US-Historiker: CIA testet immer noch Drogen an Menschen
Russia Today, 10.03.2010
Ein kleines französisches Dorf nahe Marseille wurde im August 1951 Teil eines vom CIA finanzierten Drogenexperiments. 500 Menschen waren davon betroffen, so der US-Autor Hank Albarelli (HA) gegenüber Russia Today (RT). Das Experiment hatte zur Folge, dass sich mindestens drei Menschen das Leben nahmen und 40 weitere in eine nahegelegene psychiatrische Klinik gebracht wurden.
RT: 1953 starb plötzlich Dr. Frank Olson, Biochemiker der US-Armee, in New York City. Beamte des Militärs und der Bundesbehörden sagten, es war Selbstmord, aber mehr als 50 Jahre später wird in einem neuen Buch behauptet, dass er durch die Hände der CIA ermordet wurde. Wir freuen uns Hank Albarelli als Gast begrüßen zu dürfen – Autor des Buches „Ein schrecklicher Fehler: Der Mord an Frank Olson und die geheimen CIA Experimente des Kalten Krieges“.
Warum haben Sie sich dafür entschieden den Tod, oder wie Sie es nennen, den Mord an Dr. Frank Olson zu untersuchen?
HA: Gut, ursprünglich dachte ich auch, dass es sich bei dem Tod um Selbstmord gehandelt hatte, aber dann stieß ich zunächst auf eine kleine Kuriosität des Falles. Ich las alles, woran ich herankam. Und ich konnte nichts von dem glauben, was ich las. Umso mehr ich las, umso neugieriger wurde ich und innerhalb von Monaten entwickelte sich mein Wunsch die wirkliche Gesichte zu erfahren: Was ist ihm widerfahren?
RT: Und was ist nach ihren Untersuchungen die wirkliche Geschichte?
HA: Laut meiner Nachforschung – und ich habe den Fall für etwas mehr als 10 Jahre untersucht – ist er ermordet worden.
RT: Warum?
HA: Das Motiv ist ziemlich vielschichtig. Man muss zunächst zum Kern gelangen, wer Frank Olsen war. Er war ein ziviler Angestellter der US-Armee in einer streng geheimen Anlage in Frederick im US-Bundesstaat Maryland mit dem Namen Camp Detrick – so wurde die Anlage zu jener Zeit genannt. Heute ist sie bekannt als Fort Detrick. Und Frank war ein ziemlich arroganter Mann. Er war ein Zivilist und es gefiel ihm nicht sich militärischer Ordnung, Disziplinierungen oder den Sicherheitsvorkehrungen zu unterwerfen, die bei einer derartigen ultrageheimen Basis notwendig waren.
Zu dieser Arroganz kam dann noch, dass er seine Arbeit nicht gut machte und schließlich seine Anstellung bei der US-Armee aufgeben wollte. Er verfügte jedoch über eine Vielzahl an Geheimnissen aus der zehnjährigen Tätigkeit dort. Kombiniert mit seiner Arroganz und Unzufriedenheit über die Arbeit in Fort Detrick fing er mit reden an. Er erzählte Menschen außerhalb der Einrichtung Geheimnisse, mit denen er darüber nicht hätte sprechen sollen. Jeder, der in Fort Detrick arbeitete, hatte einen ultrageheimen Eid abgelegt und schwor vor Gott und auf die Bibel, dass man nicht über irgendetwas, woran man arbeitete, sprechen würde, egal ob nun auf Arbeit oder nach Arbeitsschluss.
RT: Was für einer Art von Arbeit ging er nach?
HA: Olsen machte so ultrageheime Arbeit, wie man sie sich nur vorstellen kann. Alles drehte sich um die Entwicklung tödlicher und giftiger Waffen und chemische sowie biologische Wirkstoffe. Und um 1950 schuf die CIA eine direkte Allianz mit der Abteilung, für die Olson bei der US-Armee arbeitete.
RT: Herr Albarelli, Sie sagen, US-Beamte hätten den Mord von Frank Olson vertuscht und es der CIA erlaubt weiterzumachen. Missbräuche, welche laut Ihnen auch Drogenexperimente an Männern, Frauen, Kindern und Ausländern beinhalteten. Können Sie das ausführen?
HA: Ja, das ist richtig. Als zwischen der CIA und Fort Detrick eine Allianz geschaffen wurde, gab man dieser Allianz den Namen MK NAOMI. Sie war Teil eines größeren Projekts mit dem Namen MK ULTRA. Es handelte sich um ein Forschungsprojekt mit 147 Geldzuwendungen an Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen überall im Land, im Grunde um heimlich mit Drogen zu Forschen: Heroin, Meskalin, LSD, Morphin. Sie untersuchten die Wirkungen und wie diese verschiedenen Drogen als Waffe benutzt werden könnten. Die Technologie, die man unter MK ULTRA entwickelte, würde dann genommen um sie durch Außendienstagenten einzusetzen, die sich entweder in Europa, selten im Inland oder in Ostdeutschland und manchmal in Russland aufhielten.
RT: Sie sagen, dass die CIA Drogen an Ausländern testete. Wie waren sie in der Lage dies erfolgreich durchzuführen?
HA: Der Test, der Olson in Schwierigkeiten brachte und schließlich zu seiner Ermordung führte, weil er außerhalb der Einrichtung darüber sprach, war ein Test, der im August 1951 in einem kleinen französischen Dorf im Süden Frankreichs, unweit von Marseille, stattfand. Die CIA finanzierte Fort Detrick damit sie Experimente durchführten, wozu auch das Ausbringen von LSD-Spray in diesem Dorf gehörte. Davon waren 500 Menschen im Dorf betroffen. In der Folge gab es drei Selbstmorde und 40 Menschen wurden in das nahegelegene Irrenhaus gekarrt.
RT: Warum erklären Sie nicht einfach, wie es dazu kam? Glauben Sie, dass das Militär LSD produzieren wollte, wie wollten sie es einsetzen?
HA: Ursprünglich gab es eine Menge Aufregung um LSD. Es ging darum, wie man LSD im Feld als Waffe einsetzen könnte, was zum Nichteinsatz von Gewalt führen würde, so wie sie in den meisten Fällen in Kriegszeiten vorkommt. Mit anderen Worten, die Menschen würden nicht getötet und die Häuser nicht zerstört werden. Man kann also über feindlichen Truppen einen massiven Angriff mit LSD-Spray einleiten und sie drehen dann ein paar Stunden lang durch, während sie gefangen genommen werden. Im nachhinein betrachtet, klingt das sehr naiv, aber es gibt verschiedene Dokumente der Armee aus den Jahren 1941 und 1950, welche genau dies besagen und es war zu jenem Zeitpunkt, als die Armee entschied Maßnahmen zu ergreifen und mit der Droge zu experimentieren. Aber das Interesse wandelte sich schnell in ein Interesse, wie man LSD für Verhörzwecke einsetzen könne. Man dachte, es würde eine Person in einen derartigen Zustand versetzen, dass sie die Wahrheit sagt. Sie dachten, vielleicht könnten sie es als Wahrheitsdroge benutzen.
RT: Ich war wirklich überrascht zwei bekannte Namen in ihrem Buch zu lesen – Donald Rumsfeld und Dick Cheney. Erklären Sie mir, was sie damit zu tun haben.
HA: Olson wurde 1953 ermordet und sein Mord wurde von 1953 erfolgreich bis 1975 vertuscht. Nur seine Familie hegte einen Verdacht bezüglich seines Todes. 1975 fügte die Rockefeller Kommission in einen Bericht an den Präsidenten ein, dass man 1953 einem zivilen Angestellten der US-Armee LSD gab und er anschließend neun Tage später in New York City Selbstmord beging. Das erregte Jedermanns Aufmerksamkeit, weil der Bericht nicht erwähnte, um wen es sich bei dieser zivilen Person handelte. Dieser Teil der Geschichte wurde von 1953 bis 1975 vertuscht. Rumsfeld und Cheney, um es ganz einfach zu sagen, waren Teil der Vertuschung.
RT: Was hatten sie für Aufgaben zu jener Zeit?
HA: Rumsfeld war zu der Zeit, 1975, der Stabschef von Präsident Gerald Ford und Cheney war sein enger Assistent, ein Sonderassistent des Stabschefs.
RT: Welche Tatsache, auf die sie bei Ihren zehnjährigen Nachforschungen gestoßen sind, schockierte sie am meisten?
HA: Das ist eine gute Frage. Als ich mit dem Buch fertig war, dachte ich, dass mich nichts mehr schockieren könnte. Ich denke, die schockierendste Sache und die Sache, die ich ursprünglich nicht glauben wollte, war das Experiment in Frankreich. Ich wollte das nicht glauben. Ich wollte nicht glauben, dass meine Regierung so etwas tut. Aber es kommt noch hinzu, dass es zahlreiche weitere Experimente gab, die zwischen 1953 und ungefähr 1970 an tausenden namenloser Personen durchgeführt wurden. Alleine in Edgeward Arsenal testete die US-Armee an über 5.000 Soldaten LSD.
RT: Wie glauben Sie, konnte man die Soldaten dazu bringen dem zuzustimmen?
HA: Man stellte ihnen Vergünstigungen in Aussicht, wie extra Ausgang; vielleicht ein Wochenende mehr an dem sie nach Hause konnten, extra Urlaub, vielleicht kürzere Dienstzeit. Aber was wurde ihnen gesagt? Man sagte Ihnen, dass sie Freiwillige für Arzneiexperimente sein würden. Aber ihnen wurde gesagt, es wäre eine relativ harmlose Arznei ohne viel Wirkung und das diese im Begriff sei von der US-Lebensmittel- und Arzneizulassungsbehörde (FDA) freigegeben zu werden. Und das war einfach nicht wahr – die Droge befand sich nie im Zulassungsprozess der FDA. Niemand hatte jemals die Absicht die Droge zuzulassen.
RT: Denken Sie, dass die CIA immer noch Drogen testet?
HA: Auf alle Fälle. Ich glaube nicht, dass sie noch an LSD forschen, aber an neuen Drogen – auf alle Fälle.
RT: Haben Sie Angst um sich selbst oder Ihre Familie, weil Sie hier eine ganze Reihe von Behauptungen aufstellen.
HA: Ja gut, ich habe eine Menge an Behauptungen aufgestellt. Aber es sind nicht wirklich Behauptungen, ich meine die Beweise sind für Jeden zugänglich, der sich dessen annimmt und es sich durchliest. Wenn sie der Sache eigenständig nachgehen wollen, könnten sie sogar noch viel mehr finden, als das, was im Buch ist. Ich mache mir keine Sorgen. Meine Mutter und meine Frau machen sich ein paar Sorgen. Ich bin Historiker. Ich meine, ich schreibe ein Buch über Sachen die in den 50er, 60er und frühen 70ern stattfanden und das findet bedauerlicherweise heute immer noch statt.
Wissen Sie, einige der Sachen die heute stattfinden mit der Folter und den Verhören – wenn das auf diesem Weg so weitergeht, könnte das – in 10 oder 15 Jahren – Jeden von uns treffen. Das könnten Sie sein, das könnte ich sein, das könnten unsere Kinder, unsere Enkelkinder sein, wer weiß, wer es sein könnte?
RT: Glauben Sie, dass Präsident Obama irgendeine Kontrolle über die CIA hat?
HA: Meiner Ansicht über Obama gleicht der von Bill Clinton, als dieser Präsident war. Ich denke nicht, dass Obama ein starkes Interesse an der CIA hat, genauso wie Clinton, bei dem es erst in den späteren Jahren seiner Präsidentschaft so war, als es darum ging herauszufinden, was in Afghanistan vor sich ging. Aber Obama hat wirklich keine Zeit gehabt sich die CIA oder eine der zahlreichen damit zusammenhängenden Themen anzuschauen. Aber die CIA, so ist meine Auffassung, steuert sich selbst, völlig ungeachtet von dem, was der Präsident denkt.
RT: Kann die CIA den Präsidenten untergraben, wenn sie nicht mögen, was der Präsident macht, sagt oder wofür er plädiert?
HA: Auf alle Fälle. Sie können den Präsidenten untergraben. Und ich denke der Beweis dafür, ist was John F. Kennedy passierte. Ich glaube nicht, dass Lee Harvey Oswald als Einzeltäter JFK ermordete. Und es ist meine Meinung, zu der ich nach jahrelangem Studium über die Ermordung gelangt bin, dass die CIA direkt ihre Hände im Spiel hatte.
Lesen Sie mehr über US-Historiker: CIA testet immer noch Drogen an Menschen von www.propagandafront.de
Posts mit dem Label Kennedy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kennedy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Samstag, 13. März 2010
Donnerstag, 7. Januar 2010
Kennedy - der letzte amerikanische Präsident, der keine Marionette war
John F. Kennedys Rede vom 27.4.61
"Schon das blosse Wort 'Geheimhaltung' ist abstossend, in einer freien und offenen Gesellschaft. Wir sind als Nation von unserem Erbe her und historisch gesehen, Gegner geheimer Gesellschaften, geheimer Eide und geheimer Zeremonien.
Wir haben uns vor langer Zeit entschieden, dass die Gefahren einer übertriebenen und ungerechtfertigten Geheimhaltung der wichtigsten Fakten, die Gefahren weit überwiegen, welche angegeben werden, um sie zu rechtfertigen. Sogar heute ist es von wenig Wert, die Gefahr einer geschlossenen Gesellschaft entgegenzutreten, in dem man ihre willkürliche Einschränkung imitiert.
Sogar heute macht es keine Sinn, das Überleben unserer Nation zu sichern, wenn unsere Traditionen nicht ebenfalls mit ihr überleben. Und es gibt die sehr ernste Gefahr, dass die verkündete Notwendigkeit für eine erhöhte Sicherheit, von denen als Vorwand genommen wird, welche ungeduldig damit deren Bedeutung erweitern wollen, um bis zu den Grenzen der offiziellen Zensur und Verheimlichung zu gehen.
Es ist meine Absicht dies nicht zu erlauben, sofern es in meiner Macht liegt, und kein Offizieller meiner Regierung, egal ob sein Rang hoch oder niedrig ist, Zivilist oder Militär, dürfen meine Worte heute Abend als Ausrede für eine Zensur der Nachrichten benutzen, oder Andersdenkende zu unterdrücken, unsere Fehler zuzudecken oder der Presse oder Öffentlichkeit Fakten vorzuenthalten, die sie wissen sollten.
Es stellt sich auf der ganzen Welt eine monolithische und rücksichtslose Verschwörung uns gegenüber, welche hauptsächlich auf verdeckte Mittel setzt, um ihre Einflusssphäre zu erweitern: mit Infiltration statt Invasion, mit Umsturz statt Wahlen, mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung, mit Guerillakämpfern bei Nacht statt Armeen bei Tag. Es ist ein System, welches gewaltige menschliche und materielle Ressourcen einsetzt, um eine engmaschige und effiziente Maschinerie aufzubauen, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Ihre Vorbereitungen sind verdeckt und werden nicht veröffentlicht, ihre Fehlschläge werden begraben und nicht verkündet, ihre Widerständler werden mundtot gemacht und nicht gelobt, keine Ausgabe wird in Frage gestellt, kein Gerücht veröffentlicht, kein Geheimnis enthüllt.
Kein Präsident sollte sich vor der Überprüfung seines Regierungsprogramms fürchten. Aus dieser Prüfung entsteht Verständnis und aus diesem Verständnis kommt Unterstützung oder Opposition, und beides ist notwendig. Ich bitte ihre Zeitungen nicht eine Regierung zu unterstützen, sondern ich bitte um ihre Hilfe bei dieser enormen Aufgabe, das amerikanische Volk zu informieren und aufzuwecken, denn ich habe grosses Vertrauen in der Reaktion und dem Engagement unserer Bürger, wenn sie uneingeschränkt informiert werden. Ich kann keine Kontroverse unter ihren Lesern unterdrücken, ich begrüsse es. Diese Regierung hat die Absicht aufrichtig zu ihren Irrtümern zu stehen, denn ein weiser Mann hat einmal gesagt „ein Irrtum wird nicht zu einem Fehler, ausser man weigert sich diesen zu korrigieren.“
Wir haben die Absicht, volle Verantwortung für unsere Fehler zu übernehmen, und wir erwarten von Ihnen, dass Sie uns darauf hinweisen, wenn wir das versäumen. Ohne Debatte und Kritik kann keine Regierung und kein Land erfolgreich sein, und keine Republik kann überleben. Deshalb verfügte der athenische Gesetzgeber Solon, dass es ein Verbrechen für jeden Bürger sei, vor Meinungsverschiedenheiten zurückzuweichen, und genau deshalb wurde unsere Presse durch den ERSTEN Verfassungszusatz besonders geschützt, die einzige Branche im Amerika welche durch die Verfassung speziell geschützt wird.
Nicht primär um zu amüsieren und zu unterhalten, nicht um das Triviale und Sentimentale zu fördern, nicht um dem Publikum immer das zu geben, was es gerade will, sondern um zu informieren, aufzurütteln, zu besinnen, über Gefahren und Möglichkeiten zu informieren, um unsere Krisen und unsere Wahlmöglichkeiten aufzuzeigen, die öffentliche Meinung zu führen, zu formen, zu bilden und manchmal sie sogar zu provozieren.
Das bedeutet mehr Berichte und Analysen von internationalen Ereignissen, denn das alles ist heute nicht mehr weit weg und fremd, sondern ganz in der Nähe und zu Hause. Das bedeutet mehr Aufmerksamkeit und besseres Verständnis der Nachrichten sowie verbesserte Vermittlung, und es bedeutet schliesslich, dass die Regierung auf allen Ebenen ihre Verpflichtung erfüllen muss, Sie mit den ausführlichsten Information zu versorgen, ausserhalb der engen Grenzen der Staatssicherheit.
Es liegt in der Verantwortung der Printmedien, die Taten der Menschheit aufzuzeichnen, der Bewahrer dessen Gewissens zu sein, der Bote ihrer Nachrichten, damit wir die Kraft und den Beistand finden, auf dass mit Ihrer Hilfe die Menschen zu dem werden, wozu sie geboren wurden: frei und unabhängig."
"Schon das blosse Wort 'Geheimhaltung' ist abstossend, in einer freien und offenen Gesellschaft. Wir sind als Nation von unserem Erbe her und historisch gesehen, Gegner geheimer Gesellschaften, geheimer Eide und geheimer Zeremonien.
Wir haben uns vor langer Zeit entschieden, dass die Gefahren einer übertriebenen und ungerechtfertigten Geheimhaltung der wichtigsten Fakten, die Gefahren weit überwiegen, welche angegeben werden, um sie zu rechtfertigen. Sogar heute ist es von wenig Wert, die Gefahr einer geschlossenen Gesellschaft entgegenzutreten, in dem man ihre willkürliche Einschränkung imitiert.
Sogar heute macht es keine Sinn, das Überleben unserer Nation zu sichern, wenn unsere Traditionen nicht ebenfalls mit ihr überleben. Und es gibt die sehr ernste Gefahr, dass die verkündete Notwendigkeit für eine erhöhte Sicherheit, von denen als Vorwand genommen wird, welche ungeduldig damit deren Bedeutung erweitern wollen, um bis zu den Grenzen der offiziellen Zensur und Verheimlichung zu gehen.
Es ist meine Absicht dies nicht zu erlauben, sofern es in meiner Macht liegt, und kein Offizieller meiner Regierung, egal ob sein Rang hoch oder niedrig ist, Zivilist oder Militär, dürfen meine Worte heute Abend als Ausrede für eine Zensur der Nachrichten benutzen, oder Andersdenkende zu unterdrücken, unsere Fehler zuzudecken oder der Presse oder Öffentlichkeit Fakten vorzuenthalten, die sie wissen sollten.
Es stellt sich auf der ganzen Welt eine monolithische und rücksichtslose Verschwörung uns gegenüber, welche hauptsächlich auf verdeckte Mittel setzt, um ihre Einflusssphäre zu erweitern: mit Infiltration statt Invasion, mit Umsturz statt Wahlen, mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung, mit Guerillakämpfern bei Nacht statt Armeen bei Tag. Es ist ein System, welches gewaltige menschliche und materielle Ressourcen einsetzt, um eine engmaschige und effiziente Maschinerie aufzubauen, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Ihre Vorbereitungen sind verdeckt und werden nicht veröffentlicht, ihre Fehlschläge werden begraben und nicht verkündet, ihre Widerständler werden mundtot gemacht und nicht gelobt, keine Ausgabe wird in Frage gestellt, kein Gerücht veröffentlicht, kein Geheimnis enthüllt.
Kein Präsident sollte sich vor der Überprüfung seines Regierungsprogramms fürchten. Aus dieser Prüfung entsteht Verständnis und aus diesem Verständnis kommt Unterstützung oder Opposition, und beides ist notwendig. Ich bitte ihre Zeitungen nicht eine Regierung zu unterstützen, sondern ich bitte um ihre Hilfe bei dieser enormen Aufgabe, das amerikanische Volk zu informieren und aufzuwecken, denn ich habe grosses Vertrauen in der Reaktion und dem Engagement unserer Bürger, wenn sie uneingeschränkt informiert werden. Ich kann keine Kontroverse unter ihren Lesern unterdrücken, ich begrüsse es. Diese Regierung hat die Absicht aufrichtig zu ihren Irrtümern zu stehen, denn ein weiser Mann hat einmal gesagt „ein Irrtum wird nicht zu einem Fehler, ausser man weigert sich diesen zu korrigieren.“
Wir haben die Absicht, volle Verantwortung für unsere Fehler zu übernehmen, und wir erwarten von Ihnen, dass Sie uns darauf hinweisen, wenn wir das versäumen. Ohne Debatte und Kritik kann keine Regierung und kein Land erfolgreich sein, und keine Republik kann überleben. Deshalb verfügte der athenische Gesetzgeber Solon, dass es ein Verbrechen für jeden Bürger sei, vor Meinungsverschiedenheiten zurückzuweichen, und genau deshalb wurde unsere Presse durch den ERSTEN Verfassungszusatz besonders geschützt, die einzige Branche im Amerika welche durch die Verfassung speziell geschützt wird.
Nicht primär um zu amüsieren und zu unterhalten, nicht um das Triviale und Sentimentale zu fördern, nicht um dem Publikum immer das zu geben, was es gerade will, sondern um zu informieren, aufzurütteln, zu besinnen, über Gefahren und Möglichkeiten zu informieren, um unsere Krisen und unsere Wahlmöglichkeiten aufzuzeigen, die öffentliche Meinung zu führen, zu formen, zu bilden und manchmal sie sogar zu provozieren.
Das bedeutet mehr Berichte und Analysen von internationalen Ereignissen, denn das alles ist heute nicht mehr weit weg und fremd, sondern ganz in der Nähe und zu Hause. Das bedeutet mehr Aufmerksamkeit und besseres Verständnis der Nachrichten sowie verbesserte Vermittlung, und es bedeutet schliesslich, dass die Regierung auf allen Ebenen ihre Verpflichtung erfüllen muss, Sie mit den ausführlichsten Information zu versorgen, ausserhalb der engen Grenzen der Staatssicherheit.
Es liegt in der Verantwortung der Printmedien, die Taten der Menschheit aufzuzeichnen, der Bewahrer dessen Gewissens zu sein, der Bote ihrer Nachrichten, damit wir die Kraft und den Beistand finden, auf dass mit Ihrer Hilfe die Menschen zu dem werden, wozu sie geboren wurden: frei und unabhängig."
Labels:
Geheimgesellschaften,
Kennedy,
Medien,
Verschwörung
Freitag, 16. Januar 2009
Die Globalisierung des Zinses
Weltfinanzkrise
Ende des Geldbetruges
Zusammengestellt und kommentiert
von E. Indlekofer
Der amerikanische Wirtschaftsexperte Harry E. Figgie war der erste, der in seinem gemeinsam mit Gerald Swanson geschriebenen Buch «Bankruptcy 1995 – The Coming Collapse of America and How to Stop It»1 schon vor 13 Jahren den Zusammenbruch des US-Finanzsystems angekündigt hatte, sofern nicht eine radikale Kurskorrektur erfolge, schränkte Figgie ein (vgl. dazu «Wall Street-Kapitalismus» in Recht+Freiheit vom 13.6.1997. Doch statt der dringend nötigen Kurskorrektur trieb die Hochfinanz ihren Raubtierkapitalismus noch weiter voran. Als vorläufiges Resultat erleben wir Bankenzusammenbrüche, gefolgt von staatlichen Rettungsaktionen und Ratlosigkeit.
Das einzige, das wir heute schon wissen, ist, dass wir uns trotz Rettungsaktionen auf härtere Zeiten gefasst machen müssen. Die Derivaten- und Kreditkartenkrise stehen uns noch ins Haus und damit auch die zweite Bankenkrise. Wenn man weiss, dass sich die ausstehenden Hypotheken in den USA auf über 10’000 Milliarden Dollar belaufen, wird schnell klar, dass die bisherigen Rettungsmassnahmen allein die Finanzkrise nicht beheben können. Die exzessive US-Staatsverschuldung und das Geldmengenproblem (fiat money) tragen ihr übriges dazu bei und könnten sich für das globale Bankensystem noch als schwerwiegender herausstellen, als alles Bisherige.
(«Fiat money» ist eine blasphemische Anspielung auf den Schöpfungsakt bei der Erschaffung der Welt: «fiat lux» – es werde Licht! So wird die endlose Gelderzeugung durch die Banken «es werde Geld!» genannt.)
US-Senator Warren B. Rudman schrieb im Vorwort zu obigem Buch:
«Die Schuld am wirtschaftlichen Zusammenbruch unseres Landes … wurzelt in nicht geringem Masse in einer Verschwörung des Schweigens unter den Präsidentschaftskandidaten, den meisten Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und des Senats. Diesem Schweigen wiederum liegt die Furcht zugrunde, Wählerstimmen und Wahlen zu verlieren, wenn diese Probleme angesprochen werden und dem amerikanischen Volk der Ernst der Lage vor Augen geführt wird.»
Ach wie gut, dass wir nicht in Amerika leben, keine Verschwörung des Schweigens kennen und die Medien uns täglich über alles informieren. Oder über fast alles, wie weiter unten zu lesen sein wird. Auch die folgenden Sätze in der Einführung zum erwähnten Buch bekamen wir nie zu hören, obwohl sie für alle Länder Europas höchsten Stellenwert haben müssten:
«Um dieses Land zu retten, müssen Politiker bereit sein, ihre politische Karriere aufs Spiel zu setzen, und Bürger müssen bereit sein, von den Regierenden Wahrheit einzufordern und selbst Opfer zu bringen. Denn eines ist gewiss: Diese Opfer werden ein Kinderspiel sein, verglichen mit dem, was sonst auf uns zukommt.»
«Dieses Problem … wird sich zu einem Albtraum auswachsen, gegen den sich die Wirtschaftskrise der dreissiger Jahre als gemütlicher Sonntagsspaziergang ausnimmt.»
Das grosse Schweigen
«Das Risiko eines totalen Systemzusammenbruchs ist so gross wie nie zuvor» prophezeite der US-Ökonom Nouriel Roubini von der New Yorker Stern School of Business einige Tage bevor die US-Regierung an dem todkranken Unsystem einen lebensrettenden «Bypass» von 600 Milliarden Dollar vornahm.
Chefredaktor Roger Köppel frohlockte in der Weltwoche vom 16. Oktober verfrüht mit der Prognose «Die Schweiz gehört zu den Gewinnern». «La crise n’existe pas» («Die Krise existiert nicht»), stand auf der Titelseite. Solche Fehleinschätzungen stellen sich ein, wenn man seine Leserschaft für unmündig hält, um die ganze Wahrheit zu wissen, und der Auflage zuliebe bequem in der Mitte des Flusses schwimmt, wo die «political Correctness» als Pseudorettungsring mitschwimmt. Als ob die Wahrheit nicht früher oder später doch ans Licht des Tages käme. Am Freitag, 17. Oktober, war es soweit: Die Wahrheit, vielmehr ein erster blasser Schimmer davon, kündigte sich an: «Bund eilt UBS mit Milliarden zu Hilfe». Bundesrätin Widmer beeilte sich zu beruhigen, die 70 Milliarden Staatshilfe werde nicht aus Steuergeldern bezahlt. Man traut seinen Ohren nicht! Nimmt jemand an, die Interimsfinanzchefin2 ziehe die UBS mit ihrem eigenen Geld aus dem Sumpf? Es wäre doch mehr als verwunderlich, wenn die faulen Hochrisikopapiere zum Nominalpreis verkauft werden könnten. Und wo in 30 Monaten der Kurs der UBS-Aktie steht, bleibt abzuwarten.
Übrigens hat die staatliche Rettungsaktion der UBS einen berühmten Vorgänger: Im Jahr 1931 sah sich die Österreichische Zentralbank und damit der österreichische Staat gezwungen, der Wiener Creditanstalt in der grössten Bankenpleite in der Geschichte beizuspringen. Zuerst hatte die Creditanstalt durch kleinere Bankenübernahmen stark expandiert und viele insolvente Betriebe gingen in ihren Besitz über. Als sie in Verhandlungen zwischen Wien und Berlin auf eine österreichisch-deutsche Handels- und Zollunion abzielte, um die Weltwirtschaftsdepression zu bekämpfen, wurde ihr auf Anweisung des französischen Aussenministers Briand von den französischen Banken der Kredithahn zugedreht. Gerüchte über einen Ansturm der Sparer auf die Creditanstalt besorgten den Rest. Die Kreditkrise erfasste ganz Europa.
Das Finanzsystem in seinen spekulativen Verrenkungen scheint so kompliziert zu sein, dass die Weltwoche für die Ausgabe vom 2. Oktober 2008 sechs «Wissende» aufbieten musste, um einen mehrseitigen Bericht zusammenzuschustern. Das Titelblatt zeigte die amerikanische Freiheitsstatue hinter der Maske von Karl Marx, in seiner linken Hand «Das Kapital» und in der hochgestreckten Rechten Sichel und Hammer, Symbol der roten Gewaltherrschaft von Lenin bis Stalin. Gewaltherrschaft! Symbolisch, doch ungewollt angedeutete Gewaltherrschaft! Das wäre ein Anfang zum Durchbruch der Wahrheit gewesen, doch es blieb dabei. Eine Lösung aus der Finanzkrise wussten die sechs Herren alle zusammen nicht. Doch es gibt sie: Nämlich die Rückkehr zum Goldstandard und die Abkehr vom Leihkapital, mit dessen Zinssystem die Hochfinanz gleich einem Vampir alle Völker dieses Planeten aussaugt, für sich selbst atemberaubende Vermögen scheffelnd.
Man stelle sich nur einmal vor, dass «99 Prozent der US-Geldmenge mit Zinsen privaten Kreditgebern geschuldet ist, und das Geld für die Zinszahlungen erst dann zur Verfügung steht, wenn neue Kredite zur Zahlung dieser Zinsen aufgenommen werden.» (Ellen Hodgson Brown, «Der Dollar-Crash»3, S. 435) Mehr dazu weiter hinten bei der Betrachtung zur Abschaffung des Zinses.
