Sonntag, 19. April 2009

Nanothermit - der Sprengstoff vom 11. September

Durch den Fund von Nanothermit in den Proben des Staub aus Ground Zero ist der Beweis erbracht, die World Trade Center Gebäude wurden gesprengt, denn so ein Material dürfte gar nicht darin zu finden sein.

Kleine rote und graue Splitter welche von diesem Sprengstoff stammen, wurden von Professor Steven E. Jones Doktor der Physik im Staub entdeckt und wissenschaftlich untersucht. So ein high-tech Sprengmittel kann man nicht im nächsten Laden kaufen, sondern stammt nur aus Militärbeständen.

Wenn die offizielle Story stimmen würde und die Türme nur durch Feuer und der Erdanziehung zusammengebrochen sind, dann darf es aber keine Reste von Sprengstoff in den Trümmern geben.

Dr. Steven Jones sagt dazu: „Wir haben es damit festgenagelt. Das ist hochenergetischer high-tech Spengstoff. Das ist nicht nur der rauchende Colt, sondern die geladene Waffe in der Hand des Täters. Das Zeug ist hochexplosiv.“

Nanothermit oder Superthermit wie es auch genannt wird, hat eigentlich nur eine militärische Anwendung. Durch die Winzigkeit der Partikel ist es hochreaktiv und nur unter speziellen Bedingungen herzustellen. Die Energie zu Volumen-Abgabe von Nanothermit ist viel höher als die von den üblichen Sprengstoffen, die für Gebäudeabrisse verwendet werden, wie TNT, HMX und TATB. Als für einen Test die gefundenen Teilchen gezündet wurden, entwickelten sie immer noch extrem hohe Temperaturen.

Die Staubproben stammen von vier verschiedenen Orten in Manhatten und in allen wurde das Zeug gefunden. Es ist ein Glück, dass Bewohner der Umgebung den Staub unmittebar nach dem Ereigniss eingesammelt haben und Dr. Jones zur Verfügung stellten, denn die Behörden haben alles getan, um die Beweise zu vernichten, in dem die Trümmer vom Ground Zero schnellstmöglich weggeräumt und entsorgt wurden. Diese Vertuschungsaktion alleine ist schon ein Verbrechen und zeigt, die Sache stinkt zum Himmel.

Zur Erklärung, normales Thermit besteht aus einem Granulat von Eisenoxid und Aluminium-Pulver. Es wird zum Schweissen aber auch zum Scheiden von Stahl verwendet. Der Brennvorgang ist eine stark exotherme Reaktion, die bis zu 3000 °C erreicht und ohne Sauerstoff abläuft. Der Schmelzpunkt von Stahl liegt bei 1536 °C. Kerosin verbrennt mit 600 °C, kann also Stahl nicht schmelzen, denn sonst würde ja jeder Kerosinofen, Dieselmotor und jedes Düsentriebwerk schmelzen. Ausserdem waren die Stahlträger im WTC mit Feuerschutz verkleidet.

Thermit geht somit durch Stahl wie ein heisses Messer durch Butter. Das Militär verwendet diesen Stoff für Thermitgranaten und -bomben, da sie fähig sind, schwere Panzerung oder andere Feuerbarrieren durch Schmelzen zu durchdringen.

Jetzt Nanothermit ist eine krasse Steigerung dieser Eigenschaften. Durch die starke Verkleinerung des Granulats auf Nanopartikel, erhöht sich die Oberfläche und dann reagiert dieser Stoff explosionsartig, kann als Sprengmittel verwendet werden, genau wie Kohle langsamt brennt, aber Kohlestaub eine Explosion verursacht. Um Nanothermit herzustellen benötigt es eine besondere Einrichtung und Technologie, die nur das Militär hat. Wenn also Nanothermit im Staub aus den WTC gefunden wurde, dann ist das der Beweis, dieses Material stammt vom US-Militär und wurde zur Sprengung der Türme verwendet.

Die extrem hohe Temperatur von Thermit würde auch den glühenden und sogar flüssigen Stahl am Ground Zero erklären, der nach Wochen und sogar Monaten bei den Aufräumarbeiten gefunden wurde. Ein normaler Zusammenbruch, verursacht durch die Gravitation, wie die US-Regierung es erzählt, kann niemals flüssigen Stahl produzieren.

Damit steht fest, das Anthrax welches einige Tage nach 9/11 mit Briefen verschickt wurde und fünf Menschen tötete, so wie auch dieses Nanothermit, kommen beide vom US-Militär. Damit ist die Behauptung eine Lüge, die Anschläge vom 11. September haben Bin Laden und seine 19 Helfer durchgeführt, denn wo sollten sie so ein Material herbekommen? In ihrer Höhle in Afghanistan selber zusammengebastelt? Diese hochkomplexe Operation mit Biowaffen und high-tech Sprengstoff, welche nur Militärs haben können zeigt, der Angriff war selbstinszeniert und wurde der Al-Kaida als Sündenbock in die Schuhe geschoben.

Aber das wissen wir schon lange, nur jetzt haben wir Dank Dr. Jones auch noch den Beweis dafür. Er hofft mit diesen wissenschaftlichen Fakten wird eine neue Diskussion und Untersuchung in die Ereignisse eingeleitet.

Zeugin bestätigt, Flug 93 wurde abgeschossen

Eine neue Aussage einer ehemaligen Soldatin ist jetzt publik geworden, welche in einem Interview erzählt, sie war bei einer militärischen Besprechung am Morgen des 11. September anwesend, bei der die kommandierenden Offiziere in einer Telefonkonferenz den Abschluss von Flug 93 beschlossen haben.

Wir erinnern uns, die offizielle Geschichte der US-Regierung lautet, Flug 93 wurde von den Passagieren zurückerobert und beim Kampf mit den Entführern geriet die Maschine ausser Kontrolle und stürzte in der Nähe von Shanksville Pennsylvania ab. Dieser angebliche Widerstand der Passagiere wurde als Heldentat ganz gross in den Medien verkündet, es wurden Bücher darüber geschrieben und ein Hollywood Film gedreht.

Aber vom ersten Tag an wurde diese Version der Ereignisse durch die vielen Zeugen welche den Absturz gesehen haben widersprochen. In den Aussagen wurde bestätigt, die Maschine ist abgeschossen worden und alle Indizien am Boden sagen das Gleiche. Der winzige Einschlagkrater in dem nichts zu sehen war, über viele Quadratkilometer verstreute Leichen- und Wrackteile, und ein Motor der 1 ½ Meilen vom Einschlagpunkt entfernt gefunden wurde. Das deutet alles darauf hin, das Flugzeug ist in der Luft durch eine Rakete in Stücke gerissen worden und nicht als Ganzes auf dem Boden aufgeschlagen.

In diesem kleinen Krater rechts soll laut US-Regierung eine ganze Boeing 757 komplett verschwunden sein. Keine Trümmerteile der Maschine sind zu sehen. Die Untersuchungsbeamten stehen nur rum und finden nichts. Sieht eher aus wie ein Loch wo eine Sidewinder-Rakete die daneben ging eingeschlagen hat.

„Hier ist Bill Ryan vom Project Camelot. Das Datum heute an dem ich das aufnehme ist der 6. April 2009.

Anfang des Jahres wurde ich durch eine aussergewöhnliche und sehr mutige jungen Dame kontaktiert, die in dem Raum anwesend war, wo die Entscheidung getroffen wurde, UA Flug 93 über Shanksville Pennsylvania am Morgen des 11. September 2001 abzuschiessen.

