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Freitag, 27. Mai 2011

Das Gold der Schweiz

Rettet das Gold der Eidgenossen!

von Luzi Stamm*

Die Schweizer Nationalbank hat ohne demokratische Kontrolle Edelmetallreserven verkauft. Nun soll per Volksabstimmung weiteren Veräusserungen ein Riegel vorgeschoben werden.

Bis vor zehn Jahren besass die Schweiz pro Kopf der Bevölkerung weltweit die weitaus grössten Goldreserven. Immer wieder wurde betont, ein Verkauf dieses «Volksvermögens» komme nicht in Frage. So erklärte zum Beispiel am 19. Juni 1995 das damalige Direktoriumsmitglied der Nationalbank, Jean Zwahlen: «Um es ganz offen zu sagen: Die Schweizer Nationalbank beabsichtigt in keinster Weise, ihre Goldreserven zu verkaufen. […] Für Tausende von Jahren stand Gold für Wohlstand und Status, für Vertrauen und Verlässlichkeit. Die Loyalität der Nationalbank gegenüber Gold stärkt ohne Zweifel ihren Ruf und ihre Glaubwürdigkeit.»

Kurz darauf war alles anders

Wie eine Bombe schlug am 5. März 1997 die Rede von Minister («Bundesrat») Arnold Koller im Nationalrat, unserem Bundesparlament, ein, als er aus heiterem Himmel propagierte, die Nationalbank solle für 7 Milliarden Franken «überflüssige» Goldreserven verkaufen.
Damals stand die Schweiz wegen «nachrichtenloser Vermögen» und angeblicher Fehler während des Zweiten Weltkriegs in der Kritik. Bundesrat Koller propagierte deshalb eine 7-Milliarden-Solidaritätsstiftung (unter anderem für Holocaust-Opfer), finanziert durch Goldverkäufe. Die Solidaritätsstiftung wurde zwar vom Volk an der Urne verworfen – verkauft wurde das Gold trotzdem: ab 2001 vorerst 1300 Tonnen, täglich während rund fünf Jahren 1 Tonne! Kaum war diese Aktion beendet, folgte der Verkauf weiterer 250 Tonnen; wiederum entgegen den vorgängigen Zusicherungen.
Bis 2001 besass unsere Nationalbank mit ihren 2590 Tonnen Gold noch volle 8 Prozent des gesamten behördlichen Goldes weltweit; eine enorme Reserve für ein Land von der Grösse der Schweiz.
Noch 1998 rühmte unsere Regierung («Bundesrat») diesen hohen Goldbestand mit folgenden Worten (amtliches Bulletin): «Die Deutschen haben etwa 3000 Tonnen Gold und 90 Millionen Einwohner. Wir haben 2600 Tonnen und 7 Millionen Einwohner. Die USA mit sehr viel mehr Einwohnern haben 8000 Tonnen, also nur ungefähr das Dreifache der Schweiz.»
Das hinderte die Schweiz nicht daran, kurz danach massive Goldverkäufe anzukündigen. Am 20. Mai 1999 erklärte der ehemalige amerikanische Notenbankpräsident Alan Greenspan vor dem amerikanischen Housebanking Committee: «Es ist ziemlich offensichtlich, dass Zentralbanken sich darüber im klaren sind, dass – wenn sie Goldverkäufe ankündigen – der Preis sinkt und niedrigere Notierungen ihnen tiefere Erlöse bringen. Kein Händler mit nur ein bisschen Selbstrespekt würde je eine solche Dummheit begehen.»
Die Schweizer Nationalbank aber hat im voraus angekündigt, sie werde die Hälfte ihres Goldes verkaufen.
Entsprechend miserabel war der Verkaufspreis. Schon zwei Jahre nach dem Verkauf hätte das Gold rund doppelt so viel Wert gehabt. Hätten wir die verkauften 1550 Tonnen heute noch, hätte die Nationalbank rund 70 Milliarden Franken mehr an Gold-Reserven (in Zahlen 70 000 000 000 Franken, umgerechnet etwa 45 000 000 000 Euro).
Zu betonen ist, dass sich unsere Bevölkerung nie zur Frage äussern konnte, ob Gold verkauft werden soll oder nicht; auch wenn es dabei um ihr eigenes Volksvermögen ging. Die politischen Diskussionen und die Volksabstimmungen betrafen nie die Frage des Verkaufs, sondern nur immer die Frage, wie ein Verkaufserlös verteilt werden solle.
Nicht einmal das Parlament hat je über den Goldverkauf abgestimmt. Allerdings muss es sich den Vorwurf gefallen lassen, dass es die gesetzlichen Möglichkeiten zum Goldverkauf erleichtert hat, wobei die meisten Parlamentarierinnen und Parlamentarier irregeführt wurden und nicht merkten oder gar nicht merken konnten, welche Auswirkungen die diversen Gesetzesrevisionen haben.
Die Goldverkäufe wurden immer im allerkleinsten Kreise abgesprochen und entschieden. Das war schon bei den Plänen zur erwähnten Solidaritätsstiftung so: Die Idee des Goldverkaufs im Wert von 7 Milliarden Franken (umgerechnet etwa 4,5 Milliarden Euro) wurde von Direktor Hans Meyer (einem der damaligen drei Direktoren der Nationalbank) dem damaligen Bundesrat Kaspar Villiger bei einem Waldspaziergang «verkauft».
Die geltende Regelung ist ebenso einfach wie besorgniserregend: Die drei Mitglieder des Nationalbankdirektoriums können im Alleingang beschliessen, ob und wieviel Gold verkauft wird. Sie brauchen nicht einmal grünes Licht vom Bundesrat.
Per l. Januar 2000 trat die neue Schweizer Bundesverfassung in Kraft. Auch wenn nichts dergleichen in der Verfassung steht, wird behauptet, damit sei die Goldbindung des Schweizerfrankens aufgehoben ­worden.
Kaum war die neue Bundesverfassung in Kraft, begannen die massiven Goldverkäufe mit der Begründung, die Nationalbank habe riesige Gewinne erzielt. Die «Neue Zürcher Zeitung» schrieb am 5. Januar 2001 euphorisch: «Goldsegen für die Nationalbank, 25,4 Milliarden Franken Netto-Aufwertungsgewinn.»
«Goldsegen»? Die Nationalbank hatte kein Gramm zusätzliches Gold erhalten! Sie hatte nur ihr Gold neu bewertet: Vom bisher gesetzlich fix vorgeschriebenen Umrechnungs-wert von 4595 Franken pro Kilogramm (umgerechnet etwa 3300 Euro) wurde das Gold in den Nationalbank-Büchern auf den aktuellen Marktpreis hinaufkorrigiert, welcher in jenem Moment 15391 Franken pro Kilo (umgerechnet etwa 11 000 Euro) betrug.
Indem das Gold mit diesem «Buchhaltertrick auf höchster Ebene» einfach zu einem viel höheren Preis verbucht wurde, wurde angeblich nicht mehr benötigtes Gold geschaffen, um einen Verkauf zu rechtfertigen.
Indem kurzerhand via Gewicht statt via Wert argumentiert wurde, wurde und wird dem Bürger Sand in die Augen gestreut. Wer die Nationalbank-Statistik liest, erkennt nicht, dass die Goldmenge sinkt, wenn gleichzeitig der Buchwert des Goldes nach oben korrigiert wird und somit das Total «Menge mal Preis» steigt. Bei steigenden Goldpreisen meint der Bürger, es gebe einen «Goldsegen», selbst wenn laufend Gold verkauft wird.
Das «Volksvermögen Gold» wurde ab 2001 nicht nur laufend verkauft. Auch verweigerten Nationalbank und Bundesrat die Auskunft, wo sich das noch verbliebene Gold befindet. Misstrauisch geworden, begannen Parlamentarier – von links bis rechts – Fragen zu stellen: Wo ist das Schweizer Gold eingelagert? Liegt es teilweise im Ausland? Ist es eventuell ausgeliehen und gar nicht mehr vorhanden?
Jede Antwort des Bundesrats musste noch misstrauischer machen, denn die Fragen wurde schlichtweg nicht beantwortet. Berühmt wurde die Antwort von Bundesrat ­Kaspar Villiger im Nationalratssaal auf die Anfrage von Nationalrat Paul Günter (2003): «Wo diese Goldbarren nun genau liegen, kann ich Ihnen leider nicht sagen, weil ich es auch nicht weiss, es nicht wissen muss und es nicht wissen will.»
Zwischen Gold und «Goldforderungen» besteht ein riesiger Unterschied: Goldforderungen – inklusive ausgeliehenem Gold – bestehen nur auf dem Papier. Nur wer Gold real besitzt, hat dieses auf sicher. Ein Anspruch auf Goldzahlung kann nur durchgesetzt werden, wenn der Schuldner dieses noch hat und zurückgeben will und kann. Die gemäss ­Nationalbank-Statistik ausgeliehenen 328 Tonnen Gold sind also nicht nur an unbekanntem Ort, sondern eventuell nicht mehr vorhanden und im Notfall gar nicht mehr einbringbar.
Vor diesem Hintergrund wird unsere Partei eine Volksabstimmung initiieren, in der drei Eckpunkte durchgesetzt werden sollen: Weitere Goldverkäufe durch die Nationalbank werden untersagt; sämtliches Nationalbank-Gold ist im Inland zu lagern; wenn die Nationalbank ihre Reserven erhöht, indirekt also die Geldmenge vergrössert, muss sie auch ihren Goldbestand angemessen erhöhen. •

*Der Rechtsanwalt und Ökonom Luzi Stamm ist seit 1991 Nationalrat (Bundesabgeordneter) der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Der Text ist ein Auszug einer im Sommer erscheinenden Broschüre, die über luzi.stamm@parl.ch zu bestellen ist.

Quelle: compact, Ausgabe 5/2011
www.compact-magazin.com

Mittwoch, 11. November 2009

Das US-Finanzsystem - eine Zeitbombe

Best of Griffin: Sieben Dinge, die Sie unbedingt über das US-Finanzsystem und seine globalen Auswirkungen wissen sollten

Susanne Hamann

Die »Fed« ist der Drachen des modernen Finanzsystems: Sie ist in aller Munde, schwer zu packen und eine Bedrohung für die Bürger. Kaum ein Tag vergeht, an dem keine skandalösen Neuigkeiten über die US-Zentralbank in den Zeitungen zu lesen ist. Doch worum geht es in dem mit ihr verbundenen Finanzdesaster eigentlich? Und was macht es so bedrohlich für den Einzelnen? G. Edward Griffin, Filmemacher, Finanzberater und Autor des Bestsellers »Die Kreatur von Jekyll Island« hat die Antworten.
Seit den 1960er-Jahren kämpft Griffin in zahlreichen Vorträgen, politischen Dokumentationen und Artikeln für das Wohl der Bürger, das für ihn auf zwei Säulen ruht: Gesundheit und Freiheit.

Eben jene Freiheit des Bürgers ist es auch, die er durch die Machenschaften der Fed gefährlich bedroht sieht. Neben diversen Büchern zum Thema Krebs veröffentlichte Griffin deshalb den Bestseller Die Kreatur von Jekyll Island. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt und diente Senator Ron Paul als Grundlage für eines der Kapitel seines Bestsellers »The Revolution: A Manifesto«.

Lesen Sie hier Griffins sieben wichtigste Botschaften über unser Finanzsystem:

1. Geld hat keinen Wert
»Geld regiert die Welt«, ein Satz, den niemand anzweifelt.

Aber haben Sie sich schon einmal folgendes gefragt:

Wer regiert über das Geld? Wie regiert er über das Geld? Von wo aus regiert er? Regiert er das gesamte Geld? Und um von vorne anzufangen: Was ist Geld überhaupt?

In Deutschland wurde Papiergeld erst im 19. Jahrhundert voll und ganz akzeptiert. Spätestens ab dem 20. Jahrhundert fand es dann seine internationale Verbreitung. Die Vorstellung, dass unser Zahlungsmittel, und damit seine Legitimität, eine uralte Tradition hat, ist also ein großer Irrtum.

In früheren Tagen tauschte man viel mehr realen Wert gegen realen Wert beziehungsweise Arbeit gegen Arbeit. Somit war eindeutig und offensichtlich, warum etwas als Tauschmittel benutzt wurde: Die Arbeit, die hinter der Förderung von Silber und Gold steckte, und die Seltenheit beider Edelmetalle entsprachen zum Beispiel dem Aufwand und den Materialkosten, die es brauchte, um ein Haus zu bauen, und so wurde das Eine gegen das Andere getauscht.

Heutzutage besteht unser Geld jedoch weder aus Gold- noch Silbermünzen und es ist auch nicht an die Kurse der beiden Edelmetalle gebunden. Realistisch betrachtet haben unsere Scheine folglich keinen anderen Wert als Monopoly-Geld.

Allein ein rechtsstaatliches Dekret verleiht unserem Geld seine Kaufkraft und zwar durch Sanktionen. Jeder, der diesem Gesetz zuwider handelt, muss mit Gefängnisstrafen rechnen. Der Bürger darf keine Scheine stehlen, ohne ins Gefängnis zu wandern. Er darf aber auch kein eigenes Geld drucken oder gar eine neue Währung erfinden, das ist allein das Monopol des Staates – und der Fed.

In der Wirtschaftsgeschichte wird dieses rein juristisch geschaffene Geld »Fiat-Geld« genannt. Dabei ist die Anspielung an das Bibelwort durchaus gewollt. Der Begriff »fiat« ist lateinisch und bedeutet »es werde«, hier wird allerdings nicht Licht, wie es in der Bibel heißt (fiat lux – »es werde Licht«), sondern es werde Geld (»fiat argentum«). Wie dabei tatsächlich Geld aus dem Nichts geschaffen wird, können Sie unter Punkt 4 nachlesen.

Heute muss diese gesetzliche Vorlage niemand mehr durchsetzen. Inzwischen ist der Bürger bereits auf das aktuelle monetäre System eingeschworen. Medien und Universitäten singen alle das gleiche Lied: Das gültige Finanzsystem ist das Beste, Rückschläge gehören eben dazu. Und es wirkt: Der allgemeine Nebelzustand verhindert kritische Fragen.

Aber wer hat eigentlich etwas davon, wenn der Geldwert frei manipulierbar ist?

»Ich fürchte, dass es dem Bürger nicht gefallen wird, wenn er hört, dass die Banken nicht nur Geld schaffen und zerstören können, sondern eben dies auch tun. Und jene, die das Kreditvermögen der Nation kontrollieren, lenken gleichermaßen die Politik der Regierungen und halten das Schicksal der Menschen in ihrer leeren Hand.« – Reginald McKenna, Vorsitzender der Midland Bank in London

2. Die Regierung hat in der Geldpolitik kaum etwas zu melden
Die Zentralbank der USA hat die Befugnis, den US-Dollar zu drucken und vergibt Kredite in hundertfacher Billionenhöhe an die Regierung. Sollte man da nicht erwarten, dass sie eine Staatsinstitution ist, die die finanziellen Interessen der amerikanischen Bevölkerung zur Grundlage hat?

Das Gegenteil ist der Fall: Die Fed ist in keiner Weise Teil des Regierungsapparates. Sie ist nicht einmal verpflichtet, die landeseigene Währung und Wirtschaft (und damit die US-Bevölkerung) zu schützen, und das trotz ihrer Zusammenarbeit mit der Regierung. Sie und ihre Zweigstellen sind laut Griffin vielmehr das größte Kartell der USA und Europas.

