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Freitag, 10. Juni 2011

Das Federal Reserve System

Das Kartell der Federal Reserve: die Acht Familien

Dean Henderson

Die Vier apokalyptischen Reiter des Bankenwesens (Bank of Amerika, JP Morgan Chase, Citigroup und Wells Fargo) besitzen die Vier Reiter des Erdöls (Exxon Mobil, Royal Dutch/Shell, BP und Chevron Texaco) zusammen mit der Deutschen Bank, BNP, Barclays und anderen europäischen traditionellen Finanzgiganten. Aber ihre monopolartige Macht endet nicht beim Erdöl.

Aus den Firmenberichten gemäß 10-K [eine Bestimmung der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC), nach der Aktienunternehmen ausführliche Jahresberichte abgeben müssen] an die SEC geht hervor, dass die Vier Reiter des Bankenwesen zu den führenden zehn Aktionären praktisch aller Unternehmen zählen, die in der jährlichen Auflistung der 500 führenden amerikanischen Unternehmen im Magazin Fortune aufgeführt sind. (1)

Wer aber sind die Hauptaktionäre in diesen Großbanken?

Diese Informationen werden bestens gehütet. Meine Nachfrage bei Bankenaufsichtsbehörden nach den Eigentümern der 25 führenden amerikanischen Großbanken wurden zunächst aufgrund des »Gesetzes zur Informationsfreiheit« (FOIA) genehmigt, eine Beantwortung aber dann aus Gründen der »nationalen Sicherheit« abgelehnt. Das birgt eine gewisse Ironie, da viele der Großaktionäre der Bank in Europa zu Hause sind.

Eine wichtige »Deponie« für den Reichtum der weltweiten Oligarchie, der diese Bankholdings gehören, ist das Unternehmen US Trust Corp. – gegründet 1853, das heute zur Bank of America gehört. Vor Kurzem gehörte Walter Rothschild als Direktor und Ehrentreuhänder dem Vorstand an. Andere Direktoren waren oder sind Daniel Davison von JP Morgan Chase, Richard Tucker von Exxon Mobile, Daniel Roberts von der Citigroup und Marshall Schwatz von Morgan Stanley. (2)

J.W. McAllister, ein Kenner der Erdölindustrie mit Verbindungen zum Hause Saud, schrieb in The Grim Reaper, nach Informationen, die er von einem saudischen Banker erhalten habe, gehörten 80 Prozent der New Yorker Federal Reserve Bank, der bei Weitem einflussreichsten der zwölf regionalen Federal-Reserve-Banken, nur acht Familien, von denen vier in den USA lebten. Dabei handelte es sich um Goldman Sachs, Rockefeller, Lehman und Kuhn Loeb aus New York, die Rothschilds aus Paris und London, die Warburgs aus Hamburg, die Lazards aus Paris und Israel Moses Seif aus Rom.

Der Wirtschaftsprüfer Thomas D. Schauf bestätigt McAllister Behauptungen und fügt hinzu, zehn Banken kontrollierten alle zwölf Federal-Reserve-Regionalbanken. Er nannte N. M. Rothschild aus London, die Bank Rothschild aus Berlin, das Hamburger Bankhaus Warburg, das Amsterdamer Bankhaus Warburg, die Bankhäuser Lehman Brothers aus New York und Paris, die Bank Kuhn Loeb aus New York, das Bankhaus Israel Moses Seif aus Italien, die Bank Goldman Sachs aus New York und die Bank JP Morgan Chase ebenfalls aus New York. Schauf nennt William Rockefeller, Jacob Schiff und James Stillman als Einzelpersonen, die erhebliche Anteile an der Federal Reserve besitzen. (3) Die Schiffs sind Anteilseigner bei Kuhn Loeb und die Stillmans, die um die Wende zum 20. Jahrhundert in die Familie Rockefeller einheirateten, bei der Citigroup.

Eustace Mullins kommt in seinem Buch Die Geheimnisse der Federal Reserve, in dem er Tabellen vorlegt, die die Federal Reserve (Fed) und ihre Regionalbanken mit den Familien Rothschild, Warburg, Rockefeller und den anderen in Beziehung setzen, zu dem gleichen Schluss. (4)

Die Kontrolle, die diese Bankenfamilien über die Weltwirtschaft ausüben, kann kaum unterschätzt werden und wird absichtlich geheimgehalten. Die mit ihnen verbundenen Medien stehen schnell bereit, jede Information, die dieses private Bankenkartell enthüllt, als »Verschwörungstheorie« zu brandmarken. Dennoch ist es eine Tatsache.

Die Bankiersdynastie Morgan
Die Federal Reserve Bank wurde 1913 gegründet. Im gleichen Jahr starb der amerikanische Bankierssprössling John Pierpont Morgan und die Rockefeller-Stiftung wurde ins Leben gerufen. Die Familie Morgan kontrollierte die amerikanische Finanzwelt von dem Eckhaus 23 Wall Street/Broad Street (genannt »The Corner«) aus und agierte seit 1838, als George Peabody zusammen mit Junius Spencer Morgan die Bank George Peabody & Company gründete, aus der mit einigen Zwischenschritten 1885 das Bankhaus J.P. Morgan & Company wurde, praktisch als inoffizielle amerikanische Zentralbank.

Peabody war Geschäftspartner der Rothschilds. 1952 vermutete der Fed-Experte Eustace Mullins, die Morgans seien nicht mehr als Agenten der Rotschilds. Er schrieb, die Rothschilds zögen es vor, »in den USA weitgehend anonym hinter der Fassade von J.P. Morgan & Company tätig zu werden« (5). Und der Autor Gabriel Kolko erklärte: »Morgans Geschäfte 1895 bis 1896 – der Verkauf amerikanischer Goldanleihen in Europa – gingen auf eine Allianz mit dem Haus Rothschild zurück.« (6)

Der Finanzkrake Morgan schlang seine Tentakel rasch um den ganzen Globus. Morgan Grenfell agierte in London, Morgan et Ce herrschten in Paris, und die Rothschild-Cousins Lambert gründeten die Bank Drexel & Company in Philadelphia.

Die Morgan-Dynastie trieb Geschäfte mit den Astors, DuPonts, Guggenheims, Vanderbilts und Rockefellers. Sie übernahm die Anschubfinanzierung für AT&T, General Motors, General Electric und Du Pont. Wie die Londoner Bankhäuser Rotschild und Baring wurde auch das Bankhaus Morgan in vielen Ländern Teil der Machtstrukturen.

Um 1890 vergab Morgan Kredite an die ägyptische Zentralbank, finanzierte russische Eisenbahnen, brachte Anleihen brasilianischer Provinzregierungen auf den Markt und finanzierte staatliche Bauvorhaben in Argentinien. Eine Rezession im Jahre 1893 vergrößerte den Einfluss Morgans noch weiter. In jenem Jahr rettete Morgan die amerikanische Regierung vor einer Bankenpanik, indem es ein Syndikat bildete, um die Reserven der Regierung mit einer Goldlieferung im Wert von 63 Millionen Dollar des Hauses Rotschild aufzustocken. (7)

Morgan war die treibende Kraft hinter der Erschließung des amerikanischen Westens und finanzierte und kontrollierte nach Westen verlaufende Eisenbahnstrecken über Stimmbindungs-Treuhandgesellschaften (das heißt die Stimmrechte der Aktionäre werden auf einen Treuhänder übertragen). 1879 räumte die von Morgan finanzierte Eisenbahngesellschaft Central Railroad aus New York, die Cornelius Vanderbilt gehörte, dem Standard-Oil-Monopol John D. Rockefellers Sondertarife ein und festigte damit die enge Verbindung zwischen Rockefeller und Morgan.

Später geriet Morgan immer mehr unter die Kontrolle der Familien Rothschild und Rockefeller. In einer Schlagzeile des New York Herald hieß es dazu: »Eisenbahnkönige bilden gigantischen Konzern«. Und J. Piepont Morgan, der zuvor Wettbewerb als »Sünde« bezeichnet hatte, erklärte nun fröhlich: »Bedenken Sie nur. Der gesamte konkurrierende Eisenbahnverkehr westlich von St. Louis befindet sich nun in der Hand von etwa 30 Männern.« (8) Morgan und die Bank Kuhn Loeb, deren Kunde Edward Harriman war, besaßen ein Monopol über die Eisenbahngesellschaften, während die Bankendynastien Lehman, Goldman Sachs und Lazard sich Rockefellers Kontrolle der amerikanischen Industriebasis anschlossen. (9)

Die Vermögensgesellschaft Banker’s Trust wurde 1903 von diesen Acht Familien gegründet. Benjamin Strong von Banker’s Trust war der erste Gouverneur der New Yorker Federal Reserve. Mit der Errichtung der Federal Reserve 1913 fusionierte die Macht der Acht Familien praktisch mit der militärischen und diplomatischen Macht der amerikanischen Regierung. Gerieten säumige Zahler aus Übersee mit ihren Kreditraten in Rückstand, konnten die Oligarchen nun auf Marineinfanteristen vertrauen, die für die Bezahlung der Schulden sorgten. Morgan, Chase und Citibank bildeten ein einträgliches internationales Kreditsyndikat.

Die Morgans standen sich auch gut mit der britischen Königsfamilie der Windsors und dem italienischen Königshaus Savoyen. Die Kuhn Loebs, die Warburgs, Lehmans, Lazards, die Bank Israel Moses Seif und Goldman Sachs verfügten ebenfalls über gute Beziehungen zu europäischen Königshäusern. Ab 1895 kontrollierte Morgan den Goldfluss in die und aus den USA heraus. Die erste amerikanische Fusionswelle zeichnete sich ab und wurde von den Bankern vorangetrieben. Bereits 1897 erfolgten 69 Firmenzusammenschlüsse im Industriebereich. 1899 stiegen sie sogar auf 1.200 Fusionen an. 1904 erklärte John Moody, der Gründer von Moody’s Investor Services, es sei unmöglich, zwischen Interessen Morgans und Rockefellers zu unterscheiden. (10)

In der Öffentlickeit sank das Vertrauen in dieses Kartell. Man bezeichnete sie als Verräter und warf ihnen vor, für die alten europäischen Finanzinteressen tätig zu sein. Rockefellers Standard Oil, Andrew Carnegies US Steel und Edward Harrimans Eisenbahngesellschaften wurden alle vom Bankier Jacob Schiff vom Bankhaus Kuhn Loeb finanziert, der eng mit den europäischen Rothschilds zusammenarbeitete. In verschiedenen Bundesstaaten des Westens wurden die Banker verboten. Der bekannte Prediger William Jennings Bryan wurde zwischen 1896 und 1908 dreimal zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten nominiert. Zentraler Bestandteil seiner antiimperialistischen Kampagne war die Sorge, Amerika werde in die Falle einer »knechtischen Abhängigkeit von britischen Kapital« geraten. Teddy Roosevelt konnte sich 1908 zwar gegenüber Bryan durchsetzen, aber diese sich rasch ausbreitende populistische Stimmung zwang ihn dazu, das Sherman-Anti-Trust-Gesetz verstärkt anzuwenden. Vor allem wandte er sich gegen den Standard-Oil- Trust.

Im Jahr 1912 hielt der Pujo-Ausschuss, so genannt nach seinem Vorsitzenden, dem Abgeordneten Arsène Pujo aus Louisiana, seine Anhörungen zur Machtkonzentration an der Wall Street ab. Im gleichen Jahr verkaufte Frau Edward Harriman ihre erheblichen Anteile an der Bank Guaranty Trust aus New York an J.P. Morgan, was zur Bildung des Morgan Guaranty Trust führte. Richter Louis Brandeis vom Obersten Gerichtshof überzeugte Präsident Woodrow Wilson, die Praxis zu verbieten, dass einzelne Personen Vorstandsposten in mehreren konkurrierenden Unternehmen innehatten. 1914 wurde dann das Clayton-Anti-Trust-Gesetz verabschiedet.

Jack Morgan, der Sohn von J. Pierpont Morgan und auch dessen Nachfolger, reagierte darauf mit der an die Morgan-Kunden Remington und Winchester gerichteten Aufforderung, mehr Waffen zu produzieren, da, wie er argumentierte, die USA in den Ersten Weltkrieg eintreten müssten. Auf Druck der Carnegie-Stiftung und anderer oligarchischen Frontorganisationen gab Wilson nach. Charles Tansill schrieb in seinem Buch Amerika zieht in den Krieg: »Noch vor den ersten Kampfhandlungen schlug das französische Unternehmen Rotschild Freres gegenüber Morgan & Company in New York in einem Kabel vor, eine Anleihe in Höhe von 100 Millionen Dollar aufzulegen. Ein wesentlicher Teil des Geldes sollte gleich in den USA verbleiben, um den Ankauf amerikanischer [Rüstungs-] Güter durch Frankreich zu finanzieren.«

Die Morgans finanzierten die Hälfte der amerikanischen Kriegsbemühungen und erhielten zugleich Provisionen für die Vergabe von Aufträgen an Vertragspartner wie GE, DuPont, US Steel, Kennecott und ASARCO, die alle Kunden von Morgan waren. Morgan finanzierte auch den britischen Burenkrieg in Südafrika und den französisch-preußischen Krieg. Die Friedenskonferenz in Paris 1919, die die Wiederaufbaubemühungen beider Seiten, der Deutschen wie der Alliierten, festlegte, wurde maßgeblich von Morgan beeinflusst. (11)

In den 1930er-Jahren wurde die öffentliche Stimmung in Amerika wieder angeheizt, nachdem Goldman Sachs, das Bankhaus Lehman und andere massiv von dem Wirtschaftscrash 1929 profitiert hatten. (12) Der Vorsitzende des Bankenausschusses des Abgeordnetenhauses, Louis McFadden, ein Demokrat aus New York, sagte über die Große Depression: »Das war kein Zufall, sondern ein sorgfältig manipuliertes Ereignis … Die internationalen Bankiers wollten eine Stimmung der Verzweiflung schüren, sodass sie uns alle beherrschen könnten.«

Senator Gerald Nye aus Norddakota führte 1936 eine Untersuchung der Rüstungsindustrie durch. Er kam zu dem Schluss, Morgan habe die USA in den Krieg getrieben, um Kredite zu sichern und der Rüstungsindustrie zu einem Boom zu verhelfen. Später veröffentlichte er eine Schrift mit dem Titel Der kommende Krieg, in der er sich zynisch auf die »alte Gottheit der demokratischen List« bezog, mit der Japan dazu benutzt werden könnte, die USA in den Zweiten Weltkrieg hineinzuziehen.

1937 warnte Innenminister Harold Ickes vor dem dominierenden Einfluss der »60 Familien Amerikas«. Der Historiker Ferdinand Lundberg verfasste später ein Buch mit genau dem gleichen Titel. Der Richter am Obersten Gerichtshof der USA, William O. Douglas, erklärte, Morgan übe »heutzutage den schädlichsten Einfluss auf Industrie und Finanzwelt« aus.