In den nächsten 40 Minuten erzählt diese mutige Frau ihre Geschichte … aus naheliegenden Gründen heisst die Dame nicht Elizabeth Nelson, aber den Bericht den sie hören werden ist authentisch. …. Während sie ihre Aussage hören, bedenken sie die Komplexität der Ereignisse dieses Tages und die vielen guten Leute die darin verwickelt waren, die nur das Beste für ihr Land tun wollten, und völlig ahnungslos über was die Wahrheit hinter den Kulissen waren.

Elisabeth Nelson: … Es war ein normaler Tag … und dann kam ein Soldat in den Raum wo wir gerade waren herein und sagte: Heilige Scheisse! Ich habe gerade gesehen, wie ein Flugzeug in einer der Twin Towers stürzte.

(Anmerkung, es gab keine Live-Bilder des ersten Einschlags für die Öffentlichkeit, wie konnte der Soldat es sehen? Gab es einen internen militärischen TV-Kanal, der den ersten Einschlag zeigte? Wenn ja, dann würde es die Aussage von George W. Bush erklären, er hätte auch den ersten Einschlag im TV gesehen, auf einen eigenen Kanal. Dann wusste aber das Militär, 9/11 würde passieren und hat Kameras auf die WTC Türme gerichtet und die Bilder übertragen.)

Bill Ryan: OK. Aber was sie hier sagen ist, er sah die erste Maschine einschlagen, Bilder die irgendwie durch eine Fernsehkamera aufgenommen wurden.

EN: Ja.

BR: Was aber nie in der Öffentlichkeit bestätigt wurde.

EN: Ja.

BR: Also sah er das erste Flugzeug einschlagen, und dann kam er rein um euch das zu erzählen?

EN: Und einige von uns sagten: Was? Wirklich? Und wir gingen um es selbst zu sehen und wir standen da und schauten zu wie das Gebäude brannte.

… Wir standen da, ich und er und zwei andere Soldaten, und wir schauten auf den Fernseher, und wir konnten den Rauch aus dem Gebäude strömen sehen. In diesen Moment sah ich das nächste Flugzeug heranfliegen und in den anderen Turm hineinstürzen. Jetzt waren beide Türme getroffen. Und wir waren völlig stumm, wissen sie. Wir wussten was das bedeutet.

… ich kenne nicht die Namen und Ränge der Leute die im Raum wahren. Ich weiss aber, dass es zu dieser Zeit der Kommandeur des Spitals, und ich glaube, der Kommandeur der Basis war.

… es war ein Flugzeug (Flug 93) welches in der gesperrten Zone in der Nähe von Camp David flog und in Richtung „Site R“ (der geheime Untergrundbunker des Pentagon und der Ersatzregierung). Und für mich war Camp David der Ort wo George Bush seine Freizeit verbrachte. Ich wusste nicht mehr als das.

… das Protokoll ist so, es handelt sich um eine „no-fly zone“ (Sperrzone für Flugzeuge). Wir müssen dieses Flugzeug abschiessen.

… und so war ich in dem Raum als die Entscheidung gemeinsam durch die Leute die am Telefon sprachen getroffen wurde, diese Maschine abzuschiessen.

… „Site R“ ist die Untergrundstadt, unter einem Berg in Pennsylvania.

… wir haben nur wenig Zeit eine Entscheidung zu treffen bevor es zu spät ist. Man konnte die Spannung in diesem Raum spüren. Ich meine … diese Männer waren nicht herzlos.

… ich erinnere mich noch an das bestimmte Gefühl in mir, als ich in den Nachrichten sah, dass es diese Geschichte gab, es waren Terroristen in diesem Flugzeug, und dass die Leute den Piloten überwältigt hätten und die Maschine zum Absturz brachten, und wie heraus kam die Leute sind Helden. Und ich erinnere mich an den extremen moralischen Frust in mir, in dem ich fühlte: Aber das ist nicht wahr! Das ist überhaupt nicht wahr! Wir haben es abgeschossen. Und ein grosser Konflikt war in mir, da ich wusste, dass die ganze Welt diese Geschichte glauben soll, die gar nicht wahr ist.

… Und wie die Leute es abkaufen. Und ich fühlte, dass ist wirklich falsch, wissen sie. Warum konnten sie nicht einfach sagen: Es ist ein striktes Protokoll (Abschussbefehl wenn ein Flugzeug in eine Sperrzone eindringt). Es ist eine „no-fly zone“. Tut uns leid.”

Wir sehen, die Leute die den Abschussbefehl gaben waren offensichtlich nicht Teil der Verschwörung, sondern haben als Militärs das Land verteidigt und strikt nach Protokoll gehandelt. Für sie war Flug 93 im Sperrgebiet in der Nähe oder über Camp David, das Refugium des Präsidenten, und flog in Richtung der geheimen Bunkerstadt “Site R”, das Untergrund-Pentagon. Deshalb wurde die Maschine abgeschossen. Da die US-Regierung diese bewusste Tötung der Passagiere nicht zugeben konnte, wurde das Märchen über die heldenhafte Rückeroberung der Maschine durch die Passagiere erfunden, mit dem unkontrollierten Absturz in Shanksville, und an die Medien gegeben, die diese Story dann gross herausbrachten. Eine Lüge, die sehr gut bei der aufgebrachten amerikanischen Bevölkerung ankam und zu einem Mythos wurde.

Dänisches Fernsehen berichtet über Nanothermit

Der dänische TV-Sender TV2 zeigt ein Interview mit dem Chemiker Professor Dr. Niels H. Harrit über den Fund von Nanothermit im Staub von Ground Zero in seiner Hauptnachrichtensendung. Dr. Harrit von der Universität Kopenhagen ist einer der Wissenschaftler, die in den letzten zwei Jahren zusammen mit Professor Dr. Steven Jones und sieben anderen Kollegen, die Proben untersuchten und den wissenschaftlichen Bericht über den Fund des Sprengstoffs darin letzte Woche veröffentlicht haben.

Auf die Frage des Journalisten, warum er sich überhaupt damit beschäftigt, sagte Dr. Harrit: “Es begann als ich den Zusammenbruch von WTC7 sah, der DRITTE Wolkenkratzer der an diesem Tag pulverisiert wurde, wobei nur ZWEI von Flugzeugen getroffen wurden. Wenn man ein Gebäude mit 47 Stockwerken in 6.5 Sekunden perfekt in sich zusammensacken sieht, dann fragt man sich als Wissenschaftler ‘Wie bitte?’ Es gab keinen Grund, dass es überhaupt zusammenbrach. Seit dem hat es mich nicht mehr in Ruhe gelassen.”

Da muss ich mal fragen, wo bleiben denn die Bauingeniere, Statiker, Architekten und sonstigen Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum? Warum interessiert es sie nicht, weshalb drei Wolkenkratzer am 11. September einfach so zusammengebrochen sind, und einer davon sogar ohne von einem Flugzeug getroffen zu werden? Schlafen die alle? Da passiert ein noch nie dagewesenes Ereignis, Wolkenkratzer brechen einfach so zusammen, und es kümmer sie nicht. Wenn ich Baustatiker wäre der Hochhäuser plant, dann würde mich die genaue Ursache aber sehr interessieren, denn vieleicht muss man ja sein gelerntes Wissen revidieren und neu dazulernen.

Aber was passiert? Entweder sind sie stumm oder sie verteten die Lüge der US-Regierung, praktisch keiner lehnt sich auf und sagt, die Behauptung in der offiziellen Version ist unmöglich.