Redaktioneller «Verkehrsunfall»?
Für einmal die grosse Ausnahme mit der Geheimniskrämerei um das Geld und seinem verderblichen Zinseszins des Leihkapitals machte am 23. September 2008 die Basler Zeitung. Im Wirtschaftsteil liess sie in einem Interview mit dem Titel «Die Rechnung kann nicht aufgehen» Margrit Kennedy (ehem. Professorin für Stadtökologie) zu Wort kommen. Diese deutsche Ökologin (68) hat sich intensiv mit Geldfragen befasst. Sie sagt, die Banken sollten endlich lernen, dass Geld nicht arbeitet, und sie schlägt vor, die Zinsen weitgehend abzuschaffen. Der Zinseszins führe dazu, dass die Geldmenge zunächst langsam, dann aber rapid (exponential) zunimmt. Da aber die reale Wirtschaft langfristig nicht mithalten könne, fehlt dem Geld seine wertmässige Deckung. Geld sei nicht mehr bloss Tauschmittel. Es sei zum Spekulationsobjekt geworden. Die Menschen können den Preis für die geforderten Renditen nicht mehr zahlen. Die Hausbesitzer in den USA hätten nie Kredit bekommen, wären die Banken nicht auf eine schnelle Rendite aus gewesen.
Margrit Kennedy führt uns mit dem Beispiel des «Joseph-Rappen» die arbeitslose Geldvermehrung durch den Zinseszins anschaulich vor Augen: Hätte Joseph zur Zeit von Christi Geburt einen Rappen angelegt, und wäre dieser seither mit durchschnittlich fünf Prozent verzinst worden, wäre aus diesem Rappen mit Zins und Zinseszins im Jahr 1990, gemessen am damaligen Goldpreis, der Wert von 134 Milliarden (!) Kugeln Gold vom jeweiligen Gewicht dieser Erde entstanden. Ohne Zins auf den Zins, also den Zinseszins, aber nur gerade ein Franken.
David Rockefeller dankt US-Zeitungen
Weltbankier David Rockefeller wurde am 12. Juni 2008 93 Jahre alt. In einem Interview (Weltwoche Nr. 16, 2008) sagte er: «Man hat mir oft vorgeworfen, Teil einer Gruppe internationaler Banker und Kapitalisten zu sein, welche die Weltwirtschaft kontrolliert. Ich galt sogar als Kopf einer solchen Verschwörung. Doch das trifft nicht zu.»
Wir möchten es ihm ja gerne glauben, aber vielleicht ist er im Alter ein wenig vergesslich geworden. Von David Rockefeller ist bekannt, dass er regelmässig an den streng geheimen Bilderberger-Treffen teilnahm. Auf dem Treffen 1991 in Baden-Baden dankte er der Washington Post, der New York Times und der Zeitschrift Time für die «vierzig Jahre lange vertrauliche Behandlung der angestrebten ‹Neuen Weltordnung›». «Ohne diese Unterstützung wäre die Entwicklung und Durchführung nicht möglich gewesen», sagte er. Und: «Die überstaatliche Souveränität einer intellektuellen Elite von Weltbankiers ist sicherlich der bisher praktizierten nationalen Selbstbestimmung vorzuziehen.» [Und dem billiardenfachen Steuerbetrug?] Englischer Originaltext siehe Fussnote4. Erstaunlicherweise wird Rockefellers Ankündigung sogar auf der SVP-Internet-Seite «SVP-Klartext, die Zeitung des Mittelstandes» bestätigt.5 Warum weiss die Weltwoche nichts davon!
Bis auf Eisenhower zurück beriet Rockefeller, der frühere Chef der Chase Manhattan Bank, jeden US-Präsidenten in internationalen Belangen. Besonderes Glück scheint er dabei nicht gehabt zu haben: Angriffskriege auf Jugoslawien, auf Irak und Afghanistan sowie der Zusammenbruch namhafter Banken in den USA und Europa sind das vorläufige Resultat der von ihm erwünschten «überstaatlichen Souveränität». Auch unsere Regierung beugte sich ihm und hat den Internationalismus mit Lug und Trug in unsere, angeblich nur sprachlich nachgeführte und neu geordnete Verfassung eingebracht.
Wenn man von Rockefellers Bemühungen zur Beseitigung der Selbstbestimmung der Völker weiss und rund sieben Monate nach dem Interview im selben Wochenblatt von Karl Lüönd, dem «Grossen im Schweizer Mediengeschäft», wie er genannt wurde, über die «aufklärerische Potenz der unabhängigen Medien»6 aufgeklärt wird, könnte man ins Grübeln kommen. Mit etwas hat er allerdings recht: «Nicht einmal die Hälfte der Wirtschaftsjournalisten in diesem Lande» sei «fachlich in der Lage, eine Bilanz zu lesen, geschweige denn hochkomplexe Vorgänge im Bankenbereich sachgerecht zu interpretieren.» Doch macht es dieser «Grosse» besser?
Kampf gegen die Hochfinanz
In den aktuellen Berichten über die Finanzkrise, die von den USA nach Europa übergeschwappt ist und die sich Schlag auf Schlag wiederholenden Bankenzusammenbrüche wird, als ob es eine geheime Absprache gäbe, tunlichst vermieden, von der Verzinsung des Leihkapitals zu sprechen. Als ob Hypotheken aus reiner Barmherzigkeit gewährt würden. Um davon abzulenken, wird vom Wertzuwachs der Liegenschaften gesprochen (und neulich von Bonuszahlungen), was für die Banken den Handel mit Hypotheken lukrativ mache. Doch die Wertzunahme von Liegenschaften ist relativ, sie kann stagnieren oder sich sogar in eine Wertverminderung umkehren, je nach Zustand der Gesamtwirtschaft. Doch davon allein haben die «Geldgierigen», wie sie von der Presse allenthalben genannt werden, keinen Nutzen. Was ihnen auf Nummer sicher bleibt, ist der nie versiegende Strom des Leihzinses. Bei Insolvenz des Hypothekarschuldners auch die Liegenschaft selbst. Desgleichen der Börsengewinn beim Verkauf der zu Paketen gebündelten guten und schlechten Hypotheken (Subprimes). Zu Schaden kamen (und kommen weiterhin) in erster Linie die Käufer der Subprimes. Doch über die Zinsknechtschaft des Leihkapitals herrscht bei den Medien eisiges Schweigen. Einzige Ausnahme, die wir als Panne im Redaktionsbetrieb deuten, machte die Basler Zeitung mit ihrem Interview mit Professorin Margrit Kennedy.
Wenn man ihren Namen liest, taucht vor unserem inneren Auge der schreckliche Präsidentenmord von Dallas auf. Und wie wir wissen, blieb es nicht bei diesem einen Mord! Nach John F. Kennedy wurde der angebliche Attentäter Lee Harvey Oswald vor den Augen eines Dutzends von Polizisten und Geheimdienstlern von Jack Ruby niedergeschossen. Ruby «verstarb» kurz darauf im Spital. Kennedys Bruder Robert liess nicht locker und betrieb eigene Nachforschungen. Rund zwei Jahre nach John F. wurde Robert Kennedy anlässlich einer Wahlveranstaltung am 4. Juni 1968 in Los Angeles inmitten einer Menschenmenge des Hotels Ambassador niedergeschossen. Die Ermordung John F. Kennedys wurde gleich einem Kokon versiegelt und die Wahrheit darin eingesperrt.
Wie in den Jahren darauf durchgesickert ist, versuchte US-Präsident Kennedy, die Privatbankiers der Federal Reserve zu entmachten, indem er staatseigene Banknoten (Greenbacks) in Umlauf brachte. Damit sprach er sein Todesurteil. Oswald wurde bloss vorgeschoben. Er diente zur Ablenkung und Verschleierung von Spuren. Nachfolgepräsident Lyndon B. Johnson hatte nach Einsetzung in sein Amt nichts Eiligeres zu tun, als diese Banknoten der Vereinigten Staaten durch solche der Federal Reserve zu ersetzen.
Frühe Ankündigung des Zusammenbruchs
Gegen die Wall Street-Banken herrscht seit Jahren tiefes Misstrauen. Oswald J. Grübel, vormaliger Konzernchef der Credit Suisse Group, sieht darin den Grund, warum der Rettungsplan von Finanzminister Henry Paulson im ersten Anlauf abgelehnt wurde. Die Globalisierung habe viel Wachstum gebracht, sagt Grübel. Aber die Abwendung vom globalen Bankengeschäft wird die Globalisierung stoppen.
Ob sie auf einer soliden Basis steht, darf ohnehin bezweifelt werden. Die Wall Street ist dafür bekannt, dass sie Staatsunternehmen oder öffentliche Versorgungsbetriebe bewertet, z.B. über die Rating-Agentur Standard & Poor’s. Kanadische Provinzen mit zu wenig Eigenkapital waren durch ihre zu tiefen Bewertungen gezwungen, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialleistungen zu kürzen. Im Rahmen des von der Wall Street aufgezwungenen kanadischen Privatisierungsprogramms kamen grosse Teile des Staatseigentums unter den Hammer, schreibt Michel Chossudovsky in seinem Buch «Global brutal, der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg»7. Auch die Teilprivatisierung der Schweizerischen Post, vormals der weltweit zuverlässigste und am besten funktionierende staatseigene Postbetrieb, lässt ähnliche Zwangsmassnahmen vermuten. Heute ist die Qualität der Post trotz Preiserhöhungen so heruntergekommen, dass es möglich geworden ist, dass sie einen A-Postbrief, adressiert «An die Gemeindeverwaltung», trotz korrekter Postleitzahl und Ortschaft als «unzustellbar» (sic!) dem Absender zurücksendet!
Über die Auswirkungen der Globalisierung schreibt Chossudovsky:
«In praktisch allen Sektoren der westlichen Wirtschaft werden Produktionsstätten geschlossen und Arbeitnehmer entlassen. Bauern in Nordamerika und Westeuropa droht der Bankrott. Unternehmen der Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie werden umstrukturiert, die Kohlenbergwerke in Deutschland und Grossbritannien geschlossen, die Autoproduktion wird nach Osteuropa und in die Dritte Welt ausgelagert. Die Rezession in der Industrie wiederum schlägt auf das Dienstleistungsgewerbe durch: Deregulierung und der Zusammenbruch grosser Fluglinien, der Konkurs grosser Einzelhandelsketten, der Kollaps der Immobilienbereiche in Tokio, Paris und London waren die Folge. Und der Sturz der Immobilienwerte hat zu Kreditausfällen geführt, was wiederum das gesamte Finanzsystem erschütterte. In der Reagan-Thatcher-Ära ging die Rezession mit mehreren Bankrottwellen kleiner Unternehmen, dem Zusammenbruch lokaler Banken (z.B. in der Sparkassenkrise in den USA) und einer Flut von Unternehmensfusionen einher, die den Absturz der Börse am «Schwarzen Montag», dem 19. Oktober 1987, noch verstärkte. In den 90er Jahren trat die globale Wirtschaftskrise mit einer Fusionswelle von Grosskonzernen in eine neue Phase, die in einem weltweiten Finanzcrash gipfelte.» (ebd. S. 303)
Gesetzliche Vorrechte für Einzelne
In der Schrift «Volksgeld statt Leih- und Zinsgeld» schreibt Albert Lämmel aus Rastatt (BRD):
«Was man heute unter dem in Jahrtausenden gewachsenen Demokratiebegriff verstehen mag: Für die Menschen von heute bedeutet Demokratie ganz einfach «Allgemeine Gerechtigkeit». Gerechtigkeit für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft.
Damit hat sich ein für die grosse Mehrheit der Menschen gültiger politischer Begriff entwickelt, an dem man das Tun und die Ergebnisse der politischen Verwaltung, der Verantwortlichen für das Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft messen und beurteilen kann.
Allgemeine Gerechtigkeit geht, wie unter Umständen allgemeines Unrecht, unbestritten von Gesetzen aus. Gesetzliche Vorrechte für Einzelne sollte es auf keinen Fall geben. Wenn es jedoch Gesetze gibt, die Vorrechte für Einzelne oder Gruppen schaffen, so ist allgemeines Unrecht programmiert.
Schon Aristoteles forderte, ‹den Staat nach allgemeinen Interessen – nicht nach denjenigen Einzelner – zu schaffen, wozu eine Verfassung dient, die allen Bürgern gleiches Recht gewährt, andernfalls sich die Bevorzugten immer unerträglichere Vorrechte anmassen.›
Besonders schwerwiegend ist es, wenn solche Gesetze von der Allgemeinheit fast unbemerkt bleiben. Ein solches Gesetz ist zum Beispiel das [deutsche] Notenbankgesetz, BGBL. 33/1957.
Obwohl demokratische Geldgesetze die Grundlage für das gedeihliche Zusammenleben für Menschen und Völker sind, hat es eine gerissene Clique verstanden, die Volksvertreter nach massiver Gehirnwäsche zur Annahme dieser Gesetze zu bewegen. (Mullins «Bankierverschwörung») [Wir kommen weiter unten darauf zurück.]
Geld – das einzige Organisationsmittel des Zusammenlebens, das nationale und internationale Teilungs- und Verteilungsmittel zum Leistungsaustausch, bedarf zu seiner gerechten und zufriedenstellenden Funktion in ganz besonderem Mass allgemeingültige Bestimmungen.
Nun gewähren aber die Notenbankgesetze nahezu weltweit gewissen Banken Geldbezugsvorrechte aus der Notenbank zum zinsbehafteten Verleihen dieses Geldes an die Allgemeinheit. Dieses Privileg, dieses Vorrecht, wird, obwohl es den Grundsatz von Demokratie gröblich verletzt, von der nationalökonomischen Schulwissenschaft unter verantwortungslosem Verschweigen und geistigen Verrenkungen gedeckt. Die Proteste namhafter Wissenschaftler verhallten bisher ungehört. Doch zunehmend formt sich in der Politik Widerstand, besonders von Parteien, die sich der sozialen Gerechtigkeit auch aus nationaler Verantwortung verpflichtet fühlen. Nur aus solcher Politik kann neues Gemeinschaftsgefühl und soziales Gemeinschaftsleben erwachsen. Nur auf der Grundlage solcher Politik kann auch die Hoffnung der Menschen und Völker ruhen.»
Ein drohender Staatsbankrott
Island war von der globalen Finanzkrise Anfang Oktober am meisten betroffen. Um einen drohenden Staatsbankrott zu vermeiden, verabschiedete das Parlament Notstandsgesetze. Der Staat übernahm 75 Prozent der drittgrössten Bank Glitnir und die Finanzaufsicht setzte sich ans Ruder des Geldinstituts Landsbanki, der zweitgrössten isländischen Bank. Weitere Gesetze zur Kontrolle und Steuerung der Banken bedeuten eine de facto-Verstaatlichung des isländischen Bankwesens.
Ein Staatsbankrott hätte die vollständige oder teilweise Nichterfüllung der vertragsmässig übernommenen Schuldverbindlichkeiten seitens Islands gegenüber seinen Gläubigern bedeutet. Der Staatsbankrott ist dasselbe wie der Konkurs eines Unternehmers, jedoch mit viel weitergehenden Auswirkungen. Ein Bankrott bedeutet immer auch, dass Gläubiger zu Schaden kommen. Doch beim Nichtzahlen ergaunerter Guthaben, selbst wenn sie zu Schuldverbindlichkeiten geführt haben, entsteht den «Gläubigern» kein Schaden, denn «Der moderne Kapitalismus ist das höchste Stadium der organisierten Kriminalität» (Phoenix8 4/2008). Alt Ständerat Helmut Hubacher (SP) schrieb, die fehlbaren Bankiers müssten ins Gefängnis. Man ginge der Gerechtigkeit aber aus dem Weg, sie sei blind (Basler Zeitung, 10.10.08, S. 4). Hubacher hat recht: Die Börsengewinne haben sich ja nicht in Luft aufgelöst, sie wurden bloss in andere Säcke umverteilt. Im Schweizer Strafgesetzbuch lesen wir: «Wer Vermögenswerte beiseite schafft oder verheimlicht, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft» (Art. 163 StGB). Auch Kurt Schiltknecht, ehemaliger Chefökonom der Nationalbank, versteht nicht, weshalb die Bankenaufsicht nicht einschritt, als die für die Riesenverluste bei der UBS verantwortlichen Führungskräfte nach ihrem Abgang noch Bonuszahlungen in Millionenhöhe erhielten (Weltwoche Nr. 38, 2008, S. 14). Doch die Erfahrung lehrt, dass Gesetze nur für die kleinen Leute gedacht sind, die ganz grossen Verbrecher lässt man unbehelligt. Wer will denn schon, weil er Sand ins politische Getriebe streut, zu Tode kommen, wie Abraham Lincoln, James Garfield, Ivar Kreuger, John F. Kennedy und sein Bruder Robert, Olof Palme, Uwe Barschel, Rohwedder, Alfred Herrhausen, Jürgen Möllemann! (und jüngst Jörg Haider?)9
Ein Staatsbankrott kann zum Segen eines ganzen Volkes werden, wenn sich Staatsanleihen10 in Luft auflösen und dadurch Staatssteuern vermindert werden oder ganz wegfallen. Das von den Werktätigen erwirtschaftete Volksvermögen findet dann nämlich nicht mehr den Weg in die Säcke von Spekulanten, sondern kommt den Staatsbürgern selbst zugute. Das Auffüllen der entstandenen Finanzlöcher in Milliardenhöhe – der IWF sprach Anfang Oktober von Verlusten von 1,4 Billionen Dollar (1’400 Milliarden) allein in den USA, womit der Höhepunkt aber noch nicht erreicht sei (BaZ 8.10.08) – führt uns die Unsinnigkeit des jetzt zusammenbrechenden Finanzsystems mit seiner Zins- und Steuerschinderei (z.B. Eigenmietwert usw.) vor Augen.
Der Staat verhält sich gegenüber seinen eigenen Bürgern in höchstem Masse unsozial, wenn nicht sogar kriminell. Höchstzinssätze bei Schulden, lächerliche Bruchteile von Prozenten für Guthaben. Behörden mit raubgierigen Mahngebühren von 40 – 50 Franken für mit Computer gedrucktem Standardbrieftext, der inklusiv Postgebühr nicht mehr als drei Franken fünfzig pro Exemplar kostet. Legalisierte Taschendieberei auf leeren Autostrassen ausserorts mittels Radar-Geschwindigkeitsmessung.
Spareinlagen und Bonusverbote
Volkswirtschaftlich mag es richtig sein, wenn private Sparguthaben bis zu einer Höchstgrenze durch Staatsgarantien gesichert werden, weil ihr panikartiger Rückzug in grossem Ausmasse weitere Bankenzusammenbrüche auslösen und eine um so verschärftere Wirtschaftskrise hervorrufen würde.
Freilich kann man Spareinlagen garantieren, nicht aber ihren realen Wert. Was nützt dem Sparer die Staatsgarantie für sein kleines Bankguthaben, wenn dieses infolge inflationärer Wirtschaftslage bald nur noch die Hälfte oder noch weniger wert ist? Bei einer Hyperinflation noch ein Zehntel? Wenn er für den Mietzins, die Lebensmittel oder Bekleidung das Doppelte oder Zehnfache bezahlen muss?
Von der Empfehlung zur Erhöhung der Staatsgarantie profitiert an erster Stelle die Hochfinanz durch die von ihr globalisierte Weltwirtschaft, der alle Völker zur Ausbeutung überlassen werden. Wichtige Werkzeuge dafür sind die Welthandelsorganisation (WTO) und der Internationale Währungsfonds (IWF), wofür Michel Chossudovsky in oben erwähntem Buch «Global brutal» belastende Beweise liefert. Staatsgarantien gehen immer zu Lasten der Allgemeinheit; im Schadenfall zahlt also niemand anderes als der Steuerzahler. Die Verursacher des Schadens selbst bleiben unbehelligt.
Vernünftiger, aber nicht im Interesse des (noch) herrschenden Geldsystems, wäre es, Sparguthaben – wenigstens teilweise – gegen wertbeständige Objekte wie Gold einzutauschen. «Die Anlegerflucht ins Gold hat gestern einen Rekordpreissprung ausgelöst. Der Preis kletterte bis auf 893,05 Dollar je Unze. Damit ist Gold binnen eines Tages um mehr als 100 Dollar teurer geworden», schrieb die Gratiszeitung «.ch» (Punkt ch) am 19.9.2008. Und die Basler Zeitung am 23.9.2008: «Gold rückt in den Fokus. Das Interesse am gelben Metall wird hoch bleiben.» Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass Gold starker Kursmanipulation ausgesetzt ist, doch ist es auch heute noch der beste Wertspeicher und es dürfte mit einem längerfristig anhaltenden Kursanstieg zu rechnen sein. Bei der Preisentwicklung achte man zuerst auf den Dollarpreis pro Unze, denn die Kurse in nationalen Währungen sind vom Dollarkurs beeinflusst.
Sofern man Geld im Überfluss hat, ist solches auch in Grundstücken gut angelegt. George Soros hat von seinem Milliardengewinn aus der Spekulation gegen die europäischen Währungen im Jahre 1992 400’000 ha (= 4’000 qkm) Grund in Argentinien «erworben». Eine Fläche, grösser als die Insel Mallorca mit 3’618 qkm und 350’000 Einwohnern. Zur Befriedigung seiner Geldgier setzte seine Quantum Group mit der Citibank zusammen 60 Milliarden Dollar ein und stiess Grossbritannien und Italien in den Abgrund. 1997/98 verursachte Soros die asiatische Währungskrise. Gemäss dem britischen The Economist gibt es Investoren deren Vermögen ein Vielfaches dessen beträgt, was Soros besitzt. Dieser rechtfertigt seine masslose Geldgier, indem er auf jene verweist.11
Lassen wir noch einmal Margrit Kennedy zu Wort kommen, deren Erklärung keinen Zweifel am unsozialen Geldsystem aufkommen lässt:
«Die jetzige Finanzkrise führt dazu, dass es grundlegend andere ökonomische Theorien geben wird. Denn auch ohne spektakuläre Katastrophen geht die Rechnung nicht auf. Wir alle zahlen täglich für den Zins. Es ist ein grosser Irrtum zu glauben, nur wer Kredit aufnimmt, müsse Zinsen bezahlen. Bei jedem Einkauf im Supermarkt zahlen wir [nebst den normalen Gestehungskosten auch noch] den Zins, den es braucht, um zum Beispiel einen Liter Milch herzustellen: Von den Kapitalkosten für die Landmaschinen des Bauern über die Investitionen der Molkerei bis zum Mietzins des Detailhändlers. Durchleuchtet man sämtliche Lebenshaltungskosten auf den darin enthaltenen Zinsanteil in der Produktionskette, zahlen die Familien in Deutschland und in der Schweiz im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Prozent an Zinsen [der Prozentsatz schwankt, je nach Wirtschaftsstandort]. Wohlgemerkt, ohne selbst Schulden zu haben. Bis zur Hälfte arbeiten wir also allein, um die Zinsforderungen unseres Geldsystems zu befriedigen.»
Die Anhänger der SP und Juso wissen nichts davon. Anlässlich der unbewilligten Demonstrationen vom 23. Oktober gegen die «Abzocker» (Zürich) und «gegen den Kapitalismus» (Basel) waren die Linken unter sich allein. Eine vornehme Zürcher Passantin mit Goldschmuck sagte: «Diese Demonstration ist eine gute Sache, jemand muss den Anfang machen – wir normalen Passanten wehren uns ja nicht.» Auf dem Paradeplatz wurde eine Zeitung «Weltrevolution» verkauft. Der kommunistische Aufbau war mit dabei, die Unia schwenkte rote Fahnen. Einige gute Ansätze in ihrem politischen Verständnis sind vorhanden: Die Juso ist «gegen Videoüberwachung» und für ein «Ende der militärischen Öffnungspolitik», mehr nicht. Hauptsächlich stören sie sich an den Bonuszahlungen der «Milliarden-Abzocker», denen der Bund jetzt auch noch unter die Arme greift. In Basel, ein wenig näher an der Realität, skandierten die Demonstranten vor dem Eingang der UBS «‹Das Kapital› trägt die Schuld an Krieg und Wirtschaftskrise». (BaZ, 24.10.08, S. 1, 8 und 25).
Doch weder in Zürich noch Basel wurde der Hauptverursacher aller Finanzkrisen beim Namen genannt: Nämlich das alles niederreissende Leihkapital mit seinem ins Unendliche wachsenden Zins. Geld soll kein Geld gebären können, hiess es in einem altrömischen Rechtssatz. Und nach dem Ersten Weltkrieg schrieb Gottfried Feder im Februarheft 1919 der «Süddeutschen Monatshefte», München:
«Alle menschlichen Erzeugnisse, ja alle irdischen Dinge überhaupt, sind dem ewigen Weltgesetz von Werden und Vergehen untertan. Jedes Ding nützt sich ab. Alles altert und verfällt schliesslich in Staub; nur allein das Leihkapital sollte ewig sein, und nicht nur ewig unveränderlich, sondern ewig ins Ungemessene wachsend.»
Wer heute immer noch glaubt, mit verschränkten Armen vor dem Fernseher sitzen zu können, betrügt sich selbst. Es braucht den allgemeinen Volksaufstand gegen das herrschende Geldsystem!
Beschwichtigungspolitik
In den vergangenen Monaten brachten die Zeitungen öfters Beiträge von Kurt Schiltknecht. Der ehemalige Chefökonom der Schweizerischen Nationalbank12 ist eine ehrbare und gewissenhafte Persönlichkeit, die Respekt verdient. Auch jetzt, wenn er über das Wenn und Aber der Finanzkrise schreibt. Seine Berichte tönen immer leise und sanft. Er hebt hervor, wie viel die Nationalbank zur Stützung des Finanzsystems beigetragen hat, und dass sie nicht darüber spricht, um keine Verunsicherung oder Panik aufkommen zu lassen. Auch der Bundesrat habe sich klugerweise zurückgehalten. Doch schon eine Woche später, am 10. Oktober, drehte sich der Wind: «Bundesrat stellt sich hinter UBS und CS» hiess es in den Medien, und «Eine allfällige Pleite der beiden Grossbanken soll mit staatlicher Hilfe verhindert werden», erklärte der erschreckte Bundesrat.
Die herrschenden Finanzkräfte unseres Landes, vorab die Schweizerische Nationalbank, die UBS und die CS befürworten die Rettungsaktionen. Von der UBS und CS überrascht dies nicht, stehen sie doch auf Wohl und Gedeih im Zentrum des Geschehens. Auch das Wirtschafts- und das Finanzsystem der Schweiz stehen unter Druck. Am 17. Oktober 2008 war es dann soweit. In den Klauen des Geldsystems gefangen, eilten die Bundesräte Pascal Couchepin, Doris Leuthard und Eveline Widmer der UBS zu Hilfe. Schlauerweise wurde der 60-Milliardenbetrag zweigeteilt: Sechs Milliarden Franken stellt der Bund der UBS in Form einer Wandelanleihe zur Verfügung. 54 Milliarden Dollar bekommt sie aus der Schatulle der Nationalbank. Zu beiden Geschäften hat das Parlament nichts zu sagen. Den meisten Parlamentariern scheint das gerade recht zu sein. Der Wähler macht sich über solche «Volksvertreter» seine eigenen Gedanken.
Wenn es um die einfachen Bürger unseres Landes geht, werden diese für Krankenkassenprämien oder Steuern, die ihnen aufgezwungen und auf deren Höhe sie keinerlei Einfluss haben, erbarmungslos zur Kasse gebeten. Teilweise mit Aufbürdung schamloser Verzugszinsen.
Opportunismus der Ehrgeizlinge
Die Schweiz versteht sich immer noch als «kleiner Bruder» der USA, deren tonangebende Kräfte schon während des Zweiten Weltkrieges verstanden haben, unser Land inmitten eines turbulenten Europas als Insel für ihre Agenten im europäischen Kriegsgeschehen, das sich zum Weltkrieg ausweitete, zu benutzen. So auch im Krieg gegen Deutschland, das in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts der Hochfinanz den «Kampf» angesagt hatte und ein weltumspannendes Tauschhandelsystem für deutsche Industrieprodukte gegen Metalle, Öl, Baumwolle, Lebensmittel usw. zuwege gebracht hatte. Die Tagwacht, damalige Zeitung der Sozialistischen Partei der Schweiz, überraschte ihre Leser am 18. Juli 1940 mit folgender Nachricht:
«Deutschland hat der ganzen Welt nicht nur die Brechung der Zinsknechtschaft, sondern auch [die] der Kapitalknechtschaft überhaupt geschenkt. Selbstverständlich stellt auch die deutsche Technik des Kapitalersatzes durch innere Kreditausweitung eine grosse Kunst dar, deren Geheimnis im Ausland noch nicht bekannt ist.»
Die Nachahmung dieses Geheimnisses durch andere Länder galt es zu verhindern, denn mit dem Deutschen Tauschsystem, an dem die internationalen Banken nicht mehr mitverdienen konnten, wurden verzinsliche Kreditaufnahmen (Staatsanleihen) entbehrlich. Das Schuldenmachen entfiel und Handelsdefizite gab es fortan nicht mehr. Deutschland musste vernichtet werden!13
«Der Feind ist das Deutsche Reich und nicht etwa der Nazismus», schrieb im September 1940 Robert Vansittart, Ständiger Berater des Foreign Office in einem Brief an seinen Aussenminister Halifax (Martin Allen, britischer Buchautor, in «Churchills Friedensfalle»14, S. 119). Der zitierte Satz geht noch ein klein wenig weiter und wir machen uns diesen zu eigen, wenn wir ihn hier an die Adresse der ach so vielen, von den Massenmedien umerzogenen Besserwisser richten: «… und diejenigen, die das bislang noch nicht begriffen haben, haben überhaupt nichts begriffen …»
Der Kampf gegen das herrschende Geldsystem begann um 1920, also lange vor der «Machtergreifung» Hitlers. Besonders hervorgetan hatte sich Gottfried Feder. Sein Buch «Kampf gegen die Hochfinanz», München 1935, legt ein beredtes Zeugnis dafür ab. Ein Nationalsozialist der später berüchtigte Berühmtheit erlangen sollte schrieb damals voller Begeisterung für Feders Gedanken:
«Zum ersten Male in meinem Leben vernahm ich eine prinzipielle Auseinandersetzung mit dem internationalen Börsen- und Leihkapital. […] Das Verdienst Feders beruhte in meinen Augen darin, mit rücksichtsloser Brutalität den ebenso spekulativen wie volkswirtschaftsschädigenden Charakter des Börsen- und Leihkapitals festgestellt, seine urewige Voraussetzung des Zinses aber blossgelegt zu haben.»15
Feders Leitsatz für den sozialen Staat war, dass der Staat das Geld mit Hilfe einer nationalisierten Zentralbank schöpfen und kontrollieren sollte, und nicht durch Banken in Privatbesitz, an die Zinsen bezahlt werden müssen. Auch die schon erwähnte Margrit Kennedy scheint Feders Buch aufmerksam gelesen zu haben. Die vom Reich benötigten Auslandkredite wurden entbehrlich. Die US-Hochfinanz sah ihre unversiegbaren Quellen exponentialer Geldvermehrung (fiat money) in Gefahr. Deutschland musste mit der totalen Vernichtung seines Staates und seiner Bevölkerung dafür bezahlen. Die Vernichtung des germanischen Kulturvolkes dauert bis heute an – und mit ihm des gesamten europäischen, christlichen Abendlandes – durch eine von der amerikanischen Geldplutokratie und seiner europäischen Nachäffer gesteuerten Gehirnwäsche, Medienhetze gegen Nationalisten und durch eine von immer aggressiveren (Wirtschafts-)Gutmenschen in Gang gehaltenen Völkervermischung.
