zur Umsetzung und Beachtung von Gleichstellung im Sinne des Gender Mainstreaming auch in Bundesgesetzen wie dem Sozialgesetzbuch VIII
– § 9 Nr. 3 SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe: Bei der Aufgabenerfüllung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe müssen die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen berücksichtigt, Benachteiligungen abgebaut und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen gefördert werden – und dem Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz für die Bundesverwaltung
– § 2 BGleiG: Alle Beschäftigten in der Bundesverwaltung, insbesondere Führungskräfte, müssen die Gleichstellung von Frauen und Männern fördern; diese Aufgabe ist durchgängiges Leitprinzip in allen Aufgabenbereichen.
Auch mit der Änderung des SGB III durch das sog. Job-AQTIV-Gesetz ist durch § 1 Abs. 1 S. 3 klargestellt, dass in der Arbeitsförderung die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Prinzip zu verfolgen ist. Hinzuwirken ist auf die Überwindung des geschlechtsspezifischen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes, um die Chancen beider Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern (§ 8 Abs. 1).
Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien
Die Novellierung der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien durch Kabinettbeschluss vom 26. Juli 2000 ist ein weiterer Schritt zur Verankerung von Gender Mainstreaming. Der neue § 2 GGO stellt alle Ressorts der Bundesregierung vor die Aufgabe, den Gender-Mainstreaming-Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesregierung zu berücksichtigen.
Diese europarechtlichen und nationalen Regelungen bedeuten, dass Gleichstellungspolitik und Gender Mainstreaming rechtlich – und nicht nur politisch! – geboten sind. Das heißt, sie verlieren auch bei einem Wechsel an der Spitze von Verwaltung und Politik nicht ihre Gültigkeit.
Politische Vorgaben
Mit dem Kabinettbeschluss der Bundesregierung vom 23. Juni 1999 wurde eine wichtige politische Voraussetzung für die Einführung von Gender Mainstreaming geschaffen. In dem Beschluss erkennt das Bundeskabinett die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip der Bundesregierung an und bestimmt, diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming zu fördern.
Auch in verschiedenen Bundesländern wurden Kabinettbeschlüsse zur konsequenten Umsetzung von Gender Mainstreaming in Landespolitik und -verwaltung getroffen, so z.B. in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg.«
Soweit das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wer sich jetzt noch wundert, aus welchen Gründen die Erwerbstätigkeit der Frau zum Hohelied der Moderne geworden ist, wer immer noch nicht verstanden hat, warum DDR-Kinderkrippen, die in den 1980er-Jahren von den Wessies kopfschüttelnd und mitleidig belächelt wurden, seit Anfang 2000 wie ein plötzlich entfachter Flächenbrand im ganzen Lande wüten und nun plötzlich die Sehnsuchtserfüllung der Karrierefrau 750-tausendfach darzustellen scheinen, der schaue sich den Beginn dieser Horrorentwicklung etwas genauer an.
Die ehemalige Feministin Simone de Beauvoir wird dieser ganze Prozess nämlich posthum freuen. So legte sie einst als eine der wichtigsten Vorzeige-Feministinnen Europas das Fundament für diese »irre« (Bild) Idee und formulierte 1951 in ihrem feministischen Werk Das andere Geschlecht die Sache gendermäßig doch schon auf den Punkt: »Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht!« Die deutsche Feministin Alice Schwarzer klemmte sich in den 1970er-Jahren begeistert in den öffentlichen Windschatten der Beauvoir-Ikone, kupferte etliches aus dem »anderen Geschlecht« in ihr eigenes Manifest Der kleine Unterschied und seine großen Folgen hinüber und trat mit dieser Idee von der Gleichheit von Mann und Frau ebenso in die deutschsprachige Öffentlichkeit, um auch hier schon mal klarzumachen, wo der Hammer hängt – oder eben auch nicht!
