Obama-Regierung weist Weltbank an, die Dritte Welt in Armut zu halten
Mehr Hunger und Tod wird durch die Hinderung armer Länder Kohlekraftwerke zu bauen, garantiert
Paul Joseph Watson
PrisonPlanet.com
Dienstag, 26. Januar 2010
[Übersetzer: Shapy]
Unter der nachweislich betrügerischen Begründung der globalen Erwärmung hat die Obama-Regierung die Weltbank angewiesen, „Entwicklungsländer“ unterentwickelt zu halten, indem man jene daran hindert Kohlekraftwerke zu bauen, wodurch sie ihre Energienachfrage nicht stillen können.
Sogar inmitten der explosiven Enthüllung, dass die IPCC-Berichte über die Himalaja-Gletscher und den Regenwald des Amazonas voller inkorrekter Daten sind, hat die US-Regierung „ihren Druck auf die Weltbank erhöht, Kohlekraftwerke in Entwicklungsländern nicht zu finanzieren,“ berichtet die Times of India.
Die Weisung wurde vom US-Geschäftsführer der Weltbank Whitney Debevoise gegeben, der die USA in allen Belangen repräsentiert, die Darlehen, Investitionen, Länderhilfsstrategien, Budgets, Bilanzprüfungen und Geschäftspläne der Mitglieder der Weltbankgruppe betreffen.
Indem sie den armen Völkern nicht gestattet, ihre eigene Energie zu produzieren und autark zu werden, trägt die Obama-Regierung Schuld daran, dass Millionen Menschen an Hunger und mangelhafter Verfügbarkeit von Krankenhäusern und medizinischer Versorgung sterben werden.
Nicht nur, dass die Begrenzung der Energieversorgung für die ärmeren Länder dazu führt, dass eine angemessene Nahrungsmittelversorgung verhindert wird; auch sind Krankenhäuser und Kliniken in der Dritten Welt kaum in der Lage überhaupt zu funktionieren, da die Weltbank und andere globale Mächte sie zur Abhängigkeit von erneuerbaren Energien zwingen, welche völlig unzureichend sind.
Ein Paradebeispiel war im Dokumentarfilm "Der Globale Klimaschwindel" zu sehen, wo gezeigt wurde wie eine kenianische Klinik nicht in der Lage war, gleichzeitig den Medikamentenkühlschrank und die Beleuchtung in Betrieb zu halten, da die Energieversorgung sich auf zwei Solarpanele beschränkte.
„Jemand ist scharf darauf, den afrikanischen Traum zu vernichten. Und der afrikanische Traum ist Entwicklung,"
sagte der Autor und Ökonom James Ahikwati.
„Ich kann nicht erkennen wie Solarpanele die Stahlindustrie mit Energie versorgen sollen…
Man sagte uns 'Rührt eure Ressourcen nicht an. Rührt euer Öl nicht an. Rührt eure Kohle nicht an.' Das ist Selbstmord.“
Diese Vorgehensweise mit der Absicht, die ärmsten Völker der Welt nur auf alternative Energieressourcen zu beschränken, kann nur als „der moralisch abstoßendste Aspekt der Kampagne um die globale Erwärmung“ bezeichnet werden.
Wie wir bereits berichtet haben, zerstört die Umsetzung einer Politik der arglistigen Panikmache und manipulierter Studien über die globale Erwärmung die Dritte Welt, indem die Verdopplung der Nahrungsmittelpreise Hungersnöte und Tod verursacht.
Arme Menschen weltweit „werden als Resultat der [Klimawandel-] Politik in großer Zahl durch Hunger getötet,"
sagte der Klimaskeptiker Lord Monckton letzten Monat in der Alex Jones Show, da riesige Ackerflächen für den Anbau von Biotreibstoff umgewandelt würden.
„Nehmen Sie Haiti, wo die Menschen von Schlammkuchen leben, wobei jeder 3 Cent kostet… davon leben oder besser sterben die Menschen,"
sagte Monckton und erzählte, wie er eine Rede über diese Angelegenheit hielt und eine Frau in der vordersten Reihe in Tränen ausbrach und ihm erzählte:
„Ich komme gerade von Haiti und jetzt, da die Nahrungsmittelpreise weltweit verdoppelt wurden, können sich die Menschen nicht einmal einen Schlammkuchen leisten und sie verhungern überall.“
Wie ein Bericht des National Geographic bestätigte, „können sich wegen der steigenden Nahrungsmittelpreise Haitis Ärmste nicht einmal einen täglichen Teller Reis leisten, und einige sind zu Verzweiflungstaten gezwungen um ihre Mägen zu füllen," und „essen Schlamm“, wobei die Ursache dieser Situation teilweise darin liegt, dass „die globale Nachfrage nach Biotreibstoff angestiegen ist“.
Im April 2008 gab der Präsident der Weltbank Robert Zoellick zu, dass Biotreibstoffe „einen entscheidenden Beitrag“ zu steigenden Nahrungsmittelpreisen leisteten, welche zu Unruhen in Ländern wie Haiti, Ägypten, den Philippinen und sogar Italien geführt hatten.
„Wir schätzen, dass die Verdoppelung der Nahrungsmittelpreise über die vergangenen drei Jahre möglicherweise 100 Millionen Menschen in den Niedriglohnländern tiefer in die Armut stürzen könnte,"
führt der Bericht aus.