Die Karten werden neu gemischt
Die europäischen Medien, als vierte politische Kraft, wagen nicht, gegen die Interessen der Hochfinanz zu schreiben, weil sie kaltgestellt, d.h. mit Inseratenboykott zum Aufgeben ihrer Zeitung getrieben würden. Daher liest man nichts vom Vasallenstatus Deutschlands in den Klauen der USA. Die «Bundesrepublik Deutschland» ist – wie sich der Staats- und Völkerrechtslehrer Prof. Dr. Carlo Schmid in seiner Grundsatzrede vor dem Parlamentarischen Rat vom 8. September 1948 ausdrückte – nichts anderes, als die «Organisationsform einer Modalität der Fremdherrschaft» (OMF). Seine politischen Richtlinien werden Deutschland von den US-Machthabern diktiert, deutsche Richter sind weisungsgebunden, d.h. sie können politische Meinungsdelikte nicht nach eigenem Ermessen entscheiden, wie sie es nach deutschem Grundgesetz tun müssten. Ein deutscher Rechtsstaat, der diesen Namen verdient, existiert nicht.
Auch die Schweiz reiht sich immer mehr auf dem moralisch abschüssigen Geleise hinter Deutschland ein. Ja ganz Europa ist davon betroffen. Die Tageszeitungen wissen nichts davon! Das Fernsehen weiss nichts davon! Und die Mehrheit unserer neunmalklugen Parlamentarier auch nicht. Sie, die Mehrheit, rekrutiert sich aus der Negativauslese jener, die sich den Parteien anbieten. Die Minderheit, wenn sie sich zuviel zumutet, wird von den Medien verleumdet, von den Parteien ausgeschlossen, abgewählt. Ein paar Wenige die Bescheid wissen mögen, haben ihre Seele dem Mammon verkauft und machen das zerstörerische Spiel aus Macht- und Geldgier mit. Doch im kommenden Zusammenbruch des Weltfinanzsystems wird sich auch das ändern, und die Politik wird neu ausgerichtet werden, die jetzigen Politiker ihre Ämter und Diäten verlieren.
Zu denen, die nichts wissen, scheint auch ein Joe Herbert, Professor an der Universität Cambridge zu gehören. Er sagt, das Finanzsystem habe «in den letzten 200 Jahren ziemlich gut funktioniert» (Weltwoche Nr. 41, 2008, S. 39). Von den frühen Bankenkrisen der Jahre 1873, 1884, 1893 und 1907 weiss er nichts. Davon abgesehen, existiert das heutige Weltfinanzsystem erst seit 1913, als sich in den USA eine Handvoll Privatbankiers das Geldmonopol der amerikanischen Notenbank an sich gerissen hat. Und damit ihr Geldsystem globalisiert werden konnte und «ziemlich gut funktioniert», haben die USA nach 1945 mit rücksichtsloser Brutalität rund 200 Angriffskriege geführt. (Gore Vidal, «Ewiger Krieg für ewigen Frieden», eva Hamburg 2002)
Gründung der Federal Reserve Bank (Fed)
Die US-Notenbank Federal Reserve wurde 1913 zur Überwachung der Wirtschaft eingerichtet. Ihr Vorsitzender hat zwei Aufgaben. Er ist der Leiter des Vorstandsgremiums Board of Governors, das aus ihm selbst und sechs weiteren ernannten Beamten besteht. Ausserdem steht er dem Offenmarktausschuss (FOMC, d.h. Federal Open Market Committee) vor, der aus den sieben leitenden Beamten der Fed sowie den Chefs der zwölf regionalen Notenbanken besteht, von denen jeweils fünf stimmberechtigt sind (Larry Kahaner in «Alan Greenspan», Heyne Verlag, München 2002). Lehman Brothers, die am 15.9.2008 Zahlungsunfähigkeit anmelden musste, war eine dieser zwölf Notenbanken.
Die europäischen Staatenlenker hatten sich schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg der Überwachung der Fed unterordnet. Das konnten sie nur deshalb, weil kein Volk davon wusste, dazu befragt wurde und schon gar nicht darüber abstimmen konnte. Die Schweizerbürger wurden hinters Licht geführt und betrogen.
1949 stellte Eustace Mullins fest, dass es in der Bibliothek des US-Kongresses keinen einzigen Bericht über den Ursprung und die Tätigkeit dieser machtvollen Organisation gab. Sämtliche Informationen zu seinem Buch «Die Bankierverschwörung – Die Machtergreifung der Hochfinanz und seine Folgen» musste er sich aus einer Unzahl von Zeitschriften zusammensuchen. Der Geburtsort des «Federal Reserve»-Gesetzes war das Privathaus auf Jekyll Island, eine dem Bundesstaat Georgia vorgelagerte Insel, die J. P. Morgan gehörte, wo sich ab 1910 Spitzenbankiers zur Ausarbeitung eines Ermächtigungsgesetzes zugunsten der Hochfinanz trafen, und nicht etwa die Hallen des US-Kongresses, und das Gesetz sei auch nicht der Klugheit eines Woodrow Wilson zu verdanken. Der «Federal Reserve Act» sei nach Täuschungsmanövern im Handstreich verabschiedet worden, nämlich durch eine Minderheit des amerikanischen Kongresses, als am 22. Dez. 1913 die ablehnende Mehrheit der Parlamentarier bereits in den Weihnachtsurlaub abgereist war. (Vgl. «Worüber nicht gesprochen wird», Recht+Freiheit 1+2/2007)
Der «Federal Reserve Act» hat eine private Zentralbank autorisiert, Geld aus dem Nichts zu erzeugen und gegen Zinsen an die Regierung zu verleihen sowie die nationale Geldmenge zu kontrollieren, d.h. willkürlich zu vergrössern oder zu verkleinern. Nach der Verabschiedung durch das Parlament musste das Gesetz nur noch von Präsident Wilson unterzeichnet werden und erhielt dadurch Gesetzeskraft. Später bedauerte Wilson sein Tun. Kurz vor seinem Tod soll er Berichten zufolge gesagt haben: «Ich habe, ohne es zu wissen, mein Land ruiniert.»16
«Die Anhörungen im Repräsentantenhaus über die Stabilisierung der Kaufkraft des Dollars im Jahre 1928 bewiesen überzeugend, dass der Federal Reserve Board mit den führenden Köpfen der europäischen Zentralbanken eng zusammenarbeitete und dass die Wirtschaftskrise von 1929 – 1931 bei einem geheimen Lunch des Federal Reserve Boards und jener Führer der europäischen Zentralbanken im Jahre 1927 geplant wurde.» (Eustace Mullins «Die Bankierverschwörung»17, S. 97)
«Die instabile Finanzordnung, die dem besiegten Zentraleuropa von den Londoner und New Yorker Bankiers im Versailler Vertrag von 1919 auferlegt worden war, brach 1929 zusammen. Montagu Norman, damals als Gouverneur der Bank von England der einflussreichste Zentralbankier der Welt, hatte den Krach an der Wall Street im Oktober 1929 selbst herbeigeführt. Die Bank von England hatte nämlich den Gouverneur der amerikanischen Federal Reserve Bank, George Harrison, aufgefordert, die Zinsen in Amerika anzuheben, um das Spekulationsfieber [!] in den USA zu bremsen. Harrison folgte dem Rat, und es kam zum dramatischsten Finanz- und Wirtschaftskollaps in der bisherigen amerikanischen Geschichte.» (F. William Engdahl, «Mit der Ölwaffe zur Weltmacht»18, S. 121)
Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Krise nie solche dramatische Ausmasse annehmen müssen hätte. «Bestimmte mächtige Finanziers in London und New York hatten sie forciert, um eine Wende in der europäischen Geopolitik herbeizuführen.»19 Welche zuverlässigen Anzeichen schliessen aus, dass die jetzige Weltfinanzkrise nicht geplant ist, damit nach einem vollständigen Zusammenbruch des Geld- und Wirtschaftssystems die Weltregierung (One-World) ausgerufen werden kann?
Demokratische Reformgesetze
«Angesichts der entarteten Technik und Industrie; angesichts des Fortbestehens von Zuchthaussystemen und fortdauernder Massenmorde, auch im Namen von Demokratie, Sozialismus, Kommunismus; angesichts der zunehmenden Völkerflucht aus den immer mehr zu Hungergebieten werdenden östlichen und asiatisch-afrikanischen Ländern; angesichts der damit verbundenen zivilisatorischen Fehlentwicklung und kulturellen Entwurzelung sowie der damit einhergehenden bio-, sozio- und ökologischen Entartung; angesichts der explodierenden Bevölkerungszahlen der in dumpfer «Religiosität» und Aberglauben gehaltenen Länder halten wir demokratische Reformgesetze, insbesondere für das bisher parasitär geordnete Geldwesen, das für diese Entwicklung verantwortlich ist, für die dringendste Gegenwartsaufgabe.»
Diese Forderung Albert Lämmels anlässlich der Paulskirchen-Gedenkrede vor 40 Jahren am 11.4.1968 in Frankfurt a. M. ist heute noch dringlicher. Die entscheidende Frage darf aber nicht sein, wie es heute allenthalben zu lesen ist, «wie gehen wir mit dieser Krise um?». Nein, denn wer die Frage so stellt, übersieht – oder verschweigt – dass die Welt seit bald hundert Jahren von einer Krise zur nächsten geht. Das Problem, das es zu lösen gilt, ist daher nicht «diese» Krise, und auch nicht die sich seriell einstellenden Krisen, sondern das System selbst, das diese Krisen auslöst. Eine Zeitschrift, die nicht darüber schreibt, kann weggeworfen, eine Fernsehstation, die nicht davon spricht, abgeschaltet werden.
Wenn die Völker das herrschende Finanzsystem nicht durch ein soziales Geldsystem austauschen (ohne staatliche Interventionen ist das wohl nicht zu machen), geht es nach dem Willen der etablierten Hochfinanz so weiter, von Krise zu Krise, bis zur totalen Versklavung der Menschen. Alles, was dazu erforderlich ist, wurde seit langem verwirklicht oder steht kurz vor seiner Vollendung: Abschaffung der Nationalstaaten, Verbot des persönlichen Waffenbesitzes, Vernichtung der gewachsenen Kulturen und Religionen, elektronische Registrierung jedes Menschen, biometrische Ausweispapiere, elektronische Überwachung auf Strassen, Plätzen und Bahnhöfen usw., (in Deutschland) staatliche Schnüffelei in PCs. Auch der implantierbare Chip ist schon bereit, vorerst für «Fifi».
Auch die Schweiz ist nicht unschuldig: Anfang 2002 wurde ein Gesetz in Kraft gesetzt, dem zufolge der gesamte Datenverkehr im Internet und alle Telefon- und Fax-Daten inklusive jedes SMS gespeichert werden müssen und Post- und Fernmeldebetriebe (Internet-Betreiber) dem Spionagedienst allenfalls sogar auf sechs Monate rückwirkend (sic!) Auskunft geben müssen, «wann und mit welcher Person oder Anschlüssen die überwachte Person elektronische Verbindungen hatte». Bis zu sechs Monate rückwirkend müssen auch die «Verkehrs- und Rechnungsdaten geliefert werden können». Grundsätzlich wird jeder Bürger zum voraus wie ein Krimineller überwacht.20 Eine Ungeheuerlichkeit! Unsere Regierung kann sich nicht damit rechtfertigen, die Überwachung diene der nationalen Sicherheit nach Art. 8, Abs. 2 EMRK, denn sie selbst hat die ungezügelt massive Zunahme von Verbrechen und Kriminalität durch Masseneinwanderung (unter vormaligem Verfassungsbruch21) selbst herbeigeführt und daher auch zu verantworten.
Wer sich gegen den totalen Orwellschen Überwachungsstaat auflehnt, wird durch eine immer mehr zum Einsatz gegen Zivilisten hochgerüstete Polizei in Schach gehalten, oder wie andernorts bei Volksaufständen heute schon niedergeknüppelt oder im Kugelregen von Militärs niedergeschossen. Es ist fünf Sekunden vor Zwölf! Es ist keine Zeit mehr zu verlieren! Wenn wir den Irrsinn nicht stoppen, wird es zu spät sein, weil es keine Gegenwehr mehr geben wird.
Zahlen, die in den Himmel wachsen
Die Schulden der Vereinigten Staaten durch anhaltende Zahlungsbilanzdefizite wuchsen in den 90er Jahren dreimal so schnell wie das Bruttoinlandprodukt. Sie standen Anfang 2001 auf über 24 Billionen Dollar. (EIRNA-Studie Hyperinflation und Weltfinanzkrise, 2. erweiterte Auflage, Feb. 2001). Gemäss dem Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Kurt Richebächer, sogar auf 25 Billionen Dollar. Anfang 2003 waren die Gesamtschulden der USA auf über 32 Billionen Dollar angestiegen (der Schweizer Bankier Ferdinand Lips in «Die Goldverschwörung»22, S. 121). Das waren zum damaligen Kurs etwa die gleiche Menge Euro oder rund 48’000 Milliarden Schweizer Franken (48 Billionen). Einen grossen Teil ihrer Papierwährung («fiat money») wurde auf dem Wege von Staatsanleihen vom Ausland aufgenommen. Grosse Teile davon sind im Besitze Chinas, Russlands, Japans und der Europäischen Zentralbank. Durch die seit 2001 im Gange befindliche rasante Dollar-Abwertung mussten diese Länder enorme Verluste in Kauf nehmen. Mit immer wertloseren Dollar kaufen sich die Profiteure des Geldbetruges gut florierende Industrieunternehmen zusammen und reissen sich den lukrativsten Immobilienbesitz unter die Nägel – gegen ihr effektiv wertloses Papiergeld! «Der IWF wurde zu einem Mechanismus, der Vermögen von armen zu reichen Menschen umverteilt.» (Lips, ebd., S. 121)
Die Weltbank und der IWF wurden ursprünglich gegründet, um Ländern zu helfen, ihre Zahlungsbilanzen auf dem Gold-Dollar-Standard auszubalancieren. Doch 1971, als die amerikanischen Dollar-Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland immer weiter anstiegen, wurde das «Goldfenster» geschlossen. Präsident Nixon untersagte dem US-Schatzamt, fortan irgendwelche im ausländischen Besitz befindliche US-Dollar gegen Gold einzutauschen. Der US-Ökonom Richard M. Salsman bezeichnete «das Schliessen des Gold-Fensters» als «einen höflichen Ausdruck für die Nichterfüllung von Goldzahlungen, in anderen Worten: Zahlungsunfähigkeit und ein Verstoss gegen die internationalen monetären Vereinbarungen.» («Gold and Liberty»23, S. 73)
Schweizerische Eidgenossenschaft
Schaut man sich den Rettungsplan für die UBS genauer an, fällt folgendes auf: Die UBS erhält vom Bund 6 Milliarden Franken gegen eine Wandelanleihe24. Die Schweizerische Nationalbank gründet auf der Steuerfluchtinsel Cayman Islands für den Verkauf der Hochrisiko-Papiere im Wert von 60 Milliarden Dollar aus dem Bestand der UBS eine Zweckgesellschaft. Zudem leiht sie sich von der Federal Reserve, der privaten US-Notenbank, 54 Milliarden Dollar. Das heisst, die SNB macht 54 Milliarden Dollar zinsbehaftete Schulden, abgesichert durch unsere Steuergelder! Für die Umwandlung der Wandelanleihe in Aktien der UBS ist eine Laufzeit von 30 Monaten vereinbart. Bei gleicher Laufzeit für den Fed-Kredit und einem angenommenen Zins von 3 % ergibt das rund 4 Milliarden Dollar Zins, d.i. arbeitslose Geldvermehrung. Auch dafür wird das Volk bezahlen müssen, denn die Aktien der SNB sind zum grössten Teil im Besitz des Bundes und der Kantone. Der Ertrag der SNB wird geschmälert. Statt das Geld für das Volk auszugeben, fliesst es in die Kasse der Fed. Für das, was bei der SNB fehlt, zahlt der Bürger über direkte und indirekte Steuern und/oder Kürzung von Sozialleistungen. Darüber hinaus hat die Schweiz, inkl. Kantone und Gemeinden, Schulden von über 100 Milliarden Franken, wofür ebenfalls Zinsen aufzubringen sind. Desgleichen die Zinsen auf sämtliche Hypotheken unseres Landes, die als teure Mieten anfallen oder in die Verkaufspreise einkalkuliert, vom Volk bezahlt werden müssen. Wer eine Hypothek von beispielsweise 100’000 Franken zu 5 % Zins hat, von dem erwartet die Bank, dass er in den nächsten 20 Jahren 200’000 Franken zurückzahlt. (Es wäre interessant, einmal das schweizweite Gesamtbetriebskapital dem nationalen Schuldenvolumen gegenüberzustellen.)
Über das Geschäft der SNB wird sich der ehemalige deutsche Bundskanzler Helmut Schmidt verwundert die Augen reiben, forderte er doch im Hamburger Wochenblatt Die Zeit eine Vorschrift, «die es verbietet, einen Kredit an ein Institut zu geben, das rechtlich auf einer Insel zu Hause ist, auf der es weder eine funktionstüchtige Finanzaufsicht noch eine Steuerbehörde gibt.» (Weltwoche Nr. 40, 2008, S. 37)
Weitgehende Abschaffung des Zinses
Entwicklung des Industrie- und Leihkapitals
Die rote, zunächst flach und dann rapid steigende Kurve zeigt die charakteristische Entwicklung des Leihkapitals, bei dem sich die Ordinaten (y-Achse) bei gleichbleibenden Abszissen (x-Achse) verdoppeln. Die blaue Linie zeigt die Entwicklungskurve der Gesamtindustrie im Laufe von rund fünfzig bis achtzig Jahren. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kurven nicht massstäblich gezeichnet sind, sondern nur die charakteristische Entwicklung aufzeigen. Die ins Unendliche gehende Leihzinskurve zeigt die Verzinsung des Joseph-Pfennigs über 2000 Jahre. Die Kurve des Industriekapitals bleibt dagegen im Endlichen! Das Industriekapital zeigt in der Regel ein anfänglich kräftiges Anwachsen, gefolgt von einem über längere Zeit dauernden Höhenflug, dem ein langsamer oder schneller Niedergang folgt. An Beispielen fehlt es nicht: Saurer (Lastwagen), Sulzer (Maschinenbau), Hermes (Büromaschinen), Suchard (Schokolade), Swissair; im Ausland: Olivetti (Büromaschinen), Simca (Auto), Grundig (Fernsehgeräte), Krupp, Leica, usw.
Die mittels Zinsfaktor akkumulierten Vermögen der weltbeherrschenden Gelddynastien folgen dem typischen Wachstum des Leihkapitals, Verdoppelung alle 15 (bis 20) Jahre.
Die nachfolgenden Überlegungen erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Diese können im Rahmen dieses Aufsatzes unmöglich erbracht werden, allein schon wegen des Fehlens der entsprechenden Zahlen aus den statistischen Jahrbüchern unserer Volkswirtschaft. Es genügt, die wesentlichen Grundzüge aufzuzeigen, welche die Abschaffung des Leihzinses als gangbaren Weg zur Behebung der globalen Finanzkrise ermöglichen. Die nachfolgenden Ausführungen gleichen in den Grundzügen den Überlegungen von Gottfried Feder, wie er sie in seinem Buch «Kampf gegen die Hochfinanz» (5. Auflage, 1934) in aller Ausführlichkeit und überzeugend dargelegt hat. Die zeitgeschichtlichen Unterschiede zwischen damals und heute wurden hier durch Einsetzen aktueller Einflussgrössen aktualisiert. Eine genaue Analyse ist zeitraubend. Sie sollte von einem Volkswirtschaftler gemacht werden.
Die Globalisierung des Zinses ist heute zu einem internationalen Problem geworden. Allein schon die Zahlungen der Schuldzinsen verschlingen Riesensummen, die von der arbeitenden Bevölkerung kaum noch aufzubringen sind. Margrit Kennedy schätzt diesen Betrag auf 40 – 50 Prozent, die in die Preise einkalkuliert sind und die wir beim Kauf von sämtlichen Industrieerzeugnissen, Verbrauchsgütern, Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten usw. usf. zahlen müssen. Da in Ländern mit hohem Produktionsvolumen mehr Betriebskapital in Immobilien und Maschinen investiert ist, müssen deren Unternehmer den Banken auch höhere Beträge in Form von Zinsen für ihr Leihkapital zahlen. Ihre Rendite nimmt entsprechend ab. Zur Kompensation müssen seit Jahrzehnten billigere Arbeitskräfte eingestellt werden, die nur noch im (fernen) Ausland zu haben sind. Was für Unternehmer gilt, wirkt sich auch auf den Staat aus: Die neuen Beitragszahler sollen die Altersrenten der ersten Säule (AHV) stützen. Die Soziallasten haben seither gewaltig zugenommen. Die einst gut gefüllten Kassen (AHV und IV) sind schlanker geworden. Beim Staat sind die Einnahmen aus den früher reinen Staatsbetrieben Post und Telefon fast gänzlich weggefallen. Desgleichen die Zolleinnahmen beim Warenimport. Die Bahnbetriebe können nur mit jährlichen Subventionen von 10 Milliarden Franken aufrechterhalten werden (Weltwoche 43/2008, S. 15). Die Neat verursacht dem Steuerzahler Kosten von 24 statt 8 Mia. Franken, über die 1992 abgestimmt wurden. Von den Treibstoffeinnahmen wird ein immer grösserer Anteil für den immer weiter ausufernden und aufwendigeren Strassenbau und -unterhalt verbraucht, da auch dieser immer höhere Kosten für das Leihkapital aufzubringen hat. Somit bleibt dem Staat nur noch eine Erhöhung der direkten und indirekten Steuern (Gewinn- und Erwerbseinkommen, Mehrwertsteuer) oder Abbau von Sozialleistungen.
Wie Gottfried Feder in seinem Buch «Kampf der Hochfinanz» darlegt, schreckt der gehobene gutbürgerliche Mittelstand vor der Abschaffung des Zinses zurück, weil gar mancher befürchtet, seine schönen Zinseinnahmen zu verlieren. Doch mit Vergleichen der Einkommensverhältnisse, direkter und indirekter Steuerabgaben und Mietzinsen zwischen einer gutbürgerlichen Familie mit denen eines Grosskapitalisten versteht er es, diese Ängste zu zerstreuen. (Feders Vergleiche sind den heutigen Gegebenheiten entsprechend zu aktualisieren.) Er macht klar, dass die ganze Zinswirtschaft eine grosse Selbsttäuschung ist, denn, so Feder: «Von den riesigen Beträgen, die von der Allgemeinheit bezahlt werden müssen, hat nur der Grosskapitalist einen Nutzen, weil dieser soviel Kapitalrendite erhält, dass er sie unmöglich aufbrauchen kann.» Von seinen Zinseinnahmen verbleibt ihm nach Abzug für die Kosten seines Lebensunterhaltes und der Steuern noch viel Geld, für das er im nächsten Jahr erneut Leihzins (Zinseszins) beziehen wird und das von Rechts wegen zulasten der werktätigen Bevölkerung. Der Leser erinnert sich an dieser Stelle daran, dass 99 Prozent der US-Geldmenge privaten Kreditgebern geschuldet ist. Auch dieser Prozentsatz wäre für die europäischen Länder zu ermitteln.
«Die Brechung der Zinsknechtschaft für Hypotheken bedeutet zweifellos die Lösung des Wohnungsproblems, die Befreiung von den unerschwinglichen Mieten.» Von einer «völligen Abschaffung des Mietzinses» könne aber nicht die Rede sein, so Feder.
Gold, ein Edelmetall das alle bezaubert
Wie Alan Greenspan als junger Mann, noch bevor er Notenbankpräsident wurde, in seinem Aufsatz von 1966 geschrieben hat, ist Gold der natürliche Feind von «fiat money». Als Volkswirtschaftler, der 1948 an der New Yorker University mit «summa cum laude» den Bachelor of Science und später an der gleichen Universität seinen Magister erwarb, um dann an die Columbia University zu wechseln, ist ihm zuzutrauen, dass er damit recht hatte. «Fiat money» dient der heimtückischen Enteignung der Menschen, Gold verhindert diesen Prozess, deshalb muss es von denen, die an «fiat money» interessiert sind, mit allen Mitteln bekämpft werden:
«Unter einem Goldstandard ist die Höhe der Anleihen, die eine Wirtschaft finanzieren kann, vom Sacheinlagevermögen dieser Wirtschaft bestimmt, weil jedes Kreditinstrument [jede Art von Kredit] letztlich einen Anspruch auf einen realen Sachwert darstellt. Doch Bundesanleihen [staatliche Kreditaufnahme] sind nicht durch reale Güter gedeckt, lediglich durch das Zahlungsversprechen der Regierung im Hinblick auf künftige Steuereinnahmen, und sie lassen sich nicht leicht von den Finanzmärkten absorbieren [aufnehmen]. Eine grosse Menge neuer Bundesanleihen kann dem Publikum nur zu immer höheren Zinssätzen verkauft werden. Bei einem Goldstandard sind staatliche Defizitausgaben [das Schuldenmachen] daher stark eingeschränkt.
Die Abschaffung des Goldstandards machte es den Politikern des Wohlfahrtsstaates möglich, das Bankensystem als Mittel zur unbegrenzten Erweiterung des Kredits zu nutzen. Sie haben Papierreserven in Form von Bundesanleihen geschaffen, die die Banken – nach einer komplizierten Abfolge von Schritten – anstelle von Realwerten akzeptieren und behandeln, als stellten sie eine tatsächliche Sicherheit dar, das heisst als Äquivalent dessen, was früher eine Goldeinlage war. Der Inhaber einer Bundesanleihe oder eines auf Papierreserven gegründeten Bankguthabens glaubt, dass er einen Anspruch auf einen materiellen Gegenwert hat. Tatsache ist jedoch, dass es heute mehr ausstehende Forderungen als Realwerte gibt.
… Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Aufzehrung durch Inflation zu schützen. Es gibt keinen sicheren Wertspeicher. Wenn es den gäbe, müsste die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es im Fall von Gold geschehen ist. [1934 bis Ende 1974 war privater Goldbesitz in den USA verboten.] Wenn beispielsweise alle sich entschliessen würden, ihre Bankguthaben in Silber oder Kupfer oder irgend etwas anderes umzuwandeln, und es danach ablehnten, Schecks als Bezahlung für Waren zu akzeptieren, würden Bankeinlagen ihre Kaufkraft verlieren. Der von der Regierung geschaffene Bankkredit wäre somit als Berechtigung zum Erwerb von Gütern wertlos. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates erfordert, dass es für die Besitzer von Vermögen keinen Weg geben darf, sich zu schützen.
Dies ist das schäbige Geheimnis, das hinter den Tiraden der Vertreter des Wohlfahrtsstaates [im Kampf] gegen Gold [und Silber] steckt. Die Defizitfinanzierung ist einfach eine Methode für die ‹heimliche› Aufzehrung von Vermögen. Gold steht diesem schleichenden Prozess im Weg. Es steht da als Beschützer des Besitzrechts. Wenn man das verstanden hat, hat man keine Schwierigkeiten mehr, die Ablehnung des Goldstandards durch die Politiker des Wohlfahrtsstaates zu verstehen.» («Gold und wirtschaftliche Freiheit», Newsletter The Objectivist, 1966. Erschienen in «Capitalism, the Unknown Ideal» von Ayn Rand, Hessen, New York: Signet Books, 1967. Zitiert nach Larry Kahaner, «Alan Greenspan», Heyne Verlag, München, 2002)
Als der gute Alan Chef der US-Notenbank wurde, was ihn zum zweitmächtigsten Mann der Welt machte, warf er all seine Überzeugungen von den positiven Eigenschaften des Goldes über Bord. Unsere Urgrosseltern konnten ihre Einkäufe noch mit Goldmünzen bezahlen. Diese Epoche endete 1936.25 Der Ökonom Franz Pick schrieb in seinem Currency Yearbook 1977/78, dass seit dem Ende des «Goldenen Zeitalters»26 Tausende von Abwertungen stattfanden:
«Zu Beginn des I. Weltkrieges, und sogar noch mehr seit dem II. Weltkrieg, beschleunigte sich die Zerstörung der Währungen, und die Abwertungen sowie Kaufkraftverluste vervielfachten sich, und jedes monetäre Ansehen verkam zur Absurdität. – Die gigantische Zerstörung der Wirtschaft, die der II. Weltkrieg hinterliess, führte zu einer unvermeidlichen Entwertung der Währungen. In der Nachkriegszeit – gekennzeichnet durch wirtschaftliche Erholung und forcierte Expansion – blieb von der früheren Einstellung der Regierungen, den Geldwert ihrer Bevölkerung zu bewahren, in praktisch allen Ländern nichts mehr übrig. Eine zynische und eiskalte Interpretation der Ethik in Währungsfragen wurde während dieser Generation den Regierungen zur Regel – alles unter dem Deckmantel vom zweifelhaften ‹Wirtschaftswachstum› und aus Angst vor einer weiteren Grossen Depression wie die aus den dreissiger Jahren. Dabei wandelte sich das Währungsmanagement zu nichts anderem als einem Werkzeug der Enteignung all jener, die dumm genug waren, der Propaganda ihrer Herrscher zu glauben. Von Stalin bis Carter wurde die Verschlechterung der Währungen mit nachfolgender Abwertung der jeweiligen Einheit zur fragwürdigsten Waffe im Kampf gegen eine wirtschaftliche Abkühlung – gewöhnlich ohne nachhaltigen Erfolg.» (Lips, ebd., S. 144 f)
Die Enteignung der Werktätigen vor Augen, hatte Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Propaganda vom 15. Oktober keinerlei Hemmungen, zu versichern: «Der Staat war und ist die einzige Instanz, um das Vertrauen zwischen den Banken wiederherzustellen, und zwar zum Schutze der Bürger und nicht zum Schutze von Bankinteressen» (Zeit-Fragen, 20.10.08, S. 6). Da möchte man Merkel fragen, ob sie nicht weiss, dass der deutsche Bürger inzwischen längst mit 1’513 Milliarden Euro Staatsschulden «geschützt» wird! Stand: 17.9.2008 (Unabhängige Nachrichten27).