Männer und Frauen sind gleich, und wenn sie es immer noch nicht sind, müssen sie weiterhin so lange gleich gemacht werden, bis es auch der letzte Depp verstanden hat. Dies war das Fundament, auf dem auch die sich in den 68ern formierende Frauenbewegung, der heutige Feminismus, mit all seinen Facetten, baute. Denn die neu verkündete Gleichheit wischte alle Thesen von der Tafel, die Psychologen und Analytiker in der Tradition Sigmund Freuds über die Natur des Weiblichen aufgestellt hatten – über diese hatte sich Alice Schwarzer dann auch noch nachträglich in ihrem o.g. Buch beklagt: »Anstatt die Instrumente, die ihnen zur Verfügung stehen, zu nutzen, um aufzuzeigen, wie Menschen zu Männern und Frauen deformiert werden, machten sie sich zu Handlangern des Patriarchats. Sie wurden der Männergesellschaft liebster Einpeitscher beim Drill zur Weiblichkeit.«
Die grausige Ideologie der Gleichheit von Mann und Frau nahm in den 1960er-, 1970er-Jahren ihren ersten, erschütternden Höhepunkt. Zwar gab es noch nicht das rechtlich verankerte Gender Mainstreaming, weltweite Einigkeit der Feministinnen bestand jedoch allemal. Nun fehlte nur noch ein wissenschaftlicher Beweis, der die Austauschbarkeit männlicher und weiblicher Verhaltensmuster belegte. In diesem aufgeheizten Klima wurde ein bestürzendes, ein tragisches Experiment mit einem Menschen bekannt, das auf Betreiben eines gewissenlosen Arztes stattfand, der jedoch gleichzeitig der erste Anhänger und Forscher über Geschlechteridentitäten und Geschlechterrollen war. Der US-Professor für medizinische Psychologie, John Money, vom John-Hopkins-Hospital in Baltimore, war ein Pionier der gender studies, er war einer der ersten Ärzte, die wissenschaftlich zu beweisen versuchten, dass Geschlecht nur erlernt sei. Da kam ihm eine geeignete Gelegenheit zuhilfe:
Ein kanadisches Zwillingspaar, zwei Jungen namens Bruce und Brian Reimers, wurden 1966 geboren, zwei Jungen. Als die Babys gut sieben Monate alte waren, geschah während einer Beschneidungsoperation das Unglück: Der Penis von Bruce wurde von einem Laser so stark verletzt, dass er irreparabel war. Man kann sich die Verzweiflung der Eltern vorstellen.
Sie schrieben damals dem anerkannten Psychologen und Sexualforscher John Money, der sofort Kontakt aufnahm. Money war ein glühender Anhänger eben jener Theorie, nach welcher allein die Erziehung in den frühen Lebensjahren für die Ausprägung einer sexuellen und geschlechtsspezifischen Identität eine Rolle spielt, dem heutigen Gender Mainstreaming. Deshalb riet er den Eltern zu einer Geschlechtsumwandlung. Und so wurde aus dem kleinen Bruce kurzerhand Brenda. Das Kind wurde kastriert, mit weiblichen Hormonen behandelt, in Kleider gesteckt und als Mädchen erzogen. Es sollte niemand erfahren, dass es eigentlich gar kein Mädchen war.
Die deutsche Feministin Alice Schwarzer übrigens feierte diese Geschlechtsumwandlung als Beweis ihrer These, dass die Gebärfähigkeit die einzige spezifisch weibliche Eigenschaft sei. »Alles andere«, triumphierte sie, »ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten seelischen Identität.«
Bruce/Brenda kam in die Pubertät, wurde mit immer stärkeren Hormongaben gefüttert und hatte deshalb bereits einen Busen. Doch als die Ärzte ihm auch noch eine Kunstscheide einsetzen wollten, wehrte er sich. Mit zunehmendem Alter und erwachendem Bewusstsein hatte er gespürt, dass etwas nicht stimmte. Er riss sich seine Röcke vom Leibe, urinierte im Stehen und prügelte sich mit Jungen. Zunehmend lehnte er seinen Körper ab, ohne zu wissen, warum. Ständig war er in psychiatrischer Behandlung.