Vergleichbar mit dem Zusammenschluss von Firmen beispielsweise zu einem Öl-Kartell, haben sich im Jahr 1910 die mächtigsten Banker von New York verbündet. Da inzwischen die Rockefellers und die Warburgs die mächtigsten Finanzinstitute der Wall Street besaßen, musste für eine Art Verhaltenskodex gesorgt werden, um die immense Macht zu kontrollieren. Eine Zentralbank löste da sämtliche Probleme: Einerseits wurde gesichert, dass sich die Mitglieder des Kartells an die Vereinbarungen hielten. Nachdem die Kartell-Regel Gesetz ist, wird ein Verstoß mit harten Strafen bis zu Gefängnis geahndet. Andererseits konnten die Banker damit den Markt kontrollieren und gefährliche Konkurrenz rechtzeitig ausschalten. Zum Dritten erhielten sie eine Art »Freibrief« vom Fiskus, der es ihnen erlaubte, ihre eigenen monetären Interessen unter dem Credo staatlicher Geldpolitik durchzusetzen. Und zu guter Letzt hatten sie im Steuerzahler den ewigen Finanzier ihres Reichtums gefunden, da dieser für die vom Staat bei der Fed aufgenommenen Schulden letztlich aufkommen müssen würde.

Während das amerikanische Volk also glaubt, dass die Zentralbank den Bürger und seine finanziellen Interessen schützt, handelt die Fed tatsächlich genauso wie jedes Kartell: Sie schützt die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder. Natürlich soll dies auf eine Weise geschehen, die die »goldene Gans«, wie Griffin die USA in diesem Zusammenhang nennt, nicht tötet.

Wie es die Umstände, die zur aktuellen Finanzkrise geführt haben, beweisen, wird für das Kartell das finanzielle Wohl seiner Mitglieder immer eine höhere Priorität haben als das der Bürger.

Aktuell: Obama und die Fed: Das »neue« Machtzentrum des amerikanischen Finanzsystems

Narrenfreiheit für die Fed: Obwohl inzwischen allgemein bekannt ist, dass die Politik der Fed eine wesentliche Ursache der aktuellen Finanzkrise ist, wird sie weder belangt, noch zur Rechenschaft gezogen oder zumindest geschwächt. Tatsächlich ist das gar nicht möglich, da sie durch den »Fed-Act« rechtlich geschützt wird. Die FAZ zitierte am 12.07.2009 den Experten Allan Meltzer dazu: »Es fällt mir kein einziges Beispiel ein, wo die Fed eine Krise verhindert oder Maßnahmen ergriffen hätte, um eine Reihe von Bankzusammenbrüchen zu verhindern«. Allan Meltzer ist Professor an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh und als einer der wichtigsten Experten in Sachen Finanzpolitik bekannt.

Unglaublich scheint es da, dass Obama nun den Beschluss gefasst hat, die Fed zum ultimativen Kontrollinstrument des Finanzsystems zu machen. Dadurch erhalten die Institution und ihre Eigner mehr Macht als jemals zuvor. Die US-Notenbank, die großen privaten Bankern gehört, soll im Zuge dieses Plans die Kontrolle über Banken, Versicherungen und die bislang weitgehend unkontrollierten Hedge-Fonds übernehmen sowie über alle »systemrelevanten« Industriekonzerne wie General Motors, General Electric, IBM, Microsoft etc.

Doch damit nicht genug. Laut einem neuen Gesetzesentwurf soll die Fed nun auch die Befugnis erhalten, Institute zu zerschlagen und in die interne Firmenpolitik von Unternehmen einzugreifen. In dem neuen »Financial Stability Improvement Act« heißt es im Abschnitt 1104, Paragraf fünf: »Sofern der Rat der Fed feststellt, dass die Größe einer Finanzholding-Gesellschaft oder das Ausmaß ihrer Aktivitäten eine Bedrohung für die finanzielle Stabilität der Vereinigten Staaten darstellt, hat der Rat die Möglichkeit, das jeweilige Unternehmen zum Verkauf von Vermögenswerten, auch außerhalb der Bilanz, und zum Unterlassen von Aktivitäten aufzufordern. Außerdem darf sie Auflagen für das Weiterführen der Aktivitäten machen.« All das für die Sicherheit der USA, versteht sich.

Fragt sich nur, wer außer Obama traut der neuen Fed-Polizei?

»Das finanzielle System wurde in die Hand des Federal-Reserve-Vorstandes gegeben. Dieser Vorstand wird von einer rein profitorientierten Gruppe dazu autorisiert, das Finanzsystem zu verwalten. Das System ist nun also privat, und wird ausschließlich zu dem Zweck geführt, den größten Profit aus dem Geld anderer Leute zu schlagen.« – Kongressabgeordneter Charles A. Lindbergh sen., 1923

3. Die Fed gehört den reichsten Bankern der Welt
Wie erwähnt trafen sich im Jahr 1910 die sieben mächtigsten Finanziers ihrer Zeit auf der Insel Jekyll Island, um die Fed ins Leben zu rufen. Die Küste von Georgia war ein optimaler »Geburtsort« für die Institution. Die superreichen Familien verbrachten dort ohnehin den Winter, und die privaten Villen boten den Finanzriesen die nötige Privatsphäre. Alles sollte hinter verschlossenen Türen geregelt werden, insbesondere um keine Aufmerksamkeit in Washington zu erregen. Um die Geheimhaltung des Treffens sicher zu stellen, wurde einiges unternommen: Die Banker reisten zum Beispiel im privaten Zug an und erhielten Decknamen, unter denen sie sich während der Reise ansprachen, um kein Aufsehen bei den Servicekräften zu erregen.

An dem Tisch des Jekyll-Island-Club-Hauses kamen Vertreter von J.P. Morgan (Henry P. Davis), den Rockefellers (Nelson W. Aldrich), der Rothschild- und der Warburg-Bankdynastie zusammen (Paul M. Warburg). Die insgesamt sieben Gründerväter der Fed besaßen zusammen genommen immerhin ein Viertel des gesamten Weltreichtums zu dieser Zeit.

Um ihre finanzielle Vorherrschaft unumstößlich zu machen, erarbeiteten sie das Konzept einer Zentralbank. Durch das finanzielle Volumen, das diese Bank aufbringen können würde, und weil sie einen Teil der staatlichen Finanzpolitik im Namen der Regierung umsetzen würde, wäre diese Bank im täglichen Geschäftsleben nicht nur unumgänglich, sondern sie besäße auch Immunität. Einen besseren Goldesel kann sich kein Finanzmagnat wünschen.

Allerdings galt es nun, auch das Volk und den Kongress von diesem Vorhaben zu überzeugen. Das war nicht ganz leicht, da der Begriff Kartell dem Grundgedanken des freien Marktes widerstrebt hätte. So machten sich die Banker an die Propaganda. Direkt nach Jekyll Island veröffentlichten sie Pamphlete und Artikel. Wenig später hielt allen voraus Paul Warburg Reden vor Akademikern und Finanzfachleuten, um zu verbreiten, dass eine Zentralbank das Heilmittel für die Lähmung des Währungssystems sei, da somit die Abhängigkeit von Gold und Staatsanleihen beendet würde.

Das amerikanische Volk, auf der anderen Seite, ließen die Gründerväter glauben, dass die Integration des Fed-Abkommens in das Gesetz die finanzielle Konzentration an der Wall Street beenden würde. Um dies zu untermauern, sprachen sich die Wirtschaftsbosse nun einzeln vor der Presse gegen die Schaffung einer Zentralbank aus. Sie taten alles, um den Anschein zu erwecken, dass die Zusammenarbeit von Fed und Staat ihren Interessen Schaden würde. Ihr Plan ging auf: 1913 wurde der »Federal Reserve Act« vom amerikanischen Kongress legitimiert.

Aktuell: Fed unter Beschuss

Am Freitag, den 24. Juli 2009, trat der ehemalige Gouverneur von New York, Eliot Spitzer, vor die Kamera des Senders MSNBC und gab einige regelrecht dramatische Aussagen über die Fed ab. Bevor er zurücktrat, galt er als »der Sheriff der Wall Street«, der dafür berühmt war, sich auch vor den wirklich Mächtigen der Finanzbranche nicht zu fürchten.

Zu seinen Erfolgen zählen z.B.:

»– 2002: Aufklärung der Wertpapierhandel-Affäre zwischen Investmentbanken und Brokern beim Angebot emittierter Papiere an einflussreiche Manager, was ein allgemeiner Missstand in Manhattan war. In der Folge mussten die Firmen Bear Stearns, Credit Suisse First Boston, Deutsche Bank, Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Lehman Brothers, Merrill Lynch, Morgan Stanley, Salomon Smith Barney und UBS Warburg eine Summe von 1,4 Mrd. USD in Kompensationen und Strafen zahlen.

– 2004: Anklage gegen den Vorsitzenden der New Yorker Börse NYSE, Richard A. Grasso, wegen Amtsmissbrauch und aufgrund des Empfangs einer maßlosen Abfindung.

– 2005: Ermittlungen gegen Sony BMG wegen des Einsatzes des XCP-Kopierschutzverfahrens. Bereits zuvor hatte Spitzer sowohl gegen Sony BMG und die Warner Music Group Ermittlungen wegen der Bestechung von Radiosendern durchgeführt. « (Quelle: International Business Times)

Der Rücktritt Spitzers wurde 2008 durch eine Prostituierten-Affäre ausgelöst. Damals entdeckte die New York Times, dass der Generalstaatsanwalt exklusive Prostituierte engagiert hatte. Trotz mangelnder Beweise trat Spitzer im März 2008 von allen Ämtern zurück. Natürlich wurde dies an der Wall Street mit großer Erleichterung aufgenommen.

»Die Freiheit einer Demokratie ist nicht sicher, wenn die Menschen das Wachstum privater Macht bis hin zu dem Punkt tolerieren, da sie stärker wird als der demokratische Staat selbst. Das ist in seiner Essenz faschistisch: Wenn die Regierung zum Eigentum eines Individuums, einer Gruppe oder jeder anderen Form der Kontrolle durch private Mächte wird.« – Franklin D. Roosevelt

4. Die Banken schöpfen Geld wie Zauberer Hasen aus dem Hut
Davon ausgehend, dass niemals alle Bankkunden gleichzeitig ihr Geld aus der Bank nehmen würden, entstand im 17. Jahrhundert in Amsterdam das sogenannte »partielle Reservesystem«. Die damaligen Händler gaben ihr Gold zur Aufbewahrung in die Bank und erhielten im Gegenzug ein Papier, das den von ihnen eingelagerten Goldwert repräsentierte. Nach einer Weile hatten sich die Schatzkammern der Bank stark gefüllt und die Banker begannen zunächst, zehn Prozent des Goldes in Form von Krediten zu verleihen und den Rest für mögliche Auszahlungen zu behalten. Sie tricksten ein wenig, waren jedoch bei einem Verhältnis von 1:10 immer noch auf der sicheren Seite. Allerdings funktionierte das Experiment sehr bald so problemlos und profitabel zugleich, dass die Banker immer mutiger wurden und irgendwann begannen, große Summen an kriegführende Länder zu verleihen. Erst als das Verhältnis 1:1 betrug, scheiterten die Banker letztlich an ihrem Übermut – und die Bank ging bankrott.

Das »partielle Reservesystem« hat sich jedoch durchgesetzt. So gibt die Fed vor, dass die Banken in einem Verhältnis von 1:9 Geld schöpfen können. Das bedeutet, dass für jeden Dollar, der in die Bank getragen wird, neun Dollar geschaffen werden können. Doch wie?

Von dem Gehaltsscheck, der von einem Verkäufer auf sein Bankkonto eingezahlt wird, werden zehn Prozent als Reserve einbehalten, die restlichen 90 Prozent werden ausgeliehen und auf einem anderen Konto als Kredit gut geschrieben. Sie werden somit auch der Bank als reales Geld angerechnet. Also können von dieser Summe nun wieder zehn Prozent einbehalten und 90 Prozent verliehen werden usw. Tatsächlich existiert dieses Geld jedoch nur in den Computern. Was allerdings nicht nur virtuell existiert, sind die Zinsen, die auf eben dieses »geschöpfte« Geld gezahlt werden. Auch das Auto oder das Haus, das abgegeben werden muss, wenn die Zinsen auf einen solchen Kredit nicht mehr bezahlt werden können, ist real. Jene Teile des Finanzsystems, die echte Kaufkraft besitzen, gehen somit letztlich vom Bürger an die Banken, und nicht umgekehrt. Im Übrigen hat sich das Verhältnis weiter erhöht und steht heute bei 1:11.

Es verwundert also nicht besonders, dass die Finanzhäuser risikoreiche Kredite sogar fördern. Verdienen können sie schließlich nur an den Zinsen. Wieso sollten sie da den frühzeitigen Abbau von Schulden fördern?

Aktuell:

»Die Notenbanken mussten schnell handeln und dem Finanzsystem neue Liquidität zuführen, um den Geldkreislauf aufrechtzuerhalten. Daher kauften sie den Geschäftsbanken Wertpapiere ab und stellten ihnen im Gegenzug Zentralbankgeld in Milliardenhöhe zur Verfügung. In der Folge schoss die monetäre Basis – sie umfasst das Bargeld sowie die Sichteinlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank – rasant in die Höhe. Als die Geschäftsbanken trotz der milliardenschweren Liquiditätsspritzen noch immer nicht genügend Kredite vergaben, sah sich die Fed gezwungen, selbst Handelspapiere von den Unternehmen zu kaufen, um den Kredit- und Geldstrom in die Realwirtschaft aufrechtzuerhalten. So wurde die Fed quasi zur Hausbank der Unternehmen.« (Wirtschaftswoche vom 15.07.2009)

5. Die Regierung erkauft sich die Sympathie des Steuerzahlers
Offensichtlich arbeiten Regierung und Fed zusammen. Allerdings ist die Frage, welche Vorteile die Regierung von der Zusammenarbeit hat.

Regierungssysteme, die auf einem kollektivistischen Grundgedanken aufgebaut sind, müssen für das Wohl des Volkes als Gruppe sorgen. Dies geschieht im Zuge von Unterstützungsleistungen. In einem Wohlfahrtsstaat wie Deutschland gehören zum Beispiel die Sozialleistungen dazu. Allerdings verursachen diese Maßnahmen Kosten, die von irgendwem getragen werden müssen. Nun wird in der Regel der Steuerzahler zur Kasse gebeten. Eine Forderung, die nicht gerade für Jubel sorgt und somit auch nicht für Stimmen beim nächsten Gang zur Wahlurne.

An dieser Stelle kommen nun die privaten Banken ins Spiel. Anstatt den Steuerzahler noch mehr zu schröpfen, leiht sich die Regierung das Geld von den Finanzinstitutionen, und zwar direkt für ein paar Jahre im Voraus.

Der Friede ist jedoch nur vorübergehender Natur, denn auf lange Sicht verschwinden die Haushaltsausgaben nicht, sondern sie fallen jedes Jahr unumgänglich erneut an. Zusätzlich müssen Zinsen auf den Kredit gezahlt werden, aber natürlich will der Bürger nach wie vor so wenig wie möglich in die Tasche greifen. Also leiht sich die Regierung erneut Geld aus dem öffentlichen Sektor und ein finanzieller Teufelskreis kommt in Gang. Die Schulden werden letztlich niemals abgetragen und der Haushaltsbedarf wird niemals gedeckt. Verdienen wird in dieser Situation nur einer, nämlich der, der hinter dem Bankschalter sitzt.

Aktuell: Der »Schuldenpräsident«

Obama wurde schon nach sechs Monaten Amtszeit von den Medien als »Schuldenpräsident« bezeichnet. Die Schulden, die er aufnehmen will, um all seine Programme zu verwirklichen, sind dreimal höher als die Ausgaben, die Amerika für den Zweiten Weltkrieg aufbringen musste. Laut dem amerikanischen Forbes-Magazin online vom 15.05.2009 würde sein neues Gesundheitssystem eigentlich eine Steuererhöhung um 81 Prozent bedeuten.