Jack Morgan reagierte damit, die USA in Richtung Einstieg in den Zweiten Weltkrieg zu drängen. Er verfügte über enge Beziehungen zu den Familien Iwasaki und Dan – zwei der reichsten japanischen Familienclans –, denen Mitsiuishi und Mitsui praktisch seit den Gründungen dieser Unternehmen während des Shogunats des 17. Jahrhunderts gehören. Als Japan in die Mandschurei einmarschierte und chinesische Bauern in Nanking abschlachtete, spielte Morgan den Zwischenfall herunter. Morgan unterhielt ebenfalls enge Beziehungen zum italienischen Faschisten Benito Mussolini, und der deutsche Nazi-Bankier Dr. Hjalmar Schacht war während des Zweiten Weltkriegs Verbindungsmann zur Bank Morgan. Nach dem Krieg trafen sich Vertreter der Bank mit Schacht in der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im schweizerischen Basel. (13)

Der Rockefeller-Clan
Die BIZ ist die mächtigste Bank der Welt, eine weltweite Zentralbank der Acht Familien, die die privaten Zentralbanken praktisch aller westlichen Länder und der Entwicklungsländer kontrollieren. Der erste Präsident der BIZ war der Rockefeller-Bankier Gates McGarrah, der für die Chase Manhattan und die Federal Reserve tätig war. McGarrah war der Großvater des früheren CIA-Direktors Richard Helms. Die Rockefellers wie auch die Morgans unterhielten enge Verbindungen nach London. David Icke schreibt in seinem Buch Children of the Matrix, die Rockefellers und Morgans seien lediglich »Handlanger« der europäischen Rothschilds. (14)

Die BIZ gehört der Federal Reserve, der Bank von England, der Bank von Italien, der Bank von Kanada, der Schweizer Nationalbank, der Nederlandsche Bank, der Deutschen Bundesbank und der Bank von Frankreich.

Der Historiker Caroll Quigley schrieb in seinem ausführlichen Werk Katastrophe und Hoffnung. Eine Geschichte der Welt in unserer Zeit, die BIZ sei Teil eine Planes, »ein weltweites System der Finanzkontrolle durch Privatpersonen, mit dessen Hilfe man in der Lage wäre, das politische System eines jeden Landes und die Wirtschaft der Welt als Ganze zu beherrschen und auf feudalistische Weise durch die weltweiten Zentralbanken zu kontrollieren, die auf der Grundlage geheimer Absprachen konzertiert vorgehen« aufzubauen.

Die amerikanische Regierung stand der BIZ historisch misstrauisch gegenüber und setzte sich auf der Bretton-Woods-Konferenz nach dem Zweiten Weltkrieg erfolglos für deren Abschaffung ein. Stattdessen wurde die Macht der Acht Familien mit dem Aufbau des IWF und der Weltbank in Bretton Woods noch gestärkt. Erst im September 1994 übernahm die amerikanische Federal Reserve Anteile der BIZ. (15)

Die BIZ hält mindestens zehn Prozent der Geldreserven von mindestens 80 Zentralbanken, des IWF und anderer multilateraler Institutionen. Sie dient als Finanzbevollmächtigte bei internationalen Vereinbarungen, sammelt Informationen über die Weltwirtschaft und dient als Kreditgeber der letzten Instanz, um einen weltweiten Finanzzusammenbruch zu verhindern.

Die BIZ setzt sich für einen monopolistischen kapitalistischen Faschismus ein. In den 1990er-Jahren vergab die BIZ einen Überbrückungskredit an Ungarn, um die Privatisierung der Volkswirtschaft des Landes sicherzustellen. Die Bank diente den Acht Familien als Kanal für die finanzielle Unterstützung Adolf Hitlers, die von J. Henry Schroeder von der Bank Warburg und dem Bankhaus Mendelsohn aus Amsterdam führend vorangetrieben worden war. Viele Experten sind sich sicher, dass die BIZ im Zentrum der weltweiten Geldwäsche von Drogengeldern steht. (16)

Es ist keineswegs ein Zufall, dass die BIZ ihren Sitz in der Schweiz hat, ein bevorzugtes Versteck für die Gelder der weltweiten Aristokratie und auch Sitz der Schweizerischen Großloge Alpina, die mit der italienischen P-2 zusammenhängt, und der Nazi-Internationale. Zu anderen Institutionen, die von den Acht Familien kontrolliert werden, gehören das Weltwirtschafts-Forum, die International Monetary Conference und die Welthandelsorganisation WTO.

Bretton Woods war für die Acht Familien ein wahrer Segen. Der IWF und die Weltbank stehen im Zentrum dieser »neuen Weltordnung«. 1944 wurden die ersten Weltbank-Anleihen von Morgan Stanley und der Bank First Boston aufgelegt. Die französische Familie Lazard wurde immer stärker in die Interessen der Morgans eingebunden. Die größte französische Investmentbank Lazard Freres gehört den Familien Lazard und David-Weill, Nachkömmlinge alter Genueser Bankenfamilien, die von Michelle Davive repräsentiert werden. Bis vor Kurzem war Sanford Weill Vorsitzender und Vorstandschef der Citigroup.

1968 startete Morgan Guaranty Euro-Clear, eine Clearingstelle für Euro-Dollar-Wertpapiere mit Sitz in Brüssel. Es war das erste automatisierte Unternehmen dieser Art. Einige bezeichneten Euro-Clear als »das Biest«. Brüssel ist auch das Hauptquartier der neuen Europäischen Zentralbank und der NATO. 1973 trafen sich Vertreter von Morgan insgeheim auf den Bermudas, um die alte Morgan-Dynastie wieder aufleben zu lassen – 20 Jahre vor Aufhebung des Glass-Steagal-Gesetzes. Morgan und die Rockefellers stellten die finanzielle Rückendeckung für Meryll Lynch und ließen sie so in den Kreis der Großen Fünf der amerikanischen Investmentbanken aufsteigen. Heute gehört Merill zur Bank of Amerika.

John D. Rockefeller benutzte seinen Reichtum aus dem Erdölgeschäft dazu, die Bank Equitable Trust zu erwerben, die in den 1920er-Jahren verschiedene Großbanken und Unternehmen geschluckt hatte. Die Große Depression trug dazu bei, Rockefellers Macht zu festigen. Seine Bank Chase fusionierte mit der Bank Manhattan von Kuhn Loeb zur Chase Manhattan und zementierte so eine lang anhaltende enge Beziehung der beiden Familien. Zusammen mit den Rothschilds hatte Kuhn Loeb Rockefellers Bestreben, der führende Erdölkonzern zu werden, finanziert. Die National City Bank von Cleveland stellte John D. die nötigen Gelder zur Verfügung, um seine Monopolisierung der amerikanischen Erdölindustrie durchzusetzen. In Anhörungen vor dem Kongress wurde diese Bank als eine der drei den Rothschilds gehörenden Banken in den USA während der 1870er-Jahre bezeichnet, als Rockefeller erstmalig als Standard Oil of Ohio in Erscheinung trat. (17)

Edward Harkness war einer der Geschäftspartner von Rockefellers Standard Oil. Seine Familie übernahm die Chemical Bank. Ein anderer Partner war James Stillman, dessen Familie die Bank Manufacturers Hanover Trust kontrollierte. Beide Banken schlossen sich später mit JP Morgan Chase zusammen. Zwei Töchter James Stillmans heirateten zwei Söhne William Rockefellers. Die beiden Familien besitzen erhebliche Anteile an der Citigroup. (18)

Auch in der Versicherungsbranche sind die Rockefellers aktiv. Sie kontrollieren Metropolitan Life, Equitable Life, Prudential und New York Life. Rockefeller-Banken kontrollieren 25 Prozent aller Vermögenswerte der 50 größten amerikanischen Handelsbanken und 30 Prozent aller Vermögenswerte der 50 größten Versicherungsunternehmen. (19) Gerade Versicherungsunternehmen – die erste amerikanische Versicherung, Modern Woodman’s of America, wurde von Freimaurern aufgebaut – spielen bei der Geldwäsche der Drogengelder auf den Bermudas eine zentrale Rolle.

Rockefeller kontrolliert Unternehmen wie Exxon Mobile, Chevron Texaco, BP Amoco, Marathon Oil, Freeport McMoran, Quaker Oats, ASARCO, United, Delta, Northwest, ITT, International Harvester, Xerox, Boeing, Westinghouse, Hewlett-Packard, Honeywell, International Paper, Pfizer, Motorola, Monsanto, Union Carbide und General Foods.

Die Rockefeller-Stiftung unterhält enge finanzielle Verbindungen zur Ford- und Carnegie-Stiftung. Zu weiteren philanthropischen Einrichtungen der Familie zählen der Rockefeller Brothers Fund, das Rockefeller Institute for Medical Research, das General Education Board, die Rockefeller-Universität und die Universität von Chicago. Gerade letztere ist für die Vielzahl stark rechtsgerichteter Absolventen der Wirtschaftswissenschaften bekannt, die wie etwa Milton Friedman als Apologeten des internationalen Kapitals bekannt sind.

Der Familie gehören das Gebäude 30 Rockefeller Plaza, auf dem jedes Jahr traditionell der nationale Weihnachtsbaum errichtet wird, und das Rockefeller Center. David Rockefeller spielte eine wichtige Rolle beim Bau der beiden Türme des World Trade Center. Der Hauptwohnsitz der Familie ist ein massiger Komplex im Norden New Yorks, der als Pocantico Hills bekannt ist. Ihr gehören auch ein Zweifamilienhaus mit 32 Zimmern in der 5th Avenue in Manhattan, ein herrschaftlicher Wohnsitz in Washington D.C., die Monte-Sacro-Ranch in Venezuela, Kaffee-Plantagen in Ekuador, verschiedene Farmen in Brasilien, ein Anwesen in Seal Harbor im US-Bundesstaat Maine und Feriendomizile in der Karibik, Hawaii und Puerto Rico. (20)

Die Dulles-Familien und die Rockefeller-Familie sind Cousins. Allen Dulles gründete die CIA, unterstützte die Nazis, vertuschte die Hintergründe der Ermordung Kennedys durch seine Beteiligung am Warren-Ausschuss und traf Absprachen mit der Moslem-Bruderschaft, um gehirngewaschene Attentäter zu erzeugen. (21)

Allens Bruder John Forster Dulles stand vor dem Crash von 1929 an der Spitze des Goldman-Sachs-Trusts und half seinem Bruder, die Regierungen im Iran und Guatemala zu stürzen. Beide gehören Skull & Bones, dem Council on Foreign Relations (CFR) an und sind Hochgrad-Freimaurer des 32. Grades. (22)

Auch bei der Gründung des Club of Rome (mit seinem Credo der Bevölkerungsreduzierung) auf ihrem Familienanwesen im italienischen Bellagio spielten die Rockefellers eine wichtige Rolle. Und in ihrem Anwesen Pocantico Hill wurde die Trilaterale Kommission ins Leben gerufen. Die Familie gehört zu den wichtigen Geldgebern für die Eugenik-Bewegung, die Hitler, das Klonen von Menschen und die derzeitige in amerikanischen Wissenschaftskreisen vorherrschende Besessenheit in Bezug auf die DNS hervorbrachte.

Bis zu seinem Tod leitete John D. Rockefeller jun. den Population Council. (23) Sein Sohn, der seinen Namen trägt, ist ein Senator von Westvirginia. Sein Bruder Whinthorp war Vizegouverneur von Arkansas und ist auch weiterhin der einflussreichste Mann in diesem Bundesstaat. In einem Interview mit dem Playboy gab Vizepräsident Nelson Rockefeller, der auch Gouverneur von New York war, dem auf Bevormundung ausgerichteten Weltbild seiner Familie Ausdruck: »Ich bin ein großer Anhänger von Planung – wirtschaftlich, sozial, politisch, militärisch, totale weltumspannende Planung.«

Aber über den ganzen Rockefeller-Brüdern steht der Gründer der Trilateralen Kommission (TC) und Vorstandchef von Chase Manhattan, David Rockefeller, der die faschistischen Ziele der Familie weltweit vorantreibt. Er verteidigte den Schah von Persien, das südafrikanische Apartheid-Regime und die chilenische Junta unter Pinochet. Er gehört zu den größten Geldgebern des CFR, der Trilateralen Kommission und (während des Vietnamkriegs) des Komitees für einen wirksamen und anhaltenden Frieden in Asien, eine Vertrags-Goldader für alle, die an diesem Konflikt verdienten.

Nixon bot ihm das Amt des Finanzministers an, aber Rockefeller lehnte ab, weil ihm bewusst war, dass sein Einfluss als Chef der Chase größer war. Der Autor Gary Allen schreibt in seinem Buch The Rockefeller File, 1973 »traf sich David Rockefeller mit 27 Staatschefs, darunter auch den Machthabern Russlands und Rotchinas«.

Nach dem Putsch der Bank Nugan Hand und der CIA 1975 gegen den australischen Premierminister Gough Withlam eilte sein von der britischen Krone eingesetzter Nachfolger Malcolm Fraser in die USA, wo er mit Präsident Gerald Ford zusammentraf, nachdem er sich zuvor mit David Rockefeller beraten hatte. (24)



Dies ist Teil 1 einer auf vier Teile angelegten Serie.

Teil II: »Freimauerer und die Bank von Amerika« folgt in wenigen Tagen



__________

Anmerkungen:

(1) 10K-Berichte der Fortune-500-Unternehmen an die amerikanische Börsenaufsicht SEC, März 1991.

(2) 10K-Berichte des Unternehmens US Trust an die SEC, 28.06.1995.

(3) Thomas Schauf, »The Federal Reserve ›Fed Up‹«, in: www.davidicke.com, Januar 2002.

(4) Eustace Mullins, The Secrets of the Federal Reserve, Bankers Research Institute, Staunto, 1983, S. 179.

(5) Ibid. S. 53.

(6) Gabriel Kolko, The Triumph of Conservatism, New York 1963, S. 142.

(7) Jim Marrs, Rule by Secrecy: The Hidden History that Connects the Trilateral Commission, the Freemasons and the Great Pyramids, New York 2000, S. 57.

(8) Ron Chernow, »The House of Morgan«, in: Atlantic Monthly Press, New York 1990.

(9) Marrs, S. 57.

(10) Michael Parenti, Democracy for the Few, New York 1977, S. 178.

(11) Chernow.

(12) John Kenneth Galbraith, The Great Crash of 1929, Boston 1979, S. 148.

(13) Chernow.

(14) David Icke, Children of the Matrix, Scottsdale 2000.

