Familie, Erziehung und Schule: Umkehr tut not
von alt Bundesrat Christoph Blocher
Letzthin, auf dem Morgenspaziergang, kam eine pensionierte Lehrerin auf mich zu. «Ich war», erzählt sie, «vierzig Jahre Sonderschullehrerin. Jetzt» – so empört sie sich – «heben die doch die Sonderschule auf. Integrative Schule heisst das schöne Projekt. Welch’ Unrecht an diesen Kindern! Nun soll ihnen noch täglich vorgeführt werden, dass sie geistig oder körperlich benachteiligt sind. Da können sie so viele Sonderpädagogen in die Normalklasse stellen, wie sie wollen, das ändert sich nicht. Und die Normal- und Hochbegabten kommen so auch nicht voran!»
Diese Lehrerin ist bei weitem kein Einzelfall. Wo man hinkommt, beklagen sich zahlreiche Mütter und Väter über Schulen, in denen Schweizer Kinder zu kurz kämen.
Eltern beklagen das Fehlen eines Klassenlehrers, der an der Volksschule so wichtig wäre. Eine Bezugsperson fehle. Nur fachspezifische Dozenten seien kein Ersatz.
Andere wiederum klagen über fehlende Leistungsziele und über- oder unterforderte Schüler.
Kürzlich beschwerten sich in der Zeitung Sekundarschüler einer schulversuchsgesegneten Zürcher Seegemeinde, dass die Schule heute zu wenig fordere und sie darum schlecht ausgebildet würden.
Lehrer sind verzweifelt: «So geht es nicht mehr», sagen sie, überfordert vom schulischen Alltag.
Ein Irrweg
Bis in die Achzigerjahre war die Schweiz bürgerlich, freiheitlich und die Selbstverantwortung des Menschen stand im Vordergrund. Die bürgerlichen Parteien setzten sich ein für diese Werte, und so funktionierte auch das Bildungswesen. Dies hat sich in den Siebzigerjahren leider zunehmend geändert. Eine verwahrloste Lebensauffassung und damit das süsse Gift des Sozialismus verbreitete sich. Dieses Gift versprach ein sorgenfreies, bequemes, müheloses Leben. Das verwahrloste Lebensbild des egozentrischen, lustbetonten Menschen ohne Verpflichtung, ohne Verantwortung wurde zum Leitbild. Die Selbstverwirklichung – auch der Erzieher, der Eltern und der Politiker – zu Lasten des Kindes wurde zum Vorbild. Dies ging weit über die linken Parteien hinaus. Kirchliche und universitäre Kreise schwammen fröhlich mit.
Heute wagt wohl niemand mehr offen die Planwirtschaft zu fordern, nachdem vor vierundsechzig Jahren ein Sozialismus, der sich mit dem Wörtchen «national» schmückte, endlich besiegt worden war und nachdem vor zwanzig Jahren der realexistierende Sozialismus bankrott gegangen ist. Doch das süsse, bequeme Gift des Sozialismus vernebelt die Köpfe weiterhin. Nachdem es in der Wirtschaft so kläglich versagt hat, versucht man es in der Gesellschafts- und Bildungspolitik durchzusetzen.
Heute zeigt sich hier ein alarmierender gesellschaftlicher und politischer Notstand.
«Ich, alles, sofort!»
Die Umwälzungen seit den Achtundsechzigerjahren galten dem Niederreissen aller Schranken. Arbeit, Einschränkungen, Lernen, Disziplin bedeuten Mühsal. Folglich mussten sie beseitigt werden. Darum wurde der Erziehungsverweigerung wissenschaftlich das Wort geredet.
Arbeit ist Schweiss – also wurde die arbeitsfreie Gesellschaft erfunden.
Das Lustprinzip wurde zum Lebensprinzip erhoben.
Erziehen heisst Entscheide treffen, Verantwortung tragen: also wurde die Wohlfühlpädagogik kreiert.
Um das zu rechtfertigen, legte man sich ein neues Weltbild zurecht und erklärte schlicht und einfach: Regeln brauche es nicht, Erziehung sei gar nicht nötig, denn die Kinder seien an sich «gut», würden von sich aus das Richtige tun, also könne man sie auch selbst machen lassen. Das Gutmenschentum wurde auch in der Erziehung zur unverrückbaren Doktrin.
Dass dabei die Last der Entscheidung einfach von den Eltern aufs Kind überwälzt wird, wird selbstverständlich verschwiegen. Und dass das Kind dadurch oft überfordert und in dieser Überforderung zwänglerisch und launisch wird, auch. Es wird ihm zur Gewohnheit, alles zu wollen, alles zu fordern, aber auch alles zu bekommen. «Ich, alles, sofort» lautet vereinfacht – aber nur ein wenig vereinfacht – der Leitspruch – sowohl der Eltern als auch der Kinder. Die Erfüllung der eigenen Wünsche als oberstes Ziel führte zwangsläufig zu Rücksichtslosigkeit und mangelnder Anpassungsfähigkeit. Da man keine Schranken gesetzt bekommt, gibt es auch keinen Halt vor der Kriminalität. Die schockierende Gewalt unter Jugendlichen ist ein Auswuchs dieser «anerzogenen Rücksichtslosigkeit».
Wertfreie Gesellschaft
So griff diese gesellschaftliche Erscheinung schnell auf weitere Lebensbereiche über und führte zur wertfreien Gesellschaft. Verantwortungsgefühl wird lächerlich gemacht, die Selbstverantwortung als unsozial hingestellt. Sitten und Gebräuche als altmodisch verlacht, unsere Religion und ihre Anschauungen als intolerant angeprangert. Das Vermitteln von moralischen und kulturellen Werten, von Vorbildern, Mythen, religiösen Inhalten, biblischen Geschichten wurde als altmodisch, rassistisch oder unvereinbar mit der Meinungs- und Religionsfreiheit verschrieen und schon aus den Kindergärten verbannt.
Rechtschaffenheit wurde zum Bünzlitum degradiert, Sauberkeit und Ordnung auf den Strassen und öffentlichen Plätzen als charakterlicher Defekt.
Die Schweiz wird als hinterwäldlerische Idylle verhöhnt. Multikulturell muss man sein. Respektlosigkeit und Disziplinlosigkeit gelten als originell.
Gewaltbereitschaft und Vandalismus werden zum berechtigten Aufstand gegen zuviel Ordnung und Restriktionen erklärt.
Und Leistungsverweigerung ist das Recht der – wie es heisst – Armen und Ausgebeuteten.
Wer in der Schule faul und widerspenstig ist, gilt als besonders intelligent und phantasievoll.
Man hat es solange geschrieben und geredet, bis der Medien-Mainstream kaum mehr eine andere Auffassung zuliess. Schliesslich begann sich die Schweiz ihrer selbst zu schämen.
Dazu musste die Schweizer Geschichte umgeschrieben werden, unsere Wurzeln wurden ausgerissen. Eine entwurzelte Gesellschaft lässt sich leichter in die Irre führen. So wurde schliesslich der Lehrstuhl für Schweizer Geschichte an der Universität Zürich ganz abgeschafft.
Am liebsten hätte man die Schweiz von der Landkarte getilgt. Auch der Entscheid, schon im Kindergarten – und der muss möglichst früh beginnen – zugunsten des angepassten Hochdeutschen auf die Pflege der eigenen Muttersprache, des Schweizerdeutschen mit seinen Gedichten und Liedern, zu verzichten, hat als Ziel, die Kinder weiter zu entwurzeln. Selbstverständlich wird dies anders begründet.
Staatliche Kinderbetreuung statt Familie
Diese sozialistische Lebensauffassung greift jetzt zunehmend in die Familien- und die Bildungspolitik ein. Und weil dem Sozialismus eine totalitäre Denkweise eigen ist, müssen diese Veränderungen notfalls gewaltsam durchgesetzt werden. Unter dem Vorwand «Schutz für Benachteiligte und Schwache» postulierte man die staatliche Bevormundung und totale Einmischung der Politik in alle Familien.
Ein besonderer Dorn im Auge ist den Staatsverherrlichern die «kleinbürgerliche Familie» – wie sie es nennen –, weil ihnen hier der Einfluss entzogen ist. Die «Wohnstubenkraft», wie Pestalozzi die familiäre Geborgenheit umschrieb, war ihnen unheimlich, musste aufgebrochen werden, denn die Familie ist der Beginn jeder Erziehung, jedes Gesprächs und jeder Auseinandersetzung mit Eltern, Geschwistern, Verwandten und Nachbarn. Die Familie ist das Gegenteil von Vermassung und Entwurzelung. Das können die Linksideologen nicht brauchen.
