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Freitag, 16. Juli 2010

Gender Mainstreaming im Europarat

Gute Nacht, Europa! Realitätsfernes Mediendiktat beschlossen, doch die Medien berichten nicht darüber!

Eva Herman

Die parlamentarische Versammlung des Europarats hat sich darauf verständigt, wie Frauen und Männer in den Medien künftig europaweit dargestellt werden sollen. Danach soll das bisherige Image der Männer, das angeblich »vom Geschlechtstrieb beherrschte Personen« laute, umgeändert werden in »Männer in beruflichen und politischen Welten«. Die Frauen dürften nicht mehr als Sexualobjekte gezeigt werden, der Begriff Mutter wurde ersetzt durch »Frau zuhause«. Die Mainstream-Medien berichteten bislang so gut wie überhaupt nicht darüber, ihre Vertreter sollen jetzt durch Seminare und Workshops zu dieser Berichterstattung umerzogen werden.

Nein, es ist kein Scherz, was sich da neulich getan hat im Europarat in Straßburg. Da hockten von 318 Parlamentariern ganze 50 Leutchen zusammen, um über mehr als zwei Dutzend so unterschiedliche Gegen-Maßnahmenkataloge abzustimmen wie zum Beispiel: Islamphobie in Europa, Menschenrechtsverletzungen im Kaukasus oder »Sexuelle Stereotypen von Mann und Frau in den Medien«.

Zahlreiche öffentliche Diskussionen hatte es vor allem über letzteres Thema gegeben: Die europäischen Gleichstellungsexperten hatten laut beklagt, dass Frauen in den Medien zu Sexualobjekten verkämen. Recht haben sie. Die Politiker, meine ich natürlich. Da läuft etwas ganz gewaltig schief, seit den Achtundsechzigern, seit der sexuellen Revolution und seit dem Beginn des Kampffeminismus. Und nach über 40 Jahren haben die Urheber es auch schon selbst erkannt: Es war eben doch nicht alles gut damals! Doch nehmen sie überhaupt den Zusammenhang wahr? Es sieht nicht danach aus!

Noch eindrucksvoller lautet die These etlicher Parlamentarier, dass die Frauen erst recht diskriminiert würden, indem sie in den Medien als Mutter gezeigt würden. Auch das fiele unter sexuelle Stereotype. Aha? Sachen gibt’s! Bei meiner Mutter hätte diese Aussage wohl zu einem ihrer berühmten Heiterkeitsausbrüche geführt, und damit wäre sie wahrscheinlich nicht lange alleine geblieben. Bisher traf ich jedenfalls noch niemanden, der sich bei Nennung dieser Behauptung nicht kurzfristig leicht verzweifelt an die Stirn gefasst hätte. Mir selbst war allerdings das Lachen zwischendurch schon mal vergangen, als ich merkte, dass sie es wirklich ernst meinen, diese grünen und roten Leute da in Straßburg.

Es sind übrigens genau jene Parteien, die heute laut brüllen, welche jedoch in Wahrheit damals den Entfesselungszug überhaupt erst in Gang gesetzt haben: Feiernd und tanzend, ihre hedonistische Unabhängigkeit und lang ersehnte Individualität glücks- und drogentrunken herausstoßend, waren es die Linken und Linksfeministinnen, etliche Sozen, später auch die Grünen. Sie forderten: Freiheit für alle und für alles! Lust und Laster für jeden auf jeder! Jeder, was er mag, wie herum, ist egal! Hauptsache Spaß! Und Freiheit! Wer zweimal mit derselben pennt … usw.

Alles schon vergessen, Herr Cohn-Bendit und Konsorten? Verdrängt, wer hier immer die sexuellen Freiheitsforderungen gestellt hat und Frauen wie Männer in erster Linie als Lust- und Sexobjekte wollte? Die Konservativen waren es sicher nicht! Und jetzt wundert Ihr Euch plötzlich, welches öffentliche Bild in Bezug auf die Geschlechter herrscht? Hilflose Sexualobjekte? Testosterongesteuerte Machos? Aber klar doch! Hallo! Aufwachen! Schon mal was von der selbsteingebrockten Suppe gehört, die jeder alleine auslöffeln muss? Dieses Land steht vor Tausenden, tiefen Seen dieser Suppe, und niemand weiß, wie sie wieder leer werden sollen. Die Geister, die ich rief … Aber im Eifer kann man die Zusammenhänge schon mal verdrängen und vergessen, oder? Selbstreflektion? Pustekuchen! Schuld sind immer die anderen! Ein wenig Empörung kommt schließlich immer gut. Da merkt doch jeder: Die arbeiten in Straßburg! Da geht richtig was ab! Jedenfalls finden ausgerechnet genau diese Leute jetzt, dass Frauen heutzutage in den Medien viel zu häufig als Sexualobjekte dargestellt werden.

Ob man diese Parlamentarier mit ihrer »Arbeit«, für die sie nicht schlecht bezahlt werden, allerdings noch ernst nehmen kann? Wohl kaum! Jeder schafft sich selbst ab, so gut es geht. Sie sägen bereits fleißig an ihren Stuhlbeinen und merken anscheinend NICHTS mehr! Glauben die denn wirklich, die Bürger in Europa wären auf der Brennsuppe dahergeschwommen?

Einige wackere CDU/CSU-Abgeordnete wurden übrigens wegen dieser Mütter-Diskriminierung ziemlich sauer und meinten, wenn man die Mütter aus dieser dummen »Stereotypen«-Diskussion nicht raushalten würde, dann würden sie nicht mehr mitmachen bei der parlamentarischen Versammlung in Straßburg und das ganze Papier vom Tisch fegen. Und so hat man sich schließlich auf den vielversprechenden Kompromiss geeinigt, die Mutter künftig nur noch »Frau zuhause« zu nennen. Ist doch ein prima Angebot, oder?

Und die Männer? Tja, die dürfen jetzt auch nicht mehr als hormongesteuerte, breitbeinige Untiere herumgrunzen, oder, wie es in dem Europarats-Papier über sexuelle Stereotypen der Männer in den Medien genauer heißt: als »vom Geschlechtstrieb beherrschte Personen« gezeigt werden, sondern der Mann solle in der Medienöffentlichkeit künftig mit dem Begriff bedacht werden: »Mann in beruflichen und politischen Welten«. Vom wilden Cowboy zum gezähmten Businessman! So mag Mutti das, oder? Wenn das kein Fortschritt ist!

Der Ministerrat müsste das Papier übrigens noch absegnen. Aber, auch wenn er es nicht tun sollte, oder sich Zeit ließe, oder dieses Geschreibsel gar nicht ernst nähme: Es hat leider mehr als nur Signalwirkung! Der Europarat ist ja nicht irgendwer. Die Parlamentarische Versammlung auch nicht. Glauben jedenfalls die meisten Leute immer noch. Hier!, werden die Verfechter rufen und das geschlechtergerechte Antidiskriminierungspapier allen unter die Nase reiben, die es nicht riechen können, hier, so läuft der Hase jetzt in Europa! Eine Art Eigendynamik, befürchten Insider, wird sich entwickeln, ein unaufhaltsamer Trend. Die Medien werden es jedenfalls nicht verhindern.

Apropos Medien: Warum hat man eigentlich so gut wie nichts gehört und gelesen über diesen Blödsinn von Geschlechtergerechtigkeit, Gender Mainstreaming und den »Frauen zuhause« und den »Männern in beruflichen und politischen Welten«? Die Antwort wollen Sie gar nicht wissen! Doch? Nun, Insider sagen, die meisten Journalisten würden sich nicht trauen, das in Anbetracht der derzeitig angespannten, allgemeinen Mainstream-Lage zu vermelden. Die CDU-Europa-Abgeordnete im Europäischen Parlament, Christa Klaß aus Trier, brachte die Sache in zwar nicht politisch korrektem Deutsch, doch erfrischend klar gegenüber dem christlichen Medium Medrum auf den Punkt: Sie lehne, ebenso wie die CDU/CSU, jede »Gleichschaltung« der Medien und ein Eingreifen in die Pressefreiheit ab. Mit anderen Worten: Viele der Journalisten und Journalistinnen haben die Hosen voll! Sie haben Angst um ihren Job. Weil sie Chefs vor der Nase haben, die anders denken (müssen?), weil sie an Interessenvertretungen, Abhängigkeiten und andere, unfreie Verpflichtungen gekettet sind? Weil sie keine unabhängige Berichterstattung liefern dürfen? Und weil sie nicht logisch denken sollen? Und wenn es nur die emanzipierte Gattin ist, die ihrem Mann, wenn er denn aus seiner »beruflichen und politischen Journalisten-Welt« abends nach Hause kommt, sein Geschreibsel um die eingeklappten Ohren haut und ihm klarmacht, dass er künftig seine Hemden selbst bügeln muss.

Ach, ja: Glücklich, wer frei ist! Innen wie außen!

Übrigens, der Begriff »Muttersprache« darf im Europaparlament auch nicht mehr gebraucht werden, richtig muss es jetzt heißen: »Sprache des Herkunftslandes«. Also, dann, Gute Nacht, liebes Europa, schlaf gut! Und träum weiter! Der Weckruf wird allerdings nicht so lustig werden wie die derzeitigen, wirklich verrückten Ideen dieser lustigen »Gurkentruppe«!

Samstag, 16. Januar 2010

Gender Mainstreaming - die Gleichschaltung der Geschlechter

Gender Mainstreaming – größtes Umerziehungsprogramm der Menschheit

Eva Herman

»Irre! Sächsische Linke wollen ›echte Männer‹ abschaffen!« So übertitelte die »Bild-Zeitung« in dieser Woche einen Artikel, der scheinbar harmlos das widerspiegelte, was sich derzeit als die größte, alles umwälzende Umerziehungsmaßnahme des Menschen immer noch fast unbemerkt, jedoch zielgenau, auf der ganzen Welt verankert. Ginge es nach Linke- Fraktionschef André Hahn, erfuhr der erstaunte Leser in Bild, gebe es demnächst ein »Sächsisches Kompetenzzentrum für Gender Mainstreaming«.
Gender was? Sage niemand, er kenne Gender Mainstreaming nicht. Nicht einmal die Windows-Rechtschreibhilfe muckt auf, wenn der Name richtig, also mit Großbuchstaben am Anfang, in den PC getippt wird, denn Windows hat von Gender schon länger Kenntnis! Doch Gender ist kein Pappenstiel. Und nicht einmal fünf Prozent der Bundesbürger wissen in Wirklichkeit über den komplizierten Begriff Bescheid, vor allem jedoch über seine weitreichenden Folgen. Die Antwort, warum kaum jemand im Lande und auch außerhalb Deutschlands je etwas über dieses Welt verändernde Programm gehört hat, gibt der luxemburgische und EU-Allround-Politiker Jean-Claude Juncker, er ließ bereits vor über zehn Jahren (1999) einer der vielen Katzen aus dem Sack. Wörtlich sagte Juncker:

»Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.«
(http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Claude_Juncker, und Der Spiegel 52/1999)

Ist vielleicht den sächsischen Bild-Reportern entgangen, dass Gender Mainstreaming längst bittere Wirklichkeit in deutschen, europäischen, in zahlreichen weltweiten Amtsstuben und dass jede Aufregung darüber schon beinahe zwecklos geworden ist? Dass die Folgen der auf sämtlichen Ebenen der Bundesministerien fest verpflichtenden Programme überall bereits nachhaltig zu spüren sind und Stück für Stück, zielorientiert, umgesetzt werden? Und dass in die Gleichstellungs- und Gender-Programme derzeit Milliarden an Steuergeldern fließen? Was steckt denn nun eigentlich hinter Gender Mainstreaming?

Um diese tatsächlich »irre« Idee in die gesellschaftlichen Strukturen auf nahezu der ganzen Welt zu etablieren, wurde jene Maßnahme im Jahre 1995 auf der UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking als Folge eines weitreichenden Weltfeminismus beschlossen und durch den Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft trat, rechtlich verankert. Grundlage und Forderung der Vereinten Nationen und der Europäischen Union: Die Gleichstellung der Geschlechter von Mann und Frau. Hintergrund: Durch Gender-Maßnahmen in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen, die per Gesetz seit Jahren festgeschrieben worden sind, soll die zunehmende Einsicht eines jeden Bürgers auf der ganzen Welt nachhaltig manifestiert werden, dass es das klassische Geschlecht von Mann und Frau in Wirklichkeit gar nicht gibt und es auch noch nie gegeben hat. Deswegen müssen die scheinbar gar nicht existierenden Geschlechter jetzt abgeschafft werden! Alles ist gleich! Alles ist eins. Unique ist schick! Erstaunlich nur, dass dies noch niemandem in den vergangenen Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte aufgefallen war.