Die Familie war verunsichert, doch sie wollte alles richtig machen und vertraute dem Professor. So wurden die Eltern auf verheerende Weise fehlgeleitet und sagten dem verstörten Jungen nicht die Wahrheit. Aber weder zahlreiche Hormonbehandlungen noch Kleider machten aus Bruce ein Mädchen. Brenda wurde von Money übrigens in dieser Zeit als »normales, glückliches Mädchen« beschrieben. Brenda selbst sowie die Familie und Freunde jedoch beschrieben sie als ein zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen.
Die Schwierigkeiten wurden immer heftiger. Schließlich wusste man sich nicht anders zu helfen und eröffnete dem verzweifelten Jungen, was geschehen war. Zu diesem Zeitpunkt war er 14 Jahre alt. Der Schock saß tief! Als erstes zündete Bruce seinen Kleiderschrank an. Fortan lebte er als Junge und nannte sich David.
Der Horror war damit nicht zu Ende. In qualvollen Operationen ließ David die Brüste entfernen und bestand auf einem Kunstpenis, um wieder »ein ganzer Mann zu sein«. Doch das Experiment hatte ihn tief traumatisiert. Zusammen mit dem Autor John Colapinto dokumentierte er seinen tragischen Fall in dem aufsehenerregenden Buch Der Junge, der als Mädchen aufwuchs.
Die Theorie, Geschlechterrollen seien lediglich erlernt, eine Behauptung, die weltweit von der Frauenbewegung begeistert aufgenommen worden war, hatte sich durch dieses Beispiel zwar als haltlos erwiesen, doch wen interessierte das schon? Wer ahnte, welcher Plan hinter dieser tragischen Geschichte steckte?
Mit 23 Jahren heiratete David übrigens eine Frau, mit 38 Jahren erschoss er sich. Die erlittenen seelischen und körperlichen Qualen hatten ihn zerstört. Er sei jahrelang psychisch terrorisiert worden wie bei einer Gehirnwäsche, lautete eine seiner Aussagen. Auch für seinen Zwillingsbruder Brian endete der eitle Ehrgeiz der Mediziner und Psychologen in einer Katastrophe: Schon zwei Jahre vor seinem Bruder wählte er den Freitod, weil er Davids Leben nicht mehr ertrug. Dr. John Money und weitere Anhänger seiner Theorien wie Alice Schwarzer lehnten auch angesichts des Selbstmordes von Bruce Reimer eine Korrektur ihrer Überlegungen weiterhin ab. Schwarzer nimmt – im Gegenteil – noch einmal Stellung in ihrem 2008 erschienen Buch Die Antwort, in dem sie beharrlich erklärt, dass die ersten 17 Lebensmonate des Menschen (woher immer sie auch diese Zahl haben mag) als wesentlich für die soziale Geschlechtsrollenausprägung verantwortlich seien und dass Bruce einen großen Teil dieser Zeit, nämlich bis zum siebten Monat seines Lebens, als Junge sozialisiert worden sei. Ansonsten: Schweigen zu dem Freitod.
Der Psychiater John Money hat übrigens einer unbekannten Anzahl weiterer Kinder mit fehlgebildeten Genitalien ein Geschlecht »zugewiesen«. Er errichtete als Leiter der Psychologie am John-Hopkins-Krankenhaus eine darauf spezialisierte Klinik, die von seinem Nachfolger 1979 allerdings geschlossen wurde. Viele seiner ehemaligen Patienten gründeten Selbsthilfegruppen.
John Money wurde 2002 von der Deutschen Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung, für die er arbeitete, mit der Magnus-Hirschfeld-Medaille ausgezeichnet!
Das traurige Beispiel von Bruce Reimer sowie etliche andere menschliche Dramen ändern nichts an dem derzeitigen Siegeszug von Gender Mainstreaming. Wer heute weiterhin noch von einer typisch weiblichen oder typisch männlichen Verhaltensweise spricht, befindet sich bereits auf wackeligem Terrain. Denn solche Äußerungen sind »sexistisch« und sorgen für unzulässige »sexistische Stereotypen«.