(15) Steven Solomon, The Confidence Game: How Un-Elected Central Bankers are Governing the Changed World Economy, New York 1995, S. 112.

(16) Marrs, S. 180.

(17) Ibid., S. 45.

(18) Anthony Sampson, The Money Lenders: The People and Politics of the World Banking Crisis, New York 1981.

(19) Gary Allen, The Rockefeller File, Seal Beach 1977.

(20) Ibid.

(21) Dope Inc.: The Book That Drove Kissinger Crazy, Hrgb. von Executive Intelligence Review, Washington 1992.

(22) Marrs.

(23) Ferdinand Lundberg, The Rockefeller Syndrome, Secaucus 1975. S. 296.

(24) Marrs, S. 53.

Donnerstag, 5. August 2010

Deportationen in Israel

Vertreibung: Israel deportiert Kinder von Gastarbeitern

Udo Ulfkotte

Nicht alle Menschen mögen den Staat Israel und seine Politik. Die israelische Politik wird weltweit genau beobachtet. Erstaunlicherweise regt sich in diesen Tagen kein Protest gegen eine Aktion, die aufhorchen lässt: Israel deportiert die Kinder zugewanderter Gastarbeiter, weil der jüdische Staat jüdisch bleiben will. Es ist nicht die einzige Abwehrmaßnahme, über die derzeit weithin geschwiegen wird. Denn auch europäische Länder erwägen Deportationen. Und zwar von »Rotationseuropäern« und Asylbetrügern.

Die israelische Regierung beginnt in diesen Tagen mit der Deportation von 400 Kindern, die von Gastarbeitern in Israel gezeugt wurden und nicht israelische Staatsbürger sind. Es sind Kinder von Migranten, die die Heimatländer ihrer Väter noch nie gesehen haben, in israelische Kindergärten und Schulen gehen und die Sprache ihrer Heimatländer nicht sprechen. Der israelische Staatspräsident Benjamin Netanjahu sagt, Israel müsse so handeln, um seine jüdische Identität zu bewahren. Sie »bedrohen« angeblich die Identität des jüdischen Staates. Es sind Kinder von Chinesen, Philippinos und Thais – Christen und Atheisten. Erstaunlicherweise haben weder ausländische Politiker noch Medien auf die beginnende Deportation reagiert. Bei den Europäern kann man erahnen, warum das so ist: Sie wünschen sich inzwischen vor ihren eigenen Haustüren Deportationen. Man kann das in diesen Tagen gut an den »Rotationseuropäern« in Europa sehen.

Nachdem der französische Staatspräsident Sarkozy angekündigt hatte, Lager der Roma in Frankreich aufzulösen, sind diese in den letzten Tagen in Massen aus dem Land geflohen. In der Schweiz wächst nun die Angst, dass diese Mitbürger in Massen mit ihren Wohnwagen ins Land kommen. Sogar Politiker der Schweizer Grünen äußern sich ganz offen rassistisch und diskriminierend über die ankommenden »Rotationseuropäer«, ein Schweizer Nachrichtenportal berichtet dazu: »In der Waadt, wo die Polizei in Rennaz und Payerne die beiden einzigen Standplätze für Fahrende in der Westschweiz betreibt, sorgten unlängst zwei wild campierende Sippen mit bis zu 80 Wohnwagen für Ärger. Nach kurzen Aufenthalten hinterließen sie eine Spur der Verwüstung. Scheiben wurden eingeschlagen, Unrat in der Natur entsorgt und ein Waldweg wurde zur Toilette umfunktioniert.« Dies verleitete sogar den Lausanner Stadtpräsidenten und Nationalrat der Grünen, Daniel Brélaz, zur diskriminierenden Aussage: »Mit den Zigeunern ist das unvermeidlich. Das ist ihr tiefgründiger Wesenszug.« Laut dem Tages-Anzeiger relativierte Brélaz seine Aussage zwar, doch sprach er offenbar offen aus, was viele denken. In dem Bericht heißt es weiter: »Besonders im Raum Basel, der häufig von meist sehr jungen Roma-Einbrechern aus dem Elsass heimgesucht wird, beobachtet man die Entwicklung in Frankreich mit Argusaugen.« Die Schweizer sprechen in diesen Tagen hinter verschlossenen Türen darüber, es den Franzosen nachzumachen und mit einer harten Politik gegen die Roma vorzugehen, um sie wieder aus dem Land zu vertreiben.

Ähnliche Überlegungen gibt es in Dänemark. Dort richten sie sich allerdings nicht gegen Roma, sondern gegen Sozialhilfebetrüger aus islamischen Staaten. Die staunenden Dänen haben in den vergangenen Tagen erfahren müssen, dass es viele angeblich in ihren Heimatländern verfolgte Migranten gibt, die in Dänemark staatliche Sozialhilfe beziehen, aber gar nicht in Dänemark sind, sondern von Dänemark über Deutschland (meist vom Hamburger oder Frankfurter Flughafen) wieder in ihre Heimatländer gereist sind, um dort mehrere Monate im Jahr Urlaub zu machen. Die Dänen sind fassungslos, wie dreist sie systematisch von solchen zugewanderten Mitbürgern ausgeplündert werden. Die Gelder fließen jeweils auf ein Konto eines solchen Mitbürgers in Dänemark, und die »armen« Migranten hocken bei ihren Verwandten und lachen über die dummen Dänen – so der Eindruck. Vor allem somalische und nigerianische Mitbürger lieben diese Form der Bereicherung. Die Dänen diskutieren nun darüber, Massen solcher Mitbürger aus dem Land zu werfen. Und sie stellen nun ganz offen die Frage: Was kosten uns solche Migranten eigentlich? Man vermutet, dass sie in Massen die Sozialsysteme plündern. In Dänemark gibt es deshalb nun Überlegungen, eine neue Behörde zu schaffen, die jährlich die Kosten, die Migrantengruppen produzieren, genau errechnen soll. Das alles könnte dann zur Information der Bevölkerung veröffentlicht werden. Und dann könnten bestimmte Politiker in Hinblick auf solche Migranten auch nicht länger von einer »Bereicherung« sprechen.

Auch in Großbritannien wird der Wind, der Migranten entgegenweht, nun kälter. Seit dem 2. August 2010 rühmt sich die britische Regierung nun offiziell, das größte Deportationshaftzentrum in Europa eröffnet zu haben. Offiziell heißt der Komplex Immigration Removal Centre (IRC). Er befindet sich in Harmondsworth, nicht weit entfernt vom Londoner Flughafen Heathrow. Dort werden nun für die Deportation vorgesehene Ausländer in Haftzellen weggeschlossen. In Großbritannien gibt es keine zeitliche Beschränkung für diese Art der »Abschiebehaft«; Insassen eines solchen britischen Lagers wissen nie, wie lange sie in den Haftzellen bleiben müssen. Verhaftet werden kann jeder Migrant, der sich ohne gültige Aufenthaltsberechtigung in Großbritannien aufhält. Und zwar auch Migranten, die eigentlich Asyl beantragen wollten.

Freitag, 7. Mai 2010

BIZ - Der Turm von Basel

Wer ist die BIZ?
InvestorInsight: "Es ist die mächtigste Bank, von der Sie je gehört haben:"Die Förderung der Währungs– und Finanz-Stabilität ist ein zentrales Ziel der BIZ ". Die Bank sieht die Stabilisierung der internationalen Finanzmärkte als ihre primäre Aufgabe. Sie erreicht dies durch die Kontrolle von Währungen. Sie hält derzeit 7% der weltweit verfügbaren Devisen-Fonds, deren Rechnungseinheit im März 2003 von Schweizer Goldfranken auf Sonderziehungsrechte (SZR) umgestellt wurde, ein künstliches Fiat "Geld" mit einem Wert, der auf einem Korb von Basis-Währungen (44% US-Dollar, 34% Euro, 11% japanische Yen, 11% Pfund Sterling) beruht. Die Bank kontrolliert auch eine riesige Menge an Gold – laut ihrem Jahresbericht 2005 (dem Jüngsten) 712 Tonnen. Durch die Steuerung von Fremdwährungen und Gold kann die BIZ weitgehend die wirtschaftlichen Bedingungen in einem bestimmten Land festlegen - Zinserhöhungen, zB. Offensichtlich übt diese Bank eine Menge Macht aus. Jeder, der die Macht hat, ein Währungs-Debakel zu verhindern, kann auch eines veranlassen.
Die BIZ kann für die Regierungen Geld waschen. Z.B. können US-Steuer-Gelder über die BIZ an den IWF und dann überall weitergegeben werden. Dies ist es, was während der brasilianischen Panik von 1998 passierte. Reell war das Geld Subventionierung der großen amerikanischen Banken (Citigroup - Rothschild, und hier, JP Morgan (Rothschild) Chase und FleetBoston unter ihnen), die viele riskante Darlehen geleistet hatten und keine Lust hatten, für ihre Fehler zu büssen. Davon erfuhren die US Steuerzahler nichts.

BIZ-Mitglieds-Notenbanken am 30. Juni 2006: Algerien, Argentinien, Australien, Österreich, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Kanada, Chile, China, Kroatien, die Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich , Deutschland, Griechenland, Hong Kong SAR, Ungarn, Island, Indien, Indonesien, Irland, Israel, Italien, Japan, Korea, Lettland, Litauen, der Republik Mazedonien, Malaysia, Mexiko, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, den Philippinen , Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Saudi Arabien, Singapur, Slowakei, Slowenien, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, Thailand, der Türkei, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten sowie die Europäische Zentralbank

Alles an der BIZ, einschließlich ihrer zweimonatlichen Mitglieds- und Vorstandssitzungen, verhüllt sich in Geheimnistuerei. Die BIZ ist frei von öffentlicher Aufsicht. Außerdem genießen Führungskräfte und Mitarbeiter der BIZ "Immunität vor der Straf-und Verwaltungsgerichtsbarkeit." Schließlich können keine Ansprüche gegen die BIZ oder ihre Einlagen "ohne die vorherige Zustimmung der Bank" durchgesetzt werden. Mit anderen Worten, sie können ohne Folgen tun, was sie wollen. Die Bank war eine wichtige Akteurin zur Förderung der Einführung des Euro als gemeinsame europäische Währung. Es gibt Gerüchte, dass sein nächstes Projekt sei, die USA, Kanada und Mexiko einzureden, zu einem ähnlichen regionalen Geld zu wechseln, vielleicht mit dem Namen "Amero" und es ist logisch, anzunehmen, das Endziel der Bank ist eine einzige Weltwährung. Die würde wirklich Transaktionen vereinfachen und die Kontrolle der Bank mit der Wirtschaft des Planeten verfestigen .

Kommentar
So haben wir hier den Chef der Europäischen Zentralbank vor der "unsichtbaren" Regierung der USA, die Hillary Clinton ihre Aufträge gibt, der Möchtegern-Regierung der Welt, Rockefeller's Council on Foreign Relations, stehend. Unaufhörlich sagt Herr Trichet, dass wir das Weltregieren durch die G20 haben, insbesondere dass wir eine wirtschaftliche Weltregierung durch das GEM (dessen Vorsitz er führt) der Rothschild-Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die so eng mit dem IWF und seinen SZR verwoben ist, haben. Sein Argument für deren Stärkung ist, dass das Ausmaß der Krise auf die Unzulänglichkeit der nationalen Wirtschafts-Aufsichtsbehörden zurückzuführen sei – wobei er praktisch Alan Greenspan´s FED-Verantwortung für die katastrophale Niedrigzinspolitik der US und die Rolle der Wall Street Banken und hier “vergisst”. Also verlangt er, bestehende globale Institutionen zu stärken - sowie das Aufkommen Neuer. Er will den den MAP, die Erfindung des Zwillingsbruders der BIZ, des IWF, die Volkswirtschaften der Nationalstaaten kontrollieren lassen. Eine lustige Sache ist, dass die "neuen" finanziellen Regulierungsbehörden der EU weitgehend dieselben sind, die der aktuellen Finanzkrise erlaubten, sich in die derzeitige Wirtschaftskrise zu entwickeln und uns Steuerzahler dann durch räuberische Rettungspakete die Zeche zahlen zu lassen. Es gehr dabei um Rothschilds Schergen - wie von Rothschilds European Financial Services Round Table unter der Leitung von Pehr Gyllenhammar vorgeschlagen. Wer ist die BIZ wirklich: Sie ist Rothschilds Bank - gegründet von den Rothschild-Agenten, Charles Dawes und Owen Young sowie Hitlers kommendem Reichsbank-Manager, Hjalmar Schacht.

Andrew Hitchcock zitiert Bill Clintons Mentor, prof. Carroll Quigley, dem erlaubt wurde, die CFR-Archiven zu studieren: "Die Mächte des Finanzkapitalismus hatten einen weit reichenden Plan, nichts weniger als ein Weltsystem der finanziellen Kontrolle in privater Hand in der Lage, das politische System der einzelnen Länder und die Wirtschaft der Welt als Ganzes zu beherrschen. Dieses System sollte in feudalistischer Weise von den Zentralbanken der Welt im vereinbarten Einvernehmen kontrolliert werden. Die Spitze des Systems sollte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, Schweiz, sein." Hitchcock (siehe das Jahr 1930) nennt die BIZ Rothschilds erste Weltbank. Hier ist, wie Nathan Rothschild die Macht über die Bank of England im Jahre 1815 übernahm (Video 59–1.04 min). Im Jahre 1818 übernahm Rothschild die französische Geldversorgung- und 1830 die Geldversorgung des Vatikans. Hier ist, wie Rothschilds Schergen, Paul Warburg, JP Morgan und die Rockefeller-Familie (Nelson Aldrich) die US-Notenbank gründeten - und wie sie sie seitdem missbräuchlich ausgenutzt haben. Hier ist, wie sie arbeiten. Der FSB, der von Trichet erwähnt wurde, ist ein Flügel der BIZ Rothschilds. Die Bankenaufsichts-Institutionen, die Trichet erwähnte, sind Geisteskinder des früheren IWF-Chefs, Jacques de Larosière. Das Direktorium der EZB hat 3 BIZ Vorstandsmitglieder neben Trichet . Wer hat die aktuelle Krise ausgelöst? Die CNBC hat einen Vorschlag: "Die Illuminaten"! In der Tat, sie waren, und sie sind es.