Jeder Mensch ist also – nach der Gender-Definition der Europäischen Union und der Vereinten Nationen – bei seiner Geburt geschlechtsneutral, es gibt, wie bisher angenommen, DAS Mädchen oder DEN Jungen in Wirklichkeit gar nicht. Typische Männlichkeit und typische Weiblichkeit werden nach Gender Mainstreaming nur durch die Erziehung und das soziale Umfeld »künstlich« entwickelt, hauptsächlich von den Eltern, den Großeltern, Kindergarten, Schule usw., dem sozialen Umfeld eben. Typische Männlichkeit und typische Weiblichkeit sind dementsprechend nun sexistisch! Hier einige Beispiele, wie Gender Mainstreaming derzeit umgesetzt wird:

– Die EU berät ein Gesetz, nachdem in der Fernsehwerbung keine Frauen mehr am Herd und an der Waschmaschine gezeigt werden dürfen, der Grund: Dies ist für die Frauen diskriminierend und entwertend, Sexismus pur! Wer allerdings diese Rolle stattdessen künftig einnehmen könnte, ist auch schon beschlossen: der Mann. Denn er soll durch EU- Gesetzesänderungen und mediale Unterstützung vermehrt durch Hausarbeit und Familienmanagement aus dem Beruf ins Haus verbannt werden, während die Frau (die es ja eigentlich nicht gibt) der Erwerbstätigkeit in jedem Fall den Vorrang vor der Familie geben soll.

– Der deutsche Hausfrauenbund nannte sich vor Kurzem um, denn der Begriff Hausfrau ist in diesem Zusammenhang nach über 90 Jahren nicht mehr modern. Er heißt künftig »DHB – Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden«. Grund hierfür sind die angeblich veränderten Familienstrukturen sowie die stärkere Einbindung von Vätern in Kindererziehung und Hausarbeit, heißt es. »Die drei Schlagworte Kinder, Kirche, Küche, welche mit unserem Verband seit Jahren in Verbindung gebracht wurden, sind für uns schon lange nicht mehr zeitgemäß«, betonte DHB-Präsidentin Angelika Grözinger.

– Die 2006 erschienene Neuübersetzung der Bibel in gerechter Sprache ist das erste deutschsprachige Projekt, das die in der Zweiten Frauenbewegung erhobene Forderung nach geschlechtergerechter Sprache konsequent umsetzt. In die Neuübersetzung gingen Forschungsergebnisse feministischer-theologischer Bibelwissenschaft und historischer Geschlechterforschung ein, heißt es beim Zentrum für gender studies und feministische Zukunftsforschung auf der Homepage der Phillips-Universität, Marburg.

– Beim Überfahren der Grenze Deutschland–Österreich, am Grenzübergang Kiefersfelden, lockt ein feministischer Gruß in großen Lettern in das Alpenland: »Grüß Göttin!«

Gender Mainstreaming ist inzwischen in allen Einrichtungen der öffentlichen Hand, in allen Bundes- und Landesministerien, in den Kommunen, Kirchen, Schulen, Universitäten, Behörden, öffentlich-rechtlichen Sendern, Unternehmen usw. verpflichtend zur rechtlichen Grundlage geworden. Wer also noch von sich behaupten will, zum alten Schlage zu gehören und ein echter Mann zu sein, der muss sich heute den politisch korrekten Vorwurf gefallen lassen, er sei sexistisch! Damit Mann künftig nicht mehr behaupten kann, nur Mann zu sein, wurde Gender Mainstreaming entwickelt. Auch das typische Weibliche gibt es nicht mehr, Frau kann und soll (!) ebenso Fußball spielen, Flugzeugingenieur oder Bundeskanzler werden. Beispiele dafür gibt es inzwischen genügend.

Was über tausende Jahre geschlechtsspezifisch aufgeteilt war in typisch männliches und weibliches, ist passé. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Bedeutung und die Wahrnehmung von Mann und Frau durch das feministische Gender-Programm nachhaltig verändert. Auf nahezu dem gesamten Globus wurden seit den vergangenen 15 bis 20 Jahren die Grundforderungen des Gender Mainstreaming, es wird auch als Gleichstellung der Geschlechter bezeichnet, in die Regierungsprogramme fest verbindlich eingeschrieben. Gleichstellung heißt in diesem Zusammenhang jedoch in erster Linie Gleichmacherei!

Die rechtlichen und politischen Voraussetzungen und Vorgaben des Amsterdamer Vertrages lauten nach der aktuellen Webseite des Bundesfamilienministeriums unter anderem folgendermaßen:

»Auf EU-Ebene wurde der Gender-Mainstreaming-Ansatz zum ersten Mal im Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft trat, rechtlich verbindlich festgeschrieben. Art. 2 und Art. 3 Absatz 2 dieses EG-Vertrags verpflichten die Mitgliedstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming.«

Art. 2 des Amsterdamer Vertrages: »Aufgabe der Gemeinschaft ist es, durch die Errichtung eines Gemeinsamen Marktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion sowie durch die Durchführung der in den Artikeln 3 und 4 genannten gemeinsamen Politiken und Maßnahmen in der ganzen Gemeinschaft (...) die Gleichstellung von Männern und Frauen (...) zu fördern.«

Art. 3 des Amsterdamer Vertrages: »Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.«

Grundgesetz

Auch aus dem deutschen Verfassungsrecht ergibt sich eine Verpflichtung des Staates für eine aktive und wirkungsvolle Gleichstellungspolitik. Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz (GG) bestimmt nach der Änderung von 1994 nicht nur: »Männer und Frauen sind gleichberechtigt« (Art. 3 Abs. 2 S. 1 GG), sondern nimmt den Staat nunmehr ausdrücklich in die Pflicht,»die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern« zu fördern und »auf die Beseitigung bestehender Nachteile« hinzuwirken (Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG).

Bundesgesetze

Daneben findet sich die Verpflichtung zur Umsetzung und Beachtung von Gleichstellung im Sinne des Gender Mainstreaming auch in Bundesgesetzen wie dem Sozialgesetzbuch VIII

– § 9 Nr. 3 SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe: Bei der Aufgabenerfüllung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe müssen die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen berücksichtigt, Benachteiligungen abgebaut und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen gefördert werden – und dem Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz für die Bundesverwaltung

– § 2 BGleiG: Alle Beschäftigten in der Bundesverwaltung, insbesondere Führungskräfte, müssen die Gleichstellung von Frauen und Männern fördern; diese Aufgabe ist durchgängiges Leitprinzip in allen Aufgabenbereichen.

Auch mit der Änderung des SGB III durch das sog. Job-AQTIV-Gesetz ist durch § 1 Abs. 1 S. 3 klargestellt, dass in der Arbeitsförderung die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Prinzip zu verfolgen ist. Hinzuwirken ist auf die Überwindung des geschlechtsspezifischen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes, um die Chancen beider Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern (§ 8 Abs. 1).

Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien

Die Novellierung der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien durch Kabinettbeschluss vom 26. Juli 2000 ist ein weiterer Schritt zur Verankerung von Gender Mainstreaming. Der neue § 2 GGO stellt alle Ressorts der Bundesregierung vor die Aufgabe, den Gender-Mainstreaming-Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesregierung zu berücksichtigen.

Diese europarechtlichen und nationalen Regelungen bedeuten, dass Gleichstellungspolitik und Gender Mainstreaming rechtlich – und nicht nur politisch! – geboten sind. Das heißt, sie verlieren auch bei einem Wechsel an der Spitze von Verwaltung und Politik nicht ihre Gültigkeit.

Politische Vorgaben

Mit dem Kabinettbeschluss der Bundesregierung vom 23. Juni 1999 wurde eine wichtige politische Voraussetzung für die Einführung von Gender Mainstreaming geschaffen. In dem Beschluss erkennt das Bundeskabinett die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip der Bundesregierung an und bestimmt, diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming zu fördern.

Auch in verschiedenen Bundesländern wurden Kabinettbeschlüsse zur konsequenten Umsetzung von Gender Mainstreaming in Landespolitik und -verwaltung getroffen, so z.B. in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg.«

Soweit das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wer sich jetzt noch wundert, aus welchen Gründen die Erwerbstätigkeit der Frau zum Hohelied der Moderne geworden ist, wer immer noch nicht verstanden hat, warum DDR-Kinderkrippen, die in den 1980er-Jahren von den Wessies kopfschüttelnd und mitleidig belächelt wurden, seit Anfang 2000 wie ein plötzlich entfachter Flächenbrand im ganzen Lande wüten und nun plötzlich die Sehnsuchtserfüllung der Karrierefrau 750-tausendfach darzustellen scheinen, der schaue sich den Beginn dieser Horrorentwicklung etwas genauer an.

Die ehemalige Feministin Simone de Beauvoir wird dieser ganze Prozess nämlich posthum freuen. So legte sie einst als eine der wichtigsten Vorzeige-Feministinnen Europas das Fundament für diese »irre« (Bild) Idee und formulierte 1951 in ihrem feministischen Werk Das andere Geschlecht die Sache gendermäßig doch schon auf den Punkt: »Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht!« Die deutsche Feministin Alice Schwarzer klemmte sich in den 1970er-Jahren begeistert in den öffentlichen Windschatten der Beauvoir-Ikone, kupferte etliches aus dem »anderen Geschlecht« in ihr eigenes Manifest Der kleine Unterschied und seine großen Folgen hinüber und trat mit dieser Idee von der Gleichheit von Mann und Frau ebenso in die deutschsprachige Öffentlichkeit, um auch hier schon mal klarzumachen, wo der Hammer hängt – oder eben auch nicht!

Männer und Frauen sind gleich, und wenn sie es immer noch nicht sind, müssen sie weiterhin so lange gleich gemacht werden, bis es auch der letzte Depp verstanden hat. Dies war das Fundament, auf dem auch die sich in den 68ern formierende Frauenbewegung, der heutige Feminismus, mit all seinen Facetten, baute. Denn die neu verkündete Gleichheit wischte alle Thesen von der Tafel, die Psychologen und Analytiker in der Tradition Sigmund Freuds über die Natur des Weiblichen aufgestellt hatten – über diese hatte sich Alice Schwarzer dann auch noch nachträglich in ihrem o.g. Buch beklagt: »Anstatt die Instrumente, die ihnen zur Verfügung stehen, zu nutzen, um aufzuzeigen, wie Menschen zu Männern und Frauen deformiert werden, machten sie sich zu Handlangern des Patriarchats. Sie wurden der Männergesellschaft liebster Einpeitscher beim Drill zur Weiblichkeit.«

Die grausige Ideologie der Gleichheit von Mann und Frau nahm in den 1960er-, 1970er-Jahren ihren ersten, erschütternden Höhepunkt. Zwar gab es noch nicht das rechtlich verankerte Gender Mainstreaming, weltweite Einigkeit der Feministinnen bestand jedoch allemal. Nun fehlte nur noch ein wissenschaftlicher Beweis, der die Austauschbarkeit männlicher und weiblicher Verhaltensmuster belegte. In diesem aufgeheizten Klima wurde ein bestürzendes, ein tragisches Experiment mit einem Menschen bekannt, das auf Betreiben eines gewissenlosen Arztes stattfand, der jedoch gleichzeitig der erste Anhänger und Forscher über Geschlechteridentitäten und Geschlechterrollen war. Der US-Professor für medizinische Psychologie, John Money, vom John-Hopkins-Hospital in Baltimore, war ein Pionier der gender studies, er war einer der ersten Ärzte, die wissenschaftlich zu beweisen versuchten, dass Geschlecht nur erlernt sei. Da kam ihm eine geeignete Gelegenheit zuhilfe:

Ein kanadisches Zwillingspaar, zwei Jungen namens Bruce und Brian Reimers, wurden 1966 geboren, zwei Jungen. Als die Babys gut sieben Monate alte waren, geschah während einer Beschneidungsoperation das Unglück: Der Penis von Bruce wurde von einem Laser so stark verletzt, dass er irreparabel war. Man kann sich die Verzweiflung der Eltern vorstellen.