Jeder Laie der einigermassen die physikalischen Gesetze aus der Schule kennt stellt doch die gleiche Frage wie Dr. Harrit, wie kann der Wolkenkratzer WTC 7, der gar nicht von einem Flugzeug getroffen wurde und deshalb auch kein Kerosin ein Feuer verursachte, in 6.5 Sekunden in Fallgeschwindigkeit perfekt und senkrecht in sich zusammenfallen und zu Staub zerbröseln, wie wenn er gesprengt wurde? Haben die nicht in ihrer Ausbildung gelernt alles zu hinterfragen? Die sollten sich schämen und wegen Unfähigkeit ihren Beruf aufgeben. Die sind ja genau so doof wie die Massen, denen nur die Regierung und Medien ein Märchen erzählen muss und schon glauben sie es.

Aber etwas zur Ehrenrettung gibt es, bereits 2006 hat Hugo Bachmann, emeritierter ETH-Professor für Baustatik und Konstruktionhaben der Universität Zürich gesagt: “Nach meiner Meinung ist das Gebäude WTC 7 mit grosser Wahrscheinlichkeit fachgerecht gesprengt worden”, und auch Jörg Schneider, ebenfalls emeritierter ETH-Professor für Baustatik und Konstruktion, deutet die vorhandenen Videoaufnahmen als Hinweis, dass “das Gebäude WTC 7 mit grosser Wahrscheinlichkeit gesprengt wurde”. Siehe hier.

Die Frage geht nun an die Medien, pennt ihr völlig? Wo ist euer Spürsinn? Oder habt ihr Angst euren Job zu verlieren, wenn ihr das Märchen der US-Regierung als selbsinszinierten Anschlag aufdeckt? Stattdessen geht ihr her wie das Zensierte Desinformations Fernsehen, abgekürzt ZDF (mit dem Zweiten luegt man besser), und deckt ihr das ungeheurliche Verbrechen und die Mörder, und verbreitet auch noch die Lüge des Jahrhunderts.

Herauszufinden was wirklich am 11. September geschah und wer dahinter steckt ist absolut wichtig. Das ist DER Wasserscheideevent in unserer jüngsten Vergangenheit. Es gibt ein vor und ein nach 9/11. Alle Kriege, alle Polizeigesetze und Freiheitseinschränkungen werden damit begründet. Nur alles deutet darauf hin, 9/11 ist eine Operation unter falscher Flagge, sie haben es selber gemacht und Bin Laden in die Schuhe geschoben. Wir müssen eine neue unabhängige Untersuchung herbeizwingen, damit die wirklichen Täter in den eigenen Reihen vor Gericht kommen und bestraft werden. Es ist unerträglich, dass diese Geschichtslüge weiterbesteht und der Massenmord ungesühnt bleibt.

Die Macht der USA

Antirassismuskonferenz in Genf: Einer nach dem anderen sagt ab

Die Liste der Abwesenden an der Genfer Antirassismuskonferenz wird immer länger. Nach den USA haben nun auch Australien und die Niederlande ihre Teilnahme definitiv abgesagt.

Das Abschlussdokument, auf das sich Diplomaten am Freitag geeinigt hatten, sei nicht akzeptabel, sagte ein Sprecher des US-Aussenministeriums.

Die USA hatten zunächst an vorbereitenden Sitzungen teilgenommen und entsprachen damit der Ankündigung von Präsident Barack Obama, verstärkt auf Diplomatie und Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen setzen zu wollen.

Nun habe sich aber gezeigt, dass die Bedenken der USA in dem Abschlussdokument nicht ausreichend berücksichtigt worden seien, sagte der Sprecher. «Deshalb werden die USA an der Konferenz zur Besprechung dieses Dokuments nicht teilnehmen.»

Anti-israaelische Anspielungen gestrichen

Der Sprecher räumte ein, dass es Verbesserungen in dem Entwurf für das Abschlussdokument gegeben habe. Unter anderem wurden alle Anspielungen auf Israel und den Nahost-Konflikt gestrichen.

Auch ein von arabischer Seite angeregtes Verbot von der «Beleidigung von Religion» als Reaktion auf die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im Jahr 2006 wurde entfernt, weil es viele westliche Staaten als Einschränkung der Meinungsfreiheit kritisiert hatten.

Insgesamt würde das Abschlussdokument die Beschlüsse von Durban jedoch in einer «verwerflichen Sprache» bestätigt, sagte der US- Sprecher. Israel und Kanada haben ihre Teilnahme an der Konferenz bereits vor einiger Zeit abgesagt.

Missbräuche befürchtet

Auch die Niederlande werden in Genf fehlen. Einige Staaten versuchten weiterhin, die Konferenz zu missbrauchen, um religiöse Anschauungen über die Menschenrechte zu stellen, sagte Aussenminister Maxime Verhagen.

Noch ausstehend ist der Entscheid zahlreicher weiterer EU-Staaten. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Samstag in Berlin erklärt, er werde in einer Telefonkonferenz mit Kollegen aus anderen europäischen Staaten über das Thema beraten. Eine abschliessende Entscheidung solle am Sonntag fallen.

Schweiz dabei

Die Schweiz hingegen hat sich für eine Teilnahme entschlossen. Der am Freitagabend von der Vorbereitungskonferenz beschlossene Entwurf für ein Schlussdokument erfüllt die Bedingungen des Bundesrates.

Wegen der langen Ungewissheit über das Abschlussdokument haben bisher nur wenige hochrangige Gäste zugesagt, darunter die Staatschefs von Montenegro, Togo und Osttimor. Als prominentester Redner hat sich der iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad angemeldet, der am Montagnachmittag zu Wort kommen soll.

Im Vorfeld der Konferenz demonstrierten am Samstag zwischen 600 und 700 Personen friedlich in Genf gegen Rassismus und Fremdenhass. Die Kundgebung wurde SOS Rassismus, der Liga der Muslime der Schweiz, von Gewerkschaften und linken Genfer Parteien organisiert.

Fortsetzung von 2001

Die Genfer Konferenz soll die Umsetzung der Beschlüsse der Antirassismus-Konferenz im Jahr 2001 im südafrikanischen Durban überprüfen. Damals endete die Tagung mit einem Eklat: Die Vertreter Israels und der USA verliessen damals die Veranstaltung, weil in einem Resolutionsentwurf Zionismus als Rassismus bezeichnet wurde

Die Macht der Juden

Israels scharfe Kritik: Treffen zwischen Merz und Ahmadinejad ist «erbärmlich»

Hans-Rudolf Merz trifft heute Nachmittag anlässlich der Antirassismuskonferenz Mahmoud Ahmadinejad in Genf. Israel fordert Merz nun auf, den iranischen Staatspräsidenten zu boykottieren.

USA boykottieren Antirassismuskonferenz in Genf

Merz trifft Ahmadinejad

Der stellvertretende israelische Aussenminister Danny Ayalon bezeichnete das geplante Treffen im israelischen Armeeradio als «erbärmlich». Israels Regierung sei von der Nachricht überrascht worden. Merz' Treffen mit Ahmadinejad kränke ihn und schade der Schweiz mehr als alles andere, sagte Ayalon.

Das Radio meldet weiter, Jerusalem dränge den Schweizer Bundespräsidenten Hans-Rudolf Merz, das geplante Treffen mit Ahmadinejad abzusagen und diesem nicht die Hand zu schütteln. Der iranische Präsident unterstütze den Terror und erkenne das Existenzrecht Israels nicht an.

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ronny Leschno Yaar, sagte dem Sender, die Schweiz wolle sich mit dem Treffen «auf schändliche Weise bei einem Holocaust-Leugner und Israel-Hasser einschmeicheln».

Auch wenn die Absicht sein sollte, Ahmadinejad zu einer Mässigung seiner Positionen zu bewegen, werde das Treffen sicherlich das Gegenteil erreichen, sagte der israelische Repräsentant.