Nachtrag - So viel zum Wert der Finanzaufsichten
Interview mit dem führenden Experten für Wirtschaftskriminalität und Betrügerei-Kontrolle, dem Wirtschafter, William K. Black: MMNews 21 April 2010

A: Goldman Sachs´Chefdirektor, Hank Paulson (später US-Finanzminister), kaufte Collateralized Debt Obligations der schlimmsten Subprime-Hypotheken, durch betrügerische Lügner-Darlehen gesichert, liess einige von ihnen durch seinen Partner, John Paulson, verkaufen, der aber den Kunden erzählte, dass die Papiere zu den Sichersten auf dem Markt gehörten. Dann wettete John heimlich, dass die CDOs scheitern würden, was bestimmt auch geschah, da Hank Paulson einen erfolgreichen Krieg gegen Wertpapiere ins Leben gerufen hatte - jetzt als US-Finanzminister! Dies brachte John Paulson einen enormen Gewinn. Dann sicherte Paulson als US-Finanzminister Goldman Sachs ein riesiges Rettungs-Paket mit Geld der Steuerzahler, um Hank Paulson's giftige CDOs zu sanieren. Zuvor hatte die US-Regierung sogar dem Congress angedroht, das Kriegsrecht einzuführen, sofern man Paulsons Rettungspaket-Legislatur nicht verabschiedete! Nun steht Goldman wegen Betrugs vor Gericht!
B: Als Al Gore Vizepräsident war, war seine Priorität, "Regierung wieder zu erfinden". Die Prämisse waren, dass sie grundsätzlich einer grösseren Ähnlichkeit mit einem privaten Konzern bedürfe, sowie mit privaten Firmen Partner zu werden (Mussolinis Definition des Faschismus). Den Finanz-Aufsichten wurde angewiesen, die Banken und S&Ls, die sie angeblich zu regeln hätten, als ihre "Kunden" zu bezeichnen. Die Botschaft, die sie senden, ist, dass die Industrie-/Anti-Aufsicht Partnerschaft zusammenarbeiten solle, um die Finanz-Aufsicht zu zerstören. Es ist keine Überraschung, dass die staatlich regulierten (sic) Finanzinstitute, welche den schlimmsten Betrug (oder zumindest den Schlimmsten, den wir bisher kennen) produzierten, S & Ls waren.

C: Ben Bernanke der Fed ist ein gescheiterter Aufsichtsrat, der jede Warnung ignorierte und aus ideologischen Gründen ablehnte, unter der HOEPA zu handeln, um die Betrugs-Epidemie zu stoppen .

D: Der UN-Chef für Drogen, Antonio Maria Costa, erklärte, "Investitionen flüssigen Kapitals", das aus dem Drogenhandel herrührt, haben dem Finanzsystem 2008 verholfen, auf den Beinen zu bleiben. Er sagte: "In der zweiten Hälfte des Jahres 2008, wurde die Liquidität des Bankensystems Hauptproblem und damit flüssiges Kapital zu einem wichtigen Faktor … Inter-Bank-Darlehen wurden aus Geld, das aus dem Drogenhandel und anderen illegalen Aktivitäten stammte, finanziert … Es gebe Anzeichen, dass einige Banken auf diese Weise gerettet wurden."

Sonntag, 2. Mai 2010

Basel - die Drehscheibe des Internationalen Kapitals

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich soll Weltregierung steuern

Europäischer Zentralbankchef fordert während einer Rede vorm Council on Foreign Relations, dass die korrupte Bank für Internationalen Zahlungsausgleich die Weltregierung anführt

Paul Joseph Watson, Prisonplanet.com, 29.04.2010

Zu Beginn dieser Woche forderte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, bei einer Rede vor dem Council on Foreign Relations in New York die Einführung einer Weltregierung [„global governance“ im Folgenden ausschließlich „Weltregierung“], die von G20 und der korrupten Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Namen der Rettung der Wirtschaft angeführt werden soll.

In einer Rede mit dem Titel „Weltregierung heute“ behauptet Trichet, dass die Elite „ein Regelwerk, Institutionen, informelle Gruppen und Mechanismen der Zusammenarbeit, die wir ´Weltregierung` nennen“, einführen müsse.

Im Laufe der Rede benutzte Trichet den Begriff „Weltregierung“ mehr als ein Dutzend Mal um darzulegen, von welcher „Bedeutung die Weltregierung“ ist um eine weitere Finanzkrise zu verhindern.

Ein Abschnitt von Trichets Rede trägt die Überschrift „Warum wir die Weltregierung brauchen“. Ab diesem Teil der Rede führt er fortwährend den wirtschaftlichen Abschwung als Rechtfertigung ins Feld geheime, undemokratische und korrupte globale Institutionen zu ermächtigen über die Welt zu herrschen.

Eine vollständige Niederschrift der Rede wird auch seitens der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zur Verfügung gestellt, einer internationalen Organisation, die aus Zentralbanken besteht und fortwährend für eine zentralisierte Weltwährung Partei ergriff um die Währungen der Nationalstaaten zu ersetzen. Trichet lobte die BIZ während seiner Rede als eine Organisation, die im Umgang mit der Krise „der Zeit voraus“ ist.

Die oberste Einrichtung, welche laut Trichet die Institutionen der Weltregierung steuern wird, ist das Global Economy Meeting (GEM), das regelmäßig im Hauptsitz der BIZ in Basel stattfindet. Laut Trichet ist diese Gruppe zur „obersten Gruppe der Weltregierung unter den Zentralbanken“ geworden. Beim GEM handelt es sich im Grunde genommen um einen Lenkungsausschuss unter der Schirmherrschaft der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Die BIZ ist ein Abzweig der internationalen Bretton-Woods Finanzarchitektur und aufs engste mit der Bilderberg-Gruppe verbunden. Sie wird durch eine innere Elite kontrolliert, die alle bedeutenden Zentralbanken der Welt repräsentiert. John Maynard Keynes, vielleicht der einflussreichste Ökonom aller Zeiten, forderte, dass sie geschlossen wird, da sie während des Zweiten Weltkriegs zur Geldwäsche für die Nazis benutzt wurde.

Die Finanzinternetseite Investors Insight beschreibt die BIZ als „die mächtigste Bank, von der Sie noch nie gehört haben“ und betitelte sie als „die mächtigste Finanzinstitution auf dem Planeten“.

Durch ihre Kontrolle über riesige Mengen weltweit konvertierbarer Devisen hält die Bank die Macht in ihren Händen. Die BIZ kontrolliert nicht weniger als 7% der weltweit verfügbaren Währungsfonds und besitzt 712 Tonnen physisches Gold.

„Durch die Kontrolle über ausländische Devisen und das Gold, hat die BIZ einen langen Atem um die wirtschaftlichen Bedingungen eines jeden Landes zu bestimmen.“ schreibt Doug Casey. „Denken Sie das nächste Mal daran, wenn Ben Bernanke oder der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, einen Anstieg der Zinssätze verkünden. Sie können darauf wetten, dass dies nicht ohne Mitwirkung des BIZ-Vorstands geschehen ist.“

Bei der BIZ handelt es sich im Grunde um eine riesige Schwarzgeldkasse für die Weltregierung, durch die geheime Transfers des Vermögens der Bürger verstohlen an den Internationalen Währungsfonds weitergereicht werden.

„Zum Beispiel können die Gelder der US-Steuerzahler über die BIZ an den IWF weitergereicht werden und von dort aus überall hingehen. Im Wesentlichen wäscht die BIZ das Geld, da es keine speziellen Angaben darüber gibt, wo die einzelnen Einlagen herkamen und wo sie hingehen.“ schreibt Casey.

„Die Bank war ein bedeutender Akteur beim Vorantreiben der Einführung des Euro als gemeinsame Währung Europas. Es gibt Gerüchte, dass sie als nächstes plant die USA, Kanada und Mexiko zu überzeugen zu einer ähnlichen regionalen Währung überzugehen, vielleicht ´Amero` genannt und es ist logisch anzunehmen, dass das schlussendliche Ziel der Bank eine einzige Weltwährung ist. Dies würde die Transaktionen vereinfachen und die Kontrolle der Bank über die Weltwirtschaft wirklich festigen.“ fügt Casey hinzu.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist keiner nationalen Regierung gegenüber auf irgendeine Art verantwortlich. Trichets Bekenntnis, dass ein Zweig der korrupten BIZ den Hauptmotor der Weltregierung steuern wird, ist eine erstaunliche Enthüllung und betont einmal mehr, dass die Weltregierung von Natur aus undemokratisch und diktatorisch ist.

Die Tatsache, dass Trichet diesen neuen Ansatz des Fortschreitens in Richtung Weltregierung vor der Zuhörerschaft der CFR-Insider enthüllte, passt ganz und gar.

Der Council on Foreign Relations setzt sich aus einflussreichen Eliten und Mächtigen aller Bereiche der Regierung, Wirtschaft, des akademischen Lebens und der Medien zusammen. Es ist das öffentliche Gesicht der geheimeren Bilderberg-Gruppe. Der CFR wirbt ausschließlich Mitglieder an, die seiner Agenda für eine Weltregierung und der Zerstörung der Souveränität der USA positiv gegenüberstehen.

Der Umfang der Aufgabe des CFR wurde am besten vom früheren stellvertretenden Außenminister unter Clinton, der CFR-Leuchtgestalt Strobe Talbott, gefasst, der im Juli 1992 gegenüber dem Time Magazine erklärte:

„Im nächsten Jahrhundert werden Nationen, so wie wir sie kennen, überflüssig sein; alle Staaten werden eine einzige, globale Autorität anerkennen. Nationale Souveränität war alles in allem eine nicht so tolle Idee.“

Wie wir hinwiesen, hat die globale Elite die Geburtsstunde der Weltregierung und wer diese steuern wird, bereits verkündet. Menschen sind von der Erwartung abgelenkt worden, dass die Vereinten Nationen die Mütze aufhaben würden, während man der G20 und der BIZ die Werkzeuge an die Hand gab, durch welche die Weltregierung koordiniert wird.

In seiner Rede räumt Trichet ein, dass die G20 die Finanzkrise dazu benutzt den Entwicklungsländern „die vollständige Integration in die Institutionen der Weltregierung“ aufzuerlegen.

„Die G20 ist effektiv dabei gewesen die weltweite Krise anzugehen. Wir befinden uns nun in einer Phase, wo dieses Forum den Übergang vom Handeln in einem Krisenlösungsmodus hin zur Mitwirkung an der Krisenvorsorge vollzieht.“ so Trichet.

Mit anderen Worten beutet die Elite die Finanzkrise aus, damit es der G20 erlaubt wird als Retter zu posieren und sich anschließend selbst zu ermächtigen den Nationalstaaten im Namen der Verhinderung einer weiteren Wirtschaftskrise Regularien der Weltregierung aufzuzwingen.

Genauso, wie EU-Präsident Herman Van Rompuy während seiner Brüsseler Rede sagte, markierte 2009 das erste offizielle Jahr der Weltregierungsmächte, welche direkte Kontrolle auf die Wirtschaften der Nationalstaaten ausüben.

„2009 ist auch das erste Jahr der Weltregierung, mit der Schaffung der G20 in der Mitte der Finanzkrise. Der Klimagipfel in Kopenhagen ist ein weiterer Schritt in Richtung der globalen Verwaltung unseres Planeten.“ sagte Van Rompuy.