Exakt die Schritte, mit denen eine natürliche Verringerung der Geburtenrate in der dritten Welt erreicht werden könnte, nämlich durch Zulassen der Entwicklung ihrer Infrastruktur, werden von globalen Institutionen blockiert.
Dies weist auf den wahren Hintergrund der Agenda, die hinter der Bewegung der globalen Erwärmung steht, hin: Eine malthusianische Vorgehensweise, die Sklaven in Unterdrückung zu halten und zu verhindern, dass die verzweifeltesten Menschen auf dem Planeten sich selbst aus Not Hoffnungslosigkeit befreien.
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Dienstag, 2. Februar 2010
Samstag, 30. Mai 2009
Ernährungssouveränität der Schweiz gefährdet!
Cassis-de-Dijon-Prinzip gefährdet Ernährungssouveränität der Schweiz
von Reinhard Koradi
Die einheimische Landwirtschaft soll – wenn es nach dem Willen des Bundesrates und des Parlamentes geht – einem noch schärferen Wettbewerb ausgesetzt werden. Der Ständerat wird zwar in der Sommersession (25. Mai bis 12. Juni) noch einmal im Rahmen eines Differenzverfahrens über die Bücher gehen müssen, weil in der Sondersession im April die Debatte im Nationalrat noch ein paar Abweichungen zu den Entscheidungen im Ständerat brachte. Da es aber nicht um eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit geht, ist damit zu rechnen, dass die Änderung des Bundesgesetzes über die technischen Handelshemmnisse von den Parlamentariern gutgeheissen wird. Das letzte Wort liegt dann bei den stimmberechtigten Schweizer Bürgerinnen und Bürgern. Sie werden sich überlegen müssen, ob sie über das Referendum eine Volksabstimmung zu dieser für die Schweizer Bevölkerung einschneidenden Gesetzesänderung fordern sollen.
Das Bundesgesetz über technische Handelshemmnisse
Technische Handelshemmnisse sind eine sinnvolle Einrichtung, wenn es um den Schutz von Volk, Staat und Natur geht. Es ist daher immer eine Frage der politischen Willensbildung, ob und in welchem Ausmass Schutzmechanismen eingeführt oder ausser Kraft gesetzt werden. Technische Handelshemmnisse tangieren zwar wirtschaftliche Interessen – vor allem die der Import- und Exportwirtschaft –, sie dürfen aber in keinem Fall auf die wirtschaftliche Frage reduziert werden. Hinter den Handelshemmnissen stehen grundlegende staats-, sicherheits-, beschäftigungs- und gesundheitspolitische Anliegen. Gerade im sensiblen Lebensmittelbereich – und um den geht es bei der Gesetzesrevision – braucht es eine politische und keine kommerzielle Diskussion. Es ist daher völlig unakzeptabel, wenn die geplante Gesetzesänderung als Notwendigkeit im Kampf gegen die «Hochpreisinsel Schweiz» deklariert wird. Mit dieser Kampfansage werden die weit wichtigeren Anliegen – nämlich der Schutz der Bevölkerung, der Tiere und der Natur, die Erhaltung von Arbeitsplätzen und das in unserer Zeit so dringend notwendige Selbstbestimmungsrecht der Völker über die Produktion, Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln den kommerziellen Interessen einer Minderheit geopfert. In der Propaganda zugunsten der einseitigen Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips von der EU durch die Schweiz verspricht der Bundesrat den Konsumenten die Verbilligung von Nahrungsmitteln in der Grössenordnung von 2 Milliarden Schweizer Franken. Sollte diese Einsparung wirklich eintreffen – was auf Grund bisheriger Erfahrungen mit Liberalisierungsvorhaben noch nie geschehen ist, würde dies das Haushaltsbudget pro Einwohner jährlich um etwa 200 Franken entlasten – sofern er nur noch die billigeren Lebensmittel aus den EU-Ländern konsumiert oder jener Schweizer Produzenten, die ihre Produktions- und Qualitätsstandards aus Preisgründen an das EU-Niveau angepasst haben.