Sie schrieben damals dem anerkannten Psychologen und Sexualforscher John Money, der sofort Kontakt aufnahm. Money war ein glühender Anhänger eben jener Theorie, nach welcher allein die Erziehung in den frühen Lebensjahren für die Ausprägung einer sexuellen und geschlechtsspezifischen Identität eine Rolle spielt, dem heutigen Gender Mainstreaming. Deshalb riet er den Eltern zu einer Geschlechtsumwandlung. Und so wurde aus dem kleinen Bruce kurzerhand Brenda. Das Kind wurde kastriert, mit weiblichen Hormonen behandelt, in Kleider gesteckt und als Mädchen erzogen. Es sollte niemand erfahren, dass es eigentlich gar kein Mädchen war.

Die deutsche Feministin Alice Schwarzer übrigens feierte diese Geschlechtsumwandlung als Beweis ihrer These, dass die Gebärfähigkeit die einzige spezifisch weibliche Eigenschaft sei. »Alles andere«, triumphierte sie, »ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten seelischen Identität.«

Bruce/Brenda kam in die Pubertät, wurde mit immer stärkeren Hormongaben gefüttert und hatte deshalb bereits einen Busen. Doch als die Ärzte ihm auch noch eine Kunstscheide einsetzen wollten, wehrte er sich. Mit zunehmendem Alter und erwachendem Bewusstsein hatte er gespürt, dass etwas nicht stimmte. Er riss sich seine Röcke vom Leibe, urinierte im Stehen und prügelte sich mit Jungen. Zunehmend lehnte er seinen Körper ab, ohne zu wissen, warum. Ständig war er in psychiatrischer Behandlung.

Die Familie war verunsichert, doch sie wollte alles richtig machen und vertraute dem Professor. So wurden die Eltern auf verheerende Weise fehlgeleitet und sagten dem verstörten Jungen nicht die Wahrheit. Aber weder zahlreiche Hormonbehandlungen noch Kleider machten aus Bruce ein Mädchen. Brenda wurde von Money übrigens in dieser Zeit als »normales, glückliches Mädchen« beschrieben. Brenda selbst sowie die Familie und Freunde jedoch beschrieben sie als ein zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen.

Die Schwierigkeiten wurden immer heftiger. Schließlich wusste man sich nicht anders zu helfen und eröffnete dem verzweifelten Jungen, was geschehen war. Zu diesem Zeitpunkt war er 14 Jahre alt. Der Schock saß tief! Als erstes zündete Bruce seinen Kleiderschrank an. Fortan lebte er als Junge und nannte sich David.

Der Horror war damit nicht zu Ende. In qualvollen Operationen ließ David die Brüste entfernen und bestand auf einem Kunstpenis, um wieder »ein ganzer Mann zu sein«. Doch das Experiment hatte ihn tief traumatisiert. Zusammen mit dem Autor John Colapinto dokumentierte er seinen tragischen Fall in dem aufsehenerregenden Buch Der Junge, der als Mädchen aufwuchs.

Die Theorie, Geschlechterrollen seien lediglich erlernt, eine Behauptung, die weltweit von der Frauenbewegung begeistert aufgenommen worden war, hatte sich durch dieses Beispiel zwar als haltlos erwiesen, doch wen interessierte das schon? Wer ahnte, welcher Plan hinter dieser tragischen Geschichte steckte?

Mit 23 Jahren heiratete David übrigens eine Frau, mit 38 Jahren erschoss er sich. Die erlittenen seelischen und körperlichen Qualen hatten ihn zerstört. Er sei jahrelang psychisch terrorisiert worden wie bei einer Gehirnwäsche, lautete eine seiner Aussagen. Auch für seinen Zwillingsbruder Brian endete der eitle Ehrgeiz der Mediziner und Psychologen in einer Katastrophe: Schon zwei Jahre vor seinem Bruder wählte er den Freitod, weil er Davids Leben nicht mehr ertrug. Dr. John Money und weitere Anhänger seiner Theorien wie Alice Schwarzer lehnten auch angesichts des Selbstmordes von Bruce Reimer eine Korrektur ihrer Überlegungen weiterhin ab. Schwarzer nimmt – im Gegenteil – noch einmal Stellung in ihrem 2008 erschienen Buch Die Antwort, in dem sie beharrlich erklärt, dass die ersten 17 Lebensmonate des Menschen (woher immer sie auch diese Zahl haben mag) als wesentlich für die soziale Geschlechtsrollenausprägung verantwortlich seien und dass Bruce einen großen Teil dieser Zeit, nämlich bis zum siebten Monat seines Lebens, als Junge sozialisiert worden sei. Ansonsten: Schweigen zu dem Freitod.

Der Psychiater John Money hat übrigens einer unbekannten Anzahl weiterer Kinder mit fehlgebildeten Genitalien ein Geschlecht »zugewiesen«. Er errichtete als Leiter der Psychologie am John-Hopkins-Krankenhaus eine darauf spezialisierte Klinik, die von seinem Nachfolger 1979 allerdings geschlossen wurde. Viele seiner ehemaligen Patienten gründeten Selbsthilfegruppen.

John Money wurde 2002 von der Deutschen Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung, für die er arbeitete, mit der Magnus-Hirschfeld-Medaille ausgezeichnet!

Das traurige Beispiel von Bruce Reimer sowie etliche andere menschliche Dramen ändern nichts an dem derzeitigen Siegeszug von Gender Mainstreaming. Wer heute weiterhin noch von einer typisch weiblichen oder typisch männlichen Verhaltensweise spricht, befindet sich bereits auf wackeligem Terrain. Denn solche Äußerungen sind »sexistisch« und sorgen für unzulässige »sexistische Stereotypen«.

Zu Gender gehören jedoch noch weitere Auswüchse, die einem normal denkenden Menschen unvorstellbar erscheinen. Denn nach dieser Ideologie existiert nicht nur kein spezifisches Geschlecht, sondern jeder ist heutzutage in der Wahl seines Geschlechtes frei, und da gibt es eine große Auswahl: männlich, weiblich, bisexuell, transsexuell, homosexuell und mehr. An der Universität Wien wurde ein Wettbewerb ausgelobt, wer die ungewöhnlichsten Geschlechtervorschläge machen könne. Derzeit sollen acht unterschiedliche Entwürfe vorliegen. Und wer sich heute männlich fühlt, morgen bisexuell und übermorgen homosexuell, liegt absolut im Trend. Wer damit allerdings nicht klarkommt, sollte mit etwaigen missbilligenden Äußerungen vorsichtig sein, denn er unterliegt damit dem Straftatbestand der »Homophobie«. Homophobie bezeichnet eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit oder die »irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen …« Hohe Geldstrafen, Gefängnis und Umerziehungslager stehen auf der Vergeltungsliste von Homophobie.

Und damit Gender Mainstreaming früh genug erlernt werden kann und die Kinder später nicht müheselig umerzogen werden müssen, bekommen die Kleinen, die ohnehin früh in die Krippe gegeben werden sollten, damit ihre Mutter so schnell wie möglich in die Erwerbstätigkeit zurückkehren kann, auch hier schon Aufklärungsunterricht. Das besorgt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Die Abteilung für Sexualaufklärung untersteht dem Familienministerium, alles übrige dem Gesundheitsministerium. Die BZgA verteilte bis 2007 ihre Schriften kostenlos an Eltern, Lehrer, Erzieher, an Schulen und Schüler. Jeder konnte sie über die Internetseite bestellen und dort auch einsehen, bis die BzgA diese Broschüren wegen entrüsteter Proteste und mutiger Veröffentlichungen der Autorin und Soziologin Gabriele Kuby vom Markt nehmen musste.

Hier einige Beispiele aus ihrer Kritik: Der Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3. Lebensjahr fordert Mütter und Väter dazu auf, »das Notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden, indem das Kind beim Saubermachen gekitzelt, gestreichelt, liebkost, an den verschiedensten Stellen geküsst wird«. »Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch Benennung und zärtliche Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter) und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln.« Kindliche Erkundungen der Genitalien Erwachsener können »manchmal Erregungsgefühle bei den Erwachsenen auslösen«. »Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes, wenn es die Möglichkeit, sich selbst Lust und Befriedigung zu verschaffen, ausgiebig nutzt.« Wenn Mädchen (ein bis drei Jahre!) »dabei eher Gegenstände zur Hilfe nehmen«, dann soll man das nicht »als Vorwand benutzen, um die Masturbation zu verhindern«. Der Ratgeber fände es »erfreulich, wenn auch Väter, Großmütter, Onkel oder Kinderfrauen einen Blick in diese Informationsschrift werfen würden und sich anregen ließen – fühlen Sie sich bitte alle angesprochen!«

Weiter geht’s im Kindergarten. Mit dem Lieder- und Notenheft Nase, Bauch und Po singen Kinder Lieder wie diese: »Wenn ich meinen Körper anschau’ und berühr’, entdeck’ ich immer mal, was alles an mir eigen ist … wir haben eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr’, ja ja, dann kribbelt sie ganz fein. ›Nein‹ kannst du sagen, ›Ja‹ kannst du sagen, ›Halt‹ kannst du sagen, oder ›Noch mal genauso‹, ›Das mag ich nicht‹, ›Das gefällt mir gut‹, ›Oho, mach weiter so.‹«

In der Broschüre Mädchen-Sache(n) wird Mädchen beigebracht, dass gleichgeschlechtliche Liebe völlig normal ist: »So wie die meisten Menschen beim Thema Sex neugierig sind, fragen sich viele auch, was lesbische Frauen im Bett (oder sonstwo …) machen. Bei Mädchen, die mit Mädchen zusammen sind, ist es nicht anders als bei anderen Paaren auch: Sie machen alles, worauf sie Lust haben. Das kann Küssen oder Streicheln sein, mit dem Mund, der Zunge oder den Fingern.

Wie beim Sex zwischen Mann und Frau hängt es von der Fantasie, den Erfahrungen und dem gegenseitigen Vertrauen ab, wie weit beide gehen möchten. ›Wenigstens haben Lesben keine Probleme mit Aids‹, mögen manche denken. Klar, sie müssen, wenn sie nur mit Frauen zusammen sind, nicht an Schwangerschaftsverhütung denken.«

Ab zehn Jahren setzen in den Schulen die Werbe- und Schulungsmaßnahmen zur Homosexualität (genauer: lesbisch, schwul, bi und trans) ein, noch nicht überall so krass wie in Berlin, Hamburg und München, aber mit einheitlicher Tendenz. Eine 198-seitige Handreichung für weiterführende Schulen des Senats von Berlin zum Thema »Lesbische und schwule Lebensweisen« bietet eine ausgefeilte Anleitung zur Homosexualisierung der Schüler, auszuführen in »Biologie, Deutsch, Englisch, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Latein, Psychologie«.

Dies sind nur Kostproben. Alle Schriften der BZgA für alle Altersgruppen propagierten und propagieren die Sexualisierung der Kinder und Jugendlichen ab einem (!) Jahr. Sie unterminieren die elterliche Autorität. Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung.

Wer nun aber glaubt, dass die Gender-Liste nun beendet wird, sollte noch einen wichtigen Punkt mitnehmen: Gender fördert alleine nur Frauen. An keiner einzigen Stelle aller weltweiten Programme ist die Förderung von Männern vorgesehen. In den Programmen von Gender Mainstreaming ist man der der einhelligen Ansicht, dass Männer lange genug die Nase vorn hatten, und dass aus diesem Grunde die Gleichstellung der Geschlechter »durchaus auch einmal ungerecht gegen Männer ausfallen könnte«!

Es ist also kein Wunder, wenn sich sowohl eine ehemalige Bundesfamilienministerin, die Mutter von sieben Kindern ist, ebenso wie auch eine EKD-Vorsitzende und Bischöfin, Mutter vierer Kinder, aus für den Bürger unverständlichen Gründen FÜR die Erwerbstätigkeit der Frau ausspricht, und FÜR die ganztägige Fremdbetreuung möglichst aller Kinder. Denn dies ist Gender in Reinform: Wer das natürliche Geschlecht abschaffen will, muss als erstes die Familie zerschlagen und den Mann in seine Grenzen weisen!