Aber zum Glück gibt es da ja noch die Fed …

6. Der Steuerzahler ist der Retter in der Krise
Doch selbst die Regierung kann sich nur eine bestimmte Menge Geld leihen, und viele Posten bleiben somit zunächst ohne Finanzierung. Um die Ausfälle aus öffentlichen Mitteln abzudecken, wendet sich der Staat an die Fed. Unglaubliche Mengen an Geldern in 100-facher Millionenhöhe gehen dann auf einmal über den »virtuellen Tisch«. Nicht weil die Fed das Geld hat, sondern weil sie es entweder drucken oder aus dem elektronischen Zauberhut ziehen darf. Die Befugnis dafür erhält sie aus Abmachungen zwischen dem »Kartell« und der Regierung.

Umso mehr Geld in den Markt gepumpt wird, umso weniger ist es allerdings wert. Folglich erhöhen sich die Kosten des Einzelnen. Griffin nennt die stetige Inflation aus diesem Grund auch »versteckte Steuer«.

Der Bürger muss in der Krise also noch draufzahlen, und zwar viel. Zunächst werden die offiziellen Steuern erhöht, so viel ist klar. Doch da aufgrund der großen Ausschüttung von Geldern auf den Markt auch die Inflation angetrieben wird, verteuern sich die Waren in den Geschäften, und es müssen höhere Löhne gezahlt werden. Da dies jedoch nicht Resultat einer verbesserten Konjunktur ist, müssen die Unternehmen Einsparungen vornehmen. Somit sind letztlich Arbeitsplätze und das Wohlergehen ganzer Familien gefährdet.

Aktuell: Explosion der Staatsschulden und Inflation

»… die weltweit explodierenden Staatsschulden sind ein gefährlicher Preistreiber. Für die Regierungen ist es eine verlockende Option, ihre Schulden durch Inflation real zu entwerten; dies ist allemal bequemer, als die Ausgaben zu senken. Der renommierte US-Ökonom Gregory Mankiw empfiehlt seiner Regierung und Zentralbank allen Ernstes eine Teuerungsrate von »sechs Prozent über mehrere Jahre, um die Schuldenbombe zu entschärfen« (Wirtschaftswoche vom 15.07.2009)

Inzwischen zeigen sich die Auswirkungen der miliardenschweren Rettungspakte auch in den Haushaltszahlen: So gab die US-Regierung Mitte Oktober bekannt, dass für das vergangene Haushaltsjahr ein Rekordtief von 1,42 Billionen Dollar zu verzeichnen ist. Damit hat das Defizit mit fast elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes den höchsten Wert seit 1945 erreicht.

7. Die Rettung des Systems liegt im absoluten Kollaps
Will man den faulen Strukturen ein Ende bereiten, kommt man laut Griffin nicht um eine radikale Lösung herum. Eine Rezession ist nötig, die Banken und Firmen in den Bankrott treibt. Dies geschieht nicht, um das Land in die Armut zu stürzen, sondern damit der Steuerzahler nicht mehr zur Kasse gebeten werden kann, wenn der Vorstand eines Unternehmens oder einer Bank falsch gewirtschaftet hat.

Die Bürger glauben immer, ohne Banken, Regierungsregelungen und den damit verbundenen Jobs gäbe es kein Morgen. Menschen wie Griffin sehen das anders: Anstatt den kollektivistischen Systemen »auf den Leim« zu gehen, glaubt er, dass individualistisch geprägte Systeme die Rettung aus dem Weg zum Totalitarismus sind. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns jetzt die Frage stellen, wofür diese Opfer, die die Krise von uns fordert, letztlich gut sein sollen? Wollen wir ein besseres System, das uns mehr Freiheit und Transparenz bietet, dafür aber auch ein hohes Maß an Selbstverantwortung erfordert? Oder wollen wir durch die Staats- und Finanzmächte »behütet« und eingelullt bleiben? Wollen wir wirklich weiter in Selbstmitleid schwelgen und daran glauben, dass wir selbst nichts an der Situation verändern können?

Die aktuellen Beruhigungsmanöver der Politiker werden nur von kurzer Dauer sein, denn die Fassade bröckelt bereits. Käme es dann gesellschaftlich wirklich bis zum Äußersten, wie es einige Medien bereits ankündigen, bleibt nur noch Waffengewalt, um für Ruhe zu sorgen.

Griffin versucht deshalb, die Menschen mit seiner Arbeit noch rechtzeitig wach zu rütteln. Er sagt: »Es ist Zeit für die Amerikaner, wieder Amerikaner zu werden.«

Ergo: Der Bürger von heute kann den Kampf sehr wohl gewinnen, aber nur, wenn er aus dem Dornröschenschlaf erwacht und sich seiner eigenen Kraft wieder bewusst wird.

»Wir sind vollständig abhängig von den öffentlichen Banken. Jemand muss jeden einzelnen Dollar, der im Umlauf ist, egal ob in bar oder elektronisch, leihen. Wenn die Banken ausreichend künstliches Geld herstellen, dann sind wir reich, wenn nicht verhungern wir. Wir haben kein stabiles Geldsystem. Wenn man das Bild im Ganzen erfasst, ist die tragische Absurdität unserer hoffnungslosen Position regelrecht unglaublich, aber sie ist wahr. Das ist das allerwichtigste Thema, dem sich intelligente Menschen überhaupt widmen können. Es ist derartig wichtig, dass unsere ganze Zivilisation zusammenbrechen könnte, wenn die Wahrheit nicht allgemein bekannt wird und die Missstände nicht wirklich schnell angegangen werden.« – Robert H. Hamphill, Kredit Manager, Atlanta Federal Reserve Bank

Donnerstag, 12. März 2009

Kaspar Villiger und das Thema "Gold"

Kaspar Villiger will nicht wissen ...
Vergangenheit:

Eine parlamentarische Anfrage zum Gold der Schweizerischen Nationalbank
me. Dass Vertrauen nachhaltig wieder aufgebaut werden muss, zeigt ein Blick in eine parlamentarische Anfrage vom März 2003.
Der damalige Nationalrat Paul Günter wollte wissen, ob das Gold der Schweizerischen Nationalbank in Fort Knox liege, allenfalls in anderen Ländern, und unter welchen Umständen das Gold von wem zurückgenommen werden könne. Die Antwort des damaligen Bundesrates Kaspar Villiger kommentiert sich selbst. Dagegen waren die Ausführungen von Nationalrat Günter geradezu prophetisch, wenn auch die Realität heute leider noch härter ist. Lesen Sie selbst:

Fragestunde. Nationalrat Paul Günter:Schweizer Gold in den USA
Geschäftsnummer 03.5038 /
Einreichungsdatum 10.03.2003

1. Ist es richtig, dass die Goldreserven der Schweiz zu einem erheblichen Teil in Fort Knox in den USA gelagert sind?
2. Gibt es noch an anderen Orten und in anderen Ländern wesentliche Goldlager der Schweiz?
3. Wie rasch und unter welchen Umständen kann dieses Gold allenfalls und von wem zurückgezogen werden? (Bundesrat? Nationalbank?)

Antwort Villiger Kaspar, Bundesrat: Dieses Land hat lauter Probleme, und ich bin sehr dankbar, dass gerade dieser Bereich einer der wenigen ist, von denen ich glaube, dass wir da keine Probleme haben. Aber weil das nun anscheinend die Öffentlichkeit auch etwas beschäftigt, bin ich gerne bereit, dazu ein paar Bemerkungen zu machen.
Die Nationalbank lagert ihre Goldbestände teils im Inland, teils im Ausland. Diese Lagerung teilweise im In- und teilweise im Ausland erfolgt aus Diversifikationsgründen, und dabei spielen folgende Überlegungen eine Rolle:
Goldreserven im Inland haben einen speziellen Charakter. Sie unterscheiden sich von allen anderen Währungsreserven dadurch, dass sie das einzige staatenunabhängige Zahlungsmittel darstellen, und im Inland aufbewahrte Goldreserven lassen sich weder durch Entscheide von ausländischen Behörden blockieren noch in ihrer Verfügbarkeit einschränken. Dieser ständig sichergestellte Zugriff spricht dafür, dass ein erheblicher Teil dieser Goldreserven im Inland aufbewahrt werden soll.
Aber es gibt eben auch triftige Gründe, einen Teil im Ausland aufzubewahren. Zunächst geht es darum, die Risiken zu streuen und die Goldbestände regional möglichst gut zu verteilen. Es kann natürlich nie ausgeschlossen werden, dass in einer Zeit der Unsicherheit, vielleicht auch der Terrorismusgefahr, das bestgeschützte Depot einmal irgendwie beschädigt werden könnte. Deshalb ist es wichtig, dass die Goldbestände verteilt sind.
Es ist weiter wichtig, dass die Goldbestände wenigstens zum Teil in Ländern liegen, wo ein breiter Goldmarkt besteht, ein breiterer Goldmarkt als in der Schweiz. Wenn Sie die Reserven verflüssigen wollen, brauchen Sie einen Markt. Damit kann ohne grosse Werteinbusse und Transportkosten auf diese Bestände zurückgegriffen werden. Bereits mit der Aufnahme der so genannten «Gold-lending»-Geschäfte und noch stärker mit dem Beginn der Goldverkäufe durch die Nationalbank hat dieser Aspekt an Wichtigkeit gewonnen.
Es gibt also triftige Gründe für beides, für die Lagerung im In- und im Ausland. Bei der Wahl der Länder, in welchen die Nationalbank Gold aufbewahrt, spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. Als Aufbewahrungsländer kommen nur Länder mit hoher politischer und wirtschaftlicher Stabilität in Frage. Zudem muss auch in Krisensituationen ein leichter Zugriff auf die Goldreserven gesichert sein. Ein wichtiges Beurteilungskriterium ist auch, dass das betreffende Land die Immunität von Zentralbankguthaben möglichst gut schützt. Diese Merkmale von Ländern können sich natürlich im Zeitablauf verändern, und deshalb überprüft die Notenbank die Verteilung der Goldreserven periodisch und passt sie den aktuellen Entwicklungen an. Dabei werden selbstverständlich auch geopolitische Veränderungen – der Fall der Mauer und solche Dinge – einbezogen.
Wo diese Goldbarren nun genau liegen, kann ich Ihnen leider nicht sagen, weil ich es auch nicht weiss, es nicht wissen muss und es nicht wissen will. Denn sobald ich es weiss und mit einem ein Glas Wein trinke, könnte es mir ja «herausplatzen».
Warum soll man das nicht wissen? Es gibt eben noch Sicherheitsüberlegungen anderer Art. Ich kann Ihnen das an einem Beispiel darlegen: Wenn man sich vorstellt, man hätte eine publizierte Liste mit Angaben, wie viele Prozente der Goldreserven der SNB in welchem Land liegen, würde jede Anpassung dieser Liste, die wir ja periodisch machen müssten, natürlich sofort internationale Aufmerksamkeit erregen: Warum gehen die dort weg? Warum kommen sie hierher? Dann wären auch die sicherheitspolitisch ziemlich heiklen Goldtransporte kaum mehr diskret durchführbar, z. B. wenn auf Grund aktueller politischer Ereignisse im Vorfeld bereits eine breite öffentliche Diskussion stattfinden würde, ob es nun an der Zeit sei, x Tonnen Gold von A nach B zu transferieren.
Aus diesen Gründen machen es alle Zentralbanken gleich – auch andere, die massgebliche Goldreserven haben. Sie geben nie bekannt, wie und auf welche Standorte sie diese Goldreserven aufgeteilt haben. Deshalb scheint es mir angezeigt und auch weise, den Entscheid über die Aufteilung der Goldreserven und allfällige Umlagerungen in den Händen der Nationalbank zu belassen.

Nachfrage von Nationalrat Günter Paul (SP, Bern): Ich stelle fest, dass Sie auf meine Frage 1 und 2 nicht geantwortet haben. Sie haben auch auf die Frage 3 nicht geantwortet, mit der ich Sie gefragt habe, wer allenfalls das Gold unter welchen Umständen zurückziehen könnte.
Haben Sie tatsächlich das Gefühl, dass bei dieser Verheimlichung ein Sicherheitsproblem im Vordergrund steht? Es leuchtet mir nicht ein, warum das Schweizervolk nicht wissen darf, dass ein grosser Teil unseres Goldes in Amerika ist. Macht es Ihnen nicht Sorgen, wenn unser Gold in einem Staat ist, der jetzt wissentlich in einen Aggressionskrieg hineingeht, in einem Staat, der hohe Schulden hat? Die Schulden pro Einwohner der USA sind doppelt so hoch wie in der Schweiz und steigen rasend schnell an. Die US-Wirtschaft ist in der Krise; Sie haben von Stabilität gesprochen. Der Staat USA hat einen religiösen Fanatiker als Präsidenten und ein Umfeld, das skrupellos seine Freunde und Alliierten knüppelt, wenn diese nicht machen, was es will: In anderem Zusammenhang ist von der Erpressung der Schweiz gesprochen worden. Haben Sie nicht Befürchtungen, dass dieses US-Regierungsumfeld nur auf den eigenen Nutzen bedacht ist und skrupellos die Tatsache nutzen könnte, dass unser Volksvermögen offensichtlich zu einem sehr grossen Teil in Amerika liegt?
Ich habe Sie ja nur das gefragt: Ist ein grosser Teil des Goldes dort, ja oder nein? Um diese Frage zu beantworten, gelten Ihre Gründe, die Sie aufgeführt haben, nicht; Sie müssen einfach ja oder nein sagen.

Antwort Villiger Kaspar, Bundesrat: Ich bin in der Tat der Meinung, es handle sich um eine Frage, die auch unter dem sicherheitsmässigen Aspekt beantwortet werden muss. Ich stelle fest, dass Sie diese harmlose «Goldfrage» benutzen, um Ihre persönliche Meinung über ein Regime, einen Politiker und ein Land zu äussern. Diese Meinung habe ich in diesem Sinn nicht zu kritisieren. Ich weiss auch nicht, ob etwas in Amerika ist. Deshalb können Sie mir das auf diesem indirekten Weg auch nicht entlocken.
Sollten aber einige Kilo Gold in den USA sein, würde ich davon ausgehen, dass dieses Land doch nach wie vor ein demokratischer Rechtsstaat ist, wo das Gold mindestens so sicher wäre wie vielleicht auch in anderen Ländern, in denen sich Gold befinden könnte. Aber weil ich das im Konjunktiv gesagt habe, ist damit nicht belegt, dass es dort Gold hat.

Quelle: Amtliches Bulletin Nationalrat 2003 N 156

* * *

me. Ganz nebenbei überschlage ich, dass die 1100 Tonnen Gold, die zu $ 250 pro Unze verkauft wurden, heute, wo der Goldpreis bei rund $ 1000 steht, dreimal mehr wert wären.

Freitag, 16. Januar 2009

Die Globalisierung des Zinses

Weltfinanzkrise

Ende des Geldbetruges

Zusammengestellt und kommentiert
von E. Indlekofer



Der amerikanische Wirtschaftsexperte Harry E. Figgie war der erste, der in seinem gemeinsam mit Gerald Swanson geschriebenen Buch «Bankruptcy 1995 – The Coming Collapse of America and How to Stop It»1 schon vor 13 Jahren den Zusammenbruch des US-Finanzsystems angekündigt hatte, sofern nicht eine radikale Kurskorrektur erfolge, schränkte Figgie ein (vgl. dazu «Wall Street-Kapitalismus» in Recht+Freiheit vom 13.6.1997. Doch statt der dringend nötigen Kurskorrektur trieb die Hochfinanz ihren Raubtierkapitalismus noch weiter voran. Als vorläufiges Resultat erleben wir Bankenzusammenbrüche, gefolgt von staatlichen Rettungsaktionen und Ratlosigkeit.

