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Sonntag, 20. September 2009

Die Monsanto Diktatur

Von Andreas Popp

Gen-Patente auf dem Weg zur Weltmacht.
Die heutige amerikanische Außenpolitik vertritt die Interessen von Monsanto vermutlich mit höchster Priorität. Es geht schließlich um die Durchsetzung weltweit genetisch veränderter Pflanzen, deren Anbau Patentgebühren ermöglicht.

Das oligarchisch geführte Geldmonopol marschiert gnadenlos voran. Die unmittelbaren Zusammenhänge der Bankensysteme, der Energiekonzerne, der Rüstungsindustrie, der Pharmaunternehmen, aber auch der chemischen- und Nahrungsmittelbetriebe sind vielen Menschen unbekannt.
Diese Monopolmacht, die natürlich „im Rahmen der Demokratie“ angesiedelt sein will, lässt auch gern einmal einen Barak Hussein Obama „springen“, wenn es erforderlich ist, doch der Reihe nach: Nachdem die Deutsche Bundesregierung entschied, den Anbau vom genmanipulierten Mais Mon-810 zu untersagen, wurde prompt der deutsche Botschafter Klaus Scharioth ins amerikanische Ministerium bestellt, um eindeutig das Missfallen der Regierung Obamas zum Ausdruck zu bringen. Dieser Affront gegen den „souveränen Staat Bundesrepublik“ legt eine Kolonialmachtmanier in Reinkultur zu Tage. Monsanto reagiert mit diesem offensichtlichen Einsetzen der US-amerikanischen Regierung zur Durchsetzung des Weltmachtinteresses meines Erachtens ziemlich nervös. „Wer die Nahrungsmittel kontrolliert, kontrolliert die Menschen“, sagte schon der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger im Jahr 1973. Immer mehr Menschen erahnen und verstehen langsam diese Zusammenhänge und könnten den Plan dieser Konzernbestrebungen zunichte machen. Die heutige amerikanische Außenpolitik vertritt die Interessen von Monsanto vermutlich mit höchster Priorität. Es geht schließlich um die Durchsetzung weltweit genetisch veränderter Pflanzen, deren Anbau Patentgebühren ermöglicht. Kann ein Volk nicht zahlen, verhungert es halt, so einfach ist das! Für die bäuerlichen Familienbetriebe interessiert sich Monsanto eh nicht, im Gegenteil (In dem angefügten Film-Link: „Arme Sau“ – über Monsanto vom WDR, wird die Wahrheit klar kommuniziert). „Dummerweise“ wurde kurz nach dem Verbot des Monsanto-Anbaus in Deutschland ein weiterer Rückschlag für die Gen-Manipulatoren bekannt. In Südafrika, wo Monsanto einen großen Fuß in der Tür hat, werden katastrophale Missernten des Gen-Mais gemeldet. 82.000 Hektar Saatgebiet sollen zu einer sterilen Pflanzenwelt geführt haben. Die Maispflanzen trieben zwar lange grüne Stängel aus dem Boden aber leider ohne die gewünschten Maiskolben. Viele Organisationen fordern nun eine sofortige Einstellung weiterer Anbauaktionen. Die Bauern haben gigantische finanzielle Einbußen von rund 80% zu verzeichnen und Monsanto bot von sich aus eine Entschädigung an, eine sehr untypische Reaktion für den als äußerst rücksichtslos geltenden Konzern. George W. Bush trommelte noch vor wenigen Jahren in den Medien, wie er sich für die Ärmsten der Armen mit Hilfe von Monsanto in Afrika einsetzen würde, doch das Ergebnis ist niederschmetternd. Im Jahre 2008 betrug der Anbau von Genmais schon knapp 60% der 2,8 Millionen Hektar in Südafrika. Weltweite Hungersnöte durch genmanipulierte Pflanzen, so wird sich aus heutiger Sicht die Zukunft präsentieren, aber wie reagiert unsere „souveräne Regierung“? Es ist davon auszugehen, das Washington den Aufbau einer europäischen Freihandelszone im Sinne von Monsanto zum zentralen Thema aufwerten wird. Schon 2007 hat unsere Kanzlerin Merkel mit dem damaligen Präsidenten Bush die TEC (Transatlantic Economic Council, also Transatlantischer Wirtschaftsrat) unterzeichnet, die als Grundlage dieser Freihandelszone fungieren soll. Der EU-Parlamentarier Günther Verheugen und sein amerikanischer Kollege (bzw. Chef-Wirtschaftsberater Obamas) Larry Summers führen diese radikalsten Handelsvereinbarungen in der europäischen Geschichte unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Nachdruck fort. Die USA will mit aller Macht nicht nur die Monsanto-„Produkte“ einführen, sondern auch die „industriell hergestellten“ Hähnchen (bei diesem Begriff läuft es mir als Tierschützer eiskalt den Rücken herunter) oder ihre Medikamente auf unseren Märkten verkaufen. Offiziell spricht man lieber über ein allgemeines Wirtschaftsabkommen, nach dem z.B. die Einfuhr von Autoersatzteilen geregelt wird. Unterstützt werden diese (aus meiner Sicht) Verbrechen gegen die Menschheit von den großen Bankhäusern (da schließt sich schnell der Kreis), die den Spekulationsmarkt „Nahrung“ ganz neu kreiert. Der damalige Vizechef der Citygroup hat bestimmt nicht nur aus Nächstenliebe Herrn Obamas Karriere gefördert. Die großen Banken kaufen jetzt nicht mehr nur direkt den Mais oder den Kakao, sondern sie erwerben ebenfalls in Milliardenhöhe die Ackerflächen oder auch Geflügelfarmen und Schweinezuchtanlagen in China, Brasilien, Argentinien, Rumänien oder der Ukraine. Die Dimensionen sollten spätestens jetzt klar werden.
Goldman Sachs (aus dessen Reihen ja der ehemalige „Bush-Finanzminister“ Hank Paulson stammt) oder Morgan Stanley gehören zu den großen Adressen. Durch die Zusammenhänge dieses Finanzsystems sind also letztlich alle Banken wieder dabei. Der Punkt ist vorgezeichnet, wann man die Bauern von ihrem Land vertreiben wird.