Israel befürchtet Einseitigkeit

Israel fühlt sich durch den Iran in seiner Existenz bedroht. Der neue Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht eine mögliche iranische Aufrüstung mit Nuklearwaffen als grösste globale Gefahr.

Israel lehnt die Uno-Konferenz gegen Rassismus ab, weil es fürchtet, der israelisch-palästinensische Konflikt könnte einseitig herausgestellt werden. Auch die USA haben deshalb ihre Teilnahme abgesagt. Andere Länder befürchten ebenfalls, dass die Konferenz zu einer Bühne für anti-israelische Stellungnahmen werden könnte.

Die Schweiz hat gestern als erstes westliches Land bekannt gegeben, sie werde an der Antirassimuskonferenz von nächster Woche in Genf teilnehmen. Laut dem Aussendepartement erfüllt der Entwurf für das Schlussdokument die Bedingungen des Bundesrats. Die EU-Länder entscheiden erst heute Sonntag.

Schweizer Juden kritisieren Treffen

Auch die Schweizer Juden haben laut Herbert Winter, Präsident des Schweizerisch-Israelitischen Gemeindebundes, «keine Freude» am Treffen zwischen Merz und Ahmadinejad. Da das Treffen nun aber stattfinde, müsse Merz unbedingt die kritischen Punkte der iranischen Politik ansprechen, fordert Winter. Merz dürfe mit dem Treffen auf keinen Fall die Politik Ahmadinejads legitimieren, sagt der SIG-Chef.
(bru/sda)

Samstag, 18. April 2009

Genmanipulierte Nahrung und ihre Gefahren

Verursacht genmanipulierte Nahrung die Morgellonsche Krankheit?
F. William Engdahl

Die Bevölkerung der USA stellt derzeit den weltweit wohl größten Pool von Versuchskaninchen, an denen sich die möglichen negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Verzehrs genetisch manipulierter Nahrungsmittel (GMO) untersuchen lassen.
Seit die Firma Monsanto erstmalig sein rBGH-Hormon für die Milchproduktion vermarktete – das war Mitte der 1990er-Jahre das umstrittene Prosilac –, ist es den Lebensmittelproduzenten in den USA gesetzlich verboten, ihre Produkte mit dem Kennzeichen GMO oder gar »GMO-frei« zu versehen. Zusätzlich zu einer bei vielen Millionen Amerikanern – Kindern und Erwachsenen – aufgetretenen regelrechten Epidemie merkwürdiger Allergien, die in unabhängigen Untersuchungen einer Ernährung mit GMO zugeordnet werden konnten, gibt es Hinweise darauf, dass eine scheußliche neue Hautkrankheit, die sogenannte Morgellonsche Krankheit (Morgellon’s Disease), ebenfalls mit dem regelmäßigen Verzehr genmanipulierter Lebensmittel in Verbindung steht. Mindestens 70 Prozent aller tagtäglich in Amerika verzehrten Lebensmittel enthalten GMO-Produkte.

Morgellonsche Krankheit – was ist das?

Recherchen ergeben nur sehr wenig über diese Krankheit. Ich danke der amerikanischen Forscherin Barbara H. Peterson für die Hintergrundinformationen dieser alarmierenden Geschichte. In einer Zeit, in der viele Regierungen in der EU von Monsanto, Syngenta, BASF, Bayer und anderen Agrarindustriekonzernen massiv bedrängt werden, die Freigabe ungetesteter GMO-Produkte für die menschliche Nahrungskette zuzulassen, könnte der folgende Beitrag vielleicht einige Alarmglocken läuten lassen, bevor es zu spät ist und auch in Europa, Afrika und Asien der sprichwörtliche Geist aus der Flasche entweicht.

Ursprünglich sagte man den Betroffenen, ihre Beschwerden seien nur eingebildet. Das war allerdings nur ein schwacher Trost für die leidenden Patienten. Die an der Morgellonschen Krankheit Erkrankten berichten, merkwürdiges faserähnliches Material quölle aus wunden Stellen oder Verletzungen, die sich auf der Haut bilden (siehe Abb.). Das Ganze geht einher mit einem stark schmerzendem Juckreiz, der als das ständige Gefühl beschrieben wurde, »etwas krabbele unter der Haut«.

Am 18. Mai 2006 brachte KGW, ein Nachrichtensender in Oregon, einen Beitrag mit dem Titel »Merkwürdige Krankheit: die Horrorgeschichte einer geheimnisvollen Krankheit«. Hier ein Auszug aus der Sendung:

[Dr. Drottar] Die arbeitsunfähige Hausärztin hatte das Gefühl, als ob Käfer unter ihrer Hut herumkrabbelten. »Wenn ich Leuten erzähle, was mir medizinisch widerfahren ist, dann meinen die, sie seien im Nirgendwo«, sagte Dr. Drottar.

Sie erwachte mit dem Gefühl, direkt unter ihrer Haut bewege sich Flüssigkeit. Oft quöllen feine schwarze oder blaue Haare aus ihrer Haut. »Ich dachte, ich sei mit Asbest in Berührung gekommen. Ich dachte, Asbest-Fasern kämen aus meiner Haut. Ich habe lange, dünne, haarähnliche Fasern herausgezogen, die extrem scharf waren und buchstäblich meine Fingernägel durchstechen konnten,« so Dr. Drottar.

Zusätzlich zu dem Gefühl von Käfern und den Fasern habe sie auch an einer schweren Depression, chronischer Müdigkeit und einer Schwächung des Immunsystems gelitten. Sie habe schließlich ihre Hausarztpraxis aufgeben müssen. (www.kgw.com/news-local/stories/kgw_051806_news_sweeps_strange_sickness_Morgellon’s.53b2569a.html).

Bush und der Schwindel über »substanzielle Gleichwertigkeit«

Es gibt nur wenige Informationen über Forschungen, welche die Morgellonsche Krankheit mit GMO-Nahrungsmitteln in Verbindung bringen. Normalerweise, d.h. wenn es der amerikanichen Politik darum ginge, sich um die öffentliche Gesundheit zu kümmern, gäbe es rigorose Untersuchungen, um den Ursprung solch einer Krankheit abzuklären und eine mögliche Verbindung zu genveränderten Nahrungsmitteln zu testen, die erst seit Kurzem Teil der Nahrung sind. Aber dem ist nicht so.

Seit 1992, als Präsident G. H. W. Bush eine Anordnung, die sogenannte »Substantial Equivalent Doctrine«, erließ, derzufolge alle genmanipulierten Pflanzen von den zuständigen Regierungsbehörden, wie der Food and Drug Administration (FDA) oder dem Landwirtschaftsministerium »substanziell gleichwertig« wie nicht-genveränderte Pflanzen – z.B. Mais, Sojabohnen oder Reis – behandelt werden sollten, hat die Regierung keine unabhängigen Langzeitstudien der möglichen Auswirkungen genmanipulierter Nahrungsmittel auf Menschen veranlasst – nicht einmal auf Ratten. Schlimmer noch: Die US-Regierung hat Richtlinien erlassen, die es verbieten, Produkte zu kennzeichnen, ob sie genmanipulierte Bestandteile enthalten oder nicht.