Das einzige, das wir heute schon wissen, ist, dass wir uns trotz Rettungsaktionen auf härtere Zeiten gefasst machen müssen. Die Derivaten- und Kreditkartenkrise stehen uns noch ins Haus und damit auch die zweite Bankenkrise. Wenn man weiss, dass sich die ausstehenden Hypotheken in den USA auf über 10’000 Milliarden Dollar belaufen, wird schnell klar, dass die bisherigen Rettungsmassnahmen allein die Finanzkrise nicht beheben können. Die exzessive US-Staatsverschuldung und das Geldmengenproblem (fiat money) tragen ihr übriges dazu bei und könnten sich für das globale Bankensystem noch als schwerwiegender herausstellen, als alles Bisherige.


(«Fiat money» ist eine blasphemische Anspielung auf den Schöpfungsakt bei der Erschaffung der Welt: «fiat lux» – es werde Licht! So wird die endlose Gelderzeugung durch die Banken «es werde Geld!» genannt.)

US-Senator Warren B. Rudman schrieb im Vorwort zu obigem Buch:

«Die Schuld am wirtschaftlichen Zusammenbruch unseres Landes … wurzelt in nicht geringem Masse in einer Verschwörung des Schweigens unter den Präsidentschaftskandidaten, den meisten Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und des Senats. Diesem Schweigen wiederum liegt die Furcht zugrunde, Wählerstimmen und Wahlen zu verlieren, wenn diese Probleme angesprochen werden und dem amerikanischen Volk der Ernst der Lage vor Augen geführt wird.»


Ach wie gut, dass wir nicht in Amerika leben, keine Verschwörung des Schweigens kennen und die Medien uns täglich über alles informieren. Oder über fast alles, wie weiter unten zu lesen sein wird. Auch die folgenden Sätze in der Einführung zum erwähnten Buch bekamen wir nie zu hören, obwohl sie für alle Länder Europas höchsten Stellenwert haben müssten:

«Um dieses Land zu retten, müssen Politiker bereit sein, ihre politische Karriere aufs Spiel zu setzen, und Bürger müssen bereit sein, von den Regierenden Wahrheit einzufordern und selbst Opfer zu bringen. Denn eines ist gewiss: Diese Opfer werden ein Kinderspiel sein, verglichen mit dem, was sonst auf uns zukommt.»


«Dieses Problem … wird sich zu einem Albtraum auswachsen, gegen den sich die Wirtschaftskrise der dreissiger Jahre als gemütlicher Sonntagsspaziergang ausnimmt.»




Das grosse Schweigen

«Das Risiko eines totalen Systemzusammenbruchs ist so gross wie nie zuvor» prophezeite der US-Ökonom Nouriel Roubini von der New Yorker Stern School of Business einige Tage bevor die US-Regierung an dem todkranken Unsystem einen lebensrettenden «Bypass» von 600 Milliarden Dollar vornahm.

Chefredaktor Roger Köppel frohlockte in der Weltwoche vom 16. Oktober verfrüht mit der Prognose «Die Schweiz gehört zu den Gewinnern». «La crise n’existe pas» («Die Krise existiert nicht»), stand auf der Titelseite. Solche Fehleinschätzungen stellen sich ein, wenn man seine Leserschaft für unmündig hält, um die ganze Wahrheit zu wissen, und der Auflage zuliebe bequem in der Mitte des Flusses schwimmt, wo die «political Correctness» als Pseudorettungsring mitschwimmt. Als ob die Wahrheit nicht früher oder später doch ans Licht des Tages käme. Am Freitag, 17. Oktober, war es soweit: Die Wahrheit, vielmehr ein erster blasser Schimmer davon, kündigte sich an: «Bund eilt UBS mit Milliarden zu Hilfe». Bundesrätin Widmer beeilte sich zu beruhigen, die 70 Milliarden Staatshilfe werde nicht aus Steuergeldern bezahlt. Man traut seinen Ohren nicht! Nimmt jemand an, die Interimsfinanzchefin2 ziehe die UBS mit ihrem eigenen Geld aus dem Sumpf? Es wäre doch mehr als verwunderlich, wenn die faulen Hochrisikopapiere zum Nominalpreis verkauft werden könnten. Und wo in 30 Monaten der Kurs der UBS-Aktie steht, bleibt abzuwarten.

Übrigens hat die staatliche Rettungsaktion der UBS einen berühmten Vorgänger: Im Jahr 1931 sah sich die Österreichische Zentralbank und damit der österreichische Staat gezwungen, der Wiener Creditanstalt in der grössten Bankenpleite in der Geschichte beizuspringen. Zuerst hatte die Creditanstalt durch kleinere Bankenübernahmen stark expandiert und viele insolvente Betriebe gingen in ihren Besitz über. Als sie in Verhandlungen zwischen Wien und Berlin auf eine österreichisch-deutsche Handels- und Zollunion abzielte, um die Weltwirtschaftsdepression zu bekämpfen, wurde ihr auf Anweisung des französischen Aussenministers Briand von den französischen Banken der Kredithahn zugedreht. Gerüchte über einen Ansturm der Sparer auf die Creditanstalt besorgten den Rest. Die Kreditkrise erfasste ganz Europa.

Das Finanzsystem in seinen spekulativen Verrenkungen scheint so kompliziert zu sein, dass die Weltwoche für die Ausgabe vom 2. Oktober 2008 sechs «Wissende» aufbieten musste, um einen mehrseitigen Bericht zusammenzuschustern. Das Titelblatt zeigte die amerikanische Freiheitsstatue hinter der Maske von Karl Marx, in seiner linken Hand «Das Kapital» und in der hochgestreckten Rechten Sichel und Hammer, Symbol der roten Gewaltherrschaft von Lenin bis Stalin. Gewaltherrschaft! Symbolisch, doch ungewollt angedeutete Gewaltherrschaft! Das wäre ein Anfang zum Durchbruch der Wahrheit gewesen, doch es blieb dabei. Eine Lösung aus der Finanzkrise wussten die sechs Herren alle zusammen nicht. Doch es gibt sie: Nämlich die Rückkehr zum Goldstandard und die Abkehr vom Leihkapital, mit dessen Zinssystem die Hochfinanz gleich einem Vampir alle Völker dieses Planeten aussaugt, für sich selbst atemberaubende Vermögen scheffelnd.

Man stelle sich nur einmal vor, dass «99 Prozent der US-Geldmenge mit Zinsen privaten Kreditgebern geschuldet ist, und das Geld für die Zinszahlungen erst dann zur Verfügung steht, wenn neue Kredite zur Zahlung dieser Zinsen aufgenommen werden.» (Ellen Hodgson Brown, «Der Dollar-Crash»3, S. 435) Mehr dazu weiter hinten bei der Betrachtung zur Abschaffung des Zinses.



Redaktioneller «Verkehrsunfall»?

Für einmal die grosse Ausnahme mit der Geheimniskrämerei um das Geld und seinem verderblichen Zinseszins des Leihkapitals machte am 23. September 2008 die Basler Zeitung. Im Wirtschaftsteil liess sie in einem Interview mit dem Titel «Die Rechnung kann nicht aufgehen» Margrit Kennedy (ehem. Professorin für Stadtökologie) zu Wort kommen. Diese deutsche Ökologin (68) hat sich intensiv mit Geldfragen befasst. Sie sagt, die Banken sollten endlich lernen, dass Geld nicht arbeitet, und sie schlägt vor, die Zinsen weitgehend abzuschaffen. Der Zinseszins führe dazu, dass die Geldmenge zunächst langsam, dann aber rapid (exponential) zunimmt. Da aber die reale Wirtschaft langfristig nicht mithalten könne, fehlt dem Geld seine wertmässige Deckung. Geld sei nicht mehr bloss Tauschmittel. Es sei zum Spekulationsobjekt geworden. Die Menschen können den Preis für die geforderten Renditen nicht mehr zahlen. Die Hausbesitzer in den USA hätten nie Kredit bekommen, wären die Banken nicht auf eine schnelle Rendite aus gewesen.

Margrit Kennedy führt uns mit dem Beispiel des «Joseph-Rappen» die arbeitslose Geldvermehrung durch den Zinseszins anschaulich vor Augen: Hätte Joseph zur Zeit von Christi Geburt einen Rappen angelegt, und wäre dieser seither mit durchschnittlich fünf Prozent verzinst worden, wäre aus diesem Rappen mit Zins und Zinseszins im Jahr 1990, gemessen am damaligen Goldpreis, der Wert von 134 Milliarden (!) Kugeln Gold vom jeweiligen Gewicht dieser Erde entstanden. Ohne Zins auf den Zins, also den Zinseszins, aber nur gerade ein Franken.



David Rockefeller dankt US-Zeitungen

Weltbankier David Rockefeller wurde am 12. Juni 2008 93 Jahre alt. In einem Interview (Weltwoche Nr. 16, 2008) sagte er: «Man hat mir oft vorgeworfen, Teil einer Gruppe internationaler Banker und Kapitalisten zu sein, welche die Weltwirtschaft kontrolliert. Ich galt sogar als Kopf einer solchen Verschwörung. Doch das trifft nicht zu.»

Wir möchten es ihm ja gerne glauben, aber vielleicht ist er im Alter ein wenig vergesslich geworden. Von David Rockefeller ist bekannt, dass er regelmässig an den streng geheimen Bilderberger-Treffen teilnahm. Auf dem Treffen 1991 in Baden-Baden dankte er der Washington Post, der New York Times und der Zeitschrift Time für die «vierzig Jahre lange vertrauliche Behandlung der angestrebten ‹Neuen Weltordnung›». «Ohne diese Unterstützung wäre die Entwicklung und Durchführung nicht möglich gewesen», sagte er. Und: «Die überstaatliche Souveränität einer intellektuellen Elite von Weltbankiers ist sicherlich der bisher praktizierten nationalen Selbstbestimmung vorzuziehen.» [Und dem billiardenfachen Steuerbetrug?] Englischer Originaltext siehe Fussnote4. Erstaunlicherweise wird Rockefellers Ankündigung sogar auf der SVP-Internet-Seite «SVP-Klartext, die Zeitung des Mittelstandes» bestätigt.5 Warum weiss die Weltwoche nichts davon!

Bis auf Eisenhower zurück beriet Rockefeller, der frühere Chef der Chase Manhattan Bank, jeden US-Präsidenten in internationalen Belangen. Besonderes Glück scheint er dabei nicht gehabt zu haben: Angriffskriege auf Jugoslawien, auf Irak und Afghanistan sowie der Zusammenbruch namhafter Banken in den USA und Europa sind das vorläufige Resultat der von ihm erwünschten «überstaatlichen Souveränität». Auch unsere Regierung beugte sich ihm und hat den Internationalismus mit Lug und Trug in unsere, angeblich nur sprachlich nachgeführte und neu geordnete Verfassung eingebracht.

Wenn man von Rockefellers Bemühungen zur Beseitigung der Selbstbestimmung der Völker weiss und rund sieben Monate nach dem Interview im selben Wochenblatt von Karl Lüönd, dem «Grossen im Schweizer Mediengeschäft», wie er genannt wurde, über die «aufklärerische Potenz der unabhängigen Medien»6 aufgeklärt wird, könnte man ins Grübeln kommen. Mit etwas hat er allerdings recht: «Nicht einmal die Hälfte der Wirtschaftsjournalisten in diesem Lande» sei «fachlich in der Lage, eine Bilanz zu lesen, geschweige denn hochkomplexe Vorgänge im Bankenbereich sachgerecht zu interpretieren.» Doch macht es dieser «Grosse» besser?



Kampf gegen die Hochfinanz



In den aktuellen Berichten über die Finanzkrise, die von den USA nach Europa übergeschwappt ist und die sich Schlag auf Schlag wiederholenden Bankenzusammenbrüche wird, als ob es eine geheime Absprache gäbe, tunlichst vermieden, von der Verzinsung des Leihkapitals zu sprechen. Als ob Hypotheken aus reiner Barmherzigkeit gewährt würden. Um davon abzulenken, wird vom Wertzuwachs der Liegenschaften gesprochen (und neulich von Bonuszahlungen), was für die Banken den Handel mit Hypotheken lukrativ mache. Doch die Wertzunahme von Liegenschaften ist relativ, sie kann stagnieren oder sich sogar in eine Wertverminderung umkehren, je nach Zustand der Gesamtwirtschaft. Doch davon allein haben die «Geldgierigen», wie sie von der Presse allenthalben genannt werden, keinen Nutzen. Was ihnen auf Nummer sicher bleibt, ist der nie versiegende Strom des Leihzinses. Bei Insolvenz des Hypothekarschuldners auch die Liegenschaft selbst. Desgleichen der Börsengewinn beim Verkauf der zu Paketen gebündelten guten und schlechten Hypotheken (Subprimes). Zu Schaden kamen (und kommen weiterhin) in erster Linie die Käufer der Subprimes. Doch über die Zinsknechtschaft des Leihkapitals herrscht bei den Medien eisiges Schweigen. Einzige Ausnahme, die wir als Panne im Redaktionsbetrieb deuten, machte die Basler Zeitung mit ihrem Interview mit Professorin Margrit Kennedy.


Wenn man ihren Namen liest, taucht vor unserem inneren Auge der schreckliche Präsidentenmord von Dallas auf. Und wie wir wissen, blieb es nicht bei diesem einen Mord! Nach John F. Kennedy wurde der angebliche Attentäter Lee Harvey Oswald vor den Augen eines Dutzends von Polizisten und Geheimdienstlern von Jack Ruby niedergeschossen. Ruby «verstarb» kurz darauf im Spital. Kennedys Bruder Robert liess nicht locker und betrieb eigene Nachforschungen. Rund zwei Jahre nach John F. wurde Robert Kennedy anlässlich einer Wahlveranstaltung am 4. Juni 1968 in Los Angeles inmitten einer Menschenmenge des Hotels Ambassador niedergeschossen. Die Ermordung John F. Kennedys wurde gleich einem Kokon versiegelt und die Wahrheit darin eingesperrt.

Wie in den Jahren darauf durchgesickert ist, versuchte US-Präsident Kennedy, die Privatbankiers der Federal Reserve zu entmachten, indem er staatseigene Banknoten (Greenbacks) in Umlauf brachte. Damit sprach er sein Todesurteil. Oswald wurde bloss vorgeschoben. Er diente zur Ablenkung und Verschleierung von Spuren. Nachfolgepräsident Lyndon B. Johnson hatte nach Einsetzung in sein Amt nichts Eiligeres zu tun, als diese Banknoten der Vereinigten Staaten durch solche der Federal Reserve zu ersetzen.



Frühe Ankündigung des Zusammenbruchs

Gegen die Wall Street-Banken herrscht seit Jahren tiefes Misstrauen. Oswald J. Grübel, vormaliger Konzernchef der Credit Suisse Group, sieht darin den Grund, warum der Rettungsplan von Finanzminister Henry Paulson im ersten Anlauf abgelehnt wurde. Die Globalisierung habe viel Wachstum gebracht, sagt Grübel. Aber die Abwendung vom globalen Bankengeschäft wird die Globalisierung stoppen.

Ob sie auf einer soliden Basis steht, darf ohnehin bezweifelt werden. Die Wall Street ist dafür bekannt, dass sie Staatsunternehmen oder öffentliche Versorgungsbetriebe bewertet, z.B. über die Rating-Agentur Standard & Poor’s. Kanadische Provinzen mit zu wenig Eigenkapital waren durch ihre zu tiefen Bewertungen gezwungen, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialleistungen zu kürzen. Im Rahmen des von der Wall Street aufgezwungenen kanadischen Privatisierungsprogramms kamen grosse Teile des Staatseigentums unter den Hammer, schreibt Michel Chossudovsky in seinem Buch «Global brutal, der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg»7. Auch die Teilprivatisierung der Schweizerischen Post, vormals der weltweit zuverlässigste und am besten funktionierende staatseigene Postbetrieb, lässt ähnliche Zwangsmassnahmen vermuten. Heute ist die Qualität der Post trotz Preiserhöhungen so heruntergekommen, dass es möglich geworden ist, dass sie einen A-Postbrief, adressiert «An die Gemeindeverwaltung», trotz korrekter Postleitzahl und Ortschaft als «unzustellbar» (sic!) dem Absender zurücksendet!