Zu Gender gehören jedoch noch weitere Auswüchse, die einem normal denkenden Menschen unvorstellbar erscheinen. Denn nach dieser Ideologie existiert nicht nur kein spezifisches Geschlecht, sondern jeder ist heutzutage in der Wahl seines Geschlechtes frei, und da gibt es eine große Auswahl: männlich, weiblich, bisexuell, transsexuell, homosexuell und mehr. An der Universität Wien wurde ein Wettbewerb ausgelobt, wer die ungewöhnlichsten Geschlechtervorschläge machen könne. Derzeit sollen acht unterschiedliche Entwürfe vorliegen. Und wer sich heute männlich fühlt, morgen bisexuell und übermorgen homosexuell, liegt absolut im Trend. Wer damit allerdings nicht klarkommt, sollte mit etwaigen missbilligenden Äußerungen vorsichtig sein, denn er unterliegt damit dem Straftatbestand der »Homophobie«. Homophobie bezeichnet eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit oder die »irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen …« Hohe Geldstrafen, Gefängnis und Umerziehungslager stehen auf der Vergeltungsliste von Homophobie.
Und damit Gender Mainstreaming früh genug erlernt werden kann und die Kinder später nicht müheselig umerzogen werden müssen, bekommen die Kleinen, die ohnehin früh in die Krippe gegeben werden sollten, damit ihre Mutter so schnell wie möglich in die Erwerbstätigkeit zurückkehren kann, auch hier schon Aufklärungsunterricht. Das besorgt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Die Abteilung für Sexualaufklärung untersteht dem Familienministerium, alles übrige dem Gesundheitsministerium. Die BZgA verteilte bis 2007 ihre Schriften kostenlos an Eltern, Lehrer, Erzieher, an Schulen und Schüler. Jeder konnte sie über die Internetseite bestellen und dort auch einsehen, bis die BzgA diese Broschüren wegen entrüsteter Proteste und mutiger Veröffentlichungen der Autorin und Soziologin Gabriele Kuby vom Markt nehmen musste.
Hier einige Beispiele aus ihrer Kritik: Der Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3. Lebensjahr fordert Mütter und Väter dazu auf, »das Notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden, indem das Kind beim Saubermachen gekitzelt, gestreichelt, liebkost, an den verschiedensten Stellen geküsst wird«. »Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch Benennung und zärtliche Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter) und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln.« Kindliche Erkundungen der Genitalien Erwachsener können »manchmal Erregungsgefühle bei den Erwachsenen auslösen«. »Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes, wenn es die Möglichkeit, sich selbst Lust und Befriedigung zu verschaffen, ausgiebig nutzt.« Wenn Mädchen (ein bis drei Jahre!) »dabei eher Gegenstände zur Hilfe nehmen«, dann soll man das nicht »als Vorwand benutzen, um die Masturbation zu verhindern«. Der Ratgeber fände es »erfreulich, wenn auch Väter, Großmütter, Onkel oder Kinderfrauen einen Blick in diese Informationsschrift werfen würden und sich anregen ließen – fühlen Sie sich bitte alle angesprochen!«
Weiter geht’s im Kindergarten. Mit dem Lieder- und Notenheft Nase, Bauch und Po singen Kinder Lieder wie diese: »Wenn ich meinen Körper anschau’ und berühr’, entdeck’ ich immer mal, was alles an mir eigen ist … wir haben eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr’, ja ja, dann kribbelt sie ganz fein. ›Nein‹ kannst du sagen, ›Ja‹ kannst du sagen, ›Halt‹ kannst du sagen, oder ›Noch mal genauso‹, ›Das mag ich nicht‹, ›Das gefällt mir gut‹, ›Oho, mach weiter so.‹«
In der Broschüre Mädchen-Sache(n) wird Mädchen beigebracht, dass gleichgeschlechtliche Liebe völlig normal ist: »So wie die meisten Menschen beim Thema Sex neugierig sind, fragen sich viele auch, was lesbische Frauen im Bett (oder sonstwo …) machen. Bei Mädchen, die mit Mädchen zusammen sind, ist es nicht anders als bei anderen Paaren auch: Sie machen alles, worauf sie Lust haben. Das kann Küssen oder Streicheln sein, mit dem Mund, der Zunge oder den Fingern.