Wer für Gender ist, muss auch gegen Kinder sein, gegen den Mann, gegen die Ehe, gegen die Familie! Gender Mainstreaming ist Hauptbestandteil der »Familienpolitik« eines Staates, der von der demographischen Krise in seiner Existenz massiv bedroht ist. Doch wen stört es schon? Diese Familienpolitik ist keine Politik für Familien, sondern zerstört sie vorsätzlich. Der Mann, der »echte« Mann, spielt dabei schon längst keine Rolle mehr, außer zunehmend jene des Gender- Hausmuttchens.

Das sollten auch die entrüsteten Bild-Redakteure aus Sachsen wissen, wenn sie wieder einmal auf den Begriff Gender Mainstreaming stoßen und darüber jaulen, dass die echten Männer abgeschafft werden sollen. Politisch sind sie es längst!

Sonntag, 8. Juni 2008

Die Gender Mainstreaming-Strategie

von Bettina Röhl

Utopie oder Wirklichkeit?

Wie eine hauchdünne Funktionärsschicht in der Politik hinter den Kulissen den Boden für eine „Gender-Gesellschaft“ bereitet

Spült der lautlos heranrollende Tsunami namens „Gender Mainstreaming“ das unbekannte Wesen „Mann“ fort? Diese Frage scheint berechtigt, wenn man sich die neue Politik des so genannten Gender Mainstreaming auf der offiziellen Website der Bundesregierung genauer ansieht.

Die Bundesfrauenministerin Renate Schmidt finanziert seit Oktober 2003 die Einrichtung des GenderKompetenzZentrums an der Humboldt-Universität für die Dauer von zunächst vier Jahren mit jährlich 340.000 Euro. Das Zentrum, so heißt es auf der Website der Ministerin, „initiiert Forschung, bündelt Wissen und unterstützt so die Einführung von Gender Mainstreaming in alle Bereiche der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung.“ Seit ein paar Jahren baut das Frauenministerium systematisch die „Gender Mainstreaming-Strategie“ aus, die 1995 auf der Vierten Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking beschlossen wurde und die vorsah, dass „geschlechtsspezifische Belange in die Konzeption aller Politiken“ integriert werden müssten.

Das Ministerium führt aus, was die EU mit dem Inkrafttreten des so genannten Amsterdamer Vertrages vom 1. Mai 1999 beschlossen hat: „Die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern ist nach Art. 2 und 3 Abs. 2 des EG-Vertrages verpflichtende Aufgabe bei allen Tätigkeiten der Gemeinschaft im Sinne der Gender Mainstreaming-Strategie.“ Die entsprechenden Beschlüsse der Bundesregierung lauten: „Mit Kabinettbeschluss vom 23. Juni 1999 hat die Bundesregierung auf der Grundlage des in Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG festgelegten Staatsziels die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip ihres Handelns anerkannt und beschlossen, diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming zu fördern. In Ausführung dieses Beschlusses wurde am 26.7.2000 in § 2 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien die Verpflichtung aller Ressorts festgelegt, diesen Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesregierung zu beachten (…)“

Gender Mainstreaming, kurz GM, heißt das Zauberwort der jüngsten Stufe des Feminismus - von dem bis heute kein Mensch weiß, was das genau ist. Alice Schwarzer postulierte schon vor dreißig Jahren: Du wirst nicht als Frau oder Mann geboren, sondern als „Mensch“ und entscheidest dich später selbst, was du sein willst. Jeder soll ein neues so genanntes kulturelles, „soziales Geschlecht“ bekommen, ein Gender, das er selbst bestimmen kann und dies völlig unabhängig von seinem biologischen Geschlecht. GM ist, wie es vielerorts in den Leitpapieren und Eckdaten der Gender Mainstreamer heißt, „Abschied vom Verständnis einer geschlechtsneutralen Politik.“ Was hier als Gleichberechtigung daher kommt, ist jedoch tatsächlich Frauenbevorzugung und Männerbenachteiligung mit zweifelhaftem Nutzen für Frauen und zweifellosem Schaden für Männer. Ein Beispiel: Wird statistisch festgestellt, dass es 30 % Architektinnen und 70 % Architekten gibt, werden solange nur noch Architektinnen ausgebildet und gefördert, bis zumindest Gleichstand erreicht ist, und dies unabhängig davon, ob es mehr weibliche oder männliche Bewerber gibt. So heißt es in den „Eckpunkten für den Gender Mainstreaming-Prozess“ in dem Beschluss des Bundeskabinetts zum Gendermainstreaming als "durchgängiges Leitprinzip der Bundesregierung", hg. vom BMFSFJ von 1999: „…diese Strategie der Gleichstellungspolitik dient der Anerkennung und Verwirklichung von Frauenrechten als Menschenrechte….“ Unter dem Punkt „Notwendigkeit der Erhöhung des Frauenanteils in Verwaltung und Politik“ heißt es: „… dies erfordert gezielte Frauenförderungsmaßnahmen, um den Frauenanteil auf allen Hierarchieebenen, insbesondere an Entscheidungs- und Leitungspositionen zu erhöhen.“ An anderer Stelle heißt es:„Gezielte Frauenförderungsmaßnahmen sind notwendig, um bestimmte Benachteiligungen von Frauen schnell und wirksam begegnen zu können und so die Voraussetzungen für die Umsetzung des Gender-Mainstreaming-Konzeptes zu verbessern.“

Von spezifischen Männerrechten oder dem Ausgleich von klassischen Männerbenachteiligungen, die es auch gibt, ist in den bisher veröffentlichten Texten zu GM an keiner Stelle die Rede. Bist du Frau, bleibst du Frau, bekommst aber alles, was die Gesellschaft zu bieten hat. Zudem werden Förderprogramme für dich aufgelegt, wie der bereits eingeführte „Girlsday“ – offenbar reichen die Frauenbeauftragten, Gleichstellungsstellen und Quotenfrauen den Gender Mainstreamern nicht mehr, damit du endlich Männerberufe ergreifst, die du bisher ignoriert hast. Bist du Mann, kannst du wählen, ein bisschen oder auch ein bisschen mehr Frau zu werden, wenn dir danach ist. Du kannst zwar keine Kinder bekommen, aber dafür werden dir Lernprogramme angeboten, ab jetzt die Kinder großzuziehen und die Alten zu pflegen, als Kompensation dafür, dass diese Arbeiten in den vergangenen 20 000 Jahren von Frauen erledigt wurden. In den Berufen, in denen Männer bisher dominierten, zum Beispiel in Ingenieursberufen und Technikberufen, bekommst du, Mann, Quoten, die durchaus ungerecht sein dürfen, wegen der bereits genannten historischen Gerechtigkeit. So heißt es ausdrücklich "Ungleichbehandlung und Fördermaßnahmen (positive Aktionen) könnten sich daher als notwendig erweisen, um die Diskriminierungen der Vergangenheit und Gegenwart auszugleichen."

Gender Mainstreaming heißt im Klartext kompletter Umbau der Gesellschaft und Neuerfindung der Menschheit. Gender Mainstreaming ist eine Art totalitärer Kommunismus in Sachen Sex und Geschlechterbeziehung. Die real existierende Welt wird unterschwellig das (zu eliminierende) Patriarchat genannt, und die Frau und auch die Gesellschaft sollen zu ihrem Glück in Gestalt eines Matriarchats auf leisen Sohlen gezwungen werden: Frauen in den Beruf und an die Macht, sprich in die Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Männer an den Herd und in die traditionell zu 100 % von Männern besetzten Schwerstarbeiten, wie Untertagebau, Kampftauchen, Firefighter (die ausdrücklich von der Frauenministerin nicht genannt werden). Kinder in die Krippen, Mädchen in die GM- Förderprogramme, Jungs in die Gender Mainstream-Umerziehungsschule, wo sie die historischen Verbrechen der Männer an den Frauen büffeln. Und die Familie? Abgeschafft – das ist letztlich das in den Leitgedanken des Gender Mainstreaming konkret benannte und sich aus den Konzepten ergebende Bild dieser Politik. Das Wort Mainstreaming hat hier etwas Massenbewegtes, etwas Obrigkeitszwanghaftes, etwas unschön Gruppendynamisches, das alle Skepsis-Sensoren wach schalten sollte. Wer zu Ende denkt, was das Frauenministerium gendernd und quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits in die Tat umsetzt, muss feststellen, dass schon jetzt ein erheblicher Wertunterschied zwischen Jungen und Mädchen gemacht wird. Nur schwach kann GM verbergen, dass hier eine Art pseudowissenschaftlicher „Rassismus“ und letztlich auch Sexismus zwischen den Geschlechtern initiiert wird, an dessen Ende eine männerlose Welt stehen könnte. Eine Allmachtsphantasie.

Die Genderer - Politiker, Sexologen und Feministen - haben GM bisher vollkommen undemokratisch installiert. Wie viele der 3 Milliarden weiblicher Wesen auf dieser Welt haben von der so genannten Weltfrauenkonferenz in Peking überhaupt je etwas gehört? Geschweige denn, sich demokratisch an der Wahl der Vertreterinnen, die die Gender Mainstreaming-Strategie im Laufe der letzten zehn Jahre verfolgt haben, beteiligt?

Wie viele der 40 Millionen deutschen Frauen wissen überhaupt, was GM ist? Wie viele kennen das Wort „Gender Mainstreaming“? Wie viele haben sich darüber Gedanken gemacht und darüber diskutiert? Wie viele Frauen haben anderen Frauen Mandate gegeben in Kenntnis dessen, dass die Mandatierten mehr oder minder klammheimlich die Welt gendermäßig umkrempeln wollen? Will die Mehrheit der Frauen die Erziehung ihrer Kinder abgeben? Wollen alle Frauen im Beruf stehen? Will die Mehrheit der Frauen, dass ihre Söhne systematisch von GM benachteiligt werden als Buße für historische Ungerechtigkeiten, tatsächliche und behauptete? Im Hintergrund werden unter dem Stichwort Genderbudgeting die Geldströme der Haushalte für die Durchsetzung der nebulösen Strategien manipuliert. GM basiert auf dem richtigen Gedanken, dass eine Frauenbenachteiligung beseitigt werden muss, die im Detail steckt und in tradierten Systemen nicht mehr hinterfragt wird. Indes ist GM nicht ungefährlich - wegen antimaskuliner Parteinahme, wegen historisch begründeter Rachelegitimationen und weil GM nicht am Zusammenleben der Geschlechter interessiert ist, sondern an der Schaffung neuer Herrschaftsverhältnisse unter dem hehren Wort der Gleichberechtigung.

Kaum vorstellbar, dass man die Biologie abschaffen kann oder darf. Erstaunlicherweise sind es die Gender-Leute, die selber oft an den Haaren herbeigezogene, biologistische Argumente für die Geschlechterauflösung, also das Gender Mainstreaming, heranziehen. Schließlich lässt sich der rote Leitfaden des GM, den man sich hütet, offen zu legen, auf folgende Gleichung verkürzen: Östrogen bedeutet Friedlichkeit, Fruchtbarkeit, Frohsinn. Testosteron dagegen bedeutet Teufel, Terror und Tyrannei. Die Gender Mainstreamer sind so wie die gescheiterten Kommunisten im Begriff, ihre Weltformel mit pseudowissenschaftlicher Massenliteratur zu unterlegen, in Gesetze zu pressen und lautlos in allen Ministerien zu implementieren. Wie man hört, soll der 8.März, der Weltfrauentag, den für beide Geschlechter geltenden Tag der Arbeit am 1. Mai letzten Endes ersetzen. Ist Gender Mainstreaming eine Sekte? Ein Parallelapparat in Bundesregierung und Landesregierungen, von dem die Mehrheit der Bundesbürger noch nichts gehört hat ? Es sei jedem empfohlen, die einschlägigen Veröffentlichungen des Frauenministeriums und die angrenzende Literatur zu lesen, um sich ein Bild über den simplen Geist dieser Veranstaltung zu machen. http://www.gender-mainstreaming.net/gm/definition.html

Hat der gute alte Feminismus, der sich am Mann abarbeitete und dessen Existenz voraussetzte, das wirklich verdient? Werden Frauen, die sich mühsam einen eigenen Kopf erkämpft hatten, hier kopflos gemacht und in die Irre geschickt, indem man sie vordergründig mit ein paar zweifelhaften Vorteilen lockt? Tatsächlich muss man GM inzwischen sehr ernst nehmen. Der Bundeskanzler und sein Vize, die beide um die neue Macht dieser Frauencliquen wissen, unterzeichnen jährlich das GM-Konzept, das ihnen die zuständigen Ministerinnen auf den Kabinettstisch legen, obwohl beide privat zu den letzten Mohikanern der Gattung des „herkömmlichen“ Mannes gehören - was plötzlich etwas irgendwie Beruhigendes hat. Kein Mensch hat ein Patentrezept, wie Mann und Frau paradiesisch zusammen leben könnten, aber GM hat dieses Patentrezept wohl am allerwenigsten. Vorsicht vor Ideologien. Keine Dämonisierung des Mannes, die möglicherweise auch eine 20 000 Jahre alte Geschichte hat, die noch nicht aufgearbeitet worden ist. Es gibt eben eine lange währende Kultur von Männern und Frauen, über Frauen zu reden, wie es eine lange währende Kultur gibt, den nackten Frauenkörper auszustellen. Vielleicht sind die Männer besser, als allgemein gedacht wird. Um dies beurteilen zu können, müssten sich die Heteromänner zeigen und sich dabei vielleicht an dem positiven Vorbild ihrer schwulen Geschlechtskollegen orientieren.