«Ich, alles, sofort!» Diese Forderungen sind das Gegenteil von dem, was eine Familie erstrebt und bezweckt. Bei der Familie als Gemeinschaft geht es nicht hauptsächlich um Egoismus und Selbstverwirklichung, sondern um die Sorge und Rücksichtnahme füreinander. Eine Familie fordert nicht alles, erhält nicht alles, kann nicht jedes Bedürfnis sofort befriedigen. Im Gegenteil, der Einzelne muss oft auf vieles verzichten, sich einschränken, sparen und planen. Und eine Familie ist kein «sofort», sondern ein langfristiges Projekt, das über Generationen dauert. Nun soll eine neue Gesellschafts- und Familienpolitik nach linkem Modell aufgestellt werden. Mit staatlichen Anreizen, den sogenannten Anschubfinanzierungen von Kinderkrippen, Horten, Mittagstischen, Aufgabenstunden, will man ein ausserfamiliäres – staatliches – Familienmodell durchsetzen: Gemeinschaftserziehung durch Staatsangestellte soll über der Erziehung in der Familie stehen. Haben wir vergessen, was die Weltmeister der Gemeinschaftserziehung angerichtet haben – etwa die Nazis oder die Kommunisten?
Also haben die Linken, Grünen und Mitteparteien folgerichtig einen weiteren Schritt getan: Wer seine Kinder extern – gemeint ist natürlich vor allem durch den Staat – betreuen lässt, soll gegenüber selbsterziehenden Eltern finanziell bevorteilt werden. So soll den fremdbetreuenden Eltern bei den Bundessteuern ein Abzug von 10 000 Franken pro Kind gestattet werden. Die selbsterziehenden Eltern dürfen hingegen für ihre Kinder keinen solchen Abzug vornehmen. Dies ist nichts anderes als eine massive staatliche Benachteiligung der traditionellen Haushalte, in denen die Eltern die Erziehung der Kinder selber übernehmen.
Dagegen muss angetreten werden: Die Familieninitiative der SVP verlangt, dass auch Eltern, die die Kindererziehung nicht abschieben, mindestens gleich viel, also ebenfalls auch mindestens 10 000 Franken pro Jahr und Kind bei den Bundessteuern abziehen können. Dies nachdem das Parlament einen solchen Abzug nur für die ausserfamiliäre Erziehung beschlossen hat. Da das eidgenössische Parlament auch den Kantonen vorschreibt, sie müssten ebenfalls einen Steuerabzug pro Kind bei ausserfamiliärer Betreuung zulassen, verlangen wir auch hier zwingend die Gleichstellung aller Familienmodelle.
Kinderbetreuungsverordnung
Den gleichen verseuchten Geist atmet die neueste, im Sommer in die Vernehmlassung gegebene Verordnung aus dem EJPD: Die Kinderbetreuungsverordnung. Nachdem man mit allen Mitteln die Mütter und Hausfrauen gesellschaftlich als minderwertig stigmatisiert hat und nur noch die ausser Haus berufstätige Frau als vollwertig anerkennt, versucht man nun, noch einen Zacken zuzulegen und die Eltern gänzlich zu entmündigen, ihnen die Kinder möglichst ganz wegzunehmen und sie der staatlichen Kontrolle und der Obhut von Beamten gänzlich zu unterstellen.
Tanten, Onkel, Paten und Cousinen, welche Kinder über etwas längere Zeit betreuen, werden einer Bewilligungspflicht einer zentralen kantonalen Fachbehörde unterstellt. Die familiäre Kinderbetreuung wird staatlich kontrolliert. Alle Betreuenden stehen unter Generalverdacht des misstrauischen Staates. Sie müssen einen Kurs besuchen, sich Kontrollen unterziehen. Wer sich nicht daran hält, dem drohen Bussen bis 5000 Franken. Eigeninitiative wie etwa die Nachbarhilfe soll unterbunden werden.
Grosseltern müssen Buch führen, wann sie ihre Kinder betreuen.
Nachdem sich unter Führung der SVP ein Sturm der Entrüstung erhoben hat, kündigte die verantwortliche Bundesrätin zwar schnell eine Lockerung dieser Bestimmungen an. Nicht etwa aus Einsicht, sondern aus Angst vor dem Sturm der Entrüstung, der gefährlich wurde. Doch beseitigt ist das Ganze bei weitem nicht. An der verwerflichen Ideologie wird festgehalten.
Sie merken, was hinter solch absurden Hirngespinsten von Bürokraten aus Bundes-Bern steckt: Die Allmacht des Staates kommt auf leisen Sohlen. Beamte, so meinen sie, könnten besser für das Wohl der Kinder sorgen als die Eltern. Gegen solch absurde Zwangsideologien aus der sozialistischen Gerümpelkammer müssen wir entschieden antreten.
HarmoS
Solange das Volk über die Volksschule entscheiden konnte, besass die Schweiz das vielleicht beste öffentliche Schulsystem der Welt. Seit Bildungsfunktionäre mit ihren pausenlosen Reformen die Schule bestimmen, sind Schüler, Eltern, aber auch die Lehrer zunehmend überfordert.
Der Grossangriff der Bildungsfunktionäre erfolgt im raffiniert ausgeheckten Projekt «HarmoS». Es will die Schulpflicht (mit Hochdeutsch) in der deutschen Schweiz ab dem 4. Lebensjahr einführen. Die Schweizer Kinder haben sich den ausländischen Kindern anzupassen. Wer die Kinder der Muttersprache beraubt, entwurzelt sie schneller!
Statt den Eltern die Verantwortung der Erziehung zu lassen, verpflichtet HarmoS die Gemeinden, Tagesstrukturen zur Verfügung zu stellen. Das sozialistische Bildungssystem à la DDR lässt grüssen!
Die SVP ist dagegen angetreten und hat in verschiedenen Kantonen Referendumskämpfe geführt. Als einzige Partei gegen alle andern – aber mit Hilfe zahlreicher besorgter Eltern und Lehrer, die merken und erleben, was in unserem Schulwesen abläuft.
HarmoS bestimmt, dass – falls mindestens achtzehn Kantone diesem Projekt zustimmen – der Bund diese Ordnung für die ganze Schweiz flächendeckend verbindlich erklären kann. Dies ist dank der SVP vorläufig verhindert worden:
In den Kantonen Luzern, Nidwalden, Uri, Zug, Graubünden und Thurgau haben die Stimmbürger die HarmoS-Vorlage ausdrücklich gegen ihre eigenen Regierungen und Parlamente verworfen.
Der Kanton Aargau verwarf sogar das auf HarmoS beruhende «Kleeblatt» an der Urne wuchtig. Inzwischen hat die Regierung mitgeteilt, sie werde auf eine HarmoS-Vorlage verzichten.
Ebenso hat auch der Kanton Appenzell-Innerrhoden die gesetzliche Anpassung, die auf HarmoS beruht, auf Grund eines Votums einer einfachen Mutter an der Landsgemeinde verworfen.
Im Kanton Schwyz scheiterte die Vorlage schon im Parlament. Im Kanton Obwalden hat die Regierung die Vorlage zurückgezogen, weil sie sich des Scheiterns bewusst war. Damit sind weniger als 18 Kantone für HarmoS.
Die Allgemeinverbindlich-Erklärung durch den Bund ist somit nicht mehr möglich. Die gesamtschweizerische Gleichschaltung der Volksschule unter Ausschaltung der Kantone ist zumindest vorderhand abgewendet. Die Bildungsbürokraten der Erziehungsdirektoren-Konferenz können nicht mehr ganz ungehindert schalten und walten.
Lehrplan 21
In die falsche Richtung läuft auch das Projekt «Lehrplan 21». Dieses heisst so, weil im 21. Jahrhundert alle 21 deutsch sprechenden Kantone einheitlichen Unterricht erteilen sollen. Dieser Lehrplan wurde selbstverständlich von «kleinen Fachbereichsteams» kreiert, heisst es, und konnte mit roten, grünen und rosaroten Ideologien aufgeladen werden. So wird bereits die Vermittlung von Geschlechterbewusstsein, Gleichstellungsthematik, Lebensgestaltung und sexueller Orientierung in Schulfächern gefordert. Ebenso sollen Klimawandel, nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte anstelle von Chemie, Physik, Naturkunde und Geographie eingeführt werden. Bereits Unterstufenschulen sollen ihre Leistungen selber einschätzen können, Lehrer sind weniger Lehrpersonen als vielmehr Koordinatoren, die den Stoff zur Verfügung stellen. Die Kinder müssen damit selbst zurechtkommen. Mehr oder weniger gut. Nein, hier gilt es, die Bremse zu ziehen! Wehret den Anfängen!
