Nano-Partikel: Giftzwerge im Impfstoff
Von Hans Jörg Müllenmeister
Die Auswirkungen von Nano-Partikeln als Wirkverstärker im Schweinegrippe-Impfstoff sind bisher kaum bekannt. Ein Beispiel dafür, was uns allen bald blühen könnte, wenn wir im Großversuch zur Schlachtbank schreiten, geben die Indianer in Kanada.
Umgeben vom Nimbus des Wohlwollens, genoss die Nanotechnologie wie die Wohlfühlworte „Bio“ oder „Wellness“ lange Zeit volle Sympathie. Inzwischen scheint die Euphorie der 90er Jahre verflogen, als man noch die Nanos auf dem Altar der Wissenschaft als Zukunftstechnik beweihräucherte. Jetzt rückt erstmals die Kehrseite der Nanotechnologie ins Bewusstsein der Bevölkerung - durch Impfstoffe mit Wirkverstärkern, den sogenannte Adjuvantien im Nanobereich.
Was macht diese synthetischen Nano-Partikel so attraktiv? Diese Winzlinge - nano griechisch Zwerg - unter 100 Nanometer, dem Milliardste Teil eines Meters groß, nehmen völlig neue Materialeigenschaften an: Verbesserte und völlig neue Lösungen ergeben sich bei Werkstoffen, in der Informationstechnologie, Umwelttechnik und auch in der Medizin. Winzige Partikel sind dabei, die Medizin zu verändern. Laboruntersuchungen werden einfacher, Computer- und Magnetresonanztomographie besser und Arzneistoffe werden dorthin transportiert, wo sie ihre Wirkung entfalten sollen. Oh, du schöne neue Nanowelt! Wie verhält es sich aber mit der Verträglichkeit der Nanoteilchen gegenüber Mensch und Umwelt? Wie regieren menschliche Zellen, wenn sie mit den Tausend mal kleineren Nanopartikeln in Kontakt geraten, sie von ihnen sogar durchdrungen werden. Bedenken Sie: makrokosmisch gesehen verhält sich ein Nanoteilchen in der Größe zu einem Tennisball ebenso wie dieser zur Erdkugel. In der mikrokosmischen Welt sind aber die meisten physikalischen Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt, und quantenphysikalische Effekte dominieren. Die veränderten Eigenschaften erklären sich durch die deutlich vergrößerte Oberflächenenergie der Materialien: die Nanostruktur erlaubt deutlich mehr Oberflächenatome. Erst jetzt spürt man toxikologische Risiken bei Nanomaterialien nach, die in Verdacht stehen, Schäden an Zellen und Nerven, vor allem im Hirn auszulösen. Noch sind dezidierte Aussagen wegen der Vielfalt der Nanomaterialien nicht möglich. Das ökologische Risikopotential kann sich selbst bei ein und dem selben Material durch unterschiedliche Größe oder Struktur im Nanobereich radikal ändern. Längst sind Impfstoffe, also Vakzinen, für die Pharmaindustrie die heilbringenden Gelddruckmaschinen für bedrohte Unternehmensbilanzen. Erst recht, wenn diese mit Wirkverstärkern, also mit Adjuvantien versetzt sind. Dann nämlich bedarf es viel weniger an Impfstoff. Nicht nur in der umstrittenen Schweinegrippe-Spritze, auch im GSK-Impfstoff Cervarix gegen Gebärmutterhalskrebs sei ein verstärkender Zusatz enthalten. Da darf man Zweifel an der Integrität der Forscher haben. Sie sind den Pharmalöwen verpflichtet. Und es geht um viel Geld. Inzwischen sind in Europa drei Pandemie-Impfstoffe nach diesem „Zuschnitt“ endgültig zugelassen, zwei davon enthalten Nanozusätze. Durch den Sog des Stoffwechsels verteilen sich geimpfte Nanopartikel im ganzen Körper, wandern durch Zellen, Gewebe, Organe und schädigen oder zerstören diese. Sie überwinden die Blut-Hirn-Schranke, landen im Hirn und verursachen dort Schäden und Zerstörung. Nanopartikel im Impfstoff empfiehlt die US-gesteuerte und mit Vertretern der Pharmariesen infiltrierte Weltgesundheitsorganisation weltweit. Urkomisch: in den USA selbst genügt eine nanopatikelfreie Impfung! Das legt die Frage nahe: Wieso wird mit zweierlei Maß gemessen? Will die USA wieder als gestärkte Weltmacht aus der Pandemie hervorgehen? Peinlich: Inzwischen springt der smarte US-Präsident im Karree, denn er rief den Notstand aus. Unser Paul-Ehrlich-Institut PEI versucht als Sprechblase die Nanopartikel in den Pandemie-Impfstoffen als biologisch und harmlos zu verniedlichen. Müsste man da nicht die noble Institution umtaufen in das „Saulus-Lügen-Institut“ SLI. Eine Lüge erbt sich wie eine ewige Krankheit fort, denn unsere medizinisch wie immer gut unterrichtete Regierung leugnet frech die Nanopartikel in Impfstoffen. Die Wirkverstärker MF59 und AS03 in den Pandemie-Impfstoffen bestünden nicht als Nanoteilchen und seien unbedenklich. Werden die 27 mg Nanopartikel durch eine feine Hohlnadel in den Körper eingeschleust, können diese den Körper nicht mehr verlassen; der Wundkanal verschliesst sich gleich wieder und die implantierten Gifte können nicht herausfliessen oder herauseitern. Damit ist der Lügen-Potpourri keineswegs zu Ende. Die dreiste Behauptung der biologischen Abbaubarkeit ist eine weitere vorsätzliche Lüge. Ziel ist es, die Akzeptanz der Bevölkerung zu bekommen, damit sich Millionen Menschen diese Nanopartikel verpassen lassen. Aber selbst eine biologisch abbaubare Substanz verhält sich im Gemisch mit anderen Komponenten anders. Technische Mehrkomponenten-Nanopartikel arbeiten sich unbehelligt entlang der Stoffwechselwege durch den ganzen Körper. Letztendlich landen sie im Hirn. Bedenken Sie: das Hirn hat nur 2% der Körpermasse, verbraucht indessen mindestens 20% der gesamten Energie, über die ein Mensch verfügt. Es wird also am intensivsten versorgt und zieht über den Sog des Stoffwechsels die meisten Stoffe an. Und weiter geht’s im Lügen-Potpourri der Regierung. Für die verwendeten Adjuvantien MF59 und AS03 gäbe es schon umfangreiche Daten zur Verträglichkeit, heißt es. Zum Sicherheitsrisiko dieser Nanopartikel gibt es aber keine öffentlichen Daten, und zwar von keiner Institution. Und keine Impfschadensforschung! (www.staatsbuerger-online.de).Interessant zu wissen: Das US-Militär testet diese Wirkverstärker seit Jahren illegal an uninformierten und wohl auch ahnungslosen US-Soldaten, von denen Zehntausende verkrüppelt wurden und Tausende starben. Sie verpflichtete die Hersteller von Nanopartikel-Impfstoffen, die Wirkverstärker gesondert abzufüllen. Warum wohl?Die deutsche Regierung verspricht den Herstellern bei auftretenden Schäden Straffreiheit und versucht, die ganze Verantwortung auf die impfenden Ärzte abzuschieben. Das allein ist schon unglaublich. Und was geschah jüngst in Kanada? Es ist immer noch Gesetz in Kanada, dass sich Indianer keiner medizinischen Behandlung entziehen dürfen. Kein Wunder, dass in den Reservate die ersten Feldversuche stattfinden; da wird mit ungeprüften potentiell tödlichen Impfstoffen laboriert. Letzte Woche wurden viele Ureinwohner an der entlegenen Westküste im Dorf Ahousaht/ Kanada mit dem H1N1-Impfstoff geimpft. Bereits heute sind mehr als Hundert von ihnen krank, und die Krankheit breitet sich aus. Inzwischen wurden Leichensäcke von Manitoba aus geschickt (http://kochministry.wordpress.com/2009/09/23/schweinegrippe-kanada). Die Indianer sind unfreiwillige Testpersonen in Kanada. Ein Beispiel dafür, was uns allen bald blühen könnte, wenn wir zum Großversuch zur Schlachtbank schreiten. Diese technischen Waffen an der „Ausdünnung“ der Ureinwohner wird jetzt auch gegen den „normalen“ kanadischen Bürger eingesetzt.Die tatsächliche Pandemie wird nicht durch das H1N1-Virus ausgelöst, sondern durch die Impfstoff-Hype. Diese wird mit Nachdruck von den Regierungen und den Pharma-Giganten wie Novartis und Glaxo Smith Kline durchgesetzt. Widerstand regt sich zwar in breiten Bevölkerungskreisen, aber er formiert sich nicht. Noch nicht.
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Dienstag, 27. Oktober 2009
Dienstag, 20. Oktober 2009
Die Elite bekommt anderen Schweinegrippe-Impfstoff
Schweinegrippe-Impfstoff: Welche Sorte bekommt Angie?
F. William Engdahl
Der Krimi um nicht getestete gesundheitsgefährdende Impfstoffe, angeblich gegen die Schweinegrippe, oder Neue Influenza A (H1N1), geht in die nächste Runde. Wie sich jetzt herausstellt, hat die deutsche Regierung von Angela Merkel und der bisherigen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt entschieden, dass den »unteren Klassen« eine Sorte des Impfstoffs und Angies Kollegen in der »Elite« sowie den Angehörigen der Bundeswehr eine andere, weit harmlosere Sorte, praktisch ein Plazebo, verabreicht werden soll.
Der jetzt bekannt gewordene Bericht wirft neue verwirrende Fragen über das bizarre Drama auf, das unter dem Vorwand einer nicht existierenden »Pandemie« inszeniert wird. Er wirft sich auch die Frage auf, wie weit der führenden Beamten im Gesundheitswesen, die Chefs des Robert-Koch- und des Paul-Ehrlich-Instituts sowie der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut und andere Verantwortliche moralisch und strafrechtlich haftbar gemacht werden können, wenn sie empfehlen, die breite Bevölkerung mit ungetesteten neuen Präparaten zu impfen.
In den letzten Tagen haben Berichte in den Medien – diese Website eingeschlossen – die Öffentlichkeit über die wirklichen Gefahren der Impfstoffe aufgeklärt, die sogenannte Adjuvantien oder »Verstärker« wie Squalen enthalten – MF59 von Novartis oder AS03 von Sanofi-Pasteur. Es gibt Berichte, wonach die Hersteller ihren Impfstoffen hochgefährliche Nanopartikel zusetzen, um die Wirkung zu verstärken. Zwar ist dementiert worden, dass die Impfstoffe diese Nanopartikel enthalten, doch bei genauerem Hinsehen liefern die deutsche Regierung und die zuständigen Behörden dafür keinerlei Beweise. Der Grund? Die Bestandteile der verschiedenen Adjuvantien in Impfstoffen sind »gesetzlich geschütztes« Betriebsgeheimnis des betreffenden Unternehmens!
Weitere Informationen über diesen wichtigen Aspekt des sich ausweitenden Skandals um H1N1 finden sich auf der Website www.staatsbuerger-online.de.
Jetzt hat sich herausgestellt, dass die führenden Vertreter der Regierung in Berlin bei den Impfstoffen eine doppelgleisige Strategie verfolgen: ein Impfstoff für die ausgewählten »Eliten« und eine für die »Massen« wie Sie und mich.
Nach einem Bericht im Bielefelder Westfalen-Blatt, der sich auf Quellen in der Regierung bezieht, hat das Serum, das den 250.000 Soldaten der Bundeswehr und angeblich auch den hohen Regierungsvertretern verabreicht werden soll, eine völlig andere Zusammensetzung als das, was für die breite Bevölkerung vorgesehen ist. Die »Elite«-Sorte des Impfstoffs enthält keine Adjuvantien, also Zusatzstoffe, d.h. weder Squalen – das im Verdacht steht, bei US-Soldaten, die 1991 während des Krieges geimpft worden waren, das sogenannte Golfkriegs-Syndrom verursacht zu haben – noch Quecksilber, Aluminiumverbindungen oder Nanopartikel. Kurz: wenn die Berichte zutreffen, sind diese Impfstoffe harmlose Flüssigkeiten.
Verschiedene Ärzte warnen vor der Gefahr der Adjuvantien in den Impfstoffen, die für die Massenimpfung Ende des Monats zugelassen worden sind. Das gilt besonders für Pamdemrix des großen britischen Impfstoffherstellers GlaxoSmithKline und Focetria des Schweizer Pharmariesen Novartis.
F. William Engdahl
Der Krimi um nicht getestete gesundheitsgefährdende Impfstoffe, angeblich gegen die Schweinegrippe, oder Neue Influenza A (H1N1), geht in die nächste Runde. Wie sich jetzt herausstellt, hat die deutsche Regierung von Angela Merkel und der bisherigen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt entschieden, dass den »unteren Klassen« eine Sorte des Impfstoffs und Angies Kollegen in der »Elite« sowie den Angehörigen der Bundeswehr eine andere, weit harmlosere Sorte, praktisch ein Plazebo, verabreicht werden soll.
Der jetzt bekannt gewordene Bericht wirft neue verwirrende Fragen über das bizarre Drama auf, das unter dem Vorwand einer nicht existierenden »Pandemie« inszeniert wird. Er wirft sich auch die Frage auf, wie weit der führenden Beamten im Gesundheitswesen, die Chefs des Robert-Koch- und des Paul-Ehrlich-Instituts sowie der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut und andere Verantwortliche moralisch und strafrechtlich haftbar gemacht werden können, wenn sie empfehlen, die breite Bevölkerung mit ungetesteten neuen Präparaten zu impfen.
In den letzten Tagen haben Berichte in den Medien – diese Website eingeschlossen – die Öffentlichkeit über die wirklichen Gefahren der Impfstoffe aufgeklärt, die sogenannte Adjuvantien oder »Verstärker« wie Squalen enthalten – MF59 von Novartis oder AS03 von Sanofi-Pasteur. Es gibt Berichte, wonach die Hersteller ihren Impfstoffen hochgefährliche Nanopartikel zusetzen, um die Wirkung zu verstärken. Zwar ist dementiert worden, dass die Impfstoffe diese Nanopartikel enthalten, doch bei genauerem Hinsehen liefern die deutsche Regierung und die zuständigen Behörden dafür keinerlei Beweise. Der Grund? Die Bestandteile der verschiedenen Adjuvantien in Impfstoffen sind »gesetzlich geschütztes« Betriebsgeheimnis des betreffenden Unternehmens!
Weitere Informationen über diesen wichtigen Aspekt des sich ausweitenden Skandals um H1N1 finden sich auf der Website www.staatsbuerger-online.de.
Jetzt hat sich herausgestellt, dass die führenden Vertreter der Regierung in Berlin bei den Impfstoffen eine doppelgleisige Strategie verfolgen: ein Impfstoff für die ausgewählten »Eliten« und eine für die »Massen« wie Sie und mich.
Nach einem Bericht im Bielefelder Westfalen-Blatt, der sich auf Quellen in der Regierung bezieht, hat das Serum, das den 250.000 Soldaten der Bundeswehr und angeblich auch den hohen Regierungsvertretern verabreicht werden soll, eine völlig andere Zusammensetzung als das, was für die breite Bevölkerung vorgesehen ist. Die »Elite«-Sorte des Impfstoffs enthält keine Adjuvantien, also Zusatzstoffe, d.h. weder Squalen – das im Verdacht steht, bei US-Soldaten, die 1991 während des Krieges geimpft worden waren, das sogenannte Golfkriegs-Syndrom verursacht zu haben – noch Quecksilber, Aluminiumverbindungen oder Nanopartikel. Kurz: wenn die Berichte zutreffen, sind diese Impfstoffe harmlose Flüssigkeiten.
Verschiedene Ärzte warnen vor der Gefahr der Adjuvantien in den Impfstoffen, die für die Massenimpfung Ende des Monats zugelassen worden sind. Das gilt besonders für Pamdemrix des großen britischen Impfstoffherstellers GlaxoSmithKline und Focetria des Schweizer Pharmariesen Novartis.
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Sonntag, 9. August 2009
Krebs durch Schweinegrippe-Impfung?
SPD-Gesundheitsexperte warnt vor Risiken Krebs-Gefahr durch Schweinegrippe-Impfung?
Lungenfacharzt Wolfgang Wodarg hält Angst vor Pandemie für Inszenierung der Pharmaindustrie
07.08.2009 - 12:30 UHR
Die Angst vor der Schweinegrippe greift immer mehr um sich, Menschen auf der ganzen Welt hoffen auf ein Heilmittel. Doch jetzt schlagen Experten Alarm: Die Impfmittel selbst birgt große große Risiken.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Lungenfacharzt Wolfgang Wodarg warnt vor ungeahnten Gefahren bei der Impfung gegen das H1N1-Virus!