Quer zur ernährungspolitischen Realität
Der Weltagrarbericht – veröffentlicht im April 2008 und auch von der Schweiz mitunterzeichnet – lässt keine Zweifel bezüglich der zukünftigen ernährungspolitischen Ausrichtung der Länder offen. Zum einen wird festgehalten, dass der Agrarfreihandel keine Lösung der Ernährungsfrage brachte und vor allem die ärmsten Länder immer weiter in die Hunger- und Armutsfalle treibt. Die mit der Marktliberalisierung verbundene Industrialisierung der Landwirtschaft führte zu einem bedrohlichen Ressourcenverschleiss und raubte den Kleinbauern die Existenzgrundlage. Auch werden in Afrika durch Industriestaaten und transnationale Nahrungsmittelkonzerne Landreserven in grossem Stile aufgekauft – um der drohenden Gefahr von Versorgungsengpässen in den eigenen Ländern zu begegnen oder weil die Konzerne durch das Geschäft mit dem Hunger ihre Gewinne maximieren wollen. Die Folgen der Selbstaufgabe der Landwirtschaft in den Industrieländern können zwar dank der noch vorhandenen Kaufkraft ausgeglichen werden – aber nur auf Kosten der Menschen, die in den ärmeren Regionen der Welt leben. Doch wer weiss, ob uns die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht einholt und uns bald einmal mit Hunger und Armut konfrontieren wird? Auf Grund der äusserst negativen Resultate der bisherigen Agrarpolitik fordert der Weltagrarbericht eine radikale Umkehr – hin zur Multifunktionalität (natur- und umweltgerechte Landwirtschaft mit entsprechendem kulturellem Rückhalt), basierend auf kleinen und mittleren Familienbetrieben (Kleinbauern in den weniger entwickelten Regionen). Im Interesse der Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität muss die bisherige global-liberale Agrarwirtschaft durch eine lokal-regional ausgerichtete Produktion und Versorgung mit Lebensmitteln (Selbstversorgung) ersetzt werden. Anstelle einer weiteren Marktöffnung sollte dem Schweizer Volk eine zukunftsweisende Landwirtschaftspolitik vorgelegt werden, die auf den Weltagrarbericht positiv reagiert und die Begriffe Ernährungssicherheit und -souveränität mit Inhalt füllt. Das bedeutet, dass die Schweiz die vorhandenen natürlichen Ressourcen im eigenen Land primär für die Ernährung ihrer Bevölkerung nutzt und dadurch auch bewusst auf den Raub von Lebensmitteln (und die Zerstörung der natürlichen Produktionsgrundlagen) durch Billigimporte verzichtet. Ein gezielter Aufbau der Selbstversorgung im eigenen Land drückt gleichzeitig die Solidarität mit den hungernden Menschen aus. Allerdings können wir den Auftrag zur Selbstversorgung nur so lange erfüllen, wie in unserem Land die Bauern, Lebensmittelverarbeiter und die vorgelagerten Betriebe eine reelle Zukunftsperspektive haben. Eine Perspektive, die sich grundsätzlich auf ein kleinräumiges Produktions- und Versorgungsnetz stützt. In unserem Land haben daher Schutz und Pflege der noch vorhandenen natürlichen und materiellen Produktions- , Verarbeitungs- und Logistikstrukturen allerhöchste Priorität. In der Landwirtschaftspolitik kann es nie um den «billigsten Produktpreis» gehen. Vielmehr geht es darum, die Produktionsgrundlagen zu schützen, die bewährten Qualitäts- und Sicherheitsstandards aufrechtzuerhalten oder gar weiterzuentwickeln. Mit der einseitigen Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips manövriert sich die Schweiz nicht nur in eine missliche Verhandlungssituation gegenüber Brüssel, sie geht auch ein erhebliches Risiko ein, ihre Ernährungssouveränität zu verlieren. Und dies ist nun wirklich keine Option für die Zukunft unseres Landes.
Warum nicht mehr Handarbeit in der Landwirtschaft?
Wer auf einem Bauernbetrieb schon einmal mitgearbeitet hat, kennt die harte Arbeit, die unsere Bäuerinnen und Bauern verrichten. Jedes technische Hilfsmittel kann zur Arbeitserleichterung beitragen und soll auch genutzt werden. Das gleiche gilt auch für das vorgelagerte und nachgelagerte Gewerbe. Warum aber sollte der Mensch nicht die Maschine ersetzen, wenn dadurch die Umwelt geschont, das Tierwohl gefördert und das Ungleichgewicht zwischen Produktionsmengen und Nachfrage ausgeglichen werden könnte? In der Nahrungsmittelproduktion geht die Arbeit nie aus. Sie repräsentiert einen Wirtschaftszweig mit krisenfesten Arbeitsplätzen – meist auf kleine und mittlere Unternehmen verteilt. Aber nur solange diese nicht dem zerstörerischen Preiswettbewerb und dem damit zusammenhängenden Rationalisierungsdruck ausgesetzt werden. Es würde sich volkswirtschaftlich und beschäftigungspolitisch lohnen, darüber nachzudenken, ob die steigende Zahl von Arbeitssuchenden nicht innerhalb der Produktions- und Logistikkette der Nahrungsmittelversorgung sinnvoll eingesetzt werden könnte. Sinnreiche und wohl auch naturnahe Arbeitseinsätze als Alternative – aber nur solange die Strukturen noch funktionstüchtig sind und wir unsere Lebensqualität im umfassenden Sinne und vor allem die der Menschen in den weniger entwickelten Ländern über den Billigstpreis stellen.
von Reinhard Koradi
Die einheimische Landwirtschaft soll – wenn es nach dem Willen des Bundesrates und des Parlamentes geht – einem noch schärferen Wettbewerb ausgesetzt werden. Der Ständerat wird zwar in der Sommersession (25. Mai bis 12. Juni) noch einmal im Rahmen eines Differenzverfahrens über die Bücher gehen müssen, weil in der Sondersession im April die Debatte im Nationalrat noch ein paar Abweichungen zu den Entscheidungen im Ständerat brachte. Da es aber nicht um eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit geht, ist damit zu rechnen, dass die Änderung des Bundesgesetzes über die technischen Handelshemmnisse von den Parlamentariern gutgeheissen wird. Das letzte Wort liegt dann bei den stimmberechtigten Schweizer Bürgerinnen und Bürgern. Sie werden sich überlegen müssen, ob sie über das Referendum eine Volksabstimmung zu dieser für die Schweizer Bevölkerung einschneidenden Gesetzesänderung fordern sollen.