Wenn wir im Schulwesen wieder Platz für das Bessere schaffen wollen, müssen wir zuerst den Schutt des Schlechten wegschaffen. Wir müssen aufräumen mit der Ideologie der Achtundsechziger. Unsere Forderung ist ganz einfach: Erziehung und Betreuung des Kindes ist Sache der Eltern und nicht von Staatsbeamten.
Wir wollen, dass unsere Kinder an der Volksschule wieder lesen, schreiben und rechnen können. Voraussetzung dafür sind Disziplin, Leistung, Fleiss und Wettbewerb. Wohlfühlpädagogik, Leistungsfeindlichkeit, antiautoritäre Erziehung, kindische Stoffvermittlung, Schulen ohne klare Forderungen, Schule nach dem Lustprinzip, Schule in Unruhe und Unordnung, die ein konzentriertes Lernen verhindern, all dies hat keinen Platz!
Ein Gegenrezept ist die Erziehung durch Vorbild. Natürlich ist das furchtbar anstrengend. Aber wer Pünktlichkeit, Disziplin, Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft einfordert, muss dies als Lehrperson – wie übrigens auch als Vater, Mutter oder Firmenchef – selber einlösen.
Politiker und Lehrer klagen oft, für eine wirklich gute Schule mangle es an Geld. Tatsache ist: Kein europäisches Land gibt heute mehr Geld als die Schweiz pro Schüler an Primar-, Sekundarschule und Universität aus. Mit mässigem Erfolg. In der Pisa-Studie sucht man unser Land vergeblich in den vordersten Rängen. Mit Geld hat man noch nie Probleme gelöst.
Lichtblicke
Meines Erachtens ist der Tiefpunkt in der verhängnisvollen Familien-, Erziehungs- und Schulpolitik erreicht. Die linksideologischen Schulfunktionäre und ihre blinden bürgerlichen Mitläufer werden vielerorts durchschaut und stossen mit ihren Gesellschaftsvorstellungen immer mehr auf heftigen Widerstand. Nicht oben im Bundeshaus, nicht bei der Erziehungsdirektoren-Konferenz mit ihrem Stab von Bildungsbürokraten ist ein Umdenken im Gange. Das dauert wohl länger. Die Wende zum Guten aber kommt von unten – wie es in der Schweiz meist der Fall ist. Und dies wird am Schluss auch die Oberen ins Wanken bringen.
Wir brauchen eine konservative Wende – in der Gesellschaft, in der Familie, in der Erziehung, in der Schule: Eine Reform im besten Sinne des Wortes. Denn reformieren heisst, wieder in die ursprüngliche, lebensgemässe Form bringen.
Reform heisst Besinnung auf das Gute, Wahre, Beständige.
Das gilt auch im wichtigen Beruf der Lehrerinnen und Lehrer. Die Lehrer sind durch eine gute, lebensnahe, praktische Ausbildung auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Auch die Lehrerausbildung braucht eine Reform. Sie müssen für ihre wichtige gesellschaftliche Funktion und ihre Verantwortung den Kindern gegenüber seriös vorbereitet werden. Für die Volksschulen braucht es Klassenlehrer, nicht fachspezifische Dozenten.
Was ist zu tun?
1. Die SVP hat sich für eine wertorientierte, lebensgemässe und durch Selbstverantwortung geprägte Erziehungs- und Schulpolitik einzusetzen.
2. Die Zerstörung der selbstverantwortlichen Familien und der Einzug der alles umfassenden staatlichen Kinderbetreuung ist zu unterbinden. Das heisst:
3. Ablehnung von HarmoS.
4. Lancierung der Familieninitiative, die mindestens die gleichen Steuerabzüge auch für Familien, die ihre Kinder selber betreuen, verlangt.
5. Einsatz für eine Volksschule nach dem Leistungsprinzip.
6. Für eine Volksschule mit Klassenlehrern. Klassenführung ist eine Führungsaufgabe des Lehrers.
7. Für eine Reform der Lehrerbildung, die durch eine gute, lebensnahe praktische Ausbildung eine breite – nicht fachspezifische – Ausbildung für Volksschullehrer umfasst.
8. Für einen Lehrplan mit messbaren Lernzielen.
9. Für die Beibehaltung der Sonderklassen –gegen die integrative Schule.
10. Für eine praxisbezogene Berufslehre nach dem dualen Prinzip von Lehrmeister und Berufsschule.
11. Gegen die Verakademisierung der Berufsbildung.
12. Hochschulen mit hohen Anforderungen «Qualität vor Quantität».
13. Absage an die nivellierende, geisttötende Bologna-Reform. •
Quelle: Leicht gekürzte Rede an der Delegiertenkonferenz der SVP Schweiz vom 5. Dezember 2009 in Pfäffikon SZ. www.svp.ch/g3.cms/s_page/78200/s_name/pressekonferenzdetail/newsContractor_id/123/newsID/1590/newsContractor_year/2009
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Freitag, 8. Januar 2010
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Das Ende der Freiheit
Klimaterror: Das Evil Empire lebt
Gerhard Wisnewski
»Es ist fünf vor zwölf!«, behaupten die Klima-Propheten: »Wir müssen handeln!« Wie recht sie haben. Allerdings ist es nicht fünf vor zwölf für das Weltklima, sondern fünf vor zwölf für die Freiheit des Menschen.
»Mr. Gorbachev, tear down this wall!«, rief US-Präsident Ronald Reagan 1987 vor dem Brandenburger Tor. Simsalabim - zwei Jahre später war die Mauer weg. Donnerwetter - wie konnte Reagan das nur vorher wissen? Egal. Jedenfalls war damit die Sowjetunion, das »Reich des Bösen«, angeschlagen. Und mit der Auflösung der Sowjetunion ab 1991 glaubten alle, damit sei auch für immer und ewig das »Böse« aus der Welt.
Kleiner Irrtum. Wenn wir »böse« jetzt politisch lieber durch »totalitär« ersetzen, dann wurde das Reich des Bösen nur einige Ebenen höher wiedergegründet, und zwar auf der Ebene der UNO und ihrer Organisationen. Bestand die Sowjetunion aus 15 Staaten mit knapp 300 Millionen Einwohnern, zählt die UNO 192 Staaten mit 6,5 Milliarden Einwohnern. Und wer die UNO bisher für einen Papiertiger hielt, wurde etwa durch die Machenschaften ihres Gesundheitsministeriums WHO in Sachen Vogel- und Schweinegrippe eines besseren belehrt.
Totalitäre Staatengebilde wie die Sowjetunion erscheinen als veraltet. Mithilfe der neuen Kommunikations-, Überwachungs-, Verwaltungs- und Propagandamittel erscheint die Zeit reif für totalitäre Gebilde auf globaler Ebene, die freilich schon seit einiger Zeit parallel aufgebaut und betrieben wurden (UNO). In diesen neuen totalitären Strukturen wollen sich altbekannte Interessenträger (zum Beispiel Geostrategen, globale Banken, Pharmaindustrie usw.) verwirklichen und sich eine neue Form und Organisation geben. Nach dem Motto: »Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut«.
Um Rückstöße zu vermeiden versucht man, die neue totalitäre Organisation in ein ausschließlich gutes Image zu kleiden. Um jeden Widerstand zu untergraben bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen, hat alles, was die Organisation tut, vordergründig nur guten Zwecken zu dienen. Durch diese Operation sollen die Menschen komplett wehrlos gemacht werden.
Die »Operation Vogelgrippe« und danach »Schweinegrippe« zählten zu den ersten Gehversuchen dieses neuen totalitären Systems, das nun versucht, seine unumschränkte globale Macht auszuüben und in sagenhafte Profite und uneingeschränkte Macht für seine Entscheidungsträger und Unternehmen umzusetzen. Sowohl die Vogel- als auch die Schweinegrippe-Operation bestanden aus einer Vielzahl ineinander greifender Operationen, vor allem:
– Propaganda und Panikmache,
– globale Massenhysterie,
– Entwicklung von »Impfstoffen« mit dubiosen Inhaltsstoffen,
– »Impfstoff«-Produktion und Distribution.