Warum die Welt eine auf Gold basierte Währung braucht
Es ist ein Jammer, dass Ellen Hodgson Brown in ihrem Buch «Der Dollar Crash» nichts von Ferdinand Lips weiss, obwohl sein Werk schon im Jahr 2002 mit dem Titel «Gold Wars» in New York erschien. Lips schreibt darin überzeugend, warum der Goldstandard die einzige Möglichkeit für ein stabiles Geldwesen ist. Auszug:
«Die Ignoranz dem Golde gegenüber führte 1944 zum Bretton-Wood-System und ebenso zu seinem Untergang. Ohne die Wiederholung der Fehler von 1914 oder 1923 hätten wir nie eine inflationäre Krise in den 1970er Jahren erleben müssen. Die Ölkrise der Neunzehnhundertsiebziger und die auf uns zukommende Öl- und Energiekrise des 21. Jahrhunderts sind primär Finanzkrisen. Die Unterdrückung des Goldes und die unbegrenzte Expansion von Fiat-Falschgeld haben zu den monetären, wirtschaftlichen und politischen Krisen und Kriegen des 20. Jahrhunderts geführt. Das Ende von Bretton Woods gebar die anhaltende und zukünftige Derivate-Krise. Da gewisse einflussreiche Kreise Goldgeld missachteten, wurden die Krisen der Welt fälschlicherweise, aber sehr wahrscheinlich absichtlich, dem Gold in die Schuhe geschoben.
Finanzmärkte können nur unter einem Goldstandard zufriedenstellend funktionieren. Die Geschichte hat gezeigt, dass unter dem Automatismus des klassischen Goldstandards die Währungsstabilität am höchsten war. Ungedecktes Papiergeld kann nur zu kurzlebigen Finanz- und Wirtschaftsblüten führen. Das Endresultat ist Inflation und Veruntreuung von Ersparnissen auf Kosten von Arbeitern, Rentnern und den Armen, die sich gegen diesen arglistigen Betrug nicht wehren können, Arbeitslosigkeit und schliesslich Krieg.
… Wenn auf der ganzen Welt Vollbeschäftigung vorherrscht, gibt es weniger Kriege und weniger Masseneinwanderung, denn die Welt ist ein wunderschöner Ort, und ihre Schönheit ist nicht auf ein paar wenige reiche Länder begrenzt. … Die Geschichte hat bewiesen, dass der freie Markt Gold und Silber als Geld gewählt hat. Geld kann und darf nicht auf Vertrauen und Versprechen von Regierungen beruhen, nur Geld, welchem Menschen nach freier Wahl ihr wirkliches Vertrauen schenken: Gold!
Bei ehrlichem Geld haben die Menschen Vertrauen in dessen Wirksamkeit jetzt und in der Zukunft. Aber es ist notwendig, dass sie das Schicksal selber in die Hand nehmen und Währungsgeschichte oder in anderen Worten monetäre Archäologie studieren. Was ist falsch gelaufen, und warum ist es falsch gelaufen? Es ist eine ausreichende historische Dokumentation vorhanden, aber Derartiges wird leider nicht an den Universitäten gelehrt.
… es gibt eine Menge brillanter Köpfe auf der Welt. Es sollte jedenfalls genug davon geben, die uns aus dem gegenwärtigen monetären dunklen Mittelalter herausholen könnten.
Ein positives Herantreten an diese Probleme würde zu Vollbeschäftigung, zu weltweiter Prosperität und Stabilität führen, aber auch zu einer Renaissance von Kultur und Moral. Gesetz und Ordnung würden zurückkehren.
Gold wird den Krieg letzten Endes gewinnen, aber warum nicht schon jetzt einen Waffenstillstand fordern? Lassen Sie uns hoffen, dass dies geschieht, bevor es zu spät ist, bevor zu viel Zeit und zu viele Leben vergeudet werden.» (Lips, ebd. S. 338 ff).
--------------------------------------------------------------------------------
Fussnoten
1 Deutschsprachige Buchausgabe «Bankrott ’95 – Die Schuldenkatastrophe der USA und das Ende des «American way of life», Ullstein, Frankfurt a. M., 1994
2 Bundesrat Merz, Chef des Finanzdepartements, ist nach schwerer Operation rekonvaleszent.
3 Ellen Hodgson Brown, «Der Dollar-Crash», Kopp Verlag, 638 Seiten, D-72108 Rottenburg, August 2008. Englischer Originaltitel «The Web of Debt», USA 2007. (Zu Fragen über die private US-Notenbank und zur Weltfinanzkrise ist dieses Buch das zur Zeit detailreichste.)
4 We are grateful to the Washington Post, the New York Times, Time magazine and other great publications whose directors have attended our meetings and respected the promises of discretion for almost forty years. It would have been impossible for us to develop our plan for the world if we had been subject to the bright lights of publicity during those years. But, the world is now more sophisticated and prepared to march towards a world-government. The supranational sovereignty of an intellectual elite and world bankers is surely preferable to the National auto-determination practiced in past centuries.
(Quelle: http://infowars.wordpress.com/2007/06/17/bilderberg-und-die-massenmedien/ )
5 SVP-Klartext http://www.svp.ch/?page_id= 1160&l=2
6 Weltwoche Nr. 43 vom 23. Oktober 2008, S. 14
7 Michel Chossudovsky, «Global brutal», Verlag Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 2002
8 Phoenix, Haus 82, A-6952 Sibratsgfäll (Österreich)
9 Lincoln (1861–1865), Garfield (1881) und John F. Kennedy (1961–1963) waren US-Präsidenten. Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, über jeden Mord einzeln zu berichten. Der Interessierte wird im Weltnetz fündig werden. Hier sei nur noch an den wenig bekannten Fall Ivar Kreuger erinnert: Dieser schwedische Unternehmer und Financier war 1931 als einziger bereit, das vom Bankhaus J. P. Morgan und der Bank von England verhängte Kreditembargo gegen die Weimarer Republik zu brechen. 1932 fand man ihn tot in einem Pariser Hotel.
10 Meist langfristige, festverzinsliche Geldbeschaffung durch öffentlichrechtliche Körperschaften, bes. Staaten oder Gemeinden, oder private Gesellschaftsunternehmungen. Die Gläubiger erhalten auf Inhaber oder Namen ausgestellte Schuldverschreibungen (Anleihepapiere), die die Rückzahlungs- und Zinsbedingungen enthalten. Die Zinsen werden in der Regel halbjährlich nach einem festen Satz gezahlt.
11 Ellen Hodgson Brown, a.a.O., S. 238 f
12 Die Schweizerische Nationalbank (SNB) regelt die Geld- und Währungspolitik des Landes im Einklang mit den Erfordernissen einer gesunden Entwicklung der Volkswirtschaft unter Einhaltung eines stabilen Geldwertes im Inland.
13 Ellen Hodgson Brown: «Das mag dazu geführt haben, dass man Deutschland statt [durch die Kontrolle des internationalen Goldstandards] durch Kriegführung kontrollieren musste.» (a. a. O., S. 283)
14 Martin Allen, «Churchills Friedensfalle», Druffel Verlag, Stegen/Ammersee, 2003
15 Adolf Hitler, «Mein Kampf» (I, 220ff, Volksausgabe S. 229)
16 Ellen Hodgson Brown, a.a.O., S. 159
17 Eustace Mullins, «Die Bankierverschwörung», Common Sense Union, New Jersey, USA, 1954. Deutsche Übersetzung im Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur, Struckum/Nordfriesland, 1983.
18 F. William Engdahl, «Mit der Ölwaffe zur Weltmacht – Der Weg zur neuen Weltordnung», Steinherz, Wiesbaden, 2000.
19 Dieter Stiefel, «Finanzdiplomatie und Weltwirtschaftskrise: Die Krise der Creditanstalt für Handel und Gewerbe, 1931», Frankfurt a. M., 1989, bei Fritz Knapp. Zitiert nach F. William Engdahl, a. a. O., S. 122.
20 «Mensch und Recht» Nr. 85, Sept. 2002. Quartalszeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention (SGEMKO). Redaktion: Ludwig A. Minelli, Postf. 10, 8127 Forch (ZH).
21 Hans R. Bachofner, «Verfassungstreue und Verfassungsbruch», dargestellt am Problem der Überfremdung und Übervölkerung der Schweiz, Eigenverlag, Zürich 1974
22 Ferdinand Lips, «Die Goldverschwörung», Kopp, Rottenburg, 2003
23 Richard M. Salsman, «Gold and Liberty», (Great Barrington, MA: American Institute for Economic Research, 1995), S. 73 (zitiert nach Ferdinand Lips, a. a. O., S. 118)
24 Wandelanleihe, Schuldverschreibung einer Aktiengesellschaft, bei der den Gläubigern (Obligationären) das Recht eingeräumt wird, ihre Obligationen von einem best. Zeitpunkt an und zu im voraus bekannten Bedingungen in Beteiligungsrechte (Aktien, Genussscheine u.a.) umzuwandeln. In der W. ist der Vorteil der festen Verzinsung mit der Möglichkeit des Umtausches in einen Sachwert (z.B. bei sinkendem Geldwert und steigenden Aktienkursen) verbunden. Dem Unternehmen bietet die Ausgabe einer W. den Vorteil grösseren Interesses bei einem breiteren Publikum. Bei einer Pflichtwandelanleihe hat der Besitzer keine Wahl. Die Anleihe wird am Verfalltag auf jeden Fall nach den vereinbarten Bedingungen umgewandelt.
25 1936 wurde die Nationalbank (SNB) von der Verpflichtung enthoben, ihre Noten in Gold einzulösen. Als Folge dieser Massnahmen verloren die Goldmünzen, obwohl sie nicht ausser Kurs gesetzt wurden, faktisch ihren Kurswert. Der Goldwert der 20-Franken-Münze stieg durch die Abwertung auf rund 28 Franken. Damit verschwand das «Vreneli» vollständig aus dem Zahlungsverkehr und erhielt den Charakter einer Handelsware. Es wurde fortan vornehmlich gehortet.
26 Goldenes Zeitalter, im Griechischen, aus dem Orient stammender Mythos. Bezeichnung für die glückliche Urzeit des Menschengeschlechtes. Auch das Augusteische Zeitalter wird G. Z. genannt.
27 «Bund der Steuerzahler», zitiert nach Unabhängige Nachrichten 9/2008, Postfach 10 17 06, D-46017 Oberhausen.
--------------------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------------------
Presseclub Schweiz, Postfach, CH-4008 Basel © Nachdruck unter vollständiger Quellenangabe gestattet.
Ende des Geldbetruges
Zusammengestellt und kommentiert
von E. Indlekofer
Der amerikanische Wirtschaftsexperte Harry E. Figgie war der erste, der in seinem gemeinsam mit Gerald Swanson geschriebenen Buch «Bankruptcy 1995 – The Coming Collapse of America and How to Stop It»1 schon vor 13 Jahren den Zusammenbruch des US-Finanzsystems angekündigt hatte, sofern nicht eine radikale Kurskorrektur erfolge, schränkte Figgie ein (vgl. dazu «Wall Street-Kapitalismus» in Recht+Freiheit vom 13.6.1997. Doch statt der dringend nötigen Kurskorrektur trieb die Hochfinanz ihren Raubtierkapitalismus noch weiter voran. Als vorläufiges Resultat erleben wir Bankenzusammenbrüche, gefolgt von staatlichen Rettungsaktionen und Ratlosigkeit.
Das einzige, das wir heute schon wissen, ist, dass wir uns trotz Rettungsaktionen auf härtere Zeiten gefasst machen müssen. Die Derivaten- und Kreditkartenkrise stehen uns noch ins Haus und damit auch die zweite Bankenkrise. Wenn man weiss, dass sich die ausstehenden Hypotheken in den USA auf über 10’000 Milliarden Dollar belaufen, wird schnell klar, dass die bisherigen Rettungsmassnahmen allein die Finanzkrise nicht beheben können. Die exzessive US-Staatsverschuldung und das Geldmengenproblem (fiat money) tragen ihr übriges dazu bei und könnten sich für das globale Bankensystem noch als schwerwiegender herausstellen, als alles Bisherige.
(«Fiat money» ist eine blasphemische Anspielung auf den Schöpfungsakt bei der Erschaffung der Welt: «fiat lux» – es werde Licht! So wird die endlose Gelderzeugung durch die Banken «es werde Geld!» genannt.)
US-Senator Warren B. Rudman schrieb im Vorwort zu obigem Buch:
«Die Schuld am wirtschaftlichen Zusammenbruch unseres Landes … wurzelt in nicht geringem Masse in einer Verschwörung des Schweigens unter den Präsidentschaftskandidaten, den meisten Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und des Senats. Diesem Schweigen wiederum liegt die Furcht zugrunde, Wählerstimmen und Wahlen zu verlieren, wenn diese Probleme angesprochen werden und dem amerikanischen Volk der Ernst der Lage vor Augen geführt wird.»
Ach wie gut, dass wir nicht in Amerika leben, keine Verschwörung des Schweigens kennen und die Medien uns täglich über alles informieren. Oder über fast alles, wie weiter unten zu lesen sein wird. Auch die folgenden Sätze in der Einführung zum erwähnten Buch bekamen wir nie zu hören, obwohl sie für alle Länder Europas höchsten Stellenwert haben müssten:
«Um dieses Land zu retten, müssen Politiker bereit sein, ihre politische Karriere aufs Spiel zu setzen, und Bürger müssen bereit sein, von den Regierenden Wahrheit einzufordern und selbst Opfer zu bringen. Denn eines ist gewiss: Diese Opfer werden ein Kinderspiel sein, verglichen mit dem, was sonst auf uns zukommt.»
«Dieses Problem … wird sich zu einem Albtraum auswachsen, gegen den sich die Wirtschaftskrise der dreissiger Jahre als gemütlicher Sonntagsspaziergang ausnimmt.»
Das grosse Schweigen
«Das Risiko eines totalen Systemzusammenbruchs ist so gross wie nie zuvor» prophezeite der US-Ökonom Nouriel Roubini von der New Yorker Stern School of Business einige Tage bevor die US-Regierung an dem todkranken Unsystem einen lebensrettenden «Bypass» von 600 Milliarden Dollar vornahm.
Chefredaktor Roger Köppel frohlockte in der Weltwoche vom 16. Oktober verfrüht mit der Prognose «Die Schweiz gehört zu den Gewinnern». «La crise n’existe pas» («Die Krise existiert nicht»), stand auf der Titelseite. Solche Fehleinschätzungen stellen sich ein, wenn man seine Leserschaft für unmündig hält, um die ganze Wahrheit zu wissen, und der Auflage zuliebe bequem in der Mitte des Flusses schwimmt, wo die «political Correctness» als Pseudorettungsring mitschwimmt. Als ob die Wahrheit nicht früher oder später doch ans Licht des Tages käme. Am Freitag, 17. Oktober, war es soweit: Die Wahrheit, vielmehr ein erster blasser Schimmer davon, kündigte sich an: «Bund eilt UBS mit Milliarden zu Hilfe». Bundesrätin Widmer beeilte sich zu beruhigen, die 70 Milliarden Staatshilfe werde nicht aus Steuergeldern bezahlt. Man traut seinen Ohren nicht! Nimmt jemand an, die Interimsfinanzchefin2 ziehe die UBS mit ihrem eigenen Geld aus dem Sumpf? Es wäre doch mehr als verwunderlich, wenn die faulen Hochrisikopapiere zum Nominalpreis verkauft werden könnten. Und wo in 30 Monaten der Kurs der UBS-Aktie steht, bleibt abzuwarten.
Übrigens hat die staatliche Rettungsaktion der UBS einen berühmten Vorgänger: Im Jahr 1931 sah sich die Österreichische Zentralbank und damit der österreichische Staat gezwungen, der Wiener Creditanstalt in der grössten Bankenpleite in der Geschichte beizuspringen. Zuerst hatte die Creditanstalt durch kleinere Bankenübernahmen stark expandiert und viele insolvente Betriebe gingen in ihren Besitz über. Als sie in Verhandlungen zwischen Wien und Berlin auf eine österreichisch-deutsche Handels- und Zollunion abzielte, um die Weltwirtschaftsdepression zu bekämpfen, wurde ihr auf Anweisung des französischen Aussenministers Briand von den französischen Banken der Kredithahn zugedreht. Gerüchte über einen Ansturm der Sparer auf die Creditanstalt besorgten den Rest. Die Kreditkrise erfasste ganz Europa.
Das Finanzsystem in seinen spekulativen Verrenkungen scheint so kompliziert zu sein, dass die Weltwoche für die Ausgabe vom 2. Oktober 2008 sechs «Wissende» aufbieten musste, um einen mehrseitigen Bericht zusammenzuschustern. Das Titelblatt zeigte die amerikanische Freiheitsstatue hinter der Maske von Karl Marx, in seiner linken Hand «Das Kapital» und in der hochgestreckten Rechten Sichel und Hammer, Symbol der roten Gewaltherrschaft von Lenin bis Stalin. Gewaltherrschaft! Symbolisch, doch ungewollt angedeutete Gewaltherrschaft! Das wäre ein Anfang zum Durchbruch der Wahrheit gewesen, doch es blieb dabei. Eine Lösung aus der Finanzkrise wussten die sechs Herren alle zusammen nicht. Doch es gibt sie: Nämlich die Rückkehr zum Goldstandard und die Abkehr vom Leihkapital, mit dessen Zinssystem die Hochfinanz gleich einem Vampir alle Völker dieses Planeten aussaugt, für sich selbst atemberaubende Vermögen scheffelnd.
Man stelle sich nur einmal vor, dass «99 Prozent der US-Geldmenge mit Zinsen privaten Kreditgebern geschuldet ist, und das Geld für die Zinszahlungen erst dann zur Verfügung steht, wenn neue Kredite zur Zahlung dieser Zinsen aufgenommen werden.» (Ellen Hodgson Brown, «Der Dollar-Crash»3, S. 435) Mehr dazu weiter hinten bei der Betrachtung zur Abschaffung des Zinses.
Redaktioneller «Verkehrsunfall»?
Für einmal die grosse Ausnahme mit der Geheimniskrämerei um das Geld und seinem verderblichen Zinseszins des Leihkapitals machte am 23. September 2008 die Basler Zeitung. Im Wirtschaftsteil liess sie in einem Interview mit dem Titel «Die Rechnung kann nicht aufgehen» Margrit Kennedy (ehem. Professorin für Stadtökologie) zu Wort kommen. Diese deutsche Ökologin (68) hat sich intensiv mit Geldfragen befasst. Sie sagt, die Banken sollten endlich lernen, dass Geld nicht arbeitet, und sie schlägt vor, die Zinsen weitgehend abzuschaffen. Der Zinseszins führe dazu, dass die Geldmenge zunächst langsam, dann aber rapid (exponential) zunimmt. Da aber die reale Wirtschaft langfristig nicht mithalten könne, fehlt dem Geld seine wertmässige Deckung. Geld sei nicht mehr bloss Tauschmittel. Es sei zum Spekulationsobjekt geworden. Die Menschen können den Preis für die geforderten Renditen nicht mehr zahlen. Die Hausbesitzer in den USA hätten nie Kredit bekommen, wären die Banken nicht auf eine schnelle Rendite aus gewesen.
Margrit Kennedy führt uns mit dem Beispiel des «Joseph-Rappen» die arbeitslose Geldvermehrung durch den Zinseszins anschaulich vor Augen: Hätte Joseph zur Zeit von Christi Geburt einen Rappen angelegt, und wäre dieser seither mit durchschnittlich fünf Prozent verzinst worden, wäre aus diesem Rappen mit Zins und Zinseszins im Jahr 1990, gemessen am damaligen Goldpreis, der Wert von 134 Milliarden (!) Kugeln Gold vom jeweiligen Gewicht dieser Erde entstanden. Ohne Zins auf den Zins, also den Zinseszins, aber nur gerade ein Franken.
David Rockefeller dankt US-Zeitungen
Weltbankier David Rockefeller wurde am 12. Juni 2008 93 Jahre alt. In einem Interview (Weltwoche Nr. 16, 2008) sagte er: «Man hat mir oft vorgeworfen, Teil einer Gruppe internationaler Banker und Kapitalisten zu sein, welche die Weltwirtschaft kontrolliert. Ich galt sogar als Kopf einer solchen Verschwörung. Doch das trifft nicht zu.»
Wir möchten es ihm ja gerne glauben, aber vielleicht ist er im Alter ein wenig vergesslich geworden. Von David Rockefeller ist bekannt, dass er regelmässig an den streng geheimen Bilderberger-Treffen teilnahm. Auf dem Treffen 1991 in Baden-Baden dankte er der Washington Post, der New York Times und der Zeitschrift Time für die «vierzig Jahre lange vertrauliche Behandlung der angestrebten ‹Neuen Weltordnung›». «Ohne diese Unterstützung wäre die Entwicklung und Durchführung nicht möglich gewesen», sagte er. Und: «Die überstaatliche Souveränität einer intellektuellen Elite von Weltbankiers ist sicherlich der bisher praktizierten nationalen Selbstbestimmung vorzuziehen.» [Und dem billiardenfachen Steuerbetrug?] Englischer Originaltext siehe Fussnote4. Erstaunlicherweise wird Rockefellers Ankündigung sogar auf der SVP-Internet-Seite «SVP-Klartext, die Zeitung des Mittelstandes» bestätigt.5 Warum weiss die Weltwoche nichts davon!
Bis auf Eisenhower zurück beriet Rockefeller, der frühere Chef der Chase Manhattan Bank, jeden US-Präsidenten in internationalen Belangen. Besonderes Glück scheint er dabei nicht gehabt zu haben: Angriffskriege auf Jugoslawien, auf Irak und Afghanistan sowie der Zusammenbruch namhafter Banken in den USA und Europa sind das vorläufige Resultat der von ihm erwünschten «überstaatlichen Souveränität». Auch unsere Regierung beugte sich ihm und hat den Internationalismus mit Lug und Trug in unsere, angeblich nur sprachlich nachgeführte und neu geordnete Verfassung eingebracht.
Wenn man von Rockefellers Bemühungen zur Beseitigung der Selbstbestimmung der Völker weiss und rund sieben Monate nach dem Interview im selben Wochenblatt von Karl Lüönd, dem «Grossen im Schweizer Mediengeschäft», wie er genannt wurde, über die «aufklärerische Potenz der unabhängigen Medien»6 aufgeklärt wird, könnte man ins Grübeln kommen. Mit etwas hat er allerdings recht: «Nicht einmal die Hälfte der Wirtschaftsjournalisten in diesem Lande» sei «fachlich in der Lage, eine Bilanz zu lesen, geschweige denn hochkomplexe Vorgänge im Bankenbereich sachgerecht zu interpretieren.» Doch macht es dieser «Grosse» besser?
Kampf gegen die Hochfinanz
In den aktuellen Berichten über die Finanzkrise, die von den USA nach Europa übergeschwappt ist und die sich Schlag auf Schlag wiederholenden Bankenzusammenbrüche wird, als ob es eine geheime Absprache gäbe, tunlichst vermieden, von der Verzinsung des Leihkapitals zu sprechen. Als ob Hypotheken aus reiner Barmherzigkeit gewährt würden. Um davon abzulenken, wird vom Wertzuwachs der Liegenschaften gesprochen (und neulich von Bonuszahlungen), was für die Banken den Handel mit Hypotheken lukrativ mache. Doch die Wertzunahme von Liegenschaften ist relativ, sie kann stagnieren oder sich sogar in eine Wertverminderung umkehren, je nach Zustand der Gesamtwirtschaft. Doch davon allein haben die «Geldgierigen», wie sie von der Presse allenthalben genannt werden, keinen Nutzen. Was ihnen auf Nummer sicher bleibt, ist der nie versiegende Strom des Leihzinses. Bei Insolvenz des Hypothekarschuldners auch die Liegenschaft selbst. Desgleichen der Börsengewinn beim Verkauf der zu Paketen gebündelten guten und schlechten Hypotheken (Subprimes). Zu Schaden kamen (und kommen weiterhin) in erster Linie die Käufer der Subprimes. Doch über die Zinsknechtschaft des Leihkapitals herrscht bei den Medien eisiges Schweigen. Einzige Ausnahme, die wir als Panne im Redaktionsbetrieb deuten, machte die Basler Zeitung mit ihrem Interview mit Professorin Margrit Kennedy.
Wenn man ihren Namen liest, taucht vor unserem inneren Auge der schreckliche Präsidentenmord von Dallas auf. Und wie wir wissen, blieb es nicht bei diesem einen Mord! Nach John F. Kennedy wurde der angebliche Attentäter Lee Harvey Oswald vor den Augen eines Dutzends von Polizisten und Geheimdienstlern von Jack Ruby niedergeschossen. Ruby «verstarb» kurz darauf im Spital. Kennedys Bruder Robert liess nicht locker und betrieb eigene Nachforschungen. Rund zwei Jahre nach John F. wurde Robert Kennedy anlässlich einer Wahlveranstaltung am 4. Juni 1968 in Los Angeles inmitten einer Menschenmenge des Hotels Ambassador niedergeschossen. Die Ermordung John F. Kennedys wurde gleich einem Kokon versiegelt und die Wahrheit darin eingesperrt.
Wie in den Jahren darauf durchgesickert ist, versuchte US-Präsident Kennedy, die Privatbankiers der Federal Reserve zu entmachten, indem er staatseigene Banknoten (Greenbacks) in Umlauf brachte. Damit sprach er sein Todesurteil. Oswald wurde bloss vorgeschoben. Er diente zur Ablenkung und Verschleierung von Spuren. Nachfolgepräsident Lyndon B. Johnson hatte nach Einsetzung in sein Amt nichts Eiligeres zu tun, als diese Banknoten der Vereinigten Staaten durch solche der Federal Reserve zu ersetzen.
Frühe Ankündigung des Zusammenbruchs
Gegen die Wall Street-Banken herrscht seit Jahren tiefes Misstrauen. Oswald J. Grübel, vormaliger Konzernchef der Credit Suisse Group, sieht darin den Grund, warum der Rettungsplan von Finanzminister Henry Paulson im ersten Anlauf abgelehnt wurde. Die Globalisierung habe viel Wachstum gebracht, sagt Grübel. Aber die Abwendung vom globalen Bankengeschäft wird die Globalisierung stoppen.
Ob sie auf einer soliden Basis steht, darf ohnehin bezweifelt werden. Die Wall Street ist dafür bekannt, dass sie Staatsunternehmen oder öffentliche Versorgungsbetriebe bewertet, z.B. über die Rating-Agentur Standard & Poor’s. Kanadische Provinzen mit zu wenig Eigenkapital waren durch ihre zu tiefen Bewertungen gezwungen, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialleistungen zu kürzen. Im Rahmen des von der Wall Street aufgezwungenen kanadischen Privatisierungsprogramms kamen grosse Teile des Staatseigentums unter den Hammer, schreibt Michel Chossudovsky in seinem Buch «Global brutal, der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg»7. Auch die Teilprivatisierung der Schweizerischen Post, vormals der weltweit zuverlässigste und am besten funktionierende staatseigene Postbetrieb, lässt ähnliche Zwangsmassnahmen vermuten. Heute ist die Qualität der Post trotz Preiserhöhungen so heruntergekommen, dass es möglich geworden ist, dass sie einen A-Postbrief, adressiert «An die Gemeindeverwaltung», trotz korrekter Postleitzahl und Ortschaft als «unzustellbar» (sic!) dem Absender zurücksendet!
Über die Auswirkungen der Globalisierung schreibt Chossudovsky:
«In praktisch allen Sektoren der westlichen Wirtschaft werden Produktionsstätten geschlossen und Arbeitnehmer entlassen. Bauern in Nordamerika und Westeuropa droht der Bankrott. Unternehmen der Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie werden umstrukturiert, die Kohlenbergwerke in Deutschland und Grossbritannien geschlossen, die Autoproduktion wird nach Osteuropa und in die Dritte Welt ausgelagert. Die Rezession in der Industrie wiederum schlägt auf das Dienstleistungsgewerbe durch: Deregulierung und der Zusammenbruch grosser Fluglinien, der Konkurs grosser Einzelhandelsketten, der Kollaps der Immobilienbereiche in Tokio, Paris und London waren die Folge. Und der Sturz der Immobilienwerte hat zu Kreditausfällen geführt, was wiederum das gesamte Finanzsystem erschütterte. In der Reagan-Thatcher-Ära ging die Rezession mit mehreren Bankrottwellen kleiner Unternehmen, dem Zusammenbruch lokaler Banken (z.B. in der Sparkassenkrise in den USA) und einer Flut von Unternehmensfusionen einher, die den Absturz der Börse am «Schwarzen Montag», dem 19. Oktober 1987, noch verstärkte. In den 90er Jahren trat die globale Wirtschaftskrise mit einer Fusionswelle von Grosskonzernen in eine neue Phase, die in einem weltweiten Finanzcrash gipfelte.» (ebd. S. 303)
Gesetzliche Vorrechte für Einzelne
In der Schrift «Volksgeld statt Leih- und Zinsgeld» schreibt Albert Lämmel aus Rastatt (BRD):
«Was man heute unter dem in Jahrtausenden gewachsenen Demokratiebegriff verstehen mag: Für die Menschen von heute bedeutet Demokratie ganz einfach «Allgemeine Gerechtigkeit». Gerechtigkeit für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft.
Damit hat sich ein für die grosse Mehrheit der Menschen gültiger politischer Begriff entwickelt, an dem man das Tun und die Ergebnisse der politischen Verwaltung, der Verantwortlichen für das Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft messen und beurteilen kann.
Allgemeine Gerechtigkeit geht, wie unter Umständen allgemeines Unrecht, unbestritten von Gesetzen aus. Gesetzliche Vorrechte für Einzelne sollte es auf keinen Fall geben. Wenn es jedoch Gesetze gibt, die Vorrechte für Einzelne oder Gruppen schaffen, so ist allgemeines Unrecht programmiert.
Schon Aristoteles forderte, ‹den Staat nach allgemeinen Interessen – nicht nach denjenigen Einzelner – zu schaffen, wozu eine Verfassung dient, die allen Bürgern gleiches Recht gewährt, andernfalls sich die Bevorzugten immer unerträglichere Vorrechte anmassen.›
Besonders schwerwiegend ist es, wenn solche Gesetze von der Allgemeinheit fast unbemerkt bleiben. Ein solches Gesetz ist zum Beispiel das [deutsche] Notenbankgesetz, BGBL. 33/1957.
Obwohl demokratische Geldgesetze die Grundlage für das gedeihliche Zusammenleben für Menschen und Völker sind, hat es eine gerissene Clique verstanden, die Volksvertreter nach massiver Gehirnwäsche zur Annahme dieser Gesetze zu bewegen. (Mullins «Bankierverschwörung») [Wir kommen weiter unten darauf zurück.]