Das Bundesgesetz über technische Handelshemmnisse
Technische Handelshemmnisse sind eine sinnvolle Einrichtung, wenn es um den Schutz von Volk, Staat und Natur geht. Es ist daher immer eine Frage der politischen Willensbildung, ob und in welchem Ausmass Schutzmechanismen eingeführt oder ausser Kraft gesetzt werden. Technische Handelshemmnisse tangieren zwar wirtschaftliche Interessen – vor allem die der Import- und Exportwirtschaft –, sie dürfen aber in keinem Fall auf die wirtschaftliche Frage reduziert werden. Hinter den Handelshemmnissen stehen grundlegende staats-, sicherheits-, beschäftigungs- und gesundheitspolitische Anliegen. Gerade im sensiblen Lebensmittelbereich – und um den geht es bei der Gesetzesrevision – braucht es eine politische und keine kommerzielle Diskussion. Es ist daher völlig unakzeptabel, wenn die geplante Gesetzesänderung als Notwendigkeit im Kampf gegen die «Hochpreisinsel Schweiz» deklariert wird. Mit dieser Kampfansage werden die weit wichtigeren Anliegen – nämlich der Schutz der Bevölkerung, der Tiere und der Natur, die Erhaltung von Arbeitsplätzen und das in unserer Zeit so dringend notwendige Selbstbestimmungsrecht der Völker über die Produktion, Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln den kommerziellen Interessen einer Minderheit geopfert. In der Propaganda zugunsten der einseitigen Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips von der EU durch die Schweiz verspricht der Bundesrat den Konsumenten die Verbilligung von Nahrungsmitteln in der Grössenordnung von 2 Milliarden Schweizer Franken. Sollte diese Einsparung wirklich eintreffen – was auf Grund bisheriger Erfahrungen mit Liberalisierungsvorhaben noch nie geschehen ist, würde dies das Haushaltsbudget pro Einwohner jährlich um etwa 200 Franken entlasten – sofern er nur noch die billigeren Lebensmittel aus den EU-Ländern konsumiert oder jener Schweizer Produzenten, die ihre Produktions- und Qualitätsstandards aus Preisgründen an das EU-Niveau angepasst haben.
Quer zur ernährungspolitischen Realität
Der Weltagrarbericht – veröffentlicht im April 2008 und auch von der Schweiz mitunterzeichnet – lässt keine Zweifel bezüglich der zukünftigen ernährungspolitischen Ausrichtung der Länder offen. Zum einen wird festgehalten, dass der Agrarfreihandel keine Lösung der Ernährungsfrage brachte und vor allem die ärmsten Länder immer weiter in die Hunger- und Armutsfalle treibt. Die mit der Marktliberalisierung verbundene Industrialisierung der Landwirtschaft führte zu einem bedrohlichen Ressourcenverschleiss und raubte den Kleinbauern die Existenzgrundlage. Auch werden in Afrika durch Industriestaaten und transnationale Nahrungsmittelkonzerne Landreserven in grossem Stile aufgekauft – um der drohenden Gefahr von Versorgungsengpässen in den eigenen Ländern zu begegnen oder weil die Konzerne durch das Geschäft mit dem Hunger ihre Gewinne maximieren wollen. Die Folgen der Selbstaufgabe der Landwirtschaft in den Industrieländern können zwar dank der noch vorhandenen Kaufkraft ausgeglichen werden – aber nur auf Kosten der Menschen, die in den ärmeren Regionen der Welt leben. Doch wer weiss, ob uns die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht einholt und uns bald einmal mit Hunger und Armut konfrontieren wird? Auf Grund der äusserst negativen Resultate der bisherigen Agrarpolitik fordert der Weltagrarbericht eine radikale Umkehr – hin zur Multifunktionalität (natur- und umweltgerechte Landwirtschaft mit entsprechendem kulturellem Rückhalt), basierend auf kleinen und mittleren Familienbetrieben (Kleinbauern in den weniger entwickelten Regionen). Im Interesse der Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität muss die bisherige global-liberale Agrarwirtschaft durch eine lokal-regional ausgerichtete Produktion und Versorgung mit Lebensmitteln (Selbstversorgung) ersetzt werden. Anstelle einer weiteren Marktöffnung sollte dem Schweizer Volk eine zukunftsweisende Landwirtschaftspolitik vorgelegt werden, die auf den Weltagrarbericht positiv reagiert und die Begriffe Ernährungssicherheit und -souveränität mit Inhalt füllt. Das bedeutet, dass die Schweiz die vorhandenen natürlichen Ressourcen im eigenen Land primär für die Ernährung ihrer Bevölkerung nutzt und dadurch auch bewusst auf den Raub von Lebensmitteln (und die Zerstörung der natürlichen Produktionsgrundlagen) durch Billigimporte verzichtet. Ein gezielter Aufbau der Selbstversorgung im eigenen Land drückt gleichzeitig die Solidarität mit den hungernden Menschen aus. Allerdings können wir den Auftrag zur Selbstversorgung nur so lange erfüllen, wie in unserem Land die Bauern, Lebensmittelverarbeiter und die vorgelagerten Betriebe eine reelle Zukunftsperspektive haben. Eine Perspektive, die sich grundsätzlich auf ein kleinräumiges Produktions- und Versorgungsnetz stützt. In unserem Land haben daher Schutz und Pflege der noch vorhandenen natürlichen und materiellen Produktions- , Verarbeitungs- und Logistikstrukturen allerhöchste Priorität. In der Landwirtschaftspolitik kann es nie um den «billigsten Produktpreis» gehen. Vielmehr geht es darum, die Produktionsgrundlagen zu schützen, die bewährten Qualitäts- und Sicherheitsstandards aufrechtzuerhalten oder gar weiterzuentwickeln. Mit der einseitigen Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips manövriert sich die Schweiz nicht nur in eine missliche Verhandlungssituation gegenüber Brüssel, sie geht auch ein erhebliches Risiko ein, ihre Ernährungssouveränität zu verlieren. Und dies ist nun wirklich keine Option für die Zukunft unseres Landes.