Wie beim Sex zwischen Mann und Frau hängt es von der Fantasie, den Erfahrungen und dem gegenseitigen Vertrauen ab, wie weit beide gehen möchten. ›Wenigstens haben Lesben keine Probleme mit Aids‹, mögen manche denken. Klar, sie müssen, wenn sie nur mit Frauen zusammen sind, nicht an Schwangerschaftsverhütung denken.«
Ab zehn Jahren setzen in den Schulen die Werbe- und Schulungsmaßnahmen zur Homosexualität (genauer: lesbisch, schwul, bi und trans) ein, noch nicht überall so krass wie in Berlin, Hamburg und München, aber mit einheitlicher Tendenz. Eine 198-seitige Handreichung für weiterführende Schulen des Senats von Berlin zum Thema »Lesbische und schwule Lebensweisen« bietet eine ausgefeilte Anleitung zur Homosexualisierung der Schüler, auszuführen in »Biologie, Deutsch, Englisch, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Latein, Psychologie«.
Dies sind nur Kostproben. Alle Schriften der BZgA für alle Altersgruppen propagierten und propagieren die Sexualisierung der Kinder und Jugendlichen ab einem (!) Jahr. Sie unterminieren die elterliche Autorität. Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung.
Wer nun aber glaubt, dass die Gender-Liste nun beendet wird, sollte noch einen wichtigen Punkt mitnehmen: Gender fördert alleine nur Frauen. An keiner einzigen Stelle aller weltweiten Programme ist die Förderung von Männern vorgesehen. In den Programmen von Gender Mainstreaming ist man der der einhelligen Ansicht, dass Männer lange genug die Nase vorn hatten, und dass aus diesem Grunde die Gleichstellung der Geschlechter »durchaus auch einmal ungerecht gegen Männer ausfallen könnte«!
Es ist also kein Wunder, wenn sich sowohl eine ehemalige Bundesfamilienministerin, die Mutter von sieben Kindern ist, ebenso wie auch eine EKD-Vorsitzende und Bischöfin, Mutter vierer Kinder, aus für den Bürger unverständlichen Gründen FÜR die Erwerbstätigkeit der Frau ausspricht, und FÜR die ganztägige Fremdbetreuung möglichst aller Kinder. Denn dies ist Gender in Reinform: Wer das natürliche Geschlecht abschaffen will, muss als erstes die Familie zerschlagen und den Mann in seine Grenzen weisen!
Wer für Gender ist, muss auch gegen Kinder sein, gegen den Mann, gegen die Ehe, gegen die Familie! Gender Mainstreaming ist Hauptbestandteil der »Familienpolitik« eines Staates, der von der demographischen Krise in seiner Existenz massiv bedroht ist. Doch wen stört es schon? Diese Familienpolitik ist keine Politik für Familien, sondern zerstört sie vorsätzlich. Der Mann, der »echte« Mann, spielt dabei schon längst keine Rolle mehr, außer zunehmend jene des Gender- Hausmuttchens.
Das sollten auch die entrüsteten Bild-Redakteure aus Sachsen wissen, wenn sie wieder einmal auf den Begriff Gender Mainstreaming stoßen und darüber jaulen, dass die echten Männer abgeschafft werden sollen. Politisch sind sie es längst!
Sonntag, 30. Dezember 2007
Gesetzlich legitimierte Familienzerstörung
Eine Abrechnung mit der "Familienvernichtungsmafia"
München (AZ/dpa) - Im Fall des 43-Jährigen Münchners, der an Weihnachten seinen kleinen Sohn und sich selbst tötete, ist im Internet ein Abschiedsbrief aufgetaucht. In dem von der tz abgedruckten Brief erhob der Mann massive Vorwürfe gegen seine Ex-Frau, ein Familiengericht sowie die Politik.