Geld – das einzige Organisationsmittel des Zusammenlebens, das nationale und internationale Teilungs- und Verteilungsmittel zum Leistungsaustausch, bedarf zu seiner gerechten und zufriedenstellenden Funktion in ganz besonderem Mass allgemeingültige Bestimmungen.
Nun gewähren aber die Notenbankgesetze nahezu weltweit gewissen Banken Geldbezugsvorrechte aus der Notenbank zum zinsbehafteten Verleihen dieses Geldes an die Allgemeinheit. Dieses Privileg, dieses Vorrecht, wird, obwohl es den Grundsatz von Demokratie gröblich verletzt, von der nationalökonomischen Schulwissenschaft unter verantwortungslosem Verschweigen und geistigen Verrenkungen gedeckt. Die Proteste namhafter Wissenschaftler verhallten bisher ungehört. Doch zunehmend formt sich in der Politik Widerstand, besonders von Parteien, die sich der sozialen Gerechtigkeit auch aus nationaler Verantwortung verpflichtet fühlen. Nur aus solcher Politik kann neues Gemeinschaftsgefühl und soziales Gemeinschaftsleben erwachsen. Nur auf der Grundlage solcher Politik kann auch die Hoffnung der Menschen und Völker ruhen.»
Ein drohender Staatsbankrott
Island war von der globalen Finanzkrise Anfang Oktober am meisten betroffen. Um einen drohenden Staatsbankrott zu vermeiden, verabschiedete das Parlament Notstandsgesetze. Der Staat übernahm 75 Prozent der drittgrössten Bank Glitnir und die Finanzaufsicht setzte sich ans Ruder des Geldinstituts Landsbanki, der zweitgrössten isländischen Bank. Weitere Gesetze zur Kontrolle und Steuerung der Banken bedeuten eine de facto-Verstaatlichung des isländischen Bankwesens.
Ein Staatsbankrott hätte die vollständige oder teilweise Nichterfüllung der vertragsmässig übernommenen Schuldverbindlichkeiten seitens Islands gegenüber seinen Gläubigern bedeutet. Der Staatsbankrott ist dasselbe wie der Konkurs eines Unternehmers, jedoch mit viel weitergehenden Auswirkungen. Ein Bankrott bedeutet immer auch, dass Gläubiger zu Schaden kommen. Doch beim Nichtzahlen ergaunerter Guthaben, selbst wenn sie zu Schuldverbindlichkeiten geführt haben, entsteht den «Gläubigern» kein Schaden, denn «Der moderne Kapitalismus ist das höchste Stadium der organisierten Kriminalität» (Phoenix8 4/2008). Alt Ständerat Helmut Hubacher (SP) schrieb, die fehlbaren Bankiers müssten ins Gefängnis. Man ginge der Gerechtigkeit aber aus dem Weg, sie sei blind (Basler Zeitung, 10.10.08, S. 4). Hubacher hat recht: Die Börsengewinne haben sich ja nicht in Luft aufgelöst, sie wurden bloss in andere Säcke umverteilt. Im Schweizer Strafgesetzbuch lesen wir: «Wer Vermögenswerte beiseite schafft oder verheimlicht, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft» (Art. 163 StGB). Auch Kurt Schiltknecht, ehemaliger Chefökonom der Nationalbank, versteht nicht, weshalb die Bankenaufsicht nicht einschritt, als die für die Riesenverluste bei der UBS verantwortlichen Führungskräfte nach ihrem Abgang noch Bonuszahlungen in Millionenhöhe erhielten (Weltwoche Nr. 38, 2008, S. 14). Doch die Erfahrung lehrt, dass Gesetze nur für die kleinen Leute gedacht sind, die ganz grossen Verbrecher lässt man unbehelligt. Wer will denn schon, weil er Sand ins politische Getriebe streut, zu Tode kommen, wie Abraham Lincoln, James Garfield, Ivar Kreuger, John F. Kennedy und sein Bruder Robert, Olof Palme, Uwe Barschel, Rohwedder, Alfred Herrhausen, Jürgen Möllemann! (und jüngst Jörg Haider?)9
Ein Staatsbankrott kann zum Segen eines ganzen Volkes werden, wenn sich Staatsanleihen10 in Luft auflösen und dadurch Staatssteuern vermindert werden oder ganz wegfallen. Das von den Werktätigen erwirtschaftete Volksvermögen findet dann nämlich nicht mehr den Weg in die Säcke von Spekulanten, sondern kommt den Staatsbürgern selbst zugute. Das Auffüllen der entstandenen Finanzlöcher in Milliardenhöhe – der IWF sprach Anfang Oktober von Verlusten von 1,4 Billionen Dollar (1’400 Milliarden) allein in den USA, womit der Höhepunkt aber noch nicht erreicht sei (BaZ 8.10.08) – führt uns die Unsinnigkeit des jetzt zusammenbrechenden Finanzsystems mit seiner Zins- und Steuerschinderei (z.B. Eigenmietwert usw.) vor Augen.
Der Staat verhält sich gegenüber seinen eigenen Bürgern in höchstem Masse unsozial, wenn nicht sogar kriminell. Höchstzinssätze bei Schulden, lächerliche Bruchteile von Prozenten für Guthaben. Behörden mit raubgierigen Mahngebühren von 40 – 50 Franken für mit Computer gedrucktem Standardbrieftext, der inklusiv Postgebühr nicht mehr als drei Franken fünfzig pro Exemplar kostet. Legalisierte Taschendieberei auf leeren Autostrassen ausserorts mittels Radar-Geschwindigkeitsmessung.
Spareinlagen und Bonusverbote
Volkswirtschaftlich mag es richtig sein, wenn private Sparguthaben bis zu einer Höchstgrenze durch Staatsgarantien gesichert werden, weil ihr panikartiger Rückzug in grossem Ausmasse weitere Bankenzusammenbrüche auslösen und eine um so verschärftere Wirtschaftskrise hervorrufen würde.
Freilich kann man Spareinlagen garantieren, nicht aber ihren realen Wert. Was nützt dem Sparer die Staatsgarantie für sein kleines Bankguthaben, wenn dieses infolge inflationärer Wirtschaftslage bald nur noch die Hälfte oder noch weniger wert ist? Bei einer Hyperinflation noch ein Zehntel? Wenn er für den Mietzins, die Lebensmittel oder Bekleidung das Doppelte oder Zehnfache bezahlen muss?
Von der Empfehlung zur Erhöhung der Staatsgarantie profitiert an erster Stelle die Hochfinanz durch die von ihr globalisierte Weltwirtschaft, der alle Völker zur Ausbeutung überlassen werden. Wichtige Werkzeuge dafür sind die Welthandelsorganisation (WTO) und der Internationale Währungsfonds (IWF), wofür Michel Chossudovsky in oben erwähntem Buch «Global brutal» belastende Beweise liefert. Staatsgarantien gehen immer zu Lasten der Allgemeinheit; im Schadenfall zahlt also niemand anderes als der Steuerzahler. Die Verursacher des Schadens selbst bleiben unbehelligt.
Vernünftiger, aber nicht im Interesse des (noch) herrschenden Geldsystems, wäre es, Sparguthaben – wenigstens teilweise – gegen wertbeständige Objekte wie Gold einzutauschen. «Die Anlegerflucht ins Gold hat gestern einen Rekordpreissprung ausgelöst. Der Preis kletterte bis auf 893,05 Dollar je Unze. Damit ist Gold binnen eines Tages um mehr als 100 Dollar teurer geworden», schrieb die Gratiszeitung «.ch» (Punkt ch) am 19.9.2008. Und die Basler Zeitung am 23.9.2008: «Gold rückt in den Fokus. Das Interesse am gelben Metall wird hoch bleiben.» Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass Gold starker Kursmanipulation ausgesetzt ist, doch ist es auch heute noch der beste Wertspeicher und es dürfte mit einem längerfristig anhaltenden Kursanstieg zu rechnen sein. Bei der Preisentwicklung achte man zuerst auf den Dollarpreis pro Unze, denn die Kurse in nationalen Währungen sind vom Dollarkurs beeinflusst.
Sofern man Geld im Überfluss hat, ist solches auch in Grundstücken gut angelegt. George Soros hat von seinem Milliardengewinn aus der Spekulation gegen die europäischen Währungen im Jahre 1992 400’000 ha (= 4’000 qkm) Grund in Argentinien «erworben». Eine Fläche, grösser als die Insel Mallorca mit 3’618 qkm und 350’000 Einwohnern. Zur Befriedigung seiner Geldgier setzte seine Quantum Group mit der Citibank zusammen 60 Milliarden Dollar ein und stiess Grossbritannien und Italien in den Abgrund. 1997/98 verursachte Soros die asiatische Währungskrise. Gemäss dem britischen The Economist gibt es Investoren deren Vermögen ein Vielfaches dessen beträgt, was Soros besitzt. Dieser rechtfertigt seine masslose Geldgier, indem er auf jene verweist.11
Lassen wir noch einmal Margrit Kennedy zu Wort kommen, deren Erklärung keinen Zweifel am unsozialen Geldsystem aufkommen lässt:
«Die jetzige Finanzkrise führt dazu, dass es grundlegend andere ökonomische Theorien geben wird. Denn auch ohne spektakuläre Katastrophen geht die Rechnung nicht auf. Wir alle zahlen täglich für den Zins. Es ist ein grosser Irrtum zu glauben, nur wer Kredit aufnimmt, müsse Zinsen bezahlen. Bei jedem Einkauf im Supermarkt zahlen wir [nebst den normalen Gestehungskosten auch noch] den Zins, den es braucht, um zum Beispiel einen Liter Milch herzustellen: Von den Kapitalkosten für die Landmaschinen des Bauern über die Investitionen der Molkerei bis zum Mietzins des Detailhändlers. Durchleuchtet man sämtliche Lebenshaltungskosten auf den darin enthaltenen Zinsanteil in der Produktionskette, zahlen die Familien in Deutschland und in der Schweiz im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Prozent an Zinsen [der Prozentsatz schwankt, je nach Wirtschaftsstandort]. Wohlgemerkt, ohne selbst Schulden zu haben. Bis zur Hälfte arbeiten wir also allein, um die Zinsforderungen unseres Geldsystems zu befriedigen.»
Die Anhänger der SP und Juso wissen nichts davon. Anlässlich der unbewilligten Demonstrationen vom 23. Oktober gegen die «Abzocker» (Zürich) und «gegen den Kapitalismus» (Basel) waren die Linken unter sich allein. Eine vornehme Zürcher Passantin mit Goldschmuck sagte: «Diese Demonstration ist eine gute Sache, jemand muss den Anfang machen – wir normalen Passanten wehren uns ja nicht.» Auf dem Paradeplatz wurde eine Zeitung «Weltrevolution» verkauft. Der kommunistische Aufbau war mit dabei, die Unia schwenkte rote Fahnen. Einige gute Ansätze in ihrem politischen Verständnis sind vorhanden: Die Juso ist «gegen Videoüberwachung» und für ein «Ende der militärischen Öffnungspolitik», mehr nicht. Hauptsächlich stören sie sich an den Bonuszahlungen der «Milliarden-Abzocker», denen der Bund jetzt auch noch unter die Arme greift. In Basel, ein wenig näher an der Realität, skandierten die Demonstranten vor dem Eingang der UBS «‹Das Kapital› trägt die Schuld an Krieg und Wirtschaftskrise». (BaZ, 24.10.08, S. 1, 8 und 25).
Doch weder in Zürich noch Basel wurde der Hauptverursacher aller Finanzkrisen beim Namen genannt: Nämlich das alles niederreissende Leihkapital mit seinem ins Unendliche wachsenden Zins. Geld soll kein Geld gebären können, hiess es in einem altrömischen Rechtssatz. Und nach dem Ersten Weltkrieg schrieb Gottfried Feder im Februarheft 1919 der «Süddeutschen Monatshefte», München:
«Alle menschlichen Erzeugnisse, ja alle irdischen Dinge überhaupt, sind dem ewigen Weltgesetz von Werden und Vergehen untertan. Jedes Ding nützt sich ab. Alles altert und verfällt schliesslich in Staub; nur allein das Leihkapital sollte ewig sein, und nicht nur ewig unveränderlich, sondern ewig ins Ungemessene wachsend.»
Wer heute immer noch glaubt, mit verschränkten Armen vor dem Fernseher sitzen zu können, betrügt sich selbst. Es braucht den allgemeinen Volksaufstand gegen das herrschende Geldsystem!
Beschwichtigungspolitik
In den vergangenen Monaten brachten die Zeitungen öfters Beiträge von Kurt Schiltknecht. Der ehemalige Chefökonom der Schweizerischen Nationalbank12 ist eine ehrbare und gewissenhafte Persönlichkeit, die Respekt verdient. Auch jetzt, wenn er über das Wenn und Aber der Finanzkrise schreibt. Seine Berichte tönen immer leise und sanft. Er hebt hervor, wie viel die Nationalbank zur Stützung des Finanzsystems beigetragen hat, und dass sie nicht darüber spricht, um keine Verunsicherung oder Panik aufkommen zu lassen. Auch der Bundesrat habe sich klugerweise zurückgehalten. Doch schon eine Woche später, am 10. Oktober, drehte sich der Wind: «Bundesrat stellt sich hinter UBS und CS» hiess es in den Medien, und «Eine allfällige Pleite der beiden Grossbanken soll mit staatlicher Hilfe verhindert werden», erklärte der erschreckte Bundesrat.
Die herrschenden Finanzkräfte unseres Landes, vorab die Schweizerische Nationalbank, die UBS und die CS befürworten die Rettungsaktionen. Von der UBS und CS überrascht dies nicht, stehen sie doch auf Wohl und Gedeih im Zentrum des Geschehens. Auch das Wirtschafts- und das Finanzsystem der Schweiz stehen unter Druck. Am 17. Oktober 2008 war es dann soweit. In den Klauen des Geldsystems gefangen, eilten die Bundesräte Pascal Couchepin, Doris Leuthard und Eveline Widmer der UBS zu Hilfe. Schlauerweise wurde der 60-Milliardenbetrag zweigeteilt: Sechs Milliarden Franken stellt der Bund der UBS in Form einer Wandelanleihe zur Verfügung. 54 Milliarden Dollar bekommt sie aus der Schatulle der Nationalbank. Zu beiden Geschäften hat das Parlament nichts zu sagen. Den meisten Parlamentariern scheint das gerade recht zu sein. Der Wähler macht sich über solche «Volksvertreter» seine eigenen Gedanken.
Wenn es um die einfachen Bürger unseres Landes geht, werden diese für Krankenkassenprämien oder Steuern, die ihnen aufgezwungen und auf deren Höhe sie keinerlei Einfluss haben, erbarmungslos zur Kasse gebeten. Teilweise mit Aufbürdung schamloser Verzugszinsen.
Opportunismus der Ehrgeizlinge
Die Schweiz versteht sich immer noch als «kleiner Bruder» der USA, deren tonangebende Kräfte schon während des Zweiten Weltkrieges verstanden haben, unser Land inmitten eines turbulenten Europas als Insel für ihre Agenten im europäischen Kriegsgeschehen, das sich zum Weltkrieg ausweitete, zu benutzen. So auch im Krieg gegen Deutschland, das in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts der Hochfinanz den «Kampf» angesagt hatte und ein weltumspannendes Tauschhandelsystem für deutsche Industrieprodukte gegen Metalle, Öl, Baumwolle, Lebensmittel usw. zuwege gebracht hatte. Die Tagwacht, damalige Zeitung der Sozialistischen Partei der Schweiz, überraschte ihre Leser am 18. Juli 1940 mit folgender Nachricht:
«Deutschland hat der ganzen Welt nicht nur die Brechung der Zinsknechtschaft, sondern auch [die] der Kapitalknechtschaft überhaupt geschenkt. Selbstverständlich stellt auch die deutsche Technik des Kapitalersatzes durch innere Kreditausweitung eine grosse Kunst dar, deren Geheimnis im Ausland noch nicht bekannt ist.»
Die Nachahmung dieses Geheimnisses durch andere Länder galt es zu verhindern, denn mit dem Deutschen Tauschsystem, an dem die internationalen Banken nicht mehr mitverdienen konnten, wurden verzinsliche Kreditaufnahmen (Staatsanleihen) entbehrlich. Das Schuldenmachen entfiel und Handelsdefizite gab es fortan nicht mehr. Deutschland musste vernichtet werden!13
«Der Feind ist das Deutsche Reich und nicht etwa der Nazismus», schrieb im September 1940 Robert Vansittart, Ständiger Berater des Foreign Office in einem Brief an seinen Aussenminister Halifax (Martin Allen, britischer Buchautor, in «Churchills Friedensfalle»14, S. 119). Der zitierte Satz geht noch ein klein wenig weiter und wir machen uns diesen zu eigen, wenn wir ihn hier an die Adresse der ach so vielen, von den Massenmedien umerzogenen Besserwisser richten: «… und diejenigen, die das bislang noch nicht begriffen haben, haben überhaupt nichts begriffen …»
Der Kampf gegen das herrschende Geldsystem begann um 1920, also lange vor der «Machtergreifung» Hitlers. Besonders hervorgetan hatte sich Gottfried Feder. Sein Buch «Kampf gegen die Hochfinanz», München 1935, legt ein beredtes Zeugnis dafür ab. Ein Nationalsozialist der später berüchtigte Berühmtheit erlangen sollte schrieb damals voller Begeisterung für Feders Gedanken:
«Zum ersten Male in meinem Leben vernahm ich eine prinzipielle Auseinandersetzung mit dem internationalen Börsen- und Leihkapital. […] Das Verdienst Feders beruhte in meinen Augen darin, mit rücksichtsloser Brutalität den ebenso spekulativen wie volkswirtschaftsschädigenden Charakter des Börsen- und Leihkapitals festgestellt, seine urewige Voraussetzung des Zinses aber blossgelegt zu haben.»15
Feders Leitsatz für den sozialen Staat war, dass der Staat das Geld mit Hilfe einer nationalisierten Zentralbank schöpfen und kontrollieren sollte, und nicht durch Banken in Privatbesitz, an die Zinsen bezahlt werden müssen. Auch die schon erwähnte Margrit Kennedy scheint Feders Buch aufmerksam gelesen zu haben. Die vom Reich benötigten Auslandkredite wurden entbehrlich. Die US-Hochfinanz sah ihre unversiegbaren Quellen exponentialer Geldvermehrung (fiat money) in Gefahr. Deutschland musste mit der totalen Vernichtung seines Staates und seiner Bevölkerung dafür bezahlen. Die Vernichtung des germanischen Kulturvolkes dauert bis heute an – und mit ihm des gesamten europäischen, christlichen Abendlandes – durch eine von der amerikanischen Geldplutokratie und seiner europäischen Nachäffer gesteuerten Gehirnwäsche, Medienhetze gegen Nationalisten und durch eine von immer aggressiveren (Wirtschafts-)Gutmenschen in Gang gehaltenen Völkervermischung.
Die Karten werden neu gemischt
Die europäischen Medien, als vierte politische Kraft, wagen nicht, gegen die Interessen der Hochfinanz zu schreiben, weil sie kaltgestellt, d.h. mit Inseratenboykott zum Aufgeben ihrer Zeitung getrieben würden. Daher liest man nichts vom Vasallenstatus Deutschlands in den Klauen der USA. Die «Bundesrepublik Deutschland» ist – wie sich der Staats- und Völkerrechtslehrer Prof. Dr. Carlo Schmid in seiner Grundsatzrede vor dem Parlamentarischen Rat vom 8. September 1948 ausdrückte – nichts anderes, als die «Organisationsform einer Modalität der Fremdherrschaft» (OMF). Seine politischen Richtlinien werden Deutschland von den US-Machthabern diktiert, deutsche Richter sind weisungsgebunden, d.h. sie können politische Meinungsdelikte nicht nach eigenem Ermessen entscheiden, wie sie es nach deutschem Grundgesetz tun müssten. Ein deutscher Rechtsstaat, der diesen Namen verdient, existiert nicht.
Auch die Schweiz reiht sich immer mehr auf dem moralisch abschüssigen Geleise hinter Deutschland ein. Ja ganz Europa ist davon betroffen. Die Tageszeitungen wissen nichts davon! Das Fernsehen weiss nichts davon! Und die Mehrheit unserer neunmalklugen Parlamentarier auch nicht. Sie, die Mehrheit, rekrutiert sich aus der Negativauslese jener, die sich den Parteien anbieten. Die Minderheit, wenn sie sich zuviel zumutet, wird von den Medien verleumdet, von den Parteien ausgeschlossen, abgewählt. Ein paar Wenige die Bescheid wissen mögen, haben ihre Seele dem Mammon verkauft und machen das zerstörerische Spiel aus Macht- und Geldgier mit. Doch im kommenden Zusammenbruch des Weltfinanzsystems wird sich auch das ändern, und die Politik wird neu ausgerichtet werden, die jetzigen Politiker ihre Ämter und Diäten verlieren.
Zu denen, die nichts wissen, scheint auch ein Joe Herbert, Professor an der Universität Cambridge zu gehören. Er sagt, das Finanzsystem habe «in den letzten 200 Jahren ziemlich gut funktioniert» (Weltwoche Nr. 41, 2008, S. 39). Von den frühen Bankenkrisen der Jahre 1873, 1884, 1893 und 1907 weiss er nichts. Davon abgesehen, existiert das heutige Weltfinanzsystem erst seit 1913, als sich in den USA eine Handvoll Privatbankiers das Geldmonopol der amerikanischen Notenbank an sich gerissen hat. Und damit ihr Geldsystem globalisiert werden konnte und «ziemlich gut funktioniert», haben die USA nach 1945 mit rücksichtsloser Brutalität rund 200 Angriffskriege geführt. (Gore Vidal, «Ewiger Krieg für ewigen Frieden», eva Hamburg 2002)
Gründung der Federal Reserve Bank (Fed)
Die US-Notenbank Federal Reserve wurde 1913 zur Überwachung der Wirtschaft eingerichtet. Ihr Vorsitzender hat zwei Aufgaben. Er ist der Leiter des Vorstandsgremiums Board of Governors, das aus ihm selbst und sechs weiteren ernannten Beamten besteht. Ausserdem steht er dem Offenmarktausschuss (FOMC, d.h. Federal Open Market Committee) vor, der aus den sieben leitenden Beamten der Fed sowie den Chefs der zwölf regionalen Notenbanken besteht, von denen jeweils fünf stimmberechtigt sind (Larry Kahaner in «Alan Greenspan», Heyne Verlag, München 2002). Lehman Brothers, die am 15.9.2008 Zahlungsunfähigkeit anmelden musste, war eine dieser zwölf Notenbanken.
Die europäischen Staatenlenker hatten sich schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg der Überwachung der Fed unterordnet. Das konnten sie nur deshalb, weil kein Volk davon wusste, dazu befragt wurde und schon gar nicht darüber abstimmen konnte. Die Schweizerbürger wurden hinters Licht geführt und betrogen.
1949 stellte Eustace Mullins fest, dass es in der Bibliothek des US-Kongresses keinen einzigen Bericht über den Ursprung und die Tätigkeit dieser machtvollen Organisation gab. Sämtliche Informationen zu seinem Buch «Die Bankierverschwörung – Die Machtergreifung der Hochfinanz und seine Folgen» musste er sich aus einer Unzahl von Zeitschriften zusammensuchen. Der Geburtsort des «Federal Reserve»-Gesetzes war das Privathaus auf Jekyll Island, eine dem Bundesstaat Georgia vorgelagerte Insel, die J. P. Morgan gehörte, wo sich ab 1910 Spitzenbankiers zur Ausarbeitung eines Ermächtigungsgesetzes zugunsten der Hochfinanz trafen, und nicht etwa die Hallen des US-Kongresses, und das Gesetz sei auch nicht der Klugheit eines Woodrow Wilson zu verdanken. Der «Federal Reserve Act» sei nach Täuschungsmanövern im Handstreich verabschiedet worden, nämlich durch eine Minderheit des amerikanischen Kongresses, als am 22. Dez. 1913 die ablehnende Mehrheit der Parlamentarier bereits in den Weihnachtsurlaub abgereist war. (Vgl. «Worüber nicht gesprochen wird», Recht+Freiheit 1+2/2007)
Der «Federal Reserve Act» hat eine private Zentralbank autorisiert, Geld aus dem Nichts zu erzeugen und gegen Zinsen an die Regierung zu verleihen sowie die nationale Geldmenge zu kontrollieren, d.h. willkürlich zu vergrössern oder zu verkleinern. Nach der Verabschiedung durch das Parlament musste das Gesetz nur noch von Präsident Wilson unterzeichnet werden und erhielt dadurch Gesetzeskraft. Später bedauerte Wilson sein Tun. Kurz vor seinem Tod soll er Berichten zufolge gesagt haben: «Ich habe, ohne es zu wissen, mein Land ruiniert.»16
«Die Anhörungen im Repräsentantenhaus über die Stabilisierung der Kaufkraft des Dollars im Jahre 1928 bewiesen überzeugend, dass der Federal Reserve Board mit den führenden Köpfen der europäischen Zentralbanken eng zusammenarbeitete und dass die Wirtschaftskrise von 1929 – 1931 bei einem geheimen Lunch des Federal Reserve Boards und jener Führer der europäischen Zentralbanken im Jahre 1927 geplant wurde.» (Eustace Mullins «Die Bankierverschwörung»17, S. 97)
«Die instabile Finanzordnung, die dem besiegten Zentraleuropa von den Londoner und New Yorker Bankiers im Versailler Vertrag von 1919 auferlegt worden war, brach 1929 zusammen. Montagu Norman, damals als Gouverneur der Bank von England der einflussreichste Zentralbankier der Welt, hatte den Krach an der Wall Street im Oktober 1929 selbst herbeigeführt. Die Bank von England hatte nämlich den Gouverneur der amerikanischen Federal Reserve Bank, George Harrison, aufgefordert, die Zinsen in Amerika anzuheben, um das Spekulationsfieber [!] in den USA zu bremsen. Harrison folgte dem Rat, und es kam zum dramatischsten Finanz- und Wirtschaftskollaps in der bisherigen amerikanischen Geschichte.» (F. William Engdahl, «Mit der Ölwaffe zur Weltmacht»18, S. 121)
Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Krise nie solche dramatische Ausmasse annehmen müssen hätte. «Bestimmte mächtige Finanziers in London und New York hatten sie forciert, um eine Wende in der europäischen Geopolitik herbeizuführen.»19 Welche zuverlässigen Anzeichen schliessen aus, dass die jetzige Weltfinanzkrise nicht geplant ist, damit nach einem vollständigen Zusammenbruch des Geld- und Wirtschaftssystems die Weltregierung (One-World) ausgerufen werden kann?
Demokratische Reformgesetze
«Angesichts der entarteten Technik und Industrie; angesichts des Fortbestehens von Zuchthaussystemen und fortdauernder Massenmorde, auch im Namen von Demokratie, Sozialismus, Kommunismus; angesichts der zunehmenden Völkerflucht aus den immer mehr zu Hungergebieten werdenden östlichen und asiatisch-afrikanischen Ländern; angesichts der damit verbundenen zivilisatorischen Fehlentwicklung und kulturellen Entwurzelung sowie der damit einhergehenden bio-, sozio- und ökologischen Entartung; angesichts der explodierenden Bevölkerungszahlen der in dumpfer «Religiosität» und Aberglauben gehaltenen Länder halten wir demokratische Reformgesetze, insbesondere für das bisher parasitär geordnete Geldwesen, das für diese Entwicklung verantwortlich ist, für die dringendste Gegenwartsaufgabe.»
Diese Forderung Albert Lämmels anlässlich der Paulskirchen-Gedenkrede vor 40 Jahren am 11.4.1968 in Frankfurt a. M. ist heute noch dringlicher. Die entscheidende Frage darf aber nicht sein, wie es heute allenthalben zu lesen ist, «wie gehen wir mit dieser Krise um?». Nein, denn wer die Frage so stellt, übersieht – oder verschweigt – dass die Welt seit bald hundert Jahren von einer Krise zur nächsten geht. Das Problem, das es zu lösen gilt, ist daher nicht «diese» Krise, und auch nicht die sich seriell einstellenden Krisen, sondern das System selbst, das diese Krisen auslöst. Eine Zeitschrift, die nicht darüber schreibt, kann weggeworfen, eine Fernsehstation, die nicht davon spricht, abgeschaltet werden.
Wenn die Völker das herrschende Finanzsystem nicht durch ein soziales Geldsystem austauschen (ohne staatliche Interventionen ist das wohl nicht zu machen), geht es nach dem Willen der etablierten Hochfinanz so weiter, von Krise zu Krise, bis zur totalen Versklavung der Menschen. Alles, was dazu erforderlich ist, wurde seit langem verwirklicht oder steht kurz vor seiner Vollendung: Abschaffung der Nationalstaaten, Verbot des persönlichen Waffenbesitzes, Vernichtung der gewachsenen Kulturen und Religionen, elektronische Registrierung jedes Menschen, biometrische Ausweispapiere, elektronische Überwachung auf Strassen, Plätzen und Bahnhöfen usw., (in Deutschland) staatliche Schnüffelei in PCs. Auch der implantierbare Chip ist schon bereit, vorerst für «Fifi».
Auch die Schweiz ist nicht unschuldig: Anfang 2002 wurde ein Gesetz in Kraft gesetzt, dem zufolge der gesamte Datenverkehr im Internet und alle Telefon- und Fax-Daten inklusive jedes SMS gespeichert werden müssen und Post- und Fernmeldebetriebe (Internet-Betreiber) dem Spionagedienst allenfalls sogar auf sechs Monate rückwirkend (sic!) Auskunft geben müssen, «wann und mit welcher Person oder Anschlüssen die überwachte Person elektronische Verbindungen hatte». Bis zu sechs Monate rückwirkend müssen auch die «Verkehrs- und Rechnungsdaten geliefert werden können». Grundsätzlich wird jeder Bürger zum voraus wie ein Krimineller überwacht.20 Eine Ungeheuerlichkeit! Unsere Regierung kann sich nicht damit rechtfertigen, die Überwachung diene der nationalen Sicherheit nach Art. 8, Abs. 2 EMRK, denn sie selbst hat die ungezügelt massive Zunahme von Verbrechen und Kriminalität durch Masseneinwanderung (unter vormaligem Verfassungsbruch21) selbst herbeigeführt und daher auch zu verantworten.
Wer sich gegen den totalen Orwellschen Überwachungsstaat auflehnt, wird durch eine immer mehr zum Einsatz gegen Zivilisten hochgerüstete Polizei in Schach gehalten, oder wie andernorts bei Volksaufständen heute schon niedergeknüppelt oder im Kugelregen von Militärs niedergeschossen. Es ist fünf Sekunden vor Zwölf! Es ist keine Zeit mehr zu verlieren! Wenn wir den Irrsinn nicht stoppen, wird es zu spät sein, weil es keine Gegenwehr mehr geben wird.