Warum nicht mehr Handarbeit in der Landwirtschaft?
Wer auf einem Bauernbetrieb schon einmal mitgearbeitet hat, kennt die harte Arbeit, die unsere Bäuerinnen und Bauern verrichten. Jedes technische Hilfsmittel kann zur Arbeitserleichterung beitragen und soll auch genutzt werden. Das gleiche gilt auch für das vorgelagerte und nachgelagerte Gewerbe. Warum aber sollte der Mensch nicht die Maschine ersetzen, wenn dadurch die Umwelt geschont, das Tierwohl gefördert und das Ungleichgewicht zwischen Produktionsmengen und Nachfrage ausgeglichen werden könnte? In der Nahrungsmittelproduktion geht die Arbeit nie aus. Sie repräsentiert einen Wirtschaftszweig mit krisenfesten Arbeitsplätzen – meist auf kleine und mittlere Unternehmen verteilt. Aber nur solange diese nicht dem zerstörerischen Preiswettbewerb und dem damit zusammenhängenden Rationalisierungsdruck ausgesetzt werden. Es würde sich volkswirtschaftlich und beschäftigungspolitisch lohnen, darüber nachzudenken, ob die steigende Zahl von Arbeitssuchenden nicht innerhalb der Produktions- und Logistikkette der Nahrungsmittelversorgung sinnvoll eingesetzt werden könnte. Sinnreiche und wohl auch naturnahe Arbeitseinsätze als Alternative – aber nur solange die Strukturen noch funktionstüchtig sind und wir unsere Lebensqualität im umfassenden Sinne und vor allem die der Menschen in den weniger entwickelten Ländern über den Billigstpreis stellen.
Montag, 2. Juni 2008
Die WTO und der Plan zur Bevölkerungsreduktion
Vor 13 Jahren und nach 10 Jahren Verhandlungen unter dem Dach der GATT über die Reform der weltweiten Landwirtschaftspolitik in Richtung Freihandel wurde 1995 die WTO, die Welthandelsorganisation, gegründet. Die eingeschlagene Politik führte direkt und vorhersehbar zu der schwerwiegenden Nahrungsmittelkrise, die die Welt jetzt durchlebt, die Millionen Menschen nicht nur mit Hunger, sondern mit dem Verhungern bedroht.
Es war von Anfang an eine Perversion, aber die Regierungen der Welt wurden unter Druck gesetzt, bedroht und gekauft, einen Plan zu akzeptieren, der dazu erdacht war, Nationen zu unterminieren und Entvölkerung zu verursachen. Die Grundsäulen der WTO verdeutlichen dies. Unter dem Vorwand, „Freihandel zu fördern und Zugang zu den Weltmärkten zu sichern“ wurden Länder davon abgehalten, Nahrungsmittelreserven zu unterhalten, in Bezug auf Nahrungsmittel autark zu werden, ihre eigenen Landwirte zu unterstützen und Importzölle zu erheben. Später wurde es mit dem Biodiesel-Wahn noch verrückter, als der britische Agent und Ober-Biotreibstoff-Apostel Al GORE seine Kampagne zur „Rettung des Planeten“ begann. Der Sonderbeauftragte der UN für „das Recht auf Nahrungsmittel“, Jean ZIEGLER, traf ins Schwarze, als er erklärte, die Praxis, Nahrungsmittel als Treibstoff zu verwenden, sei ein Verbrechen gegen die Menschheit. Das Verbrechensregister der WTO kann man am besten verstehen, wenn man auf die Jahrzehnte und die Regionen zurückblickt, in denen es einmal eine vernünftige Politik agroindustrieller Produktion gab, angefangen von den Landwirtschaftsprogrammen unter FDR gegen die Depression in den 30er Jahren und die beeindruckende Entwicklung der Produktivität der europäischen Landwirtschaft in der Nachkriegszeit. In diese Kategorie gehören auch die Autarkieprogramme Indiens, die unmittelbar nach der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft unternommen wurden.
Nahrungsmittelkartelle: Kontrolle bis zum Eßtisch!