Wer diese Vorgänge als „Neo-Kolonialismus“ bezeichnet, macht sich zwar keine Freunde aber wie könnte man diese Vorgänge sonst beschreiben?

Donnerstag, 25. Juni 2009

Die Destabilisierung des Irans

von Paul Craig Roberts

Zahlreiche Nachrichtenberichte thematisierten, dass die US-Regierung ein Programm zur Destabilisierung Irans in die Tat umsetzt. Es gab Berichte darüber, dass die US-Regierung Bombenanschläge und Ermordungen innerhalb Irans finanzierte. Die US-Medien behandeln diese Berichte in prahlerischer Manier als Illustrationen für die Fähigkeit der amerikanischen Supermacht, andersdenkende Länder gefügig zu machen, während einige ausländische Medien in diesen Berichten den Beweis für die inhärente Unmoral der US-Regierung sehen. Der frühere Armeechef von Pakistan, General Mirza Aslam Beig, äusserte am 15. Juni im Pashto Radio, dass unbestrittene Geheimdienstinformationen belegen, dass die USA in die iranischen Wahlen eingegriffen haben. «Die Dokumente belegen, dass die CIA 400 Millionen Dollar innerhalb Irans ausgab, um nach den Wahlen eine farbige, aber hohle Revolution aus dem Boden schiessen zu lassen.» Der Erfolg der US-Regierung beim Finanzieren farbiger Revolutionen in den ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien und Ukraine und in andern Teilen des ehemaligen sowjetischen Imperiums sind weithin berichtet und diskutiert worden, wobei die US-Medien dies als Hinweis auf die Allmacht und das natürliche Recht der USA behandelten, während ausländische Medien darin ein Zeichen der US-Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder sahen. Es liegt sicher im Bereich der Möglichkeiten, dass Mir-Hossein Moussavi ein gekaufter und bezahlter Agent der US-Regierung ist. Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass die US-Regierung mittels US-Medien und ausländischer Medien Operationen psychologischer Kriegsführung führt, die sowohl auf Amerikaner als auch auf Ausländer zielen. Zu diesem Thema sind viele Artikel publiziert worden. Denken Sie über die iranischen Wahlen vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes nach. Weder ich noch die grosse Mehrheit der Leser sind Iran-Experten. Aber vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes betrachtet: Stünde Ihr Land von zwei Ländern mit weit mächtigeren Militärapparaten unter der ständigen Drohung eines Angriffes, wie es Iran von seiten der USA und Israel ist, würden Sie dann den besten Verteidiger Ihres Landes im Stich lassen und den bevorzugten Kandidaten der USA und Israels wählen? Glauben Sie, die Iraner hätten gewählt, um ein amerikanischer Marionettenstaat zu werden? Iran ist eine geschichtsträchtige und gebildete Gesellschaft. Ein grosser Teil der intellektuellen Klasse ist säkularisiert. Ein signifikanter, wenn auch kleiner Prozentsatz der Jugend hat sich der westlichen Hingabe an persönliches Vergnügen und Selbstbefangenheit verschrieben. Diese Leute können leicht mit amerikanischem Geld organisiert werden, um ihre Regierung und die islamischen Einschränkungen im persönlichen Verhalten auszupfeifen. Die US-Regierung nutzt diese verwestlichten Iraner aus, um