Während die Operation – etwa im Fall Tamiflu – zum Teil gelungen ist, scheiterte sie zum Teil im Fall Schweinegrippe-Impfung. Die vollkommen überdrehte Propaganda verpuffte und erreichte genau das Gegenteil - nämlich, dass die Menschen misstrauisch wurden und sich erst recht nicht impfen ließen. Man spürt eben die Absicht und ist verstimmt. Die Menschen sind dem Impfterror der WHO nicht wie geplant auf den Leim gegangen. Nur etwa fünf Prozent der Deutschen haben sich bisher impfen lassen. Bund und Länder sitzen auf Millionen von Impfdosen und haben Abermillionen Steuergelder verbrannt.
Das neue »Evil Empire« hat aber noch ganz andere Pläne. Während Vogel- und Schweinegrippe nur partielle Operationen waren, mit denen »nur« partielle Interessen verfolgt wurden, ist die »Operation Klima« ein ganzheitliches Unternehmen, mit dem der gesamte Globus ausgebeutet und unter ein einheitliches Regime gestellt werden soll. Das Ziel der Operation besteht darin, unter den Menschen einen globalen Konsens für die eigene Versklavung zu erzeugen.
Diese »Klima-Diktatur« beruht auf einer neuen Form von globaler Religion, die eine Todesdrohung, apokalyptische Visionen (»Die Erde wird ersticken/verbrennen«) und eine Hölle ebenso beinhaltet wie Sünde, Schuld, Kasteiung, Sühne, Absolution und Erlösung. Der Kern der Religion beruht auf dem CO2-Dogma. Wie jedes andere religiöse Dogma auch, hat dieses Dogma nichts mit Fakten zu tun. Vielmehr stellt das Dogma, wie das Religionen eben so tun, die Naturwissenschaften auf den Kopf. Demnach soll ein natürlicher und lebenswichtiger Stoff in Wirklichkeit ein teuflischer Schadstoff sein, nämlich das Kohlendioxid, das in Wahrheit die Grundlage der tierischen und menschlichen Nahrung darstellt. Indem man diesen Teufel an die Wand malt, werden andere reale Teufel vergessen gemacht, etwa wirkliche Gifte in der Umwelt. Statt auf sie, starrt alle Welt nur noch auf das CO2. Dieser Stoff ist wie kein anderer zur Errichtung einer totalitären Welt geeignet.
Die Unterwerfung funktioniert in drei Schritten:
1. Man erklärt einen natürlichen Stoff, der bei jeder Lebensäußerung entsteht, zum gefährlichen Schadstoff: CO2.
2. Weil der Stoff überall vorkommt, kann man nun überall hineinreden.
3. Weil alles und jedes den Stoff abgibt, kann man nun alles und jeden bespitzeln, kontrollieren und gängeln, etwa so, als würde jeder einzelne Mensch, jedes Auto und jede Firma ständig giftige Dioxine in die Luft abgeben. Jeder ist ab jetzt ein gefährlicher Sünder, und zwar ein Klima-Sünder.
Kontrolliert man diesen Stoff, kontrolliert man also jeden einzelnen Menschen, jede einzelne Firma und jedes einzelne Land. Denn da jeder Staat an die Atmosphäre angrenzt, muss sich jeder Staat diesem Regime unterwerfen. Da alle Menschen von der Gefährlichkeit des CO2 überzeugt werden sollen, sollen alle bis zum letzten Atemzug für den Klima-Staat und damit für die eigene Versklavung kämpfen - und nicht nur zu braven, sondern auch zu im tiefsten Inneren überzeugten Parteisoldaten des Klima-Staates werden. Eine genialere Diktatur hat die Welt noch nicht gesehen, da die Menschen diese Diktatur für eine Ausgeburt des Guten halten werden. Jeder Einzelne wird sowohl Diktator als auch Sklave sein und auf diese Weise in einem eigenen ideologischen und psychologischen Teufelskreis gefangen sein.
Da die CO2-Vorgaben nur durch radikale Reduzierung des Energieverbrauchs und damit des Lebensstandards zu erfüllen sein werden, wird ein globales Heer von einfachen Arbeitsdrohnen ohne Geschlecht, ohne Familie und ohne Rasse entstehen. Geschlechter, Familien und Rassen werden eingeebnet, Kinder durch den Staat erzogen (»Jedes Kind braucht einen Hortplatz«).
Dieses Heer von vereinzelten geschlechts- und rasselosen Drohnen wird durch die Zerstörung des Bildungssystems (G8, Bologna-Prozess etc.) auch keine kognitiven Fähigkeiten mehr besitzen, die über das für die tägliche Arbeit notwendige Maß hinausgehen, und die genügen würden, die Operationen der herrschenden globalen Schicht zu durchschauen - geschweige denn, sie zu stören. Statt zu wissen, werden diese globalen Drohnen glauben, und zwar an die Klima-Religion. Sie werden ohne jede Gegenwehr für die Macht und den Reichtum der herrschenden Klasse arbeiten. Die neue globale »Arbeiterklasse« wird gehalten werden wie das liebe Vieh, aus dem der maximale Nutzen herausgeschlagen werden kann, ohne dass es einen Aufstand gegen den Bauern anzetteln kann. Außer zur finanziellen Ausbeutung wird dieses »menschliche Vieh« auch für genetische, medizinische und pharmakologische Experimente herangezogen werden. An eine Revolution zu glauben, wird in etwa ebenso realistisch sein, wie an den Aufstand einer Kuhherde in Oberammergau.
»Wie werden unsere Enkel leben?«, lautet eine beliebte Frage der Klima-Priester. Antwort: Was das Klima angeht, weiß das kein Mensch. Aber politisch und sozial werden sie zweifellos in einem nie dagewesenen Albtraum leben, aus dem es kein Erwachen mehr geben wird. Wenn wir jetzt nicht erwachen:
– kein Geld und keine Unterstützung für Medien, die den Klima-Wahn und andere UNO-Phantome propagieren,
– keine Unterstützung für dem Klima-Wahn und anderen UNO-Phantomen anhängende Parteien und Politiker,
– keine Unterstützung für Umweltorganisationen, die dem Klima-Wahn anhängen,
– keine, ich wiederhole: keine Spenden für UNO-Organisationen, auch dann nicht, wenn sie mit dem Leid von Kindern hausieren gehen (UNICEF),
– keine Unterstützung für UNO-Initiativen irgendeiner Art, da damit die UNO gestärkt wird,
– drücken Sie uns und vor allem unseren Nachkommen die Daumen.
Gerhard Wisnewski
»Es ist fünf vor zwölf!«, behaupten die Klima-Propheten: »Wir müssen handeln!« Wie recht sie haben. Allerdings ist es nicht fünf vor zwölf für das Weltklima, sondern fünf vor zwölf für die Freiheit des Menschen.
»Mr. Gorbachev, tear down this wall!«, rief US-Präsident Ronald Reagan 1987 vor dem Brandenburger Tor. Simsalabim - zwei Jahre später war die Mauer weg. Donnerwetter - wie konnte Reagan das nur vorher wissen? Egal. Jedenfalls war damit die Sowjetunion, das »Reich des Bösen«, angeschlagen. Und mit der Auflösung der Sowjetunion ab 1991 glaubten alle, damit sei auch für immer und ewig das »Böse« aus der Welt.
Kleiner Irrtum. Wenn wir »böse« jetzt politisch lieber durch »totalitär« ersetzen, dann wurde das Reich des Bösen nur einige Ebenen höher wiedergegründet, und zwar auf der Ebene der UNO und ihrer Organisationen. Bestand die Sowjetunion aus 15 Staaten mit knapp 300 Millionen Einwohnern, zählt die UNO 192 Staaten mit 6,5 Milliarden Einwohnern. Und wer die UNO bisher für einen Papiertiger hielt, wurde etwa durch die Machenschaften ihres Gesundheitsministeriums WHO in Sachen Vogel- und Schweinegrippe eines besseren belehrt.
Totalitäre Staatengebilde wie die Sowjetunion erscheinen als veraltet. Mithilfe der neuen Kommunikations-, Überwachungs-, Verwaltungs- und Propagandamittel erscheint die Zeit reif für totalitäre Gebilde auf globaler Ebene, die freilich schon seit einiger Zeit parallel aufgebaut und betrieben wurden (UNO). In diesen neuen totalitären Strukturen wollen sich altbekannte Interessenträger (zum Beispiel Geostrategen, globale Banken, Pharmaindustrie usw.) verwirklichen und sich eine neue Form und Organisation geben. Nach dem Motto: »Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut«.