Bereits in den frühen 70er Jahren wurde eine Serie von Maßnahmen eingeleitet, die diese Erfolge unterminierten und die Menge der verfügbaren Nahrungsmittel weltweit reduzierten. Immer mehr übernahmen Nahrungsmittelkartelle mit ihren Verbindungen zur anglo-holländischen Finanzoligarchie die Kontrolle über die gesamte Nahrungsmittelkette vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Eßtisch. Auf einer Konferenz nach der anderen und von unzähligen Organisationen wurde die Linie verbreitet, der Hunger in der Welt könne trotz der phantastischen Zuwachsraten, die gerade erreicht worden waren, nicht bekämpft werden. Früher hochproduktive landwirtschaftliche Regionen in Amerika und Europa wurden entvölkert. Heute leidet ein Siebtel der Weltbevölkerung an Unterernährung. In den letzten 20 Jahren ist die Produktion von Getreide aller Art, von Reis, Weizen, Mais, zurückgegangen und diese Verluste wurden nicht durch andere Anbausorten ausgeglichen. In 12 der letzten 20 Jahre wurde insgesamt mehr Getreide verbraucht, als produziert wurde. Die weltweiten Reserven sind auf ein gefährlich niedriges Niveau gesunken, bei Futtermitteln werden sie 2008 nach den jetzigen Erwartungen auf ein 25-Jahres-Tief fallen. 2007 waren die Getreidevorräte schon auf ein Niveau gefallen, das dem Bedarf für weniger als 2 Monate entspricht. Da es sich hierbei um einen globalen Durchschnittswert handelt, bedeutet dies, daß es in vielen Regionen zu Hunger kommen wird. Es sind vermehrt Hungeraufstände zu erwarten, und das damit verbundene Chaos. Zur gleichen Zeit fährt das Getreidekartell Rekordprofite ein. Cargill hat im letzten Quartal einen Anstieg um 86 % im Vergleich zum letzten Jahr verkündet. Monsanto hatte sogar eine Verdoppelung seiner Profite zu verzeichnen, während ADM im letzten Quartal 2007 ein Rekordniveau erreichte und Syngenta einen 20 %igen Zuwachs in den Verkäufen des 1. Quartals vermeldete. Dies ist das System, das verschwinden muß. Es gibt weltweit eine Anzahl führender Vertreter von Organisationen wie der FAO, die erkennen, daß ein Versäumnis, die gegenwärtige Hungerkrise zu lösen, einem Verbrechen gegen die Menschheit gleichkommt. Aber sie müssen den Mut finden, dem britischen Freihandelsapparat entgegenzutreten, der das Problem verursacht hat. Jetzt ist die Zeit gekommen, ein Ende der WTO zu fordern und sich für die Alternative eines Neuen Bretton Woods einzusetzen 1.
Anmerkung politonline d.a.: Bereits im Januar 2006 2 forderte Jean Ziegler, der UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, die Schliessung der Nahrungsmittelbörse von Chicago. Nahrungsmittel, so Ziegler, dürften nicht privaten Spekulationen unterworfen werden. Sie seien öffentliche Güter und keine Ware wie jede andere. Es ist ersichtlich, dass Ziegler ebenso überhört wird wie wir alle, heisst es doch in der Basler Zeitung vom 28. April: ›Spekulanten verursachen Nahrungsmittelkrise - an der Börse werden mit Reis und Getreide grosse Gewinne erzielt, auf Kosten der Dritten Welt.‹ Beim heutigen Produktionsstand könnten laut Ziegler 12 Milliarden Menschen problemlos ernährt werden, also das Doppelte der jetzt existierenden Menschheit. Was allerdings in Afrika ins Gewicht fällt, ist die Korruption; diese, so Ziegler, werde dort aber von vielen westlichen Grossbanken und Konzernen zur Durchsetzung bestimmter politischer oder wirtschaftlicher Ziele gefördert. Ziegler geht mit den Konzernen hart ins Gericht: Die unumschränkte Macht global tätiger Konzerne bedrohe die Demokratie und ihre Profitmaximierung produziere »Leichenberge« 2. So geht er auch auf Distanz zu dem vom Schweizerischen Evangelische Kirchenbund (SEK) organisierten »Open Forum Davos«, denn die Wirtschaftsbosse wüssten sich dabei in ein gutes Licht zu rücken, auch auf Kosten ›blauäugiger und naiver‹ Kirchenleute, worin ihm absolut beizupflichten ist. Die heutigen Konzerne hätten eine Machtfülle »wie sie in der Geschichte kein Kaiser, König oder Papst« je hatte, so Ziegler ferner. 500 von ihnen kontrollierten 52 % des Weltbruttosozialprodukts. Von keiner staatlichen Macht gebremst, lebe der »Dschungelkapitalismus« sein Prinzip der Profitmaximierung hemmungslos aus und negiere damit »Werte wie Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Umverteilung«. Was die Kontrolle des Weltbruttosozialprodukts betrifft, so hat dies der Politologe und Mitglied der Trilateralen Kommission, Samuel P. Huntington, offen dargelegt: Laut ihm »kontrollieren die Davos-Leute praktisch alle internationalen Institutionen, viele Regierungen und das Gros der weltweiten Wirtschafts- und Militärkapazitäten.« Wie wir bereits des öfteren ausführten, wird sich an der gesamten Situation kaum etwas ändern, solange eine Schweizer Armee auf Weisung von Bern die Teilnehmer des WEF unter absurd hohen Kosten für den Steuerzahler schützt, also gerade die von Ziegler als Kosmokraten bezeichneten neuen Feudalherren der Welt, die keinen ehrlichen realitätsverändernden Dialog anstrebten, sondern »jede Chance für eine clevere Marketing-Darstellung nutzen, ohne aber ihre Geschäftspraktiken zu ändern.« Man wäre durchaus geneigt, den Konzernen ihre Machtfülle zu belassen, setzten sie diese zu unseren Gunsten ein. Hingegen bewirkt die Abwanderung der grossen Firmen aus Europa eine mit einer neuen Armut verbundene Massenarbeitslosigkeit. Das scheint auch die Davoser Gemeinde nicht zu begreifen, ist es doch bereits vereinbart, dass das WEF sein Jahrestreffen in den kommenden 10 Jahren weiterhin in Davos veranstalten will, unter der Bedingung, dass der geplante Ausbau des Kongresszentrums, für dessen Erweiterung immerhin rund 25 Millionen Franken veranschlagt sind, bis 2011 realisiert wird. Wie sich die politische und wirtschaftliche Lage in der Zwischenzeit entwickeln wird, lässt sich in Anbetracht der geplanten Militarisierung der EU schwer abschätzen. Und was den Hunger auf der Welt betrifft, so gibt es nicht wenige, die sich angesichts dieser Zusammenhänge die zynische Frage stellen, ob hier vielleicht ein Plan zur Bevölkerungsreduktion in Kraft tritt, wenn es schon mit den selbst inszenierten Terroranschlägen nicht so recht klappen will.