Über die Auswirkungen der Globalisierung schreibt Chossudovsky:

«In praktisch allen Sektoren der westlichen Wirtschaft werden Produktionsstätten geschlossen und Arbeitnehmer entlassen. Bauern in Nordamerika und Westeuropa droht der Bankrott. Unternehmen der Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie werden umstrukturiert, die Kohlenbergwerke in Deutschland und Grossbritannien geschlossen, die Autoproduktion wird nach Osteuropa und in die Dritte Welt ausgelagert. Die Rezession in der Industrie wiederum schlägt auf das Dienstleistungsgewerbe durch: Deregulierung und der Zusammenbruch grosser Fluglinien, der Konkurs grosser Einzelhandelsketten, der Kollaps der Immobilienbereiche in Tokio, Paris und London waren die Folge. Und der Sturz der Immobilienwerte hat zu Kreditausfällen geführt, was wiederum das gesamte Finanzsystem erschütterte. In der Reagan-Thatcher-Ära ging die Rezession mit mehreren Bankrottwellen kleiner Unternehmen, dem Zusammenbruch lokaler Banken (z.B. in der Sparkassenkrise in den USA) und einer Flut von Unternehmensfusionen einher, die den Absturz der Börse am «Schwarzen Montag», dem 19. Oktober 1987, noch verstärkte. In den 90er Jahren trat die globale Wirtschaftskrise mit einer Fusionswelle von Grosskonzernen in eine neue Phase, die in einem weltweiten Finanzcrash gipfelte.» (ebd. S. 303)




Gesetzliche Vorrechte für Einzelne

In der Schrift «Volksgeld statt Leih- und Zinsgeld» schreibt Albert Lämmel aus Rastatt (BRD):

«Was man heute unter dem in Jahrtausenden gewachsenen Demokratiebegriff verstehen mag: Für die Menschen von heute bedeutet Demokratie ganz einfach «Allgemeine Gerechtigkeit». Gerechtigkeit für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft.


Damit hat sich ein für die grosse Mehrheit der Menschen gültiger politischer Begriff entwickelt, an dem man das Tun und die Ergebnisse der politischen Verwaltung, der Verantwortlichen für das Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft messen und beurteilen kann.


Allgemeine Gerechtigkeit geht, wie unter Umständen allgemeines Unrecht, unbestritten von Gesetzen aus. Gesetzliche Vorrechte für Einzelne sollte es auf keinen Fall geben. Wenn es jedoch Gesetze gibt, die Vorrechte für Einzelne oder Gruppen schaffen, so ist allgemeines Unrecht programmiert.


Schon Aristoteles forderte, ‹den Staat nach allgemeinen Interessen – nicht nach denjenigen Einzelner – zu schaffen, wozu eine Verfassung dient, die allen Bürgern gleiches Recht gewährt, andernfalls sich die Bevorzugten immer unerträglichere Vorrechte anmassen.›


Besonders schwerwiegend ist es, wenn solche Gesetze von der Allgemeinheit fast unbemerkt bleiben. Ein solches Gesetz ist zum Beispiel das [deutsche] Notenbankgesetz, BGBL. 33/1957.


Obwohl demokratische Geldgesetze die Grundlage für das gedeihliche Zusammenleben für Menschen und Völker sind, hat es eine gerissene Clique verstanden, die Volksvertreter nach massiver Gehirnwäsche zur Annahme dieser Gesetze zu bewegen. (Mullins «Bankierverschwörung») [Wir kommen weiter unten darauf zurück.]


Geld – das einzige Organisationsmittel des Zusammenlebens, das nationale und internationale Teilungs- und Verteilungsmittel zum Leistungsaustausch, bedarf zu seiner gerechten und zufriedenstellenden Funktion in ganz besonderem Mass allgemeingültige Bestimmungen.


Nun gewähren aber die Notenbankgesetze nahezu weltweit gewissen Banken Geldbezugsvorrechte aus der Notenbank zum zinsbehafteten Verleihen dieses Geldes an die Allgemeinheit. Dieses Privileg, dieses Vorrecht, wird, obwohl es den Grundsatz von Demokratie gröblich verletzt, von der nationalökonomischen Schulwissenschaft unter verantwortungslosem Verschweigen und geistigen Verrenkungen gedeckt. Die Proteste namhafter Wissenschaftler verhallten bisher ungehört. Doch zunehmend formt sich in der Politik Widerstand, besonders von Parteien, die sich der sozialen Gerechtigkeit auch aus nationaler Verantwortung verpflichtet fühlen. Nur aus solcher Politik kann neues Gemeinschaftsgefühl und soziales Gemeinschaftsleben erwachsen. Nur auf der Grundlage solcher Politik kann auch die Hoffnung der Menschen und Völker ruhen.»




Ein drohender Staatsbankrott

Island war von der globalen Finanzkrise Anfang Oktober am meisten betroffen. Um einen drohenden Staatsbankrott zu vermeiden, verabschiedete das Parlament Notstandsgesetze. Der Staat übernahm 75 Prozent der drittgrössten Bank Glitnir und die Finanzaufsicht setzte sich ans Ruder des Geldinstituts Landsbanki, der zweitgrössten isländischen Bank. Weitere Gesetze zur Kontrolle und Steuerung der Banken bedeuten eine de facto-Verstaatlichung des isländischen Bankwesens.

Ein Staatsbankrott hätte die vollständige oder teilweise Nichterfüllung der vertragsmässig übernommenen Schuldverbindlichkeiten seitens Islands gegenüber seinen Gläubigern bedeutet. Der Staatsbankrott ist dasselbe wie der Konkurs eines Unternehmers, jedoch mit viel weitergehenden Auswirkungen. Ein Bankrott bedeutet immer auch, dass Gläubiger zu Schaden kommen. Doch beim Nichtzahlen ergaunerter Guthaben, selbst wenn sie zu Schuldverbindlichkeiten geführt haben, entsteht den «Gläubigern» kein Schaden, denn «Der moderne Kapitalismus ist das höchste Stadium der organisierten Kriminalität» (Phoenix8 4/2008). Alt Ständerat Helmut Hubacher (SP) schrieb, die fehlbaren Bankiers müssten ins Gefängnis. Man ginge der Gerechtigkeit aber aus dem Weg, sie sei blind (Basler Zeitung, 10.10.08, S. 4). Hubacher hat recht: Die Börsengewinne haben sich ja nicht in Luft aufgelöst, sie wurden bloss in andere Säcke umverteilt. Im Schweizer Strafgesetzbuch lesen wir: «Wer Vermögenswerte beiseite schafft oder verheimlicht, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft» (Art. 163 StGB). Auch Kurt Schiltknecht, ehemaliger Chefökonom der Nationalbank, versteht nicht, weshalb die Bankenaufsicht nicht einschritt, als die für die Riesenverluste bei der UBS verantwortlichen Führungskräfte nach ihrem Abgang noch Bonuszahlungen in Millionenhöhe erhielten (Weltwoche Nr. 38, 2008, S. 14). Doch die Erfahrung lehrt, dass Gesetze nur für die kleinen Leute gedacht sind, die ganz grossen Verbrecher lässt man unbehelligt. Wer will denn schon, weil er Sand ins politische Getriebe streut, zu Tode kommen, wie Abraham Lincoln, James Garfield, Ivar Kreuger, John F. Kennedy und sein Bruder Robert, Olof Palme, Uwe Barschel, Rohwedder, Alfred Herrhausen, Jürgen Möllemann! (und jüngst Jörg Haider?)9

Ein Staatsbankrott kann zum Segen eines ganzen Volkes werden, wenn sich Staatsanleihen10 in Luft auflösen und dadurch Staatssteuern vermindert werden oder ganz wegfallen. Das von den Werktätigen erwirtschaftete Volksvermögen findet dann nämlich nicht mehr den Weg in die Säcke von Spekulanten, sondern kommt den Staatsbürgern selbst zugute. Das Auffüllen der entstandenen Finanzlöcher in Milliardenhöhe – der IWF sprach Anfang Oktober von Verlusten von 1,4 Billionen Dollar (1’400 Milliarden) allein in den USA, womit der Höhepunkt aber noch nicht erreicht sei (BaZ 8.10.08) – führt uns die Unsinnigkeit des jetzt zusammenbrechenden Finanzsystems mit seiner Zins- und Steuerschinderei (z.B. Eigenmietwert usw.) vor Augen.

Der Staat verhält sich gegenüber seinen eigenen Bürgern in höchstem Masse unsozial, wenn nicht sogar kriminell. Höchstzinssätze bei Schulden, lächerliche Bruchteile von Prozenten für Guthaben. Behörden mit raubgierigen Mahngebühren von 40 – 50 Franken für mit Computer gedrucktem Standardbrieftext, der inklusiv Postgebühr nicht mehr als drei Franken fünfzig pro Exemplar kostet. Legalisierte Taschendieberei auf leeren Autostrassen ausserorts mittels Radar-Geschwindigkeitsmessung.



Spareinlagen und Bonusverbote

Volkswirtschaftlich mag es richtig sein, wenn private Sparguthaben bis zu einer Höchstgrenze durch Staatsgarantien gesichert werden, weil ihr panikartiger Rückzug in grossem Ausmasse weitere Bankenzusammenbrüche auslösen und eine um so verschärftere Wirtschaftskrise hervorrufen würde.

Freilich kann man Spareinlagen garantieren, nicht aber ihren realen Wert. Was nützt dem Sparer die Staatsgarantie für sein kleines Bankguthaben, wenn dieses infolge inflationärer Wirtschaftslage bald nur noch die Hälfte oder noch weniger wert ist? Bei einer Hyperinflation noch ein Zehntel? Wenn er für den Mietzins, die Lebensmittel oder Bekleidung das Doppelte oder Zehnfache bezahlen muss?

Von der Empfehlung zur Erhöhung der Staatsgarantie profitiert an erster Stelle die Hochfinanz durch die von ihr globalisierte Weltwirtschaft, der alle Völker zur Ausbeutung überlassen werden. Wichtige Werkzeuge dafür sind die Welthandelsorganisation (WTO) und der Internationale Währungsfonds (IWF), wofür Michel Chossudovsky in oben erwähntem Buch «Global brutal» belastende Beweise liefert. Staatsgarantien gehen immer zu Lasten der Allgemeinheit; im Schadenfall zahlt also niemand anderes als der Steuerzahler. Die Verursacher des Schadens selbst bleiben unbehelligt.

Vernünftiger, aber nicht im Interesse des (noch) herrschenden Geldsystems, wäre es, Sparguthaben – wenigstens teilweise – gegen wertbeständige Objekte wie Gold einzutauschen. «Die Anlegerflucht ins Gold hat gestern einen Rekordpreissprung ausgelöst. Der Preis kletterte bis auf 893,05 Dollar je Unze. Damit ist Gold binnen eines Tages um mehr als 100 Dollar teurer geworden», schrieb die Gratiszeitung «.ch» (Punkt ch) am 19.9.2008. Und die Basler Zeitung am 23.9.2008: «Gold rückt in den Fokus. Das Interesse am gelben Metall wird hoch bleiben.» Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass Gold starker Kursmanipulation ausgesetzt ist, doch ist es auch heute noch der beste Wertspeicher und es dürfte mit einem längerfristig anhaltenden Kursanstieg zu rechnen sein. Bei der Preisentwicklung achte man zuerst auf den Dollarpreis pro Unze, denn die Kurse in nationalen Währungen sind vom Dollarkurs beeinflusst.

Sofern man Geld im Überfluss hat, ist solches auch in Grundstücken gut angelegt. George Soros hat von seinem Milliardengewinn aus der Spekulation gegen die europäischen Währungen im Jahre 1992 400’000 ha (= 4’000 qkm) Grund in Argentinien «erworben». Eine Fläche, grösser als die Insel Mallorca mit 3’618 qkm und 350’000 Einwohnern. Zur Befriedigung seiner Geldgier setzte seine Quantum Group mit der Citibank zusammen 60 Milliarden Dollar ein und stiess Grossbritannien und Italien in den Abgrund. 1997/98 verursachte Soros die asiatische Währungskrise. Gemäss dem britischen The Economist gibt es Investoren deren Vermögen ein Vielfaches dessen beträgt, was Soros besitzt. Dieser rechtfertigt seine masslose Geldgier, indem er auf jene verweist.11

Lassen wir noch einmal Margrit Kennedy zu Wort kommen, deren Erklärung keinen Zweifel am unsozialen Geldsystem aufkommen lässt:

«Die jetzige Finanzkrise führt dazu, dass es grundlegend andere ökonomische Theorien geben wird. Denn auch ohne spektakuläre Katastrophen geht die Rechnung nicht auf. Wir alle zahlen täglich für den Zins. Es ist ein grosser Irrtum zu glauben, nur wer Kredit aufnimmt, müsse Zinsen bezahlen. Bei jedem Einkauf im Supermarkt zahlen wir [nebst den normalen Gestehungskosten auch noch] den Zins, den es braucht, um zum Beispiel einen Liter Milch herzustellen: Von den Kapitalkosten für die Landmaschinen des Bauern über die Investitionen der Molkerei bis zum Mietzins des Detailhändlers. Durchleuchtet man sämtliche Lebenshaltungskosten auf den darin enthaltenen Zinsanteil in der Produktionskette, zahlen die Familien in Deutschland und in der Schweiz im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Prozent an Zinsen [der Prozentsatz schwankt, je nach Wirtschaftsstandort]. Wohlgemerkt, ohne selbst Schulden zu haben. Bis zur Hälfte arbeiten wir also allein, um die Zinsforderungen unseres Geldsystems zu befriedigen.»


Die Anhänger der SP und Juso wissen nichts davon. Anlässlich der unbewilligten Demonstrationen vom 23. Oktober gegen die «Abzocker» (Zürich) und «gegen den Kapitalismus» (Basel) waren die Linken unter sich allein. Eine vornehme Zürcher Passantin mit Goldschmuck sagte: «Diese Demonstration ist eine gute Sache, jemand muss den Anfang machen – wir normalen Passanten wehren uns ja nicht.» Auf dem Paradeplatz wurde eine Zeitung «Weltrevolution» verkauft. Der kommunistische Aufbau war mit dabei, die Unia schwenkte rote Fahnen. Einige gute Ansätze in ihrem politischen Verständnis sind vorhanden: Die Juso ist «gegen Videoüberwachung» und für ein «Ende der militärischen Öffnungspolitik», mehr nicht. Hauptsächlich stören sie sich an den Bonuszahlungen der «Milliarden-Abzocker», denen der Bund jetzt auch noch unter die Arme greift. In Basel, ein wenig näher an der Realität, skandierten die Demonstranten vor dem Eingang der UBS «‹Das Kapital› trägt die Schuld an Krieg und Wirtschaftskrise». (BaZ, 24.10.08, S. 1, 8 und 25).

Doch weder in Zürich noch Basel wurde der Hauptverursacher aller Finanzkrisen beim Namen genannt: Nämlich das alles niederreissende Leihkapital mit seinem ins Unendliche wachsenden Zins. Geld soll kein Geld gebären können, hiess es in einem altrömischen Rechtssatz. Und nach dem Ersten Weltkrieg schrieb Gottfried Feder im Februarheft 1919 der «Süddeutschen Monatshefte», München:

«Alle menschlichen Erzeugnisse, ja alle irdischen Dinge überhaupt, sind dem ewigen Weltgesetz von Werden und Vergehen untertan. Jedes Ding nützt sich ab. Alles altert und verfällt schliesslich in Staub; nur allein das Leihkapital sollte ewig sein, und nicht nur ewig unveränderlich, sondern ewig ins Ungemessene wachsend.»