Die Regierung Bush, die damals von Monsanto beraten wurde – diese unglaubliche und kaum bekannte Geschichte habe ich in meinem Buch Saat der Zerstörung genau erläutert – , hat in voller Kenntnis der Umstände entschieden, sich auf die Test von Monsanto oder die Versicherungen anderer Firmen zu verlassen, ihre Produkte seien sicher. Allein von Monsanto ist bekannt, dass dort jahrzehntelang Testdaten frisiert wurden, um zu demonstrieren, dass Produkte wie Agent Orange oder gar Dioxin keine schädliche Wirkung auf ihre eigenen Angestellten hatte. Zu tolerieren, dass Monsanto und andere große GMO- Agroindustrieunternehmen ihre eigene Sicherheit bestimmen können, gleicht der bekannten Geschichte, dass ausgerechnet ein Fuchs den Hühnerstall bewachen soll. Amerikanische Wissenschaftler, die gegen diesen offensichtlichen Interessenskonflikt protestierten, wurden entlassen oder versetzt, um sie mundtot zu machen. Drei amerikanische Präsidenten, von Bush senior über Bill Clinton bis zu Bush junior, haben diese Bestimmungen für GMO beibehalten. (1) Für Dr. Mike Stagman ist »Genmanipulation eine Alptraum-Technologie, die bereits zu einigen Epidemien geführt hat, die zwar dokumentiert, aber nicht veröffentlicht sind.«

Eine Verbindung zwischen Morgellonscher Krankheit und GMO?

Ein Online-Artikel von Whitley Strieber vom 12. Oktober 2007 mit der Überschrift »Hautkrankheit steht möglicherweise mit genveränderter Nahrung in Verbindung« kommt zu dem Schluss, die Fasern, die bei einem Morgellon-Patienten entnommen wurden, enthielten dieselben Substanzen, die »kommerziell zur Herstellung von genmanipulierten Pflanzen benutzt werden«.

Strieber schreibt: »Viele – auch die Ärzte – haben die Morgellonsche Krankheit entweder als Schwindel oder als Hypochondrie abgetan. Aber jetzt gibt es Hinweise, dass diese Krankheit möglicherweise real ist und mit genmanipulierter Nahrung in Zusammenhang steht.«

Strieber weiter: »Aus der Haut von Morgellon-Patienten quellen merkwürdige Fasern, die man als Zellulose identifiziert hat (die der menschliche Körper nicht produzieren kann), und die Menschen haben das Gefühl, als krabbele etwas unter ihrer Haut. Der erste Fall von Morgellon wurde 2001 beschrieben, als Mary Leitao eine Webseite eröffnete, auf der sie die Krankheit beschrieb, die ihren jungen Sohn befallen hatte. Sie benannte sie nach Morgellon, einer im 17. Jahrhundert in Frankreich erschienenen medizinischen Studie, in der dieselben Symptome beschrieben wurden. (2)

In der Ausgabe der britischen Zeitschrift New Scientist vom 15./21. September 2007 beschreibt Daniel Elkan einen Patienten, den er »Steve Jackson« nennt, und »der seit Jahren winzige blaue, rote und schwarze Fasern in furchtbar juckenden Hautläsionen gefunden hat«. Er zitiert »Jackson« mit den Worten: »Die Fasern sind wie biegsames Plastik und können mehrere Millimeter lang sein. Unter der Haut sind sie zickzackförmig gefaltet. Sie können so fein wie Spinnwebfäden sein, und doch sind sie stark genug, die Haut aufzutreiben, wenn man an ihnen zieht, als ob man an einem Haar zöge.«

Ärzte sagen, solch eine Krankheit könne nur von einem Parasiten herrühren, aber Parasiten-Medikamente helfen in diesen Fällen nicht. Psychologen bestehen darauf, es handele sich um eine neue Art der als »Parasitenwahn« bekannten Störung. Mit anderen Worten: es sei zwar eine »richtige« Krankheit, aber ohne physische Ursachen.

Doch jetzt gibt es physische Hinweise darauf, dass die Morgellonsche Krankheit nicht nur ein psychologisches Phänomen ist, fügt Strieber hinzu. »Der Pharmakologe Randy Wymore, der angeboten hatte, einige dieser Fasern zu untersuchen, wenn sie ihm zugeschickt würden, entdeckte, dass sich die Fasern verschiedener Menschen untereinander verblüffend ähnlich sahen und doch keiner bekannten Umweltfaser glichen.«

Bei Untersuchungen durch forensische Polizeiteams stellte sich heraus, dass die Fasern nicht von Kleidung, Teppichen oder Bettwäsche stammten; darüber hinaus gab es keinerlei Anhaltpunkte, um welchen Stoff es sich bei diesen Fasern handelte. Als der Wissenschaftler Ahmed Kilani zwei Faserproben analysierte und dabei deren DNA extrahieren konnte, fand er heraus, dass sie zu einem Pilz gehören.

Zu einem noch alarmierenden Ergebnis kam Vitaly Citovsky, der entdeckte, dass die Fasern eine Substanz namens »Agrobacterium« enthalten, die dem New Scientist zufolge »kommerziell bei der Herstellung genetisch veränderter Pflanzen verwendet wird«. Das führt zu der sehr plausiblen Theorie, dass der regelmäßige Verzehr genveränderter Nahrungsmittel diese schwächende neue Krankheit hervorrufen könnte. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass entweder die amerikanische FDA, oder Monsanto und andere Firmen dieser Hypothese nachgehen werden. Wie mein guter Freund, Dr. Arpad Pusztai, einer der weltweit führenden GMO-Forscher, zu sagen pflegt: »Die GMO-Lobby behandelt uns wie menschliche Versuchskaninchen und ich zum Beispiel will kein Versuchskaninchen sein.«

Mittwoch, 15. April 2009

Psychosoziale Kontrolle: Die Psychiatrisierung der Bevölkerung

Basels Psychiatrie ist gut ausgelastet – und erfolgreich

Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) verzeichneten 2008 einen Mehrertrag von knapp 9 Millionen Franken sowie eine hohe Bettenbelegung. Im Qualitätsmanagement haben die UPK sogar internationale Massstäbe gesetzt, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel
Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) steigerten 2008 ihren Ertrag um rund 8,8 Millionen Franken (+15 Prozent) auf 67,2 Millionen Franken. Grund seien insbesondere die überdurchschnittliche Bettenbelegung (96 Prozent), die Mehreinnahmen durch die neue forensische Abteilung sowie die moderaten Anpassungen der Tarife an die Kostenentwicklung.

Im Bereich Qualitätsmanagement wurden die UPK als erste Universitätsklinik in Europa von der European Foundation for Quality Management (EFQM) mit dem Zertifikat «Recognised for Excellence» für Versorgung, Lehre und Forschung ausgezeichnet.

Aufwandbudget 2008 eingehalten

Die Zunahme des Aufwandes gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 10,9 Millionen Franken (+11,7 Prozent) auf 105,2 Millionen Franken resultiert aus der erwähnten Eröffnung einer weiteren forensischen Abteilung, Preiserhöhungen insbesondere in den Bereichen Energie und Lebensmittel sowie einer geänderten Buchungspraxis im Investitionsbereich.

Qualitäts-Massstäbe gesetzt

Die UPK haben 2004 das EFQM-Qualitätsmanagementmodell eingeführt. Dieses europaweit eingesetzte Modell verlangt den Nachweis der konsequenten Ergebnis- und Kundenorientierung. Seither wurde eine Vielzahl von Verbesserungsprojekten durchgeführt wie zum Beispiel die Einführung eines elektronischen Patienteninformationssystems und die enge Vernetzung der Bereiche Patientenversorgung, Lehre und Forschung.

Ende Januar 2009 hat ein Gutachterteam der Swiss Association for Quality (SAQ) die UPK geprüft. Das Gutachterteam bescheinigte den Kliniken eine hohe Organisations- und Arbeitsqualität und verlieh das Zertifikat «Recognised for Excellence». Die UPK sind die bislang erste und einzige Universitätsklinik in Europa, die diese Anerkennung über die drei Kernbereiche Patientenversorgung, Lehre und Forschung erreicht haben
(jg/PD)

Psychosoziale Kontrolle: Die Entwaffnung des Volkes

Basler können unliebsame Waffen einfach entsorgen

Wer eine Waffe zu Hause hat, die er nicht mehr will, kann diese am 25. April im Basler Zeughaus kostenlos entsorgen lassen. Anlass gibt die mit dem Schengen-Beitritt der Schweiz eingeführte Meldepflicht für Waffen.