Dr. Wolfgang Wodarg ist Internist und Spezialist für Lungenheilkunde, Hygiene und Umweltmedizin. Der SPD-Politiker ist Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages und des Europarates
Der Epidemiologe äußerte schwere Bedenken gegen den von der Firma Novartis entwickelten Impfstoff gegen Schweinegrippe, der bereits in Deutschland getestet wird. Das Impfmittel sei „mit sehr heißer Nadel zugelassen“, erklärte der Mediziner gegenüber der „Neuen Presse“.
Grund: Der Nährboden des Impfstoffs von Novartis seien Krebszellen, die tierischer Herkunft sind.
Man wisse nicht, ob es dabei ein Allergierisiko gebe, betonte der Arzt. Der Experte warnt: „Und viel wichtiger: Einige befürchten, dass bei geringen Verunreinigungen aus diesen hochpotenten Krebszellen ein Krebsrisiko für die Geimpften besteht.“ Die Schweinegrippen-Impfung kann stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung. Darauf weist auch der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, hin.
Die aktuelle Angst der Menschen vor einer Pandemie hält Wodarg für eine „Inszenierung“!
„Das ist ein Riesengeschäft für die Pharmaindustrie“, ist sich Wodarg sicher. Die Schweinegrippe unterscheide sich nicht von den üblichen Grippewellen. „Im Gegenteil: Wenn sie die Zahl der Fälle sehen, ist das lächerlich verglichen mit anderen Grippezügen.“
Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Europarat mahnt zwar einen vorsichtigen, aber vor allem unaufgeregten Umgang mit der Grippe an.
Zudem: Bislang hätten die Hersteller von Grippe-Impfstoff nie gewusst, wie viel Abnehmer sie dafür im Herbst hätten. „Neu ist nun, dass die Bundesregierung der Pharmaindustrie eine Verkaufsgarantie gibt.“
Lungenfacharzt Wolfgang Wodarg hält Angst vor Pandemie für Inszenierung der Pharmaindustrie
07.08.2009 - 12:30 UHR
Die Angst vor der Schweinegrippe greift immer mehr um sich, Menschen auf der ganzen Welt hoffen auf ein Heilmittel. Doch jetzt schlagen Experten Alarm: Die Impfmittel selbst birgt große große Risiken.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Lungenfacharzt Wolfgang Wodarg warnt vor ungeahnten Gefahren bei der Impfung gegen das H1N1-Virus!
Dr. Wolfgang Wodarg ist Internist und Spezialist für Lungenheilkunde, Hygiene und Umweltmedizin. Der SPD-Politiker ist Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages und des Europarates
Der Epidemiologe äußerte schwere Bedenken gegen den von der Firma Novartis entwickelten Impfstoff gegen Schweinegrippe, der bereits in Deutschland getestet wird. Das Impfmittel sei „mit sehr heißer Nadel zugelassen“, erklärte der Mediziner gegenüber der „Neuen Presse“.
Grund: Der Nährboden des Impfstoffs von Novartis seien Krebszellen, die tierischer Herkunft sind.
Man wisse nicht, ob es dabei ein Allergierisiko gebe, betonte der Arzt. Der Experte warnt: „Und viel wichtiger: Einige befürchten, dass bei geringen Verunreinigungen aus diesen hochpotenten Krebszellen ein Krebsrisiko für die Geimpften besteht.“ Die Schweinegrippen-Impfung kann stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung. Darauf weist auch der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, hin.
Die aktuelle Angst der Menschen vor einer Pandemie hält Wodarg für eine „Inszenierung“!
„Das ist ein Riesengeschäft für die Pharmaindustrie“, ist sich Wodarg sicher. Die Schweinegrippe unterscheide sich nicht von den üblichen Grippewellen. „Im Gegenteil: Wenn sie die Zahl der Fälle sehen, ist das lächerlich verglichen mit anderen Grippezügen.“
Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Europarat mahnt zwar einen vorsichtigen, aber vor allem unaufgeregten Umgang mit der Grippe an.
Zudem: Bislang hätten die Hersteller von Grippe-Impfstoff nie gewusst, wie viel Abnehmer sie dafür im Herbst hätten. „Neu ist nun, dass die Bundesregierung der Pharmaindustrie eine Verkaufsgarantie gibt.“
Montag, 29. Juni 2009
Anklage gegen WHO und UN
An dieser Stelle veröffentliche ich einen Artikel über die österreichische Journalistin Jane Bürgermeister, die eine beinahe unglaubliche Enthüllung präsentiert. Den gesamten Text finden sie hier in der englischen Version.
Journalistin erhebt Anklage gegen die WHO und UN und wirft ihnen Bioterrorismus und versuchten Massenmord vor
Donnerstag, 25. Juni 2009 von: Barbara Minton, Natural Health Editor
Während für Juli ein Impfstoff der Firma Baxter gegen den A/H1N1-Erreger erwartet wird, warnt eine österreichische, investigative Journalistin vor dem größten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit.
Gemeinsam mit dem FBI erhob Jane Bürgermeister kürzlich Anklage gegen die Weltgesundheitsorganisation WHO, gegen die Vereinten Nationen (UN) , gegen hochrangige Politiker und gegen öffentliche Körperschaften. Die Anklage lautet auf Bio-Terrorismus und versuchten Massenmord. Zugleich erwirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen Zwangsimpfungen.
Ihre Forderungen folgen einer Anklage, die sie bereits im April gegen die Baxter AG und Avir Green Hills Biotechnologie Österreich wegen Produktion von kontaminiertem Vogelgrippe-Impfschutz erhoben hatte mit der Behauptung, daß diese Unternehmen die Krankheitserreger dazu benutzten, um aus der Pandemie Profit zu schlagen.
In der Übersicht ihrer und des FBI Ansprüche und Behauptungen präsentiert Bürgermeister Beweise des Bio-Terrorismus in den USA, unter der Leitung einer Gruppe internationaler Banker, die die Federal Reserve Bank, die WHO, die UN und die NATO kontrollieren. Diese Gruppe sitzt in den ranghöchsten Regierungsbüros in den USA.
Dieser Bio-Terrorismus soll dem Zweck eines Völkermordes an der amerikanischen Bevölkerung dienen. Ein genetisch veränderter Influenza-Virus wird dazu benutzt, den Tod zu bringen.
Namentlich listet die Anklage Barrack Obama, Präsident der USA, David Nabarro, UN System Koordinator für Influenza-Erkrankungen, Margret Chan, Generaldirektorin der WHO, Kathleen Sibelius, Sekretärin der Gesundheits- und Hygieneabteilung, Janet Napolitano, Generalsekretärin der Heimatschutzbehörde, David de Rotschild, Bankier, David Rockefeller, Bankier, George Soros, Bankier, Werner Faymann, österreichischer Bundeskanzler und Alois Stöger, österreichischer Gesundheitsminister, als Mitglieder eines international tätigen Verbrechersyndikats auf, das biologische Waffen entwickelt, produziert, gelagert und eingesetzt hat, um die Bevölkerung der USA und anderer Nationen zu töten, und um finanzielle und politische Vorteile zu erlangen.
Die Anklage impliziert, daß die Angeklagten miteinander in konspirativer Weise die Endphase eines heimlichen, internationalen Biowaffen-Programms geplant, finanziert und davon profitiert haben. Bei diesem Biowaffen-Programm waren die Pharma-Unternehmen Baxter und Novartis beteiligt.
Sie taten dies mit Hilfe der Biotechnologie und setzten anschließend tödliche, biologische Erreger der Vogel- und Schweinegrippe frei. Damit war der Vorwand für Zwangsimpfungen gegeben, wobei diese Zwangsimpfungen erst recht zum Tod und zu Krankheiten in der amerikanischen Bevölkerung geführt hätte. Solch eine Tat verstößt gegen das Anti-Terrorgesetz von biologischen Waffen.
Burgermeister´s Anklage beinhaltet Beweise dafür, daß die Baxter AG (ein österreichisches Tochterunternehmen von Baxter International) absichtlich 72 Kilo des aktiven Vogelgrippevirus´ freigesetzt hat. Diese Vogelgrippeviren wurden von der WHO im Winter 2009 an 16 weitere Laboratorien in vier Ländern verschickt. Sie (Bürgermeister) behauptet, daß dieser Beweis eindeutig dafür spricht, daß sowohl Pharma-Unternehmen, als auch internationale Regierungsstellen selbst an der Produktion, Entwicklung und Verteilung biologischer Krankheitserreger als auf der Welt tödlichste Form der Biowaffen beteiligt sind und eine Pandemie auslösen, die ein Massensterben verursacht.
In ihren Anklagepunkten vom April, gab sie an, daß im Labor der Firma Baxter in Österreich, das als eines der sichersten Biolabore der Welt galt, die elementarsten Sicherheitsrichtlinien nicht eingehalten wurden, so daß 72 Kilo als Biowaffe eingestufte, pathogene Keime nicht strikt von anderen Materialien ferngehalten wurden, sondern, daß diese Keime mit normalem Human Influenza Virus vermengt und von Orth an der Donau versandt wurden.
Im Februar testete ein Angestellter von Bio Test in der Tschechoslowakei das für eine Impfung vorgesehene Material an einem Frettchen. Das Frettchen starb. Dieser Zwischenfall wurde weder von der WHO, noch von der EU, noch von der österreichischen Gesundheitsbehörde untersucht.Es wurde keinerlei Untersuchung über das Virus-Material geführt, und es wurden keine Daaten über die Gensequenz des Virus´ veröffentlicht.
Aufgrund einer parlamentarischen Befragung (Fragestunde im Parlament) am 20. Mai, erklärte der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger, daß dieser Vorfall nicht als eine Verfehlung gegen die Sicherheit bei biologischen Stoffen behandelt wurde (wie es hätte sein sollen), sondern als Verstoß gegen die tierärztliche Vorschrift. Ein Tierarzt wurde in das Labor gesandt für eine kurze Inspektion.
Bürgermeister´s Akte zeigt, daß die Freisetzung des Virus´ einen entscheidenden Schritt für die Auslösung einer Pandemie darstellt, der es der WHO erlaubt, die Stufe 6 einer Pandemie zu erklären. Sie zählt die Gesetze und Verordnungen auf, die es der UN und WHO erlauben, die USA im Falle einer Pandemie zu übernehmen.
Darüber hinaus verlangt die Gesetzgebung bei Zwangsimpfungen in den USA, daß die Bedingungen einer Pandemie gegeben sein müssen.
Sie (Bürgermeister) beklagt, daß die ganze Schweinegrippen-Angelegenheit auf einer massiven Lüge beruht, und daß kein natürlicher Virus diese Bedrohung für die Bevölkerung darstellt. Sie legt Beweise vor, die nahe legen, daß die Vogelgrippe- und Schweinegrippe-Viren tatsächlich durch Biotechnologie gewonnen wurden, bezahlt von der WHO, Regierungsstellen und anderen.
Der Erreger der Schweinegrippe ist eine Kreuzung aus Viren der Schweine-Influenza, Human-Influenza und Vogel-Influenza, etwas, das laut Expertenmeinung nur aus einem Labor entstammen kann.
Die Behauptung der WHO, daß sich die Schweinegrippe als Pandemie verbreitet, entbehrt jeder Grundlage und verdreht die Tatsachen, denn die Viren wurden erst mit Hilfe der WHO geschaffen und verbreitet, und die Beweise sind erdrückend, daß die WHO in erster Linie für die „Pandemie“ verantwortlich ist.Darüber hinaus sind die Symptome der so genannten Schweinegrippe nicht von denen einer normalen Erkältung zu unterscheiden. Die Schweinegrippe fordert nicht mehr Todesopfer als die normale Grippeerkrankung. Bürgermeister merkt an, daß sich die Zahlenangaben der Todesfälle, die angeblich auf die Schweinegrippe zurück zu führen sind, widersprechen. Zudem herrscht keine Klarheit darüber, ob und unter welchen Umständen diese Todesfälle dokumentiert worden sind.
Es gibt keine potenzielle Pandemie, es sei denn, es würden Massenimpfungen als Waffe benutzt unter dem Vorwand, die Bevölkerung zu schützen. Es gibt nachvollziehbare Gründe anzunehmen, daß Zwangsimpfungen vorsätzlich mit Krankheitserregern kontaminiert werden, die ausschließlich zu dem Zweck hergestellt wurden, um zu töten.
Ein Hinweis darauf ist der von Novartis patentierte Impfstoff gegen die Vogelgrippe, der im Sommer 2008 21 obdachlose Menschen in Polen tötete. Als sozusagen Hauptwirkung (im Gegensatz zu einer Nebenwirkung) hatte der Impfstoff einen ungünstigen Effekt, der nach Definition der US-Regierung den Impfstoff als Bio-Waffe kennzeichnete. Die Definition für Bio-Waffe ist ein Erreger, der dazu geschaffen wurde, um negative Effekte (Tod oder Verletzung) mit Hilfe eines Abgabe-Systems (Injektion) herbei zu führen.
Sie behauptet, daß der Komplex aus international agierenden Parma-Unternehmen und Regierungsstellen, die Seuchenmaterial entwickelt und verbreitet haben, sich in die Lage versetzt haben, dadurch zu profitieren, daß sie zuerst eine Pandemie auslösen, um dann anschließend mit Verträgen Impfmaterial zu verkaufen.
Die Medien, die von der Gruppe kontrolliert werden, die die Schweinegrippe-Agenda steuert, verbreiten Falschinformationen, um die Menschen in den USA einzulullen, damit sie die gefährliche Impfung nehmen.
Die Menschen in den USA würden erhebliche und irreparable Schäden und Verletzungen davon tragen, wenn sie ohne ihr Einverständnis zu einer Impfung mit ungeprüftem Wirkstoff gezwungen würden, wie es (neuerdings) die Richtlinien mehrerer Gesetze und Verordnungen vorschreiben (es folgt an der Stelle eine Aufzählung der entsprechenden Hinweise auf Gesetze).
Bürgermeister beklagt in ihren Anschuldigungen, daß diese genannten Gesetze und Verordnungen dahingehend geändert oder neu geschaffen worden sind, um jene Gesetze und Regularien zu beschleunigen, die den amerikanischen Bürgern ihre verfassungsmäßigen Rechte nehmen, eine Impfung zu verweigern.
Diese Leute haben Voraussetzungen dafür geschaffen oder ermöglicht, daß es zukünftig ein Verbrechen darstellt, wenn man sich gegen eine Pandemie-Impfung zur Wehr setzt.
Sie haben überzogene und grausame Strafen verhängt wie Inhaftierung oder Quarantäne in FEMA-Lagern, während sie auf der anderen Seite Entschädigungszahlungen für die Schäden einer Zwangsimpfung ausschließen. Dies steht im krassen Gegensatz zu föderalen Regierungsgesetzen und ist eine Korrumpierung und ein Amtsmißbrauch ebenso, wie ein Verstoß gegen die Verfassung und gegen die Grundrechte. Die zuvor genannten Angeklagten haben somit den Grundstein für einen Massen-Völkermord gelegt.
In dem sie die Schweinegrippe als Vorwand benutzen, planten sie im voraus den massenhaften Mord an der amerikanischen Bevölkerung mittels einer Zwangsimpfung. Sie haben ein weitläufiges Netzwerk von FEMA-Konzentrationslagern errichtet und Massengräber ausgewiesen. Dazu schmiedeten sie ein Komplott, um die Macht über Amerika in die Hände ihres kriminellen Syndikats zu legen.
Journalistin erhebt Anklage gegen die WHO und UN und wirft ihnen Bioterrorismus und versuchten Massenmord vor
Donnerstag, 25. Juni 2009 von: Barbara Minton, Natural Health Editor
Während für Juli ein Impfstoff der Firma Baxter gegen den A/H1N1-Erreger erwartet wird, warnt eine österreichische, investigative Journalistin vor dem größten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit.
Gemeinsam mit dem FBI erhob Jane Bürgermeister kürzlich Anklage gegen die Weltgesundheitsorganisation WHO, gegen die Vereinten Nationen (UN) , gegen hochrangige Politiker und gegen öffentliche Körperschaften. Die Anklage lautet auf Bio-Terrorismus und versuchten Massenmord. Zugleich erwirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen Zwangsimpfungen.
Ihre Forderungen folgen einer Anklage, die sie bereits im April gegen die Baxter AG und Avir Green Hills Biotechnologie Österreich wegen Produktion von kontaminiertem Vogelgrippe-Impfschutz erhoben hatte mit der Behauptung, daß diese Unternehmen die Krankheitserreger dazu benutzten, um aus der Pandemie Profit zu schlagen.
In der Übersicht ihrer und des FBI Ansprüche und Behauptungen präsentiert Bürgermeister Beweise des Bio-Terrorismus in den USA, unter der Leitung einer Gruppe internationaler Banker, die die Federal Reserve Bank, die WHO, die UN und die NATO kontrollieren. Diese Gruppe sitzt in den ranghöchsten Regierungsbüros in den USA.
Dieser Bio-Terrorismus soll dem Zweck eines Völkermordes an der amerikanischen Bevölkerung dienen. Ein genetisch veränderter Influenza-Virus wird dazu benutzt, den Tod zu bringen.