Um Rückstöße zu vermeiden versucht man, die neue totalitäre Organisation in ein ausschließlich gutes Image zu kleiden. Um jeden Widerstand zu untergraben bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen, hat alles, was die Organisation tut, vordergründig nur guten Zwecken zu dienen. Durch diese Operation sollen die Menschen komplett wehrlos gemacht werden.
Die »Operation Vogelgrippe« und danach »Schweinegrippe« zählten zu den ersten Gehversuchen dieses neuen totalitären Systems, das nun versucht, seine unumschränkte globale Macht auszuüben und in sagenhafte Profite und uneingeschränkte Macht für seine Entscheidungsträger und Unternehmen umzusetzen. Sowohl die Vogel- als auch die Schweinegrippe-Operation bestanden aus einer Vielzahl ineinander greifender Operationen, vor allem:
– Propaganda und Panikmache,
– globale Massenhysterie,
– Entwicklung von »Impfstoffen« mit dubiosen Inhaltsstoffen,
– »Impfstoff«-Produktion und Distribution.
Während die Operation – etwa im Fall Tamiflu – zum Teil gelungen ist, scheiterte sie zum Teil im Fall Schweinegrippe-Impfung. Die vollkommen überdrehte Propaganda verpuffte und erreichte genau das Gegenteil - nämlich, dass die Menschen misstrauisch wurden und sich erst recht nicht impfen ließen. Man spürt eben die Absicht und ist verstimmt. Die Menschen sind dem Impfterror der WHO nicht wie geplant auf den Leim gegangen. Nur etwa fünf Prozent der Deutschen haben sich bisher impfen lassen. Bund und Länder sitzen auf Millionen von Impfdosen und haben Abermillionen Steuergelder verbrannt.
Das neue »Evil Empire« hat aber noch ganz andere Pläne. Während Vogel- und Schweinegrippe nur partielle Operationen waren, mit denen »nur« partielle Interessen verfolgt wurden, ist die »Operation Klima« ein ganzheitliches Unternehmen, mit dem der gesamte Globus ausgebeutet und unter ein einheitliches Regime gestellt werden soll. Das Ziel der Operation besteht darin, unter den Menschen einen globalen Konsens für die eigene Versklavung zu erzeugen.
Diese »Klima-Diktatur« beruht auf einer neuen Form von globaler Religion, die eine Todesdrohung, apokalyptische Visionen (»Die Erde wird ersticken/verbrennen«) und eine Hölle ebenso beinhaltet wie Sünde, Schuld, Kasteiung, Sühne, Absolution und Erlösung. Der Kern der Religion beruht auf dem CO2-Dogma. Wie jedes andere religiöse Dogma auch, hat dieses Dogma nichts mit Fakten zu tun. Vielmehr stellt das Dogma, wie das Religionen eben so tun, die Naturwissenschaften auf den Kopf. Demnach soll ein natürlicher und lebenswichtiger Stoff in Wirklichkeit ein teuflischer Schadstoff sein, nämlich das Kohlendioxid, das in Wahrheit die Grundlage der tierischen und menschlichen Nahrung darstellt. Indem man diesen Teufel an die Wand malt, werden andere reale Teufel vergessen gemacht, etwa wirkliche Gifte in der Umwelt. Statt auf sie, starrt alle Welt nur noch auf das CO2. Dieser Stoff ist wie kein anderer zur Errichtung einer totalitären Welt geeignet.
Die Unterwerfung funktioniert in drei Schritten:
1. Man erklärt einen natürlichen Stoff, der bei jeder Lebensäußerung entsteht, zum gefährlichen Schadstoff: CO2.
2. Weil der Stoff überall vorkommt, kann man nun überall hineinreden.
3. Weil alles und jedes den Stoff abgibt, kann man nun alles und jeden bespitzeln, kontrollieren und gängeln, etwa so, als würde jeder einzelne Mensch, jedes Auto und jede Firma ständig giftige Dioxine in die Luft abgeben. Jeder ist ab jetzt ein gefährlicher Sünder, und zwar ein Klima-Sünder.
Kontrolliert man diesen Stoff, kontrolliert man also jeden einzelnen Menschen, jede einzelne Firma und jedes einzelne Land. Denn da jeder Staat an die Atmosphäre angrenzt, muss sich jeder Staat diesem Regime unterwerfen. Da alle Menschen von der Gefährlichkeit des CO2 überzeugt werden sollen, sollen alle bis zum letzten Atemzug für den Klima-Staat und damit für die eigene Versklavung kämpfen - und nicht nur zu braven, sondern auch zu im tiefsten Inneren überzeugten Parteisoldaten des Klima-Staates werden. Eine genialere Diktatur hat die Welt noch nicht gesehen, da die Menschen diese Diktatur für eine Ausgeburt des Guten halten werden. Jeder Einzelne wird sowohl Diktator als auch Sklave sein und auf diese Weise in einem eigenen ideologischen und psychologischen Teufelskreis gefangen sein.
Da die CO2-Vorgaben nur durch radikale Reduzierung des Energieverbrauchs und damit des Lebensstandards zu erfüllen sein werden, wird ein globales Heer von einfachen Arbeitsdrohnen ohne Geschlecht, ohne Familie und ohne Rasse entstehen. Geschlechter, Familien und Rassen werden eingeebnet, Kinder durch den Staat erzogen (»Jedes Kind braucht einen Hortplatz«).
Dieses Heer von vereinzelten geschlechts- und rasselosen Drohnen wird durch die Zerstörung des Bildungssystems (G8, Bologna-Prozess etc.) auch keine kognitiven Fähigkeiten mehr besitzen, die über das für die tägliche Arbeit notwendige Maß hinausgehen, und die genügen würden, die Operationen der herrschenden globalen Schicht zu durchschauen - geschweige denn, sie zu stören. Statt zu wissen, werden diese globalen Drohnen glauben, und zwar an die Klima-Religion. Sie werden ohne jede Gegenwehr für die Macht und den Reichtum der herrschenden Klasse arbeiten. Die neue globale »Arbeiterklasse« wird gehalten werden wie das liebe Vieh, aus dem der maximale Nutzen herausgeschlagen werden kann, ohne dass es einen Aufstand gegen den Bauern anzetteln kann. Außer zur finanziellen Ausbeutung wird dieses »menschliche Vieh« auch für genetische, medizinische und pharmakologische Experimente herangezogen werden. An eine Revolution zu glauben, wird in etwa ebenso realistisch sein, wie an den Aufstand einer Kuhherde in Oberammergau.
»Wie werden unsere Enkel leben?«, lautet eine beliebte Frage der Klima-Priester. Antwort: Was das Klima angeht, weiß das kein Mensch. Aber politisch und sozial werden sie zweifellos in einem nie dagewesenen Albtraum leben, aus dem es kein Erwachen mehr geben wird. Wenn wir jetzt nicht erwachen:
– kein Geld und keine Unterstützung für Medien, die den Klima-Wahn und andere UNO-Phantome propagieren,
– keine Unterstützung für dem Klima-Wahn und anderen UNO-Phantomen anhängende Parteien und Politiker,
– keine Unterstützung für Umweltorganisationen, die dem Klima-Wahn anhängen,
– keine, ich wiederhole: keine Spenden für UNO-Organisationen, auch dann nicht, wenn sie mit dem Leid von Kindern hausieren gehen (UNICEF),
– keine Unterstützung für UNO-Initiativen irgendeiner Art, da damit die UNO gestärkt wird,
– drücken Sie uns und vor allem unseren Nachkommen die Daumen.
Freitag, 13. November 2009
Die "Bologna"-Reform - die Zerstörung der europäischen Universitäten
10 Jahre Amerika-orientierte «Bologna»-Reform
Musterbeispiel einer autoritären «Top down»-Strategie
von Dr. Alfred Burger, Erziehungswissenschaftler, Zürich
Zehntausende von Studierenden demonstrierten in der letzten Oktoberwoche in Wien und anderen Städten gegen die Bolognareform. Gegenstand der Proteste waren u.a. die Einführung von Studiengebühren, Zulassungsbeschränkungen und der Abbau von Professorenstellen. Sie forderten die Rücknahme der Bachelor-Master-Ausbildung und die Wiedereinführung eines wissenschaftsorientierten Studiums. Auch andernorts in Europa steigt die Unzufriedenheit. Die Hochschuldozenten etwa klagen über die enorme Beanspruchung, über mangelnde Zeit für die Arbeit mit Studentinnen und Studenten und über bürokratische Strukturen.