eine Basis zur Diskreditierung der iranischen Wahlen und der iranischen Regierung zu schaffen. Am 14. Juni billigte das McClatchy Washington Bureau, das manchmal versucht, die wirklichen Nachrichten zu berichten, die psychologische Kriegsführung Washingtons und erklärte: «Die Resultate der Wahlen in Iran erschweren die Kontaktbemühungen Obamas». Hier beginnt sich die hässliche Fratze der Ausrede vom «diplomatischen Misserfolg» zu zeigen, so dass nur eine militärische Lösung übrigbleibe. Als jemand, der die Vorgänge alle im Innern der US-Regierung erlebt hat, denke ich, dass die US-Regierung mit der Manipulation der amerikanischen Medien und derjenigen der Marionettenregierungen beabsichtigt, die iranische Regierung dadurch zu diskreditieren, dass sie diese Regierung als Unterdrücker des iranischen Volkes hinstellt, die den Willen des iranischen Volkes vereitelt. So baut die US-Regierung Iran für einen militärischen Angriff auf. Mit Hilfe von Moussavi erzeugt die US-Regierung ein weiteres «unterdrücktes Volk», das – wie die Iraker unter Saddam Hussein – amerikanischen Blutes und Geldes zu ihrer Befreiung bedarf. Wurde Moussavi, der Kandidat Amerikas in den iranischen Wahlen, der rundum geschlagen wurde, von Washington ausgewählt, um der amerikanische Marionettenherrscher Irans zu werden? Die grosse Macho-Supermacht ist begierig darauf, ihre Hegemonie über das iranische Volk wiederherzustellen und so die offene Rechnung mit den Ayatollahs zu begleichen, welche 1978 die amerikanische Herrschaft in Iran gestürzt hatten. Das ist das Drehbuch. Sie sehen es jede Minute im US-Fernsehen. Eine endlose Reihe von «Experten» unterstützt das Drehbuch. Als ein Beispiel unter Hunderten finden wir Gary Sick, der früher im Nationalen Sicherheitsrat tätig war und gegenwärtig an der Columbia University lehrt.«Wenn sie etwas bescheidener gewesen wären und gesagt hätten, Ahmadinejad habe mit 51 Prozent gewonnen», sagte Sick, hätten die Iraner Zweifel gehabt, aber hätten es eher akzeptiert. Aber die Beteuerung der Regierung, dass Ahmadinejad mit 62 Prozent der Wählerstimmen gewonnen hat, «ist nicht glaubwürdig». «Ich denke» fährt Sick fort, «es markierte eine eigentliche Übergangsstelle in der iranischen Revolution, von einer Position, in der beansprucht wird, die eigene Legitimität auf Grund der Unterstützung der Bevölkerung zu haben zu einer Position, die zunehmend auf Repression setzt. Die Stimme des Volkes wird ignoriert.»Die einzige handfeste Information ist die oben erwähnte Umfrage. Die Befragung stellte fest, dass Ahmadinejad mit einem Vorsprung von 2 zu 1 der favorisierte Kandidat war. Aber wie bei allem anderen, das mit der amerikanischen Hegemonie über andere Völker zu tun hat, spielen Fakten und Wahrheit keine Rolle. Lügen und Propaganda herrschen. Zerfressen von seiner Leidenschaft nach Hegemonie, ist Amerika getrieben, über andere zu triumphieren, Moral und Gerechtigkeit zu verdammen. Das die Welt bedrohende Drehbuch wird gespielt werden, bis Amerika sich selbst in den Bankrott führt und den Rest der Welt so vor den Kopf gestossen hat, dass es isoliert und überall verachtet wird.