Die Desorientierung in Sachen Sex und Gesellschaft, die jüngst wieder in den Medien thematisiert wurde, ist eine wesentliche Stütze der GM-Theoretiker: Patchwork-Familien, temporäre Lebenspartnerschaften, Abschaffung der Monogamie und das Lockern der festen Bindungen zu den eigenen Kindern, das Revitalisieren von Sex und Liebe durch Seitensprünge – all diese Ladenhüter, mit denen die 68er sich selbst und ihre Kinder schon in den Siebzigern ausgiebigst gequält haben, tauchen da plötzlich wieder wie völlig neue Heilsbotschaften auf. Selbst vor dem Rückgriff ins Tierreich, wo nach geeigneten Analogien oder passend erscheinenden Umkehrschlüssen gesucht wird, schrecken die neuen Biologen der Partnersuche nicht zurück. Man glaubt es kaum, dass nach den äußerst unguten historischen Erfahrungen ausgerechnet in Deutschland wieder Menschenzucht-Gedanken hoffähig gemacht werden, indem Wörter wie „Genshopping“ fallen oder der bessere Samen des „Hallodri“ gegenüber dem des im Hause vorhanden „Pantoffelhelden“ gepriesen wird: eine Vermischung von Mediensprech mit primitivster Vulgärwissenschaft. Die Psychologie der Einfaltspinsel, die in den Medien immer wieder als neuester Stand der Geschlechterforschung vorgeführt wird, ist allzu oft auf erschütternder Weise niveaulos und pietätlos im Angesicht des schönsten und größten Geheimnisses von Männern und Frauen, der sexuellen Anziehungskraft zwischen Menschen.

Sonntag, 23. März 2008

Das vertrauliche 5-Punkte Programm der Linken

1. Wir appellieren niemals an den Verstand unserer Wähler, sondern immer an deren Emotionen. Als wirkungsvoll hat sich die Aufstachelung zum Neid erwiesen. Wir müssen den Eindruck erwecken, dass es immer etwas umzuverteilen gibt. Die Beraubung der wohlhabenden Minderheit nennen wir "soziale Gerechtigkeit" und können sicher sein, dass wir Begehrlichkeiten schaffen, die natürlich nur wir befriedigen können.

2. Sollte es die von uns bekämpfte kapitalistische Wirtschaft trotz der dauernden Behinderungen unserer Politik schaffen, die Bedürfnisse der Bürger immer besser zu befriedigen, wird die Neidwaffe leider etwas stumpf. Dann dürfen wir nicht verzagen. Wir halten eine weitere Speerspitze im Arsenal des politischen Kampfes bereit: die Angst. Wir benutzen einfach die ganze Palette von Schreckgespenstern von der Ökologie bis zur Demografie, um eine Krisenstimmung zu erzeugen. Selbstverständlich sind nur wir diejenigen, die unseren Kanton vor dem sicheren Niedergang retten können. Vermeiden müssen wir eine wissenschaftliche Beweisführung, denn damit lässt sich keine Hysterie erzeugen.

3. Schaffen wir uns zusätzliche Aufgabengebiete, indem wir den Anspruch erheben, nicht nur für die materielle Wohlfahrt unserer Wähler verantwortlich zu sein, sondern auch für deren psychisches Wohlbefinden. Appellieren wir an die Unselbständigkeit und Bequemlichkeit vieler Menschen durch das Versprechen, die sie von der Wiege bis zur Bahre zu betreuen. Wir bieten einen Pakt fürs Leben an: Rundum-Sorglos-Fürsorge durch uns Politiker gegen Ablieferung des grössten Teils des Einkommens in Form von Steuern und Abgaben.

4. Lassen wir niemals Selbstzweifel zu. Unser Handeln ist immer zum Vorteil aller Bürger. Fern liegt uns die Absicht, uns durch eine politische Karriere persönlich zu bereichern. Auch ist uns das Streben nach Macht fremd. Lernen wir, diese Behauptungen gegenüber den Bürgern glaubwürdig zu vertreten. Das gelingt umso besser, je mehr wir selbst davon überzeugt sind.

5. Wir betonen, dass wir nur die edelsten Ziele anstreben. Die Worte "Allgemeinwohl", "Nachhaltigkeit" und "Gleichstellung" sind uns in Fleisch und Blut übergegangen. Wir brauchen sie mehrmals täglich. Unsere Gesinnung wird uns von militanten Gewerkschaften, blockierenden Verkehrsclubs und randalierenden Globalisierungsgegnern immer wieder bestätigt. Als Entgegenkommen sollten wir wir diese Bündnispartner nach der Wahl grosszügig mit Steuergeldern belohnen.

Freitag, 25. Januar 2008

Sexuelle Belästigung - die neue Kampfwaffe der Feministinnen

Ein Witz zu viel

Von Beatrice Schlag

Die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer wittert am Arbeitsplatz sexuelle Belästigung. Das zumindest behauptet eine neue Studie.

Florierender Bewusstseinsmarkt: sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.
«Jeder zweite Arbeitnehmer sexuell belästigt». Mit diesem und ähnlichen Titeln verstörten sämtliche Schweizer Zeitungen letzte Woche die Berufstätigen unter ihren Lesern. Eine Studie war erschienen, bestellt vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EGB), und sie besagt in der Tat Aufsehenerregendes: Mehr als die Hälfte der berufstätigen Schweizerinnen und Schweizer haben am Arbeitsplatz sexuell Ungehöriges oder Diskriminierendes beobachtet oder mitangehört und glauben deswegen, in ihrem Betrieb drohe das Risiko sexueller Belästigungen.

Die Studie erregt die Gemüter quer durch alle Berufe. Die vorherrschende Reaktion ist ungläubiges Kopfschütteln. Man versucht, sich an einen Fall von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu erinnern; es fällt einem nur ein Film mit Demi Moore ein. «Bin ich ein Depp, dass ich nichts merke?», fragt ein Bekannter aus der Elektrizitätsbranche, «vor kurzem beugte sich eine Kollegin mit ziemlich heftigem Ausschnitt am Pult über mich. Mein einziger Reflex war: ‹Jetzt ja nur kein Wort sagen.› Ist es das, was sie mit Risiko meinen? Und, wenn ja, bin ich der Belästigte, oder wäre sie es, falls ich etwas gesagt hätte?» Ein Ladenbesitzer sagt, er wisse, dass Belästigungen vorkommen, «aber Florierender Bewusstseinsmarkt: sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Geschlechter Ein Witz zu viel Von Beatrice Schlag _ Die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer wittert am Arbeitsplatz sexuelle Belästigung. Das zumindest behauptet eine neue Studie.uns weiszumachen, die halbe Belegschaft aller Betriebe sei möglicherweise gefährdet, ist hysterisch. » Die NZZ formulierte ihre Zweifel vorsichtiger: «Eine Hinterfragung des Ausmasses weckt gleich den Verdacht, das Problem werde nicht ernst genommen. Doch lassen sich diese Schlüsse aus der telefonischen Befragung von gut 2000 Personen tatsächlich ziehen?»

Fast jeder ein Opfer

Telefoninterviews mit rund 1300 Frauen und 700 Männern aus der Deutschschweiz und der Romandie – erfahrungsgemäss werden Frauen am Arbeitsplatz weitaus häufiger belästigt als Männer – dienten der Psychologin Marianne Schär Moser und der Ökonomin Silvia Strub als Grundlage für ihre Studie. Gefragt hatten sie nach zwölf Verhaltensweisen, die laut Gleichstellungsgesetz als belästigend gelten: Sie reichen von allgemein abwertenden Sprüchen und Witzen über abfällige Bemerkungen an eine gezielte Person, obszöne E-Mails, Anrufe und Anstarren bis hin zum Begrapschen, zu sexueller Erpressung und Vergewaltigung. Die Interviewer wollten wissen, ob die Befragten sich je persönlich als Ziel solcher Verhaltensweisen belästigt oder gestört gefühlt hatten. Eine zweite Frage lautete, ob sie solch potenziell belästigendes Verhalten je18an ihrem Arbeitsplatz beobachtet hätten, ohne selber davon betroffen zu sein. Wer bejahte, im Büro schon einmal abfällige Sprüche über Blondinen, Schwule oder Dicke gehört oder ein lästiges E-Mail bekommen zu haben, fiel unter die 51 Prozent, die ihren Arbeitsplatz als Ort potenzieller sexueller Belästigung wahrnehmen.

«Ich bin erstaunt», spottete der Theologe und Sexualberater Pius Widmer in den St. Galler Nachrichten, «dass es bei dieser umfassenden Definition von sexueller Belästigung nicht 100 Prozent sind.» Wie Wimder weiss jeder Berufstätige, wovon die Rede ist: vom verbal korrekten und immer freundlichen Kollegen, dessen offensichtlich wehrloser Blick sich an jedem vorbeiwippenden Busen festsaugt; von Chefs, die in Sitzungen nach weiblichen Wortmeldungen aufjaulen, Frauen sollten sachlich bleiben und sie mit emotionalem Plunder verschonen; von Frauen, die Kollegen nicht ohne Bosheit ermuntern, doch einmal Jeans zu kaufen, in denen ihr Hintern nicht in der Nähe der Kniekehlen vermutet wird. So gefragt, wird fast jede und jeder am Arbeitsplatz zum potenziellen Belästigungsopfer. Oder zum potenziellen Belästiger. Oder beides.In den siebziger Jahren schrieb die amerikanische Feministin Susan Brownmiller in dem Bestseller «Gegen unseren Willen», dass jeder Mann ein potenzieller Vergewaltiger sei. Die Frauenbewegung rammte den Satz in den folgenden zwei Jahrzehnten in jedes Manifest und in jedes Männerhirn. Selbstkritische Feministinnen entschuldigen sich heute bei ihren Söhnen dafür. Seither misstraut man dem Wort potenziell im Zusammenhang mit Kategorisierungen. Ein potenziell belästigendes Arbeitsklima, weil jemand einen geschmacklosen Witz zu viel mitgehört hat? Solche Alltäglichkeit schreit nach mehr Augenmass und notfalls nach einem beherzten Anschiss, nicht nach einer Heerschar von Beratern, die Seco und EBG nun nach Zusatzausbildungen in den florierenden Bewusstseinsmarkt zu integrieren hoffen. In der Schweiz flächendeckenden Handlungsbedarf in Belästigungsprävention auszumachen, ist Hohn all jenen gegenüber, die realer Belästigung am Arbeitsplatz ausgesetzt sind.

Denn natürlich gibt es sexuelle Belästigung. Und wer zur Kündigung keine Alternative hat, sich dagegen zu wehren, ist elend dran. In einem leeren Lokal hinter dem Bahnhof in Zürich, es war ein kalter Nachmittag, wollte ein Grüppchen Journalisten Kaffee fertig bestellen. Die Kellnerin brachte die Karte.