Versprechungen und Realität
Die «Bologna»-Deklaration ist am 19. Juni 1999 mit grossen Versprechungen angetreten. Angeblich sollte eine bessere Durchlässigkeit der Universitäten und der Bildungslehrgänge erreicht, die Mobilität der Studentinnen und Studenten und der Wissensaustausch unter den europäischen Universitäten gefördert werden. Zur Verbesserung der Wettbewerbs- und Beschäftigungsfähigkeit verpasste man allen Hochschulen ein vereinheitlichtes zweistufiges System von Studienabschlüssen mit daran anschliessendem Doktorat (BMD-System: Bachelor-Master-Promotion) und zwang ihnen das Leistungspunktesystem ETCS (European Credit Transfer System) auf. Bologna sollte für Transparenz, Effizienz und Mobilität, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit sorgen.
Mit dieser Reform wurden die verschiedenen, historisch gewachsenen Bildungssysteme Europas grundlegend umgekrempelt, vereinheitlicht und dem amerikanischen System angepasst, ein Unterfangen, dem sich eigentlich gerade wegen der gewachsenen Strukturen in Europa mannigfaltige Hindernisse hätten in den Weg stellen sollen. Dem war nicht so: «Bologna» wurde in den letzten zehn Jahren ohne demokratische Diskussion, ohne rechtliche Legitimation und gegen den Willen der meisten Professoren einfach umgesetzt. Dabei blieben die Versprechen bis heute weitgehend unerfüllt und entpuppten sich als das, was sie immer waren: Leere Worthülsen, die eine von langer Hand geplante Strategie vernebeln sollten. Das Resultat: Eine planwirtschaftlich von oben verordnete, standardisierte universitäre Einöde.
Wie war das möglich?
Altbekannte Strategien
Schon in den frühen 50er Jahren gab es Bestrebungen, die deutschen Hochschulen den amerikanischen anzupassen. Linke Bewegungen wussten das in den Folgejahren zu verhindern. 30 Jahre später war die Stimmung in Europa angesichts einer angeblich florierenden amerikanischen Wirtschaft den USA gegenüber sehr positiv gestimmt.1 Damals war es nur wenigen bewusst, dass die «Erfolge» der US-Wirtschaft auf einem ins Gigantische gewachsenen Schuldensystem beruhten und nicht auf einer tatsächlichen wirtschaftlichen Leistung.
Der vordergründige «Erfolg» des amerikanischen Systems schien einigen neoliberal orientierten Vertretern der WTO, der Weltbank und weltweit agierenden multinationalen Konzernen, zusammen mit Akteuren der Verwaltungsebene der Universitäten, die schon lange mit dem US-Modell liebäugelten (u.a. auch Helga Novotny, ehemalige Wirtschaftsprofessorin an der ETH Zürich und Vizepräsidentin des Europäischen Forschungsrates), der richtige Zeitpunkt, um die Reform in Szene zu setzen. Der auf den Theorien Milton Friedmanns fussende amerikanische Kapitalismus war mit den Schlagworten Globalisierung, Deregulierung, Privatisierung, Effizienzsteigerung usw. auf der ganzen Welt im Vormarsch und verdrängte die sozial-marktwirtschaftlich orientierten Strukturen in Deutschland und anderen europäischen Staaten zusehends. Praktisch alle europäischen Parteien, nicht zuletzt auch die Linken, waren begeistert auf den Globalisierungszug aufgesprungen.
«Die Zeit für solche Reformmassnahmen ist günstig: Erstens ist die Überprüfung von Strukturen, Inhalten und Verfahren auf Effizienz, Flexibilität und ‹Schlankheit› derzeit eine global zu beobachtende Tendenz […] Zweitens […] werden bis zum Jahre 2005 etwa 50% der derzeitigen Hochschullehrer […] altersbedingt ausscheiden. Dies bietet die Gelegenheit, neue, stärker international ausgerichtete Strukturen mit einem grossen Teil neuen Personals im Wettbewerb entstehen zu lassen und zu verankern»,2 schreibt der damalige deutsche Bildungsminister Jürgen Rüttgers, der massgeblich an der «Bologna»-Reform beteiligt war.
Der Reform im Hochschulwesen ging nach bewährtem Muster eine Diffamierungskampagne gegen die gewachsenen Strukturen voran. Schlagworte wie «Verkrustung», «veralteter Lehrkörper» usw. machten die Runde und sollten die europäischen Hochschulen reif machen für eine grundlegende Reform. Im Wissen darum, dass in den europäischen Ländern über Jahrhunderte ganz verschiedene Bildungssysteme entstanden waren, ging man auch in jedem Lande anders vor. So berief man sich in Deutschland beispielsweise auf das holländische Modell. Es unterschied sich zwar nur wenig vom angelsächsischen, doch wusste man, dass die Deutschen das anvisierte elitäre amerikanische Modell nicht goutiert hätten.
Was steht hinter «Bologna»?
Der «Bologna»-Reformprozess ist nicht von der im März 2000 in Lissabon festgelegten wirtschaftspolitischen Strategie der Europäischen Union zu trennen. Das dort formulierte Ziel, aus Europa die «wettbewerbsfähigste und dynamischste Ökonomie der Welt zu machen»,3 hat die Umgestaltung der europäischen Hochschullandschaft massgeblich beeinflusst. Europa muss nicht nur ein Europa der Wirtschaft, sondern ein Europa des Wissens werden. Wegen dieses Zusammenhangs fusst die laufende Umgestaltung der europäischen Hochschullandschaft in erster Linie auf ökonomischen Grundsätzen, wie sie von neoliberalen Kräften in Wirtschaftsorganisationen wie OECD, WTO und Weltbank durchgesetzt wurden. Das ist unschwer am Wirtschaftsvokabular zu erkennen, das sich seit Jahren wie ein Krebsgeschwür im ganzen Bildungsbereich ausbreitet: «Wettbewerb, Profilbildung, Qualitätsverbesserung, Evaluation, Hochschulmanagement, Kundenorientierung, Finanzautonomie, Bench-marking» usw. Die Universitäten müssen zu Privatunternehmungen werden, die Kenntnisse innerhalb einer globalisierten Ökonomie des Wissens produzieren und verkaufen. Nicht mehr die Wissenschaft stellt die Fragen, sondern Wirtschaft und Gesellschaft sagen der Wissenschaft, was sie zu erforschen und zu tun hat.
Abschied von Humboldt – Prostitutierung durch den Markt
Die Völker Europas haben sich die Unabhängigkeit der Universitäten von religiösen und anderen Mächten über Jahrhunderte erkämpft. Die Professoren konnten frei von marktwirtschaftlichem Druck forschen und lehren. Sie wurden von der öffentlichen Hand finanziert, und ihre Forschungsergebnisse wurden veröffentlicht. Diese gehörten der Allgemeinheit. In den letzten zehn Jahren hat die «unsichtbare Hand des Marktes» im Gewand von «Fortschritt und Modernisierung» die Wissenschaft und Forschung der Universitäten in ihren Dienst genommen und damit die relative Autonomie von Wissenschaft und Bildung dauerhaft untergraben. Damit ist eine grundsätzliche Abkehr vom humanistischen Humboldtschen Bildungsideal vollzogen. Die Universität wird immer mehr ein Anbieter von Dienstleistungen à la carte und ist nicht länger der Ort unabhängiger Forschung; sie muss sich in den Dienst der Wirtschaft stellen, sonst hat sie ausgedient. «Wenn die Universitäten sich nicht anpassen, wird es auch ohne sie gehen.»4
Hochschulen im Wettbewerb
War es früher die Qualität von Forschung und Lehre, die für das Ansehen der Universitäten wichtig war, sind es heute die Anzahl angemeldeter Patente und die Höhe der Gelder, die von Dritten eingebracht werden. Damit diese Patente auch vermarktet werden können, ändern die Politiker nun in allen europäischen Ländern die Patentrechte, verknappen die Gelder für die Hochschulen und zwingen sie dazu, ihre Dienstleistungen vermehrt zu vermarkten. Über das Ansehen einer Hochschule und den Platz, den sie im Wettbewerb einnimmt, entscheiden heute die Kriterien einer gewinnbringenden Spitzenforschung. Dass unter dem «Academic Ranking of World Universities 2003» vor allem amerikanische Hochschulen vertreten waren, zeigt deutlich, woran sich die Universitäten in Zukunft zu messen haben: am amerikanischen Modell.