Namentlich listet die Anklage Barrack Obama, Präsident der USA, David Nabarro, UN System Koordinator für Influenza-Erkrankungen, Margret Chan, Generaldirektorin der WHO, Kathleen Sibelius, Sekretärin der Gesundheits- und Hygieneabteilung, Janet Napolitano, Generalsekretärin der Heimatschutzbehörde, David de Rotschild, Bankier, David Rockefeller, Bankier, George Soros, Bankier, Werner Faymann, österreichischer Bundeskanzler und Alois Stöger, österreichischer Gesundheitsminister, als Mitglieder eines international tätigen Verbrechersyndikats auf, das biologische Waffen entwickelt, produziert, gelagert und eingesetzt hat, um die Bevölkerung der USA und anderer Nationen zu töten, und um finanzielle und politische Vorteile zu erlangen.
Die Anklage impliziert, daß die Angeklagten miteinander in konspirativer Weise die Endphase eines heimlichen, internationalen Biowaffen-Programms geplant, finanziert und davon profitiert haben. Bei diesem Biowaffen-Programm waren die Pharma-Unternehmen Baxter und Novartis beteiligt.
Sie taten dies mit Hilfe der Biotechnologie und setzten anschließend tödliche, biologische Erreger der Vogel- und Schweinegrippe frei. Damit war der Vorwand für Zwangsimpfungen gegeben, wobei diese Zwangsimpfungen erst recht zum Tod und zu Krankheiten in der amerikanischen Bevölkerung geführt hätte. Solch eine Tat verstößt gegen das Anti-Terrorgesetz von biologischen Waffen.
Burgermeister´s Anklage beinhaltet Beweise dafür, daß die Baxter AG (ein österreichisches Tochterunternehmen von Baxter International) absichtlich 72 Kilo des aktiven Vogelgrippevirus´ freigesetzt hat. Diese Vogelgrippeviren wurden von der WHO im Winter 2009 an 16 weitere Laboratorien in vier Ländern verschickt. Sie (Bürgermeister) behauptet, daß dieser Beweis eindeutig dafür spricht, daß sowohl Pharma-Unternehmen, als auch internationale Regierungsstellen selbst an der Produktion, Entwicklung und Verteilung biologischer Krankheitserreger als auf der Welt tödlichste Form der Biowaffen beteiligt sind und eine Pandemie auslösen, die ein Massensterben verursacht.
In ihren Anklagepunkten vom April, gab sie an, daß im Labor der Firma Baxter in Österreich, das als eines der sichersten Biolabore der Welt galt, die elementarsten Sicherheitsrichtlinien nicht eingehalten wurden, so daß 72 Kilo als Biowaffe eingestufte, pathogene Keime nicht strikt von anderen Materialien ferngehalten wurden, sondern, daß diese Keime mit normalem Human Influenza Virus vermengt und von Orth an der Donau versandt wurden.
Im Februar testete ein Angestellter von Bio Test in der Tschechoslowakei das für eine Impfung vorgesehene Material an einem Frettchen. Das Frettchen starb. Dieser Zwischenfall wurde weder von der WHO, noch von der EU, noch von der österreichischen Gesundheitsbehörde untersucht.Es wurde keinerlei Untersuchung über das Virus-Material geführt, und es wurden keine Daaten über die Gensequenz des Virus´ veröffentlicht.
Aufgrund einer parlamentarischen Befragung (Fragestunde im Parlament) am 20. Mai, erklärte der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger, daß dieser Vorfall nicht als eine Verfehlung gegen die Sicherheit bei biologischen Stoffen behandelt wurde (wie es hätte sein sollen), sondern als Verstoß gegen die tierärztliche Vorschrift. Ein Tierarzt wurde in das Labor gesandt für eine kurze Inspektion.
Bürgermeister´s Akte zeigt, daß die Freisetzung des Virus´ einen entscheidenden Schritt für die Auslösung einer Pandemie darstellt, der es der WHO erlaubt, die Stufe 6 einer Pandemie zu erklären. Sie zählt die Gesetze und Verordnungen auf, die es der UN und WHO erlauben, die USA im Falle einer Pandemie zu übernehmen.
Darüber hinaus verlangt die Gesetzgebung bei Zwangsimpfungen in den USA, daß die Bedingungen einer Pandemie gegeben sein müssen.
Sie (Bürgermeister) beklagt, daß die ganze Schweinegrippen-Angelegenheit auf einer massiven Lüge beruht, und daß kein natürlicher Virus diese Bedrohung für die Bevölkerung darstellt. Sie legt Beweise vor, die nahe legen, daß die Vogelgrippe- und Schweinegrippe-Viren tatsächlich durch Biotechnologie gewonnen wurden, bezahlt von der WHO, Regierungsstellen und anderen.
Der Erreger der Schweinegrippe ist eine Kreuzung aus Viren der Schweine-Influenza, Human-Influenza und Vogel-Influenza, etwas, das laut Expertenmeinung nur aus einem Labor entstammen kann.
Die Behauptung der WHO, daß sich die Schweinegrippe als Pandemie verbreitet, entbehrt jeder Grundlage und verdreht die Tatsachen, denn die Viren wurden erst mit Hilfe der WHO geschaffen und verbreitet, und die Beweise sind erdrückend, daß die WHO in erster Linie für die „Pandemie“ verantwortlich ist.Darüber hinaus sind die Symptome der so genannten Schweinegrippe nicht von denen einer normalen Erkältung zu unterscheiden. Die Schweinegrippe fordert nicht mehr Todesopfer als die normale Grippeerkrankung. Bürgermeister merkt an, daß sich die Zahlenangaben der Todesfälle, die angeblich auf die Schweinegrippe zurück zu führen sind, widersprechen. Zudem herrscht keine Klarheit darüber, ob und unter welchen Umständen diese Todesfälle dokumentiert worden sind.
Es gibt keine potenzielle Pandemie, es sei denn, es würden Massenimpfungen als Waffe benutzt unter dem Vorwand, die Bevölkerung zu schützen. Es gibt nachvollziehbare Gründe anzunehmen, daß Zwangsimpfungen vorsätzlich mit Krankheitserregern kontaminiert werden, die ausschließlich zu dem Zweck hergestellt wurden, um zu töten.
Ein Hinweis darauf ist der von Novartis patentierte Impfstoff gegen die Vogelgrippe, der im Sommer 2008 21 obdachlose Menschen in Polen tötete. Als sozusagen Hauptwirkung (im Gegensatz zu einer Nebenwirkung) hatte der Impfstoff einen ungünstigen Effekt, der nach Definition der US-Regierung den Impfstoff als Bio-Waffe kennzeichnete. Die Definition für Bio-Waffe ist ein Erreger, der dazu geschaffen wurde, um negative Effekte (Tod oder Verletzung) mit Hilfe eines Abgabe-Systems (Injektion) herbei zu führen.
Sie behauptet, daß der Komplex aus international agierenden Parma-Unternehmen und Regierungsstellen, die Seuchenmaterial entwickelt und verbreitet haben, sich in die Lage versetzt haben, dadurch zu profitieren, daß sie zuerst eine Pandemie auslösen, um dann anschließend mit Verträgen Impfmaterial zu verkaufen.
Die Medien, die von der Gruppe kontrolliert werden, die die Schweinegrippe-Agenda steuert, verbreiten Falschinformationen, um die Menschen in den USA einzulullen, damit sie die gefährliche Impfung nehmen.
Die Menschen in den USA würden erhebliche und irreparable Schäden und Verletzungen davon tragen, wenn sie ohne ihr Einverständnis zu einer Impfung mit ungeprüftem Wirkstoff gezwungen würden, wie es (neuerdings) die Richtlinien mehrerer Gesetze und Verordnungen vorschreiben (es folgt an der Stelle eine Aufzählung der entsprechenden Hinweise auf Gesetze).
Bürgermeister beklagt in ihren Anschuldigungen, daß diese genannten Gesetze und Verordnungen dahingehend geändert oder neu geschaffen worden sind, um jene Gesetze und Regularien zu beschleunigen, die den amerikanischen Bürgern ihre verfassungsmäßigen Rechte nehmen, eine Impfung zu verweigern.
Diese Leute haben Voraussetzungen dafür geschaffen oder ermöglicht, daß es zukünftig ein Verbrechen darstellt, wenn man sich gegen eine Pandemie-Impfung zur Wehr setzt.
Sie haben überzogene und grausame Strafen verhängt wie Inhaftierung oder Quarantäne in FEMA-Lagern, während sie auf der anderen Seite Entschädigungszahlungen für die Schäden einer Zwangsimpfung ausschließen. Dies steht im krassen Gegensatz zu föderalen Regierungsgesetzen und ist eine Korrumpierung und ein Amtsmißbrauch ebenso, wie ein Verstoß gegen die Verfassung und gegen die Grundrechte. Die zuvor genannten Angeklagten haben somit den Grundstein für einen Massen-Völkermord gelegt.
In dem sie die Schweinegrippe als Vorwand benutzen, planten sie im voraus den massenhaften Mord an der amerikanischen Bevölkerung mittels einer Zwangsimpfung. Sie haben ein weitläufiges Netzwerk von FEMA-Konzentrationslagern errichtet und Massengräber ausgewiesen. Dazu schmiedeten sie ein Komplott, um die Macht über Amerika in die Hände ihres kriminellen Syndikats zu legen.
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Freitag, 20. Februar 2009
Wenn Neuroleptika das bewirken, was sie angeblich verhindern sollen
Behandlungsergebnis Selbsttötung. Suizidalität als mögliche Wirkung psychiatrischer Psychopharmaka
Depressionen können durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden: Psychosoziale und politische Umstände, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Altersabbauprozesse, Viren, toxikologische Substanzen, Medikamente, Psychopharmaka und vieles mehr. Mediziner befassen sich vor allem mit organisch oder vermeintlich organisch bedingten Depressionen, gegen die sie in aller Regel Psychopharmaka und Elektroschocks einsetzen. Dass insbesondere eine Vielzahl von Psychopharmaka, die sie verabreichen, Depressionen und Suizidalität bewirken und verstärken können, fällt ihnen schwer zu akzeptieren. Dabei wird in der medizinischen und pharmakologischen Fachliteratur häufig über die depressionsverursachende Wirkung von Psychopharmaka berichtet. Speziell Neuroleptika, sogenannte antipsychotische Medikamente, lösen häufig Depressionen aus.
Psychopharmaka-assoziierte Depressionen und Suizidalität
Neuroleptika wirken durch eine Blockade speziell des Nervenimpulsüberträgerstoffs Dopamin mit dem Ergebnis, dass sich ein mehr oder weniger subtiles Parkinsonoid einstellt. Dies ist der Symptomenkomplex der Parkinsonkrankheit, charakterisiert durch gebeugten Gang, Muskelzittern und verwaschene Sprache. Ein Parkinsonoid entsteht regelhaft durch die Dopaminblockade. Das Erscheinungsbild des Parkinsonoids ist jeweils dasselbe, sei es durch Altersabbauprozesse, Bleivergiftung oder Neuroleptika hergestellt. Die Potenz der Neuroleptika ist definiert durch ihre Kraft, ein Parkinsonoid auszulösen; es handelt sich also nicht um eine unerwünschte Nebenwirkung, sondern um die von Psychiatern definierte therapeutische Hauptwirkung.
Das Parkinsonoid, primär eine Erkrankung des Bewegungsapparats, beinhaltet Veränderungen auch auf der psychischen Ebene. Neurologen definieren diese als Parkinsonpsyche. Sie ist ein gesetzmäßig mit dem Parkinsonoid einhergehender Symptomenkomplex, der sich von Apathie und Willenlosigkeit über Depression und Suizidalität bis hin zu Verwirrtheits- und Delirzuständen erstreckt (Fünfgeld 1967, S. 13ff). Auf die Parallelität zwischen emotionaler parkinsonbedingter Abstumpfung nach einer Hirnerkrankung und emotionaler Abstumpfung im Rahmen der Neuroleptikawirkung wies der deutsche Psychiater Hoimar von Ditfurth schon 1955 nach den ersten Verabreichungen des Neuroleptikaprototyps Chlorpromazin (im Handel u.a. als Largactil, Megaphen und Propaphenin) hin:
»Es hat, so möchten wir glauben, den Anschein, als ob die psychischen Veränderungen, die das Megaphen vor allem auf emotionalem Gebiet hervorruft, von gleicher Natur sind, wie die »affektive Abstumpfung und Einengung«, die man bei postencephalitischen Parkinsonisten (Parkinsonkranken nach Abklingen einer akuten Hirnentzündung, P.L.) so häufig registriert. « (1955, S. 56)
Depressionen und Suizidalität stellen also notwendige Auswirkungen von Neuroleptika dar und werden demzufolge von Psychiatern problemlos hingenommen.
Frank Ayd von der Psychiatrischen Abteilung des Franklin Square Hospitals in Baltimore schrieb 1975:
»Es besteht nun eine allgemeine Übereinstimmung, dass milde bis schwere Depressionen, die zum Suizid führen können, bei der Behandlung mit jedem Depot-Neuroleptikum auftreten können, ebenso wie sie während der Behandlung mit jedem oralen Neuroleptikum vorkommen können. Diese depressiven Veränderungen der Stimmung können zu jeder Zeit während depotneuroleptischer Behandlung auftreten. Einige Kliniker haben Depressionen kurz nach Behandlungsbeginn bemerkt; andere machten diese Beobachtung Monate oder Jahre nach Behandlungsbeginn.« (S. 497)
In ihrem Buch »Psychiatrische Pharmakotherapie« äußerten sich die beiden deutschen Psychiater Otto Benkert und Hanns Hippius zur Frage, ob die Suizidalität eventuell einer zu hohen Dosierung angelastet werden könne:
»Depressionen, Suizidalität, Erregungszustände und Delirien unter Pharmaka treten im allgemeinen unter Dosierungen auf, die durch den behandelnden Arzt therapeutisch verordnet wurden.« (1980, S. 258)
Statistische Angaben über neuroleptikabedingte Suizide sind, wie Psychiater selbst schreiben, aus vielerlei Gründen viel zu niedrig angesetzt. Solche Behandlungsverläufe würden von Medizinern nicht als Wirkungen der verabreichten chemischen Substanzen erkannt oder beachtet (Lehmann 1996, S. 111). Dass die Dunkelziffer von Suiziden auch in Psychiatrischen Anstalten immens ist, offenbarte der in der Unianstalt Basel tätige Asmus Finzen; unkorrekte Zahlenangaben seien allerdings von außen schwer festzustellen, weil
»... in Krankengeschichten und Entlassungsbüchern oft kein Vermerk über den Tod oder den Suizid der Patienten zu finden war. Wenn sich der Suizid während eines Urlaubs ereignet hatte, wurde er nicht selten rückwirkend entlassen. Wenn der Suizidversuch nicht zum sofortigen Tod geführt hatte, galt er für das Krankenblatt und die Statistik als verlegt in die Innere oder in die Chirurgische Klinik.« (1988, S. 45)
Die depressive Stimmungsveränderung unter Neuroleptika bei gleichbleibenden äußeren Bedingungen prüften zwei englische Psychiater, R. de Alarcon und M.W.P. Carney. Im ›British Medical Journal‹ schilderten sie einige unter gemeindepsychiatrischer Behandlung erfolgte Suizide unter Fluphenazin (im Handel u.a. als Dapotum und Lyogen), um schließlich ausführlich einen Fluphenazinversuch an einem 39jährigen wiederzugeben, der bereits einen Suizidversuch unter dieser Substanz hinter sich hatte. Als den Psychiatern an diesem Mann aufgefallen war, dass er regelmäßig einige Tage nach seiner 14tägigen Depotspritze Suizidabsichten entwickelte, wollten sie mit eigenen Augen die stimmungsverschlechternde Wirkung des Neuroleptikums miterleben. In der Anstalt beobachtete man den ›schizophrenen‹ Mann vier Wochen lang, ohne dass man ihm Neuroleptika verabreichte und ohne dass etwas Wesentliches an seiner Stimmung auffiel. Dann erhielt er eine intramuskuläre Spritze à 25 mg:
»Während seines Krankenhausaufenthaltes wurde er dreimal pro Woche von einem von uns (R. de A.) interviewt. In der Woche vor der Injektion, als man ihn nicht interviewen musste, erörterte man seinen Zustand mit dem leitenden Stationspfleger, und die Krankenakten wurden gelesen. An einem Mittwoch um 15 Uhr verabreichte man ihm die Versuchsspritze. Am Nachmittag des folgenden Tages war er in gedrückter Stimmung, wollte in Ruhe gelassen werden und hatte kein Bedürfnis, mit irgend jemandem zu reden, zu lesen oder fernzusehen. Ungefähr um 16 Uhr ging er zu Bett. Nach Meinung der aufsichtsführenden Schwester stellte er einen Suizidrisikofall dar. Als man ihn am Freitag interviewte, war die Veränderung seines äußeren Erscheinungsbildes beeindruckend. Er blickte düster drein, einen Scherz beantwortete er nicht mit einem Lächeln, und es fand keine spontane Konversation statt. Seine Antworten waren auf das unbedingt Notwendige beschränkt. Das Vorhandensein irgendwelcher paranoider oder hypochondrischer Ideen oder irgendwelcher Schuldgefühle verneinte er. Er sagte einfach, dass er sich sehr minderwertig vorkomme, und wenn er alleine in seiner Bude wäre, würde er sich das Leben nehmen. Am Freitagabend trat eine Besserung ein, und als man ihn am Samstag erneut interviewte, hatte er wieder zu seinem gewohnten, normalen Selbst zurückgefunden. (... de Alarcon und Carney resümierten, P.L.) dass manche Patienten für einen kurzen Zeitraum nach der Injektion von Fluphenazin-Enanthat oder -Decanoat schwer depressiv werden können. Bislang wurden noch keine klaren Strukturen begründet hinsichtlich der Frage, wann und bei wem dies möglicherweise auftreten kann. Das Fehlen von nachteiligen Wirkungen in der Vergangenheit ist kein Hinweis darauf, dass diese in der Zukunft nicht doch vorkommen können. Zum Beispiel erhielt in dem Versuchsfall der Patient das Fluphenazin-Enanthat länger als sechs Monate, bevor er wiederholt mit einer schweren Depression auf die Injektion zu reagieren begann, und dasselbe geschah in anderen Versuchsreihen. « (1969, S. 565f.)