Unter der Rubrik «Kaffee Schnaps» war ein «Kafi Tischhöchi» aufgelistet. Einer fragte, was das sei. Die Kellnerin stand immer noch am Tisch. Sie schwieg. «Jetzt schauen Sie doch einmal, was bei Ihnen grad auf Tischhöhe ist», rief der Wirt hinter der Bar hervor, «dasch en Kafi mit Pflümli.» Die Kellnerin schaute mit erfrorenem Gesicht über die Gäste hinweg. Sie hatte den Scherz schon hundert Mal ertragen. Aber sie war etwa sechzig. In ihrem Alter bekommt man keine Jobangebote mehr.

11,3 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten gaben an, sich seit Beginn ihres Erwerbslebens schon einmal sexuell belästigt gefühlt zu haben. Bei der Frage, ob sie in den letzten zwölf Monaten am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden seien, sank die Quote auf 1,2 Prozent; weitere 5,4 Prozent hatten sich im letzten Jahr durch Verhaltensweisen weniger belästigt als gestört gefühlt. Die Unterscheidung zwischen belästigt und gestört ist juristisch irrelevant: «Im Alltag versteht man unter sexueller Belästigung häufig eine direkt auf eine Person bezogene körperliche Verhaltensweise wie Betatschen oder sexuelle Erpressung», sagt Marianne Schär Moser, «aber der Gesetzesbegriff sieht anders aus. Als sexuelle Belästigung gilt, was von der belästigten Person als solche empfunden wird. Aber jemand kann sich auch sonst gestört fühlen, und es hat rechtliche Gültigkeit.»

Die Zahl real belästigter oder auch nur unangenehm irritierter Arbeitnehmer – 28,3 Prozent Frauen und 10 Prozent Männer – rechtfertigt zweifellos die Forderung nach geschäftsexternen Ansprechpartnern, an die sich Belästigte wenden können, ohne negative berufliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Aber notwendig sind weder betriebseigene Anlaufstellen noch neue Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften. Dass Chefs bei Gesprächen mit weiblichen Angestellten die Bürotür nicht mehr schliessen und in vielen Betrieben den Lift nur allein benutzen, darf gerne auch weiterhin ein US-Auswuchs sexueller Betriebskorrektheit bleiben. Entscheidend sind Vorgesetzte, die klarmachen, dass sie sexuelle Belästigung in ihrem Betrieb nicht hinnehmen und jede Beschwerde verfolgen werden. Im Übrigen ist es gut, daran zu erinnern, dass unter den Gründen, die Belästigte für ihr Malaise anführen, vor allem allgemeine, nicht an sie gerichtete Sprüche, Gesten und Blicke sind. Sexuelle Erpressung, Übergriffe und Vergewaltigung werden von 0,6 Prozent der Belästigten genannt. Nur hundert Fälle von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz wurden seit Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes 1996 von Gerichten oder Schlichtungsstellen behandelt. Das ergibt ein deutlich anderes Signal als der 51-Prozent-Fanfarenstoss, der die Studie in die Medien blies. Studien-Mitverfasserin Marianne Schär Moser findet es dennoch richtig, der fragwürdigen Zahl Gewicht zu geben: «Es sind Verhaltensweisen, die das Risiko bergen, sexuelle Belästigungen zu werden. Man darf nicht sagen, nur gravierende Dinge wie Vergewaltigung oder sexuelle Erpressung seien schlimm. Ein sexuell belästigendes Arbeitsklima, in dem ‹nur› Sprüche, Witze, Gesten und Blicke stattfinden, kann sehr gravierend sein. Es hat Auswirkungen auf das Arbeitsklima und damit auf die Produktivität des Unternehmens. Man hat hier nicht etwas herzureden versucht, das es nicht gibt.»

Pascal Couchepin war ganz ihrer Meinung. Sexuelle Belästigung, sagte er, als er die Studie den Medien vorstellte, vergifte nicht nur das Leben Zehntausender Arbeitnehmer, es wirke sich auch negativ auf die Wirtschaft aus. Der Bundespräsident wusste nicht, wovon er redete. Er habe, sagte der 65-Jährige, persönlich in seinem ganzen Arbeitsleben nie einen Fall von sexueller Belästigung miterlebt.

Freitag, 4. Januar 2008

Frauen, Macht und Intrigen

Die Machiavelli-Frauen

Von Franziska K. Müller

Um als Frau Karriere zu machen, braucht es mehr als Fleiss und Talent. Wie man Mitarbeiter gegeneinander ausspielt, Chefs bezirzt und Untergebene abkanzelt.

Die Juristin Cécile Buchmann* wurde vor drei Jahren unfreiwillige Zeugin eines Gesprächs zwischen zwei Arbeitskollegen. «Es war mir sofort klar, dass eine Intrige im Gang war: Meine Beförderung stand schliesslich kurz bevor», erinnert sich die heute 36-Jährige. «Cécile will offenbar schwanger werden», sagte ein Kollege. «Ticktack, ticktack, die biologische Uhr bei älteren Frauen», antwortete der andere. Buchmann vereinbarte sofort einen Termin bei ihrem Vorgesetzten. Bei der Besprechung am nächsten Tag kam sie auf Kinder zu sprechen und erwähnte ihr Missfallen gegenüber Kindern, auch den eigenen Neffen und Nichten gegenüber. Beim Satz «Mir macht es nichts aus, dass ich keine Kinder bekommen kann» blickte sie dem Chef für einen kurzen Moment direkt in die Augen. Sie meinte, eine gewisse Erleichterung wahrzunehmen. Drei Monate später wurde sie – wie geplant – zur Abteilungsleiterin befördert. Wenig später war sie – wie geplant – schwanger.

Buchmann streicht eine helle Haarsträhne aus dem hübschen Gesicht und zupft das Kleid zurecht. Was geschah mit den beiden Kollegen, die der Chefin in spe nicht gut gesinnt waren? «Ich liess mir nichts anmerken. Als nach meiner Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub Restrukturierungen anstanden, mussten sie weg.» Welchen Vorwurf kann man den Männern im Umgang mit Arbeitskolleginnen machen? «Sie meinen, wer nett aussieht, ist auch nett», antwortet Cécile Buchmann lächelnd.

Ihr bald zweijähriger Sohn sitzt auf den Knien ihrer besten Freundin. Mit ihr bespricht Buchmann seit Jahren die wichtigsten Karriereschritte. Greta Stark* sagt: «Auf dem Weg nach oben sind Talent und Ehrgeiz wichtig. Noch wichtiger ist die Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten und Hilfe zu beanspruchen.» Die Übersetzung dieses Satzes: Während der Probezeit als Assistentin der Geschäftsleitung einer grossen Handelsfirma unterliefen ihr zwei grobe Fehler. Einer war inhaltlicher Natur und musste von ihrem Chef ausgebadet werden. Der andere betraf ein «eigentlich raffiniertes Manöver», wie sie es nennt, das ihr leider aus dem Ruder lief. Der Vorgesetzte zitierte sie, glücklicherweise informierte sie sich vor dem Gespräch bei der betriebsinternen Beauftragten für Gleichstellungsfragen, wie sie am besten vorgehen sollte, um eine Kündigung zu verhindern. Den Chef habe sie sodann auf genderspezifische Versäumnisse im Rahmen der firmeninternen Richtlinien hingewiesen und das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann erwähnt, das bei allfälligen Unklarheiten eventuell weiterhelfen könnte. Stark glaubt, dass sie ihre Kaderstelle mit grösster Wahrscheinlichkeit behalten konnte, weil der damalige Vorgesetzte einsah, dass alles andere eine frauenfeindliche Entscheidung gewesen wäre.

«Rangordnung kommt vor Inhalten»
Nicht jede Frau, die Karriere machen will, schlägt sich den Kopf an der berühmten gläsernen Decke blutig. Viele gehen bei der Umsetzung ihrer beruflichen Ziele weniger hilflos vor, als die Geschlechterdemokraten befürchten. Marion Knaths hält das für eine gesunde Entwicklung. Die 41-Jährige – Topmodelgrösse, burschikoser Haarschnitt – erkämpfte sich nach dem Wirtschaftsstudium eine Spitzenposition in einem grossen Hamburger Konzern und erhielt jüngst das Angebot, Vorstandsmitglied eines amerikanischen Grosskonzerns zu werden. Knaths führt eine Unternehmensberatung und organisiert Seminare für Berufsfrauen, denen es nicht so wichtig sei, ob man sie mag. Interessierte, die sich Gedanken darüber machen, ob ihr Machthunger sinnvoll oder ethisch vertretbar ist, müssen sich nicht bei ihr melden: weil die beim Thema Machtmissbrauch sofort zurückschrecken.

Auf dem Weg nach oben seien zwei Grundregeln zu beherzigen, schreibt Marion Knaths in ihrem Buch «Spiele mit der Macht». «Rangordnung kommt immer vor Inhalten» und: «Egal ob Amtsstube, universitärer Betrieb oder Grosskonzern: Anweisungen des Chefs sind ohne stundenlange Diskussionen hinzunehmen, und wer den direkten Vorgesetzten übergeht, muss wissen, dass mit Bestrafung zu rechnen ist.» Opportunismus? Unterwürfigkeit? «Männer sind beruhigt, wenn sich Frauen folgsam und einsichtig zeigen. Hinterher kann man dann ungestört machen, was man will», erklärt eine Kursteilnehmerin von Knaths.

Die Frau wollte einen Job, der einem anderen versprochen war. Es gelang ihr, sich bei diesem Kollegen einzuschmeicheln, worauf ein reger Mailkontakt entstand. Dabei machte sie beiläufig den Chef zum Thema. Ihr Kommentar war nicht sonderlich positiv, was – wie sie vermutet – den Konkurrenten zu ebenfalls unfreundlichen Worten animierte. Worauf ihr ein dummes Missgeschick unterlief, wie sie im Nachhinein beteuert. Das verfängliche Schreiben landete in der Mailbox des Vorgesetzten. Heute ist sie in leitender Position, und der Ex-Kollege wechselte in einen anderen Betrieb. Durchsetzungswille beinhalte die Bereitschaft, rangniedrige Kollegen – egal wie attraktiv die sind – von der Bettkante zu stossen und besser Qualifizierte über den Tisch zu ziehen. Networking bedeute auch: weibliche Reize ausschlachten, um die richtigen Kontakte zu knüpfen und das zu erreichen, was man will. «Eine gute Verhandlung hat immer etwas von einem Flirt. Daher ist in diesem Zusammenhang auch jedes Mittel recht», schreibt Knaths. Tief dekolletiert, geschminkt, High Heels? Kein Problem, wenn die Frau eine Dame bleibe.

Frauen sprechen nicht gerne darüber, aber viele tun es, wie eine aktuelle Umfrage bei gutausgebildeten Amerikanerinnen ergab: Die Hälfte von 164 Befragten gab an, am Arbeitsplatz mit sexuellen Reizen – hochgerutschten Jupes, freizügigen Ausschnitten, Wisperstimmen oder Rehblicken – zu spielen, um auf sich aufmerksam zu machen. Andere verschickten anzügliche Mails an den Vorgesetzten oder streuten gezielt Urlaubsfotos, die sie in knapper Bekleidung präsentierten. Wie steht es also mit sexuellen Aktionen als Karrierebeschleuniger? Die Antworten auf diese Frage sind verklausuliert und könnten frei übersetzt so lauten: Wenn sie der Laufbahn dienen – unbedingt. Sex sei schliesslich Macht, sagt eine der Frauen. Als Mittel zum schnellen Aufstieg lohne er sich aber nur, wenn der Verhandlungsausgang unmittelbar bevorstehe. Langdauernde Affären seien zu vermeiden, schnell müsse es wieder um Inhalte gehen und jede weitere Anzüglichkeit sei zu vermeiden.

Sind solche Frauen Verräterinnen am Feminismus, der erfolglose Geschlechtsgenossinnen am liebsten als Opfer patriarchalischer Strukturen sieht und die Gleichheit der Schwestern als höchstes Gut betrachtet? Der Feminismus basiere auf der Solidarität zwischen Frauen und wer aus der Reihe tanze – indem man erfolgreicher sei als andere oder sich nicht regelkonform verhalte –, mache sich unbeliebt, sagt die deutsche Sozialwissenschaftlerin Ulrike Ley. So behauptete die Frauenrechtlerin Alison Wolf in einem vieldiskutierten Essay, das vor einem Jahr im renommierten amerikanischen Politmagazin Prospect erschien: «Karrieristinnen sind die Totengräberinnen des Feminismus.» Wieso? «Früher litten alle Frauen unter ähnlichen Missständen. Heute klettern einige unbekümmert die Karriereleiter hoch und tun so, als gäbe es keine Diskriminierung mehr.» So gesehen sind die erfolgreichen Ausnahmen ein Affront für all jene, die sich nett, fleissig und körperlos allein über ihre Leistungen definieren und den Sprung nach oben doch nicht schaffen.