1 Strategic Alert Jahrg. 22, Nr. 17 24. April 2008
2 http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/187/29189/ 26.1.06
WEF-Kritiker Jean Ziegler: Konzerne produzieren Leichenberge
Es war von Anfang an eine Perversion, aber die Regierungen der Welt wurden unter Druck gesetzt, bedroht und gekauft, einen Plan zu akzeptieren, der dazu erdacht war, Nationen zu unterminieren und Entvölkerung zu verursachen. Die Grundsäulen der WTO verdeutlichen dies. Unter dem Vorwand, „Freihandel zu fördern und Zugang zu den Weltmärkten zu sichern“ wurden Länder davon abgehalten, Nahrungsmittelreserven zu unterhalten, in Bezug auf Nahrungsmittel autark zu werden, ihre eigenen Landwirte zu unterstützen und Importzölle zu erheben. Später wurde es mit dem Biodiesel-Wahn noch verrückter, als der britische Agent und Ober-Biotreibstoff-Apostel Al GORE seine Kampagne zur „Rettung des Planeten“ begann. Der Sonderbeauftragte der UN für „das Recht auf Nahrungsmittel“, Jean ZIEGLER, traf ins Schwarze, als er erklärte, die Praxis, Nahrungsmittel als Treibstoff zu verwenden, sei ein Verbrechen gegen die Menschheit. Das Verbrechensregister der WTO kann man am besten verstehen, wenn man auf die Jahrzehnte und die Regionen zurückblickt, in denen es einmal eine vernünftige Politik agroindustrieller Produktion gab, angefangen von den Landwirtschaftsprogrammen unter FDR gegen die Depression in den 30er Jahren und die beeindruckende Entwicklung der Produktivität der europäischen Landwirtschaft in der Nachkriegszeit. In diese Kategorie gehören auch die Autarkieprogramme Indiens, die unmittelbar nach der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft unternommen wurden.
Nahrungsmittelkartelle: Kontrolle bis zum Eßtisch!
Bereits in den frühen 70er Jahren wurde eine Serie von Maßnahmen eingeleitet, die diese Erfolge unterminierten und die Menge der verfügbaren Nahrungsmittel weltweit reduzierten. Immer mehr übernahmen Nahrungsmittelkartelle mit ihren Verbindungen zur anglo-holländischen Finanzoligarchie die Kontrolle über die gesamte Nahrungsmittelkette vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Eßtisch. Auf einer Konferenz nach der anderen und von unzähligen Organisationen wurde die Linie verbreitet, der Hunger in der Welt könne trotz der phantastischen Zuwachsraten, die gerade erreicht worden waren, nicht bekämpft werden. Früher hochproduktive landwirtschaftliche Regionen in Amerika und Europa wurden entvölkert. Heute leidet ein Siebtel der Weltbevölkerung an Unterernährung. In den letzten 20 Jahren ist die Produktion von Getreide aller Art, von Reis, Weizen, Mais, zurückgegangen und diese Verluste wurden nicht durch andere Anbausorten ausgeglichen. In 12 der letzten 20 Jahre wurde insgesamt mehr Getreide verbraucht, als produziert wurde. Die weltweiten Reserven sind auf ein gefährlich niedriges Niveau gesunken, bei Futtermitteln werden sie 2008 nach den jetzigen Erwartungen auf ein 25-Jahres-Tief fallen. 2007 waren die Getreidevorräte schon auf ein Niveau gefallen, das dem Bedarf für weniger als 2 Monate entspricht. Da es sich hierbei um einen globalen Durchschnittswert handelt, bedeutet dies, daß es in vielen Regionen zu Hunger kommen wird. Es sind vermehrt Hungeraufstände zu erwarten, und das damit verbundene Chaos. Zur gleichen Zeit fährt das Getreidekartell Rekordprofite ein. Cargill hat im letzten Quartal einen Anstieg um 86 % im Vergleich zum letzten Jahr verkündet. Monsanto hatte sogar eine Verdoppelung seiner Profite zu verzeichnen, während ADM im letzten Quartal 2007 ein Rekordniveau erreichte und Syngenta einen 20 %igen Zuwachs in den Verkäufen des 1. Quartals vermeldete. Dies ist das System, das verschwinden muß. Es gibt weltweit eine Anzahl führender Vertreter von Organisationen wie der FAO, die erkennen, daß ein Versäumnis, die gegenwärtige Hungerkrise zu lösen, einem Verbrechen gegen die Menschheit gleichkommt. Aber sie müssen den Mut finden, dem britischen Freihandelsapparat entgegenzutreten, der das Problem verursacht hat. Jetzt ist die Zeit gekommen, ein Ende der WTO zu fordern und sich für die Alternative eines Neuen Bretton Woods einzusetzen 1.