Peter Müller von der Unianstalt Göttingen fand in seiner placebokontrollierten Untersuchung bei einem weit höheren Prozentsatz depotneuroleptischer Behandelten depressive Syndrome hochsignifikant häufiger als bei den Placebobehandelten. Über die Ergebnisse nach Verminderung oder Absetzen der Neuroleptika schrieb er:
»Bei insgesamt 47 Behandlungsmaßnahmen kam es in 41 Fällen zu einer Besserung der depressiven Verstimmung, nur in zwei Fällen gab es keine Veränderung, bei vier war der Effekt fraglich. Es war sehr überraschend festzustellen, dass allein die Reduzierung der neuroleptischen Dosis (in der Regel auf die Hälfte der bisherigen Gabe) in der überwiegenden Zahl dieser Fälle schon zur Besserung des depressiven Syndroms führte, allerdings oft nur zu einer Teilbesserung, die aber immerhin den Patienten schon deutlich entlastete. Demgegenüber brachte das gänzliche Absetzen bei anderen Patienten oder bei den gleichen Patienten, bei denen eine Dosisminderung nur zur geringen Besserung führte, einen sehr eindrücklichen Erfolg hinsichtlich der Depressionsbesserung. Manche Patienten berichteten, dass sie sich erst jetzt wieder völlig gesund fühlten wie lange vor der Erkrankung, und die von manchen Ärzten fast als unveränderlich angesehene depressive Bedrückung, die eventuell für Vorboten defektuöser Entwicklungen hätte gehalten werden können, verschwand gänzlich. Der mögliche Einwand, es könne sich hierbei um psychoreaktive Effekte im Sinne der Erleichterung des Patienten über das Absetzen der Medikation handeln, ist zu widerlegen, da fast alle Patienten Depot-Injektionen erhielten und über die Dosis dann nicht informiert wurden bzw. Placebo-Injektionen erhielten. (...) Die Veränderungen dieser Patienten waren für sie selbst, für Angehörige und Untersucher in manchen Fällen recht eindrucksvoll, die Patienten berichteten selbst, dass sie sich jetzt wieder ganz gesund wie lange vor der Erkrankung fühlten. Das war bei der neuroleptisch weiterhin behandelten Gruppe überwiegend nicht der Fall. Diese Befunde sprechen wohl doch eindeutig für pharmakogene Einflüsse und gegen morbogene Entwicklungen.« (1981, S. 52f., 64)
Müller resümierte:
»Depressive Syndrome nach der Remission der Psychose und unter neuroleptischer Behandlung sind nicht selten, sondern treten etwa bei zwei Dritteln der Patienten auf, teilweise auch noch häufiger, besonders wenn parenteral Depot-Neuroleptika gegeben werden. Ohne neuroleptische Behandlung finden sich hingegen nach vollständiger Remission diese depressiven Verstimmungen nur ausnahmsweise.« (S. 72)
Müllers – eigentlich – unübersehbare und unüberhörbare Aussagen werden von einer Vielzahl von Kollegen gestützt (Lehmann 1996, S. 57 – 87, 109 – 115). Hier einige Beispiele: Raymond Battegay und Annemarie Gehring (1968) von der Unianstalt Basel warnten nach einem Vergleich von Behandlungsverläufen der vor- und nachneuroleptischen Ära:
»Im Verlauf der letzten Jahre wurde verschiedentlich auch eine Verschiebung des schizophrenen Symptomenbildes nach einem depressiven Syndrom hin beschrieben. Mehr und mehr zeigen die Schizophrenien einen bland-depressiv-apathischen Verlauf. Es wurde offenbar, dass unter Neuroleptica oft gerade das entsteht, was mit ihrer Hilfe hätte vermieden werden sollen und als Defekt bezeichnet wird.« (S. 107f.)
Walter Pöldinger und S. Siebern von der Anstalt Wil/Schweiz schrieben:
»Es ist nicht ungewöhnlich, dass medikamentenverursachte Depressionen durch ein häufiges Vorkommen von suizidaler Ideation gekennzeichnet sind.« (1983, S. 131)
1976 teilte Hans-Joachim Haase von der Psychiatrischen Anstalt Landeck mit, die Anzahl lebensgefährdender depressiver Erscheinungen nach Anstaltsbehandlung mit Psychopharmaka habe sich seit Einführung der Neuroleptika mindestens verzehnfacht. Die Steigerung der Suizidrate sei »alarmierend und besorgniserregend«, so Bärbel Armbruster von der Unianstalt Bonn 1986 im ›Nervenarzt‹ – ohne allerdings die Betroffenen und ihre Angehörigen oder gar die Öffentlichkeit zu alarmieren.
Über die Entwicklung in Finnland, Norwegen und Schweden informierte 1977 Rolf Hessö von der Unianstalt Oslo; es scheine klar zu sein,
»... dass der Anstieg sowohl der absoluten Suizidzahlen als auch der relativen im Jahre 1955 begann. Dies war das Jahr, in dem Neuroleptika in den skandinavischen psychiatrischen Krankenhäusern eingeführt wurden.« (S. 122)
Jiri Modestin schrieb 1982 über seinen Arbeitsplatz, die Unianstalt Bern, sowie die benachbarte Psychiatrische Anstalt Münsingen:
»Unsere Resultate zeigen eine dramatische Zunahme der Suizidhäufigkeit unter den in der PUK Bern sowie auch PK Münsingen hospitalisierten Patienten in den letzten Jahren.« (S. 258)
Berichte über Depressionen und Suizidalität aus erster Hand
In dem 1998 erschienenen Buch »Psychopharmaka absetzen« beschrieb Regina Bellion aus Bremen ihren psychischen Zustand unter gemeindenaher Behandlung:
»Entlassung aus der Klinik. Auf nicht absehbare Zeit soll ich Neuroleptika einnehmen, sagt mir der Klinikarzt, an eine andere Therapieform sei überhaupt nicht zu denken, ich solle ja nichts ausprobieren.
Allein zu Hause. Dreimal täglich zähle ich meine Haldol?Tropfen ab. Sonst tue ich nicht viel. Ich sitze auf meinem Stuhl und starre in Richtung Fenster. Ich nehme nicht wahr, was draußen vor sich geht. Es fällt mir schwer, mich zu bewegen. Immerhin schaffe ich es täglich, aus dem Bett aufzustehen. Ich merke nicht, dass die Wohnung verdreckt. Es kommt mir nicht in den Sinn, dass ich kochen sollte. Ich wasche mich nicht. Ich frage mich nicht einmal, ob ich stinke. Meine Verelendung schreitet fort – ich bemerke es nicht.
Hinter meiner neuroleptischen Mauer vegetiere ich vor mich hin und bin ausgesperrt aus der Welt und aus dem Leben. Die reale Welt ist weiter von mir weg als Pluto von der Sonne. Meine eigene heimliche Welt ist auch weg – diese letzte Zuflucht habe ich mir mit Haldol zerstört.
Dies ist nicht mein Leben. Dies bin nicht ich. Genauso gut könnte ich tot sein. Eine Idee nimmt allmählich Form an: Bevor es Winter wird, werde ich mich erhängen.
Vorher will ich ausprobieren, ob mein Leben ohne Haldol anders wird. Ich reduziere die Tropfen. Weniger und weniger nehme ich davon ein, bis ich bei Null ankomme.
Nach einem Monat bin ich clean. Da merke ich, wie verwahrlost ich bin. Ich wasche mir die Haare, beziehe das Bett, mache die Wohnung sauber. Ich bereite eine warme Mahlzeit. Das macht mir sogar Vergnügen. Ich kann wieder denken.« (Bellion 1998, S. 311f)
Ähnliche Erfahrungen schilderte eine ebenfalls in Bremen lebende Betroffene, der man eine Kombination aus Haldol und dem Antidepressivum Aponal verordnet und die unter dem Einfluss der psychiatrischen Psychopharmaka – zum Glück ohne Erfolg – versucht hatte, ihrem Leiden durch Suizid ein Ende zu setzen:
»Wieder entlassen, hockte ich stundenlang in meiner Küche vorm Wasserhahn, durstig, aber unfähig, einen Becher Wasser zu nehmen oder das hart gewordene Brot zu beißen. Der Supermarkt war nur wenige Schritte entfernt, ich schaffte es nicht aufzustehen und wünschte mir nur, einfach tot zu sein, um endlich Ruhe zu haben. Mit Gott hatte ich gebrochen wegen dieser Erkrankung. Ich sah sie als Bestrafung an für zwei dunkle Punkte in meinem Leben. Das Schlimmste aber war der Teufelskreis des ewig wiederkehrenden psychotischen Denkens. Ich versuchte immer wieder, wenigstens ein paar Sekunden etwas anderes zu denken – es gelang nicht. Die Gedanken drehten immer wieder ihre sattsam bekannten gleichen Runden, Hunderte Male am Tag, mal im Zeitlupentempo, um dann immer schneller werdend das Gehirn zu malträtieren. Genau das war für mich die Hölle und das teuflische Spiel. Ich fühlte mich verdammt, von Gott auf immer verlassen, es gab keine Erlösung. Ich konnte nichts tun, als diesen fiesen Film liegend zu ertragen. Ich wusste, ich muss wieder glauben lernen, aber es ging nicht, und so versuchte ich, das Leben zu beenden.« (Marmotte 1998, S. 114)
Suizidale Auswirkungen haben auch atypische Neuroleptika, wie der Bericht der Österreicherin Ursula Fröhlich in »Schöne neue Psychiatrie« zeigt:
»Seit Beginn der Leponex-Einnahme habe ich keine Lust mehr auf Sex, keine Lust an der Bewegung und keine Freude am Leben. Ein Leben ohne Freude ist jedoch ärger als der Tod. Alles, war mir geblieben ist, ist das Fernsehen, wo ich seit sieben Jahren anderen zusehe, wie sie leben. Ich bin zwar biologisch noch am Leben, doch meine Sinne sind schon längst tot, alles, was mir früher Freude gemacht hat, kann ich nicht mehr machen. Mein Leben existiert eigentlich gar nicht mehr, ich komme mir so leer und so unbedeutend vor. Am schlimmsten ist es am Morgen. Jeden Tag nehme ich mir vor, am nächsten Tag mit einem gesunden Leben zu beginnen, die Medikamente wegzuschmeißen, viele Vitamine und Fruchtsäfte zu trinken und mit einer täglichen Fitnessroutine zu beginnen. Durch die Neuroleptika entsteht ein Gefühl, als ob es mir gelingen würde, am nächsten Tag mit einem ganz anderen, einem neuen Leben zu beginnen. Wenn ich dann aber in der Früh aufwache, bin ich wie zerschlagen und komme vor 9 Uhr nie aus dem Bett, meine Depressionen sind so arg, dass ich jeden Tag an Selbstmord denke.« (zit.n. Lehmann 1996, S. 70f.)
Psychiatern ging es bei ihren Selbstversuchen im Prinzip nicht anders. 1954 und 1955 veröffentlichten Hans Heimann und Peter Nikolaus Witt (1955) von der Unianstalt Bern ihre an Radnetzspinnen und Kontrollpersonen 1080 sowie in drei Selbstversuchen und neun weiteren Experimenten an ebenso vielen Psychiatern und Pharmakologen gewonnenen Erfahrungen mit einer einmaligen Einnahme von Largactil, dem Neuroleptika-Prototyp Chlorpromazin. Sehr deutlich wurde das unter Largactil ausgeprägte Gefühl der Minderwertig- und Leistungsunfähigkeit, strukturelles Bestandteil der neuroleptikabedingten Parkinsonpsyche, an den folgenden Auszügen:
»›Ich fühlte mich regelrecht körperlich und seelisch krank. Auf einmal erschien mir meine ganze Situation hoffnungslos und schwierig. Vor allem war die Tatsache quälend, dass man überhaupt so elend und preisgegeben sein kann, so leer und überflüssig, weder von Wünschen noch anderem erfüllt‹ ... (Nach Abschluss der Beobachtung): ›Riesengroß wuchsen vor mir die Aufgaben des Lebens auf: Nachtessen, in das andere Gebäude gehen, zurückkommen – und das alles zu Fuß. Damit erreichte der Zustand sein Maximum an unangenehmem Empfinden: Das Erlebnis eines ganz passiven Existierens bei klarer Kenntnis der sonstigen Möglichkeiten‹ ...« (S. 113)
Suizidregister als Vorbeugemaßnahme
In Deutschland forderte der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. im Februar 2000 von der Bundesministerin für Gesundheit die Einführung eines Suizidregisters unter besonderer Berücksichtigung von beteiligten Psychopharmaka/Elektroschocks, vorangegangener Fixierung und anderen Formen vorangegangener psychiatrischer Zwangsmaßnahmen (Lehmann 2001, S. 46). Das Fehlen einer flächendeckenden Registrierung von Suiziden in Zusammenhang mit psychiatrischen Behandlungsmaßnahmen sei ein großer Missstand; solche Daten seien eine elementare Voraussetzung für die Ursachenforschung sowie eine wichtige Basis für die Vorbeuge- und Früherkennungsarbeit. Eine staatenübergreifende Meldepflicht für Psychiatrie- und Psychopharmaka-assoziierte Suizide könnte dafür sorgen, dass Vorsorgemaßnahmen möglich und endlich verlässliche Studien durchgeführt werden, die den Zusammenhang insbesondere zwischen Psychopharmakawirkungen und Suizidalität weiter erforschen. Nicht nur Neuroleptika, wie dargelegt, sondern auch Antidepressiva (Healy 2001; Lehmann 1996, S. 194ff) und Elektroschocks (Frank 1990) sind sehr sorgfältig zu beobachten.
Berichte von Betroffenen, die durch eine traumatisierende Behandlung mit Psychopharmaka, Elektro- und Insulinschocks zur Suizidalität geradezu getrieben werden (siehe z.B. Kempker 2000), dürfen nicht weiter ignoriert werden. Instanzen, die Kenntnis von diesem Zusammenhang haben und untätig bleiben, trifft eine Mitschuld an psychopharmakabedingten Suiziden. Insbesondere Mediziner und Angehörige müssen über das Risiko psychopharmakogener Depression und Suizidalität informiert werden. Und die Betroffenen natürlich ebenso, damit sie eine wohlabgewogene und informierte Entscheidung über die Einnahme oder Nichteinnahme eines angebotenen Psychopharmakons treffen und gegebenenfalls weniger riskante Maßnahmen gegen ihre Depression treffen können.
Die Tatsache, dass sich psychiatrische Autopsiestudien retrospektiv mit Diagnosen und den zugrunde liegenden psychischen Zuständen befassen (siehe zum Beispiel Hell 2005, S. 20), nicht aber mit der jeweils konkreten Behandlung zum Zeitpunkt des Suizides, sagt alles über die Unwilligkeit von Psychiatern, sich im Rahmen von Suizidprophylaxe-Überlegungen kritisch mit den (möglichen) Folgen der eigener Tätigkeit auseinanderzusetzen. Eine psychiatrische Argumentation, es gebe eine Vielzahl von möglichen Ursachen bei Suiziden, also sei eine - von niemandem auch nur im Ansatz behauptete - Unikausalität auszuschließen, mag für uninformierte Menschen erstmal plausibel klingen. Ein vergleichbares Krebsregister wäre mit demselben Argument ebenfalls abzulehnen, man denke an durchsichtige Argumentationsstränge hinsichtlich Datenerhebungen über gehäufte Leukämiefälle nahe Atomkraftwerken oder die Argumentation mit nichtspezifischen Einzelfällen bei Missbildungen zu Beginn der Contergan-Ära. Welcher Verursacher von gesundheitlichen Schäden gibt schon gerne seine eigene Beteiligung zu?