Von der lähmenden Solidarität unter Schwestern hält Harriet Rubin nichts. In ihrem umstrittenen Bestseller «Machiavelli für Frauen» bemängelt die Amerikanerin: «Frauen wissen, dass sie Macht wollen, kennen aber die Taktiken nicht, die zum Ziel führen.» In ihrem postfeministischen Buch rät sie, was bereits Niccolò Machiavelli Furcht und Ehre einbrachte: Moralvorstellungen sofort über Bord werfen, wenn die eigenen Interessen gefährdet sind. Grausamkeit kurz und heftig ausleben. Eigene Bereiche nicht nur verteidigen, sondern vergrössern. Die Bereitschaft, weibliche Vorteile auszuschlachten: Nicht erst seit deutsche SP-Frauen halbnackt für einen Wahlkalender posierten und sich die damalige CSU-Politikerin Gabriele Pauli – nach ihren erfolgreichen Attacken auf Edmund Stoiber – als Domina für ein Lifestyleheft inszenierte, gilt diese Gratwanderung als schwierig. Trotzdem sieht man mittlerweile auch in feministischen Kreisen ein, dass ehrgeizige Frauen neue Strategien anwenden dürfen, ohne dass ihnen Intelligenz und Professionalität abgesprochen werden. Wer das System unterlaufen wolle, müsse seine Strukturen genau kennen, heisst es sogar bei einem Schweizer Gleichstellungsbüro.

Machtspiele sind keine weibliche Stärke
Jens Weidner, Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, führt deshalb Weiterbildungen für Berufsfrauen durch, die «auch bereit sind, über schlechte Taten und ebensolche Charakterzüge zu sprechen, und erkannt haben, dass Wut eine Chance sein kann». Vor zehn Jahren hätten sich kaum Interessierte gemeldet. Das Anforderungsprofil entsprach nicht dem weiblichen Selbstbild: «Frauen fanden es moralisch irritierend, sich mit Feindbildanalysen und raffinierten Manövern zu befassen.» Heute seien seine Kurse am Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) ausgebucht, sagt der Kriminologe und Aggressionswissenschaftler. Seine Schülerinnen erweisen sich als sehr lernfähig: «Haben sie erkannt, wie viel Spass es machen kann, die Konkurrenz auszuschalten, gibt es meist kein Halten mehr.» Psychologisch seien Frauen zwar talentierter als Männer, aber das Durchschauen und Antizipieren von beruflichen Machtspielen gehöre nicht unbedingt zu den weiblichen Stärken: «Viele Frauen betrachten dies noch immer als reine Zeitverschwendung und stellen sich auf den Standpunkt, solche Spiele seien ihnen zu dumm.»

Das lässt auch ein Blick in die Statistiken erahnen: 85 Prozent aller Führungsjobs sind in der Schweiz männlich besetzt. Obwohl seit Jahren mehr junge Gymnasiastinnen die Matura bestehen als ihre Kollegen, gibt es in der Schweiz doppelt so viele Männer in sogenannten «Berufen mit hohen Qualitätsanforderungen». Wieso? Jedes Jahr brechen Tausende von Studentinnen ihr Studium ab, und von jenen Frauen, die Hochschule, Universität oder eine höhere Bildung beenden, arbeiten laut Bundesamt für Statistik später nur die Hälfte als Akademikerinnen oder in Kaderpositionen. Dabei sind die Karrierevoraussetzungen für Frauen in der Schweiz gut: Ihr Bildungsniveau war nie besser als heute, und im Bereich der Gleichstellungsbüros gehört die Schweiz zu den europäischen Spitzenreiterinnen. Aber an der kümmerlichen Erfolgsbilanz ändert sich seit Jahren wenig. Als Gründe für den Missstand werden gerne das mangelnde Betreuungsangebot für Kinder und grosse Lohnunterschiede angeführt, die den Mann automatisch zum Ernährer der Familie machten. Aber es gibt auch andere Erklärungen für das schleppende Vorankommen der Berufsfrauen.

Rita Baechler-Barth war Anfang der neunziger Jahre eine der ersten Headhunterinnen der Schweiz. Man darf die Selfmade-Frau als Feministin der frühen Stunde bezeichnen. Sünneli-Broschen, Kampfparolen: Hat sie alles mitgemacht. Heute ist die Geschäftsfrau eine elegante Erscheinung mit neuen Einsichten. Bei der Vermittlung von Topstellen in der Wirtschaft komme es heute häufig vor, dass der ambitionierte Anforderungskatalog mit dem Schlussvermerk ergänzt ist: Es darf auch eine Frau sein. «Das Problem ist, eine solche Frau zu finden», sagt Baechler-Barth. Dass ein grosser Anteil an Akademikerinnen in zweitrangigen Berufen arbeiten und Tausende von Studentinnen vor dem Zwischendiplom aufgeben, erstaunt die 60-Jährige nicht. «Die jüngeren Frauen wurden im Bewusstsein erzogen, alles mühelos erreichen zu können. In Wettbewerbssituationen reagieren viele erstaunlich schwächlich.» Andere, die über beste Ausbildungen und Diplome verfügten – immerhin ein paar hunderttausend in der Schweiz –, konzentrieren sich ausschliesslich auf ihre fachlichen Qualitäten. «Der Karrierekiller schlechthin», findet Baechler-Barth.

Die 44-jährige Professorin und Geschäftsfrau Jutta Franke setzt auf das Gegenteil von nonverbalen Aktionen. Sie ist nach eigenen Angaben als höflich und eher zurückhaltend bekannt. Doch Franke explodiert in Konferenzen gelegentlich gezielt. «Die Kollegen sind jeweils ein wenig verstört, ändern ihr Verhalten aber sofort.» Eine professionelle Analyse ihrer Umgebung brachte ihr jüngst neue Erkenntnisse: «Am mühsamsten sind nicht jene Gegner, die im Wettbewerb um Positionen erbarmungslos an die Limiten gehen. Sondern jene, die ihre Kapazitäten voll ausgeschöpft haben und andere aus Frustration behindern», sagt Franke. «Ich sah ein, dass ich die Vorstellungen von Fairness neu überdenken muss und meine Werte dennoch im Blick behalten kann.» Über laufende Angriffe will sie nur so viel verraten: Auf schwache, weil untergeordnete Mitarbeiter nehme sie keine Rücksicht mehr.

Konkreter äussert sich Cécile Buchmann: «Ein Foul, egal von wem, quittiere ich immer mit einem doppelten Foul. Alles andere wäre ein Freipass, um schlecht behandelt zu werden.» Illoyale Kollegen oder solche, die ihre Autorität torpedieren, hasst sie besonders. «Bei denen suche ich kleine Fehler, die ich vor versammelter Runde zu einem Problem mache, was die folgende Abreibung verständlich macht und meine Position natürlich stärkt.» Machtmissbrauch? «Nein», findet auch Jutta Franke, «Spass am Wettbewerb.»

Gleichstellungsbüro als Sprungbrett
Hat man keine Lust auf solche Kämpfe oder fehlt es an kreativen Ideen, um berufliche Ziele voranzutreiben, gibt es immer noch die vielen Gleichstellungsbüros und internen Kommissionen, die sich um die Chancengleichheit zwischen Mann und Frau bemühen. «Man muss sich einen kleinen Ruck geben, um vorstellig zu werden, aber dann können diese Institutionen Sprungbretter sein», sagt Greta Stark. Bei den Lohnverhandlungen versagt? Die Leistungen mittelprächtig? Unbeliebt? Je nach Auslegung kann es sich auch um Diskriminierung und Mobbing handeln. Beides wird in der Schweiz hart geahndet. Die objektive Abklärung ist manchmal schwierig, heisst es bei einem Gleichstellungsbüro.

In vielen Kantonen könnten doppelt so viele Fachleute beschäftigt werden, da die Klagen zahlreich und kompliziert seien. Von gezielten weiblichen Schwindelmanövern wisse man nichts, die Vorabklärungen seien zudem streng. Diffuse Anschuldigungen bei der Anstellungsdiskriminierung hätten selten Chancen auf weitere Behandlung, weil sich die Fakten nicht beweisen liessen, heisst es in Zürich. Beim Rest der Beanstandungen gilt: Sie stossen auf offene Ohren. Als eine Flight-Attendant ihren Arbeitgeber – vier Tage nach dem Stellenantritt – unterrichtete, sie sei im dritten Monat schwanger und für den Flugdienst untauglich, wurde ihr gekündigt. Sie hielt das für Diskriminierung und klagte. Das Transportunternehmen konnte seine Beteuerung, es sei ein Arbeitsersatz angeboten worden, nicht beweisen. Man einigte sich auf einen Vergleich. Ergebnis: Die Frau erhielt fünf Monatslöhne. Plus Schwangerschaftsgeld.
Die Art und Weise, wie sich unbeliebte Kollegen auf allen Hierarchiestufen verhalten, ist ebenfalls ein beliebtes Thema. «Bei unklarer Sachlage kann man sich aussergerichtlich einigen, da die Firmen Angst vor Imageschaden haben und nicht vor Gericht gehen wollen», sagt Greta Stark.

Das Mentoring, eine spezielle Form der Frauenförderung, geriet in Verruf, weil damit männliche Überlegenheit verbunden wurde. Marion Knaths schreibt, was ehrgeizige Kollegen schon lange begriffen haben: «Ein machtvoller Förderer ist der Lift nach oben.» Um den ranghöchsten Mann auf sich aufmerksam zu machen, gäbe es allerdings ein Problem, berichten Betroffene: andere talentierte Frauen, die als Schützlinge ebenfalls in Frage kommen wollen. «Viele ambitionierte Berufsfrauen sind emanzipiert und bringen es nicht fertig, sich dümmer zu stellen, als sie sind», erkannte die 35-jährige Delphine Weiss* bereits vor fünfzehn Jahren. Dabei ziehe die Unschuldsnummer gerade bei älteren Männern. Ein Verhältnis mit ihrem Professor – sie liess ihn fallen, als er sie heiraten wollte – verhalf der damaligen Kunststudentin zu einer Anstellung in einer renommierten Genfer Galerie. Drei Affären später – mit einem wichtigen Kurator und zwei grossen Sammlern – eröffnete sie einen eigenen Kunstraum in Paris. Sie verfüge heute über eine auserlesene Klientel, weil sie bestens vernetzt sei, stellt Weiss zufrieden fest.

Was hat es mit der Konkurrenz unter ambitionierten Frauen auf sich? Es gebe ein paar Regeln zu befolgen, findet Marion Knaths. Sitze eine weniger attraktive Kollegin in einer Geschäftsrunde, lobe man alles, was nicht völlig abwegig erscheine: schönes Kostüm, super Frisur, tolle Lippenstiftfarbe. «Signalisieren Sie: Du bist die Schönste hier.» Seit sie diesem Grundsatz Rechnung trage, arbeite sie hervorragend mit ihren Geschlechtsgenossinnen zusammen. Und der Mentorensuche steht auch nicht mehr viel im Weg. Der zweite Grundsatz im Umgang mit potenziellen Förderern laute: Die Leistungen des Schützlings müssen dem Mentor auch etwas bringen.

Diese Regel verinnerlichte Ljuba Manz vor vielen Jahren, wie sie der Schweizer Illustrierten erzählte. «Mein Geschäft war im Aufbau. Ich wusste, dass ich nur reüssieren werde, wenn ich die legendäre Hummerbar des ‹St. Gotthards› in Zürich beliefern kann», erinnerte sich die ehemalige Delikatessenhändlerin an den Grund für das erste Treffen mit Caspar E. Manz. Der mächtige Kopf der Schweizer Hoteldynastie Manz blieb nach dem Date mit der Russin mit einer Wagenladung Austern zum Dumpingpreis zurück sowie der bleibenden Erinnerung «an eine Dame, dieses zerbrechliche Wesen mit der Energie eines Mannes», wie er noch Jahre nach der Heirat schwärmte. Seine schöne und viel jüngere Frau gebar ihm Zwillingssöhne und widmete sich anschliessend erfolgreich den Geschäften. Das Hotelimperium vergrösserte sich unter ihrer Führung auf über zwanzig Häuser und 1600 Angestellte. «Natürlich stehe ich meiner Frau mit Rat und Tat zur Seite», meldete sich ihr Mentor und Ehemann vor einigen Jahren zu Wort: «Nur braucht sie den nicht mehr allzu oft.»