Zahlen, die in den Himmel wachsen
Die Schulden der Vereinigten Staaten durch anhaltende Zahlungsbilanzdefizite wuchsen in den 90er Jahren dreimal so schnell wie das Bruttoinlandprodukt. Sie standen Anfang 2001 auf über 24 Billionen Dollar. (EIRNA-Studie Hyperinflation und Weltfinanzkrise, 2. erweiterte Auflage, Feb. 2001). Gemäss dem Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Kurt Richebächer, sogar auf 25 Billionen Dollar. Anfang 2003 waren die Gesamtschulden der USA auf über 32 Billionen Dollar angestiegen (der Schweizer Bankier Ferdinand Lips in «Die Goldverschwörung»22, S. 121). Das waren zum damaligen Kurs etwa die gleiche Menge Euro oder rund 48’000 Milliarden Schweizer Franken (48 Billionen). Einen grossen Teil ihrer Papierwährung («fiat money») wurde auf dem Wege von Staatsanleihen vom Ausland aufgenommen. Grosse Teile davon sind im Besitze Chinas, Russlands, Japans und der Europäischen Zentralbank. Durch die seit 2001 im Gange befindliche rasante Dollar-Abwertung mussten diese Länder enorme Verluste in Kauf nehmen. Mit immer wertloseren Dollar kaufen sich die Profiteure des Geldbetruges gut florierende Industrieunternehmen zusammen und reissen sich den lukrativsten Immobilienbesitz unter die Nägel – gegen ihr effektiv wertloses Papiergeld! «Der IWF wurde zu einem Mechanismus, der Vermögen von armen zu reichen Menschen umverteilt.» (Lips, ebd., S. 121)
Die Weltbank und der IWF wurden ursprünglich gegründet, um Ländern zu helfen, ihre Zahlungsbilanzen auf dem Gold-Dollar-Standard auszubalancieren. Doch 1971, als die amerikanischen Dollar-Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland immer weiter anstiegen, wurde das «Goldfenster» geschlossen. Präsident Nixon untersagte dem US-Schatzamt, fortan irgendwelche im ausländischen Besitz befindliche US-Dollar gegen Gold einzutauschen. Der US-Ökonom Richard M. Salsman bezeichnete «das Schliessen des Gold-Fensters» als «einen höflichen Ausdruck für die Nichterfüllung von Goldzahlungen, in anderen Worten: Zahlungsunfähigkeit und ein Verstoss gegen die internationalen monetären Vereinbarungen.» («Gold and Liberty»23, S. 73)
Schweizerische Eidgenossenschaft
Schaut man sich den Rettungsplan für die UBS genauer an, fällt folgendes auf: Die UBS erhält vom Bund 6 Milliarden Franken gegen eine Wandelanleihe24. Die Schweizerische Nationalbank gründet auf der Steuerfluchtinsel Cayman Islands für den Verkauf der Hochrisiko-Papiere im Wert von 60 Milliarden Dollar aus dem Bestand der UBS eine Zweckgesellschaft. Zudem leiht sie sich von der Federal Reserve, der privaten US-Notenbank, 54 Milliarden Dollar. Das heisst, die SNB macht 54 Milliarden Dollar zinsbehaftete Schulden, abgesichert durch unsere Steuergelder! Für die Umwandlung der Wandelanleihe in Aktien der UBS ist eine Laufzeit von 30 Monaten vereinbart. Bei gleicher Laufzeit für den Fed-Kredit und einem angenommenen Zins von 3 % ergibt das rund 4 Milliarden Dollar Zins, d.i. arbeitslose Geldvermehrung. Auch dafür wird das Volk bezahlen müssen, denn die Aktien der SNB sind zum grössten Teil im Besitz des Bundes und der Kantone. Der Ertrag der SNB wird geschmälert. Statt das Geld für das Volk auszugeben, fliesst es in die Kasse der Fed. Für das, was bei der SNB fehlt, zahlt der Bürger über direkte und indirekte Steuern und/oder Kürzung von Sozialleistungen. Darüber hinaus hat die Schweiz, inkl. Kantone und Gemeinden, Schulden von über 100 Milliarden Franken, wofür ebenfalls Zinsen aufzubringen sind. Desgleichen die Zinsen auf sämtliche Hypotheken unseres Landes, die als teure Mieten anfallen oder in die Verkaufspreise einkalkuliert, vom Volk bezahlt werden müssen. Wer eine Hypothek von beispielsweise 100’000 Franken zu 5 % Zins hat, von dem erwartet die Bank, dass er in den nächsten 20 Jahren 200’000 Franken zurückzahlt. (Es wäre interessant, einmal das schweizweite Gesamtbetriebskapital dem nationalen Schuldenvolumen gegenüberzustellen.)
Über das Geschäft der SNB wird sich der ehemalige deutsche Bundskanzler Helmut Schmidt verwundert die Augen reiben, forderte er doch im Hamburger Wochenblatt Die Zeit eine Vorschrift, «die es verbietet, einen Kredit an ein Institut zu geben, das rechtlich auf einer Insel zu Hause ist, auf der es weder eine funktionstüchtige Finanzaufsicht noch eine Steuerbehörde gibt.» (Weltwoche Nr. 40, 2008, S. 37)
Weitgehende Abschaffung des Zinses
Entwicklung des Industrie- und Leihkapitals
Die rote, zunächst flach und dann rapid steigende Kurve zeigt die charakteristische Entwicklung des Leihkapitals, bei dem sich die Ordinaten (y-Achse) bei gleichbleibenden Abszissen (x-Achse) verdoppeln. Die blaue Linie zeigt die Entwicklungskurve der Gesamtindustrie im Laufe von rund fünfzig bis achtzig Jahren. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kurven nicht massstäblich gezeichnet sind, sondern nur die charakteristische Entwicklung aufzeigen. Die ins Unendliche gehende Leihzinskurve zeigt die Verzinsung des Joseph-Pfennigs über 2000 Jahre. Die Kurve des Industriekapitals bleibt dagegen im Endlichen! Das Industriekapital zeigt in der Regel ein anfänglich kräftiges Anwachsen, gefolgt von einem über längere Zeit dauernden Höhenflug, dem ein langsamer oder schneller Niedergang folgt. An Beispielen fehlt es nicht: Saurer (Lastwagen), Sulzer (Maschinenbau), Hermes (Büromaschinen), Suchard (Schokolade), Swissair; im Ausland: Olivetti (Büromaschinen), Simca (Auto), Grundig (Fernsehgeräte), Krupp, Leica, usw.
Die mittels Zinsfaktor akkumulierten Vermögen der weltbeherrschenden Gelddynastien folgen dem typischen Wachstum des Leihkapitals, Verdoppelung alle 15 (bis 20) Jahre.
Die nachfolgenden Überlegungen erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Diese können im Rahmen dieses Aufsatzes unmöglich erbracht werden, allein schon wegen des Fehlens der entsprechenden Zahlen aus den statistischen Jahrbüchern unserer Volkswirtschaft. Es genügt, die wesentlichen Grundzüge aufzuzeigen, welche die Abschaffung des Leihzinses als gangbaren Weg zur Behebung der globalen Finanzkrise ermöglichen. Die nachfolgenden Ausführungen gleichen in den Grundzügen den Überlegungen von Gottfried Feder, wie er sie in seinem Buch «Kampf gegen die Hochfinanz» (5. Auflage, 1934) in aller Ausführlichkeit und überzeugend dargelegt hat. Die zeitgeschichtlichen Unterschiede zwischen damals und heute wurden hier durch Einsetzen aktueller Einflussgrössen aktualisiert. Eine genaue Analyse ist zeitraubend. Sie sollte von einem Volkswirtschaftler gemacht werden.
Die Globalisierung des Zinses ist heute zu einem internationalen Problem geworden. Allein schon die Zahlungen der Schuldzinsen verschlingen Riesensummen, die von der arbeitenden Bevölkerung kaum noch aufzubringen sind. Margrit Kennedy schätzt diesen Betrag auf 40 – 50 Prozent, die in die Preise einkalkuliert sind und die wir beim Kauf von sämtlichen Industrieerzeugnissen, Verbrauchsgütern, Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten usw. usf. zahlen müssen. Da in Ländern mit hohem Produktionsvolumen mehr Betriebskapital in Immobilien und Maschinen investiert ist, müssen deren Unternehmer den Banken auch höhere Beträge in Form von Zinsen für ihr Leihkapital zahlen. Ihre Rendite nimmt entsprechend ab. Zur Kompensation müssen seit Jahrzehnten billigere Arbeitskräfte eingestellt werden, die nur noch im (fernen) Ausland zu haben sind. Was für Unternehmer gilt, wirkt sich auch auf den Staat aus: Die neuen Beitragszahler sollen die Altersrenten der ersten Säule (AHV) stützen. Die Soziallasten haben seither gewaltig zugenommen. Die einst gut gefüllten Kassen (AHV und IV) sind schlanker geworden. Beim Staat sind die Einnahmen aus den früher reinen Staatsbetrieben Post und Telefon fast gänzlich weggefallen. Desgleichen die Zolleinnahmen beim Warenimport. Die Bahnbetriebe können nur mit jährlichen Subventionen von 10 Milliarden Franken aufrechterhalten werden (Weltwoche 43/2008, S. 15). Die Neat verursacht dem Steuerzahler Kosten von 24 statt 8 Mia. Franken, über die 1992 abgestimmt wurden. Von den Treibstoffeinnahmen wird ein immer grösserer Anteil für den immer weiter ausufernden und aufwendigeren Strassenbau und -unterhalt verbraucht, da auch dieser immer höhere Kosten für das Leihkapital aufzubringen hat. Somit bleibt dem Staat nur noch eine Erhöhung der direkten und indirekten Steuern (Gewinn- und Erwerbseinkommen, Mehrwertsteuer) oder Abbau von Sozialleistungen.
Wie Gottfried Feder in seinem Buch «Kampf der Hochfinanz» darlegt, schreckt der gehobene gutbürgerliche Mittelstand vor der Abschaffung des Zinses zurück, weil gar mancher befürchtet, seine schönen Zinseinnahmen zu verlieren. Doch mit Vergleichen der Einkommensverhältnisse, direkter und indirekter Steuerabgaben und Mietzinsen zwischen einer gutbürgerlichen Familie mit denen eines Grosskapitalisten versteht er es, diese Ängste zu zerstreuen. (Feders Vergleiche sind den heutigen Gegebenheiten entsprechend zu aktualisieren.) Er macht klar, dass die ganze Zinswirtschaft eine grosse Selbsttäuschung ist, denn, so Feder: «Von den riesigen Beträgen, die von der Allgemeinheit bezahlt werden müssen, hat nur der Grosskapitalist einen Nutzen, weil dieser soviel Kapitalrendite erhält, dass er sie unmöglich aufbrauchen kann.» Von seinen Zinseinnahmen verbleibt ihm nach Abzug für die Kosten seines Lebensunterhaltes und der Steuern noch viel Geld, für das er im nächsten Jahr erneut Leihzins (Zinseszins) beziehen wird und das von Rechts wegen zulasten der werktätigen Bevölkerung. Der Leser erinnert sich an dieser Stelle daran, dass 99 Prozent der US-Geldmenge privaten Kreditgebern geschuldet ist. Auch dieser Prozentsatz wäre für die europäischen Länder zu ermitteln.
«Die Brechung der Zinsknechtschaft für Hypotheken bedeutet zweifellos die Lösung des Wohnungsproblems, die Befreiung von den unerschwinglichen Mieten.» Von einer «völligen Abschaffung des Mietzinses» könne aber nicht die Rede sein, so Feder.
Gold, ein Edelmetall das alle bezaubert
Wie Alan Greenspan als junger Mann, noch bevor er Notenbankpräsident wurde, in seinem Aufsatz von 1966 geschrieben hat, ist Gold der natürliche Feind von «fiat money». Als Volkswirtschaftler, der 1948 an der New Yorker University mit «summa cum laude» den Bachelor of Science und später an der gleichen Universität seinen Magister erwarb, um dann an die Columbia University zu wechseln, ist ihm zuzutrauen, dass er damit recht hatte. «Fiat money» dient der heimtückischen Enteignung der Menschen, Gold verhindert diesen Prozess, deshalb muss es von denen, die an «fiat money» interessiert sind, mit allen Mitteln bekämpft werden:
«Unter einem Goldstandard ist die Höhe der Anleihen, die eine Wirtschaft finanzieren kann, vom Sacheinlagevermögen dieser Wirtschaft bestimmt, weil jedes Kreditinstrument [jede Art von Kredit] letztlich einen Anspruch auf einen realen Sachwert darstellt. Doch Bundesanleihen [staatliche Kreditaufnahme] sind nicht durch reale Güter gedeckt, lediglich durch das Zahlungsversprechen der Regierung im Hinblick auf künftige Steuereinnahmen, und sie lassen sich nicht leicht von den Finanzmärkten absorbieren [aufnehmen]. Eine grosse Menge neuer Bundesanleihen kann dem Publikum nur zu immer höheren Zinssätzen verkauft werden. Bei einem Goldstandard sind staatliche Defizitausgaben [das Schuldenmachen] daher stark eingeschränkt.
Die Abschaffung des Goldstandards machte es den Politikern des Wohlfahrtsstaates möglich, das Bankensystem als Mittel zur unbegrenzten Erweiterung des Kredits zu nutzen. Sie haben Papierreserven in Form von Bundesanleihen geschaffen, die die Banken – nach einer komplizierten Abfolge von Schritten – anstelle von Realwerten akzeptieren und behandeln, als stellten sie eine tatsächliche Sicherheit dar, das heisst als Äquivalent dessen, was früher eine Goldeinlage war. Der Inhaber einer Bundesanleihe oder eines auf Papierreserven gegründeten Bankguthabens glaubt, dass er einen Anspruch auf einen materiellen Gegenwert hat. Tatsache ist jedoch, dass es heute mehr ausstehende Forderungen als Realwerte gibt.
… Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Aufzehrung durch Inflation zu schützen. Es gibt keinen sicheren Wertspeicher. Wenn es den gäbe, müsste die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es im Fall von Gold geschehen ist. [1934 bis Ende 1974 war privater Goldbesitz in den USA verboten.] Wenn beispielsweise alle sich entschliessen würden, ihre Bankguthaben in Silber oder Kupfer oder irgend etwas anderes umzuwandeln, und es danach ablehnten, Schecks als Bezahlung für Waren zu akzeptieren, würden Bankeinlagen ihre Kaufkraft verlieren. Der von der Regierung geschaffene Bankkredit wäre somit als Berechtigung zum Erwerb von Gütern wertlos. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates erfordert, dass es für die Besitzer von Vermögen keinen Weg geben darf, sich zu schützen.
Dies ist das schäbige Geheimnis, das hinter den Tiraden der Vertreter des Wohlfahrtsstaates [im Kampf] gegen Gold [und Silber] steckt. Die Defizitfinanzierung ist einfach eine Methode für die ‹heimliche› Aufzehrung von Vermögen. Gold steht diesem schleichenden Prozess im Weg. Es steht da als Beschützer des Besitzrechts. Wenn man das verstanden hat, hat man keine Schwierigkeiten mehr, die Ablehnung des Goldstandards durch die Politiker des Wohlfahrtsstaates zu verstehen.» («Gold und wirtschaftliche Freiheit», Newsletter The Objectivist, 1966. Erschienen in «Capitalism, the Unknown Ideal» von Ayn Rand, Hessen, New York: Signet Books, 1967. Zitiert nach Larry Kahaner, «Alan Greenspan», Heyne Verlag, München, 2002)
Als der gute Alan Chef der US-Notenbank wurde, was ihn zum zweitmächtigsten Mann der Welt machte, warf er all seine Überzeugungen von den positiven Eigenschaften des Goldes über Bord. Unsere Urgrosseltern konnten ihre Einkäufe noch mit Goldmünzen bezahlen. Diese Epoche endete 1936.25 Der Ökonom Franz Pick schrieb in seinem Currency Yearbook 1977/78, dass seit dem Ende des «Goldenen Zeitalters»26 Tausende von Abwertungen stattfanden:
«Zu Beginn des I. Weltkrieges, und sogar noch mehr seit dem II. Weltkrieg, beschleunigte sich die Zerstörung der Währungen, und die Abwertungen sowie Kaufkraftverluste vervielfachten sich, und jedes monetäre Ansehen verkam zur Absurdität. – Die gigantische Zerstörung der Wirtschaft, die der II. Weltkrieg hinterliess, führte zu einer unvermeidlichen Entwertung der Währungen. In der Nachkriegszeit – gekennzeichnet durch wirtschaftliche Erholung und forcierte Expansion – blieb von der früheren Einstellung der Regierungen, den Geldwert ihrer Bevölkerung zu bewahren, in praktisch allen Ländern nichts mehr übrig. Eine zynische und eiskalte Interpretation der Ethik in Währungsfragen wurde während dieser Generation den Regierungen zur Regel – alles unter dem Deckmantel vom zweifelhaften ‹Wirtschaftswachstum› und aus Angst vor einer weiteren Grossen Depression wie die aus den dreissiger Jahren. Dabei wandelte sich das Währungsmanagement zu nichts anderem als einem Werkzeug der Enteignung all jener, die dumm genug waren, der Propaganda ihrer Herrscher zu glauben. Von Stalin bis Carter wurde die Verschlechterung der Währungen mit nachfolgender Abwertung der jeweiligen Einheit zur fragwürdigsten Waffe im Kampf gegen eine wirtschaftliche Abkühlung – gewöhnlich ohne nachhaltigen Erfolg.» (Lips, ebd., S. 144 f)
Die Enteignung der Werktätigen vor Augen, hatte Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Propaganda vom 15. Oktober keinerlei Hemmungen, zu versichern: «Der Staat war und ist die einzige Instanz, um das Vertrauen zwischen den Banken wiederherzustellen, und zwar zum Schutze der Bürger und nicht zum Schutze von Bankinteressen» (Zeit-Fragen, 20.10.08, S. 6). Da möchte man Merkel fragen, ob sie nicht weiss, dass der deutsche Bürger inzwischen längst mit 1’513 Milliarden Euro Staatsschulden «geschützt» wird! Stand: 17.9.2008 (Unabhängige Nachrichten27).
Warum die Welt eine auf Gold basierte Währung braucht
Es ist ein Jammer, dass Ellen Hodgson Brown in ihrem Buch «Der Dollar Crash» nichts von Ferdinand Lips weiss, obwohl sein Werk schon im Jahr 2002 mit dem Titel «Gold Wars» in New York erschien. Lips schreibt darin überzeugend, warum der Goldstandard die einzige Möglichkeit für ein stabiles Geldwesen ist. Auszug:
«Die Ignoranz dem Golde gegenüber führte 1944 zum Bretton-Wood-System und ebenso zu seinem Untergang. Ohne die Wiederholung der Fehler von 1914 oder 1923 hätten wir nie eine inflationäre Krise in den 1970er Jahren erleben müssen. Die Ölkrise der Neunzehnhundertsiebziger und die auf uns zukommende Öl- und Energiekrise des 21. Jahrhunderts sind primär Finanzkrisen. Die Unterdrückung des Goldes und die unbegrenzte Expansion von Fiat-Falschgeld haben zu den monetären, wirtschaftlichen und politischen Krisen und Kriegen des 20. Jahrhunderts geführt. Das Ende von Bretton Woods gebar die anhaltende und zukünftige Derivate-Krise. Da gewisse einflussreiche Kreise Goldgeld missachteten, wurden die Krisen der Welt fälschlicherweise, aber sehr wahrscheinlich absichtlich, dem Gold in die Schuhe geschoben.
Finanzmärkte können nur unter einem Goldstandard zufriedenstellend funktionieren. Die Geschichte hat gezeigt, dass unter dem Automatismus des klassischen Goldstandards die Währungsstabilität am höchsten war. Ungedecktes Papiergeld kann nur zu kurzlebigen Finanz- und Wirtschaftsblüten führen. Das Endresultat ist Inflation und Veruntreuung von Ersparnissen auf Kosten von Arbeitern, Rentnern und den Armen, die sich gegen diesen arglistigen Betrug nicht wehren können, Arbeitslosigkeit und schliesslich Krieg.
… Wenn auf der ganzen Welt Vollbeschäftigung vorherrscht, gibt es weniger Kriege und weniger Masseneinwanderung, denn die Welt ist ein wunderschöner Ort, und ihre Schönheit ist nicht auf ein paar wenige reiche Länder begrenzt. … Die Geschichte hat bewiesen, dass der freie Markt Gold und Silber als Geld gewählt hat. Geld kann und darf nicht auf Vertrauen und Versprechen von Regierungen beruhen, nur Geld, welchem Menschen nach freier Wahl ihr wirkliches Vertrauen schenken: Gold!
Bei ehrlichem Geld haben die Menschen Vertrauen in dessen Wirksamkeit jetzt und in der Zukunft. Aber es ist notwendig, dass sie das Schicksal selber in die Hand nehmen und Währungsgeschichte oder in anderen Worten monetäre Archäologie studieren. Was ist falsch gelaufen, und warum ist es falsch gelaufen? Es ist eine ausreichende historische Dokumentation vorhanden, aber Derartiges wird leider nicht an den Universitäten gelehrt.
… es gibt eine Menge brillanter Köpfe auf der Welt. Es sollte jedenfalls genug davon geben, die uns aus dem gegenwärtigen monetären dunklen Mittelalter herausholen könnten.
Ein positives Herantreten an diese Probleme würde zu Vollbeschäftigung, zu weltweiter Prosperität und Stabilität führen, aber auch zu einer Renaissance von Kultur und Moral. Gesetz und Ordnung würden zurückkehren.
Gold wird den Krieg letzten Endes gewinnen, aber warum nicht schon jetzt einen Waffenstillstand fordern? Lassen Sie uns hoffen, dass dies geschieht, bevor es zu spät ist, bevor zu viel Zeit und zu viele Leben vergeudet werden.» (Lips, ebd. S. 338 ff).
--------------------------------------------------------------------------------
Fussnoten
1 Deutschsprachige Buchausgabe «Bankrott ’95 – Die Schuldenkatastrophe der USA und das Ende des «American way of life», Ullstein, Frankfurt a. M., 1994
2 Bundesrat Merz, Chef des Finanzdepartements, ist nach schwerer Operation rekonvaleszent.
3 Ellen Hodgson Brown, «Der Dollar-Crash», Kopp Verlag, 638 Seiten, D-72108 Rottenburg, August 2008. Englischer Originaltitel «The Web of Debt», USA 2007. (Zu Fragen über die private US-Notenbank und zur Weltfinanzkrise ist dieses Buch das zur Zeit detailreichste.)
4 We are grateful to the Washington Post, the New York Times, Time magazine and other great publications whose directors have attended our meetings and respected the promises of discretion for almost forty years. It would have been impossible for us to develop our plan for the world if we had been subject to the bright lights of publicity during those years. But, the world is now more sophisticated and prepared to march towards a world-government. The supranational sovereignty of an intellectual elite and world bankers is surely preferable to the National auto-determination practiced in past centuries.
(Quelle: http://infowars.wordpress.com/2007/06/17/bilderberg-und-die-massenmedien/ )
5 SVP-Klartext http://www.svp.ch/?page_id= 1160&l=2
6 Weltwoche Nr. 43 vom 23. Oktober 2008, S. 14
7 Michel Chossudovsky, «Global brutal», Verlag Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 2002
8 Phoenix, Haus 82, A-6952 Sibratsgfäll (Österreich)
9 Lincoln (1861–1865), Garfield (1881) und John F. Kennedy (1961–1963) waren US-Präsidenten. Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, über jeden Mord einzeln zu berichten. Der Interessierte wird im Weltnetz fündig werden. Hier sei nur noch an den wenig bekannten Fall Ivar Kreuger erinnert: Dieser schwedische Unternehmer und Financier war 1931 als einziger bereit, das vom Bankhaus J. P. Morgan und der Bank von England verhängte Kreditembargo gegen die Weimarer Republik zu brechen. 1932 fand man ihn tot in einem Pariser Hotel.
10 Meist langfristige, festverzinsliche Geldbeschaffung durch öffentlichrechtliche Körperschaften, bes. Staaten oder Gemeinden, oder private Gesellschaftsunternehmungen. Die Gläubiger erhalten auf Inhaber oder Namen ausgestellte Schuldverschreibungen (Anleihepapiere), die die Rückzahlungs- und Zinsbedingungen enthalten. Die Zinsen werden in der Regel halbjährlich nach einem festen Satz gezahlt.
11 Ellen Hodgson Brown, a.a.O., S. 238 f
12 Die Schweizerische Nationalbank (SNB) regelt die Geld- und Währungspolitik des Landes im Einklang mit den Erfordernissen einer gesunden Entwicklung der Volkswirtschaft unter Einhaltung eines stabilen Geldwertes im Inland.
13 Ellen Hodgson Brown: «Das mag dazu geführt haben, dass man Deutschland statt [durch die Kontrolle des internationalen Goldstandards] durch Kriegführung kontrollieren musste.» (a. a. O., S. 283)
14 Martin Allen, «Churchills Friedensfalle», Druffel Verlag, Stegen/Ammersee, 2003
15 Adolf Hitler, «Mein Kampf» (I, 220ff, Volksausgabe S. 229)
16 Ellen Hodgson Brown, a.a.O., S. 159
17 Eustace Mullins, «Die Bankierverschwörung», Common Sense Union, New Jersey, USA, 1954. Deutsche Übersetzung im Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur, Struckum/Nordfriesland, 1983.
18 F. William Engdahl, «Mit der Ölwaffe zur Weltmacht – Der Weg zur neuen Weltordnung», Steinherz, Wiesbaden, 2000.
19 Dieter Stiefel, «Finanzdiplomatie und Weltwirtschaftskrise: Die Krise der Creditanstalt für Handel und Gewerbe, 1931», Frankfurt a. M., 1989, bei Fritz Knapp. Zitiert nach F. William Engdahl, a. a. O., S. 122.
20 «Mensch und Recht» Nr. 85, Sept. 2002. Quartalszeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention (SGEMKO). Redaktion: Ludwig A. Minelli, Postf. 10, 8127 Forch (ZH).
21 Hans R. Bachofner, «Verfassungstreue und Verfassungsbruch», dargestellt am Problem der Überfremdung und Übervölkerung der Schweiz, Eigenverlag, Zürich 1974
22 Ferdinand Lips, «Die Goldverschwörung», Kopp, Rottenburg, 2003
23 Richard M. Salsman, «Gold and Liberty», (Great Barrington, MA: American Institute for Economic Research, 1995), S. 73 (zitiert nach Ferdinand Lips, a. a. O., S. 118)
24 Wandelanleihe, Schuldverschreibung einer Aktiengesellschaft, bei der den Gläubigern (Obligationären) das Recht eingeräumt wird, ihre Obligationen von einem best. Zeitpunkt an und zu im voraus bekannten Bedingungen in Beteiligungsrechte (Aktien, Genussscheine u.a.) umzuwandeln. In der W. ist der Vorteil der festen Verzinsung mit der Möglichkeit des Umtausches in einen Sachwert (z.B. bei sinkendem Geldwert und steigenden Aktienkursen) verbunden. Dem Unternehmen bietet die Ausgabe einer W. den Vorteil grösseren Interesses bei einem breiteren Publikum. Bei einer Pflichtwandelanleihe hat der Besitzer keine Wahl. Die Anleihe wird am Verfalltag auf jeden Fall nach den vereinbarten Bedingungen umgewandelt.
25 1936 wurde die Nationalbank (SNB) von der Verpflichtung enthoben, ihre Noten in Gold einzulösen. Als Folge dieser Massnahmen verloren die Goldmünzen, obwohl sie nicht ausser Kurs gesetzt wurden, faktisch ihren Kurswert. Der Goldwert der 20-Franken-Münze stieg durch die Abwertung auf rund 28 Franken. Damit verschwand das «Vreneli» vollständig aus dem Zahlungsverkehr und erhielt den Charakter einer Handelsware. Es wurde fortan vornehmlich gehortet.
26 Goldenes Zeitalter, im Griechischen, aus dem Orient stammender Mythos. Bezeichnung für die glückliche Urzeit des Menschengeschlechtes. Auch das Augusteische Zeitalter wird G. Z. genannt.
27 «Bund der Steuerzahler», zitiert nach Unabhängige Nachrichten 9/2008, Postfach 10 17 06, D-46017 Oberhausen.
--------------------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------------------
Presseclub Schweiz, Postfach, CH-4008 Basel © Nachdruck unter vollständiger Quellenangabe gestattet.
Labels:
FED,
Feder Gottfried,
Fiat Money,
Globalisierung,
Gold,
Greenbacks,
Greenspan,
Hochfinanz,
IWF,
Kennedy,
Rockefeller David,
SNB,
UBS,
Wall-Street-Bankers,
Weltbank,
Zinsknechtschaft
Montag, 28. Juli 2008
Obama und die neue Weltordnung
Obama: Ich habe da einen Alptraum …
Gerhard Wisnewski
Man muss sich schon die Augen reiben angesichts dieses merkwürdigen Schauspiels. Ein amerikanischer Präsident, der keiner ist, besucht amerikanische Truppen im Ausland und hält Reden vor Menschenmassen wie sonst nur der Papst oder eben – der Präsident. Er wird nicht etwa von einer privaten Schutztruppe geschützt, sondern vom staatlichen »Secret Service«, also jener Organisation, die sonst Präsidenten schützt – oder über die Klinge springen lässt. Je nach dem. In seiner Rede beschwor Obama die wichtigsten Zutaten der New World Order – der Neuen Weltordnung.
Die »Obamania« droht die republikanische Konkurrenz hinwegzufegen oder zumindest an die Wand zu drücken. Es sollen psychologische und politische Tatsachen geschaffen werden, an denen niemand mehr vorbeikommt: Die Politik nicht und die Wähler auch nicht. Die eigentliche Wahl Obamas soll so nur noch zur Formsache werden.
Die Obamania ist eine ebenso künstlich wie professionell geschaffene Hysterie wie die bunten »Revolutionen« in Osteuropa:
* Die Singende Revolution in Estland 1987–1991 und in Litauen 1989–1991
* Die Rosenrevolution in Georgien 2003
* Die Orangene Revolution in der Ukraine 2004
* Die Tulpenrevolution in Kirgisistan 2005
* Die Zedernrevolution im Libanon 2005
Barack Obama: Alles meins!