Nachtrag: Fortgesetzte Diskriminierung von Psychiatriebetroffenen
Im Consensus-Papier der Konferenz »Ausgewogene Förderung von psychischer Gesundheit und psychiatrischer Betreuung« der WHO und Europäischer Kommission im April 1999 in Brüssel (WHO 1999) war die Einbeziehung von Psychiatriebetroffenen in die Psychiatriepolitik beschlossen worden:
»Gemeinsame Ziele und Strategien zur Verbesserung psychiatrischer Vorsorge und Behandlung schließen (...) die Entwicklung innovativer und umfassender, insbesondere psychiatrischer Psychiatriepolitik ein in Konsultation mit allen Beteiligten, einschließlich den Betroffenen und dem Pflegepersonal, und unter Berücksichtigung der Beiträge von Nichtergierungsorganisationen und Bürgerhelfern.« (WHO 1999, S. 9)
Auch zur Konferenz »Bewältigung von stress- und depressionsassoziierten Problemen in Europa« (Oktober 2001 in Brüssel), wiederum von der WHO und Europäischen Kommission veranstaltet, wurde ein Vertreter des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen eingeladen.
Statt seine Teilnahme aktiv einzubeziehen, um Politikern und Professionellen am Erfahrungsschatz und Wissen Psychiatriebetroffener teilhaben zu lassen, hielt man es nicht für nötig, ihm einen gleichberechtigten Plenumsbeitrag anzubieten. Statt dessen wurde ihm vom mitveranstaltenden Belgischen Sozial- und Gesundheitsministerium beschieden, »eine aktive Rolle in der Diskussion in Arbeitsgruppen« (Leen Meulenbergs).
Dies ist eine überkommene Rollenzuweisung für die Vertreter von Psychiatriebetroffenen, die eine aktive Rolle als Experten bei sie selbst zutiefst betreffenden Kongressen spielen sollten. Sie ist als diskriminierend und gegen den Geist der Gleichberechtigung gerichtet zurückzuweisen.
Literatur
Armbruster, Bärbel: »Suizide während der stationären psychiatrischen Behandlung«, in: Nervenarzt 57 (1986), S. 511-516
Ayd, Frank J.: »The depot fluphenazines«, in: American Journal of Psychiatry 132 (1975), S. 491-500
Battegay, Raymond / Gehring, Annemarie: »Vergleichende Untersuchungen an Schizophrenen der präneuroleptischen und der postneuroleptischen Ära«, in: Pharmakopsychiatrie Neuro-Psychopharmakologie 1 (1968), S. 107-122
Bellion, Regina: »Nach dem Absetzen fangen die Schwierigkeiten erst an«, in: Peter Lehmann (Hg.): »Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Carbamazepin und Tranquilizern«, Berlin 1998, S. 310-323
Benkert, Otto / Hippius, Hanns: »Psychiatrische Pharmakotherapie«, 3. Auflage, Berlin / Heidelberg / New York 1980
De Alarcon, R. / Carney, M.W.P.: »Severe depressive mood changes following slow-release intramuscular fluphenazine injection«, in: British Medical Journal, 1969, S. 564-567
Finzen, Asmus: »Der Patientensuizid«, Bonn 1988
Frank, Leonard R.: »Elektroschock«, in: Peter Lehmann: »Schöne neue Psychiatrie«, Band 1: »Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken«, Berlin 1996, S. 287-319
Fünfgeld, Ernst Walter: »Psychopathologie und Klinik des Parkinsonismus vor und nach stereotaktischen Operationen«, Berlin / Heidelberg / New York 1967
Haase, Hans-Joachim: »Pharmakotherapie bei Schizophrenien«, in: ders. (Hg.): »Die Behandlung der Psychosen des schizophrenen und manisch-depressiven Formenkreises«, Stuttgart / New York 1976, S. 93 – 120
Healy, David: »The SSRI suicides«, in: Craig Newnes, Guy Holmes, Cailzie Dunn (Hg.): »This is madness too: Critical perspectives on mental health services«, Ross-on-Wye 2001, S. 59-69
Heimann, Hans / Witt, Peter Nikolaus: »Die Wirkung einer einmaligen Largactilgabe bei Gesunden«, in: Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie, Band 129 (1955), S. 104-123
Hell, Daniel: "Was tun, um Suizide zu vermeiden und zu verhindern?" Interview in: Psychiatrie, Psychiatrie & Neurologie 4/2005, S. 20-21; Retrieved February 27, 2008, from www.tellmed.ch/include_php/previewdoc.php?file_id=2060
Hessö, Rolf: »Suicide in Norwegian, Finnish, and Swedish hospitals«, in: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten 224 (1977), S. 119 – 127
Kempker, Kerstin: »Mitgift – Notizen vom Verschwinden«, Berlin 2000
Lehmann, Peter: »Schöne neue Psychiatrie«, Band 1: »Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken«, Berlin 1996
Lehmann, Peter: »Grußwort des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener«, in: Aktion Psychisch Kranke (Hg.): »25 Jahre Psychiatrie-Enquete«, Band 1, Bonn 2001, S. 44 – 47
Lenz, Fritz: "Menschliche Auslese und Rassenhygiene", München: J. F. Lehmanns Verlag, 2., vermehrte und verbesserte Auflage 1923, S. 23
Marmotte, Iris: »Die Blaue Karawane, unterwegs...«, in: Peter Lehmann (Hg.): »Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Carbamazepin und Tranquilizern«, Berlin 1998, S. 112 – 130
Modestin, Jiri: »Suizid in der psychiatrischen Institution«, in: Nervenarzt 53 (1982), S. 254 – 261
Müller, Peter: »Depressive Syndrome im Verlauf schizophrener Psychosen«, Stuttgart 1981
Pöldinger, Walter / Sieberns, S.: »Depression-inducing and antidepressive effects of neuroleptics«, in: Neuropsychobiology 10 (1983), S. 131 – 136
Von Ditfurth, Hoimar: »Anwendungsmöglichkeiten des Megaphens in der psychiatrischen Klinik und Forschung«, in: Nervenarzt 26 (1955), S. 54 – 59
World Health Organization / European Commission: »Balancing mental health promotion and mental health care: a joint World Health Organization / European Commission meeting«, Broschüre MNH/NAM/99.2, Brüssel 1999; siehe www.enusp.org/documents/consensus.htm
Copyright by Peter Lehmann 2002
Depressionen können durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden: Psychosoziale und politische Umstände, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Altersabbauprozesse, Viren, toxikologische Substanzen, Medikamente, Psychopharmaka und vieles mehr. Mediziner befassen sich vor allem mit organisch oder vermeintlich organisch bedingten Depressionen, gegen die sie in aller Regel Psychopharmaka und Elektroschocks einsetzen. Dass insbesondere eine Vielzahl von Psychopharmaka, die sie verabreichen, Depressionen und Suizidalität bewirken und verstärken können, fällt ihnen schwer zu akzeptieren. Dabei wird in der medizinischen und pharmakologischen Fachliteratur häufig über die depressionsverursachende Wirkung von Psychopharmaka berichtet. Speziell Neuroleptika, sogenannte antipsychotische Medikamente, lösen häufig Depressionen aus.
Psychopharmaka-assoziierte Depressionen und Suizidalität
Neuroleptika wirken durch eine Blockade speziell des Nervenimpulsüberträgerstoffs Dopamin mit dem Ergebnis, dass sich ein mehr oder weniger subtiles Parkinsonoid einstellt. Dies ist der Symptomenkomplex der Parkinsonkrankheit, charakterisiert durch gebeugten Gang, Muskelzittern und verwaschene Sprache. Ein Parkinsonoid entsteht regelhaft durch die Dopaminblockade. Das Erscheinungsbild des Parkinsonoids ist jeweils dasselbe, sei es durch Altersabbauprozesse, Bleivergiftung oder Neuroleptika hergestellt. Die Potenz der Neuroleptika ist definiert durch ihre Kraft, ein Parkinsonoid auszulösen; es handelt sich also nicht um eine unerwünschte Nebenwirkung, sondern um die von Psychiatern definierte therapeutische Hauptwirkung.
Das Parkinsonoid, primär eine Erkrankung des Bewegungsapparats, beinhaltet Veränderungen auch auf der psychischen Ebene. Neurologen definieren diese als Parkinsonpsyche. Sie ist ein gesetzmäßig mit dem Parkinsonoid einhergehender Symptomenkomplex, der sich von Apathie und Willenlosigkeit über Depression und Suizidalität bis hin zu Verwirrtheits- und Delirzuständen erstreckt (Fünfgeld 1967, S. 13ff). Auf die Parallelität zwischen emotionaler parkinsonbedingter Abstumpfung nach einer Hirnerkrankung und emotionaler Abstumpfung im Rahmen der Neuroleptikawirkung wies der deutsche Psychiater Hoimar von Ditfurth schon 1955 nach den ersten Verabreichungen des Neuroleptikaprototyps Chlorpromazin (im Handel u.a. als Largactil, Megaphen und Propaphenin) hin:
»Es hat, so möchten wir glauben, den Anschein, als ob die psychischen Veränderungen, die das Megaphen vor allem auf emotionalem Gebiet hervorruft, von gleicher Natur sind, wie die »affektive Abstumpfung und Einengung«, die man bei postencephalitischen Parkinsonisten (Parkinsonkranken nach Abklingen einer akuten Hirnentzündung, P.L.) so häufig registriert. « (1955, S. 56)
Depressionen und Suizidalität stellen also notwendige Auswirkungen von Neuroleptika dar und werden demzufolge von Psychiatern problemlos hingenommen.
Frank Ayd von der Psychiatrischen Abteilung des Franklin Square Hospitals in Baltimore schrieb 1975:
»Es besteht nun eine allgemeine Übereinstimmung, dass milde bis schwere Depressionen, die zum Suizid führen können, bei der Behandlung mit jedem Depot-Neuroleptikum auftreten können, ebenso wie sie während der Behandlung mit jedem oralen Neuroleptikum vorkommen können. Diese depressiven Veränderungen der Stimmung können zu jeder Zeit während depotneuroleptischer Behandlung auftreten. Einige Kliniker haben Depressionen kurz nach Behandlungsbeginn bemerkt; andere machten diese Beobachtung Monate oder Jahre nach Behandlungsbeginn.« (S. 497)
In ihrem Buch »Psychiatrische Pharmakotherapie« äußerten sich die beiden deutschen Psychiater Otto Benkert und Hanns Hippius zur Frage, ob die Suizidalität eventuell einer zu hohen Dosierung angelastet werden könne:
»Depressionen, Suizidalität, Erregungszustände und Delirien unter Pharmaka treten im allgemeinen unter Dosierungen auf, die durch den behandelnden Arzt therapeutisch verordnet wurden.« (1980, S. 258)
Statistische Angaben über neuroleptikabedingte Suizide sind, wie Psychiater selbst schreiben, aus vielerlei Gründen viel zu niedrig angesetzt. Solche Behandlungsverläufe würden von Medizinern nicht als Wirkungen der verabreichten chemischen Substanzen erkannt oder beachtet (Lehmann 1996, S. 111). Dass die Dunkelziffer von Suiziden auch in Psychiatrischen Anstalten immens ist, offenbarte der in der Unianstalt Basel tätige Asmus Finzen; unkorrekte Zahlenangaben seien allerdings von außen schwer festzustellen, weil
»... in Krankengeschichten und Entlassungsbüchern oft kein Vermerk über den Tod oder den Suizid der Patienten zu finden war. Wenn sich der Suizid während eines Urlaubs ereignet hatte, wurde er nicht selten rückwirkend entlassen. Wenn der Suizidversuch nicht zum sofortigen Tod geführt hatte, galt er für das Krankenblatt und die Statistik als verlegt in die Innere oder in die Chirurgische Klinik.« (1988, S. 45)
Die depressive Stimmungsveränderung unter Neuroleptika bei gleichbleibenden äußeren Bedingungen prüften zwei englische Psychiater, R. de Alarcon und M.W.P. Carney. Im ›British Medical Journal‹ schilderten sie einige unter gemeindepsychiatrischer Behandlung erfolgte Suizide unter Fluphenazin (im Handel u.a. als Dapotum und Lyogen), um schließlich ausführlich einen Fluphenazinversuch an einem 39jährigen wiederzugeben, der bereits einen Suizidversuch unter dieser Substanz hinter sich hatte. Als den Psychiatern an diesem Mann aufgefallen war, dass er regelmäßig einige Tage nach seiner 14tägigen Depotspritze Suizidabsichten entwickelte, wollten sie mit eigenen Augen die stimmungsverschlechternde Wirkung des Neuroleptikums miterleben. In der Anstalt beobachtete man den ›schizophrenen‹ Mann vier Wochen lang, ohne dass man ihm Neuroleptika verabreichte und ohne dass etwas Wesentliches an seiner Stimmung auffiel. Dann erhielt er eine intramuskuläre Spritze à 25 mg:
»Während seines Krankenhausaufenthaltes wurde er dreimal pro Woche von einem von uns (R. de A.) interviewt. In der Woche vor der Injektion, als man ihn nicht interviewen musste, erörterte man seinen Zustand mit dem leitenden Stationspfleger, und die Krankenakten wurden gelesen. An einem Mittwoch um 15 Uhr verabreichte man ihm die Versuchsspritze. Am Nachmittag des folgenden Tages war er in gedrückter Stimmung, wollte in Ruhe gelassen werden und hatte kein Bedürfnis, mit irgend jemandem zu reden, zu lesen oder fernzusehen. Ungefähr um 16 Uhr ging er zu Bett. Nach Meinung der aufsichtsführenden Schwester stellte er einen Suizidrisikofall dar. Als man ihn am Freitag interviewte, war die Veränderung seines äußeren Erscheinungsbildes beeindruckend. Er blickte düster drein, einen Scherz beantwortete er nicht mit einem Lächeln, und es fand keine spontane Konversation statt. Seine Antworten waren auf das unbedingt Notwendige beschränkt. Das Vorhandensein irgendwelcher paranoider oder hypochondrischer Ideen oder irgendwelcher Schuldgefühle verneinte er. Er sagte einfach, dass er sich sehr minderwertig vorkomme, und wenn er alleine in seiner Bude wäre, würde er sich das Leben nehmen. Am Freitagabend trat eine Besserung ein, und als man ihn am Samstag erneut interviewte, hatte er wieder zu seinem gewohnten, normalen Selbst zurückgefunden. (... de Alarcon und Carney resümierten, P.L.) dass manche Patienten für einen kurzen Zeitraum nach der Injektion von Fluphenazin-Enanthat oder -Decanoat schwer depressiv werden können. Bislang wurden noch keine klaren Strukturen begründet hinsichtlich der Frage, wann und bei wem dies möglicherweise auftreten kann. Das Fehlen von nachteiligen Wirkungen in der Vergangenheit ist kein Hinweis darauf, dass diese in der Zukunft nicht doch vorkommen können. Zum Beispiel erhielt in dem Versuchsfall der Patient das Fluphenazin-Enanthat länger als sechs Monate, bevor er wiederholt mit einer schweren Depression auf die Injektion zu reagieren begann, und dasselbe geschah in anderen Versuchsreihen. « (1969, S. 565f.)
Peter Müller von der Unianstalt Göttingen fand in seiner placebokontrollierten Untersuchung bei einem weit höheren Prozentsatz depotneuroleptischer Behandelten depressive Syndrome hochsignifikant häufiger als bei den Placebobehandelten. Über die Ergebnisse nach Verminderung oder Absetzen der Neuroleptika schrieb er:
»Bei insgesamt 47 Behandlungsmaßnahmen kam es in 41 Fällen zu einer Besserung der depressiven Verstimmung, nur in zwei Fällen gab es keine Veränderung, bei vier war der Effekt fraglich. Es war sehr überraschend festzustellen, dass allein die Reduzierung der neuroleptischen Dosis (in der Regel auf die Hälfte der bisherigen Gabe) in der überwiegenden Zahl dieser Fälle schon zur Besserung des depressiven Syndroms führte, allerdings oft nur zu einer Teilbesserung, die aber immerhin den Patienten schon deutlich entlastete. Demgegenüber brachte das gänzliche Absetzen bei anderen Patienten oder bei den gleichen Patienten, bei denen eine Dosisminderung nur zur geringen Besserung führte, einen sehr eindrücklichen Erfolg hinsichtlich der Depressionsbesserung. Manche Patienten berichteten, dass sie sich erst jetzt wieder völlig gesund fühlten wie lange vor der Erkrankung, und die von manchen Ärzten fast als unveränderlich angesehene depressive Bedrückung, die eventuell für Vorboten defektuöser Entwicklungen hätte gehalten werden können, verschwand gänzlich. Der mögliche Einwand, es könne sich hierbei um psychoreaktive Effekte im Sinne der Erleichterung des Patienten über das Absetzen der Medikation handeln, ist zu widerlegen, da fast alle Patienten Depot-Injektionen erhielten und über die Dosis dann nicht informiert wurden bzw. Placebo-Injektionen erhielten. (...) Die Veränderungen dieser Patienten waren für sie selbst, für Angehörige und Untersucher in manchen Fällen recht eindrucksvoll, die Patienten berichteten selbst, dass sie sich jetzt wieder ganz gesund wie lange vor der Erkrankung fühlten. Das war bei der neuroleptisch weiterhin behandelten Gruppe überwiegend nicht der Fall. Diese Befunde sprechen wohl doch eindeutig für pharmakogene Einflüsse und gegen morbogene Entwicklungen.« (1981, S. 52f., 64)
Müller resümierte:
»Depressive Syndrome nach der Remission der Psychose und unter neuroleptischer Behandlung sind nicht selten, sondern treten etwa bei zwei Dritteln der Patienten auf, teilweise auch noch häufiger, besonders wenn parenteral Depot-Neuroleptika gegeben werden. Ohne neuroleptische Behandlung finden sich hingegen nach vollständiger Remission diese depressiven Verstimmungen nur ausnahmsweise.« (S. 72)
Müllers – eigentlich – unübersehbare und unüberhörbare Aussagen werden von einer Vielzahl von Kollegen gestützt (Lehmann 1996, S. 57 – 87, 109 – 115). Hier einige Beispiele: Raymond Battegay und Annemarie Gehring (1968) von der Unianstalt Basel warnten nach einem Vergleich von Behandlungsverläufen der vor- und nachneuroleptischen Ära:
»Im Verlauf der letzten Jahre wurde verschiedentlich auch eine Verschiebung des schizophrenen Symptomenbildes nach einem depressiven Syndrom hin beschrieben. Mehr und mehr zeigen die Schizophrenien einen bland-depressiv-apathischen Verlauf. Es wurde offenbar, dass unter Neuroleptica oft gerade das entsteht, was mit ihrer Hilfe hätte vermieden werden sollen und als Defekt bezeichnet wird.« (S. 107f.)