Quelle: www.weltwoche.ch

Sonntag, 9. Dezember 2007

Verstaatlichung der Erziehung

Kinderkrippen als Instrument des Gender Mainstreaming

Weil Gender Mainstreaming die globale und nationale Agenda mit oberster Priorität ist, kann das Problem des Familienzusammenbruchs, der sinkenden Geburtenrate und der massenhaften Tötung ungeborener Kinder nicht gelöst werden. Die von Staat und Medien betriebene moralische Zerrüttung des Volkes ist die Wurzel des Übels.


Leseprobe

Auszug aus „Verstaatlichung der Erziehung – auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen“

Welche Erziehungsziele hat der Staat?

Bei der Diskussion um staatliche Kindererziehung, die mit der Krippe beginnen soll, wird die „Professionalität“ der Betreuerinnen stillschweigend als Garant für eine rechte Kindererziehung gesehen. Aber was sind eigentlich die Ziele der staatlichen Erziehung in Krippen und Kindergärten? Es gibt keine „neutrale“ Erziehung, deren Güte am Grad der Qualifikation der Erzieher/innen zu messen wäre. Auch die Ausbildung der Erzieher/innen beruht auf Wertentscheidungen. Wir leben in einer post-christlichen, säkularen Kultur, die sich zunehmend mit heidnischer Spiritualität füllt. Im staatlichen Bildungssystem darf christlicher Glaube nicht mehr vermittelt werden. Vermittelt werden sollen „Werte“. Aber welche Werte?

Gender Mainstreaming: Leitlinie der Politik

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung heißt es: „Gleichstellungspolitik mittels der politischen Strategie des Gender Mainstreaming hat die Bundesregierung als durchgängiges Leitprinzip und Querschnittsaufgabe festgelegt. Damit reiht sich die Bundesregierung in die weltweiten Aktivitäten zur wirkungsvolleren Durchsetzung von Gleichstellungspolitik ein.“ www.bmbf.de/de/532.php
Federführend für die Umgestaltung der Gesellschaft nach den Prinzipien des Gender Mainstreaming ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Schaut man sich auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend um unter den Begriffen „Gleichstellung“, „Gender Mainstreaming“, „GenderkompetenzZentrum“, um herauszufinden, was eigentlich Ziel der Familienministerin ist, so entdeckt man unter scheinbar leeren Phrasen des Rätsels Lösung: Die Geschlechtsdifferenzierung von Mann und Frau und die Heterosexualität als Norm soll aufgehoben werden. Dazu wurde der Begriff „Gender“ erfunden. Diese neue Ideologie wird durch virtuose Beherrschung des politischen Apparats in gesellschaftliche Wirklichkeit verwandelt. Dies gelingt durch Unterlaufen der demokratischen Strukturen ohne jede öffentliche Debatte. Schaltstelle ist die „Interministerielle Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming (IMA GM), die dem Bundesfamilienministerium untersteht. Dort werden die Strategien erarbeitet, wie über „Gesetzesfolgenabschätzung“ und „Implementierung in die Arbeit der Bundesregierung“, durch „Gender Budgeting“, das heißt die Umlenkung der Staatsfinanzen, in Zusammenarbeit mit dem vom Familienministerium finanzierten „GenderkompetenzZentrum“ der geschlechtsvariable Mensch geschaffen wird.

Staatliche Anleitung zur Sexualisierung von Kleinkindern

Wie wird das Gender Mainstreaming konkret in Kindererziehung umgesetzt? Aufschluss geben die Schriften der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ (BZgA). Der Bereich Sexualaufklärung untersteht dem Familienministerium, der Rest dem Gesundheitsministerium. Die BZgA verteilt Aufklärungsschriften und Ratgeber millionenfach kostenlos im ganzen Land (über die Homepage mühelos zu bestellen). Der „Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3. Lebensjahr“ (Bestellnummer 13660100) ist eine detaillierte Anweisung zur Sexualisierung von Kleinkindern. Mütter und Väter zögern nämlich noch „von sich aus das Kind anzuregen, und äußern die Sorge, es könne ‚verdorben’ oder zu früh ‚aufgeklärt’ werden … Nach allem, was an Untersuchungen vorliegt, kann diese Sorge als überflüssig zurückgewiesen werden.“ „Das Notwendige [soll] mit dem Angenehmen verbunden [werden]“, „indem das Kind beim Saubermachen gekitzelt, gestreichelt, liebkost, an den verschiedensten Stellen geküsst wird.“ (S. 16) „Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch Benennung und zärtliche Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter) und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln.“ (S. 27) Kindliche Erkundungen der Genitalien Erwachsener können „manchmal Erregungsgefühle bei den Erwachsenen auslösen.“ (S. 27) „Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes, wenn es die Möglichkeit, sich selbst Lust und Befriedigung zu verschaffen, ausgiebig nutzt.“ (S. 25) Wenn Mädchen (1 – 3 Jahre!) dabei eher Gegenstände zur Hilfe nehmen, dann soll man das nicht „als Vorwand benutzen, um die Masturbation zu verhindern.“ (25) Der Ratgeber fände es „erfreulich, wenn auch Väter, Großmütter, Onkel oder Kinderfrauen einen Blick in diese Informationsschrift werfen würden und sich anregen ließen – fühlen Sie sich bitte alle angesprochen!“ (S. 13)
Im „Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualentwicklung vom 4. – 6. Lebensjahr“ (Bestell-Nr. 13660200) werden die Eltern darüber aufgeklärt, dass „Genitalspiele in diesem Alter Zeichen einer gut verlaufenden psychosexuellen Entwicklung sind“, dass Selbstbefriedigung unterstützt werden soll (S. 21) und alle anderen Formen von sexuellen Spielen, etwa „die Imitation des Geschlechtsaktes“ und „der Wunsch nach Rückzug in Heimlichkeit“.
Weiter geht’s im (Pflicht?)Kindergarten. Hier ein paar Kostproben aus dem Lieder- und Notenheft „Nase, Bauch und Po“ (Bestell-Nr. 13702000):
Wenn ich meinen Körper anschau und berühr, endeck ich immer mal, was alles an mir eigen ist …wir haben eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr, ja ja, dann kribbelt sie ganz fein.
„Nein“ kannst du sagen, „Ja“ kannst du sagen, „Halt“ kannst du sagen, Oder „Noch mal genau so“, „Das mag ich nicht“, „Das gefällt mir gut.“ „Oho, mach weiter so.“

Verhütungsunterricht

Vom Kindergarten in die Schule, nach Wunsch des Staates in die Ganztagsschule. Wenn die Pornographie noch nicht zu Hause zur Familienunterhaltung gehört hat, dann zeigen sich die Kinder entsprechende Videoclips auf dem Handy. Mit 9 Jahren beginnt der Verhütungsunterricht, genannt Sexualkunde, weil sie nun ins Alter kommen, wo die niedlichen Kinderspiele eine höchst unerwünschte Folge haben können: Schwangerschaft. Wie in Ingolstadt geschehen, fährt man die lieben Kinder in Bussen zu Aufklärungsveranstaltungen, wo sie üben, Kondome über Plastikpenisse zu ziehen, um sich so für den „Kondomführerschein“ zu qualifizieren.

Homosexualisierung im Unterricht

Ab zehn Jahren setzen in den Schulen die Werbungs- und Schulungsmaßnahmen zur Homosexualität (lesbisch, schwul, bi und trans) ein, noch nicht überall so krass wie in Berlin, Hamburg und München, aber mit einheitlicher Ausrichtung. Eine „Handreichung für weiterführende Schulen“ des Senats von Berlin zum Thema „Lesbische und schwule Lebensweisen“ ist eine ausgefeilte Anleitung zur Homosexualisierung der Schüler, auszuführen in „Biologie, Deutsch, Englisch, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Latein, Psychologie“. Infomaterial, Vernetzung mit der örtlichen Homoszene, Einladung an Vertreter/innen von Lesben und Schwulenprojekten in den Unterricht, Filmveranstaltungen und Studientage zum Thema sollen angeboten und durchgeführt werden. Im Unterricht sollen Rollenspiele stattfinden, etwa:
Du sitzt an der Theke einer Schwulenbar und könntest heute eigentlich einen hübschen Mann in deinem Bett gebrauchen. Ein Neuer betritt den Raum, den du eigentlich ganz schnucklig findest. Wie ergreifst du deine Chance?
Du bist Peter, 29 Jahre. Du willst mit deinem Freund Kemal eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Heute wollt ihr es seiner Mutter erzählen.
Du bist Evelyn Meier, 19 Jahre. Du willst mit deiner Freundin Katrin eine Eingetragene Lebenspartnerschaft schließen. Heute geht ihr zu der evangelischen Pfarrerin, Frau Schulz, weil ihr gerne auch kirchlich heiraten wollt.

Kein Schutz der Verfassungsrechte durch die Gerichte

Ist die Anleitung von Eltern und Erziehern zur sexuellen Stimulation von Kindern durch Schriften der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verfassungskonform? Ist die Verführung der Kinder und Jugendlichen innerhalb des Schulunterrichts zur Homosexualität und Bisexualität und Transsexualität gesetzeskonform? Was hier geschieht, hat mit Freiheit, Toleranz und Antidiskriminierung gar nichts zu tun, sondern es handelt sich um staatlich organisierte sexuelle Verführung von Kindern und Jugendlichen. Moral und Ethik nicht nur des Christentum, sondern aller Religionen, schützen den Menschen davor, sich der eigenen Triebhaftigkeit zu unterwerfen, weil dies den Menschen, die Familie und die Gesellschaft zerstört.

Weg in den Totalitarismus

Sind die sechzig Prozent Taufscheinchristen mit der Zwangssexualisierung durch Staat und Medien einverstanden? Sind es die Kirchen? Sind es die Muslime? Ist es denn die Mehrheit der Eltern ohne religiöse Bindung? Gewiss nicht, aber das große Schweigen liegt über dem Land – Merkmal eines prä-totalitären Zustandes der Gesellschaft.
Das ist so schwer zu erkennen, weil die Diktatoren keine Kontur haben. Lauter kleine und größere Rädchen, die aber durch einen einheitlichen Willen geeint sind. In dieser Phase der Vorbereitung des Totalitarismus geht es nicht um die Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen, sondern um das Gewähren grenzenloser Triebbefriedigung als Vehikel zu einem politischen Ziel. Diesen breiten Weg in die Diktatur hat Platon in „Der Staat“ beschrieben. Ein moralisch verwahrloster Mensch kann vom Staat, der ihn dazu verführt, später zu allem gebraucht und missbraucht werden. Er hat keine Kraft und kein Interesse, etwas anderes zu verteidigen, als die Möglichkeiten seiner eigenen Befriedigung.
Gender Mainstreaming ist die Strategie der UN, der EU und der Einzelstaaten, Deutschland an vorderster Front. Die Bevölkerung weiß nichts davon, nicht einmal die intellektuelle Elite akademisch gebildeter Zeitungsleser. In den Medien hört man nur das Herrjemine über die Folgen: Die Leistungen der Kinder fallen ab, sie werden lernresistent, ständiger Krawall im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof, Gewalt unter Schülern, Gewalt gegen Lehrer, sexuelle Gewalt unter Minderjährigen. Ach ja, und die Geburtenrate …
Weil Gender Mainstreaming die globale Agenda mit oberster Priorität ist, kann das Problem des Familienzusammenbruchs und der sinkenden Geburtenrate nicht gelöst werden. Es soll offenbar nicht gelöst werden. Fragt sich nur, wer hier eigentlich die Musik spielt, nach der die Politiker tanzen. Die gewollte moralische Verwahrlosung des Volkes ist die Wurzel des Übels. Deswegen ist die einzige Lösung die Umkehr, die Umkehr zu Gott, die Umkehr zu den Geboten Gottes.