Wer heute immer noch glaubt, mit verschränkten Armen vor dem Fernseher sitzen zu können, betrügt sich selbst. Es braucht den allgemeinen Volksaufstand gegen das herrschende Geldsystem!



Beschwichtigungspolitik

In den vergangenen Monaten brachten die Zeitungen öfters Beiträge von Kurt Schiltknecht. Der ehemalige Chefökonom der Schweizerischen Nationalbank12 ist eine ehrbare und gewissenhafte Persönlichkeit, die Respekt verdient. Auch jetzt, wenn er über das Wenn und Aber der Finanzkrise schreibt. Seine Berichte tönen immer leise und sanft. Er hebt hervor, wie viel die Nationalbank zur Stützung des Finanzsystems beigetragen hat, und dass sie nicht darüber spricht, um keine Verunsicherung oder Panik aufkommen zu lassen. Auch der Bundesrat habe sich klugerweise zurückgehalten. Doch schon eine Woche später, am 10. Oktober, drehte sich der Wind: «Bundesrat stellt sich hinter UBS und CS» hiess es in den Medien, und «Eine allfällige Pleite der beiden Grossbanken soll mit staatlicher Hilfe verhindert werden», erklärte der erschreckte Bundesrat.

Die herrschenden Finanzkräfte unseres Landes, vorab die Schweizerische Nationalbank, die UBS und die CS befürworten die Rettungsaktionen. Von der UBS und CS überrascht dies nicht, stehen sie doch auf Wohl und Gedeih im Zentrum des Geschehens. Auch das Wirtschafts- und das Finanzsystem der Schweiz stehen unter Druck. Am 17. Oktober 2008 war es dann soweit. In den Klauen des Geldsystems gefangen, eilten die Bundesräte Pascal Couchepin, Doris Leuthard und Eveline Widmer der UBS zu Hilfe. Schlauerweise wurde der 60-Milliardenbetrag zweigeteilt: Sechs Milliarden Franken stellt der Bund der UBS in Form einer Wandelanleihe zur Verfügung. 54 Milliarden Dollar bekommt sie aus der Schatulle der Nationalbank. Zu beiden Geschäften hat das Parlament nichts zu sagen. Den meisten Parlamentariern scheint das gerade recht zu sein. Der Wähler macht sich über solche «Volksvertreter» seine eigenen Gedanken.

Wenn es um die einfachen Bürger unseres Landes geht, werden diese für Krankenkassenprämien oder Steuern, die ihnen aufgezwungen und auf deren Höhe sie keinerlei Einfluss haben, erbarmungslos zur Kasse gebeten. Teilweise mit Aufbürdung schamloser Verzugszinsen.



Opportunismus der Ehrgeizlinge

Die Schweiz versteht sich immer noch als «kleiner Bruder» der USA, deren tonangebende Kräfte schon während des Zweiten Weltkrieges verstanden haben, unser Land inmitten eines turbulenten Europas als Insel für ihre Agenten im europäischen Kriegsgeschehen, das sich zum Weltkrieg ausweitete, zu benutzen. So auch im Krieg gegen Deutschland, das in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts der Hochfinanz den «Kampf» angesagt hatte und ein weltumspannendes Tauschhandelsystem für deutsche Industrieprodukte gegen Metalle, Öl, Baumwolle, Lebensmittel usw. zuwege gebracht hatte. Die Tagwacht, damalige Zeitung der Sozialistischen Partei der Schweiz, überraschte ihre Leser am 18. Juli 1940 mit folgender Nachricht:

«Deutschland hat der ganzen Welt nicht nur die Brechung der Zinsknechtschaft, sondern auch [die] der Kapitalknechtschaft überhaupt geschenkt. Selbstverständlich stellt auch die deutsche Technik des Kapitalersatzes durch innere Kreditausweitung eine grosse Kunst dar, deren Geheimnis im Ausland noch nicht bekannt ist.»


Die Nachahmung dieses Geheimnisses durch andere Länder galt es zu verhindern, denn mit dem Deutschen Tauschsystem, an dem die internationalen Banken nicht mehr mitverdienen konnten, wurden verzinsliche Kreditaufnahmen (Staatsanleihen) entbehrlich. Das Schuldenmachen entfiel und Handelsdefizite gab es fortan nicht mehr. Deutschland musste vernichtet werden!13

«Der Feind ist das Deutsche Reich und nicht etwa der Nazismus», schrieb im September 1940 Robert Vansittart, Ständiger Berater des Foreign Office in einem Brief an seinen Aussenminister Halifax (Martin Allen, britischer Buchautor, in «Churchills Friedensfalle»14, S. 119). Der zitierte Satz geht noch ein klein wenig weiter und wir machen uns diesen zu eigen, wenn wir ihn hier an die Adresse der ach so vielen, von den Massenmedien umerzogenen Besserwisser richten: «… und diejenigen, die das bislang noch nicht begriffen haben, haben überhaupt nichts begriffen …»

Der Kampf gegen das herrschende Geldsystem begann um 1920, also lange vor der «Machtergreifung» Hitlers. Besonders hervorgetan hatte sich Gottfried Feder. Sein Buch «Kampf gegen die Hochfinanz», München 1935, legt ein beredtes Zeugnis dafür ab. Ein Nationalsozialist der später berüchtigte Berühmtheit erlangen sollte schrieb damals voller Begeisterung für Feders Gedanken:

«Zum ersten Male in meinem Leben vernahm ich eine prinzipielle Auseinandersetzung mit dem internationalen Börsen- und Leihkapital. […] Das Verdienst Feders beruhte in meinen Augen darin, mit rücksichtsloser Brutalität den ebenso spekulativen wie volkswirtschaftsschädigenden Charakter des Börsen- und Leihkapitals festgestellt, seine urewige Voraussetzung des Zinses aber blossgelegt zu haben.»15


Feders Leitsatz für den sozialen Staat war, dass der Staat das Geld mit Hilfe einer nationalisierten Zentralbank schöpfen und kontrollieren sollte, und nicht durch Banken in Privatbesitz, an die Zinsen bezahlt werden müssen. Auch die schon erwähnte Margrit Kennedy scheint Feders Buch aufmerksam gelesen zu haben. Die vom Reich benötigten Auslandkredite wurden entbehrlich. Die US-Hochfinanz sah ihre unversiegbaren Quellen exponentialer Geldvermehrung (fiat money) in Gefahr. Deutschland musste mit der totalen Vernichtung seines Staates und seiner Bevölkerung dafür bezahlen. Die Vernichtung des germanischen Kulturvolkes dauert bis heute an – und mit ihm des gesamten europäischen, christlichen Abendlandes – durch eine von der amerikanischen Geldplutokratie und seiner europäischen Nachäffer gesteuerten Gehirnwäsche, Medienhetze gegen Nationalisten und durch eine von immer aggressiveren (Wirtschafts-)Gutmenschen in Gang gehaltenen Völkervermischung.



Die Karten werden neu gemischt

Die europäischen Medien, als vierte politische Kraft, wagen nicht, gegen die Interessen der Hochfinanz zu schreiben, weil sie kaltgestellt, d.h. mit Inseratenboykott zum Aufgeben ihrer Zeitung getrieben würden. Daher liest man nichts vom Vasallenstatus Deutschlands in den Klauen der USA. Die «Bundesrepublik Deutschland» ist – wie sich der Staats- und Völkerrechtslehrer Prof. Dr. Carlo Schmid in seiner Grundsatzrede vor dem Parlamentarischen Rat vom 8. September 1948 ausdrückte – nichts anderes, als die «Organisationsform einer Modalität der Fremdherrschaft» (OMF). Seine politischen Richtlinien werden Deutschland von den US-Machthabern diktiert, deutsche Richter sind weisungsgebunden, d.h. sie können politische Meinungsdelikte nicht nach eigenem Ermessen entscheiden, wie sie es nach deutschem Grundgesetz tun müssten. Ein deutscher Rechtsstaat, der diesen Namen verdient, existiert nicht.

Auch die Schweiz reiht sich immer mehr auf dem moralisch abschüssigen Geleise hinter Deutschland ein. Ja ganz Europa ist davon betroffen. Die Tageszeitungen wissen nichts davon! Das Fernsehen weiss nichts davon! Und die Mehrheit unserer neunmalklugen Parlamentarier auch nicht. Sie, die Mehrheit, rekrutiert sich aus der Negativauslese jener, die sich den Parteien anbieten. Die Minderheit, wenn sie sich zuviel zumutet, wird von den Medien verleumdet, von den Parteien ausgeschlossen, abgewählt. Ein paar Wenige die Bescheid wissen mögen, haben ihre Seele dem Mammon verkauft und machen das zerstörerische Spiel aus Macht- und Geldgier mit. Doch im kommenden Zusammenbruch des Weltfinanzsystems wird sich auch das ändern, und die Politik wird neu ausgerichtet werden, die jetzigen Politiker ihre Ämter und Diäten verlieren.

Zu denen, die nichts wissen, scheint auch ein Joe Herbert, Professor an der Universität Cambridge zu gehören. Er sagt, das Finanzsystem habe «in den letzten 200 Jahren ziemlich gut funktioniert» (Weltwoche Nr. 41, 2008, S. 39). Von den frühen Bankenkrisen der Jahre 1873, 1884, 1893 und 1907 weiss er nichts. Davon abgesehen, existiert das heutige Weltfinanzsystem erst seit 1913, als sich in den USA eine Handvoll Privatbankiers das Geldmonopol der amerikanischen Notenbank an sich gerissen hat. Und damit ihr Geldsystem globalisiert werden konnte und «ziemlich gut funktioniert», haben die USA nach 1945 mit rücksichtsloser Brutalität rund 200 Angriffskriege geführt. (Gore Vidal, «Ewiger Krieg für ewigen Frieden», eva Hamburg 2002)



Gründung der Federal Reserve Bank (Fed)

Die US-Notenbank Federal Reserve wurde 1913 zur Überwachung der Wirtschaft eingerichtet. Ihr Vorsitzender hat zwei Aufgaben. Er ist der Leiter des Vorstandsgremiums Board of Governors, das aus ihm selbst und sechs weiteren ernannten Beamten besteht. Ausserdem steht er dem Offenmarktausschuss (FOMC, d.h. Federal Open Market Committee) vor, der aus den sieben leitenden Beamten der Fed sowie den Chefs der zwölf regionalen Notenbanken besteht, von denen jeweils fünf stimmberechtigt sind (Larry Kahaner in «Alan Greenspan», Heyne Verlag, München 2002). Lehman Brothers, die am 15.9.2008 Zahlungsunfähigkeit anmelden musste, war eine dieser zwölf Notenbanken.

Die europäischen Staatenlenker hatten sich schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg der Überwachung der Fed unterordnet. Das konnten sie nur deshalb, weil kein Volk davon wusste, dazu befragt wurde und schon gar nicht darüber abstimmen konnte. Die Schweizerbürger wurden hinters Licht geführt und betrogen.

1949 stellte Eustace Mullins fest, dass es in der Bibliothek des US-Kongresses keinen einzigen Bericht über den Ursprung und die Tätigkeit dieser machtvollen Organisation gab. Sämtliche Informationen zu seinem Buch «Die Bankierverschwörung – Die Machtergreifung der Hochfinanz und seine Folgen» musste er sich aus einer Unzahl von Zeitschriften zusammensuchen. Der Geburtsort des «Federal Reserve»-Gesetzes war das Privathaus auf Jekyll Island, eine dem Bundesstaat Georgia vorgelagerte Insel, die J. P. Morgan gehörte, wo sich ab 1910 Spitzenbankiers zur Ausarbeitung eines Ermächtigungsgesetzes zugunsten der Hochfinanz trafen, und nicht etwa die Hallen des US-Kongresses, und das Gesetz sei auch nicht der Klugheit eines Woodrow Wilson zu verdanken. Der «Federal Reserve Act» sei nach Täuschungsmanövern im Handstreich verabschiedet worden, nämlich durch eine Minderheit des amerikanischen Kongresses, als am 22. Dez. 1913 die ablehnende Mehrheit der Parlamentarier bereits in den Weihnachtsurlaub abgereist war. (Vgl. «Worüber nicht gesprochen wird», Recht+Freiheit 1+2/2007)

Der «Federal Reserve Act» hat eine private Zentralbank autorisiert, Geld aus dem Nichts zu erzeugen und gegen Zinsen an die Regierung zu verleihen sowie die nationale Geldmenge zu kontrollieren, d.h. willkürlich zu vergrössern oder zu verkleinern. Nach der Verabschiedung durch das Parlament musste das Gesetz nur noch von Präsident Wilson unterzeichnet werden und erhielt dadurch Gesetzeskraft. Später bedauerte Wilson sein Tun. Kurz vor seinem Tod soll er Berichten zufolge gesagt haben: «Ich habe, ohne es zu wissen, mein Land ruiniert.»16

«Die Anhörungen im Repräsentantenhaus über die Stabilisierung der Kaufkraft des Dollars im Jahre 1928 bewiesen überzeugend, dass der Federal Reserve Board mit den führenden Köpfen der europäischen Zentralbanken eng zusammenarbeitete und dass die Wirtschaftskrise von 1929 – 1931 bei einem geheimen Lunch des Federal Reserve Boards und jener Führer der europäischen Zentralbanken im Jahre 1927 geplant wurde.» (Eustace Mullins «Die Bankierverschwörung»17, S. 97)


«Die instabile Finanzordnung, die dem besiegten Zentraleuropa von den Londoner und New Yorker Bankiers im Versailler Vertrag von 1919 auferlegt worden war, brach 1929 zusammen. Montagu Norman, damals als Gouverneur der Bank von England der einflussreichste Zentralbankier der Welt, hatte den Krach an der Wall Street im Oktober 1929 selbst herbeigeführt. Die Bank von England hatte nämlich den Gouverneur der amerikanischen Federal Reserve Bank, George Harrison, aufgefordert, die Zinsen in Amerika anzuheben, um das Spekulationsfieber [!] in den USA zu bremsen. Harrison folgte dem Rat, und es kam zum dramatischsten Finanz- und Wirtschaftskollaps in der bisherigen amerikanischen Geschichte.» (F. William Engdahl, «Mit der Ölwaffe zur Weltmacht»18, S. 121)


Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Krise nie solche dramatische Ausmasse annehmen müssen hätte. «Bestimmte mächtige Finanziers in London und New York hatten sie forciert, um eine Wende in der europäischen Geopolitik herbeizuführen.»19 Welche zuverlässigen Anzeichen schliessen aus, dass die jetzige Weltfinanzkrise nicht geplant ist, damit nach einem vollständigen Zusammenbruch des Geld- und Wirtschaftssystems die Weltregierung (One-World) ausgerufen werden kann?



Demokratische Reformgesetze

«Angesichts der entarteten Technik und Industrie; angesichts des Fortbestehens von Zuchthaussystemen und fortdauernder Massenmorde, auch im Namen von Demokratie, Sozialismus, Kommunismus; angesichts der zunehmenden Völkerflucht aus den immer mehr zu Hungergebieten werdenden östlichen und asiatisch-afrikanischen Ländern; angesichts der damit verbundenen zivilisatorischen Fehlentwicklung und kulturellen Entwurzelung sowie der damit einhergehenden bio-, sozio- und ökologischen Entartung; angesichts der explodierenden Bevölkerungszahlen der in dumpfer «Religiosität» und Aberglauben gehaltenen Länder halten wir demokratische Reformgesetze, insbesondere für das bisher parasitär geordnete Geldwesen, das für diese Entwicklung verantwortlich ist, für die dringendste Gegenwartsaufgabe.»