Walter Pöldinger und S. Siebern von der Anstalt Wil/Schweiz schrieben:
»Es ist nicht ungewöhnlich, dass medikamentenverursachte Depressionen durch ein häufiges Vorkommen von suizidaler Ideation gekennzeichnet sind.« (1983, S. 131)
1976 teilte Hans-Joachim Haase von der Psychiatrischen Anstalt Landeck mit, die Anzahl lebensgefährdender depressiver Erscheinungen nach Anstaltsbehandlung mit Psychopharmaka habe sich seit Einführung der Neuroleptika mindestens verzehnfacht. Die Steigerung der Suizidrate sei »alarmierend und besorgniserregend«, so Bärbel Armbruster von der Unianstalt Bonn 1986 im ›Nervenarzt‹ – ohne allerdings die Betroffenen und ihre Angehörigen oder gar die Öffentlichkeit zu alarmieren.
Über die Entwicklung in Finnland, Norwegen und Schweden informierte 1977 Rolf Hessö von der Unianstalt Oslo; es scheine klar zu sein,
»... dass der Anstieg sowohl der absoluten Suizidzahlen als auch der relativen im Jahre 1955 begann. Dies war das Jahr, in dem Neuroleptika in den skandinavischen psychiatrischen Krankenhäusern eingeführt wurden.« (S. 122)
Jiri Modestin schrieb 1982 über seinen Arbeitsplatz, die Unianstalt Bern, sowie die benachbarte Psychiatrische Anstalt Münsingen:
»Unsere Resultate zeigen eine dramatische Zunahme der Suizidhäufigkeit unter den in der PUK Bern sowie auch PK Münsingen hospitalisierten Patienten in den letzten Jahren.« (S. 258)
Berichte über Depressionen und Suizidalität aus erster Hand
In dem 1998 erschienenen Buch »Psychopharmaka absetzen« beschrieb Regina Bellion aus Bremen ihren psychischen Zustand unter gemeindenaher Behandlung:
»Entlassung aus der Klinik. Auf nicht absehbare Zeit soll ich Neuroleptika einnehmen, sagt mir der Klinikarzt, an eine andere Therapieform sei überhaupt nicht zu denken, ich solle ja nichts ausprobieren.
Allein zu Hause. Dreimal täglich zähle ich meine Haldol?Tropfen ab. Sonst tue ich nicht viel. Ich sitze auf meinem Stuhl und starre in Richtung Fenster. Ich nehme nicht wahr, was draußen vor sich geht. Es fällt mir schwer, mich zu bewegen. Immerhin schaffe ich es täglich, aus dem Bett aufzustehen. Ich merke nicht, dass die Wohnung verdreckt. Es kommt mir nicht in den Sinn, dass ich kochen sollte. Ich wasche mich nicht. Ich frage mich nicht einmal, ob ich stinke. Meine Verelendung schreitet fort – ich bemerke es nicht.
Hinter meiner neuroleptischen Mauer vegetiere ich vor mich hin und bin ausgesperrt aus der Welt und aus dem Leben. Die reale Welt ist weiter von mir weg als Pluto von der Sonne. Meine eigene heimliche Welt ist auch weg – diese letzte Zuflucht habe ich mir mit Haldol zerstört.
Dies ist nicht mein Leben. Dies bin nicht ich. Genauso gut könnte ich tot sein. Eine Idee nimmt allmählich Form an: Bevor es Winter wird, werde ich mich erhängen.
Vorher will ich ausprobieren, ob mein Leben ohne Haldol anders wird. Ich reduziere die Tropfen. Weniger und weniger nehme ich davon ein, bis ich bei Null ankomme.
Nach einem Monat bin ich clean. Da merke ich, wie verwahrlost ich bin. Ich wasche mir die Haare, beziehe das Bett, mache die Wohnung sauber. Ich bereite eine warme Mahlzeit. Das macht mir sogar Vergnügen. Ich kann wieder denken.« (Bellion 1998, S. 311f)
Ähnliche Erfahrungen schilderte eine ebenfalls in Bremen lebende Betroffene, der man eine Kombination aus Haldol und dem Antidepressivum Aponal verordnet und die unter dem Einfluss der psychiatrischen Psychopharmaka – zum Glück ohne Erfolg – versucht hatte, ihrem Leiden durch Suizid ein Ende zu setzen:
»Wieder entlassen, hockte ich stundenlang in meiner Küche vorm Wasserhahn, durstig, aber unfähig, einen Becher Wasser zu nehmen oder das hart gewordene Brot zu beißen. Der Supermarkt war nur wenige Schritte entfernt, ich schaffte es nicht aufzustehen und wünschte mir nur, einfach tot zu sein, um endlich Ruhe zu haben. Mit Gott hatte ich gebrochen wegen dieser Erkrankung. Ich sah sie als Bestrafung an für zwei dunkle Punkte in meinem Leben. Das Schlimmste aber war der Teufelskreis des ewig wiederkehrenden psychotischen Denkens. Ich versuchte immer wieder, wenigstens ein paar Sekunden etwas anderes zu denken – es gelang nicht. Die Gedanken drehten immer wieder ihre sattsam bekannten gleichen Runden, Hunderte Male am Tag, mal im Zeitlupentempo, um dann immer schneller werdend das Gehirn zu malträtieren. Genau das war für mich die Hölle und das teuflische Spiel. Ich fühlte mich verdammt, von Gott auf immer verlassen, es gab keine Erlösung. Ich konnte nichts tun, als diesen fiesen Film liegend zu ertragen. Ich wusste, ich muss wieder glauben lernen, aber es ging nicht, und so versuchte ich, das Leben zu beenden.« (Marmotte 1998, S. 114)
Suizidale Auswirkungen haben auch atypische Neuroleptika, wie der Bericht der Österreicherin Ursula Fröhlich in »Schöne neue Psychiatrie« zeigt:
»Seit Beginn der Leponex-Einnahme habe ich keine Lust mehr auf Sex, keine Lust an der Bewegung und keine Freude am Leben. Ein Leben ohne Freude ist jedoch ärger als der Tod. Alles, war mir geblieben ist, ist das Fernsehen, wo ich seit sieben Jahren anderen zusehe, wie sie leben. Ich bin zwar biologisch noch am Leben, doch meine Sinne sind schon längst tot, alles, was mir früher Freude gemacht hat, kann ich nicht mehr machen. Mein Leben existiert eigentlich gar nicht mehr, ich komme mir so leer und so unbedeutend vor. Am schlimmsten ist es am Morgen. Jeden Tag nehme ich mir vor, am nächsten Tag mit einem gesunden Leben zu beginnen, die Medikamente wegzuschmeißen, viele Vitamine und Fruchtsäfte zu trinken und mit einer täglichen Fitnessroutine zu beginnen. Durch die Neuroleptika entsteht ein Gefühl, als ob es mir gelingen würde, am nächsten Tag mit einem ganz anderen, einem neuen Leben zu beginnen. Wenn ich dann aber in der Früh aufwache, bin ich wie zerschlagen und komme vor 9 Uhr nie aus dem Bett, meine Depressionen sind so arg, dass ich jeden Tag an Selbstmord denke.« (zit.n. Lehmann 1996, S. 70f.)
Psychiatern ging es bei ihren Selbstversuchen im Prinzip nicht anders. 1954 und 1955 veröffentlichten Hans Heimann und Peter Nikolaus Witt (1955) von der Unianstalt Bern ihre an Radnetzspinnen und Kontrollpersonen 1080 sowie in drei Selbstversuchen und neun weiteren Experimenten an ebenso vielen Psychiatern und Pharmakologen gewonnenen Erfahrungen mit einer einmaligen Einnahme von Largactil, dem Neuroleptika-Prototyp Chlorpromazin. Sehr deutlich wurde das unter Largactil ausgeprägte Gefühl der Minderwertig- und Leistungsunfähigkeit, strukturelles Bestandteil der neuroleptikabedingten Parkinsonpsyche, an den folgenden Auszügen:
»›Ich fühlte mich regelrecht körperlich und seelisch krank. Auf einmal erschien mir meine ganze Situation hoffnungslos und schwierig. Vor allem war die Tatsache quälend, dass man überhaupt so elend und preisgegeben sein kann, so leer und überflüssig, weder von Wünschen noch anderem erfüllt‹ ... (Nach Abschluss der Beobachtung): ›Riesengroß wuchsen vor mir die Aufgaben des Lebens auf: Nachtessen, in das andere Gebäude gehen, zurückkommen – und das alles zu Fuß. Damit erreichte der Zustand sein Maximum an unangenehmem Empfinden: Das Erlebnis eines ganz passiven Existierens bei klarer Kenntnis der sonstigen Möglichkeiten‹ ...« (S. 113)
Suizidregister als Vorbeugemaßnahme
In Deutschland forderte der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. im Februar 2000 von der Bundesministerin für Gesundheit die Einführung eines Suizidregisters unter besonderer Berücksichtigung von beteiligten Psychopharmaka/Elektroschocks, vorangegangener Fixierung und anderen Formen vorangegangener psychiatrischer Zwangsmaßnahmen (Lehmann 2001, S. 46). Das Fehlen einer flächendeckenden Registrierung von Suiziden in Zusammenhang mit psychiatrischen Behandlungsmaßnahmen sei ein großer Missstand; solche Daten seien eine elementare Voraussetzung für die Ursachenforschung sowie eine wichtige Basis für die Vorbeuge- und Früherkennungsarbeit. Eine staatenübergreifende Meldepflicht für Psychiatrie- und Psychopharmaka-assoziierte Suizide könnte dafür sorgen, dass Vorsorgemaßnahmen möglich und endlich verlässliche Studien durchgeführt werden, die den Zusammenhang insbesondere zwischen Psychopharmakawirkungen und Suizidalität weiter erforschen. Nicht nur Neuroleptika, wie dargelegt, sondern auch Antidepressiva (Healy 2001; Lehmann 1996, S. 194ff) und Elektroschocks (Frank 1990) sind sehr sorgfältig zu beobachten.
Berichte von Betroffenen, die durch eine traumatisierende Behandlung mit Psychopharmaka, Elektro- und Insulinschocks zur Suizidalität geradezu getrieben werden (siehe z.B. Kempker 2000), dürfen nicht weiter ignoriert werden. Instanzen, die Kenntnis von diesem Zusammenhang haben und untätig bleiben, trifft eine Mitschuld an psychopharmakabedingten Suiziden. Insbesondere Mediziner und Angehörige müssen über das Risiko psychopharmakogener Depression und Suizidalität informiert werden. Und die Betroffenen natürlich ebenso, damit sie eine wohlabgewogene und informierte Entscheidung über die Einnahme oder Nichteinnahme eines angebotenen Psychopharmakons treffen und gegebenenfalls weniger riskante Maßnahmen gegen ihre Depression treffen können.
Die Tatsache, dass sich psychiatrische Autopsiestudien retrospektiv mit Diagnosen und den zugrunde liegenden psychischen Zuständen befassen (siehe zum Beispiel Hell 2005, S. 20), nicht aber mit der jeweils konkreten Behandlung zum Zeitpunkt des Suizides, sagt alles über die Unwilligkeit von Psychiatern, sich im Rahmen von Suizidprophylaxe-Überlegungen kritisch mit den (möglichen) Folgen der eigener Tätigkeit auseinanderzusetzen. Eine psychiatrische Argumentation, es gebe eine Vielzahl von möglichen Ursachen bei Suiziden, also sei eine - von niemandem auch nur im Ansatz behauptete - Unikausalität auszuschließen, mag für uninformierte Menschen erstmal plausibel klingen. Ein vergleichbares Krebsregister wäre mit demselben Argument ebenfalls abzulehnen, man denke an durchsichtige Argumentationsstränge hinsichtlich Datenerhebungen über gehäufte Leukämiefälle nahe Atomkraftwerken oder die Argumentation mit nichtspezifischen Einzelfällen bei Missbildungen zu Beginn der Contergan-Ära. Welcher Verursacher von gesundheitlichen Schäden gibt schon gerne seine eigene Beteiligung zu?
Nachtrag: Fortgesetzte Diskriminierung von Psychiatriebetroffenen
Im Consensus-Papier der Konferenz »Ausgewogene Förderung von psychischer Gesundheit und psychiatrischer Betreuung« der WHO und Europäischer Kommission im April 1999 in Brüssel (WHO 1999) war die Einbeziehung von Psychiatriebetroffenen in die Psychiatriepolitik beschlossen worden:
»Gemeinsame Ziele und Strategien zur Verbesserung psychiatrischer Vorsorge und Behandlung schließen (...) die Entwicklung innovativer und umfassender, insbesondere psychiatrischer Psychiatriepolitik ein in Konsultation mit allen Beteiligten, einschließlich den Betroffenen und dem Pflegepersonal, und unter Berücksichtigung der Beiträge von Nichtergierungsorganisationen und Bürgerhelfern.« (WHO 1999, S. 9)
Auch zur Konferenz »Bewältigung von stress- und depressionsassoziierten Problemen in Europa« (Oktober 2001 in Brüssel), wiederum von der WHO und Europäischen Kommission veranstaltet, wurde ein Vertreter des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen eingeladen.
Statt seine Teilnahme aktiv einzubeziehen, um Politikern und Professionellen am Erfahrungsschatz und Wissen Psychiatriebetroffener teilhaben zu lassen, hielt man es nicht für nötig, ihm einen gleichberechtigten Plenumsbeitrag anzubieten. Statt dessen wurde ihm vom mitveranstaltenden Belgischen Sozial- und Gesundheitsministerium beschieden, »eine aktive Rolle in der Diskussion in Arbeitsgruppen« (Leen Meulenbergs).
Dies ist eine überkommene Rollenzuweisung für die Vertreter von Psychiatriebetroffenen, die eine aktive Rolle als Experten bei sie selbst zutiefst betreffenden Kongressen spielen sollten. Sie ist als diskriminierend und gegen den Geist der Gleichberechtigung gerichtet zurückzuweisen.