Hochschulen à l’américaine
Die amerikanische Hochschullandschaft wird von der «Yvy-Leage» (Efeu-Liga) dominiert. Das sind acht private amerikanische Elite-Universitäten, die alle einen sozialen Auslesemechanismus praktizieren und den Fortbestand der amerikanischen Elite gewährleisten. Jede einzelne verfügt über Mittel, die dem Kapital einer multinationalen Firma entspricht. Selbstredend können sie damit die besten Wissenschaftler und Dozenten aus der ganzen Welt anwerben. Daneben existieren noch eine ganze Reihe anderer privater Universitäten. Ihre Gelder erhalten alle von Spenden der Familien, deren Nachwuchs sie den Zugang zu den bestbezahlten Stellen in Wirtschaft und Politik ermöglicht haben. Oft entscheidet die Höhe der Spende über die Aufnahme in die gewünschte Universität. Die meisten staatlichen Universitäten sind bedeutungslos, auch die wenigen staatlichen Einrichtungen, die noch einen Namen haben, erreichen niemals die Ausstrahlung ihrer privaten Gegenstücke. Ein Klassensystem in den USA wird zwar ständig negiert, doch sprechen die Fakten eine ganz andere Sprache: in den 146 besten Universitäten der USA stammen nur 3% aller Studierenden aus sozial einfachen Familien.
Feudalismus versus Aufklärung
Mit dem System der sogenannten Exzellenz ist der Wettbewerb unter den Universitäten um das beste Ranking unter den Hochschulen gemeint. Nach der Theorie soll damit das allge-meine Niveau der Universitäten auf der ganzen Welt gehoben werden. Tatsächlich wird ein Gerangel unter den Hochschulen beginnen, wer einmal als Global Player in der ersten Liga mitspielen kann und wer in Zukunft auf Regionalniveau spielen muss. Verlierer sind die «unrentablen» Studiengänge, die schliessen müssen. Die Hochschulen werden «gesundgeschrumpft». Die versprochene Vereinfachung von Studienaufenthalten entpuppt sich als Bauernfängerei: Das können sich nur noch Studierende aus reichen Häusern leisten. Da das ganze Studium der Marktlogik unterworfen wird, steht alles unter enormem Zeitdruck. Zudem werden die Studiengebühren laufend erhöht, was dazu führt, dass, wie in den USA, sich nur noch Begüterte ein Studium leisten können. Auf der gleichen Linie liegt die Abschaffung der Stipendien. Allenfalls ist für Normalsterbliche in Zukunft noch ein Bachelor-Abschluss erreichbar, ein Master- oder Doktortitel wird den Vermögenden oder einigen spezialisierten Fachidioten vorbehalten sein. Es lässt sich immer weniger wegdiskutieren: Das ganze «Bologna»-System soll die weniger Privilegierten wieder nach unten zwingen, wohin sie nach Ansicht der Eliten gehören.
War die europäische Universitätslandschaft bis heute reich an kultureller Vielfalt und institutionellen Besonderheiten, wird sie in der globalisierten Bildungszukunft gleichge-schaltet, von Bürokraten gesteuert und verwaltet. Die geisteswissenschaftliche Tradition der europäischen Universitäten muss sich einer buchhalterischen Logik beugen, was nicht nur in den Hochschulen, sondern in allen Bereichen der Gesellschaft nur Schaden anrichten wird. Das neue System ist autoritär und durch und durch undemokratisch. Es ist planwirtschaftlich von oben her aufgedrückt und orientiert sich nirgends am Menschen.
Müssen die Fehler wiederholt werden, die Russland mit zentraler Planwirtschaft ruiniert haben? Tritt die heutige Generation die europäische Aufklärung mit Füssen, nur um eine Plutokratie an die Macht zu heben?
Musterbeispiel einer autoritären «Top down»-Strategie
von Dr. Alfred Burger, Erziehungswissenschaftler, Zürich
Zehntausende von Studierenden demonstrierten in der letzten Oktoberwoche in Wien und anderen Städten gegen die Bolognareform. Gegenstand der Proteste waren u.a. die Einführung von Studiengebühren, Zulassungsbeschränkungen und der Abbau von Professorenstellen. Sie forderten die Rücknahme der Bachelor-Master-Ausbildung und die Wiedereinführung eines wissenschaftsorientierten Studiums. Auch andernorts in Europa steigt die Unzufriedenheit. Die Hochschuldozenten etwa klagen über die enorme Beanspruchung, über mangelnde Zeit für die Arbeit mit Studentinnen und Studenten und über bürokratische Strukturen.
Versprechungen und Realität
Die «Bologna»-Deklaration ist am 19. Juni 1999 mit grossen Versprechungen angetreten. Angeblich sollte eine bessere Durchlässigkeit der Universitäten und der Bildungslehrgänge erreicht, die Mobilität der Studentinnen und Studenten und der Wissensaustausch unter den europäischen Universitäten gefördert werden. Zur Verbesserung der Wettbewerbs- und Beschäftigungsfähigkeit verpasste man allen Hochschulen ein vereinheitlichtes zweistufiges System von Studienabschlüssen mit daran anschliessendem Doktorat (BMD-System: Bachelor-Master-Promotion) und zwang ihnen das Leistungspunktesystem ETCS (European Credit Transfer System) auf. Bologna sollte für Transparenz, Effizienz und Mobilität, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit sorgen.
Mit dieser Reform wurden die verschiedenen, historisch gewachsenen Bildungssysteme Europas grundlegend umgekrempelt, vereinheitlicht und dem amerikanischen System angepasst, ein Unterfangen, dem sich eigentlich gerade wegen der gewachsenen Strukturen in Europa mannigfaltige Hindernisse hätten in den Weg stellen sollen. Dem war nicht so: «Bologna» wurde in den letzten zehn Jahren ohne demokratische Diskussion, ohne rechtliche Legitimation und gegen den Willen der meisten Professoren einfach umgesetzt. Dabei blieben die Versprechen bis heute weitgehend unerfüllt und entpuppten sich als das, was sie immer waren: Leere Worthülsen, die eine von langer Hand geplante Strategie vernebeln sollten. Das Resultat: Eine planwirtschaftlich von oben verordnete, standardisierte universitäre Einöde.
Wie war das möglich?
Altbekannte Strategien
Schon in den frühen 50er Jahren gab es Bestrebungen, die deutschen Hochschulen den amerikanischen anzupassen. Linke Bewegungen wussten das in den Folgejahren zu verhindern. 30 Jahre später war die Stimmung in Europa angesichts einer angeblich florierenden amerikanischen Wirtschaft den USA gegenüber sehr positiv gestimmt.1 Damals war es nur wenigen bewusst, dass die «Erfolge» der US-Wirtschaft auf einem ins Gigantische gewachsenen Schuldensystem beruhten und nicht auf einer tatsächlichen wirtschaftlichen Leistung.
Der vordergründige «Erfolg» des amerikanischen Systems schien einigen neoliberal orientierten Vertretern der WTO, der Weltbank und weltweit agierenden multinationalen Konzernen, zusammen mit Akteuren der Verwaltungsebene der Universitäten, die schon lange mit dem US-Modell liebäugelten (u.a. auch Helga Novotny, ehemalige Wirtschaftsprofessorin an der ETH Zürich und Vizepräsidentin des Europäischen Forschungsrates), der richtige Zeitpunkt, um die Reform in Szene zu setzen. Der auf den Theorien Milton Friedmanns fussende amerikanische Kapitalismus war mit den Schlagworten Globalisierung, Deregulierung, Privatisierung, Effizienzsteigerung usw. auf der ganzen Welt im Vormarsch und verdrängte die sozial-marktwirtschaftlich orientierten Strukturen in Deutschland und anderen europäischen Staaten zusehends. Praktisch alle europäischen Parteien, nicht zuletzt auch die Linken, waren begeistert auf den Globalisierungszug aufgesprungen.