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Donnerstag, 30. Juli 2009

Interview mit einem Börsenpropheten

MMnews wies als erster auf den Crash hin, im Juni 2008 Infokriegernews.de: Michael, Du bist vielen Fernsehzuschauern noch als nonchalanter Börsenprophet von n-tv bekannt. Seit wann bist Du nicht mehr im Fernsehen zu sehen und wie kam das?
Ich bin immer noch im Fernsehen, nur schlechter empfangbar in Deutschland. Derzeit arbeite ich noch für CNBC und berichte weltweit von der deutschen Börse. Börsenfernsehen mache ich nun schon seit fast 20 Jahren. Ich habe Crash und Übertreibungen miterlebt. Und derzeit ist es ja auch wieder eine spannende Phase, weil’s dies Mal ums Ganze geht: Unser Finanzsystem.
Infokriegernews.de: Was bewog Dich zur Gründung der Wirtschaftszeitung MMnews? Gab es da den berühmten innerlichen Ruck bei Dir und was ist das Ziel dieser Seite?
Wer bei der Finanzmarktberichterstattung in die Tiefe geht, der merkt schnell, dass oft Scheinkorrelationen im Spiel sind. Nicht die Nachrichten machen Kurse, sondern Kurse die Nachrichten. Darüber hinaus wird die vermeintliche Kausalität nur durch zwei Nachrichtenagenturen bestimmt. Das ist sozusagen das Gesetzbuch des Börsenreporters: Wenn’s bei Reuters steht, dann darfst du es so sagen. Dieses immer wieder nachzuplappern ist mit der Zeit ermüdend.
Infokriegernews.de:Pflegst du noch Kontakte in die Finanzwelt, oder sind diese inzwischen alle Empfänger staatlicher Transferleistungen in Milliardenhöhe geworden und hast du mittlerweile Abstand von den guten Freunden genommen?
Die Kontakte sind mir nach wie vor wichtig. Viele erzählen hinter der Kamera mehr als davor. Aber man kann die Finanzwelt wirklich in zwei Einheiten einteilen: Die einen leben und interpretieren die Wirtschaftswelt so, wie es der Mainstream verlangt. Und die anderen, eine winzige Minderheit, versucht tatsächlich in die Untiefen der Geldillusion hinabzusteigen. Doch bei den meisten beißt man auf Granit, wenn man kritische Fragen stellt. Das war auch bei Fed-Chef Bernanke so. Aber auch viele ehemalige Bundesbänker sind nicht sehr auskunftsfreudig. Wenn es um die Hintergründe der Geldsystemkrise geht, stößt man schnell auf eine Wand des Schweigens.
Schockierend jedoch ist, dass auch viele hochgestellte Finanzpersönlichkeiten die Grundlagen des Geldsystems nicht beherrschen und deshalb auch keine echte Ursachenforschung in Sachen Krise betreiben können. Das ist ungefähr so, als wenn ein Mathelehrer das Einmaleins nicht kennt. Und noch schockierender ist, dass praktisch alle Bundestagsabgeordneten keine Ahnung haben, was eigentlich los ist. Deshalb konnten sie auch von den Banken so leicht um den Finger gewickelt werden.
Infokriegernews.de: Seit Monaten gibt es Anzeichen dafür, dass die G20-Regierungen an einer neuen Weltwährung basteln. Die immer wieder erwähnten Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds sind ja eigentlich keine reguläre Währung, sondern ein Währungspaket aus Dollar, Euro, Yen und Pfund. Du hast aber bereits am 18.März im Artikel “Weltpanik, Weltmanipulation und Weltwährung ” auf die Einführung einer regulären Weltwährung, Arbeitsname “Globo”getippt.
Ich habe mit einigen einflussreichen Leuten gesprochen, die unter anderem auch an namhaften Zentralbanken arbeiteten und arbeiten. Demnach gibt es wohl Überlegungen, dass der Dollar in Richtung 100 Yen und 1 Euro geschleust werden soll. Also 1USD=1Euro=100Yen – Und dann kann man es ja „Globo“ nennen. Ich halte diese Variante für die letzte große Betrugsaktion seitens der Fed und kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie Realität wird. Aber bei so viel Unwissenheit rund um den Globus in Sachen Geld kann alles passieren.
Der Euro, der bisher größte Unsinn der Währungsgeschichte, wurde ja auch Realität. Und wenn man den Leuten sagt: „Ist doch praktisch, dann kannst du selbst in Tokio dein Pappbrötchen mit dem Globo zahlen – wie in Berlin“ – dann fallen doch mit Sicherheit alle darauf rein. Dass sie damit selbst rein gelegt wurden, merken sie erst, wenn das System kollabiert. Genauso wie der Euro zerbrechen wird!
Jedenfalls wäre es von Seiten der Amis eine geschickte Idee, den ansich wertlosen Dollar überbewertet in einer globalen Währungsunion aufgehen zu lassen. Dann hätten wir nämlich die Probleme der US-Wirtschaft mit am Hals und dürfen dafür geradestehen. Ähnlich sieht es ja jetzt schon bei den Sonderziehungsrechten aus, bei dem die US-Währung mit über 40% vertreten ist. Viel zu hoch, gemessen an der Wirtschaftsleistung der USA.
Infokriegernews.de:Auf dem italienischen G8-Gipfel stellte dann der russische Präsident strahlend eine neu geprägte Münze als neue Weltwährung vor, Inschrift: “Einheit in der Vielfalt”. Hast Du so etwas erwartet?
Ich halte das für einen Scherz. Der Russe ist genauso gefangen im Weltgeldsystem wie wir alle. Alleingänge sind da nicht erlaubt. Und selbst der Versuch wäre untauglich. Auch heute noch gilt: Wenn ich die Wahl zwischen Rubel und Dollar habe, dann würde ich mich wohl eher für den Dollar entscheiden. Die Fed hat zumindest in der letzten Jahrzehnten gezeigt, dass sie das Zepter in der Hand hält – und damit, aus ihrer Sicht, eine äußerst gute Politik gemacht hat. Immerhin wird der Greenback in allen Ländern als Tauscheinheit akzeptiert. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Dagegen kann kein neues Konstrukt „anstinken“.
Infokriegernews.de: Wie beurteilst Du in dieser Entwicklung die Rolle der “Bank für Internationalen Zahlungsausgleich”? Man munkelt ja, dies könne eine Art Weltzentralbank werden. Immerhin sitzen im BIZ-Direktorium Ben Bernanke von der US-Zentralbank Fed, Claude Trichet von der EZB, alles kommerzielle Banken, die ihr gedrucktes Geld praktisch an den Staat als dessen Währung verkaufen. Andererseits sitzt dort auch Zhou Xiaochuan von der staatlichen People’s Bank of China. Es gibt da eine Art Konkurrenzsituation zwischen der BIZ und dem IWF um die Rolle der Weltzentralbank. Welche Entwicklung prognostizierst Du?
Was heisst ‚man munkelt“ das die BIS Weltzentralbank sei? Sie ist es. Der ganze Apparat BIS hat ja schon fast sektenähnlicher Charakter. Die BIS in Basel ist wie ein Staat im Staate. Die Mitarbeiter genießen Immunität, besitzen Diplomatenpässe. Und das schönste: Sie müssen keine Steuern zahlen – anders als ihre verschuldeten Untertanen. BIS, das sind die Geldgötter – zusammen mit der Fed. Sie bestimmen den Kurs, sind unantastbar.
Es ist, gelinde gesagt, ein unglaublicher Vorgang, dass die BIS einen solchen Status besitzt. Sie wird von niemand kontrolliert und kann machen was sie will. Sie hat volle Kenntnis über das, was geldtechnisch passiert und entwirft merkwürdige Gesetze, an die sich alle halten müssen, außer die Amerikaner – siehe Basel II. Woran das wohl liegt?
Der IWF ist meiner Meinung nach nur ein Erfüllungsgehilfe der BIS. Der IWF wird rausgeschickt, wenn’s irgendwo brennt und soll checken, wie viele Milliarden notwendig sind, um einzelne Länder am Tropf zu halten.
Infokriegernews.de: Die mächtigste Bankenlobby der Welt ist die sogenannte “Gruppe der Dreißig”, auch G30 genannt. In diesem Gremium sind praktisch alle wichtigen Zentralbanker weltweit vertreten. Ihr Vorsitzender, Paul Volcker, ist Chefökonom von US-Präsident Obama. Wie beurteilst Du die Rolle der seit Anfang des Jahres amtierenden neuen Regierung in Washington?
Ich möchte weder in der Rolle Obamas noch in der von Bernanke sein. Es ist mir völlig rätselhaft, wie dieser Trümmerhaufen in den USA je wieder ans Laufen gebracht werden soll. Ein Land, das an einem einzigen Tag 7 Milliarden Schulden machen muss, um zu überleben, hat praktisch alle Karten aus der Hand gegeben. Hinzu kommt, dass durch den US-Kreditbetrug, der die ganze Welt in den Abgrund stürzte, niemand mehr die Schuldscheine des Landes kaufen will. Nun gut, jetzt kauft Ben sie selbst – aber wie lange soll das gehen?
Überregulierung und Terrorgesetze geben den USA zusätzlich den Rest. Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist ein dekadenter Überwachungsstaat geworden, dessen Deindustrialisierung voranschreitet. Aber das haben sie sich selbst eingebrockt: Es war halt einfacher, Geld zu drucken und Schuldscheine in alle Welt zu verkaufen, als Produkte herzustellen.
Ich kenne die USA seit über 30 Jahren. Früher war New York das Non Plus Ultra. Doch davon ist nichts mehr übrig. Diesen Rang hat nun Shanghai und Tokio übernommen.
Infokriegernews.de: Wie müsste Deiner Meinung nach ein gerechtes Geldsystem aussehen und wie ein gerechtes Wirtschaftssystem, das niemanden übervorteilt und jedem eine faire Chance gibt? Braucht es da nicht irgendeinen Schiedsrichter? Und wer sollte das sein?
Das ist eine philosophische Frage. Wenn Geld im Spiel ist, dann ist es immer ungerecht. Ich hab echt keine Ahnung, wie so ein System aussehen könnte. Aber Fakt ist: Wenn wir so weiter machen, wie bisher, fährts gegen die Wand.
Wenn Geld und Zins im Spiel ist, dann hat es immer die Tendenz, dass es in der Hand weniger sich vermehrt. Aber diese „Anreicherung“ würde auch ohne Geld passieren. Ich hab fast den Eindruck, dass es evolutionär programmiert ist: Der Fittere überlebt. Fit in unserem System heißt, sich Dinge auszudenken, um andere Menschen auszubeuten, sie zu betrügen.
Tendenziell bin ich für Grundeinkommen, wie ich es auch in meinem Buch „Evolution des Erfolgs“ beschrieben habe. Jeder Mensch soll 500 Euro kriegen. So haben Familien automatisch mehr. Dafür Auflösung aller Transferämter, Schließung der Arbeitsämter, Sozialämter usw. Gleiche Steuersatz für alle würde die Finanzämter auf ein Minimum reduzieren. Meine Vorstellung: 25% vom Gewinn, keine Ausnahmen.
Vorübergehende Finanzierung dieser Revolution durch Schulden. – Ich denke, dass würde die Kräfte einer Gesellschaft neu entfesseln.
Andererseits: Was wollen wir eigentlich? Soll jeder mit einem Mercedes durch die Gegend fahren? Wohin führt eine Gesellschaft, die immer „Mehr“ will. Was ist das für eine Gesellschaft, in der Menschen zu bloßen Konsumenten degradiert werden? Bloße Shopping-Roboter, die konsumieren. Ein Leben für den Konsum. Der Gipfel der Perversion.
Hat schon mal je einer hinterfragt, was das bedeutet? „Konsumieren?“ Konsumieren heißt „verbrauchen, aufbrauchen“. Ein solcher Begriff ist in der Natur völlig unbekannt. In der Natur lebt alles von jedem. Es gibt keinen „Abfall“, keinen „Konsum“. Daran sollten wir uns orientieren. Dieser ganze Konsum-Wachstumsfetisch bedarf jedenfalls einer grundlegenden „Überarbeitung“. Wer zu fett ist, wird schneller krank. Das gilt auch für Gesellschaftssysteme. Wenn wir so weiter machen, droht der Untergang.
Infokriegernews.de: Im Herbst wirst Du auf der Blogger Conference Germany (BCG) als Referent teilnehmen. Wie siehst Du die Rolle der unabhängigen Medien in der aufkommenden Digitalen Epoche?
Wir leben in einer Welt der totalen Illusion. Nicht nur die Geldillusion prägt das Individuum. Ich verstehe die Aufgabe der unabhängigen Medien darin, den Menschen endlich die Augen zu öffnen und ihnen auch klar zu machen, dass viele Vorstellungen, die sie als „normal“ interpretieren, genau das Gegenteil davon sind: nämlich total irrational.
Unsere gesamte Gesellschaft in ihren Auswüchsen ist der Gipfel der Irrationalität. Das Streben vieler Menschen ist durch perfekte Marketing-Strategien einer monopolisierten Wirtschaft vollkommen in die Irre geleitet. Die Menschen „empfangen“ ihre Handlungsanweisungen über Satteliten-Schüsseln und Kabel. Aus dem Volk von Dichtern und Denkern wurde eine irrgeleitete Masse, welche rund um die Uhr durch Massenmedien gehirngewaschen wird. Da sollten die unabhängigen Medien – jeder für sich in seinem Bereich – dran arbeiten, diesen Wahnsinn aufzuzeigen.
Wir werden die Welt damit vielleicht nicht verändern, aber dennoch vielen Menschen zeigen, dass sie anders leben müssen und damit sogar glücklicher werden.
Wir müssen auch weg von dem Begriff „Blogger“. MMnews versucht diesen Weg zu gehen. Ein „Blogger“ gilt immer noch als etwas „abwegig, verrückt, nicht richtig ernst zunehmen“. Wir müssen eine alternative Medienwelt gestalten, welche in einem völlig entgleisten Gesellschaftssystem neue Wege zeichnet und den Menschen wieder zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt!

Mittwoch, 22. April 2009

BIZ - Basel im Mittelpunkt der Finanz-Globalisten

Der Turmbau zu Basel: Geheimpläne für eine globale Währung

Ellen Brown

Wollen wir wirklich, dass die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) eine globale Währung in Umlauf bringt?
In einem Artikel, der am 7. April d.J. in der Zeitung The London Telegraph erschien und den Titel trug: »Die G20 bringt die Welt einen Schritt näher an eine globale Währung heran«, schrieb Ambrose Evans-Pritchard:

»Eine einzige Klausel in Punkt 19 des Kommuniqués der Staats- und Regierungschefs der G20 kommt einer Revolution der globalen Finanzordnung gleich.«

»›Wir haben uns auf eine generelle SDR-Zuteilung geeinigt, mit der 250 Milliarden Dollar (170 Mrd. Pfund) in die Weltwirtschaft gepumpt werden, was die globale Liquidität entsprechend vermehrt‹, hieß es in diesem Kommuniqué. Das Kürzel SDR steht für Special Drawing Rights – Sonderziehungsrechte –, eine vom Internationalen Währungsfonds herausgegebene synthetische Papierwährung, die praktisch ein halbes Jahrhundert im Dornröschenschlaf verbracht hat.«

»Damit haben die Staats- und Regierungschefs der G20 die Macht des IWF aktiviert, Geld zu schöpfen und auf globaler Ebene geldpoltische eine ›quantitative Lockerung‹ in Gang zu setzen. Mit dieser Entscheidung haben sie aber jetzt de facto eine neue Weltwährung ins Spiel gebracht, die von keiner souveränen Regierung bzw. Institution kontrolliert wird. Verschwörungstheoretiker werden ausgesprochen froh darüber sein.«

Ja, das werden sie in der Tat. Der Untertitel des Artikels von Evans-Pritchard lautet: »Die Welt ist einen Schritt näher an eine globale Währung herangerückt, die gestützt wird von einer globalen Zentralbank, die für die gesamte Menschheit die Währungspolitik macht.« Das wirft natürlich die Frage auf, wer oder was die Funktion dieser globalen Zentralbank übernehmen wird, die die Vollmacht besitzen wird, diese globale Währung in Umlauf zu bringen und die Währungspolitik der gesamten Menschheit zu kontrollieren? Bei ihrem Treffen im September des letzten Jahres in Washington haben die Zentralbankiers der Welt darüber diskutiert, welche Körperschaft in der Lage sein kann, eine solche furchterregende und schreckliche Rolle zu spielen. Ein ehemaliger Gouverneur der britischen Zentralbank, der Bank of England, erklärte damals:

»[D]ie Antwort kennen wir wahrscheinlich alle schon; es wird wohl die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sein … Der IWF versteckt seine Warnungen über die wirtschaftlichen Probleme gerne in außerordentlich diplomatischen Formulierungen, aber die BIZ ist unabhängiger und daher besser in der Lage, mit den anstehenden Problemen umzugehen, wenn sie die Macht dazu erhält.« (1)

Wenn diese Vision die Verschwörungstheoretiker nicht in Alarmstimmung versetzt, dann wird es höchste Zeit. Denn immerhin gilt die BIZ als »der exklusivste, geheimste und mächtigste supranationaler Club der Welt«. Seit ihrer Gründung im schweizerischen Basel 1930 hat es Skandale um die BIZ gegeben. Wie Charles Higham in seinem Buch Trading with the Enemy (zu Deutsch: Handel mit dem Feind) dargestellt hat, hatte die BIZ gegen Ende der 1930er-Jahre offen mit den Nazis sympathisiert. Das wurde einige Jahre später in einem Filmbeitrag der BBC (Timewatch) bestätigt, der den Titel trug »Banking with Hitler« (»Bankgeschäfte mit Hitler«) und 1998 ausgestrahlt wurde. (2) Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte 1944 auf der Währungskonferenz in Bretton Woods eine Resolution unterstützt, in der zur Liquidierung der BIZ aufgerufen wurden, nachdem die Tschechoslowakei die Beschuldigung erhoben hatte, die BIZ wasche Gold, das die Nazis in den von ihnen besetzten europäischen Gebieten gestohlen hatten. Doch die Zentralbankiers schafften es, diese amerikanische Resolution still in der Versenkung verschwinden zu lassen. (3)