Und nun die Obama-Lution - erst in den Vereinigten Staaten und jetzt auch in Europa. Das Muster ist immer dasselbe: Begeisterte, schwärmerische Massen tragen einen Kandidaten oder einen Führer auf Händen zum Siege – zumindest psychologisch. Und die Impresarios sind auch immer dieselben. Vor allem Obamas außenpolitischer Berater Zbigniew Brzezinski, der auch schon bei den bunten Revolutionen im Osten die Finger im Spiel gehabt haben soll. Die Meisten haben diesen Namen längst vergessen oder sogar noch nie gehört. Dabei ist Brzezinski ein echter Eisen- und Russenfresser, einer der Strategen des Kalten Krieges und Hauptfeind der Sowjetunion, im Kalten Krieg gefürchtet als »Falke«, Kriegstreiber – und oberster »Taliban«: Derselbe Brzezinski formte, bewaffnete und unterstützte zu Sowjetzeiten jene islamischen Mujaheddin, aus deren Reihen später die Attentäter des 11.9. gekommen sein sollen und die heute »der Weltgemeinschaft« als »Taliban« das Leben schwer machen. Zitat: »Was ist wichtiger für die Weltgeschichte – die Taliban oder der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums?« Die Frage ist nur, was und warum die Taliban heute treiben. Derselbe Brzezinski berät nun den »neuen Kennedy« in außenpolitischen Fragen, was bedeutet, dass es sich eben nicht um einen neuen Kennedy handeln kann.
Egal: Wo immer sie auch will, lässt die Oba-Maschine Massen in allen Farben auferstehen, ob nun orange, rot oder gleich in den amerikanischen Farben, wie in Berlin. Und immer sind sie so verdammt begeistert und friedlich und entfachen eine psychologische La-Ola-Welle, der sich niemand widersetzen zu können meint.
Die Oba-Maschine umfasst nicht nur den Auftritt vor der Siegessäule und die angeblich 200.000, die dort hinkamen. Nein, die Oba-Maschine umfasste den gesamten offiziellen Medienapparat. In stundenlangen Sondersendungen rollten deutsche Fernsehsender Obama einen medialen Teppich mit Bildern der gemeinsamen deutsch-amerikanischen Geschichte aus, auf dem der Kandidat vor die Siegessäule schritt – zur symbolischen Präsidentenkür.
Nicht der passende Ort? Obama wäre lieber am Brandenburger Tor aufgetreten? Da bin ich nicht so sicher. Die Siegessäule war ebenfalls ein geeigneter Hintergrund für den gefühlten Sieger. In der deutsch-amerikanischen Symbolchronologie ist das Brandenburger Tor ein Symbol von Gestern, von Ronald Reagan und George Bush senior. Der neue amerikanische Führer braucht vielleicht neue Symbole. Die Siegessäule wurde 1873 als Nationaldenkmal der deutschen Einigungskriege eingeweiht.
Und Einigungskriege führen die USA jetzt auch. Seit dem 11. September bemühen sie sich vermehrt an allen Fronten um den Schulterschluss der Welt hinter Amerika. Sie schmiedeten militärische Allianzen von Dutzenden von Staaten und entwarfen globale Einigungsthemen wie den »Krieg gegen den Terror« oder den »Kampf gegen die Klimakatastrophe« (Hauptpropagandist: Obama-Parteifreund Al Gore). Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion geht es darum, sich den ganzen Globus unter den Nagel zu reißen, mit den Energiereserven angefangen. Das Tor war gestern, die Säule ist heute.
Freilich: Hätte sich Obama das Symbol selbst ausgesucht, wäre die politische Botschaft allzu offensichtlich betont worden und als Anmaßung erschienen. Aber so wurde er durch sanften Druck der Kanzlerin zur Siegessäule bugsiert. Ja, nicht er selbst, sondern die Kanzlerin setzte ihm den Lorbeerkranz auf. Da soll noch mal einer meckern.
Inhaltlich handelte es sich nicht nur um eine eindeutige Präsidentenrede. Sondern um eine Rede des Führers der Neuen Welt (-ordnung). Obama sprach nicht zu den Berlinern, auch nicht nur zu den Amerikanern, sondern zu den »people of the world«. Er beschwor die Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges ebenso herauf wie die ewige Dankbarkeit für die Luftbrücke und den Marshallplan. Er zeigte auf, wie sich die Freiheit in Berlin durchgesetzt habe, aber er beschwor auch die »new dangers« nach dem Ende des Kalten Krieges.
New dangers, die das amerikanische Imperium dringend braucht, denn ohne sie kann es die Welt nicht regieren. Denn diese »new dangers«, so Obama, »können nicht in den Grenzen eines Landes eingedämmt werden oder durch die Größe eines Ozeans«. Diese »new dangers« sollen die Sowjetunion ersetzen. Ja, nicht nur das. Sie sollen eine Einigung auf einer globalen Ebene herbeiführen, und daher ist es so wichtig, dass diese Gefahren ubiquitär sind, also immer und überall vorhanden.
Und so nennt Obama denn auch den internationalen Terrorismus, aber vor allem auch die »Klimakatastrophe«. Denn es gibt nur eine Sphäre, an die alle Länder grenzen, und das ist die Atmosphäre. Die Luft kennt keine Grenzen, und deshalb ist sie das ideale Vehikel für die neue globale Machtpolitik. Selbst die Meere würden sich dafür nicht eignen, grenzen doch keineswegs alle Länder an einen Ozean. Aber die Atmosphäre ist der ideale Vorwand, um in die inneren Angelegenheiten eines jeden Landes einzugreifen und die Staaten schließlich in einer gemeinsamen politischen Atmosphäre aufzulösen.
»Während wir hier sprechen, schmelzen Autos in Boston und Fabriken in Peking das Eis in der Arktis«, beschwört Obama den neuen Hauptmythos der Globalisten herauf, die »Klimakatastrophe«. Obama will die Macht der Globalisten auf Phantome gründen:
* den selbst geschaffenen »Kampf der Kulturen«,
* den selbst geschaffenen »Krieg gegen den Terror«,
* die selbst hochgeputschte »Klimakatastrophe«,
* die hochgeputschte Gefahr durch »Massenvernichtungswaffen« (siehe Irak).
Denn auch in Obamas Berliner Rede war von Atomwaffen die Rede.
Besonders perfide die Aufforderung, die Terroristen, die »unsere Sicherheit in Afghanistan bedrohen«, genauso zu verfolgen wie die »Drogenhändler, die Drogen auf unseren Straßen verkaufen«. Denn die Drogenproduzenten und Dealer sind niemand anderer als die Vereinigten Staaten selbst. Sie haben Afghanistan als globalen Hauptopiumproduzenten wiederauferstehen lassen, der heute etwa 95 Prozent des globalen Opiums produziert. Das heißt, dass jeder Heroinschuss auf dem Globus zu 95 Prozent aus dem US-Protektorat Afghanistan stammt. Vielen Dank auch.
Obama erwähnt fast ausschließlich Phantomkatastrophen, entworfen auf den Reißbrettern der Propagandaspezialisten. Die einzig reale Katastrophe erwähnt Obama dagegen seltsamerweise nicht – nämlich die von den USA angezettelte globale Finanzkatastrophe. Ob Terror, Klima oder Atom unseren Kindern die Zukunft nehmen, ist eher fraglich. Nicht fraglich dagegen ist, ob die amerikanische Finanzkatastrophe unseren Kindern die Zukunft nimmt.
Dass all die erwähnten Gefahren nur gemeinsam zu lösen sind, ist die zentrale Botschaft dieser Rede. Und mit »gemeinsam« meint er natürlich die New World Order. »Wir können es uns nicht leisten, geteilt zu sein.« Soll heißen: Die Zeiten der souveränen Staaten sind vorbei. »Keine einzelne Nation, egal wie mächtig, kann solchen Herausforderungen alleine begegnen.« Und, ganz wichtig: »Niemand von uns kann solche Bedrohungen leugnen oder sich vor der Verantwortung drücken.« Soll heißen: Leugnen ist ein Verbrechen, vielleicht sogar ein Verbrechen gegen die Menschheit. »Die Last, globale Bürger zu sein, bindet uns zusammen.«
Genau das ist beabsichtigt. Niemand soll sich dem neuen moralischen Würgegriff der globalen Eliten entziehen können, und daran wird sich auch mit einem Wechsel im US-Präsidentenamt nichts ändern: »Ein Wechsel der Führung in Washington wird diese Last nicht beseitigen.« Das heißt: Der »Krieg gegen den Terror«, eine Erfindung des angeblich so erledigten Bush und seiner Neokonservativen, wird ebenso weitergehen, wie der »Kampf gegen die Klimakatastrophe«.
»Mr. Gorbatschow, tear down this wall« (»Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder«) war der historische Satz von Präsident Reagan bei seinem Berlin-Besuch. Bei Obama heißt das: Lassen Sie uns alle Mauern niederreißen! Die Mauern zwischen Nationen ebenso wie zwischen Rassen und Stämmen, Eingeborenen und Immigranten, Christen, Muslimen und Juden: »Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen.«
Aber ist das wirklich John Lennons träumerisches »Imagine«? Wohl kaum. Denn über Völkerverständigung geht das weit hinaus. Zu Ende gedacht, handelt es sich hier eben nicht um Romantizismus, wenn man vom Romantizismus der globalen Eliten einmal absieht. Es handelt sich eben nicht um Völkerverständigung, sondern um Völkerverschmelzung. Der mögliche neue globale Führer Obama verlangt die totale Entgrenzung jedes natürlichen und staatlichen Körpers und die Durchmischung von allen mit allen. Deshalb betont Obama auch die Partnerschaft zur Europäischen Union als einem der Hauptschmelztiegel der Globalisten.
Grenzen sind aber die Grundlagen des Lebens – fragen Sie mal den ersten Einzeller, wenn Sie ihn treffen. Nur durch Abgrenzung von der Umwelt konnte überhaupt Leben entstehen und sich definieren. Die totale Entgrenzung widerspricht dem wohlverstandenen Interesse von eigenständigen Einheiten, seien es nun Einzeller, Mehrzeller oder Vereinigungen von Mehrzellern, wie beispielsweise Staaten. Denn am Ende wird eine gleichförmige und identitätslose Masse stehen, das ideale Rohmaterial für den imperialen Sklavenplaneten.
Obama wurde nicht nur mit John F. Kennedy verglichen, sondern auch mit Martin Luther King, zwei Söhnen seines Landes, die von den USA ruchlos ermordet wurden. Oft wurde auch an Martin Luther Kings »I have a dream«-Rede erinnert, an die Obama im Ton immer wieder anzuknüpfen versucht, wohlweislich, ohne das Zitat auf geschmacklose Weise wörtlich zu übernehmen. Doch Obama hat keinen schönen Traum für uns. Bei ihm heißt es nicht »I have a dream«, sondern »I have a nightmare« – »Ich habe einen Alptraum – für Euch«.
Freitag, 25.07.2008
Kategorie: Geostrategie, Geheimdienste, 11. Sept. 2001, Wirtschaft & Finanzen, Politik, Wissenschaft
© Das Copyright dieser Seite liegt bei Gerhard Wisnewski
Gerhard Wisnewski
Man muss sich schon die Augen reiben angesichts dieses merkwürdigen Schauspiels. Ein amerikanischer Präsident, der keiner ist, besucht amerikanische Truppen im Ausland und hält Reden vor Menschenmassen wie sonst nur der Papst oder eben – der Präsident. Er wird nicht etwa von einer privaten Schutztruppe geschützt, sondern vom staatlichen »Secret Service«, also jener Organisation, die sonst Präsidenten schützt – oder über die Klinge springen lässt. Je nach dem. In seiner Rede beschwor Obama die wichtigsten Zutaten der New World Order – der Neuen Weltordnung.
Die »Obamania« droht die republikanische Konkurrenz hinwegzufegen oder zumindest an die Wand zu drücken. Es sollen psychologische und politische Tatsachen geschaffen werden, an denen niemand mehr vorbeikommt: Die Politik nicht und die Wähler auch nicht. Die eigentliche Wahl Obamas soll so nur noch zur Formsache werden.
Die Obamania ist eine ebenso künstlich wie professionell geschaffene Hysterie wie die bunten »Revolutionen« in Osteuropa:
* Die Singende Revolution in Estland 1987–1991 und in Litauen 1989–1991
* Die Rosenrevolution in Georgien 2003
* Die Orangene Revolution in der Ukraine 2004
* Die Tulpenrevolution in Kirgisistan 2005
* Die Zedernrevolution im Libanon 2005
Barack Obama: Alles meins!
Und nun die Obama-Lution - erst in den Vereinigten Staaten und jetzt auch in Europa. Das Muster ist immer dasselbe: Begeisterte, schwärmerische Massen tragen einen Kandidaten oder einen Führer auf Händen zum Siege – zumindest psychologisch. Und die Impresarios sind auch immer dieselben. Vor allem Obamas außenpolitischer Berater Zbigniew Brzezinski, der auch schon bei den bunten Revolutionen im Osten die Finger im Spiel gehabt haben soll. Die Meisten haben diesen Namen längst vergessen oder sogar noch nie gehört. Dabei ist Brzezinski ein echter Eisen- und Russenfresser, einer der Strategen des Kalten Krieges und Hauptfeind der Sowjetunion, im Kalten Krieg gefürchtet als »Falke«, Kriegstreiber – und oberster »Taliban«: Derselbe Brzezinski formte, bewaffnete und unterstützte zu Sowjetzeiten jene islamischen Mujaheddin, aus deren Reihen später die Attentäter des 11.9. gekommen sein sollen und die heute »der Weltgemeinschaft« als »Taliban« das Leben schwer machen. Zitat: »Was ist wichtiger für die Weltgeschichte – die Taliban oder der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums?« Die Frage ist nur, was und warum die Taliban heute treiben. Derselbe Brzezinski berät nun den »neuen Kennedy« in außenpolitischen Fragen, was bedeutet, dass es sich eben nicht um einen neuen Kennedy handeln kann.
Egal: Wo immer sie auch will, lässt die Oba-Maschine Massen in allen Farben auferstehen, ob nun orange, rot oder gleich in den amerikanischen Farben, wie in Berlin. Und immer sind sie so verdammt begeistert und friedlich und entfachen eine psychologische La-Ola-Welle, der sich niemand widersetzen zu können meint.
Die Oba-Maschine umfasst nicht nur den Auftritt vor der Siegessäule und die angeblich 200.000, die dort hinkamen. Nein, die Oba-Maschine umfasste den gesamten offiziellen Medienapparat. In stundenlangen Sondersendungen rollten deutsche Fernsehsender Obama einen medialen Teppich mit Bildern der gemeinsamen deutsch-amerikanischen Geschichte aus, auf dem der Kandidat vor die Siegessäule schritt – zur symbolischen Präsidentenkür.
Nicht der passende Ort? Obama wäre lieber am Brandenburger Tor aufgetreten? Da bin ich nicht so sicher. Die Siegessäule war ebenfalls ein geeigneter Hintergrund für den gefühlten Sieger. In der deutsch-amerikanischen Symbolchronologie ist das Brandenburger Tor ein Symbol von Gestern, von Ronald Reagan und George Bush senior. Der neue amerikanische Führer braucht vielleicht neue Symbole. Die Siegessäule wurde 1873 als Nationaldenkmal der deutschen Einigungskriege eingeweiht.
Und Einigungskriege führen die USA jetzt auch. Seit dem 11. September bemühen sie sich vermehrt an allen Fronten um den Schulterschluss der Welt hinter Amerika. Sie schmiedeten militärische Allianzen von Dutzenden von Staaten und entwarfen globale Einigungsthemen wie den »Krieg gegen den Terror« oder den »Kampf gegen die Klimakatastrophe« (Hauptpropagandist: Obama-Parteifreund Al Gore). Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion geht es darum, sich den ganzen Globus unter den Nagel zu reißen, mit den Energiereserven angefangen. Das Tor war gestern, die Säule ist heute.
Freilich: Hätte sich Obama das Symbol selbst ausgesucht, wäre die politische Botschaft allzu offensichtlich betont worden und als Anmaßung erschienen. Aber so wurde er durch sanften Druck der Kanzlerin zur Siegessäule bugsiert. Ja, nicht er selbst, sondern die Kanzlerin setzte ihm den Lorbeerkranz auf. Da soll noch mal einer meckern.
Inhaltlich handelte es sich nicht nur um eine eindeutige Präsidentenrede. Sondern um eine Rede des Führers der Neuen Welt (-ordnung). Obama sprach nicht zu den Berlinern, auch nicht nur zu den Amerikanern, sondern zu den »people of the world«. Er beschwor die Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges ebenso herauf wie die ewige Dankbarkeit für die Luftbrücke und den Marshallplan. Er zeigte auf, wie sich die Freiheit in Berlin durchgesetzt habe, aber er beschwor auch die »new dangers« nach dem Ende des Kalten Krieges.
New dangers, die das amerikanische Imperium dringend braucht, denn ohne sie kann es die Welt nicht regieren. Denn diese »new dangers«, so Obama, »können nicht in den Grenzen eines Landes eingedämmt werden oder durch die Größe eines Ozeans«. Diese »new dangers« sollen die Sowjetunion ersetzen. Ja, nicht nur das. Sie sollen eine Einigung auf einer globalen Ebene herbeiführen, und daher ist es so wichtig, dass diese Gefahren ubiquitär sind, also immer und überall vorhanden.
Und so nennt Obama denn auch den internationalen Terrorismus, aber vor allem auch die »Klimakatastrophe«. Denn es gibt nur eine Sphäre, an die alle Länder grenzen, und das ist die Atmosphäre. Die Luft kennt keine Grenzen, und deshalb ist sie das ideale Vehikel für die neue globale Machtpolitik. Selbst die Meere würden sich dafür nicht eignen, grenzen doch keineswegs alle Länder an einen Ozean. Aber die Atmosphäre ist der ideale Vorwand, um in die inneren Angelegenheiten eines jeden Landes einzugreifen und die Staaten schließlich in einer gemeinsamen politischen Atmosphäre aufzulösen.
»Während wir hier sprechen, schmelzen Autos in Boston und Fabriken in Peking das Eis in der Arktis«, beschwört Obama den neuen Hauptmythos der Globalisten herauf, die »Klimakatastrophe«. Obama will die Macht der Globalisten auf Phantome gründen:
* den selbst geschaffenen »Kampf der Kulturen«,
* den selbst geschaffenen »Krieg gegen den Terror«,
* die selbst hochgeputschte »Klimakatastrophe«,
* die hochgeputschte Gefahr durch »Massenvernichtungswaffen« (siehe Irak).
Denn auch in Obamas Berliner Rede war von Atomwaffen die Rede.
Besonders perfide die Aufforderung, die Terroristen, die »unsere Sicherheit in Afghanistan bedrohen«, genauso zu verfolgen wie die »Drogenhändler, die Drogen auf unseren Straßen verkaufen«. Denn die Drogenproduzenten und Dealer sind niemand anderer als die Vereinigten Staaten selbst. Sie haben Afghanistan als globalen Hauptopiumproduzenten wiederauferstehen lassen, der heute etwa 95 Prozent des globalen Opiums produziert. Das heißt, dass jeder Heroinschuss auf dem Globus zu 95 Prozent aus dem US-Protektorat Afghanistan stammt. Vielen Dank auch.
Obama erwähnt fast ausschließlich Phantomkatastrophen, entworfen auf den Reißbrettern der Propagandaspezialisten. Die einzig reale Katastrophe erwähnt Obama dagegen seltsamerweise nicht – nämlich die von den USA angezettelte globale Finanzkatastrophe. Ob Terror, Klima oder Atom unseren Kindern die Zukunft nehmen, ist eher fraglich. Nicht fraglich dagegen ist, ob die amerikanische Finanzkatastrophe unseren Kindern die Zukunft nimmt.
Dass all die erwähnten Gefahren nur gemeinsam zu lösen sind, ist die zentrale Botschaft dieser Rede. Und mit »gemeinsam« meint er natürlich die New World Order. »Wir können es uns nicht leisten, geteilt zu sein.« Soll heißen: Die Zeiten der souveränen Staaten sind vorbei. »Keine einzelne Nation, egal wie mächtig, kann solchen Herausforderungen alleine begegnen.« Und, ganz wichtig: »Niemand von uns kann solche Bedrohungen leugnen oder sich vor der Verantwortung drücken.« Soll heißen: Leugnen ist ein Verbrechen, vielleicht sogar ein Verbrechen gegen die Menschheit. »Die Last, globale Bürger zu sein, bindet uns zusammen.«
Genau das ist beabsichtigt. Niemand soll sich dem neuen moralischen Würgegriff der globalen Eliten entziehen können, und daran wird sich auch mit einem Wechsel im US-Präsidentenamt nichts ändern: »Ein Wechsel der Führung in Washington wird diese Last nicht beseitigen.« Das heißt: Der »Krieg gegen den Terror«, eine Erfindung des angeblich so erledigten Bush und seiner Neokonservativen, wird ebenso weitergehen, wie der »Kampf gegen die Klimakatastrophe«.
»Mr. Gorbatschow, tear down this wall« (»Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder«) war der historische Satz von Präsident Reagan bei seinem Berlin-Besuch. Bei Obama heißt das: Lassen Sie uns alle Mauern niederreißen! Die Mauern zwischen Nationen ebenso wie zwischen Rassen und Stämmen, Eingeborenen und Immigranten, Christen, Muslimen und Juden: »Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen.«
Aber ist das wirklich John Lennons träumerisches »Imagine«? Wohl kaum. Denn über Völkerverständigung geht das weit hinaus. Zu Ende gedacht, handelt es sich hier eben nicht um Romantizismus, wenn man vom Romantizismus der globalen Eliten einmal absieht. Es handelt sich eben nicht um Völkerverständigung, sondern um Völkerverschmelzung. Der mögliche neue globale Führer Obama verlangt die totale Entgrenzung jedes natürlichen und staatlichen Körpers und die Durchmischung von allen mit allen. Deshalb betont Obama auch die Partnerschaft zur Europäischen Union als einem der Hauptschmelztiegel der Globalisten.
Grenzen sind aber die Grundlagen des Lebens – fragen Sie mal den ersten Einzeller, wenn Sie ihn treffen. Nur durch Abgrenzung von der Umwelt konnte überhaupt Leben entstehen und sich definieren. Die totale Entgrenzung widerspricht dem wohlverstandenen Interesse von eigenständigen Einheiten, seien es nun Einzeller, Mehrzeller oder Vereinigungen von Mehrzellern, wie beispielsweise Staaten. Denn am Ende wird eine gleichförmige und identitätslose Masse stehen, das ideale Rohmaterial für den imperialen Sklavenplaneten.
Obama wurde nicht nur mit John F. Kennedy verglichen, sondern auch mit Martin Luther King, zwei Söhnen seines Landes, die von den USA ruchlos ermordet wurden. Oft wurde auch an Martin Luther Kings »I have a dream«-Rede erinnert, an die Obama im Ton immer wieder anzuknüpfen versucht, wohlweislich, ohne das Zitat auf geschmacklose Weise wörtlich zu übernehmen. Doch Obama hat keinen schönen Traum für uns. Bei ihm heißt es nicht »I have a dream«, sondern »I have a nightmare« – »Ich habe einen Alptraum – für Euch«.
Freitag, 25.07.2008
Kategorie: Geostrategie, Geheimdienste, 11. Sept. 2001, Wirtschaft & Finanzen, Politik, Wissenschaft
© Das Copyright dieser Seite liegt bei Gerhard Wisnewski
Sonntag, 6. Januar 2008
Wie Wirtschaftskrisen generiert werden
Die Geheimnisse der US-Notenbank
von Wolfgang Freisleben, Wien
Entgegen dem allgemeinen Glauben ist die amerikanische «Zentralbank» in Wahrheit eine Geldmaschine für ein privates Bankenkartell, das um so mehr verdient, je höher die Zinsen sind. So nebenbei druckt es billig US-Dollar-Noten und verkauft sie teuer weiter.
Immer wieder steht die «Federal Reserve» beziehungsweise «amerikanische Notenbank» – gemeinhin als «FED» bezeichnet – im Blickpunkt, wenn die internationale Finanzwelt gespannt darauf wartet, ob sie die Zinsen verändert oder nicht.
Das Kürzel steht für «Board of Governors of the Federal Reserve System», also die Konferenz der Gouverneure des 93 Jahre alten amerikanischen «Federal Reserve Systems». Darunter ist nicht eine staatliche Nationalbank im herkömmlichen Sinn zu verstehen, sondern ein Zusammenschluss von zunächst fünf und heute zwölf regionalen, über die USA verstreuten Privatbanken, die jeweils den Namen Federal Reserve Bank tragen dürfen und von denen nur ein kleiner Zirkel von Eingeweihten weiss, wem sie gehören. Nur eines ist sicher: Sie gehören nicht dem Staat. Dennoch üben sie die Funktion einer staatlichen Nationalbank aus. Ihre Willensbildung findet im Federal Reserve Board statt, den der Präsident nach aussen repräsentiert und dessen Sitzungen in Washington in einem eigenen, entsprechend imposant gestalteten historischen Gebäude stattfinden. Die wichtigste dieses exklusiven Zirkels von Privatbanken ist die Federal Reserve Bank of New York, die den riesigen Finanzplatz New York kontrolliert.
Privilegien für eine Geldmaschine
Dieses private Bankenkartell verfügt über unglaubliche Privilegien, von denen drei besonders hervorstechen:
• Mit dem Druck von amerikanischen US-Dollar-Banknoten verwandelt die FED zu minimalen Kosten wertloses Papier in US-Dollar-Noten und leiht diese gegen Schuldverschreibungen an die USA (sowie inzwischen auch an weitere Staaten) und andere Banken. So hat das Kartell im Lauf seiner Geschichte aus dem Nichts Billionen von Forderungen geschaffen, für die es permanent Zinsen kassiert, was einen immerwährenden jährlichen Profit in unvorstellbaren Milliardenhöhen sichert. Dadurch muss sich so nebenbei keine amerikanische Regierung Sorgen um das Staatsdefizit machen, solange die Herren in Nadelstreifen auf der Seite der Regierung stehen und bei Bedarf – wie gegenwärtig in der Ära Bush zur Finanzierung der Kriege – jederzeit die Druckerpresse in Gang setzen.
• Mit dem Zinsprivileg setzt die FED die Höhe der Zinsen selber fest, und es ist einsichtig, dass sie grösstes Interesse daran hat, möglichst hohe Zinsen zu kassieren. Daher reizt sie die Zinshöhe möglichst oft bis zum äussersten aus und verursacht periodisch damit Krisen – dies ist derzeit der Fall –, um danach brav als Retter in der Not aufzutreten. Mit den Zinsen wird permanent Kaufkraft von den amerikanischen Bürgern abgeschöpft und zu den FED-Bankiers umverteilt: über Kreditzinsen ebenso wie über die Steuern, die als Zinsen für die riesige Staatsschuld zur FED umgeleitet werden. Mit den ständigen Zinsänderungen verändert die FED daher die Rahmenbedingungen für die grösste Volkswirtschaft der Erde und deren wichtigste Aktienbörse an der New Yorker Wall Street, die als weltweite Leitbörse Signalwirkung für die restlichen Börsen der Welt hat.
• Um Bankenkrisen wieder stabilisieren zu können, verwaltet die FED Geldreserven ihrer Mitgliedsbanken (die mit 6% pro Jahr verzinst werden), die sie dem Bankensystem bei Bedarf zur Abwehr dieser Krise wieder zur Verfügung stellt. Derzeit ist die FED bemüht, eine weltweite Finanzkrise im Zuge des Crashs im System der amerikanischen Immobilienfinanzierer durch wiederholte Liquiditätszufuhr an die Banken abzuwenden. Da viele US-lmmobilienbanken klugerweise ihre Kreditforderungen zu Wertpapieren gebündelt und ihre Probleme damit an Banken in Europa weitergereicht haben, kamen dadurch auch europäische Banken ins Trudeln.
Doch die FED beziehungsweise ihr früherer Präsident Alan Greenspan hat diese Krise selber provoziert. Denn mit den raschen und geradezu dramatischen Zinssenkungen (nach bis auf 6% völlig überzogenen Leitzinsen) und einer damit verbundenen übermässigen Liquiditätsversorgung der US-Wirtschaft, hatte Greenspan ab 3. Januar 2001 versucht, den grössten Kurssturz an den Börsen seit 50 Jahren zu stabilisieren. Per 25. Juni 2003 hatten die Leitzinsen mit 1% ihr tiefstes Niveau erreicht, was den Banken die Möglichkeit gab, extrem niedrig verzinste Kredite zu vergeben. Dadurch wurden viele Familien in eine «Kreditfalle» gelockt und zu Hauskäufen auf Kredit animiert, die sie sich nur unter den Bedingungen der niedrigen Zinsen leisten konnten.
Krise von der FED provoziert
Ab dem Ende des Zinssenkungszyklus hatte Greenspan ein Problem provoziert, das lawinenartig allmählich immer grösser wurde. Denn ab 30. Juni 2004 erhöhte die FED bis zum 29. Juni 2006 die Leitzinsen zwölf Mal um jeweils 0,25 Prozentpunkte bis auf 5,25%. Diese sind somit jetzt um 525% höher als vor 4 Jahren! Dementsprechend stiegen auch die Zinsen für Immobilienkredite und erreichten ein Niveau, das sich immer mehr Familien nicht mehr leisten können. Da die Sparquote in den USA derzeit negativ ist, die breite Bevölkerung also vorwiegend auf Pump lebt, und Sparbücher kaum eine Rolle spielen, weitet sich die Krise aus. Seit nun ab dem Vorjahr immer mehr Immobilienfinanzierer analog zu ihren Kunden in Zahlungsverzug bei anderen Banken gerieten und Konkurs anmeldeten, war die Krise perfekt und erreichte im August 2007 einen dramatischen Höhepunkt, den die FED und die europäische Notenbank EZB nur mehr durch mehrere Liquiditätsspritzen in das Bankensystem stabilisieren konnten.
Die Liquiditätskrise der Banken hat sich natürlich sofort auf die Börsen übertragen, die generell auf die Zinsbewegungen der FED äusserst sensibel reagieren. Denn steigende Zinsen machen festverzinsliche Wertpapiere als Konkurrenz zu Aktien attraktiver, bremsen die Wirtschaft, sind daher immer Gift für die Börsen und zwingen die Aktienkurse nach unten. So begann der September 2007.
Die Motive der FED-Banken
Um Vorgangsweise und Motive der FED, die manchmal durchaus dubios erscheinen, zu verstehen, ist ein Blick auf die Entstehungsgeschichte hilfreich.
Der Vorschlag zur Etablierung einer Zentralbank stammte von dem deutschen Bankier Paul Warburg. Die durch den Bankrott der Knickerbocker Trust Co. und die bedrohliche Lage der Trust Company of America im Herbst 1907 ausgelöste schwere Finanz- und Bankenkrise riss 243 Banken in den Abgrund, weil es keine Institution gab, die ihnen temporär Geld zur Überwindung ihrer Zahlungsschwierigkeiten zur Verfügung gestellt hätte. Zufällig war diese Krise wenige Monate zuvor von dem Bankier John Pierpont Morgan in einer Rede vor der New Yorker Handelskammer angekündigt worden, verbunden mit dem Ruf nach einer Zentralbank. Die Krise eignete sich bestens zur Unterstützung dieser Forderung. Morgan sollte später bei deren Umsetzung im Hintergrund eine wesentliche Rolle spielen.