25. April, 9 bis 16 Uhr, Basler Zeughaus, Zeughausstrasse 2, Tramlinie 14 bis Haltestelle «Zeughaus», Parkplätze vorhanden
Die Waffenabgabeaktion findet am Samstag, dem 25. April, statt. Einwohnerinnen und Einwohner von Basel-Stadt können von 9 bis 16 Uhr Waffen aller Art, Waffenzubehör, Munition, Zünder, Dolche, Messer, Geschossteile, Imitations- oder Soft-Air-Waffen und Ähnliches im Zeughaus abgeben, wie das Sicherheitsdepartement am Mittwoch mitteilte.

Die Abgabe ist kostenlos. Mitgebracht werden muss ein gültiger Ausweis. Die abgegebenen Waffen würden nach der Abgabeaktion fachgerecht vernichtet, sodass sie nicht mehr in den Verkehr gelangen können, heisst es in der Mitteilung.

Karabiner im Estrich

Die Basler Polizei will mit der Aktion Hand dazu bieten, Waffen, die niemand mehr will, die nicht mehr gebraucht werden oder die einem zugefallen sind, einfach zu entsorgen. Hintergrund ist das am 12. Dezember 2008 in Kraft getretene revidierte Waffenrecht: Seither muss nicht nur der Erwerb, sondern auch der Besitz einer Waffe gemeldet werden.

Waffen sind jedoch oft durch Tausch, Schenkung oder Erbgang in die Hände ihrer jetzigen Besitzer gelangt. Zudem habe manche Waffe wohl auch jahrzehntelang unbemerkt in einem Keller oder Estrich seinen früheren Besitzer überdauert und sei so an die jetzigen Besitzer übergegangen, schreibt das Departement.

Gemeldet werden müssen nun aber alle Waffen, so auch der Karabiner des Grossvaters im Estrich. Ausgenommen sind lediglich Waffen, die schon mittels Waffenschein gekauft wurden, oder Ordonnanzwaffen, die der derzeitige Besitzer von der Militärverwaltung übernommen hat.

Fristen zum Melden

Zum Anmelden noch nicht registrierter Waffen hat das neue Waffenrecht den Waffenbesitzern eine Frist von einem Jahr eingeräumt. Für verbotene Waffen und Zubehör wie Seriefeuerwaffen, Schalldämpfer oder Laserzielhilfen galt zudem eine - bereits abgelaufene - Frist von drei Monaten.

Eigentlich waren verbotenene Waffen schon bisher nur mit einer kantonalen Ausnahmebewilligung erhältlich. Das Departement geht aber auch hier von einer Dunkelziffer aus, wobei jedoch - etwa mit Blick auf Erbgänge - in den wenigsten Fällen eine böse Absicht dahinter stecke.
(jg/sda)

Dienstag, 14. April 2009

Schulpolitik - Revolte der Realisten

In der Volksschule bleibt kein Stein auf dem andern. Politik und Verwaltung setzen eine Grossreform nach der andern in Gang. Die Praktiker an der Front fragt man nicht. Erfahrene Lehrer wehren sich, Verbände proben den Widerstand.

Von Philipp Gut

Vergangene Woche kam es an einer Bieler Schule zu einem Polizeieinsatz. Lokale Medien berichteten darüber, die Weltwoche hat den Fall bei Eltern und Behörden recherchiert. Was ist geschehen? In der Realklasse 9a im Oberstufenzentrum Madretsch herrschen seit Jahren chaotische Zustände. Die Schüler — von dreizehn haben dreizehn einen «Migrationshintergrund» — grölen, pöbeln, boykottieren und sabotieren den Unterricht. Wird leihweise Material verteilt, verschwindet manches davon. Die Klassenlehrerin wird als «Nutte» und «Schlampe» beschimpft, Gegenstände fliegen durchs Zimmer, Schüler schwänzen. Die Lehrerin bricht zusammen.

Der Schulleitung in Biel bleibt nichts anderes übrig, als die ausser Kontrolle geratene Klasse aufzulösen. Die Schüler sollen auf verschiedene andere Klassen verteilt werden. Wer sich weigert, kündigt die Leitung an, wird für den Rest des Schuljahres vom Unterricht ausgeschlossen.

Die Schüler folgten dem Ultimatum nicht. Am Montag letzter Woche verbarrikadierten sie sich im Klassenzimmer. Einen halben Tag bringen sie, bei explosiver Stimmung, ohne Lehrer zu. Sie bekommen einen Verweis, die Eltern müssen eine Bestätigung unterschreiben, dass die Weisungen der Schule befolgt werden. Die Hälfte der Klasse weigert sich noch immer, der Schulausschluss wird Tatsache.

Tummelfeld für Experten und Beamte
So war es zumindest geplant. Es kommt anders: Schüler und Eltern stürmen das Büro der Schulleitung. Sie erheben massive Drohungen. Die Lehrer müssen die Polizei zu Hilfe holen.

Der Stand heute: Am Donnerstag letzter Woche lenkten die renitenten Schüler und Eltern ein, sämtliche Unterschriften liegen vor. Die Klasse wird aufgeteilt, vor dem Schulhaus fährt zur Sicherheit eine Polizeistreife auf.

Was zeigt der Fall? Ein beteiligter Lehrer sagt: «Was in Biel abläuft, ist typisch für die Situation in der Schule. Die Probleme werden schöngeredet, die realen Verhältnisse ignoriert. Statt auf die Basis zu hören und die Lage an der Front zu verbessern, setzen Politik und Bildungsbürokratie ständig neue Reformen mit zweifelhafter Wirkung in Gang.»

Trifft der Befund zu? Die Weltwoche hat sich in Lehrerzimmern des Landes umgehört, Gespräche mit erfahrenen Praktikern aus verschiedenen Kantonen und allen Stufen geführt. Die Schule ist in den letzten Jahren zum Kampfplatz der Politik und zu einem Tummelfeld von Experten und Beamten geworden, die ihre Theorien und Visionen verwirklichen möchten. Was die technokratischen Bemühungen wert sind, erfährt man nicht in Hochglanzbroschüren und ausgeklügelten Konzepten, sondern dort, wo sie umgesetzt werden: in der Schule.

Die Ergebnisse der Befragungen zeigen, um es vorwegzunehmen, in eine andere Richtung. Der Unmut ist gross, manche resignieren, einige proben den Aufstand. Wer unterrichtet, ist täglich einer Art Realitätstest ausgesetzt: Die Lehrer merken, wo der Schuh drückt. Sie wissen, welche Reformen funktionieren und welche nicht.

Martin Hänzi, Sekundarlehrer und Schulleiter, Pieterlen BE - Hänzi, Lehrer seit 25 Jahren, veranschaulicht die Problematik mit einer Anekdote. Vor einigen Jahren präsentierte ein Vertreter des Bildungsdepartements seine Vorstellungen von Schule. Die Präsentation umfasste etwa fünfzehn Punkte. Irgendwo zwischen Punkt sieben und Punkt zwölf kam das «Unterrichten». Das sei typisch: Vor lauter Reformen und bürokratischen Umständen verliere man den Sinn fürs Wesentliche.