Literatur
Armbruster, Bärbel: »Suizide während der stationären psychiatrischen Behandlung«, in: Nervenarzt 57 (1986), S. 511-516
Ayd, Frank J.: »The depot fluphenazines«, in: American Journal of Psychiatry 132 (1975), S. 491-500
Battegay, Raymond / Gehring, Annemarie: »Vergleichende Untersuchungen an Schizophrenen der präneuroleptischen und der postneuroleptischen Ära«, in: Pharmakopsychiatrie Neuro-Psychopharmakologie 1 (1968), S. 107-122
Bellion, Regina: »Nach dem Absetzen fangen die Schwierigkeiten erst an«, in: Peter Lehmann (Hg.): »Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Carbamazepin und Tranquilizern«, Berlin 1998, S. 310-323
Benkert, Otto / Hippius, Hanns: »Psychiatrische Pharmakotherapie«, 3. Auflage, Berlin / Heidelberg / New York 1980
De Alarcon, R. / Carney, M.W.P.: »Severe depressive mood changes following slow-release intramuscular fluphenazine injection«, in: British Medical Journal, 1969, S. 564-567
Finzen, Asmus: »Der Patientensuizid«, Bonn 1988
Frank, Leonard R.: »Elektroschock«, in: Peter Lehmann: »Schöne neue Psychiatrie«, Band 1: »Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken«, Berlin 1996, S. 287-319
Fünfgeld, Ernst Walter: »Psychopathologie und Klinik des Parkinsonismus vor und nach stereotaktischen Operationen«, Berlin / Heidelberg / New York 1967
Haase, Hans-Joachim: »Pharmakotherapie bei Schizophrenien«, in: ders. (Hg.): »Die Behandlung der Psychosen des schizophrenen und manisch-depressiven Formenkreises«, Stuttgart / New York 1976, S. 93 – 120
Healy, David: »The SSRI suicides«, in: Craig Newnes, Guy Holmes, Cailzie Dunn (Hg.): »This is madness too: Critical perspectives on mental health services«, Ross-on-Wye 2001, S. 59-69
Heimann, Hans / Witt, Peter Nikolaus: »Die Wirkung einer einmaligen Largactilgabe bei Gesunden«, in: Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie, Band 129 (1955), S. 104-123
Hell, Daniel: "Was tun, um Suizide zu vermeiden und zu verhindern?" Interview in: Psychiatrie, Psychiatrie & Neurologie 4/2005, S. 20-21; Retrieved February 27, 2008, from www.tellmed.ch/include_php/previewdoc.php?file_id=2060
Hessö, Rolf: »Suicide in Norwegian, Finnish, and Swedish hospitals«, in: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten 224 (1977), S. 119 – 127
Kempker, Kerstin: »Mitgift – Notizen vom Verschwinden«, Berlin 2000
Lehmann, Peter: »Schöne neue Psychiatrie«, Band 1: »Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken«, Berlin 1996
Lehmann, Peter: »Grußwort des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener«, in: Aktion Psychisch Kranke (Hg.): »25 Jahre Psychiatrie-Enquete«, Band 1, Bonn 2001, S. 44 – 47
Lenz, Fritz: "Menschliche Auslese und Rassenhygiene", München: J. F. Lehmanns Verlag, 2., vermehrte und verbesserte Auflage 1923, S. 23
Marmotte, Iris: »Die Blaue Karawane, unterwegs...«, in: Peter Lehmann (Hg.): »Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Carbamazepin und Tranquilizern«, Berlin 1998, S. 112 – 130
Modestin, Jiri: »Suizid in der psychiatrischen Institution«, in: Nervenarzt 53 (1982), S. 254 – 261
Müller, Peter: »Depressive Syndrome im Verlauf schizophrener Psychosen«, Stuttgart 1981
Pöldinger, Walter / Sieberns, S.: »Depression-inducing and antidepressive effects of neuroleptics«, in: Neuropsychobiology 10 (1983), S. 131 – 136
Von Ditfurth, Hoimar: »Anwendungsmöglichkeiten des Megaphens in der psychiatrischen Klinik und Forschung«, in: Nervenarzt 26 (1955), S. 54 – 59
World Health Organization / European Commission: »Balancing mental health promotion and mental health care: a joint World Health Organization / European Commission meeting«, Broschüre MNH/NAM/99.2, Brüssel 1999; siehe www.enusp.org/documents/consensus.htm
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Donnerstag, 4. September 2008
Basel tickt anders (Teil 2)
Basel-Stadt: Urbane Hybris
Von Urs Paul Engeler
Der Kanton Basel-Stadt ist nichts als Stadt. Das heisst vor allem: hohe Sozialausgaben, drückende Steuerlasten, rot-grüne Mehrheiten.
Zwischen St. Jakob und den Hafenbecken I und II in Kleinhüningen ist die Schweiz nur Stadt, Basel-Stadt. Genf, der andere Stadtkanton, hat ein Hinterland mit 45 Gemeinden und einer beachtlichen landwirtschaftlichen Produktion. Der Halbkanton Basel ist nichts als Stadt. Das mittelgrosse Riehen (20 800 Einwohner) und das Dörfchen Bettingen (1200 Bewohner) an der Anhöhe von St. Chrischona, die 429 Hektaren Wald, die 463 Hektaren Agrarland, die 14 Bauernhöfe, die 175 Kühe, 622 Schweine,53 Schafe, 19 Ziegen und 346 Hühner, die offiziell auch zum Kleinstkanton gehören, sind keine Faktoren, sondern Pittoresken, die aus Gründen der Vollständigkeit oder des Amüsements auf den hinteren Seiten der Statistik mit geführt werden.
Basel, wie die Basler im Chor meinen, ist die «innovative, pulsierende, vielschichtige, progressive, noble, witzige, offene, angenehme, originelle Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsmetropole», nicht allein das starke Zentrum der Nordwestschweizer Ecke, nein, darüber hinaus ein Stand mit internationaler Strahlkraft, das sperrangelweit offene Tor ins Ausland. Auf den Rheinbrücken, sagen schwärmend sensible Gemüter, atme man schon die Weite des Meeres. Der Kanton versteht sich als idealtypische Darstellung der modernen helvetischen Urbanität, die durch kein unfein-agrarisches Umland gebrochen wird: einfach toll, total trendig, liberal, grün und immer sehr sozial.
Im grossen schweizerischen Städtevergleich des Wirtschaftsmagazins Bilanz, das fünfzig Faktoren von «Arbeitsmarkt» bis «Zufriedenheit» analysierte, rangierte Basel vor einem Jahr allerdings erst auf Rang 47, knapp vor Jona SG.
Es gebe, sagen nüchtern rechnende Wirtschaftsführer, keine einzige Statistik, in der Basel-Stadt nicht einen Negativrekord halte oder zumindest die Spitzengruppe ziere: Der Kanton habe die höchste Arbeitslosenquote der Deutschschweiz, unterhalte am meisten IV-Rentner, füttere die grösste Zahl von Sozialhilfebezügern durch, ziehe die meisten Ausländer an (derzeit sind es, trotz grosszügiger Einbürgerungspraxis, bereits 31,6 Prozent), zähle die meisten Dienstuntauglichen, treibe schrecklich hohe Steuern und Abgaben ein, weise die höchste Beamtendichte des Landes aus (fast jeder zehnte Basler ist Funktionär!) und die mit Abstand kolossalsten Personalkosten (gut 10 000 Franken pro Kopf der Bevölkerung). Nirgends in der Schweiz wuchert der Staat wie hier.
Kein Wunder, folgern die Betrachter dieser Zahlenreihen, verliere der Kanton (trotz der wachsenden Nebenstellen Riehen und Bettingen) seine Bewohner: In den letzten fünfzehn Jahren ist die Bevölkerung von rund 200 000 Personen auf gut 187 000 geschrumpft; die Prognostiker rechnen mit einer weiteren Entleerung um rund fünf Prozent, vor allem im Stadtgebiet. Jeder siebte Schweizer, vor allem aus dem Mittelstand mit Kindern, hat seit 1990 den Kanton verlassen; das Vakuum füllten und füllen, in dieser Reihenfolge, Deutsche, Italiener, Türken, Serben. Mittlerweile beherrschen Fremdsprachige erste Kleinbasler Quartiere und Schulen, so das landesweit bekanntgewordene Bläsischulhaus mit seinen Schweizer-freien Klassen.
«Bei der Suche von Kaderpersonal wirkt Basel abschreckend», klagt Rolf Schäuble, Aargauer und erster Nichtbasler an der Spitze des Versicherungskonzerns Bâloise: Umsiedeln wolle niemand. Schäuble zielt auf die Steuerlast und die sozialen Entwicklungen. Mit Ausnahme des künftigen Konzernchefs wohnen alle Spitzenkräfte der Bâloise-Gruppe ausserhalb des Kantons. Ähnlich sind die Verhältnisse in den oberen Etagen der Pharmariesen Novartis und Roche. Novartis-Präsident Daniel Vasella, zwar Ehrendoktor der Universität, soll, um mit den Basler Realitäten nicht in Berührung zu geraten, gar per Helikopter von Risch im steuergünstigen Kanton Zug zur Arbeit einfliegen. In der Stadt sieht man die Wirtschaftsführer so gut wie nie.
Tradition, Stil und Reichtum
Für Regierungsrat Ralph Lewin (SP), der nach zwölf Jahren als Vorsteher des Wirtschafts- und Sozialdepartements zurücktritt, sind diese Klagen Produkt einer falschen Optik. «Man vergleicht immer Kantone mit Kantonen und vergisst dabei, dass Basel, auf wenigen Quadratkilometern eingeklemmt zwischen Deutschland, Frankreich und Basel-Landschaft, kein Hinterland hat, keine Möglichkeit zum Ausgleich und zur Ausdehnung. Basel ist der Kern einer Kernstadt.» Würden die Zahlen der städtischen Gebiete einander gegenübergestellt, dann läge der Kanton im schweizerischen Schnitt, «denn Basel ist kein Sozialparadies; unsere Leistungen liegen zum Teil tiefer als in Zürich». Dass über sieben Prozent der Basler IV-Fälle sind, kann Lewin aber auch mit diesem Hinweis nicht wegwischen: «Wir haben das Phänomen analysiert; ein Drittel der Fälle ist nicht erklärbar. Vielleicht liegt es an der Einstellung der Ärzte.» Im Übrigen seien die Steuern, wirksam per 2009, erst gesenkt worden.
Der Streit um Zahlen und ihre Bedeutung illustriert eine Basler Spezialität mit langer Geschichte: Selbstdefinition und Aussenwahrnehmung klaffen nirgends so weit auseinander wie hier am Rheinknie. Die stolze Stadt mit Tradition, Stil und Reichtum hat es sich stets verbeten, von andern beurteilt und gar gerügt zu werden. Dass sie in ihrer Besonderheit und Herkunft vor allem sich selbst gefällt und genügt, war bereits den alten Eidgenossen südlich des Juras oft säuerlich aufgestossen. 1501 hat Basel sich dem Bund zwar angeschlossen, aber, bedingt durch seine Lage und das hochgeschraubte Selbstverständnis als Universitäts- und Handelsstadt, stets eine eigene Politik betrieben. Trennlinie bis heute ist das spitz und oft snobistisch artikulierte «Baaseldytsch», das als niederalemannischer Dialekt der badischen Mundart ähnlicher ist als dem hochalemannischen Schweizerdeutsch. Kaum ein Basler Politiker hat sich im schweizerischen Raum profiliert: Der erste, Johann Rudolf Wettstein, der 1648 die formelle Unabhängigkeit des Landes erreicht hatte, war ein zugewanderter Zürcher; der vorerst letzte, Helmut Hubacher, langjähriger SP-Präsident, ist ein Berner.
Die urbane Hybris hat Basel die Wunde zugefügt, die bis heute nicht verheilt ist: die Abtrennung der Landschaft im Jahre 1833 nach einem blutigen und schliesslich brutalen Bürgerkrieg mit über 60 Toten. Die Baselbieter hatten mit ihrer Erhebung gegen die Stadt,die sie bevormundete und wirtschaftlich aussaugte, gar nicht die Autonomie, sondern nur die gleichen Bürgerrechte verlangt. Während in andern Kantonen ähnliche Konflikte geregelt werden konnten, reagierten die beleidigten Basler mit dem «törichtsten Beschluss ihrer Geschichte», wie Historiker werten: mit einem Ultimatum, das die Landschäftler in die Unabhängigkeit trieb. Wie sehr die städtischen Verlierer noch heute leiden, zeigte sich am 3. August, als die Baselbieter in einer 175-Jahr-Feier der Entscheidungsschlacht an der Hülftenschanz bei Pratteln gedachten: Die Stadt stellte bewusst keine Delegation.
Dafür will sie unter immer neuen Titeln immer mehr Geld von der Landschaft. Der öffentliche Verkehr, Universität, Kinderspital oder Geriatrie sind partnerschaftlich finanziert. Mittlerweile liefert das Baselbiet 223 Millionen Franken in die Stadt; das sind 30 Prozent der Steuern der natürlichen Personen. Die ultimativ formulierten Forderungen, das Land müsse den Neubau eines «Messezentrums 2012» (50 Millionen), den elitären Theaterbetrieb (weitere 19 Millionen) und auch das Ballett (15 Millionen) mittragen, reissen die Gräben neu auf. Ein Stadtkanton mit einem Volkseinkommen von rund 22 Milliarden Franken pro Jahr, sagen die Baselbieter und schiessen, giftiger und selbstbewusster geworden, zurück, müsste seine Bedürfnisse eigentlich selbst finanzieren können.
Diskretes Geld
Ungleicher als in Basel ist das Geld nirgends verteilt in der Schweiz. 0,5 Prozent der Basler (das sind 850 Menschen) besitzen die Hälfte aller Vermögen, die im ganzen Kanton angehäuft wurden, hat der Soziologe Ueli Mäder in seiner Untersuchung «Reichtum in der Schweiz» eruiert. Das alte Basler Geld, im Besitz des inneren Kerns des Daigs, steckt in Beteiligungen an den Pharmagiganten Novartis und Roche, im Basler Teil der UBS (Bankverein), in der Ciba, Clariant, Bâloise, Syngenta oder in der Manor AG etc. Die diskrete Geld-Aristokratie tritt im Business kaum in Erscheinung. Das Patriziat lässt seine Millionen und Milliarden von auswärtigen Spitzenmanagern verwalten und vermehren. Die Renditen reichen für vielfältiges privates Mäzenatentum, kulturelles wie sportliches Spektakel (über dreissig Museen und der FC Basel); sie garantieren überdies, dass die Stadt vornehm auf leicht zu grossem Fuss leben, die Habenichtse mit Beihilfen ruhigstellen und den politischen Frieden geniessen kann. Tauchen ab und zu doch Probleme und Engpässe auf, sind daran die renitenten «Rampasse» aus dem Baselbiet schuld.
Rund ein Drittel der Staatseinnahmen stammt direkt von den Unternehmen. Ihre Wünsche sind Sachzwänge, die kaum diskutiert werden; ihre Projekte die (einzige) städtebauliche Dynamik. 3,5 Milliarden Franken investiert Novartis in seinen streng abgeriegelten Campus des Wissens am linken Rheinufer. Die Hafenanlage St. Johann musste weichen; nicht nur Quartiergassen werden stillgelegt, sogar die Durchgangsachse Hüningerstrasse wird für das Konzept «The City within the City» geschlossen. Internationale Stararchitekten stellen den 10 000 Gehirnen, die hier forschen, entwickeln und produzieren werden, das stilvollste Ambiente bereit.
Die territoriale Abgrenzung, die andernorts epische Kontroversen provoziert hätte, wurde mit Zunicken und Beifall von rechts bis links abgesegnet. Auch Helmut Hubacher freut sich. «Ein enormer Qualitätszuwachs, eine einmalige, grossartige, unglaubliche Entwicklung», sagt er. Und Konkurrent Roche fühlte sich gefordert, das grossflächige Novartis-Monument mit einem monströsen, 163 Meter hohen und 550 Millionen Franken teuren Turm zu kontern («Bau 1» der Basler Vorzeige-Architekten Herzog & de Meuron). Das kubisch gedrehte Wahrzeichen wird das Stadtbild neu zeichnen. Basel-Stadt ist dann definitiv der Kanton Novartis-Roche.
Die Politik spielt in diesem System keine Rolle, zumindest keine relevante. In der Vorwahlzeit werden zwar beflissen einige Plakate mit unbekannten, aber «kompetenten» Köpfen aufgestellt. Ein umstrittenes politisches Thema ist indes nirgends auszumachen: keine Parolen, kein Kampf, nur freudloses Markieren von Präsenz. «Basel ist faktisch ein Ein-Parteien-Staat», analysiert ein langjähriger Politbeobachter: «SP-Leute, Liberale oder FDP-Vertreter sind mittlerweile beliebig austauschbar.» Für solch parteiübergreifende Harmonie braucht es auch nur ein Medium, die Basler Zeitung (BaZ).
Die «pragmatisch» agierenden Linken seien hier die «besseren Bürgerlichen», stellt die BaZ denn auch fest. Die Grünen und Linken ihrerseits rühmen die nominell bürgerlichen Parteien für ihre «Offenheit». Die grosse Liebe der früheren Rechten zu den Linken ist so tief und intensiv, dass Peter Malama, FDP-Nationalrat und Direktor des Gewerbeverbandes, den roten Kandidaten ins Amt eines Regierungsrats lobt und so die rot-grüne Mehrheit zementiert.
Gilde der Einträchtigen
Hauptsache, die oppositionelle SVP, als «unbaslerische» und somit «unschickliche» Partei gemieden wie die Pest, bleibt draussen. Zwar ist die junge Volkspartei mit einem Wähleranteil von knapp 18 Prozent hinter der noch immer dominierenden Sozialdemokratie die zweitstärkste politische Kraft, artikuliert den Unmut, den es auch gibt, lanciert nicht erfolglose Referenden, schwierige Steuersenkungs-Initiativen und drängt in die Regierung. Doch die Störenfriede bewirkten bis jetzt nur den noch engeren Schulterschluss der linken und traditionell bürgerlichen Parteien.
Politische Widersprüche werden gar nicht thematisiert. Obwohl das industrialisierte und geschäftige Basel eine Rekordmenge von Energie konsumiert, produziert es selbst keine einzige Kilowattstunde und schreibt der übrigen Schweiz erst noch vor, wie sie den Strom, den Basel benötigt, zu generieren habe. In der Verfassung steht - ein Unikum - der Passus, dass der Kanton sich gegen jeden Bau eines Kernkraftwerks offiziell zur Wehr setzen müsse.