Ursprünglich Teilhaber des Bankhauses Warburg in Hamburg, hatte Paul Warburg 1893 während eines Aufenthalts in den USA die Tochter von Salomon Loeb vom New Yorker Bankhaus Kuhn, Loeb & Co. geheiratet, der ihn und seinen Bruder Felix 1902 als Partner in die Bank (1977 zu Lehman Brothers fusioniert) holte.
Von der Kuhn-Loeb-Bank grosszügig mit einem Jahressalär von 500 000 US-Dollar ausgestattet, war Paul Warburg nach der Bankenkrise sechs Jahre ausschliesslich damit beschäftigt, eine «Bankreform» mit Einrichtung einer Zentralbank nach Vorbild der Bank of England (die damals noch privaten Bankiers gehörte) zu propagieren und vorzubereiten. Dabei wurde er von Senator Nelson D. Aldrich unterstützt, dem Schwiegervater des ersten amerikanischen Milliardenerben John D. Rockefeller junior, der wiederum als der politische Steigbügelhalter des Bankiers J. P. Morgan in den amerikanischen Kongress bekannt wurde.
Verschwörung im Jagdclub auf Jekyll-lsland
Im November 1910 begab sich schliesslich eine handverlesene Gruppe unter dem Vorwand eines Jagdausfluges in einem Eisenbahnwaggon mit zugezogenen Gardinen in den Jagdclub des Bankiers J. P. Morgan auf Jekyll-Island in Georgia. Auf diesem später als Verschwörung bezeichneten geheimen Treffen gingen Paul Warburg (als Vertreter von Kuhn-Loeb und anderen Banken) und je zwei führende Bankiers von J. P. Morgan (die auch die Interessen der Rothschild-Gruppe wahrzunehmen hatten) und der Rockefeller-Gruppe Senator Aldrich zur Hand, um binnen neun Tagen eine Gesetzesvorlage zu texten, die der überaus eitle Republikaner unbedingt unter seinem Namen in den Kongress einbringen wollte. Anstelle einer Zentralbank war darin aber nur von einer privaten nationalen Reserve-Gesellschaft mit mehreren über Amerika verstreuten Repräsentanzen die Rede, bei denen Geldinstitute, die sich freiwillig anschlossen, Geldreserven für Krisenfälle hinterlegen sollten. Wegen seiner bekannten Verbindungen zum Finanz- und Börsenzentrum an der New Yorker Wall Street scheiterte Aldrich, weil die Mehrheit der misstrauischen Abgeordneten darin zu Recht einen Plan sah, einem kleinen Kreis von mächtigen und untereinander verbundenen Bankiers eine dominierende Stellung und damit enorme Profitmöglichkeiten innerhalb der amerikanischen Wirtschaft zu sichern.
Natürlich liessen sich die Wall Street-Haie nicht so schnell entmutigen und nützten die Präsidentschaftswahlen 1912, um den demokratischen Kandidaten Woodrow Wilson mit üppigen Geldspenden ins Präsidentenamt zu hieven. Nach aussen gab er sich im Wahlkampf noch als Gegner des «Wall-Street-Money-Trusts» und versprach dem Volk ein Geldsystem, das frei von der Herrschaft der internationalen Bankiers der Wall Street sein sollte. Tatsächlich wurde das Zentralbank-Konzept aber von jener Gruppe eingefädelt, die ihrer Macht beraubt zu werden schien.
Die Schiffs, Warburgs, Kahns, Rockefellers und Morgans hatten jedenfalls auf das richtige Pferd gesetzt. Unter dem verharmlosenden Titel «Federal Reserve Act», der angeblich den Wall-Street-Plan einer Zentralbank zunichte machte, schleusten sie die geringfügig umformulierte Gesetzesvorlage von Jekyll-Island über willige Abgeordnete der demokratischen Fraktion mit Unterstützung von Präsident Wilson am 23. Dezember 1913 zur Abstimmung in den Kongress, als viele ahnungslose Abgeordnete bereits ihren Weihnachtsurlaub angetreten hatten und kaum jemand die Gesetzesvorlage zuvor auch tatsächlich gelesen hatte.
Das gigantischste Kartell auf Erden
Die wenigen Abgeordneten, die das üble Spiel durchschauten, fanden kaum Gehör. Der Konservative Henry Cabot Lodge sen. prophezeite in weiser Voraussicht «eine gewaltige Inflation der Zahlungsmittel» und dass «die Goldwährung in einer Flut von nicht einlösbarer Papierwährung» ertrinken werde. Nach der Abstimmung sagte Charles A. Lindberg sen., der Vater des berühmten Fliegers, vor dem Kongress: «Dieses Gesetz etabliert das gigantischste Kartell auf Erden […], dadurch wird die unsichtbare Regierung der Geldmacht legalisiert sein […]. Dies ist die verkleidete Aldrich-Gesetzesvorlage […]. Das neue Gesetz wird Inflation erzeugen, wann immer das Kartell die Inflation wünscht […].»
Lindberg sollte Recht behalten, wie sich am Beispiel des «Dollar-Privilegs» leicht erkennen lässt. Auch vor der Einrichtung des Notenbank-Systems hatten private Banken Geldscheine gedruckt. In den 1860er Jahren hatte es noch 8000 verschiedene Banknoten gegeben, die von privaten «State Banks» mit besonderer Genehmigung des Staates ausgegeben wurden. Ab 1880 durften noch 2000 Banken eigene Banknoten herausgeben. Ab 1914 aber war es nur mehr das privilegierte Dutzend.
Als der amerikanische Präsident Abraham Lincoln zur Finanzierung des Bürgerkriegs 1861 Geld benötigte und ihm die Kredite der Rothschild-Banken, der traditionellen Kriegs-Financiers, zu teuer waren, unterlief er das Privileg der privaten Banken und liess staatliche Dollarnoten drucken – den «Greenback». Diese verwegene Tat sollte Lincoln nicht lange überleben. 1865 wurde er von einem Einzeltäter erschossen, der seinerseits auf der Flucht gleichfalls erschossen wurde. Lincolns Nachfolger Andrew Johnson stellte aus unerfindlichen Gründen die Banknotenproduktion ein.
Der nächste Präsident, der das Geldmonopol wieder dem Staat unterordnen wollte, war John F. Kennedy. Davor war die Bank of England, die eigentlich Vorbild für die Zentralbank in den USA hätte sein sollen, bereits 1946 verstaatlicht worden.
Kennedy wollte FED entmachten
Wenige Monate vor seiner Ermordung soll John F. Kennedy laut Aussage einer Zeugin von seinem Vater Joseph Kennedy im Oval Office des Weissen Hauses angeschrieen worden sein: «Wenn du das tust, bringen sie dich um!» Doch der Präsident liess sich von seinem Plan nicht abbringen. Am 4. Juni 1963 unterzeichnete er die «Executive Order Number 111 110», mit der er die frühere «Executive Order Number 10289» ausser Kraft setzte, die Herstellung von Banknoten wieder in die Gewalt des Staates zurückbrachte und damit das exklusive Kartell der Privatbanken weitgehend entmachtete. Als bereits rund 4 Milliarden US-Dollar kleine Noten unter der Bezeichnung «United States Notes» der Geldzirkulation zugeführt worden waren und in der Staatsdruckerei grössere Noten auf die Auslieferungen warteten, wurde Kennedy am 22. November 1963, also 100 Jahre nach Lincoln, ebenso von einem Einzeltäter erschossen, der seinerseits gleichfalls erschossen wurde. Sein Nachfolger hiess Lyndon B. Johnson. Auch dieser stellte aus unerfindlichen Gründen die Banknotenproduktion ein. Die zwölf Federal-Reserve-Banken liessen die Kennedy-Scheine umgehend aus dem Verkehr ziehen und gegen ihr eigenes Schuldgeld austauschen.
Mit dem Monopol zur unbegrenzten Geld-Produktion verfügt das Banken-Kartell des Federal Reserve Systems über eine gigantische Geldmaschine, mit der es Jahr für Jahr prächtig verdient. Wer dahintersteht, ist ein streng gehütetes Geheimnis. Denn es muss unterschieden werden zwischen den Eigentümerbanken und den einfachen Mitgliedsbanken, die Geldreserven einlegen, um notfalls damit wieder gerettet zu werden. Die Federal Reserve Bank of New York hat vor einigen Jahren wenigstens die Namen dieser «einfachen», aber ansonsten rechtlosen Mitgliedsbanken veröffentlicht. Diese erhalten eine jährliche Verzinsung von 6% auf ihre Einlagen. Doch die Höhe ihrer Anteile wird ebenso geheimgehalten wie die Eigentümer der anfangs nur drei, heute elf weiteren regionalen Federal-Reserve-Banken.
Vorwürfe nach dem Börsenkrach 1929
Den ihm angebotenen ersten Vorsitz des Federal Reserve Board lehnte Paul Warburg als eben erst (1910) eingebürgerter deutscher Jude mit unüberhörbarem deutschem Akzent knapp vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegen Deutschland ab. Er wurde jedoch Mitglied des Aufsichtsrates wie auch des mächtigen Council on Foreign Relations, das bis heute als Brutstätte amerikanischer Spitzenpolitiker und FED-Banker gilt.
Seine jahrelange Bemühung um die Gründung des amerikanischen Notenbank-Systems brachte ihm indes nicht nur Geld und Ehre in der Hochfinanz ein, sondern auch die schlimmste Erfahrung seines Lebens. Er forderte 1928 vergebens eine Beschränkung des Geldumlaufs, um die an den Goldrausch von einst erinnernde Spekulation an der Börse zu bremsen. Doch die wenigsten wollten auf ihn hören und nannten ihn «Kassandra der Wall Street». Nach dem Börsenkrach im Oktober 1929 wurde er zur Zielscheibe von Leuten, die ihr Vermögen verloren hatten. Gerüchte, Broschüren und Artikel bezeichneten ihn, der versucht hatte, Finanzkatastrophen vorzubeugen, als den «unamerikanischen Urheber» der damaligen Börsenpanik. Formulierungen wie «Paul Warburg stundete mit seiner Bande das Federal Reserve System, um Amerikas Finanzen in jüdische Hand zu bringen und Amerika bis zum Zusammenbruch auszusaugen» waren an der Tagesordnung und setzten sich in Legenden bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg fort. Verbittert über die Angriffe starb er 1932.
Doch auch nach Warburg entstanden immer wieder wirtschaftliche Rezessionen und Kursstürze an der New Yorker Börse (mit gleichartigen Auswirkungen auf alle übrigen Weltbörsen), denen Zinserhöhungen des Federal Reserve System vorangegangen waren: 1936–1937 fielen die Aktienkurse um 50%, 1948 um 16%, 1953 um 13%, 1956 um 13%, 1957 um 19%, 1960 um 17%, 1966 um 25%, 1970 um 25%. Später folgten der Börsen-Crash im Oktober 1987, Kursstürze 1990, 1992, 1998 und zuletzt die schwere Baisse vom April 2000 bis März 2003 sowie die aktuelle Krise im August/September 2007, deren Auswirkungen ungewiss sind.
Heute wird kolportiert – aber offiziell nicht bestätigt –, dass die Rockefeller-Bankengruppe gegenwärtig 22% der Aktien der Federal Reserve Bank of New York und 53% der Anteile am gesamten Federal Reserve System hält. Die Bank of Japan als grösster Käufer von US-Staatsanleihen hält angeblich 8%. Den rein amerikanischen Banken insgesamt werden Anteile von 66%, den alten europäischen Bankhäusern 26% (darunter 10% Rothschild-Banken) zugeschrieben. •
Quelle: International III/2007
von Wolfgang Freisleben, Wien
Entgegen dem allgemeinen Glauben ist die amerikanische «Zentralbank» in Wahrheit eine Geldmaschine für ein privates Bankenkartell, das um so mehr verdient, je höher die Zinsen sind. So nebenbei druckt es billig US-Dollar-Noten und verkauft sie teuer weiter.
Immer wieder steht die «Federal Reserve» beziehungsweise «amerikanische Notenbank» – gemeinhin als «FED» bezeichnet – im Blickpunkt, wenn die internationale Finanzwelt gespannt darauf wartet, ob sie die Zinsen verändert oder nicht.
Das Kürzel steht für «Board of Governors of the Federal Reserve System», also die Konferenz der Gouverneure des 93 Jahre alten amerikanischen «Federal Reserve Systems». Darunter ist nicht eine staatliche Nationalbank im herkömmlichen Sinn zu verstehen, sondern ein Zusammenschluss von zunächst fünf und heute zwölf regionalen, über die USA verstreuten Privatbanken, die jeweils den Namen Federal Reserve Bank tragen dürfen und von denen nur ein kleiner Zirkel von Eingeweihten weiss, wem sie gehören. Nur eines ist sicher: Sie gehören nicht dem Staat. Dennoch üben sie die Funktion einer staatlichen Nationalbank aus. Ihre Willensbildung findet im Federal Reserve Board statt, den der Präsident nach aussen repräsentiert und dessen Sitzungen in Washington in einem eigenen, entsprechend imposant gestalteten historischen Gebäude stattfinden. Die wichtigste dieses exklusiven Zirkels von Privatbanken ist die Federal Reserve Bank of New York, die den riesigen Finanzplatz New York kontrolliert.
Privilegien für eine Geldmaschine
Dieses private Bankenkartell verfügt über unglaubliche Privilegien, von denen drei besonders hervorstechen:
• Mit dem Druck von amerikanischen US-Dollar-Banknoten verwandelt die FED zu minimalen Kosten wertloses Papier in US-Dollar-Noten und leiht diese gegen Schuldverschreibungen an die USA (sowie inzwischen auch an weitere Staaten) und andere Banken. So hat das Kartell im Lauf seiner Geschichte aus dem Nichts Billionen von Forderungen geschaffen, für die es permanent Zinsen kassiert, was einen immerwährenden jährlichen Profit in unvorstellbaren Milliardenhöhen sichert. Dadurch muss sich so nebenbei keine amerikanische Regierung Sorgen um das Staatsdefizit machen, solange die Herren in Nadelstreifen auf der Seite der Regierung stehen und bei Bedarf – wie gegenwärtig in der Ära Bush zur Finanzierung der Kriege – jederzeit die Druckerpresse in Gang setzen.
• Mit dem Zinsprivileg setzt die FED die Höhe der Zinsen selber fest, und es ist einsichtig, dass sie grösstes Interesse daran hat, möglichst hohe Zinsen zu kassieren. Daher reizt sie die Zinshöhe möglichst oft bis zum äussersten aus und verursacht periodisch damit Krisen – dies ist derzeit der Fall –, um danach brav als Retter in der Not aufzutreten. Mit den Zinsen wird permanent Kaufkraft von den amerikanischen Bürgern abgeschöpft und zu den FED-Bankiers umverteilt: über Kreditzinsen ebenso wie über die Steuern, die als Zinsen für die riesige Staatsschuld zur FED umgeleitet werden. Mit den ständigen Zinsänderungen verändert die FED daher die Rahmenbedingungen für die grösste Volkswirtschaft der Erde und deren wichtigste Aktienbörse an der New Yorker Wall Street, die als weltweite Leitbörse Signalwirkung für die restlichen Börsen der Welt hat.
• Um Bankenkrisen wieder stabilisieren zu können, verwaltet die FED Geldreserven ihrer Mitgliedsbanken (die mit 6% pro Jahr verzinst werden), die sie dem Bankensystem bei Bedarf zur Abwehr dieser Krise wieder zur Verfügung stellt. Derzeit ist die FED bemüht, eine weltweite Finanzkrise im Zuge des Crashs im System der amerikanischen Immobilienfinanzierer durch wiederholte Liquiditätszufuhr an die Banken abzuwenden. Da viele US-lmmobilienbanken klugerweise ihre Kreditforderungen zu Wertpapieren gebündelt und ihre Probleme damit an Banken in Europa weitergereicht haben, kamen dadurch auch europäische Banken ins Trudeln.
Doch die FED beziehungsweise ihr früherer Präsident Alan Greenspan hat diese Krise selber provoziert. Denn mit den raschen und geradezu dramatischen Zinssenkungen (nach bis auf 6% völlig überzogenen Leitzinsen) und einer damit verbundenen übermässigen Liquiditätsversorgung der US-Wirtschaft, hatte Greenspan ab 3. Januar 2001 versucht, den grössten Kurssturz an den Börsen seit 50 Jahren zu stabilisieren. Per 25. Juni 2003 hatten die Leitzinsen mit 1% ihr tiefstes Niveau erreicht, was den Banken die Möglichkeit gab, extrem niedrig verzinste Kredite zu vergeben. Dadurch wurden viele Familien in eine «Kreditfalle» gelockt und zu Hauskäufen auf Kredit animiert, die sie sich nur unter den Bedingungen der niedrigen Zinsen leisten konnten.
Krise von der FED provoziert
Ab dem Ende des Zinssenkungszyklus hatte Greenspan ein Problem provoziert, das lawinenartig allmählich immer grösser wurde. Denn ab 30. Juni 2004 erhöhte die FED bis zum 29. Juni 2006 die Leitzinsen zwölf Mal um jeweils 0,25 Prozentpunkte bis auf 5,25%. Diese sind somit jetzt um 525% höher als vor 4 Jahren! Dementsprechend stiegen auch die Zinsen für Immobilienkredite und erreichten ein Niveau, das sich immer mehr Familien nicht mehr leisten können. Da die Sparquote in den USA derzeit negativ ist, die breite Bevölkerung also vorwiegend auf Pump lebt, und Sparbücher kaum eine Rolle spielen, weitet sich die Krise aus. Seit nun ab dem Vorjahr immer mehr Immobilienfinanzierer analog zu ihren Kunden in Zahlungsverzug bei anderen Banken gerieten und Konkurs anmeldeten, war die Krise perfekt und erreichte im August 2007 einen dramatischen Höhepunkt, den die FED und die europäische Notenbank EZB nur mehr durch mehrere Liquiditätsspritzen in das Bankensystem stabilisieren konnten.
Die Liquiditätskrise der Banken hat sich natürlich sofort auf die Börsen übertragen, die generell auf die Zinsbewegungen der FED äusserst sensibel reagieren. Denn steigende Zinsen machen festverzinsliche Wertpapiere als Konkurrenz zu Aktien attraktiver, bremsen die Wirtschaft, sind daher immer Gift für die Börsen und zwingen die Aktienkurse nach unten. So begann der September 2007.
Die Motive der FED-Banken
Um Vorgangsweise und Motive der FED, die manchmal durchaus dubios erscheinen, zu verstehen, ist ein Blick auf die Entstehungsgeschichte hilfreich.
Der Vorschlag zur Etablierung einer Zentralbank stammte von dem deutschen Bankier Paul Warburg. Die durch den Bankrott der Knickerbocker Trust Co. und die bedrohliche Lage der Trust Company of America im Herbst 1907 ausgelöste schwere Finanz- und Bankenkrise riss 243 Banken in den Abgrund, weil es keine Institution gab, die ihnen temporär Geld zur Überwindung ihrer Zahlungsschwierigkeiten zur Verfügung gestellt hätte. Zufällig war diese Krise wenige Monate zuvor von dem Bankier John Pierpont Morgan in einer Rede vor der New Yorker Handelskammer angekündigt worden, verbunden mit dem Ruf nach einer Zentralbank. Die Krise eignete sich bestens zur Unterstützung dieser Forderung. Morgan sollte später bei deren Umsetzung im Hintergrund eine wesentliche Rolle spielen.
Ursprünglich Teilhaber des Bankhauses Warburg in Hamburg, hatte Paul Warburg 1893 während eines Aufenthalts in den USA die Tochter von Salomon Loeb vom New Yorker Bankhaus Kuhn, Loeb & Co. geheiratet, der ihn und seinen Bruder Felix 1902 als Partner in die Bank (1977 zu Lehman Brothers fusioniert) holte.
Von der Kuhn-Loeb-Bank grosszügig mit einem Jahressalär von 500 000 US-Dollar ausgestattet, war Paul Warburg nach der Bankenkrise sechs Jahre ausschliesslich damit beschäftigt, eine «Bankreform» mit Einrichtung einer Zentralbank nach Vorbild der Bank of England (die damals noch privaten Bankiers gehörte) zu propagieren und vorzubereiten. Dabei wurde er von Senator Nelson D. Aldrich unterstützt, dem Schwiegervater des ersten amerikanischen Milliardenerben John D. Rockefeller junior, der wiederum als der politische Steigbügelhalter des Bankiers J. P. Morgan in den amerikanischen Kongress bekannt wurde.
Verschwörung im Jagdclub auf Jekyll-lsland
Im November 1910 begab sich schliesslich eine handverlesene Gruppe unter dem Vorwand eines Jagdausfluges in einem Eisenbahnwaggon mit zugezogenen Gardinen in den Jagdclub des Bankiers J. P. Morgan auf Jekyll-Island in Georgia. Auf diesem später als Verschwörung bezeichneten geheimen Treffen gingen Paul Warburg (als Vertreter von Kuhn-Loeb und anderen Banken) und je zwei führende Bankiers von J. P. Morgan (die auch die Interessen der Rothschild-Gruppe wahrzunehmen hatten) und der Rockefeller-Gruppe Senator Aldrich zur Hand, um binnen neun Tagen eine Gesetzesvorlage zu texten, die der überaus eitle Republikaner unbedingt unter seinem Namen in den Kongress einbringen wollte. Anstelle einer Zentralbank war darin aber nur von einer privaten nationalen Reserve-Gesellschaft mit mehreren über Amerika verstreuten Repräsentanzen die Rede, bei denen Geldinstitute, die sich freiwillig anschlossen, Geldreserven für Krisenfälle hinterlegen sollten. Wegen seiner bekannten Verbindungen zum Finanz- und Börsenzentrum an der New Yorker Wall Street scheiterte Aldrich, weil die Mehrheit der misstrauischen Abgeordneten darin zu Recht einen Plan sah, einem kleinen Kreis von mächtigen und untereinander verbundenen Bankiers eine dominierende Stellung und damit enorme Profitmöglichkeiten innerhalb der amerikanischen Wirtschaft zu sichern.
Natürlich liessen sich die Wall Street-Haie nicht so schnell entmutigen und nützten die Präsidentschaftswahlen 1912, um den demokratischen Kandidaten Woodrow Wilson mit üppigen Geldspenden ins Präsidentenamt zu hieven. Nach aussen gab er sich im Wahlkampf noch als Gegner des «Wall-Street-Money-Trusts» und versprach dem Volk ein Geldsystem, das frei von der Herrschaft der internationalen Bankiers der Wall Street sein sollte. Tatsächlich wurde das Zentralbank-Konzept aber von jener Gruppe eingefädelt, die ihrer Macht beraubt zu werden schien.
Die Schiffs, Warburgs, Kahns, Rockefellers und Morgans hatten jedenfalls auf das richtige Pferd gesetzt. Unter dem verharmlosenden Titel «Federal Reserve Act», der angeblich den Wall-Street-Plan einer Zentralbank zunichte machte, schleusten sie die geringfügig umformulierte Gesetzesvorlage von Jekyll-Island über willige Abgeordnete der demokratischen Fraktion mit Unterstützung von Präsident Wilson am 23. Dezember 1913 zur Abstimmung in den Kongress, als viele ahnungslose Abgeordnete bereits ihren Weihnachtsurlaub angetreten hatten und kaum jemand die Gesetzesvorlage zuvor auch tatsächlich gelesen hatte.
Das gigantischste Kartell auf Erden
Die wenigen Abgeordneten, die das üble Spiel durchschauten, fanden kaum Gehör. Der Konservative Henry Cabot Lodge sen. prophezeite in weiser Voraussicht «eine gewaltige Inflation der Zahlungsmittel» und dass «die Goldwährung in einer Flut von nicht einlösbarer Papierwährung» ertrinken werde. Nach der Abstimmung sagte Charles A. Lindberg sen., der Vater des berühmten Fliegers, vor dem Kongress: «Dieses Gesetz etabliert das gigantischste Kartell auf Erden […], dadurch wird die unsichtbare Regierung der Geldmacht legalisiert sein […]. Dies ist die verkleidete Aldrich-Gesetzesvorlage […]. Das neue Gesetz wird Inflation erzeugen, wann immer das Kartell die Inflation wünscht […].»
Lindberg sollte Recht behalten, wie sich am Beispiel des «Dollar-Privilegs» leicht erkennen lässt. Auch vor der Einrichtung des Notenbank-Systems hatten private Banken Geldscheine gedruckt. In den 1860er Jahren hatte es noch 8000 verschiedene Banknoten gegeben, die von privaten «State Banks» mit besonderer Genehmigung des Staates ausgegeben wurden. Ab 1880 durften noch 2000 Banken eigene Banknoten herausgeben. Ab 1914 aber war es nur mehr das privilegierte Dutzend.
Als der amerikanische Präsident Abraham Lincoln zur Finanzierung des Bürgerkriegs 1861 Geld benötigte und ihm die Kredite der Rothschild-Banken, der traditionellen Kriegs-Financiers, zu teuer waren, unterlief er das Privileg der privaten Banken und liess staatliche Dollarnoten drucken – den «Greenback». Diese verwegene Tat sollte Lincoln nicht lange überleben. 1865 wurde er von einem Einzeltäter erschossen, der seinerseits auf der Flucht gleichfalls erschossen wurde. Lincolns Nachfolger Andrew Johnson stellte aus unerfindlichen Gründen die Banknotenproduktion ein.
Der nächste Präsident, der das Geldmonopol wieder dem Staat unterordnen wollte, war John F. Kennedy. Davor war die Bank of England, die eigentlich Vorbild für die Zentralbank in den USA hätte sein sollen, bereits 1946 verstaatlicht worden.
Kennedy wollte FED entmachten
Wenige Monate vor seiner Ermordung soll John F. Kennedy laut Aussage einer Zeugin von seinem Vater Joseph Kennedy im Oval Office des Weissen Hauses angeschrieen worden sein: «Wenn du das tust, bringen sie dich um!» Doch der Präsident liess sich von seinem Plan nicht abbringen. Am 4. Juni 1963 unterzeichnete er die «Executive Order Number 111 110», mit der er die frühere «Executive Order Number 10289» ausser Kraft setzte, die Herstellung von Banknoten wieder in die Gewalt des Staates zurückbrachte und damit das exklusive Kartell der Privatbanken weitgehend entmachtete. Als bereits rund 4 Milliarden US-Dollar kleine Noten unter der Bezeichnung «United States Notes» der Geldzirkulation zugeführt worden waren und in der Staatsdruckerei grössere Noten auf die Auslieferungen warteten, wurde Kennedy am 22. November 1963, also 100 Jahre nach Lincoln, ebenso von einem Einzeltäter erschossen, der seinerseits gleichfalls erschossen wurde. Sein Nachfolger hiess Lyndon B. Johnson. Auch dieser stellte aus unerfindlichen Gründen die Banknotenproduktion ein. Die zwölf Federal-Reserve-Banken liessen die Kennedy-Scheine umgehend aus dem Verkehr ziehen und gegen ihr eigenes Schuldgeld austauschen.
Mit dem Monopol zur unbegrenzten Geld-Produktion verfügt das Banken-Kartell des Federal Reserve Systems über eine gigantische Geldmaschine, mit der es Jahr für Jahr prächtig verdient. Wer dahintersteht, ist ein streng gehütetes Geheimnis. Denn es muss unterschieden werden zwischen den Eigentümerbanken und den einfachen Mitgliedsbanken, die Geldreserven einlegen, um notfalls damit wieder gerettet zu werden. Die Federal Reserve Bank of New York hat vor einigen Jahren wenigstens die Namen dieser «einfachen», aber ansonsten rechtlosen Mitgliedsbanken veröffentlicht. Diese erhalten eine jährliche Verzinsung von 6% auf ihre Einlagen. Doch die Höhe ihrer Anteile wird ebenso geheimgehalten wie die Eigentümer der anfangs nur drei, heute elf weiteren regionalen Federal-Reserve-Banken.
Vorwürfe nach dem Börsenkrach 1929
Den ihm angebotenen ersten Vorsitz des Federal Reserve Board lehnte Paul Warburg als eben erst (1910) eingebürgerter deutscher Jude mit unüberhörbarem deutschem Akzent knapp vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegen Deutschland ab. Er wurde jedoch Mitglied des Aufsichtsrates wie auch des mächtigen Council on Foreign Relations, das bis heute als Brutstätte amerikanischer Spitzenpolitiker und FED-Banker gilt.
Seine jahrelange Bemühung um die Gründung des amerikanischen Notenbank-Systems brachte ihm indes nicht nur Geld und Ehre in der Hochfinanz ein, sondern auch die schlimmste Erfahrung seines Lebens. Er forderte 1928 vergebens eine Beschränkung des Geldumlaufs, um die an den Goldrausch von einst erinnernde Spekulation an der Börse zu bremsen. Doch die wenigsten wollten auf ihn hören und nannten ihn «Kassandra der Wall Street». Nach dem Börsenkrach im Oktober 1929 wurde er zur Zielscheibe von Leuten, die ihr Vermögen verloren hatten. Gerüchte, Broschüren und Artikel bezeichneten ihn, der versucht hatte, Finanzkatastrophen vorzubeugen, als den «unamerikanischen Urheber» der damaligen Börsenpanik. Formulierungen wie «Paul Warburg stundete mit seiner Bande das Federal Reserve System, um Amerikas Finanzen in jüdische Hand zu bringen und Amerika bis zum Zusammenbruch auszusaugen» waren an der Tagesordnung und setzten sich in Legenden bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg fort. Verbittert über die Angriffe starb er 1932.
Doch auch nach Warburg entstanden immer wieder wirtschaftliche Rezessionen und Kursstürze an der New Yorker Börse (mit gleichartigen Auswirkungen auf alle übrigen Weltbörsen), denen Zinserhöhungen des Federal Reserve System vorangegangen waren: 1936–1937 fielen die Aktienkurse um 50%, 1948 um 16%, 1953 um 13%, 1956 um 13%, 1957 um 19%, 1960 um 17%, 1966 um 25%, 1970 um 25%. Später folgten der Börsen-Crash im Oktober 1987, Kursstürze 1990, 1992, 1998 und zuletzt die schwere Baisse vom April 2000 bis März 2003 sowie die aktuelle Krise im August/September 2007, deren Auswirkungen ungewiss sind.
Heute wird kolportiert – aber offiziell nicht bestätigt –, dass die Rockefeller-Bankengruppe gegenwärtig 22% der Aktien der Federal Reserve Bank of New York und 53% der Anteile am gesamten Federal Reserve System hält. Die Bank of Japan als grösster Käufer von US-Staatsanleihen hält angeblich 8%. Den rein amerikanischen Banken insgesamt werden Anteile von 66%, den alten europäischen Bankhäusern 26% (darunter 10% Rothschild-Banken) zugeschrieben. •
Quelle: International III/2007
Labels:
Dollar,
FED,
Greenspan,
Jekyll-Island,
Kennedy,
Lincoln,
USA,
Verschwörung,
Zentralbank
Abonnieren
Posts (Atom)