Diese Forderung Albert Lämmels anlässlich der Paulskirchen-Gedenkrede vor 40 Jahren am 11.4.1968 in Frankfurt a. M. ist heute noch dringlicher. Die entscheidende Frage darf aber nicht sein, wie es heute allenthalben zu lesen ist, «wie gehen wir mit dieser Krise um?». Nein, denn wer die Frage so stellt, übersieht – oder verschweigt – dass die Welt seit bald hundert Jahren von einer Krise zur nächsten geht. Das Problem, das es zu lösen gilt, ist daher nicht «diese» Krise, und auch nicht die sich seriell einstellenden Krisen, sondern das System selbst, das diese Krisen auslöst. Eine Zeitschrift, die nicht darüber schreibt, kann weggeworfen, eine Fernsehstation, die nicht davon spricht, abgeschaltet werden.

Wenn die Völker das herrschende Finanzsystem nicht durch ein soziales Geldsystem austauschen (ohne staatliche Interventionen ist das wohl nicht zu machen), geht es nach dem Willen der etablierten Hochfinanz so weiter, von Krise zu Krise, bis zur totalen Versklavung der Menschen. Alles, was dazu erforderlich ist, wurde seit langem verwirklicht oder steht kurz vor seiner Vollendung: Abschaffung der Nationalstaaten, Verbot des persönlichen Waffenbesitzes, Vernichtung der gewachsenen Kulturen und Religionen, elektronische Registrierung jedes Menschen, biometrische Ausweispapiere, elektronische Überwachung auf Strassen, Plätzen und Bahnhöfen usw., (in Deutschland) staatliche Schnüffelei in PCs. Auch der implantierbare Chip ist schon bereit, vorerst für «Fifi».

Auch die Schweiz ist nicht unschuldig: Anfang 2002 wurde ein Gesetz in Kraft gesetzt, dem zufolge der gesamte Datenverkehr im Internet und alle Telefon- und Fax-Daten inklusive jedes SMS gespeichert werden müssen und Post- und Fernmeldebetriebe (Internet-Betreiber) dem Spionagedienst allenfalls sogar auf sechs Monate rückwirkend (sic!) Auskunft geben müssen, «wann und mit welcher Person oder Anschlüssen die überwachte Person elektronische Verbindungen hatte». Bis zu sechs Monate rückwirkend müssen auch die «Verkehrs- und Rechnungsdaten geliefert werden können». Grundsätzlich wird jeder Bürger zum voraus wie ein Krimineller überwacht.20 Eine Ungeheuerlichkeit! Unsere Regierung kann sich nicht damit rechtfertigen, die Überwachung diene der nationalen Sicherheit nach Art. 8, Abs. 2 EMRK, denn sie selbst hat die ungezügelt massive Zunahme von Verbrechen und Kriminalität durch Masseneinwanderung (unter vormaligem Verfassungsbruch21) selbst herbeigeführt und daher auch zu verantworten.

Wer sich gegen den totalen Orwellschen Überwachungsstaat auflehnt, wird durch eine immer mehr zum Einsatz gegen Zivilisten hochgerüstete Polizei in Schach gehalten, oder wie andernorts bei Volksaufständen heute schon niedergeknüppelt oder im Kugelregen von Militärs niedergeschossen. Es ist fünf Sekunden vor Zwölf! Es ist keine Zeit mehr zu verlieren! Wenn wir den Irrsinn nicht stoppen, wird es zu spät sein, weil es keine Gegenwehr mehr geben wird.



Zahlen, die in den Himmel wachsen

Die Schulden der Vereinigten Staaten durch anhaltende Zahlungsbilanzdefizite wuchsen in den 90er Jahren dreimal so schnell wie das Bruttoinlandprodukt. Sie standen Anfang 2001 auf über 24 Billionen Dollar. (EIRNA-Studie Hyperinflation und Weltfinanzkrise, 2. erweiterte Auflage, Feb. 2001). Gemäss dem Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Kurt Richebächer, sogar auf 25 Billionen Dollar. Anfang 2003 waren die Gesamtschulden der USA auf über 32 Billionen Dollar angestiegen (der Schweizer Bankier Ferdinand Lips in «Die Goldverschwörung»22, S. 121). Das waren zum damaligen Kurs etwa die gleiche Menge Euro oder rund 48’000 Milliarden Schweizer Franken (48 Billionen). Einen grossen Teil ihrer Papierwährung («fiat money») wurde auf dem Wege von Staatsanleihen vom Ausland aufgenommen. Grosse Teile davon sind im Besitze Chinas, Russlands, Japans und der Europäischen Zentralbank. Durch die seit 2001 im Gange befindliche rasante Dollar-Abwertung mussten diese Länder enorme Verluste in Kauf nehmen. Mit immer wertloseren Dollar kaufen sich die Profiteure des Geldbetruges gut florierende Industrieunternehmen zusammen und reissen sich den lukrativsten Immobilienbesitz unter die Nägel – gegen ihr effektiv wertloses Papiergeld! «Der IWF wurde zu einem Mechanismus, der Vermögen von armen zu reichen Menschen umverteilt.» (Lips, ebd., S. 121)

Die Weltbank und der IWF wurden ursprünglich gegründet, um Ländern zu helfen, ihre Zahlungsbilanzen auf dem Gold-Dollar-Standard auszubalancieren. Doch 1971, als die amerikanischen Dollar-Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland immer weiter anstiegen, wurde das «Goldfenster» geschlossen. Präsident Nixon untersagte dem US-Schatzamt, fortan irgendwelche im ausländischen Besitz befindliche US-Dollar gegen Gold einzutauschen. Der US-Ökonom Richard M. Salsman bezeichnete «das Schliessen des Gold-Fensters» als «einen höflichen Ausdruck für die Nichterfüllung von Goldzahlungen, in anderen Worten: Zahlungsunfähigkeit und ein Verstoss gegen die internationalen monetären Vereinbarungen.» («Gold and Liberty»23, S. 73)



Schweizerische Eidgenossenschaft

Schaut man sich den Rettungsplan für die UBS genauer an, fällt folgendes auf: Die UBS erhält vom Bund 6 Milliarden Franken gegen eine Wandelanleihe24. Die Schweizerische Nationalbank gründet auf der Steuerfluchtinsel Cayman Islands für den Verkauf der Hochrisiko-Papiere im Wert von 60 Milliarden Dollar aus dem Bestand der UBS eine Zweckgesellschaft. Zudem leiht sie sich von der Federal Reserve, der privaten US-Notenbank, 54 Milliarden Dollar. Das heisst, die SNB macht 54 Milliarden Dollar zinsbehaftete Schulden, abgesichert durch unsere Steuergelder! Für die Umwandlung der Wandelanleihe in Aktien der UBS ist eine Laufzeit von 30 Monaten vereinbart. Bei gleicher Laufzeit für den Fed-Kredit und einem angenommenen Zins von 3 % ergibt das rund 4 Milliarden Dollar Zins, d.i. arbeitslose Geldvermehrung. Auch dafür wird das Volk bezahlen müssen, denn die Aktien der SNB sind zum grössten Teil im Besitz des Bundes und der Kantone. Der Ertrag der SNB wird geschmälert. Statt das Geld für das Volk auszugeben, fliesst es in die Kasse der Fed. Für das, was bei der SNB fehlt, zahlt der Bürger über direkte und indirekte Steuern und/oder Kürzung von Sozialleistungen. Darüber hinaus hat die Schweiz, inkl. Kantone und Gemeinden, Schulden von über 100 Milliarden Franken, wofür ebenfalls Zinsen aufzubringen sind. Desgleichen die Zinsen auf sämtliche Hypotheken unseres Landes, die als teure Mieten anfallen oder in die Verkaufspreise einkalkuliert, vom Volk bezahlt werden müssen. Wer eine Hypothek von beispielsweise 100’000 Franken zu 5 % Zins hat, von dem erwartet die Bank, dass er in den nächsten 20 Jahren 200’000 Franken zurückzahlt. (Es wäre interessant, einmal das schweizweite Gesamtbetriebskapital dem nationalen Schuldenvolumen gegenüberzustellen.)

Über das Geschäft der SNB wird sich der ehemalige deutsche Bundskanzler Helmut Schmidt verwundert die Augen reiben, forderte er doch im Hamburger Wochenblatt Die Zeit eine Vorschrift, «die es verbietet, einen Kredit an ein Institut zu geben, das rechtlich auf einer Insel zu Hause ist, auf der es weder eine funktionstüchtige Finanzaufsicht noch eine Steuerbehörde gibt.» (Weltwoche Nr. 40, 2008, S. 37)



Weitgehende Abschaffung des Zinses


Entwicklung des Industrie- und Leihkapitals
Die rote, zunächst flach und dann rapid steigende Kurve zeigt die charakteristische Entwicklung des Leihkapitals, bei dem sich die Ordinaten (y-Achse) bei gleichbleibenden Abszissen (x-Achse) verdoppeln. Die blaue Linie zeigt die Entwicklungskurve der Gesamtindustrie im Laufe von rund fünfzig bis achtzig Jahren. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kurven nicht massstäblich gezeichnet sind, sondern nur die charakteristische Entwicklung aufzeigen. Die ins Unendliche gehende Leihzinskurve zeigt die Verzinsung des Joseph-Pfennigs über 2000 Jahre. Die Kurve des Industriekapitals bleibt dagegen im Endlichen! Das Industriekapital zeigt in der Regel ein anfänglich kräftiges Anwachsen, gefolgt von einem über längere Zeit dauernden Höhenflug, dem ein langsamer oder schneller Niedergang folgt. An Beispielen fehlt es nicht: Saurer (Lastwagen), Sulzer (Maschinenbau), Hermes (Büromaschinen), Suchard (Schokolade), Swissair; im Ausland: Olivetti (Büromaschinen), Simca (Auto), Grundig (Fernsehgeräte), Krupp, Leica, usw.


Die mittels Zinsfaktor akkumulierten Vermögen der weltbeherrschenden Gelddynastien folgen dem typischen Wachstum des Leihkapitals, Verdoppelung alle 15 (bis 20) Jahre.


Die nachfolgenden Überlegungen erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Diese können im Rahmen dieses Aufsatzes unmöglich erbracht werden, allein schon wegen des Fehlens der entsprechenden Zahlen aus den statistischen Jahrbüchern unserer Volkswirtschaft. Es genügt, die wesentlichen Grundzüge aufzuzeigen, welche die Abschaffung des Leihzinses als gangbaren Weg zur Behebung der globalen Finanzkrise ermöglichen. Die nachfolgenden Ausführungen gleichen in den Grundzügen den Überlegungen von Gottfried Feder, wie er sie in seinem Buch «Kampf gegen die Hochfinanz» (5. Auflage, 1934) in aller Ausführlichkeit und überzeugend dargelegt hat. Die zeitgeschichtlichen Unterschiede zwischen damals und heute wurden hier durch Einsetzen aktueller Einflussgrössen aktualisiert. Eine genaue Analyse ist zeitraubend. Sie sollte von einem Volkswirtschaftler gemacht werden.

Die Globalisierung des Zinses ist heute zu einem internationalen Problem geworden. Allein schon die Zahlungen der Schuldzinsen verschlingen Riesensummen, die von der arbeitenden Bevölkerung kaum noch aufzubringen sind. Margrit Kennedy schätzt diesen Betrag auf 40 – 50 Prozent, die in die Preise einkalkuliert sind und die wir beim Kauf von sämtlichen Industrieerzeugnissen, Verbrauchsgütern, Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten usw. usf. zahlen müssen. Da in Ländern mit hohem Produktionsvolumen mehr Betriebskapital in Immobilien und Maschinen investiert ist, müssen deren Unternehmer den Banken auch höhere Beträge in Form von Zinsen für ihr Leihkapital zahlen. Ihre Rendite nimmt entsprechend ab. Zur Kompensation müssen seit Jahrzehnten billigere Arbeitskräfte eingestellt werden, die nur noch im (fernen) Ausland zu haben sind. Was für Unternehmer gilt, wirkt sich auch auf den Staat aus: Die neuen Beitragszahler sollen die Altersrenten der ersten Säule (AHV) stützen. Die Soziallasten haben seither gewaltig zugenommen. Die einst gut gefüllten Kassen (AHV und IV) sind schlanker geworden. Beim Staat sind die Einnahmen aus den früher reinen Staatsbetrieben Post und Telefon fast gänzlich weggefallen. Desgleichen die Zolleinnahmen beim Warenimport. Die Bahnbetriebe können nur mit jährlichen Subventionen von 10 Milliarden Franken aufrechterhalten werden (Weltwoche 43/2008, S. 15). Die Neat verursacht dem Steuerzahler Kosten von 24 statt 8 Mia. Franken, über die 1992 abgestimmt wurden. Von den Treibstoffeinnahmen wird ein immer grösserer Anteil für den immer weiter ausufernden und aufwendigeren Strassenbau und -unterhalt verbraucht, da auch dieser immer höhere Kosten für das Leihkapital aufzubringen hat. Somit bleibt dem Staat nur noch eine Erhöhung der direkten und indirekten Steuern (Gewinn- und Erwerbseinkommen, Mehrwertsteuer) oder Abbau von Sozialleistungen.


Wie Gottfried Feder in seinem Buch «Kampf der Hochfinanz» darlegt, schreckt der gehobene gutbürgerliche Mittelstand vor der Abschaffung des Zinses zurück, weil gar mancher befürchtet, seine schönen Zinseinnahmen zu verlieren. Doch mit Vergleichen der Einkommensverhältnisse, direkter und indirekter Steuerabgaben und Mietzinsen zwischen einer gutbürgerlichen Familie mit denen eines Grosskapitalisten versteht er es, diese Ängste zu zerstreuen. (Feders Vergleiche sind den heutigen Gegebenheiten entsprechend zu aktualisieren.) Er macht klar, dass die ganze Zinswirtschaft eine grosse Selbsttäuschung ist, denn, so Feder: «Von den riesigen Beträgen, die von der Allgemeinheit bezahlt werden müssen, hat nur der Grosskapitalist einen Nutzen, weil dieser soviel Kapitalrendite erhält, dass er sie unmöglich aufbrauchen kann.» Von seinen Zinseinnahmen verbleibt ihm nach Abzug für die Kosten seines Lebensunterhaltes und der Steuern noch viel Geld, für das er im nächsten Jahr erneut Leihzins (Zinseszins) beziehen wird und das von Rechts wegen zulasten der werktätigen Bevölkerung. Der Leser erinnert sich an dieser Stelle daran, dass 99 Prozent der US-Geldmenge privaten Kreditgebern geschuldet ist. Auch dieser Prozentsatz wäre für die europäischen Länder zu ermitteln.

«Die Brechung der Zinsknechtschaft für Hypotheken bedeutet zweifellos die Lösung des Wohnungsproblems, die Befreiung von den unerschwinglichen Mieten.» Von einer «völligen Abschaffung des Mietzinses» könne aber nicht die Rede sein, so Feder.




Gold, ein Edelmetall das alle bezaubert

Wie Alan Greenspan als junger Mann, noch bevor er Notenbankpräsident wurde, in seinem Aufsatz von 1966 geschrieben hat, ist Gold der natürliche Feind von «fiat money». Als Volkswirtschaftler, der 1948 an der New Yorker University mit «summa cum laude» den Bachelor of Science und später an der gleichen Universität seinen Magister erwarb, um dann an die Columbia University zu wechseln, ist ihm zuzutrauen, dass er damit recht hatte. «Fiat money» dient der heimtückischen Enteignung der Menschen, Gold verhindert diesen Prozess, deshalb muss es von denen, die an «fiat money» interessiert sind, mit allen Mitteln bekämpft werden:

«Unter einem Goldstandard ist die Höhe der Anleihen, die eine Wirtschaft finanzieren kann, vom Sacheinlagevermögen dieser Wirtschaft bestimmt, weil jedes Kreditinstrument [jede Art von Kredit] letztlich einen Anspruch auf einen realen Sachwert darstellt. Doch Bundesanleihen [staatliche Kreditaufnahme] sind nicht durch reale Güter gedeckt, lediglich durch das Zahlungsversprechen der Regierung im Hinblick auf künftige Steuereinnahmen, und sie lassen sich nicht leicht von den Finanzmärkten absorbieren [aufnehmen]. Eine grosse Menge neuer Bundesanleihen kann dem Publikum nur zu immer höheren Zinssätzen verkauft werden. Bei einem Goldstandard sind staatliche Defizitausgaben [das Schuldenmachen] daher stark eingeschränkt.