Anmerkung politonline d.a.: Bereits im Januar 2006 2 forderte Jean Ziegler, der UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, die Schliessung der Nahrungsmittelbörse von Chicago. Nahrungsmittel, so Ziegler, dürften nicht privaten Spekulationen unterworfen werden. Sie seien öffentliche Güter und keine Ware wie jede andere. Es ist ersichtlich, dass Ziegler ebenso überhört wird wie wir alle, heisst es doch in der Basler Zeitung vom 28. April: ›Spekulanten verursachen Nahrungsmittelkrise - an der Börse werden mit Reis und Getreide grosse Gewinne erzielt, auf Kosten der Dritten Welt.‹ Beim heutigen Produktionsstand könnten laut Ziegler 12 Milliarden Menschen problemlos ernährt werden, also das Doppelte der jetzt existierenden Menschheit. Was allerdings in Afrika ins Gewicht fällt, ist die Korruption; diese, so Ziegler, werde dort aber von vielen westlichen Grossbanken und Konzernen zur Durchsetzung bestimmter politischer oder wirtschaftlicher Ziele gefördert. Ziegler geht mit den Konzernen hart ins Gericht: Die unumschränkte Macht global tätiger Konzerne bedrohe die Demokratie und ihre Profitmaximierung produziere »Leichenberge« 2. So geht er auch auf Distanz zu dem vom Schweizerischen Evangelische Kirchenbund (SEK) organisierten »Open Forum Davos«, denn die Wirtschaftsbosse wüssten sich dabei in ein gutes Licht zu rücken, auch auf Kosten ›blauäugiger und naiver‹ Kirchenleute, worin ihm absolut beizupflichten ist. Die heutigen Konzerne hätten eine Machtfülle »wie sie in der Geschichte kein Kaiser, König oder Papst« je hatte, so Ziegler ferner. 500 von ihnen kontrollierten 52 % des Weltbruttosozialprodukts. Von keiner staatlichen Macht gebremst, lebe der »Dschungelkapitalismus« sein Prinzip der Profitmaximierung hemmungslos aus und negiere damit »Werte wie Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Umverteilung«. Was die Kontrolle des Weltbruttosozialprodukts betrifft, so hat dies der Politologe und Mitglied der Trilateralen Kommission, Samuel P. Huntington, offen dargelegt: Laut ihm »kontrollieren die Davos-Leute praktisch alle internationalen Institutionen, viele Regierungen und das Gros der weltweiten Wirtschafts- und Militärkapazitäten.« Wie wir bereits des öfteren ausführten, wird sich an der gesamten Situation kaum etwas ändern, solange eine Schweizer Armee auf Weisung von Bern die Teilnehmer des WEF unter absurd hohen Kosten für den Steuerzahler schützt, also gerade die von Ziegler als Kosmokraten bezeichneten neuen Feudalherren der Welt, die keinen ehrlichen realitätsverändernden Dialog anstrebten, sondern »jede Chance für eine clevere Marketing-Darstellung nutzen, ohne aber ihre Geschäftspraktiken zu ändern.« Man wäre durchaus geneigt, den Konzernen ihre Machtfülle zu belassen, setzten sie diese zu unseren Gunsten ein. Hingegen bewirkt die Abwanderung der grossen Firmen aus Europa eine mit einer neuen Armut verbundene Massenarbeitslosigkeit. Das scheint auch die Davoser Gemeinde nicht zu begreifen, ist es doch bereits vereinbart, dass das WEF sein Jahrestreffen in den kommenden 10 Jahren weiterhin in Davos veranstalten will, unter der Bedingung, dass der geplante Ausbau des Kongresszentrums, für dessen Erweiterung immerhin rund 25 Millionen Franken veranschlagt sind, bis 2011 realisiert wird. Wie sich die politische und wirtschaftliche Lage in der Zwischenzeit entwickeln wird, lässt sich in Anbetracht der geplanten Militarisierung der EU schwer abschätzen. Und was den Hunger auf der Welt betrifft, so gibt es nicht wenige, die sich angesichts dieser Zusammenhänge die zynische Frage stellen, ob hier vielleicht ein Plan zur Bevölkerungsreduktion in Kraft tritt, wenn es schon mit den selbst inszenierten Terroranschlägen nicht so recht klappen will.
1 Strategic Alert Jahrg. 22, Nr. 17 24. April 2008
2 http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/187/29189/ 26.1.06
WEF-Kritiker Jean Ziegler: Konzerne produzieren Leichenberge
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