«Basel ist ein schwieriger Ort, um Politik zu machen; es ist völlig in sich gekehrt, hat nur den FCB und die Fasnacht», spottet der SVP-Nationalrat und Medizinprofessor Jean Henri Dunant. Obwohl der aristokratisch wirkende Mann in Basel aufgewachsen ist, ist er offenbar stolz Nichtbasler zu sein und nicht zur Gilde der Einträchtigen zu zählen. Dunants Lebenslauf beginnt denn auch mit dem Eintrag, der alle Bebbis schmerzen muss: «Bürger von Genf».
Immerhin: Basel figuriert in der aktuellen Planung des Bundes, neben Zürich und dem Genferseebecken, als «Metropolitanraum» und geniesst so Priorität bei der Verteilung von Bundessubventionen für Infrastrukturbauten. Den Verbleib in der ersten Liga hat es allerdings nicht der eigenen Stärke und den wirtschaftlichen Aussichten zu verdanken. In den Konzeptentwürfen war Basel bereits als Ableger Zürichs definiert. Nur eine diskret nachgeschobene Lobby-Eingabe der Architekten Herzog & de Meuron hat Basel (vorerst) gerettet.
Der skeptische Blick von aussen beunruhigt jedoch weiterhin keinen Basler. «Es gibt», beschliesst Ralph Lewin die Selbstdarstellung, «sehr viele Orte auf der Welt, die mit uns würden tauschen wollen.»
Von Urs Paul Engeler
Der Kanton Basel-Stadt ist nichts als Stadt. Das heisst vor allem: hohe Sozialausgaben, drückende Steuerlasten, rot-grüne Mehrheiten.
Zwischen St. Jakob und den Hafenbecken I und II in Kleinhüningen ist die Schweiz nur Stadt, Basel-Stadt. Genf, der andere Stadtkanton, hat ein Hinterland mit 45 Gemeinden und einer beachtlichen landwirtschaftlichen Produktion. Der Halbkanton Basel ist nichts als Stadt. Das mittelgrosse Riehen (20 800 Einwohner) und das Dörfchen Bettingen (1200 Bewohner) an der Anhöhe von St. Chrischona, die 429 Hektaren Wald, die 463 Hektaren Agrarland, die 14 Bauernhöfe, die 175 Kühe, 622 Schweine,53 Schafe, 19 Ziegen und 346 Hühner, die offiziell auch zum Kleinstkanton gehören, sind keine Faktoren, sondern Pittoresken, die aus Gründen der Vollständigkeit oder des Amüsements auf den hinteren Seiten der Statistik mit geführt werden.
Basel, wie die Basler im Chor meinen, ist die «innovative, pulsierende, vielschichtige, progressive, noble, witzige, offene, angenehme, originelle Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsmetropole», nicht allein das starke Zentrum der Nordwestschweizer Ecke, nein, darüber hinaus ein Stand mit internationaler Strahlkraft, das sperrangelweit offene Tor ins Ausland. Auf den Rheinbrücken, sagen schwärmend sensible Gemüter, atme man schon die Weite des Meeres. Der Kanton versteht sich als idealtypische Darstellung der modernen helvetischen Urbanität, die durch kein unfein-agrarisches Umland gebrochen wird: einfach toll, total trendig, liberal, grün und immer sehr sozial.
Im grossen schweizerischen Städtevergleich des Wirtschaftsmagazins Bilanz, das fünfzig Faktoren von «Arbeitsmarkt» bis «Zufriedenheit» analysierte, rangierte Basel vor einem Jahr allerdings erst auf Rang 47, knapp vor Jona SG.
Es gebe, sagen nüchtern rechnende Wirtschaftsführer, keine einzige Statistik, in der Basel-Stadt nicht einen Negativrekord halte oder zumindest die Spitzengruppe ziere: Der Kanton habe die höchste Arbeitslosenquote der Deutschschweiz, unterhalte am meisten IV-Rentner, füttere die grösste Zahl von Sozialhilfebezügern durch, ziehe die meisten Ausländer an (derzeit sind es, trotz grosszügiger Einbürgerungspraxis, bereits 31,6 Prozent), zähle die meisten Dienstuntauglichen, treibe schrecklich hohe Steuern und Abgaben ein, weise die höchste Beamtendichte des Landes aus (fast jeder zehnte Basler ist Funktionär!) und die mit Abstand kolossalsten Personalkosten (gut 10 000 Franken pro Kopf der Bevölkerung). Nirgends in der Schweiz wuchert der Staat wie hier.
Kein Wunder, folgern die Betrachter dieser Zahlenreihen, verliere der Kanton (trotz der wachsenden Nebenstellen Riehen und Bettingen) seine Bewohner: In den letzten fünfzehn Jahren ist die Bevölkerung von rund 200 000 Personen auf gut 187 000 geschrumpft; die Prognostiker rechnen mit einer weiteren Entleerung um rund fünf Prozent, vor allem im Stadtgebiet. Jeder siebte Schweizer, vor allem aus dem Mittelstand mit Kindern, hat seit 1990 den Kanton verlassen; das Vakuum füllten und füllen, in dieser Reihenfolge, Deutsche, Italiener, Türken, Serben. Mittlerweile beherrschen Fremdsprachige erste Kleinbasler Quartiere und Schulen, so das landesweit bekanntgewordene Bläsischulhaus mit seinen Schweizer-freien Klassen.
«Bei der Suche von Kaderpersonal wirkt Basel abschreckend», klagt Rolf Schäuble, Aargauer und erster Nichtbasler an der Spitze des Versicherungskonzerns Bâloise: Umsiedeln wolle niemand. Schäuble zielt auf die Steuerlast und die sozialen Entwicklungen. Mit Ausnahme des künftigen Konzernchefs wohnen alle Spitzenkräfte der Bâloise-Gruppe ausserhalb des Kantons. Ähnlich sind die Verhältnisse in den oberen Etagen der Pharmariesen Novartis und Roche. Novartis-Präsident Daniel Vasella, zwar Ehrendoktor der Universität, soll, um mit den Basler Realitäten nicht in Berührung zu geraten, gar per Helikopter von Risch im steuergünstigen Kanton Zug zur Arbeit einfliegen. In der Stadt sieht man die Wirtschaftsführer so gut wie nie.
Tradition, Stil und Reichtum
Für Regierungsrat Ralph Lewin (SP), der nach zwölf Jahren als Vorsteher des Wirtschafts- und Sozialdepartements zurücktritt, sind diese Klagen Produkt einer falschen Optik. «Man vergleicht immer Kantone mit Kantonen und vergisst dabei, dass Basel, auf wenigen Quadratkilometern eingeklemmt zwischen Deutschland, Frankreich und Basel-Landschaft, kein Hinterland hat, keine Möglichkeit zum Ausgleich und zur Ausdehnung. Basel ist der Kern einer Kernstadt.» Würden die Zahlen der städtischen Gebiete einander gegenübergestellt, dann läge der Kanton im schweizerischen Schnitt, «denn Basel ist kein Sozialparadies; unsere Leistungen liegen zum Teil tiefer als in Zürich». Dass über sieben Prozent der Basler IV-Fälle sind, kann Lewin aber auch mit diesem Hinweis nicht wegwischen: «Wir haben das Phänomen analysiert; ein Drittel der Fälle ist nicht erklärbar. Vielleicht liegt es an der Einstellung der Ärzte.» Im Übrigen seien die Steuern, wirksam per 2009, erst gesenkt worden.
Der Streit um Zahlen und ihre Bedeutung illustriert eine Basler Spezialität mit langer Geschichte: Selbstdefinition und Aussenwahrnehmung klaffen nirgends so weit auseinander wie hier am Rheinknie. Die stolze Stadt mit Tradition, Stil und Reichtum hat es sich stets verbeten, von andern beurteilt und gar gerügt zu werden. Dass sie in ihrer Besonderheit und Herkunft vor allem sich selbst gefällt und genügt, war bereits den alten Eidgenossen südlich des Juras oft säuerlich aufgestossen. 1501 hat Basel sich dem Bund zwar angeschlossen, aber, bedingt durch seine Lage und das hochgeschraubte Selbstverständnis als Universitäts- und Handelsstadt, stets eine eigene Politik betrieben. Trennlinie bis heute ist das spitz und oft snobistisch artikulierte «Baaseldytsch», das als niederalemannischer Dialekt der badischen Mundart ähnlicher ist als dem hochalemannischen Schweizerdeutsch. Kaum ein Basler Politiker hat sich im schweizerischen Raum profiliert: Der erste, Johann Rudolf Wettstein, der 1648 die formelle Unabhängigkeit des Landes erreicht hatte, war ein zugewanderter Zürcher; der vorerst letzte, Helmut Hubacher, langjähriger SP-Präsident, ist ein Berner.
Die urbane Hybris hat Basel die Wunde zugefügt, die bis heute nicht verheilt ist: die Abtrennung der Landschaft im Jahre 1833 nach einem blutigen und schliesslich brutalen Bürgerkrieg mit über 60 Toten. Die Baselbieter hatten mit ihrer Erhebung gegen die Stadt,die sie bevormundete und wirtschaftlich aussaugte, gar nicht die Autonomie, sondern nur die gleichen Bürgerrechte verlangt. Während in andern Kantonen ähnliche Konflikte geregelt werden konnten, reagierten die beleidigten Basler mit dem «törichtsten Beschluss ihrer Geschichte», wie Historiker werten: mit einem Ultimatum, das die Landschäftler in die Unabhängigkeit trieb. Wie sehr die städtischen Verlierer noch heute leiden, zeigte sich am 3. August, als die Baselbieter in einer 175-Jahr-Feier der Entscheidungsschlacht an der Hülftenschanz bei Pratteln gedachten: Die Stadt stellte bewusst keine Delegation.
Dafür will sie unter immer neuen Titeln immer mehr Geld von der Landschaft. Der öffentliche Verkehr, Universität, Kinderspital oder Geriatrie sind partnerschaftlich finanziert. Mittlerweile liefert das Baselbiet 223 Millionen Franken in die Stadt; das sind 30 Prozent der Steuern der natürlichen Personen. Die ultimativ formulierten Forderungen, das Land müsse den Neubau eines «Messezentrums 2012» (50 Millionen), den elitären Theaterbetrieb (weitere 19 Millionen) und auch das Ballett (15 Millionen) mittragen, reissen die Gräben neu auf. Ein Stadtkanton mit einem Volkseinkommen von rund 22 Milliarden Franken pro Jahr, sagen die Baselbieter und schiessen, giftiger und selbstbewusster geworden, zurück, müsste seine Bedürfnisse eigentlich selbst finanzieren können.
Diskretes Geld
Ungleicher als in Basel ist das Geld nirgends verteilt in der Schweiz. 0,5 Prozent der Basler (das sind 850 Menschen) besitzen die Hälfte aller Vermögen, die im ganzen Kanton angehäuft wurden, hat der Soziologe Ueli Mäder in seiner Untersuchung «Reichtum in der Schweiz» eruiert. Das alte Basler Geld, im Besitz des inneren Kerns des Daigs, steckt in Beteiligungen an den Pharmagiganten Novartis und Roche, im Basler Teil der UBS (Bankverein), in der Ciba, Clariant, Bâloise, Syngenta oder in der Manor AG etc. Die diskrete Geld-Aristokratie tritt im Business kaum in Erscheinung. Das Patriziat lässt seine Millionen und Milliarden von auswärtigen Spitzenmanagern verwalten und vermehren. Die Renditen reichen für vielfältiges privates Mäzenatentum, kulturelles wie sportliches Spektakel (über dreissig Museen und der FC Basel); sie garantieren überdies, dass die Stadt vornehm auf leicht zu grossem Fuss leben, die Habenichtse mit Beihilfen ruhigstellen und den politischen Frieden geniessen kann. Tauchen ab und zu doch Probleme und Engpässe auf, sind daran die renitenten «Rampasse» aus dem Baselbiet schuld.
Rund ein Drittel der Staatseinnahmen stammt direkt von den Unternehmen. Ihre Wünsche sind Sachzwänge, die kaum diskutiert werden; ihre Projekte die (einzige) städtebauliche Dynamik. 3,5 Milliarden Franken investiert Novartis in seinen streng abgeriegelten Campus des Wissens am linken Rheinufer. Die Hafenanlage St. Johann musste weichen; nicht nur Quartiergassen werden stillgelegt, sogar die Durchgangsachse Hüningerstrasse wird für das Konzept «The City within the City» geschlossen. Internationale Stararchitekten stellen den 10 000 Gehirnen, die hier forschen, entwickeln und produzieren werden, das stilvollste Ambiente bereit.
Die territoriale Abgrenzung, die andernorts epische Kontroversen provoziert hätte, wurde mit Zunicken und Beifall von rechts bis links abgesegnet. Auch Helmut Hubacher freut sich. «Ein enormer Qualitätszuwachs, eine einmalige, grossartige, unglaubliche Entwicklung», sagt er. Und Konkurrent Roche fühlte sich gefordert, das grossflächige Novartis-Monument mit einem monströsen, 163 Meter hohen und 550 Millionen Franken teuren Turm zu kontern («Bau 1» der Basler Vorzeige-Architekten Herzog & de Meuron). Das kubisch gedrehte Wahrzeichen wird das Stadtbild neu zeichnen. Basel-Stadt ist dann definitiv der Kanton Novartis-Roche.
Die Politik spielt in diesem System keine Rolle, zumindest keine relevante. In der Vorwahlzeit werden zwar beflissen einige Plakate mit unbekannten, aber «kompetenten» Köpfen aufgestellt. Ein umstrittenes politisches Thema ist indes nirgends auszumachen: keine Parolen, kein Kampf, nur freudloses Markieren von Präsenz. «Basel ist faktisch ein Ein-Parteien-Staat», analysiert ein langjähriger Politbeobachter: «SP-Leute, Liberale oder FDP-Vertreter sind mittlerweile beliebig austauschbar.» Für solch parteiübergreifende Harmonie braucht es auch nur ein Medium, die Basler Zeitung (BaZ).
Die «pragmatisch» agierenden Linken seien hier die «besseren Bürgerlichen», stellt die BaZ denn auch fest. Die Grünen und Linken ihrerseits rühmen die nominell bürgerlichen Parteien für ihre «Offenheit». Die grosse Liebe der früheren Rechten zu den Linken ist so tief und intensiv, dass Peter Malama, FDP-Nationalrat und Direktor des Gewerbeverbandes, den roten Kandidaten ins Amt eines Regierungsrats lobt und so die rot-grüne Mehrheit zementiert.
Gilde der Einträchtigen
Hauptsache, die oppositionelle SVP, als «unbaslerische» und somit «unschickliche» Partei gemieden wie die Pest, bleibt draussen. Zwar ist die junge Volkspartei mit einem Wähleranteil von knapp 18 Prozent hinter der noch immer dominierenden Sozialdemokratie die zweitstärkste politische Kraft, artikuliert den Unmut, den es auch gibt, lanciert nicht erfolglose Referenden, schwierige Steuersenkungs-Initiativen und drängt in die Regierung. Doch die Störenfriede bewirkten bis jetzt nur den noch engeren Schulterschluss der linken und traditionell bürgerlichen Parteien.
Politische Widersprüche werden gar nicht thematisiert. Obwohl das industrialisierte und geschäftige Basel eine Rekordmenge von Energie konsumiert, produziert es selbst keine einzige Kilowattstunde und schreibt der übrigen Schweiz erst noch vor, wie sie den Strom, den Basel benötigt, zu generieren habe. In der Verfassung steht - ein Unikum - der Passus, dass der Kanton sich gegen jeden Bau eines Kernkraftwerks offiziell zur Wehr setzen müsse.
«Basel ist ein schwieriger Ort, um Politik zu machen; es ist völlig in sich gekehrt, hat nur den FCB und die Fasnacht», spottet der SVP-Nationalrat und Medizinprofessor Jean Henri Dunant. Obwohl der aristokratisch wirkende Mann in Basel aufgewachsen ist, ist er offenbar stolz Nichtbasler zu sein und nicht zur Gilde der Einträchtigen zu zählen. Dunants Lebenslauf beginnt denn auch mit dem Eintrag, der alle Bebbis schmerzen muss: «Bürger von Genf».
Immerhin: Basel figuriert in der aktuellen Planung des Bundes, neben Zürich und dem Genferseebecken, als «Metropolitanraum» und geniesst so Priorität bei der Verteilung von Bundessubventionen für Infrastrukturbauten. Den Verbleib in der ersten Liga hat es allerdings nicht der eigenen Stärke und den wirtschaftlichen Aussichten zu verdanken. In den Konzeptentwürfen war Basel bereits als Ableger Zürichs definiert. Nur eine diskret nachgeschobene Lobby-Eingabe der Architekten Herzog & de Meuron hat Basel (vorerst) gerettet.
Der skeptische Blick von aussen beunruhigt jedoch weiterhin keinen Basler. «Es gibt», beschliesst Ralph Lewin die Selbstdarstellung, «sehr viele Orte auf der Welt, die mit uns würden tauschen wollen.»
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