Die Abschaffung des Goldstandards machte es den Politikern des Wohlfahrtsstaates möglich, das Bankensystem als Mittel zur unbegrenzten Erweiterung des Kredits zu nutzen. Sie haben Papierreserven in Form von Bundesanleihen geschaffen, die die Banken – nach einer komplizierten Abfolge von Schritten – anstelle von Realwerten akzeptieren und behandeln, als stellten sie eine tatsächliche Sicherheit dar, das heisst als Äquivalent dessen, was früher eine Goldeinlage war. Der Inhaber einer Bundesanleihe oder eines auf Papierreserven gegründeten Bankguthabens glaubt, dass er einen Anspruch auf einen materiellen Gegenwert hat. Tatsache ist jedoch, dass es heute mehr ausstehende Forderungen als Realwerte gibt.


… Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Aufzehrung durch Inflation zu schützen. Es gibt keinen sicheren Wertspeicher. Wenn es den gäbe, müsste die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es im Fall von Gold geschehen ist. [1934 bis Ende 1974 war privater Goldbesitz in den USA verboten.] Wenn beispielsweise alle sich entschliessen würden, ihre Bankguthaben in Silber oder Kupfer oder irgend etwas anderes umzuwandeln, und es danach ablehnten, Schecks als Bezahlung für Waren zu akzeptieren, würden Bankeinlagen ihre Kaufkraft verlieren. Der von der Regierung geschaffene Bankkredit wäre somit als Berechtigung zum Erwerb von Gütern wertlos. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates erfordert, dass es für die Besitzer von Vermögen keinen Weg geben darf, sich zu schützen.


Dies ist das schäbige Geheimnis, das hinter den Tiraden der Vertreter des Wohlfahrtsstaates [im Kampf] gegen Gold [und Silber] steckt. Die Defizitfinanzierung ist einfach eine Methode für die ‹heimliche› Aufzehrung von Vermögen. Gold steht diesem schleichenden Prozess im Weg. Es steht da als Beschützer des Besitzrechts. Wenn man das verstanden hat, hat man keine Schwierigkeiten mehr, die Ablehnung des Goldstandards durch die Politiker des Wohlfahrtsstaates zu verstehen.» («Gold und wirtschaftliche Freiheit», Newsletter The Objectivist, 1966. Erschienen in «Capitalism, the Unknown Ideal» von Ayn Rand, Hessen, New York: Signet Books, 1967. Zitiert nach Larry Kahaner, «Alan Greenspan», Heyne Verlag, München, 2002)


Als der gute Alan Chef der US-Notenbank wurde, was ihn zum zweitmächtigsten Mann der Welt machte, warf er all seine Überzeugungen von den positiven Eigenschaften des Goldes über Bord. Unsere Urgrosseltern konnten ihre Einkäufe noch mit Goldmünzen bezahlen. Diese Epoche endete 1936.25 Der Ökonom Franz Pick schrieb in seinem Currency Yearbook 1977/78, dass seit dem Ende des «Goldenen Zeitalters»26 Tausende von Abwertungen stattfanden:

«Zu Beginn des I. Weltkrieges, und sogar noch mehr seit dem II. Weltkrieg, beschleunigte sich die Zerstörung der Währungen, und die Abwertungen sowie Kaufkraftverluste vervielfachten sich, und jedes monetäre Ansehen verkam zur Absurdität. – Die gigantische Zerstörung der Wirtschaft, die der II. Weltkrieg hinterliess, führte zu einer unvermeidlichen Entwertung der Währungen. In der Nachkriegszeit – gekennzeichnet durch wirtschaftliche Erholung und forcierte Expansion – blieb von der früheren Einstellung der Regierungen, den Geldwert ihrer Bevölkerung zu bewahren, in praktisch allen Ländern nichts mehr übrig. Eine zynische und eiskalte Interpretation der Ethik in Währungsfragen wurde während dieser Generation den Regierungen zur Regel – alles unter dem Deckmantel vom zweifelhaften ‹Wirtschaftswachstum› und aus Angst vor einer weiteren Grossen Depression wie die aus den dreissiger Jahren. Dabei wandelte sich das Währungsmanagement zu nichts anderem als einem Werkzeug der Enteignung all jener, die dumm genug waren, der Propaganda ihrer Herrscher zu glauben. Von Stalin bis Carter wurde die Verschlechterung der Währungen mit nachfolgender Abwertung der jeweiligen Einheit zur fragwürdigsten Waffe im Kampf gegen eine wirtschaftliche Abkühlung – gewöhnlich ohne nachhaltigen Erfolg.» (Lips, ebd., S. 144 f)


Die Enteignung der Werktätigen vor Augen, hatte Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Propaganda vom 15. Oktober keinerlei Hemmungen, zu versichern: «Der Staat war und ist die einzige Instanz, um das Vertrauen zwischen den Banken wiederherzustellen, und zwar zum Schutze der Bürger und nicht zum Schutze von Bankinteressen» (Zeit-Fragen, 20.10.08, S. 6). Da möchte man Merkel fragen, ob sie nicht weiss, dass der deutsche Bürger inzwischen längst mit 1’513 Milliarden Euro Staatsschulden «geschützt» wird! Stand: 17.9.2008 (Unabhängige Nachrichten27).



Warum die Welt eine auf Gold basierte Währung braucht

Es ist ein Jammer, dass Ellen Hodgson Brown in ihrem Buch «Der Dollar Crash» nichts von Ferdinand Lips weiss, obwohl sein Werk schon im Jahr 2002 mit dem Titel «Gold Wars» in New York erschien. Lips schreibt darin überzeugend, warum der Goldstandard die einzige Möglichkeit für ein stabiles Geldwesen ist. Auszug:

«Die Ignoranz dem Golde gegenüber führte 1944 zum Bretton-Wood-System und ebenso zu seinem Untergang. Ohne die Wiederholung der Fehler von 1914 oder 1923 hätten wir nie eine inflationäre Krise in den 1970er Jahren erleben müssen. Die Ölkrise der Neunzehnhundertsiebziger und die auf uns zukommende Öl- und Energiekrise des 21. Jahrhunderts sind primär Finanzkrisen. Die Unterdrückung des Goldes und die unbegrenzte Expansion von Fiat-Falschgeld haben zu den monetären, wirtschaftlichen und politischen Krisen und Kriegen des 20. Jahrhunderts geführt. Das Ende von Bretton Woods gebar die anhaltende und zukünftige Derivate-Krise. Da gewisse einflussreiche Kreise Goldgeld missachteten, wurden die Krisen der Welt fälschlicherweise, aber sehr wahrscheinlich absichtlich, dem Gold in die Schuhe geschoben.


Finanzmärkte können nur unter einem Goldstandard zufriedenstellend funktionieren. Die Geschichte hat gezeigt, dass unter dem Automatismus des klassischen Goldstandards die Währungsstabilität am höchsten war. Ungedecktes Papiergeld kann nur zu kurzlebigen Finanz- und Wirtschaftsblüten führen. Das Endresultat ist Inflation und Veruntreuung von Ersparnissen auf Kosten von Arbeitern, Rentnern und den Armen, die sich gegen diesen arglistigen Betrug nicht wehren können, Arbeitslosigkeit und schliesslich Krieg.


… Wenn auf der ganzen Welt Vollbeschäftigung vorherrscht, gibt es weniger Kriege und weniger Masseneinwanderung, denn die Welt ist ein wunderschöner Ort, und ihre Schönheit ist nicht auf ein paar wenige reiche Länder begrenzt. … Die Geschichte hat bewiesen, dass der freie Markt Gold und Silber als Geld gewählt hat. Geld kann und darf nicht auf Vertrauen und Versprechen von Regierungen beruhen, nur Geld, welchem Menschen nach freier Wahl ihr wirkliches Vertrauen schenken: Gold!


Bei ehrlichem Geld haben die Menschen Vertrauen in dessen Wirksamkeit jetzt und in der Zukunft. Aber es ist notwendig, dass sie das Schicksal selber in die Hand nehmen und Währungsgeschichte oder in anderen Worten monetäre Archäologie studieren. Was ist falsch gelaufen, und warum ist es falsch gelaufen? Es ist eine ausreichende historische Dokumentation vorhanden, aber Derartiges wird leider nicht an den Universitäten gelehrt.


… es gibt eine Menge brillanter Köpfe auf der Welt. Es sollte jedenfalls genug davon geben, die uns aus dem gegenwärtigen monetären dunklen Mittelalter herausholen könnten.


Ein positives Herantreten an diese Probleme würde zu Vollbeschäftigung, zu weltweiter Prosperität und Stabilität führen, aber auch zu einer Renaissance von Kultur und Moral. Gesetz und Ordnung würden zurückkehren.


Gold wird den Krieg letzten Endes gewinnen, aber warum nicht schon jetzt einen Waffenstillstand fordern? Lassen Sie uns hoffen, dass dies geschieht, bevor es zu spät ist, bevor zu viel Zeit und zu viele Leben vergeudet werden.» (Lips, ebd. S. 338 ff).



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Fussnoten

1 Deutschsprachige Buchausgabe «Bankrott ’95 – Die Schuldenkatastrophe der USA und das Ende des «American way of life», Ullstein, Frankfurt a. M., 1994

2 Bundesrat Merz, Chef des Finanzdepartements, ist nach schwerer Operation rekonvaleszent.

3 Ellen Hodgson Brown, «Der Dollar-Crash», Kopp Verlag, 638 Seiten, D-72108 Rottenburg, August 2008. Englischer Originaltitel «The Web of Debt», USA 2007. (Zu Fragen über die private US-Notenbank und zur Weltfinanzkrise ist dieses Buch das zur Zeit detailreichste.)

4 We are grateful to the Washington Post, the New York Times, Time magazine and other great publications whose directors have attended our meetings and respected the promises of discretion for almost forty years. It would have been impossible for us to develop our plan for the world if we had been subject to the bright lights of publicity during those years. But, the world is now more sophisticated and prepared to march towards a world-government. The supranational sovereignty of an intellectual elite and world bankers is surely preferable to the National auto-determination practiced in past centuries.
(Quelle: http://infowars.wordpress.com/2007/06/17/bilderberg-und-die-massenmedien/ )

5 SVP-Klartext http://www.svp.ch/?page_id= 1160&l=2

6 Weltwoche Nr. 43 vom 23. Oktober 2008, S. 14

7 Michel Chossudovsky, «Global brutal», Verlag Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 2002

8 Phoenix, Haus 82, A-6952 Sibratsgfäll (Österreich)

9 Lincoln (1861–1865), Garfield (1881) und John F. Kennedy (1961–1963) waren US-Präsidenten. Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, über jeden Mord einzeln zu berichten. Der Interessierte wird im Weltnetz fündig werden. Hier sei nur noch an den wenig bekannten Fall Ivar Kreuger erinnert: Dieser schwedische Unternehmer und Financier war 1931 als einziger bereit, das vom Bankhaus J. P. Morgan und der Bank von England verhängte Kreditembargo gegen die Weimarer Republik zu brechen. 1932 fand man ihn tot in einem Pariser Hotel.

10 Meist langfristige, festverzinsliche Geldbeschaffung durch öffentlichrechtliche Körperschaften, bes. Staaten oder Gemeinden, oder private Gesellschaftsunternehmungen. Die Gläubiger erhalten auf Inhaber oder Namen ausgestellte Schuldverschreibungen (Anleihepapiere), die die Rückzahlungs- und Zinsbedingungen enthalten. Die Zinsen werden in der Regel halbjährlich nach einem festen Satz gezahlt.

11 Ellen Hodgson Brown, a.a.O., S. 238 f

12 Die Schweizerische Nationalbank (SNB) regelt die Geld- und Währungspolitik des Landes im Einklang mit den Erfordernissen einer gesunden Entwicklung der Volkswirtschaft unter Einhaltung eines stabilen Geldwertes im Inland.

13 Ellen Hodgson Brown: «Das mag dazu geführt haben, dass man Deutschland statt [durch die Kontrolle des internationalen Goldstandards] durch Kriegführung kontrollieren musste.» (a. a. O., S. 283)

14 Martin Allen, «Churchills Friedensfalle», Druffel Verlag, Stegen/Ammersee, 2003

15 Adolf Hitler, «Mein Kampf» (I, 220ff, Volksausgabe S. 229)

16 Ellen Hodgson Brown, a.a.O., S. 159

17 Eustace Mullins, «Die Bankierverschwörung», Common Sense Union, New Jersey, USA, 1954. Deutsche Übersetzung im Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur, Struckum/Nordfriesland, 1983.

18 F. William Engdahl, «Mit der Ölwaffe zur Weltmacht – Der Weg zur neuen Weltordnung», Steinherz, Wiesbaden, 2000.

19 Dieter Stiefel, «Finanzdiplomatie und Weltwirtschaftskrise: Die Krise der Creditanstalt für Handel und Gewerbe, 1931», Frankfurt a. M., 1989, bei Fritz Knapp. Zitiert nach F. William Engdahl, a. a. O., S. 122.

20 «Mensch und Recht» Nr. 85, Sept. 2002. Quartalszeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention (SGEMKO). Redaktion: Ludwig A. Minelli, Postf. 10, 8127 Forch (ZH).

21 Hans R. Bachofner, «Verfassungstreue und Verfassungsbruch», dargestellt am Problem der Überfremdung und Übervölkerung der Schweiz, Eigenverlag, Zürich 1974

22 Ferdinand Lips, «Die Goldverschwörung», Kopp, Rottenburg, 2003

23 Richard M. Salsman, «Gold and Liberty», (Great Barrington, MA: American Institute for Economic Research, 1995), S. 73 (zitiert nach Ferdinand Lips, a. a. O., S. 118)

24 Wandelanleihe, Schuldverschreibung einer Aktiengesellschaft, bei der den Gläubigern (Obligationären) das Recht eingeräumt wird, ihre Obligationen von einem best. Zeitpunkt an und zu im voraus bekannten Bedingungen in Beteiligungsrechte (Aktien, Genussscheine u.a.) umzuwandeln. In der W. ist der Vorteil der festen Verzinsung mit der Möglichkeit des Umtausches in einen Sachwert (z.B. bei sinkendem Geldwert und steigenden Aktienkursen) verbunden. Dem Unternehmen bietet die Ausgabe einer W. den Vorteil grösseren Interesses bei einem breiteren Publikum. Bei einer Pflichtwandelanleihe hat der Besitzer keine Wahl. Die Anleihe wird am Verfalltag auf jeden Fall nach den vereinbarten Bedingungen umgewandelt.

25 1936 wurde die Nationalbank (SNB) von der Verpflichtung enthoben, ihre Noten in Gold einzulösen. Als Folge dieser Massnahmen verloren die Goldmünzen, obwohl sie nicht ausser Kurs gesetzt wurden, faktisch ihren Kurswert. Der Goldwert der 20-Franken-Münze stieg durch die Abwertung auf rund 28 Franken. Damit verschwand das «Vreneli» vollständig aus dem Zahlungsverkehr und erhielt den Charakter einer Handelsware. Es wurde fortan vornehmlich gehortet.

26 Goldenes Zeitalter, im Griechischen, aus dem Orient stammender Mythos. Bezeichnung für die glückliche Urzeit des Menschengeschlechtes. Auch das Augusteische Zeitalter wird G. Z. genannt.

27 «Bund der Steuerzahler», zitiert nach Unabhängige Nachrichten 9/2008, Postfach 10 17 06, D-46017 Oberhausen.


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