Hänzi erinnert sich, dass die hohe Zeit der Grossreformen zu Beginn der 1990er Jahre einsetzte. «Wir dachten damals: ‹So, das ist es jetzt.› Aber es ging immer weiter.» Die Bildungsverwaltungen sind seither stark gewachsen, «neue pädagogische Ideen setzen sie jeweils sofort um».

Das «Zauberwort» der Stunde heisse «Individualisieren». Es soll die «Integration» ermöglichen (neuerdings sprechen Bildungsforscher auch von «Inklusion», weil sie festgestellt haben, dass der Normalbürger «Integration» auf Ausländer und nicht auf lernschwache Schüler bezieht). Ein individualisierender Unterricht, das bedeute etwas zugespitzt: «Jedem Schüler sein eigenes Programm zuschneiden.» Hänzi: «Das ist zwar ein hehres Ziel, aber praktisch liegt es einfach nicht drin.»

Mit dieser Einschätzung steht der Oberstufenlehrer nicht allein da. Die Basis teilt sie offenbar, wie sich an einer Delegiertenversammlung der Lehrergewerkschaft zeigte. Die Führung liess verlauten, die Lehrer stünden hinter dem «integrativen Schulmodell». Hänzi erlaubte sich die Zwischenfrage, ob dem wirklich so sei. Er erzwang eine Konsultativabstimmung. Rund zwei Drittel der Delegierten stimmten gegen die «Integration».

Daniel Goepfert, Gymnasiallehrer und Grossrat (SP), Basel-Stadt - Goepfert fasst die Lage so zusammen: «Die Zentrale bindet Geld und Ressourcen, und die fehlen dann an der Front.» Goepfert hat gezählt, dass das Erziehungsdepartement gegen dreissig wichtige Projekte am Laufen hat. Dabei gehe es nur um «Begleitmassnahmen».

«Irgendwann», sagt der Lehrer und Politiker Goepfert, «sollten wir wieder über Inhalte reden: Was sollen die Schüler am Ende der obligatorischen Schulzeit können? Wie überprüfen wir das? Was spricht gegen einen gemeinsamen Schulabschluss in den vier Kantonen der Nordwestschweiz?»›››

Die Situation in Basel habe «etwas Gespenstisches»: «Der Kaiser ist nackt — und niemand sagt es ihm.» Die Anspielung auf den Märchenkaiser zielt auf Erziehungsdirektor Christoph Eymann (LDP). Goepfert vermisst bei den Dutzenden von Projekten eine «Erfolgskontrolle». Weil Basel-Stadt bei der vorletzten Pisa-Erhebung schlecht abschnitt, mache man jetzt einfach nicht mehr mit. Die mageren Leistungen der Schüler erkläre das Departement mit dem hohen Ausländeranteil. Goepfert lässt das nur zum Teil gelten. Die Basler Probleme seien auch hausgemacht: «Zu viele Reformen, zu wenig Konzentration auf den Unterricht, fehlende Fachbezogenheit und Zielorientierung.»

Selbsterfahrungskurse en masse
Es gebe beispielsweise keine «fachbezogene» obligatorische Weiterbildung für Lehrer. Stattdessen, das zeigt ein Blick ins Programm des zuständigen Instituts für Unterrichtsfragen und Lehrer/innenfortbildung, bietet das Erziehungsdepartement psychologisch-esoterisch ausgerichtete Selbsterfahrungskurse en masse an. Das klingt dann so: Rubrik «Reflexion und Wahrnehmung», Kurs «Zeitinseln beleben», «Ziel: Dank sorgfältiger Planung Ihrer Arbeit, liebevollem Umgang mit Ihren Ressourcen (Zeit, Freude, Energie, unterstützende Menschen etc.) und der Schaffung von Zeitinseln sind Sie vorbereitet auf den herausfordernden Alltag als Lehrperson».

Weitere Kurse heissen: «Selbst-Coaching: Lebenslust statt Alltagsfrust – ein Balanceakt», «Hilfe, mein Hirn ist ein Sieb», «Das Leben als letzte Gelegenheit – Gesundheit und Zeitempfinden», «Älterwerden im Beruf – Kurs für Frauen». Im Kanton Bern konnte man in einem Kurs «Führungserfahrung mit Shetland-Ponys» erwerben.

Die Auswahl ist durchaus typisch. Wie Daniel Goepfert berichtet, durfte auch er an einer Fortbildung Bäume umarmen.

Regula Peter, Primarlehrerin, Kanton Zürich - Peter ist seit 28 Jahren im Schuldienst, «mit Leib und Seele», wie sie sagt. Gemeinsam mit einer Kollegin hat die Primarlehrerin «Gedanken zum Lehrerberuf (aus dem Alltag)» verfasst, ein kleines Manifest, in dem sie «Stressfaktoren» anführen, denen Lehrer ausgesetzt sind. Darin heisst es: «Die unterrichtsfreie Zeit wird von aussen verplant, d. h., die Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit wird gebraucht für Sitzungen und Weiterbildungen.»

Manche Lehrer hätten bildungspolitisch geschlafen, sagt Regula Peter im Gespräch. Jetzt rieben sie sich die Augen. «Viele machen die Faust im Sack.» Seit der Umstellung auf sogenannte «geleitete Schulen» und ein lohnwirksames Beurteilungssystem brauche es doppelten Mut, um Missstände anzusprechen. Es drohen Sanktionen und Lohneinbussen.

Regula Peter hat ausgerechnet, dass der Arbeitsaufwand bei einem Fünfzig-Prozent-Pensum mit den neuen Schulleitungen um fünf Stunden pro Woche gestiegen ist. Das entspricht etwa zwanzig Prozent. Die Zeit für administrative Arbeiten und Sitzungen nehme ein unerträgliches Ausmass an. Die ständigen Reformen hätten eine «Grundhektik» in den Beruf gebracht, konzentriertes Vorbereiten und Unterrichten sei erschwert. «Es herrscht eine hohle Betriebsamkeit. Über das Wohl des Kindes spricht niemand.»

Bei Peter wuchs die Sehnsucht, «einfach wieder einmal normal Schule zu halten», ohne Events und Evaluationen, ohne Sitzungen und Protokolle, ohne verordnete Zusammenarbeit in «Qualitätssicherungs-Gruppen» und «pädagogischen Teams». Jetzt hat sie sich den Wunsch erfüllt: Sie hat ihre feste Stelle gekündigt und arbeitet als Stellvertreterin. Befreit von mancherlei Belastungen, blühe sie auf: «So ist es schön. Darum bin ich Lehrerin geworden.»

Alain Pichard, Reallehrer und Stadtrat (Grünliberale), Biel BE - Pichard hat vor drei Jahren mit einem Artikel in der Weltwoche («Albaner, Türken, Brasilianer», Nr. 38/06) hitzige Diskussionen unter Kollegen entfacht. Der grüne Lehrer und Gewerkschafter sprach, nach Jahren der Tabus und idealistischer Überblendungen der Wirklichkeit, öffentlich über die Zustände an der Schule: hoher Ausländeranteil (in Bieler Kindergärten derzeit fünfzig Prozent), Disziplinarprobleme, wirkungslose Massnahmen der Behörden. Heute sagt Pichard: «Meine Kollegen und ich — wir kommen alle aus einer linken Ecke — haben grosse Mühe mit der aktuellen Schulpolitik. Die Reformdebatte dreht sich allein um Strukturen.» Das nütze «letztlich nur der Bildungsbürokratie».