In seinem 1966 erschienenen Buch Tragedy and Hope: A History of the World in Our Time (Deutsche Ausgabe: Katastrophe und Hoffnung: Eine Geschichte der Welt in unserer Zeit) deckte der amerikanische Historiker Dr. Carroll Quigley die Schlüsselrolle auf, welche die BIZ hinter den Kulissen auf der globalen finanzpolitischen Bühne gespielt hatte. Professor Quigley lehrte und forschte an der Georgetown University in Washington D.C., wo er u.a. auch den späteren US-Präsidenten Bill Clinton betreute. Daneben war Quigley einer der »Insider«, der von der mächtigen Clique gefördert wurde, die er selbst als »die internationalen Bankiers« bezeichnete. Quigleys Glaubwürdigkeit wird dadurch noch unterstrichen, dass er die politischen Ziele dieser Bankiers unterstützte. Quigley wörtlich:

»Ich weiß um die Machenschaften dieses Netzwerks, weil ich es seit 20 Jahren untersucht habe und Anfang der 1960er-Jahre sogar zwei Jahre lang seine Papiere und Geheimakten einsehen durfte. Ich hege keine Feindschaft gegen dieses Netzwerk oder gegen die meisten seiner Ziele; die meiste Zeit meines Lebens habe ich dieser Gruppe und vielen ihre Institutionen nahe gestanden. … [G]enerell liegt der hauptsächliche Meinungsunterschied zwischen diesem Netzwerk und mir darin, dass es unbekannt bleiben will, und ich dagegen glaube, dass seine Rolle in der Geschichte so bedeutend ist, dass sie bekannt sein sollte.«

Über die Ziele dieses internationalen Netzwerks von Bankiers schrieb Quigley:

»[D]ie Machtinteressen des Finanzkapitalismus verfolgten ein zusätzliches weitreichendes Ziel: sie wollten ein weltweites Finanzsystem errichten, das von privaten Händen kontrolliert wurde und das in der Lage war, das politische System in jedem Land sowie die gesamte Weltwirtschaft zu beherrschen. Kontrolliert werden sollte dieses System auf feudalistische Art und Weise durch die konzertierte Aktion der Zentralbanken dieser Welt, die ihre geheimen Maßnahmen auf häufigen privaten Treffen und Konferenzen abstimmten. Die Spitze dieses Systems sollte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, in der Schweiz, bilden, eine Privatbank, die sich im Besitz der Zentralbanken der Welt befindet und von diesen kontrolliert wird; und diese Zentralbanken sind selber wiederum private Unternehmen.«

Der Schlüssel zu ihrem Erfolg, so Quigley, war die Tatsache, dass die internationalen Bankiers das Geldsystem einer Nation kontrollieren und manipulieren konnten, während es nach außen so aussah, als ob es von der jeweiligen Regierung kontrolliert würde. Diese Darstellung von Prof. Quigley bestätigte die oft zitierte Aussage des Patriarchen einer Familie, die zu den mächtigsten Bankendynastien der Welt aufsteigen sollte: 1791 tat der deutsche Bankier Mayer Amschel Rothschild den berühmten Ausspruch:

»Man erlaube mir, die Währung einer Nation in Umlauf zu bringen und zu kontrollieren, und ich schere mich nicht darum, wer die Gesetze dieser Nation macht.«

Mayer Amschel Rothschild sandte seine fünf Söhne in die führenden Finanzzentren Europas – London, Paris, Wien, Berlin und Neapel – mit dem Auftrag, ein Bankensystem aufzubauen, das völlig außerhalb der Kontrolle der jeweiligen Regierungen existieren konnte. Die wirtschaftlichen und politischen Systeme von ganzen Nationen sollte nicht von Staatsbürgern, sondern von Bankiers kontrolliert werden, und zwar zum Vorteil der Bankiers. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde in fast jedem Land der Welt eine »Zentralbank« errichtet, die von privaten Interessen kontrolliert wurde. Dieses Zentralbank-System hat inzwischen die Kontrolle über alle Volkswirtschaften der Welt übernommen. Die Zentralbanken haben die Befugnis, in ihren jeweiligen Ländern Geld zu drucken, und von diesen Bankhäusern müssen sich die jeweiligen Regierungen Geld leihen, um ihre Schulden bezahlen und ihre Ausgaben bestreiten zu können. Als Ergebnis davon ist eine globale Ökonomie entstanden, in dem nicht nur Industrieunternehmen, sondern auch die Regierungen darauf angewiesen sind, »Kredite« (oder Schulden) aufzunehmen, die ein Bankenmonopol erzeugt hat, an dessen Spitze ein Netzwerk von privaten Zentralbanken steht; und ganz oben, an der obersten Spitze dieses Netzwerks sozusagen, thront die BIZ in Basel, die »Zentralbank der Zentralbanken«.

Hinter dem Vorhang
Viele Jahre lang hat die BIZ kaum Aufsehen erregt und ihre Geschäfte hinter den Kulissen in einem ehemaligen Hotel abgewickelt. Dort wurden die Entscheidungen vorbereitet und getroffen, Währungen abzuwerten oder zu verteidigen, den Goldpreis festzusetzen, Banken, die »offshore«, also außerhalb der Gerichtsbarkeit agierten, zu regulieren, und schließlich auch die kurzfristigen Zinsraten anzuheben oder zu senken. Im Jahre 1977 gab die BIZ jedoch ihre Anonymität auf und bezog eine Zentrale, in der die Bank effizienter arbeiten konnte. Das neue BIZ-Gebäude nahe dem Baseler Bahnhof SSB wurde beschrieben als »18-stöckiger runder Wolkenkratzer, der sich über der mittelalterlichen Altstadt erhebt wie ein verirrter Kernreaktor«. Schon bald erhielt das Gebäude den Namen »Turm zu Basel«. Heute genießt die BIZ den Status einer Regierung: sie hat Immunität, zahlt keine Steuern und verfügt sogar über ihre eigene private Polizei. (4) Sie steht, wie von Mayer Rothschild vorausgesehen, über dem Gesetz.

Zwar gehören der BIZ jetzt 55 Mitgliedsländer an, doch der Club, der sich regelmäßig in Basel trifft, ist viel kleiner; und selbst dieser exklusive Club unterliegt einer strikten Hierarchie. Edward Jay Epstein schrieb 1983 für Harper’s Magazine einen Artikel mit der Überschrift: »Die Welt des Geldes beherrschen«, in dem er erläuterte, dass der Ort, an dem die wirklichen Geldgeschäfte gemacht werden »eine Art innerer Club (ist), dem etwa das halbe Dutzend der mächtigen Zentralbankiers angehören, die mehr oder weniger in demselben Boot sitzen« – die Zentralbankiers von Deutschland, den USA, der Schweiz, Italien, Japan und Großbritannien. Epstein wörtlich:

»Der höchste Wert, mit dem sich auch der innere Club vom Rest der BIZ-Mitglieder abgrenzt, ist der feste Glaube daran, dass Zentralbanken unabhängig von ihren eigenen Regierungen agieren müssen … Eine zweite und mit diesem Wert zusammenhängende Überzeugung dieses inneren Clubs ist die, das man Politikern nicht die Entscheidung über das Schicksal des internationalen Währungssystems anvertrauen darf.«

1974 richteten die Zentralbankdirektoren der sogenannten Gruppe der Zehn (Nationen) – die inzwischen auf 20 erhöht wurde – den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ein, wobei die BIZ dessen zwölfköpfiges Sekretariat stellt. Dieser Ausschuss setzt die Regeln für das globale Bankwesen fest, inklusive die Mindestanforderungen für Eigenkapitalausstattung und Reservekontrollen. Joan Veon schrieb 2003 in einem Artikel unter der Überschrift: »The Bank for International Settlements Calls for Global Currency« (zu Deutsch: »Die BIZ fordert globale Währung«):

»Die BIZ ist der Ort, an dem sich alle Zentralbanken der Welt treffen, um die globale Ökonomie zu analysieren und festzulegen, welchen Weg sie als nächsten einschlagen werden, um noch mehr Geld in ihre Taschen fließen zu lassen, denn sie kontrollieren die gesamte in Umlauf befindliche Geldmenge und legen fest, welchen Zinssatz sie von Regierungen und Banken verlangen, die sich Geld von ihnen borgen …«

»Wenn man versteht, dass die BIZ die Fäden im Weltwährungssystem zieht, dann versteht man, dass diese Bankiers die Macht haben, in einem bestimmten Land einen Finanzboom oder einen Finanzkollaps zu erzeugen. Wenn ein solches Land nicht das tut, was die Geldverleiher von ihm verlangen, dann brauchen sie nur die Währung dieses Landes zu verkaufen.« (5)

Der umstrittene »Basler Akkord«
Die Macht der BIZ ganze Volkswirtschaften anzukurbeln oder zu ruinieren zeigte sich 1988, als sie mit dem sogenannten »Basler Akkord« die Eigenkapitalquote der Banken von sechs auf acht Prozent erhöhte. Bis zu diesem Zeitpunkt war Japan zum größten Gläubiger der Welt aufgestiegen, doch die japanischen Banken waren weniger gut mit Eigenkapital ausgestattet als andere große internationale Bankhäuser. Die Erhöhung der Eigenkapitalquote zwang diese Banken also zu einer Verknappung der Kredite, was zu einer Rezession in Japan führte, ähnlich der, die heute in den USA herrscht. Die Immobilienpreise fielen und es kam zu Kreditausfällen, weil deren Garantien verfielen. Daraus entwickelte sich eine Abwärtsspirale, die schließlich in den totalen Bankrott der Banken mündete, die de facto nationalisiert werden mussten – obwohl man dies Wort damals noch nicht benutzte, um kritische Stimmen nicht herauszufordern. (6)

Neben anderen Kollateralschäden, die im Zuge des »Basler Akkord« auftraten, kam es zu einer Vielzahl von Selbstmorden bei indischen Bauern, die jetzt keine Kredite mehr bekommen konnten. Nach den Eigenkapitalanforderungen der BIZ mussten die Kredite von privaten Kreditnehmern »risikogewichtet« werden, wobei das Ausmaß dieses Risikos von privaten Rating-Agenturen eingeschätzt wurde; und natürlich konnten Bauern und kleine Geschäftsleute die Gebühren dieser Rating-Agenturen nicht bezahlen. Deshalb stuften die Banken die Kredite dieser Kunden mit einem 100-prozentigen Risiko ein und weigerten sich, diesen »risikoreichen« Kreditnehmern weitere Kredite zu geben, da zur Absicherung dieser Kredite eine größere Eigenkapitalmenge erforderlich war. Als in Indien angesichts der vielen Bauern-Selbstmorde das nationale Gewissen schlug, reagierte die dortige Regierung unter heftigen Klagen gegen das Verhalten der Geschäftsbanken gegen die Bauern mit einer Politik, die den »finanziellen Ausschluss« der Schwachen beendete. Doch diese Maßnahme hatte nur einen geringen tatsächlichen Effekt auf das Kreditgeschäft, was im Wesentlichen an den strikten Bedingungen lag, die die BIZ von Basel aus den indischen Banken auferlegte. (7)

Ähnliche Beschwerden hat auch Korea vorgebracht. In einem Artikel, der am 12. Dezember 2008 in der Zeitung Korea Times unter dem Titel »BIS Calls Trigger Vicious Cycle« (zu Deutsch: »Die Forderungen der BIZ lösen einen Teufelskreis aus«) erschien, wurde beschrieben, dass koreanische Unternehmer mit guten Sicherheiten von Koreas Banken keine Betriebskredite bekommen können, und das auch noch zu einer Zeit der Wirtschaftsflaute, in der eigentlich verstärkt investiert werden musste – und die Unternehmer daher leichter an Kredite herankommen sollten.

»Wie ein Analyst, der seinen Namen nicht gedruckt sehen möchte, erklärte, ›hat die [koreanische Zentralbank] Bank of Korea seit dem vollen Ausbruch der Finanzkrise im September den Banken mehr als 35 Billionen Won [ca.24,5 Mrd. Euro] zur Verfügung gestellt. Doch das hat bisher überhaupt keine Wirkung gezeigt, da die Banken ihr Geld im Tresor verwahren. Sie gewähren einfach keine Kredite mehr und einer der stärksten Gründe dafür ist, dass sie alle ihre von der BIZ verlangte Eigenkapitalquote hoch genug halten, damit sie überleben können‹, erklärte er.«

»Chang Ha-joon, ein Ökonomieprofessor an der Cambridge University, stimmt diesem Analysten zu. ›Was die Banken jetzt in ihrem eigenen Interesse tun oder um ihre BIZ-Quote zu verbessern, geht gegen die Interessen der ganzen Gesellschaft. Das ist wirklich schlecht‹, erklärte Chang kürzlich in einem Telefoninterview mit der Korea Times.«

In einem Artikel, der am 2. Mai 2002 in der Zeitung The Asia Times veröffentlicht worden war, schrieb der chinesische Ökonom Henry C K Liu unter dem Titel »Global Economy: The BIS vs. National Banks« (zu Deutsch: »Globale Ökonomie: Die BIZ vs. nationale Banken«), dass der Basler Akkord die nationalen Bankensysteme gezwungen hat, »nach genau denselben Spielregeln zu funktionieren, wie die hochkomplizierten globalen Finanzmärkte, ohne Rücksicht auf die erforderliche Entwicklung ihrer nationalen Volkswirtschaften«. Liu schrieb:

»[D]ie nationalen Bankensysteme sind urplötzlich den harten Bedingungen des Basler Akkords über Eigenkapitalanforderungen unterworfen worden, die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gestellt werden; ansonsten müssen sie als Strafe wucherische Risikoprämien zahlen, wenn sie auf dem Interbankenmarkt internationale Kredite aufnehmen wollen … Plötzlich wird die Wirtschaftspolitik von Nationen von dem Profitinteresse von privaten Finanzinstitutionen bestimmt, die alle einem hierarchischen System angehören, das von den New Yorker Finanzhäusern kontrolliert und dirigiert wird. Dadurch entsteht der Zwang, dass sich nationale Bankensysteme privatisieren müssen …«

»Die Regularien der BIZ dienen nur dem einzigen Zwecke, das internationale private Bankensystem zu stärken, selbst wenn dadurch nationale Volkswirtschaften in Gefahr geraten … Der IMF und die von der BIZ regulierten internationalen Banken bilden ein Team: die internationalen Banken geben unbekümmert Kredite an Klienten in den Schwellenländern und erzeugen damit in diesen Ländern eine Krise bei den (in ausländischer Währung) abgerechneten Schulden; daraufhin taucht der IWF als Träger des monetären Virus im Gewand einer gesunden Währungspolitik auf; danach fallen dann die internationalen Banken im Namen der finanziellen Rettung wie Geier-Investoren über diese Länder her, um sich die dortigen Banken, die von der BIZ als kapitalschwach und insolvent eingestuft werden, einzuverleiben.«

Ironischerweise, so Liu, waren die rohstoffreichen Entwicklungsländer auf derartige Auslandsinvestitionen eigentlich gar nicht angewiesen, mit denen sie in die Schuldenfalle ausländischer Interessen gelockt wurden:

»Nach der staatlichen Geldtheorie [gemäß derer ein souveräner Staat die Macht hat, sein eigenes Geld zu schöpfen und in Umlauf zu bringen] kann jede Regierung alle erforderlichen Entwicklungsprojekte im eigenen Land mit der eigenen Währung finanzieren, um ohne Inflation die Vollbeschäftigung aufrechtzuerhalten.«

Als jedoch Regierungen in die Falle tappten, Kredite in Auslandswährungen zu akzeptieren, wurden ihre Länder zu »Schuldnernationen«, die den Regularien des IWF und der BIZ unterworfen waren. Sie wurden gezwungen, ihre gesamte Produktion auf den Export umzustellen, nur um die Devisen zu erwirtschaften, mit denen sie die Zinsen auf ihre Auslandskredite zurückzahlen konnten. Die als »kapitalschwach« eingestuften nationalen Banken mussten harte Auflagen erfüllen, die nur den berüchtigten »Konditionalitäten« vergleichbar waren, die der IWF den Schuldnernationen auferlegte, wie: »Erhöhung der Eigenkapitalquote, Kreditabschreibungen und Liquidationen sowie Restrukturierungen durch Verkäufe, Entlassungen, ›Gesundschrumpfen‹, Kostenabbau und Deckelung der Kapitalausgaben.« Liu schrieb:

»Entgegen aller Logik, nach der ein gesundes Bankensystem zu Vollbeschäftigung, Entwicklung und Wachstum führen soll, verlangen die Regularien der BIZ eine hohe Arbeitslosigkeit und weniger Entwicklung in nationalen Volkswirtschaften als fairen Preis für ein gesundes globales privates Bankensystem.«

Der letzte Dominostein, der fällt
Während die Banken im Entwicklungssektor bestraft wurden, weil sie die BIZ-Eigenkapitalanforderungen nicht erfüllten, haben große internationale Bankhäuser es geschafft, diese Regeln zu umgehen, obwohl sie dabei enorme Risiken eingingen, da sie sich im Derivategeschäft stark exponierten. Die Super-Banken umgingen die Basler Vorschriften folgendermaßen: sie trennten das »Risiko« eines Ausfalls von den eigentlichen Krediten ab, und verkauften es weiter an Investoren, wobei sie eine besondere Form der Finanzderivate benutzten, die als »credit default swaps« bekannt wurde – eine Art Tauschgeschäft mit Kreditausfällen bzw. deren Risiken.

Doch es war in den Spielregeln nicht vorgesehen, dass die US-Banken den Fängen der BIZ entkommen sollten. Als klar war, dass Amerikas Großbanken es geschafft hatten, den ersten Basler Akkord (»Basel I«) zu umgehen, kam es zu einem zweiten Akkord (»Basel II«). Diese neuen Regeln wurden zwar bereits im Jahre 2004 beschlossen, doch für die US-Banken galten sie erst im November 2007, nachdem Dow Jones-Index die Marke von 14.000 überschritten und damit ein Allzeit-Hoch erreicht hatte. Doch von da an ging es mit der US-Wirtschaft nur noch bergab. Basel II hatte auf die US-Banken den gleichen Effekt, den Basel I auf die japanischen Banken ausgeübt hatte: seit seiner Einführung müssen sie um ihr Überleben kämpfen. (8)

Die Bedingungen von Basel II verlangen von den Banken, den Wert ihrer marktfähigen Sicherheiten (z.B. Derivate, Zertifikate oder Immobilien) ständig an den jeweils gültigen »Marktpreis« dieser Sicherheit anzupassen; diese Regel wird im Branchenjargon als »mark to market« bezeichnet. (9) Theoretisch hat diese Regel einige Vorzüge, doch das Problem steckt im Zeitpunkt ihrer Aufstellung: sie galt erst ex post facto, also im Nachhinein, nachdem die Banken bereits große Bestände an kaum verkäuflichen Vermögenswerten in ihren Büchern stehen hatten. Kreditgeber, die vorher als kapitalkräftig genug gegolten hatten, um neue Kredite vergeben zu können, mussten plötzlich feststellen, dass sie bankrott waren. Zumindest wären sie bankrott gewesen, wenn sie – gemäß den Vorgaben dieser neuen Regeln – versucht hätten, ihre Vermögenswerte zu verkaufen. Der Finanzanalyst John Berlau beschwerte sich über diesen Sachverhalt folgendermaßen:

»Die Krise wird oft als ›Marktversagen‹ bezeichnet, und der Begriff ›mark-to-market‹ scheint das zu erhärten. Doch diese mark-to-market-Regeln sind zutiefst anti-marktwirtschaftlich und behindern die Preisfindungs-Funktion des freien Marktes … In diesem Fall verbieten die Anpassungsvorschriften es den Marktteilnehmern, ihre Vermögenswerte zu behalten, wenn sie die Preise nicht mögen, die der Markt in dem betreffenden Augenblick hergibt, und das ist eine wichtige Funktion des Marktes, die zur Preisfindung bzw. -bestimmung in allen Branchen von der Landwirtschaft bis hin zum Antiquitätenhandel beiträgt.« (10)

Die Verhängung der »mark-to-market-Regel« gegen die US-Banken führte umgehend zu einer Kreditklemme, in deren Verlauf nicht nur die US-Wirtschaft einen Abschwung erlitt, sondern auch die Volkswirtschaften in allen anderen Ländern der Welt. Anfang April 2009 hat die zuständige Finanzbehörde der amerikanischen Regierung (U.S. Financial Accounting Standards Board, FASB) diese mark-to-market-Regel schließlich entschärft; doch laut Kritikern ging diese Maßnahme nicht weit genug und wurde lediglich auf den Druck der Politiker und Bankiers vorgenommen, nicht aufgrund einer prinzipiellen Änderung der politischen Haltung der BIZ.

An dieser Stelle der Entwicklung können die Verschwörungstheoretiker punkten. Warum hat die BIZ die Regeln von Basel II nicht aufgehoben oder zumindest entschärft, nachdem klar geworden ist, welch katastrophale Konsequenzen sie hatten? Warum hat man tatenlos zugesehen, als die Weltwirtschaft zusammenbrach? Bestand das Ziel etwa darin, ein derart großes ökonomisches Chaos anzurichten, dass die ganze Welt sich mit Erleichterung in die wartenden Arme der BIZ samt ihrer privat geschaffenen globalen Währung stürzte? Die Anzeichen für ein Komplott verdichten sich …

__________

Fußnoten:

(1) Andrew Marshall, »The Financial New World Order: Towards a Global Currency and World Government«, Global Research (6. April 2009).

(2) Alfred Mendez, »The Network«, The World Central Bank: The Bank for International Settlements, copy_bilderberg.tripod.com/bis.htm.

(3) »BIS – Bank of International Settlement: The Mother of All Central Banks«, hubpages.com (2009).

(4) Ebenda.

(5) Joan Veon, »The Bank for International Settlements Calls for Global Currency«, News with Views (26. August 2003).

(6) Peter Myers, »The 1988 Basle Accord – Destroyer of Japan’s Finance System«, www.mailstar.net/basle.html (aktualisiert am 9. September 2008).

(7) Nirmal Chandra, »Is Inclusive Growth Feasible in Neoliberal India?«, networkideas.org (September 2008).

(8) Bruce Wiseman, »The Financial Crisis: A look Behind the Wizard’s Curtain«, Canada Free Press (19. März 2009).

(9) Siehe Ellen Brown, »Credit Where Credit Is Due«, webofdebt.com/articles/creditcrunch.php, 11. Januar 2009. (Deutsche Übersetzung: »Die Lösung der Kreditkrise: Kredit, wem Kredit gebührt«, Kopp-Online-Informationsdienst, 11. Januar 2009).

(10) John Berlau, »The International Mark-to-market Contagion«, OpenMarket.org (10. Oktober 2008).

Die Erstveröffentlichung dieses Artikels erfolgte in Global Research.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Basler Grossrat fordert flächendeckenden DNA-Test!

Brandstifter: Ganz Basel zum DNA-Test?

Von Andrea Müller.

Die Basler Regierung soll die gesamte Bevölkerung der Region Basel dazu auffordern, sich freiwillig einem DNA-Test zu stellen. Dies will der Basler Grossrat Heinrich Ueberwasser mit einer Interpellation erreichen.

Eine Schnapsidee, ein PR-Gag? Der EVP-Grossrat Heinrich Ueberwasser aus Riehen weist die Kritik von baz.online zurück: «Wenn die Behörden eine weniger schnapsmässige Idee haben, um den Täter zu finden, bin ich dankbar.»

Der zuständige Basler Regierungsrat, Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass, meint, er könne einem Grossrat nicht verbieten, eine solche Interpellation einzureichen, es stelle sich aber doch die Frage der Verhältnismässigkeit und auch der Praktikabilität.

Gesundheitsdirektor Carlo Conti nennt einen solchen Massen-DNA-Test gegenüber baz.online «ein nicht-praktikables und überrissenes Vorgehen». Damit werde die gesamte Bevölkerung unter einen Generalverdacht gestellt.

Aufgerufen zum Speichel-Test in der Region Basel wären - inklusiv Landkreis Lörrach, das angrenzende Elsass und das Baselbiet - rund 680'000 Menschen.

Auch dem Juristen, Heinrich Ueberwasser ist klar, dass es keine rechtliche Grundlage für eine Verpflichtung gebe, deshalb der Aufruf zum freiwilligen Test. Unumwunden gibt Ueberwasser zu, dass sein Vorstoss - der auf 20 Minuten Online publik wurde - auch eine Provokation sei, um die Regierung und die Behörden unter Druck zu setzen. Es müsse jetzt eine Lösung gefunden werden, die Bevölkerung Riehens sei wirklich verunsichert.

Der Riehener Gemeindepräsident Willi Fischer, nennt Ueberwassers Idee «Verhältnisblödsinn» und «Publizitätshascherei». Auch er mache sich Sorgen, schlafe häufig schlecht und hoffe auf eine rasche Aufklärung. Aber solche unpraktikabeln Extremvorschläge würden nicht zur Lösung beitragen.
(bazonline.ch/Newsnetz)

Erstellt: 05.02.2009, 11:37 Uhr

10 KOMMENTARE

Rolf Rychener
13:13 Uhr Die Basler Regierung soll die gesamte Bevölkerung der Region Basel dazu auffordern, sich freiwillig einem DNA-Test zu stellen Vielleicht glaubt Herr Überwasser der Täter kommt nicht nur freiwillig, sondern als einer der Ersten ...!! Dann bräuchte es nicht so viele Tests, ansonsten haben die zuständigen Labors auf Monate genug Arbeit. Na ja ...


Michael Schweizer
12:59 Uhr Dann, wenn unsere Herren Richter endlich in der Lage sind, die Ueberführten auch konsequent zu bestrafen, dann können wir uns vielleicht auch wieder damit befassen, wie wir Täter besser überführen können. Was nützt es, einen Täter zu fassen, wenn vor Gericht die Strafen am Ende bedingt verhängt werden? Lächerlich.


Jauslin Daniel
12:43 Uhr ich find diese brandstifterei ja auch völlig daneben und kriminell. allerdings gibt es schwerere verbrechen .... sollen dann wieder alle antanzen? der vorschlag müsste wenn schon heissen, dass alle bewohner flächendeckend dna-registriert werden. ob das wünschenswert ist?


Simon Wüest
12:19 Uhr Man kann Herrn Überwasser nicht verbieten, derartige Vorstösse einzureichen, aber man könnte ihn das nächste Mal nicht wieder als Grossrat wählen! Schade, dass es ein Advokat(!) nötig hat, sich wiederholt mit derart unverhältnismässigen und schlicht nicht durchführbaren Ideen zu profilieren, man denke da nur an den offenen Brief an Frau Oeri betreffend die FCB-Fans aus der Muttenzerkurve.


Pierre A. Sobol
12:19 Uhr Wann sind die nächsten Wahlen im Kanton? Korrekturen scheinen angesagt.


Roland Rawyler
12:12 Uhr Wenn jemandem die Ideen ausgehen, dann kommt eben das heraus, leider wissen wir nicht, wen wir wählen, diese Herrschaften entpuppen sich erst später, es lebe, ( lebte ) die " Deutsche Demokratische Republik " !!!


Ronnie König
12:11 Uhr Schnapsidee absolut! Kann man nicht von zukünftigen Ratsmitgliedern ein IQ-Test verlangen? Zudem dauert so eine Auswertung von DNA-Tests. Und was wenn nichts rauskommt? Was passiert mit den Proben? Unseren Behörden kann man leider nicht trauen!!! Toll diese Hilflosigkeit! Kaum ist ein Fall etwas schwieriger ist man bei uns am Ende mit dem Latein.


Stefan Stoessli
11:54 Uhr Auch eine Art die Wirtschaft anzukurbeln (ganz abgesehen wer das bezahlen soll): 680'000 Personen x CHF 350.- = CHF 238'000'000.- (mehr als eine Viertel Milliarde!!!) ...und dann noch freiwillig! ...denken unsere Politiker auch bevor sie reden?


Gerold Stamm
11:52 Uhr Da gibt's doch Ueberwachungssatelliten, die Ihre Bahnen über unseren Köpfen ziehen. Die Aufnahmen werden gespeichert und ausgewertet . Warum nicht einen "Rechtshilfeantrag" an die USA (NASA, CIA oder wer immer) die Aufnahmen der Tatnächte freizugeben?


Hansjackob Keller
11:49 Uhr Immer wieder frage ich mich, wer solche Politiker wählt? Immerhin: Wenn sich 500'000 zum Test melden (wer soll das bezahlen...), wissen die Strafverfolgungsbehörden zumindest, wer es NICHT war! Politiker-Profilierung zu JEDEM Preis?

Donnerstag, 4. September 2008

Basel tickt anders (Teil 2)

Basel-Stadt: Urbane Hybris

Von Urs Paul Engeler

Der Kanton Basel-Stadt ist nichts als Stadt. Das heisst vor allem: hohe Sozialausgaben, drückende Steuerlasten, rot-grüne Mehrheiten.

Zwischen St. Jakob und den Hafenbecken I und II in Kleinhüningen ist die Schweiz nur Stadt, Basel-Stadt. Genf, der andere Stadtkanton, hat ein Hinterland mit 45 Gemeinden und einer beachtlichen landwirtschaftlichen Produktion. Der Halbkanton Basel ist nichts als Stadt. Das mittelgrosse Riehen (20 800 Einwohner) und das Dörfchen Bettingen (1200 Bewohner) an der Anhöhe von St. Chrischona, die 429 Hektaren Wald, die 463 Hektaren Agrarland, die 14 Bauernhöfe, die 175 Kühe, 622 Schweine,53 Schafe, 19 Ziegen und 346 Hühner, die offiziell auch zum Kleinstkanton gehören, sind keine Faktoren, sondern Pittoresken, die aus Gründen der Vollständigkeit oder des Amüsements auf den hinteren Seiten der Statistik mit geführt werden.