«Die Zeit für solche Reformmassnahmen ist günstig: Erstens ist die Überprüfung von Strukturen, Inhalten und Verfahren auf Effizienz, Flexibilität und ‹Schlankheit› derzeit eine global zu beobachtende Tendenz […] Zweitens […] werden bis zum Jahre 2005 etwa 50% der derzeitigen Hochschullehrer […] altersbedingt ausscheiden. Dies bietet die Gelegenheit, neue, stärker international ausgerichtete Strukturen mit einem grossen Teil neuen Personals im Wettbewerb entstehen zu lassen und zu verankern»,2 schreibt der damalige deutsche Bildungsminister Jürgen Rüttgers, der massgeblich an der «Bologna»-Reform beteiligt war.
Der Reform im Hochschulwesen ging nach bewährtem Muster eine Diffamierungskampagne gegen die gewachsenen Strukturen voran. Schlagworte wie «Verkrustung», «veralteter Lehrkörper» usw. machten die Runde und sollten die europäischen Hochschulen reif machen für eine grundlegende Reform. Im Wissen darum, dass in den europäischen Ländern über Jahrhunderte ganz verschiedene Bildungssysteme entstanden waren, ging man auch in jedem Lande anders vor. So berief man sich in Deutschland beispielsweise auf das holländische Modell. Es unterschied sich zwar nur wenig vom angelsächsischen, doch wusste man, dass die Deutschen das anvisierte elitäre amerikanische Modell nicht goutiert hätten.
Was steht hinter «Bologna»?
Der «Bologna»-Reformprozess ist nicht von der im März 2000 in Lissabon festgelegten wirtschaftspolitischen Strategie der Europäischen Union zu trennen. Das dort formulierte Ziel, aus Europa die «wettbewerbsfähigste und dynamischste Ökonomie der Welt zu machen»,3 hat die Umgestaltung der europäischen Hochschullandschaft massgeblich beeinflusst. Europa muss nicht nur ein Europa der Wirtschaft, sondern ein Europa des Wissens werden. Wegen dieses Zusammenhangs fusst die laufende Umgestaltung der europäischen Hochschullandschaft in erster Linie auf ökonomischen Grundsätzen, wie sie von neoliberalen Kräften in Wirtschaftsorganisationen wie OECD, WTO und Weltbank durchgesetzt wurden. Das ist unschwer am Wirtschaftsvokabular zu erkennen, das sich seit Jahren wie ein Krebsgeschwür im ganzen Bildungsbereich ausbreitet: «Wettbewerb, Profilbildung, Qualitätsverbesserung, Evaluation, Hochschulmanagement, Kundenorientierung, Finanzautonomie, Bench-marking» usw. Die Universitäten müssen zu Privatunternehmungen werden, die Kenntnisse innerhalb einer globalisierten Ökonomie des Wissens produzieren und verkaufen. Nicht mehr die Wissenschaft stellt die Fragen, sondern Wirtschaft und Gesellschaft sagen der Wissenschaft, was sie zu erforschen und zu tun hat.
Abschied von Humboldt – Prostitutierung durch den Markt
Die Völker Europas haben sich die Unabhängigkeit der Universitäten von religiösen und anderen Mächten über Jahrhunderte erkämpft. Die Professoren konnten frei von marktwirtschaftlichem Druck forschen und lehren. Sie wurden von der öffentlichen Hand finanziert, und ihre Forschungsergebnisse wurden veröffentlicht. Diese gehörten der Allgemeinheit. In den letzten zehn Jahren hat die «unsichtbare Hand des Marktes» im Gewand von «Fortschritt und Modernisierung» die Wissenschaft und Forschung der Universitäten in ihren Dienst genommen und damit die relative Autonomie von Wissenschaft und Bildung dauerhaft untergraben. Damit ist eine grundsätzliche Abkehr vom humanistischen Humboldtschen Bildungsideal vollzogen. Die Universität wird immer mehr ein Anbieter von Dienstleistungen à la carte und ist nicht länger der Ort unabhängiger Forschung; sie muss sich in den Dienst der Wirtschaft stellen, sonst hat sie ausgedient. «Wenn die Universitäten sich nicht anpassen, wird es auch ohne sie gehen.»4
Hochschulen im Wettbewerb
War es früher die Qualität von Forschung und Lehre, die für das Ansehen der Universitäten wichtig war, sind es heute die Anzahl angemeldeter Patente und die Höhe der Gelder, die von Dritten eingebracht werden. Damit diese Patente auch vermarktet werden können, ändern die Politiker nun in allen europäischen Ländern die Patentrechte, verknappen die Gelder für die Hochschulen und zwingen sie dazu, ihre Dienstleistungen vermehrt zu vermarkten. Über das Ansehen einer Hochschule und den Platz, den sie im Wettbewerb einnimmt, entscheiden heute die Kriterien einer gewinnbringenden Spitzenforschung. Dass unter dem «Academic Ranking of World Universities 2003» vor allem amerikanische Hochschulen vertreten waren, zeigt deutlich, woran sich die Universitäten in Zukunft zu messen haben: am amerikanischen Modell.
Hochschulen à l’américaine
Die amerikanische Hochschullandschaft wird von der «Yvy-Leage» (Efeu-Liga) dominiert. Das sind acht private amerikanische Elite-Universitäten, die alle einen sozialen Auslesemechanismus praktizieren und den Fortbestand der amerikanischen Elite gewährleisten. Jede einzelne verfügt über Mittel, die dem Kapital einer multinationalen Firma entspricht. Selbstredend können sie damit die besten Wissenschaftler und Dozenten aus der ganzen Welt anwerben. Daneben existieren noch eine ganze Reihe anderer privater Universitäten. Ihre Gelder erhalten alle von Spenden der Familien, deren Nachwuchs sie den Zugang zu den bestbezahlten Stellen in Wirtschaft und Politik ermöglicht haben. Oft entscheidet die Höhe der Spende über die Aufnahme in die gewünschte Universität. Die meisten staatlichen Universitäten sind bedeutungslos, auch die wenigen staatlichen Einrichtungen, die noch einen Namen haben, erreichen niemals die Ausstrahlung ihrer privaten Gegenstücke. Ein Klassensystem in den USA wird zwar ständig negiert, doch sprechen die Fakten eine ganz andere Sprache: in den 146 besten Universitäten der USA stammen nur 3% aller Studierenden aus sozial einfachen Familien.
Feudalismus versus Aufklärung
Mit dem System der sogenannten Exzellenz ist der Wettbewerb unter den Universitäten um das beste Ranking unter den Hochschulen gemeint. Nach der Theorie soll damit das allge-meine Niveau der Universitäten auf der ganzen Welt gehoben werden. Tatsächlich wird ein Gerangel unter den Hochschulen beginnen, wer einmal als Global Player in der ersten Liga mitspielen kann und wer in Zukunft auf Regionalniveau spielen muss. Verlierer sind die «unrentablen» Studiengänge, die schliessen müssen. Die Hochschulen werden «gesundgeschrumpft». Die versprochene Vereinfachung von Studienaufenthalten entpuppt sich als Bauernfängerei: Das können sich nur noch Studierende aus reichen Häusern leisten. Da das ganze Studium der Marktlogik unterworfen wird, steht alles unter enormem Zeitdruck. Zudem werden die Studiengebühren laufend erhöht, was dazu führt, dass, wie in den USA, sich nur noch Begüterte ein Studium leisten können. Auf der gleichen Linie liegt die Abschaffung der Stipendien. Allenfalls ist für Normalsterbliche in Zukunft noch ein Bachelor-Abschluss erreichbar, ein Master- oder Doktortitel wird den Vermögenden oder einigen spezialisierten Fachidioten vorbehalten sein. Es lässt sich immer weniger wegdiskutieren: Das ganze «Bologna»-System soll die weniger Privilegierten wieder nach unten zwingen, wohin sie nach Ansicht der Eliten gehören.
War die europäische Universitätslandschaft bis heute reich an kultureller Vielfalt und institutionellen Besonderheiten, wird sie in der globalisierten Bildungszukunft gleichge-schaltet, von Bürokraten gesteuert und verwaltet. Die geisteswissenschaftliche Tradition der europäischen Universitäten muss sich einer buchhalterischen Logik beugen, was nicht nur in den Hochschulen, sondern in allen Bereichen der Gesellschaft nur Schaden anrichten wird. Das neue System ist autoritär und durch und durch undemokratisch. Es ist planwirtschaftlich von oben her aufgedrückt und orientiert sich nirgends am Menschen.
Müssen die Fehler wiederholt werden, die Russland mit zentraler Planwirtschaft ruiniert haben? Tritt die heutige Generation die europäische Aufklärung mit Füssen, nur um eine Plutokratie an die Macht zu heben?
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