HarmoS, die Auflösung der Sonderklassen für schwache Schüler und deren «Integration» in Regelklassen, neue, komplizierte Schülerbeurteilungen, Frühfranzösisch und Frühenglisch: Diese und andere Reformvorhaben zielten laut Pichard «an den eigentlichen Problemen der Schule vorbei. Oder sie sind nicht realisierbar.» Zu den «wirklichen Problemen» zähle das «strukturelle Analphabetentum»: Fünfzehn bis achtzehn Prozent der Schüler, die nach neun Jahren die Schule verlassen, können nicht genügend lesen und schreiben.

Pichard beobachtet einen «Konflikt zwischen Lehrpersonen und Bildungsbürokratie». Während Politik und Verwaltung die Schule umzukrempeln versuchen, beginnt sich die Basis gegen die von oben verordneten Reformen zu wehren. Im Kanton Bern durchaus mit gewissen Erfolgen: Die neue Schülerbeurteilung «Schübe» wurde, da nicht praxistauglich, nach vehementen Protesten und einer Unterschriftensammlung der Lehrer rückgängig gemacht.

Die Entfremdung zwischen Lehrern und Verwaltung wächst. Symptomatisch sind einige Vorkommnisse in der Stadt Biel. Beispiel eins: Die Schuldirektion kündigte allen Schulleitungsmitgliedern und unterwarf zum Teil langjährige Kaderangestellte einem umfassenden Bewerbungsverfahren. Dabei mussten sie über ihre Einstellung zu den «geplanten Schulreformen» Auskunft geben. Die Gesinnungsprüfung führte zu Beschwerden und einem geharnischten Brief der Gewerkschaft VPOD. Pichard: «Die Einführung von Schulleitungen mit weitreichenden Kompetenzen nützen die Bildungsbürokraten dazu, Erfüllungsgehilfen für ihre behördliche Wunschprosa einzusetzen.»

Beispiel zwei: Die Schuldirektion wollte zweisprachige Klassen einführen — die Lehrer hielten dagegen. Das Projekt wurde verschoben, der Ausgang ist unklar.

Beispiel drei: Die Stadt versuchte die «Integration» der Sonderschüler sofort umzusetzen, flächendeckend. Die Lehrer probten den Widerstand. Das Tempo wurde gedrosselt. «Man schaut jetzt, was möglich ist, und versucht es in kleinen Schritten», sagt Alain Pichard.

Evelyne Gut-Hänggi, Leiterin Kriseninterventionsstelle Basel-Stadt - Basel-Stadt hat als einer der ersten Kantone bereits heute die vollständige «Integration» der Sonderschüler verwirklicht (und zwar in der fünften, sechsten und siebten Klasse). Als Leiterin der Kriseninterventionsstelle, bei der Schüler landen, die in der Klasse nicht mehr tragbar sind, macht Evelyne Gut-Hänggi täglich Erfahrungen mit dem Modell, das landesweit eingeführt werden soll – eine Art Blick in die Zukunft. Sie sagt: «Seit der Einführung der vollen Integration auf der Mittelstufe ist die Zahl der Fälle stark gestiegen.»

Besonders das Fachlehrersystem mache den schwierigen und lernschwachen Schülern zu schaffen. Sie brauchten einen Klassenlehrer als Bezugsperson, zu der sie ein emotionales Verhältnis aufbauen könnten. Häufig fehle die Unterstützung von zu Hause: getrennt lebende Eltern, «Migrationshintergrund», «Bildungsferne». «Wir nennen solche Kinder ‹Indikationspatienten›. An ihnen kann man ablesen, was im Umfeld nicht funktioniert.»

Hanspeter Amstutz, Sekundarlehrer, Bildungsrat, Kantonsrat (EVP), Illnau-Effretikon ZH - Eine wachsende Zahl schwieriger Schüler, praxisuntaugliche Reformen wie die «Integration» lernschwacher und verhaltensauffälliger Schüler in die Normklassen, eine ausufernde Bürokratie: So bestimmt Amstutz, Oberstufenlehrer und Zürcher Bildungsrat, die grössten «Belastungen» im Lehrberuf. Amstutz stellt fest, dass Junglehrer durchschnittlich bloss noch fünf Jahre in ihrem Job blieben. Viele seien überfordert: Mit den offenen Unterrichtsformen, etwa dem Individualisieren, das an den pädagogischen Hochschulen wie ein «Dogma» gelehrt werde, stürzten manche ab: «Was nützen uns die besten pädagogischen Konzepte, wenn die Lehrpersonen unter den vorhandenen Rahmenbedingungen kaum eine Chance haben, diese Ideen erfolgreich umzusetzen?»

Wo immer man sich umhört, eines fällt auf: Der Unmut erfahrener Lehrer hat nichts mit dem Schulegeben an sich zu tun, nicht einmal so sehr mit schwierigen Schülern, sondern mit bürokratischen Zumutungen. Es ist eine bittere Ironie, die Lehrern zu schaffen macht: Verwaltung und Politik, die ihnen das Handwerk durch gute Bedingungen erleichtern sollten, erschweren es.

«Fatale Akademisierung»
Allan Guggenbühl, renommierter Kinderpsychologe, sagt: «Die Situation der Schule ist dramatisch. Sie wird instrumentalisiert durch externe Institutionen, durch Bildungsdirektionen und sogenannte Experten.»

Wie ist es so weit gekommen? Guggenbühl spricht von den «fatalen Folgen» einer «Akademisierung»: «Die Schule muss als Experimentierfeld für eine akademische Elite herhalten, die von der Praxis keine Ahnung hat.»

Als ermutigendes Zeichen werten es Lehrer, dass mit Guggenbühl ein Wissenschaftler ihre Sprache spricht. Die Unterstützung für die Anliegen der Basis wächst: Guggenbühl hat ein Diskussionsforum über Schulfragen angeregt (www.kindgerechte-schule.ch).

«Mündige Lehrpersonen verschaffen sich Gehör!», fordert ein Forumsteilnehmer. Ein anderer schreibt: «Wie oft hat mir als Lehrer einfach die Zeit gefehlt, das zu verwirklichen, was ich geplant hatte. In den letzten Jahren kamen laufend neue Aufgaben auf die Schule zu. Wo blieb das Kerngeschäft? Weitgehend auf der Strecke.»

Der Beitrag einer Lehrerin: «Wir sind stolz auf unsere Volksschule. Aber haben wir wirklich eine Volksschule? Eine Volksschule müsste vor allem an der Basis von den Lehrpersonen gestaltet werden, nicht von den Bildungsbürokraten. Eine Volksschule müsste für die Bedürfnisse der Kinder da sein, nicht für die Profilierung von PolitikerInnen.»

Signale des Widerstands
Beim Forum «Kindgerechte Schule» arbeiten Vertreter von Lehrerorganisationen mit, etwa Hansruedi Hottinger, Vizepräsident der Schweizer Sekundarlehrkräfte (Sek I CH). Hottinger diagnostiziert eine «Bildungsblase»: «Man glaubt heute, mit technokratischen Mitteln Bildung und Erziehung organisieren zu können. Aber diese Rechung geht nicht auf.»

Lehrerverbände, die bisher zu allen Reformen ja sagten, beginnen die Anliegen ihrer Klientel ernst zu nehmen. Aus den Kantonen kommen Signale des Widerstands, aus dem Aargau beispielsweise oder aus Baselland. Dort hat sich der Lehrerinnen- und Lehrerverein (LVB) gegen HarmoS, gegen den Bildungsraum Nordwestschweiz (eine «Schreibtischtat») und gegen die «Integration» behinderter Kinder in die Regelklassen ausgesprochen. Die Mitglieder haben je dreissig Franken einbezahlt, damit der Verein für Protestaktionen gewappnet ist.

Die Realität ist längst im Schulzimmer angekommen. Wer eine funktionsfähige Schule will, kommt um die Erfahrungen der Praktiker schwerlich herum.