Für das was passiert ist, könne man sich bei seiner "egoistischen und verlogenen Ex-Frau" und "ihrem boshaften destruktiven und gehässigen Anwalt, der durch seine ständigen hetzerischen Ergüsse absichtlich Öl ins Feuer geschüttet hat" bedanken, schrieb der 43-Jährige weiter. Auch ein Familienrichter am Rosenheimer Amtsgericht sowie die "femifaschistischen Vollidioten von der SPD und FDP, die vor 30 Jahren das heute gültige schwachsinnige Scheidungsrecht eingeführt haben" seien mitverantwortlich für die schrecklichen Geschehnisse. Mit Blick auf das deutsche Scheidungsrecht sprach der Münchner außerdem von einer «Familienvernichtungsmafia».
Aus diesem Grund seien bereits unzählige Leben zerstört worden, heißt es in dem Brief weiter. "Und viele Väter haben denselben Weg gewählt wie ich." Der 43-Jährige appelliert deshalb schließlich an den Staat: "Vergällt den jungen Männern das Kinderzeugen oder gar Heiraten, gebt Babys in Krippen, lasst Frauen sich selbst verwirklichen und zerstört die bewährte Form der Familie - aber wundert euch nicht, wenn immer mehr entrechtete Männer, die nichts als eine intakte familie wünschen und stattdessen abgezockt, betrogen, diffamiert und um ihre Kinder gebracht werden, als letzten Ausweg (...) ihre Kinder und sich selbst töten."
Die Homepage wurde inzwischen von der Polizei gesperrt. Die Ermittler nehmen an, dass der Informatiker aus München seine Tat geplant hat. Eine Obduktion soll nun klären, woran der Achtjährige genau starb.
München (AZ/dpa) - Im Fall des 43-Jährigen Münchners, der an Weihnachten seinen kleinen Sohn und sich selbst tötete, ist im Internet ein Abschiedsbrief aufgetaucht. In dem von der tz abgedruckten Brief erhob der Mann massive Vorwürfe gegen seine Ex-Frau, ein Familiengericht sowie die Politik.
Für das was passiert ist, könne man sich bei seiner "egoistischen und verlogenen Ex-Frau" und "ihrem boshaften destruktiven und gehässigen Anwalt, der durch seine ständigen hetzerischen Ergüsse absichtlich Öl ins Feuer geschüttet hat" bedanken, schrieb der 43-Jährige weiter. Auch ein Familienrichter am Rosenheimer Amtsgericht sowie die "femifaschistischen Vollidioten von der SPD und FDP, die vor 30 Jahren das heute gültige schwachsinnige Scheidungsrecht eingeführt haben" seien mitverantwortlich für die schrecklichen Geschehnisse. Mit Blick auf das deutsche Scheidungsrecht sprach der Münchner außerdem von einer «Familienvernichtungsmafia».
Aus diesem Grund seien bereits unzählige Leben zerstört worden, heißt es in dem Brief weiter. "Und viele Väter haben denselben Weg gewählt wie ich." Der 43-Jährige appelliert deshalb schließlich an den Staat: "Vergällt den jungen Männern das Kinderzeugen oder gar Heiraten, gebt Babys in Krippen, lasst Frauen sich selbst verwirklichen und zerstört die bewährte Form der Familie - aber wundert euch nicht, wenn immer mehr entrechtete Männer, die nichts als eine intakte familie wünschen und stattdessen abgezockt, betrogen, diffamiert und um ihre Kinder gebracht werden, als letzten Ausweg (...) ihre Kinder und sich selbst töten."
Die Homepage wurde inzwischen von der Polizei gesperrt. Die Ermittler nehmen an, dass der Informatiker aus München seine Tat geplant hat. Eine Obduktion soll nun klären, woran der Achtjährige genau starb.
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