Basel, wie die Basler im Chor meinen, ist die «innovative, pulsierende, vielschichtige, progressive, noble, witzige, offene, angenehme, originelle Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsmetropole», nicht allein das starke Zentrum der Nordwestschweizer Ecke, nein, darüber hinaus ein Stand mit internationaler Strahlkraft, das sperrangelweit offene Tor ins Ausland. Auf den Rheinbrücken, sagen schwärmend sensible Gemüter, atme man schon die Weite des Meeres. Der Kanton versteht sich als idealtypische Darstellung der modernen helvetischen Urbanität, die durch kein unfein-agrarisches Umland gebrochen wird: einfach toll, total trendig, liberal, grün und immer sehr sozial.

Im grossen schweizerischen Städtevergleich des Wirtschaftsmagazins Bilanz, das fünfzig Faktoren von «Arbeitsmarkt» bis «Zufriedenheit» analysierte, rangierte Basel vor einem Jahr allerdings erst auf Rang 47, knapp vor Jona SG.

Es gebe, sagen nüchtern rechnende Wirtschaftsführer, keine einzige Statistik, in der Basel-Stadt nicht einen Negativrekord halte oder zumindest die Spitzengruppe ziere: Der Kanton habe die höchste Arbeitslosenquote der Deutschschweiz, unterhalte am meisten IV-Rentner, füttere die grösste Zahl von Sozialhilfebezügern durch, ziehe die meisten Ausländer an (derzeit sind es, trotz grosszügiger Einbürgerungspraxis, bereits 31,6 Prozent), zähle die meisten Dienstuntauglichen, treibe schrecklich hohe Steuern und Abgaben ein, weise die höchste Beamtendichte des Landes aus (fast jeder zehnte Basler ist Funktionär!) und die mit Abstand kolossalsten Personalkosten (gut 10 000 Franken pro Kopf der Bevölkerung). Nirgends in der Schweiz wuchert der Staat wie hier.

Kein Wunder, folgern die Betrachter dieser Zahlenreihen, verliere der Kanton (trotz der wachsenden Nebenstellen Riehen und Bettingen) seine Bewohner: In den letzten fünfzehn Jahren ist die Bevölkerung von rund 200 000 Personen auf gut 187 000 geschrumpft; die Prognostiker rechnen mit einer weiteren Entleerung um rund fünf Prozent, vor allem im Stadtgebiet. Jeder siebte Schweizer, vor allem aus dem Mittelstand mit Kindern, hat seit 1990 den Kanton verlassen; das Vakuum füllten und füllen, in dieser Reihenfolge, Deutsche, Italiener, Türken, Serben. Mittlerweile beherrschen Fremdsprachige erste Kleinbasler Quartiere und Schulen, so das landesweit bekanntgewordene Bläsischulhaus mit seinen Schweizer-freien Klassen.

«Bei der Suche von Kaderpersonal wirkt Basel abschreckend», klagt Rolf Schäuble, Aargauer und erster Nichtbasler an der Spitze des Versicherungskonzerns Bâloise: Umsiedeln wolle niemand. Schäuble zielt auf die Steuerlast und die sozialen Entwicklungen. Mit Ausnahme des künftigen Konzernchefs wohnen alle Spitzenkräfte der Bâloise-Gruppe ausserhalb des Kantons. Ähnlich sind die Verhältnisse in den oberen Etagen der Pharmariesen Novartis und Roche. Novartis-Präsident Daniel Vasella, zwar Ehrendoktor der Universität, soll, um mit den Basler Realitäten nicht in Berührung zu geraten, gar per Helikopter von Risch im steuergünstigen Kanton Zug zur Arbeit einfliegen. In der Stadt sieht man die Wirtschaftsführer so gut wie nie.

Tradition, Stil und Reichtum
Für Regierungsrat Ralph Lewin (SP), der nach zwölf Jahren als Vorsteher des Wirtschafts- und Sozialdepartements zurücktritt, sind diese Klagen Produkt einer falschen Optik. «Man vergleicht immer Kantone mit Kantonen und vergisst dabei, dass Basel, auf wenigen Quadratkilometern eingeklemmt zwischen Deutschland, Frankreich und Basel-Landschaft, kein Hinterland hat, keine Möglichkeit zum Ausgleich und zur Ausdehnung. Basel ist der Kern einer Kernstadt.» Würden die Zahlen der städtischen Gebiete einander gegenübergestellt, dann läge der Kanton im schweizerischen Schnitt, «denn Basel ist kein Sozialparadies; unsere Leistungen liegen zum Teil tiefer als in Zürich». Dass über sieben Prozent der Basler IV-Fälle sind, kann Lewin aber auch mit diesem Hinweis nicht wegwischen: «Wir haben das Phänomen analysiert; ein Drittel der Fälle ist nicht erklärbar. Vielleicht liegt es an der Einstellung der Ärzte.» Im Übrigen seien die Steuern, wirksam per 2009, erst gesenkt worden.

Der Streit um Zahlen und ihre Bedeutung illustriert eine Basler Spezialität mit langer Geschichte: Selbstdefinition und Aussenwahrnehmung klaffen nirgends so weit auseinander wie hier am Rheinknie. Die stolze Stadt mit Tradition, Stil und Reichtum hat es sich stets verbeten, von andern beurteilt und gar gerügt zu werden. Dass sie in ihrer Besonderheit und Herkunft vor allem sich selbst gefällt und genügt, war bereits den alten Eidgenossen südlich des Juras oft säuerlich aufgestossen. 1501 hat Basel sich dem Bund zwar angeschlossen, aber, bedingt durch seine Lage und das hochgeschraubte Selbstverständnis als Universitäts- und Handelsstadt, stets eine eigene Politik betrieben. Trennlinie bis heute ist das spitz und oft snobistisch artikulierte «Baaseldytsch», das als niederalemannischer Dialekt der badischen Mundart ähnlicher ist als dem hochalemannischen Schweizerdeutsch. Kaum ein Basler Politiker hat sich im schweizerischen Raum profiliert: Der erste, Johann Rudolf Wettstein, der 1648 die formelle Unabhängigkeit des Landes erreicht hatte, war ein zugewanderter Zürcher; der vorerst letzte, Helmut Hubacher, langjähriger SP-Präsident, ist ein Berner.

Die urbane Hybris hat Basel die Wunde zugefügt, die bis heute nicht verheilt ist: die Abtrennung der Landschaft im Jahre 1833 nach einem blutigen und schliesslich brutalen Bürgerkrieg mit über 60 Toten. Die Baselbieter hatten mit ihrer Erhebung gegen die Stadt,die sie bevormundete und wirtschaftlich aussaugte, gar nicht die Autonomie, sondern nur die gleichen Bürgerrechte verlangt. Während in andern Kantonen ähnliche Konflikte geregelt werden konnten, reagierten die beleidigten Basler mit dem «törichtsten Beschluss ihrer Geschichte», wie Historiker werten: mit einem Ultimatum, das die Landschäftler in die Unabhängigkeit trieb. Wie sehr die städtischen Verlierer noch heute leiden, zeigte sich am 3. August, als die Baselbieter in einer 175-Jahr-Feier der Entscheidungsschlacht an der Hülftenschanz bei Pratteln gedachten: Die Stadt stellte bewusst keine Delegation.

Dafür will sie unter immer neuen Titeln immer mehr Geld von der Landschaft. Der öffentliche Verkehr, Universität, Kinderspital oder Geriatrie sind partnerschaftlich finanziert. Mittlerweile liefert das Baselbiet 223 Millionen Franken in die Stadt; das sind 30 Prozent der Steuern der natürlichen Personen. Die ultimativ formulierten Forderungen, das Land müsse den Neubau eines «Messezentrums 2012» (50 Millionen), den elitären Theaterbetrieb (weitere 19 Millionen) und auch das Ballett (15 Millionen) mittragen, reissen die Gräben neu auf. Ein Stadtkanton mit einem Volkseinkommen von rund 22 Milliarden Franken pro Jahr, sagen die Baselbieter und schiessen, giftiger und selbstbewusster geworden, zurück, müsste seine Bedürfnisse eigentlich selbst finanzieren können.

Diskretes Geld
Ungleicher als in Basel ist das Geld nirgends verteilt in der Schweiz. 0,5 Prozent der Basler (das sind 850 Menschen) besitzen die Hälfte aller Vermögen, die im ganzen Kanton angehäuft wurden, hat der Soziologe Ueli Mäder in seiner Untersuchung «Reichtum in der Schweiz» eruiert. Das alte Basler Geld, im Besitz des inneren Kerns des Daigs, steckt in Beteiligungen an den Pharmagiganten Novartis und Roche, im Basler Teil der UBS (Bankverein), in der Ciba, Clariant, Bâloise, Syngenta oder in der Manor AG etc. Die diskrete Geld-Aristokratie tritt im Business kaum in Erscheinung. Das Patriziat lässt seine Millionen und Milliarden von auswärtigen Spitzenmanagern verwalten und vermehren. Die Renditen reichen für vielfältiges privates Mäzenatentum, kulturelles wie sportliches Spektakel (über dreissig Museen und der FC Basel); sie garantieren überdies, dass die Stadt vornehm auf leicht zu grossem Fuss leben, die Habenichtse mit Beihilfen ruhigstellen und den politischen Frieden geniessen kann. Tauchen ab und zu doch Probleme und Engpässe auf, sind daran die renitenten «Rampasse» aus dem Baselbiet schuld.

Rund ein Drittel der Staatseinnahmen stammt direkt von den Unternehmen. Ihre Wünsche sind Sachzwänge, die kaum diskutiert werden; ihre Projekte die (einzige) städtebauliche Dynamik. 3,5 Milliarden Franken investiert Novartis in seinen streng abgeriegelten Campus des Wissens am linken Rheinufer. Die Hafenanlage St. Johann musste weichen; nicht nur Quartiergassen werden stillgelegt, sogar die Durchgangsachse Hüningerstrasse wird für das Konzept «The City within the City» geschlossen. Internationale Stararchitekten stellen den 10 000 Gehirnen, die hier forschen, entwickeln und produzieren werden, das stilvollste Ambiente bereit.

Die territoriale Abgrenzung, die andernorts epische Kontroversen provoziert hätte, wurde mit Zunicken und Beifall von rechts bis links abgesegnet. Auch Helmut Hubacher freut sich. «Ein enormer Qualitätszuwachs, eine einmalige, grossartige, unglaubliche Entwicklung», sagt er. Und Konkurrent Roche fühlte sich gefordert, das grossflächige Novartis-Monument mit einem monströsen, 163 Meter hohen und 550 Millionen Franken teuren Turm zu kontern («Bau 1» der Basler Vorzeige-Architekten Herzog & de Meuron). Das kubisch gedrehte Wahrzeichen wird das Stadtbild neu zeichnen. Basel-Stadt ist dann definitiv der Kanton Novartis-Roche.

Die Politik spielt in diesem System keine Rolle, zumindest keine relevante. In der Vorwahlzeit werden zwar beflissen einige Plakate mit unbekannten, aber «kompetenten» Köpfen aufgestellt. Ein umstrittenes politisches Thema ist indes nirgends auszumachen: keine Parolen, kein Kampf, nur freudloses Markieren von Präsenz. «Basel ist faktisch ein Ein-Parteien-Staat», analysiert ein langjähriger Politbeobachter: «SP-Leute, Liberale oder FDP-Vertreter sind mittlerweile beliebig austauschbar.» Für solch parteiübergreifende Harmonie braucht es auch nur ein Medium, die Basler Zeitung (BaZ).

Die «pragmatisch» agierenden Linken seien hier die «besseren Bürgerlichen», stellt die BaZ denn auch fest. Die Grünen und Linken ihrerseits rühmen die nominell bürgerlichen Parteien für ihre «Offenheit». Die grosse Liebe der früheren Rechten zu den Linken ist so tief und intensiv, dass Peter Malama, FDP-Nationalrat und Direktor des Gewerbeverbandes, den roten Kandidaten ins Amt eines Regierungsrats lobt und so die rot-grüne Mehrheit zementiert.

Gilde der Einträchtigen
Hauptsache, die oppositionelle SVP, als «unbaslerische» und somit «unschickliche» Partei gemieden wie die Pest, bleibt draussen. Zwar ist die junge Volkspartei mit einem Wähleranteil von knapp 18 Prozent hinter der noch immer dominierenden Sozialdemokratie die zweitstärkste politische Kraft, artikuliert den Unmut, den es auch gibt, lanciert nicht erfolglose Referenden, schwierige Steuersenkungs-Initiativen und drängt in die Regierung. Doch die Störenfriede bewirkten bis jetzt nur den noch engeren Schulterschluss der linken und traditionell bürgerlichen Parteien.

Politische Widersprüche werden gar nicht thematisiert. Obwohl das industrialisierte und geschäftige Basel eine Rekordmenge von Energie konsumiert, produziert es selbst keine einzige Kilowattstunde und schreibt der übrigen Schweiz erst noch vor, wie sie den Strom, den Basel benötigt, zu generieren habe. In der Verfassung steht - ein Unikum - der Passus, dass der Kanton sich gegen jeden Bau eines Kernkraftwerks offiziell zur Wehr setzen müsse.

«Basel ist ein schwieriger Ort, um Politik zu machen; es ist völlig in sich gekehrt, hat nur den FCB und die Fasnacht», spottet der SVP-Nationalrat und Medizinprofessor Jean Henri Dunant. Obwohl der aristokratisch wirkende Mann in Basel aufgewachsen ist, ist er offenbar stolz Nichtbasler zu sein und nicht zur Gilde der Einträchtigen zu zählen. Dunants Lebenslauf beginnt denn auch mit dem Eintrag, der alle Bebbis schmerzen muss: «Bürger von Genf».

Immerhin: Basel figuriert in der aktuellen Planung des Bundes, neben Zürich und dem Genferseebecken, als «Metropolitanraum» und geniesst so Priorität bei der Verteilung von Bundessubventionen für Infrastrukturbauten. Den Verbleib in der ersten Liga hat es allerdings nicht der eigenen Stärke und den wirtschaftlichen Aussichten zu verdanken. In den Konzeptentwürfen war Basel bereits als Ableger Zürichs definiert. Nur eine diskret nachgeschobene Lobby-Eingabe der Architekten Herzog & de Meuron hat Basel (vorerst) gerettet.

Der skeptische Blick von aussen beunruhigt jedoch weiterhin keinen Basler. «Es gibt», beschliesst Ralph Lewin die Selbstdarstellung, «sehr viele Orte auf der Welt, die mit uns würden tauschen wollen.»